Hashimoto-Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis

Was ist die Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Hashimoto-Thyreoditis wird aufgrund ihres häufigen Vorkommens und ihrer Verbreitung auch als Volkskrankheit bezeichnet.

Hinter dieser Erkrankung verbergen sich gesundheitlichen Einschränkungen, die sich auf die Struma, volkstümlich auch Schilddrüse, beziehen. Die Hashimoto-Thyreoiditis wird in der Medizin als Autoimmunerkrankung deklariert. Weitere lateinische Fachbegriffe, die für die Hashimoto-Thyreoiditis verwendet werden, sind unter anderem Ord-Thyreoditis oder Struma lymphomatosa Hashimoto.

Ein weiteres, teilweise für medizinische Laien aussagekräftiger Begriff für die Hashimoto-Thyreoiditis ist (chronische) lymphozytäre Thyreoditis. Noch einfacher ist die Hashimoto-Thyreoiditis als Schilddrüsenentzündung zu verstehen.

Ursachen

Medizinische Forschungen, die sich intensiv mit der Hashimoto-Thyreoiditis haben bislang noch nicht dazu geführt, dass die ursächlichen Auslöser für dieses Krankheitsbild eindeutig erkannt werden konnten. Vermutet wird, dass die Ursachen für die Hashimoto-Thyreoiditis mehrschichtig sind.

In der Diskussion stehen gegenwärtig Faktoren wie:

  • genetische Disposition
  • psychischer Stress
  • schwere virale Erkrankungen, die
  • Fehlfunktionen der Nebennierenrinde
  • Einflüsse aus der Umwelt
  • Mikrochimerismus
  • PCO-Syndrom

Darüber hinaus werden Zusammenhänge mit einer übermäßigen Aufnahme von Jod angenommen.

Beim Mikrochimerismus überleben Zellen im Organismus, die eigentlich nicht körpereigen sind. Häufig sind das fetale Zellen, die noch nach der Geburt in der Mutter nachgewiesen werden können.

Das sogenannte PCO-Syndrom kommt überwiegend bei geschlechtsreifen Frauen vor. Es basiert auf einer Störung des Stoffwechsels. Ein anderer Begriff für das PRO-Syndrom ist polyzystisches Ovar (an den Eierstöcken manifestierte Zysten).

Schwerwiegende, durch virale Erreger ausgelöste Erkrankungen, die bei der Entstehung der Hashimoto-Thyreoiditis eine Rolle spielen, sind beispielsweise die Gürtelrose und das Pfeiffersche Drüsenfieber.

Symptome und Anzeichen der Hashimoto-Thyreoiditis

Die Diagnostik einer Hashimoto-Thyreoiditis wird leider durch die Vielzahl an Krankheitszeichen erschwert. Die betroffenen Patientinnen schildern dem Arzt mehrere Symptome, die teilweise recht unspezifisch sind.

Dazu gehören zum Beispiel:

Bleiben diese Anzeichen unbehandelt, kommt es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Diese geht mit Beschwerden einher, wie beispielsweise:

Hinzu kommen Schmerzen der Gelenke, eine Vergrößerung des Herzens sowie Verhärtungen der Muskeln und eine Schwächung der Muskulatur, um noch einige weitere Anzeichen zu nennen.

Diagnose und Krankheitsverlauf der Hashimoto-Thyreoiditis

Um möglichst und schnell und gezielt eine Diagnose stellen zu können, führen die Fachärzte mehrere diagnostische Maßnahmen durch. Diese stellen sich so dar, dass die Betroffenen zunächst einer umfangreichen Anamnese unterzogen werden. Diese wird durch medizinische Verfahren wie labortechnische Untersuchungen erweitert. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Testung auf Antikörper wie TPO (TPO ist vermehrt) und TG sowie eine Blutsenkung. Beides sind Schilddrüsenantikörper.

Auch Hormonuntersuchungen von Hormonen der Hirnanhangsdrüse und der Schilddrüse sind sinnvoll. Wichtig ist, dass die Hormone der Hypophyse erhöht vorliegen, wohingegen ein spezielles Schilddrüsenhormone erniedrigt ist. Eindeutige Befunde können nach einer Feinnadelbiopsie, einer Entnahme von Gewebe unmittelbar aus der Schilddrüse erhoben werden. Diese Gewebeproben werden histologisch betrachtet.

Um einen angenommene Diagnose zu manifestieren, stehen außerdem bildgebende Verfahren wie der Ultraschall zur Verfügung. Mit dem zusätzlichen Ultraschall der Schilddrüse kann erkannt werden, ob eine Entzündung der Schilddrüse vorliegt. Für eine weitere Differentialdiagnose in Bezug auf die sogenannte Riedel-Struma, eine fibrosierend verlaufende Schilddrüsenentzündung setzen der Schilddrüsenspezialisten die Szintigrafie ein.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis werden zwei unterschiedliche Verläufe definiert. Das sind die Hashimoto-Thyreoditis und die Ord-Thyreditis. Beide Formen können sich als akute, subakute oder chronische Erkrankungen äußern. Ist die Schilddrüse entzündet, wird das von den Patientinnen erst durch eher unauffällige, nach und nach zunehmende Symptome wahrgenommen.

Besonders kritisch ist die chronische Hashimoto-Thyreoditis, mit einer partiellen oder kompletten Schädigung und Zerstörung der Schilddrüse einher geht. Diese führt wiederum zu einem Funktionsausfall der Schilddrüse oder zu einem Unterfunktion. Diese ist als Hypothyreose (Hypo- bedeutet unter-) bekannt.

Im Unterschied zu einer chronischen Hashimoto-Thyreoditis leiden die Frauen bei einer akuten Form zunächst unter:

  • Fieber nach einem voraus gegangenen Infekt
  • druckempfindliche Schilddrüse
  • Schwellung, Überwärmung und Rötung im Bereich der Schilddrüse
  • Schluckbeschwerden, heisere Stimme

In diesem Stadium schwellen die Lymphknoten des Halses an und die schmerzhaften Beschwerden sind meist bis hin zu Ohren fühlbar. Bei der subakuten Thyreoditis treten diese Symptome lediglich über einen längeren Zeitraum hinweg auf. Es fehlen zudem die geschwollenen Halslymphknoten.

Anzumerken ist, dass die Hashimoto-Thyreoiditis so schwer sein kann, dass die Patientinnen sogar berufsunfähig werden können.

Behandlung und Therapie

Die therapeutische Vorgehensweise bei der Hashimoto-Thyreoditis richtet sich in jedem individuellen Fall nach dem jeweiligen Verlauf, nach den Symptomen und nach dem Schweregrad.

Die akute und subakute Variante der Schilddrüsenentzündung werden mit Bettruhe, kalten Umschlägen und Medikamenten wie Antibiotika und Kortisonpräparaten behandelt. Eine Heilung kann des Weiteren durch die Verschreibung von nicht-steroidalen Antirheumatika und Glukokortikoiden begünstigt werden.

Die folgenden Behandlungsmaßnahmen beziehen sich auf die schwere Form der Schilddrüsenentzündung, die Hiroshima-Thyreoditis. Diese chronische, immer wiederkehrende Erkrankung kann erstaunlicherweise bei einer kleinen Gruppe an Patientinnen von selbst ausheilen. In den überwiegenden Fällen kommen die erkrankten Frauen ohne eine intensive therapeutische Begleitung nicht aus. In der Gegenwart ist noch keine Therapieform bekannt, die eine Behandlung der eigentlichen Auslöser ermöglicht.

Lediglich die Symptome können gelindert oder beseitigt werden.

starke, anhaltende Schmerzen werden mit einer kurzfristigen Verabreichung von glukosehaltigen Medikamenten gemindert

Vermeidung einer Zerstörung der Schilddrüse ist mittels einer regelmäßigen Einnahme des Hormons Levothyroxin beziehungsweise L-Thyroxin lebenslang realisierbar

Anzumerken ist, dass insbesondere bei schwangeren Frauen diverse Risiken und Komplikationen bei einer Hashimoto-Thyreoditis bestehen. Diese leben mit unter einer erhöhten Gefährdung, eine Fehlgeburt zu erleiden.

Um eine endgültige Lösung dieses massiven gesundheitlichen Problems herbei zu führen, hat es sich bewährt, dass die Patientinnen sich einer operativen Entnahme der Schilddrüse unterziehen. Dieser operative Eingriff ist vor allen Dingen dann indiziert, wenn es im Laufe der Zeit zu einer starken Umfangszunahme der Schilddrüse gekommen ist.

Vorbeugung einer Hashimoto-Thyreoiditis

Die Prophylaxe einer chronischen Hashimoto-Thyreoditis ist kaum möglich.

Bedingt kann es hilfreich sein, sich vor Entzündungen im Rachenraum zu schützen, die von Bakterien hervorgerufen werden. Das können beispielsweise eine eitrige Angina oder eine Pharyngitis sein. Darüber hinaus sollte bestehende Virusinfektionen rechtzeitig und in ausreichendem Umfang therapiert werden. Unter dieser Voraussetzung kann einer Zweitinfektion der Schilddrüse und der Entstehung von Abszessen vorgebeugt werden.

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