Schluckauf (Singultus)

Schluckauf singultus

Ein unwillkürliches Hicksen kann lustig sein aber auch sehr lästig werden, vor allem dann, wenn es länger andauert. Ein Schluckauf tritt typischerweise beim Alkoholgenuss auf, kann jedoch auf völlig unabhängig davon einsetzen.

Unter einem Schluckauf versteht man eine Einatmungsbewegung des Zwerchfells, die periodisch und reflektorisch stattfindet. Durch den plötzlichen Stimmlippenverschluss entsteht wird das typische Einatmungsgeräusch erzeugt.

Doch was ist Schluckauf genau, wie kommt es dazu und was kann man dagegen tun? Unser Symptome Ratgeber soll Ihnen nun zum Thema Schluckauf (Latein: Singultus) nützliche Hilfe bei der Aufklärung leisten.

Was ist ein Schluckauf?

Ein Schluckauf wird lateinisch auch als „Singultus“ bezeichnet, was so viel wie „Röcheln“ oder „Schluchzen“ bedeutet. Ein umgangssprachlicher Begriff dafür ist auch das „Hicksen“, welcher auf den Laut zurückgeht, den die betroffene Person bei einem Schluckauf erzeugt.

Erzeugt wird das Hicksen durch eine Kontraktion des Zwerchfells, welche reflexartig stattfindet und von der betroffenen Person nicht kontrolliert werden kann. Gleichzeitig wird die Einatmung für eine sehr kurze Zeit unterbrochen. Grund dafür ist ein Stimmlippenverschluss. Durch den Stimmlippenverschluss wird der charakteristische „hicksende“ Ton erzeugt.

Ein Schluckauf kann bei Menschen in jedem Alter auftreten. Sogar Embryos im Bauch der Mutter können bereits einen Singultus bekommen. Selbst in der Tierwelt ist das Hicksen nicht ungewöhnliches.


Die Ursachen

Schluckauf-Beschwerden haben bei Menschen sehr unterschiedliche Ursachen. Die Auslöser können ganz harmlos sein; in seltenen Fällen aber auch krankhaft.

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Oft kommt es durch kalte und / oder kohlensäurehaltige Getränke zum Hicksen

Zu den harmlosen Auslösern zählen:

  • kalte und/oder kohlensäurehaltige Getränke
  • scharfes Essen
  • schnell gegessene Mahlzeiten
  • Alkohol

Bei einer schnell gegessenen Mahlzeit kann ein Hicksen auftreten, weil es zu einer raschen Dehnung des Magens kommt. Kohlensäurehaltige oder kalte Getränke sowie scharfes Essen können einen ähnlichen Effekt auslösen. Beim Alkohol kommt es zu vegetativen Veränderungen. Dies kann ebenfalls einen Singultus auslösen.

Zu den krankhaften Auslösern zählen:

  • Prostatakarziom
  • gestörtes Zentralnervensystem
  • Störungen rund um das Zwerchfell
  • Störungen am Nervus phrenicus

Ein Prostatakarziom wird auch Prostatakrebs genannt und ist eine bösartige Tumorerkrankung an der Prostata. Ein gestörtes Zentralnervensystem kann mehrere Ursachen haben, wie ein Hirntumor, ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Subarachnoidalblutung.

Am Zwerchfell können Störungen durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden:

Die genannten Erkrankungen können für den Patienten sehr gefährlich werden. Deshalb sollte man immer wiederkehrenden Schluckauf, der nicht auf einer harmlosen Ursache beruht ernst nehmen und von einem Arzt untersuchen lassen.

Meist treten bei den krankhaften Auslösern noch weitere Beschwerden auf, wie lokale Schmerzen oder Unwohlsein.


Diagnose & Verlauf

Die Diagnose eines Singultus kann normalerweise jeder Allgemeinarzt stellen. Wie lange der Schluckauf bei einer Person anhält, hängt von der jeweiligen Person ab.

Hat der Singultus einen harmlosen Auslöser, verschwindet er meist nach kürzester Zeit von alleine wieder. Dabei ist die Diagnose des Schluckaufs einfach, da der Patient in periodischen Abständen einen „Hicks-„-Ton von sich gibt.

Chronischer Schluckauf

Anders sieht es bei chronischem Schluckauf aus. Ein chronischer Singultus, oder ein Schluckauf, der ohne Grund immer wieder auftritt, kann eine krankhafte Ursache haben. Erkrankungen am Magen oder manchmal am Gehirn sind typische Gründe für eine chronische Schluckauferkrankungen. In sehr seltenen Fällen findet man auch keine Ursache für chronische Schluckauferkrankungen.


Daten & Häufigkeit

Diagnosedaten und Statistiken zur Häufigkeit

Ein normaler Singultus tritt sehr häufig auf und meist erlebt jeder Mensch mehrmals im Leben einen Schluckauf. Doch genauso schnell wie das Hicksen auftritt ist er in der Regel ebenfalls wieder vorbei. Babys und Kleinkinder haben oft Schluckauf; im Vergleich zu Erwachsenen bis zu 3000 Mal mehr. Gleichzeitig ist es keine Seltenheit, wenn Babys ein oder zwei Mal am Tag an Hicksen leiden.

Ein chronischer Schluckauf ist im Gegensatz zum normalen Hicksen sehr selten. Der längste Singultus, den ein Mensch jemals hatte, dauerte 68 Jahre; vom Jahr 1922 bis zum Jahr 1990. Ansonsten dauert ein chronischer Singultus über Tage, Wochen oder Monate. Mehrere Jahre ist nicht sehr häufig.

Gerade ein chronischer Schluckauf verursacht meist eine erhebliche Lebensbeeinträchtigung. Schlafstörungen und Depressionen können dadurch ausgelöst werden.


Komplikationen

Ein chronischer Singultus, oder ein Schluckauf, der ohne Grund immer wieder auftritt, kann eine krankhafte Ursache haben. Erkrankungen am Magen oder manchmal am Gehirn sind typische Gründe für eine chronische Schluckauferkrankungen. In sehr seltenen Fällen findet man auch keine Ursache für chronische Schluckauferkrankungen.

Schluckbeschwerden (Dysphagie), Schluckauf

Ein chronischer Schluckauf kann zu Komplikationen wie dem Einatmen der Nahrung oder der Reizung des Halses führen

Gerade ein chronischer Schluckauf verursacht meist eine erhebliche Lebensbeeinträchtigung. Schlafstörungen und Depressionen können durch einen chronischen Singultus ausgelöst werden. Aber auch die Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeiten kann hierdurch erheblich erschwert werden. Dies kann wiederum zu Mangelerscheinungen und einer Austrocknung führen.

Eine weitere Komplikation stellt das versehentliche einatmen von Nahrung in die Lunge dar. Hierdurch kann es ferner beispielsweise zu einer Aspirationspneumonie kommen. Darüber hinaus kann der hochgewürgte Magensaft verschluckt werden, was zu Übelkeit, Erbrechen und einer zusätzlichen Reizung der Atemwege führen kann.

Kommt es langfristig immer wieder zu Schluckauf, werden dadurch auch die Schleimhäute von der Speiseröhre belastet. Dies erhöht wiederum das Risiko für Rachenraumentzündungen und Sodbrennen aber auch für Tumore. Kommt es nach einer Operation zu einem Singultus, kann die Wunde dadurch wieder aufreißen.

Wann zum Arzt?

Wann sollte man aufgrund von Schluckauf zum Arzt gehen?

Kommt es ab und an zu einem Hicksen ist das absolut kein Grund zur Sorge. Generell sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn der Schluckauf über einen längeren Zeitraum nicht verschwindet, oder man sehr häufig hartnäckiges Hicksen hat. Denn dann kann der Singultus ein Indiz für eine andere Erkrankung sein. Dauert das Hicksen etwa zwei Tage am Stück an, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Darüber hinaus sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn weitere Symptome wie etwa Sodbrennen, Schwindel, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder gar Gelbsucht hinzukommen. Weitere Warnzeichen sind Erschöpfungsgefühle, ein Anschwellen des Halses und ein Gewichtsverlust.


Behandlung & Therapie

Medizinisch lässt sich sehr wenig gegen das Hicksen machen. Meist hilft nur abwarten, bis der Singultus wieder verschwunden ist. Hat der Schluckauf eine krankhafte Ursache, dann verschwindet er meist, wenn die Ursache der Krankheit beseitigt wurde.

Kurzer Schluckauf
Ein normaler, kurzer Singultus verschwindet meist nach spätestens einer Stunde, manchmal dauert er auch nur wenige Minuten. Deshalb muss so ein Hicksen nicht vom Arzt behandelt werden. Zusätzlich ist ein kurzer Schluckauf auch keine gesundheitliche Beeinträchtigung für den Patienten.

Chronischer Schluckauf
Anders verhält es sich beim chronischen Schluckauf. Medikamentös gibt es nur wenige Empfehlungen gegen chronischen Singultus.

Behandlung Sedierung, Schluckauf

Die Behandlung mit Medikamenten ist nicht immer erfolgsversprechend
Shutterstock / Shidlovski

Zu den verwendeten Medikamenten gehören:

  • Diazepam
  • Sedativa
  • Spasmolytikum Baclofen
  • Prokinetika
  • Neuroeleptika
  • Protonenpumpenhemmer

In medizinischen Fachliteraturen werden außerdem Behandlungen durch rektale Massagen oder durch Cannabis beschrieben. Diese sind aber umstritten. Auch eine japanische Heilmethode, das Kappō soll gegen chronischen Schluckauf helfen. Wissenschaftlich belegt ist dies aber nicht.


Schluckauf vorbeugen

Vorbeugung & Prävention

Es gibt nicht viele Möglichkeiten, um einen Schluckauf vorzubeugen. Wenn der Patient weiß, dass häufig ein Singultus nach kalten oder kohlesäurehaltigen Getränken auftritt, dann sollten diese gemieden werden. Auch langsames Essen kann dabei helfen dem Hicksen vorzubeugen.

Generell sollten Personen, die häufig an einem Hicksen leiden, beim Essen aufpassen. Sie sollten also hastiges Herunterschlucken vermeiden, während des Essens nicht reden und nichts trinken sowie generell auf kalte und / oder kohlensäurenhaltige Getränke verzichten.


Hilfreiche Hausmittel

Alternative Behandlungsmethoden und Hausmittel gegen Schluckauf

Es gibt viele Hausmittel und alternative Heilmittel, um einen Schluckauf zu vertreiben. Nicht alle Varianten helfen bei jeder Person.

Kontrollierte Atmung
Bei manchen Personen hilft es, bewusst und kontrolliert zu atmen und dabei die Atmung zu verlangsamen. So kann sich das Zwerchfell entspannen und meist verschwindet dann der Schluckauf von ganz alleine.

Erschrecken

Manchmal verschwindet das Hicksen auch, wenn die betroffene Person erschreckt wird. Dabei ist das Überraschungsmoment besonders wichtig.

Nachdenken
Auch das gezielte Nachdenken kann einen Schluckauf verschwinden lassen. Dafür wird die betroffene Person gezielt gefragt, was die betroffene Person vor einem Tag gegessen hat (morgens, mittags, abends). Nachdem die betroffene Person geantwortet hat, wird gefragt, was es vor zwei Tagen zu essen gab. Dies wird so lange fortgeführt, bis der Singultus weg ist. Durch das gezielte Nachdenken, werden die Gedanken vom Hicksen weg auf etwas Anderes gelenkt.

Luft anhalten oder ein Glas Wasser trinken
Einen positiven Effekt auf den Singultus kann auch einfaches Luft anhalten haben. Dafür hält der betroffene solange wie möglich die Luft an. Klappt dies nicht, ist auch das Trinken eines Glases mit Wasser möglich. Dabei wird das Glas in einem Zug leer getrunken. Dadurch wird ein ähnlicher Effekt wie beim bewussten Luft anhalten erzielt.

Bewusstes Schlucken
Auch bewusstes Schlucken kann dabei helfen, einen Schluckauf loszuwerden. Dabei konzentriert sich die betroffene Person, genau dann zu schlucken, wenn der Singultus kommt. Dies benötigt meist ein wenig Übung. Durch die Konzentration auf das Schlucken verschwindet meist das Hicksen ganz von alleine.

Zitrone
Manchmal hilft es auch einfach, bei einem Hicksen an einer Zitrone zu lutschen. Der Vorgang kann mehrmals durchgeführt werden.

Im Ratgeber Hausmittel gegen Schluckauf finden Sie hilfreiche Informationen wie:


Alternative Medizin

Naturheilkunde und alternative Heilmittel

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Gegebenenfalls kann eine Akupunktur gegen einen Singultus helfen

Es gibt auch alternative Heilmittel, die gegen einen Singultus helfen. Dazu zählen:

  • Akupressurbehandlung
  • Homöopathische Mittel
  • Akupunktur

Alternative Heilmittel sind vor allem dann eine gute Lösung, wenn das Hicksen auch über einen längeren Zeitraum hinweg nicht verschwindet.

Bei der Akupressurbehandlung kann entweder durch einen Fachmann oder einfach von der betroffenen Person selbst durchgeführt werden. Es gibt zwei verschiedene Stellen die bei einem Singultus helfen sollen. Bei den Schlüsselbeinen gibt es eine leichte Vertiefung. In diese Vertiefung wird mit den Fingern hineingedrückt. Die zweite Stelle liegt unter der Kniescheibe. An dieser Stelle presst man mit dem Finger auf den Knochen.

Eine Akupunktur hilft ebenfalls gegen das Hicksen. Da bei der Akupunktur die Nadeln nur wirksam sind, wenn sie an der richtigen Stelle platziert werden, ist für die Durchführung der Akupunktur unbedingt ein Fachmann oder eine Fachfrau erforderlich.

Der Hegu Di. 4 Punkt hilft besonders bei einem Singultus. Bei einer Akupunktur- Behandlung sind in der Regel mehrere Sitzungen erforderlich, um ein zufriedenstellendes Resultat zu erzielen. Erwärmte Nadeln können den Behandlungserfolg aber beschleunigen.

Es gibt mehrere homöopathische Mittel, die bei einem Schluckauf helfen können. Dazu zählen Stramonium, Mercurius solubilis, Natrium chloratum und Cocculus. Die Vorschriften für die Einnahme können sich zwischen den einzelnen homöopathischen Mitteln unterscheiden.

  • Einen ausführlichen Ratgeber zu Globulis gegen Schluckauf finden Sie hier.
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