Glaubersalz

Ursprung und Entwicklung des Glaubersalzes

 

glaubersalz behandlungGlaubersalz, von seiner chemischen Struktur als Natriumsulfat, Natrium Decahydrat oder schwefelsaures Natron bekannt, wurde bereits in den Jahren 1650 bis 1660 vom deutschen Mediziner und Chemiker Johann Rudolph Glauber aus Schwefelsäure und Kochsalz hergestellt.

Diese Substanz wurde vorrangig für medizinische Zwecke verwendet. Johann Rudolph Glauber bezeichnete das heutige Glaubersalz als Mirabili oder als Sal mirabilis. Glaubersalz ist zudem bis in die Gegenwart ein bedeutsames Naturheilmittel geworden, das in zahlreichen natürlichen Mineralwässern vorkommt.

Neben dem sogenannten Bittersalz lassen sich mit Glaubersalz auch gegenwärtig verschiedene naturheilkundliche Therapien unterstützen. Insbesondere zur Reinigung des Darms kann das Glaubersalz während des Heilfastens genutzt werden. Interessierte Patientinnen und Patienten können das Glaubersalz in Apotheken und Reformhäusern kaufen.

 

Durchführung und Wirkungsweise des Glaubersalzes

 

– Mit Glaubersalz lässt sich ein abführender Effekt erzielen. Gerade dann, wenn das Fasten beginnt, ist Glaubersalz daher ideal, um eine Entschlackung des Darms durch eine komplette Entleerung des Darms vorzunehmen. Je nachdem, welche Angaben über die Dosierung des Glaubersalzes auf der Packung beziehungsweise im Beipackzettel stehen, werden etwa 7 bis 22 Gramm je Einnahme vorgegeben. Das entspricht ungefähr einem Volumen von einem bis drei gehäuften Teelöffeln. Aufgelöst wird das Glaubersalz in ungefähr 250 bis 300 Milliliter warmem Wasser. Einfach hineingeben, kurz umrühren. Da Glaubersalz einen sehr bitteren Geschmack hat, können einige Tropfen frischer Orangen- oder Zitronensaft zugefügt werden.

 

– Bei einer Behandlung mit Glaubersalz unter ärztlicher Kontrolle wird eine Dosierung von 40 Gramm auf maximal 750 Milliliter Wasser angeraten. Menschen mit einem normalen Körpergewicht sollten 30 Gramm auf 500 Milliliter Wasser einnehmen. Für Patienten mit Übergewicht oder regelmäßiger Verstopfung ist eine konzentrierte Lösung von 40 Gramm Glaubersalz in 250 Milliliter Wasser vorteilhaft.

 

– Die Wirkung des Glaubersalzes, das ein sogenanntes osmotisch wirkendes Salz ist,  tritt nach zirka einer halben bis zwei Stunden ein. Im Verdauungstrakt wird das Glaubersalz etwa sechs bis acht Stunden gehalten. Um die Effekte des Glaubersalzes zu unterstützen, ist körperliche Bewegung günstig. Das kann beispielsweise bei einer schwachen Dosierung der Fall sein.

 

– Die enorme abführende Wirkung des Glaubersalzes kann so erklärt werden, dass der Organismus bestrebt ist, die aufgenommene Salzmenge zu verdünnen. Charakteristisch für die Osmose ist, dass zwei Flüssigkeiten mit einer unterschiedlichen Salzkonzentrationen immer bestrebt sind, ein Gleichgewicht der jeweiligen Salzanteile zu erzielen. Ein unmittelbares Mischen kann durch die Darmwand aber nicht gewährleistet werden. Durch den zunehmenden Austritt von Wasser aus der Darmwand kommt es zu einer Ansammlung von Wasser im Inneren des Darms, was zu einem Verdünnungseffekt führt. Durch diese große Wassermenge im Darm wird eine gründliche durchfallartige Stuhlentleerung verursacht.

 

– Glaubersalz dient als Schüssler Salz Nr. 10 zum Entschlacken und zur Anregung der Stoffwechseltätigkeit. Diese Substanz ist unerlässlich, wenn eine Fastenkur geplant ist. Mit Glaubersalz ist es möglich, den Organismus schnell und auf einfache Art und Weise von Schadstoffen und Giften zu befreien.  und

 

– Das Glaubersalz ist kristallin und relativ grobkörnig. Es zeichnet sich durch eine weiße Farbe oder eine farblose Beschaffenheit aus. Glaubersalz ist gut in Wasser löslich. Der Geschmack ist salzig, etwas bitter. In Apotheken ist Glaubersalz in verschiedenen Formen käuflich. Die aus Glaubersalz hergestellten Zubereitungen werden als abführende Salzmischung, als katarrhlösende Salzmischung und als natürliche Version als Emser oder Karlsbader Salz präsentiert.

 

– Das Glaubersalz kann sowohl zum Fasten als auch zum kurzzeitigen Behandeln von hartnäckigen Verstopfungen genutzt werden. In manchen Kliniken und Krankenhäusern ist Glaubersalz das Mittel der Wahl, um den Darm vor einer Darmspiegelung möglichst nebenwirkungsfrei zu entleeren. Es gibt aber ebenfalls abführende Arzneimittel beziehungsweise Laxanzien oder Laxativa, in denen das Glaubersalz bereits in einer genau festgelegten Konzentration enthalten ist. Das Glaubersalz ist hauptsächlich in der Naturheilkunde angesiedelt und spielt eine große Rolle im Zusammenhang mit Naturheilverfahren.

 

Glaubersalz hilft gegen:

 

Das Glaubersalz nimmt unter den homöopathischen Arzneimitteln eine zentrale Stellung ein. Viele Menschen schwören auf Glaubersalz als Abnehmhilfe. Begründet werden kann dieser Aspekt durch die abführende Wirkung des rezeptfreien Naturprodukts, in dessen Folge das Hungergefühl beim Heilfasten und bei einer Gewichtsreduzierung geschwächt wird.

 

Glaubersalz ist von Nutzen, wenn oral in den Körper gelangte Gifte über den Darm ausgeschwemmt werden sollen. Außerdem dient Glaubersalz in vielen Vergiftungsfällen als Antidot oder Gegengift. Glaubersalz ist ein Inhaltsstoff unterschiedlichster Mittel, die Schleim lösen und die als Zahnpasten oder Mundspülungen erhältlich sind.

 

Glaubersalz fördert stärkt:

 

  • Entgiftung des Darmes
  • Darmgesundheit
  • Stärkung der Immunabwehr im Zusammenhang mit dem Fasten
  • das Ausschleusen überschüssiger Pilze und Bakterien aus dem Darm
  • Verdauung
  • Gleichgewicht zwischen schädlichen und nicht schädlichen Bakterien im Darm
  • Organe wie Leber, Magen-Darm-Trakt und Gallenblase

Mit Glaubersalz lassen sich zahlreiche positive Nebenwirkungen erzielen, die zu einer Besserung des Wohlbefindens und der Gesundheit beitragen. Allerdings ist Glaubersalz nicht geeignet, um eine chronische Verstopfung zu behandeln, weil dabei regelmäßig in hohem Umfang aus dem Körper abgeführt wird.

 

Risiken und Nebenwirkungen des Glaubersalzes:

 

  • Verschiebungen im normalen Elektrolytverhältnis beziehungsweise im Mineralstoffhaushalt im Darm
  • Muskelkrämpfe, Trübung des Bewusstseins
  • Störungen des Herzrhythmus, Dehydratation oder Austrocknung
  • Herz- oder Nierenversagen bei älteren Menschen
  • Dehydratation oder Austrocknung mit Instabilität des Kreislaufs
  • Bauchkrämpfe, Blutungen im Darm sowie Erbrechen (bei zu hoher Dosierung)
  • schnelle Darmentleerung mit wässrigem Durchfall
  • Ödeme beziehungsweise Wasseransammlungen im Körper
  • Schädigung der Nieren
  • Überschuss von Natrium im Körper
  • Muskellähmung und massive Kopfschmerzen
  • Darmträgheit bei zu häufiger Anwendung

Das Glaubersalz ist durchaus ein adäquates Mittel, wenn es darum geht, gezielt und symptomatisch eine Verstopfung zu bekämpfen. Ganz frei von Nebenwirkungen ist diese Substanz aber nicht. Gerade Menschen, die durch Vorerkrankungen geschwächt sind, sollten von der Einnahme des Glaubersalzes zunächst absehen. Das Arzneimittel führt zudem drastisch ab, was für den Körper in diesem Moment eine extreme Belastung darstellen kann. Um diese ein wenig zu minimieren, sollte während des gesamten Abführprozesses reichlich Wasser getrunken werden. So lässt such eine Dehydratation vermeiden.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen des Glaubersalzes:

 

Glaubersalz kann unter Umständen die Wirkung anderer Arzneistoffe beeinträchtigen. Dazu gehören Antibiotika gegen bakterielle Keime, die Verhütungspille und Blutdruckmittel. Kinder sollten ebenfalls kein Glaubersalz einnehmen.

 

Wer behandelt mit Glaubersalz?

 

Medikamente wie Glaubersalz, die auf natürlichen Inhaltsstoffen basieren, werden auch in der Schulmedizin eingesetzt. Sie gelten daher nicht nur beim Abführen als Mittel der Wahl, sondern ebenfalls im Rahmen der Vorbereitung endoskopischer Darmuntersuchungen.

 

Unser Fazit

 

Wenn die beim Glaubersalz angegeben Informationen beachtet werden und kein Missbrauch betrieben wird, ist dieses Naturheilmittel ohne Weiteres anzuwenden. Wichtig ist es dabei, auf den eigenen Körper zu achten und die Anzeichen gut zu beobachten, um eventuellen Komplikationen aus dem Weg zu gehen.

 

Nicht selten sind Anwender des Glaubersalzes enttäuscht, weil die abführenden Effekte weniger intensiv ausfielen, als beabsichtigt. Eine Begründung ist in diesen Fällen oft eine zu häufige Einnahme des Abführmittels. Das Trinken der Glaubersalzlösung ist häufig mit einem Würgereiz verbunden, sodass eine starke Überwindung gefragt ist. Patienten, denen diese Überwindung fehlt, können sich andere Alternativen suchen.

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