Cefpodoxim

Cefpodoxim ist ein Antibiotikum, welches gegen sämtliche bakterielle Infektionen eingesetzt wird. Dabei stellt der Wirkstoff eine modernere Generation der Antibiotika dar.

Typischerweise erfolgt die Einnahme oral über Tabletten oder Suspensionen. Zu den typischen Nebenwirkungen Hautausschläge, allergische Reaktionen sowie Appetitlosigkeit.

Doch, was ist Cefpodoxim eigentlich, wie wirkt das Antibiotikum und gegen welche Beschwerden wird es eingesetzt? Diese und weitere Fragen werden nachfolgen umfangreich beantwortet.

CefpodoximWas ist Cefpodoxim?

Cefpodoxim stammt aus der Gruppe der Cephalosporine und gehört dabei der 3. Generation der Wirkstoffgruppe an.

Diese werden typischerweise gegen akute und chronische bakterielle Infektionen mit Cefpodoxim-empfindlichen Erregern eingesetzt. Dies ist auch bei Cefpodoxim der Fall.

Somit dient der Wirkstoff gleich mehreren Zwecken: Dazu zählt unter anderem die Linderung von Infektionen und Entzündungen verschiedener Bereiche des Körpers. Weiterhin zählt dazu die Behandlung bestimmter Erkrankungen.

So wird Cefpodoxim nicht als allgemeines Antibiotikum eingesetzt, sondern bewusst bei bestimmten Beschwerden ärztlich verordnet.

Das Besondere an diesem Wirkstoff liegt darin, dass das Antibiotikum besser und effektiver gegen Bakterien ankämpft als viele Antibiotika der ersten und zweiten Generation aus der gleichen Wirkstoffgruppe.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Linderung von Infektionen in den Atemwegen sowie den Harnwegen
  • Entzündungen lindern (speziell im Rachen – und Mandelbereich)
  • Linderung von Entzündungen der Harnröhrenschleimhaut sowie von Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Behandlung von Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen
  • Bekämpfung von Streptokokken

Allgemeines

Allgemeines
NameCefpodoxim
Andere Namen(6R,7R)-7-{[(2Z)-2-(2-amino-1,3-thiazol-4-yl)-2-methoxyimino-acetyl]amino}-3-(methoxymethyl)-8-oxo-5-thia-1-azabicyclo[4.2.0]oct-2-ene-2-carboxylic acid
SummenformelC15H17N5O6S2
Wirkstoffklasseβ-Lactam-Antibiotika (Cephalosporin der 3. Generation)

Wirkungsweise

So wirkt Cefpodoxim

Über die orale Einnahme gelangt der Wirkstoff Cefpodoxim in den Blutkreislauf und somit letztendlich zu den Körperbereichen, in welchen eine Behandlung notwendig ist.

Hier sorgt das Antibiotikum für eine Beeinträchtigung des Aufbaus der bakteriellen Zellwand. Dadurch können keine weiteren Bakterien mehr entstehen, da sich die Bakterien nicht mehr spalten beziehungsweise quervernetzen können, um sich zu vermehren.

Außerdem destabilisiert der Wirkstoff dadurch die vorhandenen Bakterien, welche somit nicht mehr resistent genug gegen Umwelteinflüsse sind: Sie werden daher über die Zeit zerstört.

Cefpodoxim weist damit eine bakterielle Wirkung und auf sorgt für eine Zerstörung aller vorhandenen Bakterien.

Im Gegensatz zu anderen Antibiotika verhindert Cefpodoxim daher nicht nur die Vermehrung der Bakterien. Dies wiederum trägt zu einem schnelleren und effektiveren Kampf gegen die Bakterien bei.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Cefpodoxim

Nach der oralen Aufnahme des Wirkstoffs, welchet entweder über Tabletten oder über Suspensionen stattfindet, wird der Wirkstoff über die Darmschleimhaut aufgenommen.

So erreicht Cefpodoxim etwas 2 bis 3 Stunden nach der Einnahme eine Wirksamkeit. Diese liegt wiederum 2 1/2 Stunden später nur noch bei der Hälfte.

Das liegt daran, dass sich Cefpodoxim über die Nieren wieder abbaut und somit fast ausschließlich über das Urin ausgeschieden wird. Ausgeschieden über das Urin wird der Wirkstoff in unveränderter Form.


Anwendungsgebiete

Angewendet wird der Wirkstoff grundsätzlich zur Bekämpfung jeglicher Bakterien, welche Cefpodoxim-empfindlich sind. Die Behandlung erfolgt dabei meist über einen kurzen Zeitraum von nur wenigen Tagen oder Wochen.

Wann wird Cefpodoxim eingesetzt?

Cefpodoxim kann vielfältig gegen die verschiedensten Arten von Beschwerden eingesetzt werden.

Zu den Anwendungsgebieten zählen somit unter anderem Infektionen der oberen und unteren Atemwege, Lungenentzündungen, akute Bronchitis, chronische Bronchitis sowie Entzündungen des Mund – und Rachenraums.

Des Weiteren kann Cefpodoxim gegen verschiedene Hals-Nasen-Ohren-Infektionen eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Mittelohrentzündungen und Mandelentzündungen sowie Nasennebenhöhlenentzündungen und Schnupfen.

Weiterhin kann eine Anwendung von Cefpodoxim bei sämtlichen Geschlechtskrankheiten erfolgen, zu welchen beispielsweise auch Tripper gehört. Gegen Hautinfektionen und Infektionen des Urogenitaltraktes kann der Wirkstoff ebenfalls eingesetzt werden.


Richtige Anwendung

Behandelt werden Patienten mit Cefpodoxim nur unter einer ärztlichen Beratung im Voraus. Der behandelnde Arzt legt hier sowohl die Dosis als auch den Behandlungszeitraum fest.

Eine Selbstmedikation ist dabei ausgeschlossen und darf unter keinen Umständen erfolgen, da es sich um einen starken Wirkstoff handelt.

So wird Cefpodoxim angewendet

Die typische Dosis des Wirkstoffes liegt zwischen 100 und 200 mg. Eingenommen wird diese 2 mal pro Tag zu den Mahlzeiten. So liegt die maximale Tagesdosis wiederum bei 400 mg.

Die Behandlungsdauer mit Cefpodoxim hängt von den Beschwerden ab, welche mit diesem behandelt werden. In der Regel liegt diese aber zwischen 5 und 10 Tagen.

In jedem Fall muss die Behandlung mit dem Wirkstoff über den verordneten Zeitraum durchgeführt werden, denn wird diese zu früh beendet, so besteht die Möglichkeit, dass die Bakterien überleben.


Medikamente

Cefpodoxim steht als Wirkstoff in verschiedenen Medikamenten zur Verfügung. Diese unterscheiden sich in ihrer Wirkstoffkonzentration und in ihrer Form der Anwendung. Welches Medikament angewendet wird, wird stets vom behandelnden Arzt entschieden.

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Cefpodoxim?

  • Orelox Filmtabletten (100 und 200 mg)
  • Orelox Junior Suspension
  • Podomexef Filmtabletten (100 und 200 mg)
  • Podomexef Saft Suspension

Handelsnamen

Monopräparate

Monopräparate mit dem Wirkstoff Cefpodoxim sind unter den Handelsnamen Podomexef und Orelox bekannt. Außerdem gibt es zahlreiche Generika.


Indikationen

Für eine Behandlung mit dem Antibiotikum Cefpodoxim gibt es mehrere Indikationen: Dazu zählen unter anderem die Infektion der oberen und unteren Atemwege, eine akute oder chronische Bronchitis sowie eine Pneumonie.

Als weitere Indikationen gelten Hals-Nasen-Ohren-Infektionen wie Pharyngitis, Tonsillitis, Sinusitis und Otitis Media. Harnwegsinfektionen, Infektionen der Haut sowie der Weichteile und Geschlechtskrankheiten sprechen darüber hinaus für eine Behandlung mit dem Wirkstoff.


Gegenanzeigen

Wann darf Cefpodoxim nicht verwendet werden?

Die Einnahme von Cefpodoxim muss in einigen Fällen vermieden werden. Dies ist zum einen der Fall, wenn eine Allergie gegen den Wirkstoff – oder andere Beta-Lactam-Antibiotika vorliegt.

Gleiches gilt für eine Allergie oder Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil des Medikamentes, welches Cefpodoxim enthält. Wer an anderen Allergien oder Asthma leidet, sollte der Wirkstoff außerdem nur unter ärztlicher Rücksprache anwenden.

Gleiches gilt für ältere Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung, denn hier muss die Dosis unter Umständen angepasst werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft sollte eine Anwendung von Cefpodoxim vermieden werden, da das Antibiotikum in den Mutterkuchen gelangt und somit auch mit dem ungeborenen Kind in Berührung kommt.

Bei diesem kann der Wirkstoff zu Störungen in der Entwicklung führen. Während der Stillzeit stellt die Anwendung ebenfalls ein gewisses Risiko dar, denn der Wirkstoff gelangt in die Muttermilch und kommt somit mit dem Säugling in Berührung.

Zwar sind bisher keine Schädigungen des Säuglinges durch Cefpodoxim während der Stillzeit bekannt, dennoch sollte hier das Nutzen-Risiko-Verhältnis mit einem Arzt abgewägt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für Kinder ist das Antibiotikum Cefpodoxim grundsätzlich geeignet. Hier wird bis zu einem Alter von 12 Jahren jedoch die Dosis angepasst. Außerdem dürfen Säuglinge in den ersten 4 Wochen kein Cefpodoxim erhalten. Säuglinge mit einer eingeschränkten Nierenfunktion dürfen den Wirkstoff nicht bis zum 3. Monat einnehmen.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Cefpodoxim?

Als Antibiotikum birgt auch Cefpodoxim gewisse Risiken und Nebenwirkungen, welche sich mit der Anwendung bemerkbar machen können. Diese können sich je nach Wirkstoffmenge, Behandlungsdauer und Patient auf unterschiedliche Art und Weise bemerkbar machen.

Kommt es zu starken Nebenwirkungen oder treten Nebenwirkungen häufiger auf, so sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden.

Häufige Nebenwirkungen

Häufiger kommt es durch die Anwendung von Cefpodoxim zu allergischen Reaktionen, welche sich in Form von Hautveränderungen wie Hautausschlägen, Rötungen, Nesselsucht oder Hautblutungen bemerkbar machen.

Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen sowie Appetitlosigkeit, Blähungen und Durchfall lassen sich ebenfalls zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen zählen.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Gelegentlich kann die Einnahme von Cefpodoxim zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Blutarmut, Ohrensausen, nervlichen Missempfindungen, Schwindel, einem Anstieg von Leber-Enzymen, einem BlutBilirubin-Überschuss, Schwäche, Ermüdung und Unwohlsein führen.

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen

Äußerst selten kommt es durch eine Behandlung mit Cefpodoxim hingegen zu Nebenwirkungen wie Blutbildveränderungen, welche sich auf unterschiedliche Art und Weise zeigen können.

Ein BlutHarnstoff-Überschuss, ein Blut-Kreatinin-Überschuss, schwere Hautreaktionen, ein Wasseraustritt aus den Blutgefäßen, Bronchialkrämpfe, ein lebensbedrohlicher Schock, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung, eine Darmentzündung, eine Leberentzündung sowie eine Nierenfunktionsstörung können ebenfalls in sehr seltenen Fällen auftreten.


Wechselwirkungen

Natürlich schließt die Behandlung mit Cefpodoxim bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Medikamenten keine Wechselwirkungen aus. Wechselwirkungen, welche bei einer gleichzeitigen Anwendung bestimmter Medikamente auftreten können, sollten in jedem Fall ernst genommen – und vermieden werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Cefpodoxim?

Zum einen können einige Medikamente die Wirkung von Cefpodoxim abschwächen. Dies ist unter anderem bei der Einnahme von Magensäurehemmern der Fall.

Zum anderen kann die Wirkung von Cefpodoxim durch bestimmte Medikamente vollständig ausgesetzt werden. Dies ist bei Antibiotika der Fall, welche das Wachstum von Bakterien hemmen.

Daher sollte Cefpodoxim nicht gleichzeitig mit Wirkstoffen wie Tetrazyklinen, Sulfonamiden, Erythromycin oder Chloramphenicol eingenommen werden.

Weiterhin kann die gleichzeitige Einnahme von hochdosierten Diuretika aus der Gruppe der Schleifendiuretika sowie Wirkstoffen aus der Gruppe der Aminoglykosid-Antibiotika mit Cefpodoxim zu einer Nierenschädigung führen.

Nehmen Frauen gleichzeitig mit Cefpodoxim die Pille zur Verhütung ein, so kann deren Wirkung außerdem eingeschränkt werden.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Cefpodoxim zu beachten?

Bei der Einnahme von Cefpodoxim sollte dringend beachtet werden, stets den vorgeschriebenen Behandlungszeitraum sowie die Dosis einzuhalten. Abweichungen können zu starken Nebenwirkungen und Folgewirkungen führen.

Außerdem sollte Cefpodoxim nicht mit den zuvor erwähnten Medikamenten eingenommen werden. Über die Einnahme anderer Medikamente während der Behandlung mit Cefpodoxim sollte grundsätzlich der behandelnde Arzt informiert werden. Unter Umständen muss die Dosis hier angepasst werden.

Weiterhin sollte beachtet werden, dass die Dosis bei einer Nierenfunktionsstörung angepasst werden muss. Treten während der Einnahme von Cefpodoxim schwere Hautreizungen auf, so muss der Wirkstoff außerdem sofort abgesetzt werden.

Der behandelnde Arzt ist darüber zu informieren. Gleiches gilt, wenn schwere Durchfälle durch die Einnahme von Cefpodoxim entstehen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Cefpodoxim

Sämtliche Medikamente, welche das Antibiotikum Cefpodoxim enthalten, sind verschreibungspflichtig und können daher nur unter Vorlage eines Rezeptes in der Apotheke erworben werden.


Geschichte

Seit wann ist Cefpodoxim bekannt?

Schon 1945 wurde das erste Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine entwickelt. Zu dem Zeitpunkt viel das Antibiotikum noch schwach aus und wurde in einem Schimmelpilz entdeckt.

Über die Jahre wurden die Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine jedoch stets weiterentwickelt, sodass diese effektiver wurden. Dies führte dazu, dass Cefpodoxim 1991 in Europa zur Behandlung zugelassen wurde und zunächst patentiert war.

Da der Wirkstoff mittlerweile jedoch keinem Patent mehr unterliegt, gibt es zahlreiche Generika.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Es sollte bei der Anwendung von Cefpodoxim beachtet werden, dass eine langfristige Behandlung unter Umständen zu Zweitinfektionen führen kann, welche sich in Form von Pilzen oder Vitamin-Mangelerscheinungen zeigen können.

Folgen sind zum Beispiel Blutungen, Entzündungen von Mundschleimhaut, Zunge, Nerven sowie Appetitlosigkeit. In diesem Fall sind von dem behandelnden Arzt Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Weiterhin kann es durch die Einnahme von Cefpodoxim zu einer Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens kommen, welche von einem Blutdruckabfall oder Schwindel ausgelöst werden kann.

Zwar kommt es nur selten dazu, allerdings sollte trotzdem beachtet werden, dass die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen darunter zu einem Risiko werden kann.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Cohen R. Clinical efficacy of cefpodoxime in respiratory tract infection. J Antimicrob Chemother, 2002, 50 Suppl, 23-7 Pubmed
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, D, USA)
  • Chocas E.C., Paap C.M., Godley P.J. Cefpodoxime proxetil: a new, broad-spectrum, oral cephalosporin. Ann Pharmacother, 1993, 27(11), 1369-77 Pubmed

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