Durchblutungsstörung

Steckbrief: Durchblutungsstörung

  • Name(n): Durchblutungsstörung
  • Art der Krankheit: Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Verbreitung: weltweit; in hoch entwickelten Indutrienationen
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1811
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: innere organische und äußere; umweltbedingte Einflüsse
  • Wieviele Erkrankte: ab dem 6. bis 7. Lebensjahrzehnt fast jeder zehnte Mensch
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Allgemeinmediziner;Kardiologe;Internist (Facharzt für Innere Erkrankungen)
  • ICD-10 Code(s): 173.9 Arterielle Durchblutungsstörung untere Gliedmaßen (Extremitäten); Zerebrale Durchblutungsstörung 167.8; Zerebrale Arteriosklerose 162.7); Venöse Durchblutungsstörung 187.2;

Cerebrum = Gehirn, Endhirn

Mannigfaltige Ausprägungen

Ohne eine einwandfreie, uneingeschränkte Blutversorgung können alle Bereiche des Organismus Schaden nehmen. Diese Tatsache trifft auf alle Zellverbände und Gewebe zu. Ist dieser komplexe lebensnotwendige Vorgang eingeschränkt, kann dies zu einer Unmenge an gesundheitlichen Defiziten führen.

Im Zuge der modernen Zeit nehmen die Durchblutungsstörungen leider immer weiter zu. Jeder betroffene Patient kann bereits durch relativ simple alltägliche Veränderungen stark auf die Vermeidung von Durchblutungsstörungen einwirken. Schon eine teilweise Wandlung von ungesunden Lebensgewohnheiten kann in diesem Zusammenhang ein längeres Leben und ein besseres Wohlbefinden gewährleisten.

Definition Durchblutungsstörungen

Bereits anhand der treffenden Bezeichnung, die für diese Erkrankung gewählt wurde, lässt sich erahnen, was dahintersteckt.

Eine Durchblutungsstörung oder Perfusionsstörung ist eine Behinderung der Blutversorgung des Organismus. Für die Bezeichnung Durchblutungsstörung wird die Abkürzung DBS gewählt. Charakteristisch für eine Durchblutungsstörung ist eine unvollständige Zirkulation des Blutes innerhalb de Gefäßsystems. Daraus ergibt sich eine mangelhafte Verteilung und Versorgung betroffener durchblutungsbedürftiger Körperzonen mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Reduziert oder komplett eingestellt ist zudem der Abtransport von Stoffwechselendprodukten der Zellen. Dabei handelt es sich auch um Kohlendioxid. Beide Substanzen wirken ab einer bestimmten Menge unter Umständen giftig und schädigen beim Verbleib die jeweiligen Gewebeareale, wenn sie nicht abgeleitet werden.

Diese Umstände treten ebenfalls ein, wenn es zu einer verzögerten Zufuhr von Nährstoffen und Sauerstoff sowie von Stoffwechsabfällen und Kohlendioxid geht.

Die Ursachen für eine Durchblutungsstörung sind recht umfassend. In Verbindung mit einer Durchblutungsstörung wird in der Medizin oftmals der Terminus Ischämie verwendet. Eine Ischämie ist eine Auffälligkeit (Minderdurchblutung), die vorwiegend die arteriellen (Arterien) Kreisläufe betrifft.

Was ist eine Durchblutungsstörung?

Eine Durchblutungsstörung kann sich im Laufe der Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand entwickeln. Innerhalb der verschiedenen Stadien nehmen die Krankheitszeichen (Symptome) stetig zu und verschlimmern sich. Kann das sauerstoffreiche und nährstoffreiche Blut nicht in ausreichendem Umfang zu den Zellen gelangen, wird von einer Durchblutungsstörung gesprochen.

Typisch für eine DBS ist entweder ein akuter (plötzlich, unerwartet, überraschend, heftig) oder ein chronischer (andauernd, anhaltend, wiederholt, dauerhaft) Verlauf. Grundsätzlich können dabei Beschwerden auftauchen, die sich sowohl auf die Gliedmaßen als auch auf den Herzmuskel, das Gehirn und weitere Organe wie die Niere, den Darm, die Augen und die Gliedmaßen beziehen. Das hängt davon ab, wie langwierig, wie ausgedehnt und wie weit fortgeschritten die Durchblutungsstörung ist.

Die Gefährdungen, die durch eine Durchblutungsstörung gegeben sind, enden unter Umständen in einem medizinischen Notfall, der nicht immer von allen Patienten überlebt wird. Nicht in jedem Fall stellt sich diese Situation sofort ein. Das kann dann geschehen, wenn die zuvor auftretenden gesundheitlichen Anzeichen nicht ernst genommen und über lange Zeit hinweg ignoriert werden. Dann kann sich der zuvor schleichende Verlauf einer Durchblutungsstörung in einen lebensgefährdenden Zustand verwandeln.

Die Lebensfähigkeit des Menschen ist von einem weit verzweigten Netz aus Blutgefäßen abhängig, das den gesamten Körper durchzieht. Durchblutungsstörungen können somit überall beobachtet werden. Mediziner klassifizieren die Patienten deshalb in mehrere Typen. So gibt es zu etwa 37 Prozent den Beckentyp mit Durchblutungsstörungen im Beckenbereich. Der Oberschenkeltyp ist mit beinahe 50 Prozent vertreten.

In der Praxis werden manche Durchblutungsstörung erst nach einem längeren Zeitraum, nach Monaten oder sogar nach mehreren Jahren erst wahrgenommen. Während dieser Phase können die Betroffenen durchaus noch gut mit den zutage tretenden Funktionsstörungen klar kommen. Ist das Allgemeinbefinden hin und wieder und eher nur wenig reduziert, wird diese Erscheinung häufig dem Wetter oder anderen Auslösern zugeschrieben. An eine Durchblutungsstörung denken die meisten Patientinnen und Patienten gar nicht sofort.

So kann beispielsweise ein Lebensbewältigung mit einem jahrelangen zu hohen Blutdruck durchaus möglich sein. Dem Körper tut diese Verhaltensweise jedoch nicht gut.

Die Risiken, an einer Durchblutungsstörungen zu erkranken, sind überaus vielgestaltig. Entscheidend für die Auswirkungen, die eine Durchblutungsstörung auf die Organe nimmt, ist die Bereitstellung von Sauerstoff. Einzelne Organe können nur extrem kurzzeitig ohne arterielles Blut und damit ohne Sauerstoffversorgung auskommen.

Andere Organsysteme benötigen ausreichend Sauerstoff sogar erst nach Stunden. Diese werden natürlich weniger unter einer Durchblutungsstörung leiden und weniger auffällige Krankheitszeichen verursachen. Im Gegensatz dazu kann ein über zehn Sekunden anhaltende Unterversorgung mit Sauerstoff im Endhirn eine Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht bedingen. Wird die Zufuhr von Sauerstoff binnen 20 Sekunden nicht wieder hergestellt, können die elektrischen Impulse im Gehirn nicht mehr weitergeleitet werden.

In der Hirnrinde werden dann bereits nach etwa drei Minuten Mangeldurchblutung erste Schädigungen an Gehirnzellen festgestellt. Nach etwa fünft Minuten mit einer Durchblutungsstörung im Gehirn ist ein Wachkoma die Folge. Nach zehn Minuten ist ein Mensch hirntot. Die Funktion des Hirns ist damit erloschen. Daran wird deutlich, wie gefährlich eine Durchblutungsstörung letztendlich sein kann, wenn sie nicht so bald wie möglich erkannt und therapiert wird.

Welche Ursachen gibt es?

Hinter einer Durchblutungsstörung steckt eine enorme Anzahl an Gründen. Sowohl in der Schulmedizin als auch in der alternativen Heilkunde sind folgende Ursachen anerkannt. Diese können leichte und schwerwiegende Leiden auslösen.

Zur Diagnostik (Krankheitsfindung, Krankheitserkennung, Zuordnung von Symptomen zu einer Krankheit) und zur Behandlung einer Durchblutungsstörung werden unter anderem folgende Kausalitäten herangezogen :

  • Verschluss innerhalb eines Blutgefäßes (Embolie)
  • Entzündungen in einem Gefäß (Vaskulitis)
  • Verkalkung eines Blutgefäßes (Arteriosklerose)

Diese Verursacher liegen direkt in den Arterien, Arteriolen, Venolen, Venen oder Kapillargefäßen vor. Besonders bedenklich sind sich daraus ergebende Durchblutungsstörungen, wenn die Arteriolen betroffen sind. Diese krankhaften Erscheinungen kommen nicht von allein. Sie können wiederum durch andere ungünstige Einwirkungen bedingt sein.

In der Gefäßheilkunde (Angiologie) werden die Ursachen für eine DBS daher nochmals unterteilt:

Im Einzelnen werden die bedeutendsten Ursachen für eine Durchblutungsstörung in den folgenden Abschnitten kurz umrissen.

Embolie
Die Embolie ist einer teilweisen oder einer vollständigen Verstopfung eines Blutgefäßes zuzuschreiben. Wandert ein Embolus durch den Blutkreislauf, kann es passieren, dass sich dieser an Engstellen in Arterien, Venen oder Kapillaren festsetzt. Dann ist der Blutfluss behindert oder ganz unterbrochen.

Ein Embolus ist ein sogenannter Gefäßpfropf, der sich als Thrombus (Thrombus ist eine Zusammenballung von Thrombozyten oder Blutplättchen; umgangssprachlich Gerinnsel), als Metastase (Tochterzelle) eines Tumors (Geschwulst), als große Fettzelle, als Gas oder als ein von „außen“ in das Kreislaufsystem eingedrungener Fremdkörper darstellt. Durch Verletzungen können Fettzellen aus dem Fettgewebe herausgelöst werden.

Ein Blutgerinnsel ist meist Störungen des Gerinnungsprozesses zuzuordnen. Nach einem Knochenbruch ist es möglich, dass winzige Segmente aus der Knochensubstanz von Röhrenknochen in den Blutkreislauf eindringen. Dann kommt es zu einer Knochenmarkembolie. Bei einer Gasembolie sind einzelne oder mehrere Blutgefäße durch eine Verlegung durch Luftblasen oder Gasblasen nicht mehr durchgängig.

Dringt Fruchtwasser in ein Blutgefäß ein, kann dieses das Gefäßlumen (Querschnitt, Volumen eines Blutgefäßes) beeinträchtigt sein, sodass eines zu einem Verschluss kommt. Metastasen und Tumorzellen sind in der Regel übergroße Zellen, die durch die Gefäße transportiert werden und diese verstopfen können.

Die Embolie ist ein plötzliches Ereignis, das immer eine Durchblutungsstörung und damit enorme Komplikationen verursacht.

Arteriosklerose
In diesem Synonym steckt die medizinische Formulierung Arterie. Das weist darauf hin, dass in diesen Prozess vorrangig die vom Herzen weg führenden, mit sauerstoffreichem Blut gefüllten Arterien involviert sind. Die Arteriosklerose bezieht sich vornehmlich auf das System der Schlagadern.

Kennzeichnend für eine Arteriosklerose ist die partielle oder komplette Sperrung des Blutdurchflusses. In den Arterien beziehungsweise an den inneren Zonen der Gefäßwände sind kalkige Schichten zu finden (Arterienverkalkung), die auch mit Plaque oder Belag benannt werden. Der Ursprung der Kalkbeläge liegt in Stoffwechselprodukten, die aus dem Fettabbau und Fettumbau stammen. Arteriosklerotische Verengungen sind häufig die Verursacher von Durchblutungsstörungen, Blutgerinnseln und von Embolien.

Eine Arteriosklerose wird durch eine ganze Reihe an Faktoren hervorgerufen:

  • Fehlfunktionen im Fettstoffwechsel
  • Zuckerkrankheit
  • Rauchen
  • Erkrankungen wie eine progressive (fortschreitende) systemische Sklerodermie mit einer Verhärtung der Bindehaut

Unter einer Arteriosklerose leiden hauptsächlich:

  • die Koronargefäße (Herzkranzgefäße)
  • die Aorta
  • die Halsschlagader
  • die Beinschlagader
  • die Beckenschlagader

Vaskulitis
Medizinische Termini mit der Endung -itis beschreiben immer eine Entzündung. Die
Angiitis
oder Vaskulitis fasst alle entzündlichen Reaktionen zusammen, die in Arterien, Arteriolen, Venolen, Venen und Kapillargefäßen beobachtet werden können.

Angenommen ist eine Vaskulitis, die durch auto-immunologische (gegen das eigene Immunsystem gerichtete) Vorgänge provoziert wird.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Eine arterielle Verschlusskrankheit ist dann diagnostizierbar, wenn der Gefäßquerschnitt in den Arterien durch eine Arteriosklerose reduziert ist. Infolge dessen bildet sich ein Ungleichgewicht zwischen dem Angebot an sauerstoffreichem Blut und dem Bedarf an Sauerstoff in den Gewebezellen. Tritt eine arterielle Verschlusskrankheit größtenteils an den Armen oder Beinen auf, dann handelt es sich um eine paK oder periphere arterielle Verschlusskrankheit.

Hypertonie
„Hyper“ heißt über, woraus sich in Kombination mit -tonie oder Tonus aus den Bezeichnungen Hypertonus. Hypertonie und Hypertension der Fachbegriff Hochdruck ergibt.

Bluthochdruck kann in Form von:

  • arterieller Hypertonie (übermäßiger Blutdruck in der Aorta, in den Arterien und in den Arteriolen)
  • portaler Hypertonie (übermäßig hoher Blutdruck im Pfortadersystem)
  • pulmonaler Hypertonie (übermäßig hoher Blutdruck im Lungenblutkreislauf)

festgestellt werden.

Pfortader = gehört zum Eingeweide-Blutkreislauf, aus der Pfortader entspringen zahlreiche Venen

Anhand dieser Darstellung ist ersichtlich, dass Durchblutungsstörungen durch sehr komplexe Abläufe bedingt sein können. Bestimmend sind hierbei die jeweils geschädigten Geweberegionen.

Auf die Mehrheit der Durchblutungsstörungen kann der Mensch einen direkten Einfluss nehmen. Aus den mannigfaltigen Ursachen resultieren zudem variierende Ausprägungen der Durchblutungsstörungen. Dieser Gesichtspunkt kann die die Ausschlussdiagnostik und die Differentialdiagnostik erschweren und die Betroffenen somit wertvolle Zeit kosten.

Symptome und Anzeichen

 

  • schwacher, im Notfall kein nachweisbarer Puls mehr (Pulsverlust)
  • Schmerzen in den minder durchbluteten Körperregionen
  • Hautblässe
  • Hautkälte, Schwarzwerden vor den Augen
  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen
  • Ohrensausen
  • Schwellung von Gelenken
  • rheumaähnliche Symptome
  • punktförmige Hauteinblutungen (Petechien)
  • Einschränkungen des Sehens, des Sprechens und des Gehens
  • Atemnot bei körperlicher Anstrengung
  • beengendes Gefühl oder Schmerzen (Angina pectoris) im Brustbereich
  • Missempfindungen
  • Herzstolpern
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Verwirrtheit
  • Nekrose oder Nekrobiosie (Absterben, Untergang von Gewebe)
  • Gangrän (Zerfall von Gewebe durch Selbstauflösung oder Verwesung)
  • Verlust der zeitlichen, räumlichen und personellen Orientierungsfähigkeit
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Einschränkungen der Empfindlichkeit (Sensibilitätsstörungen)
  • Lähmungen
  • Schwächung, Kraftlosigkeit der Muskulatur
  • Kreislaufschock

Diese Krankheitserscheinungen sind in einem geringen Ausmaß nicht allzu besorgniserregend. Nimmt deren Stärke und deren zeitlich Häufung allerdings zu, steckt eine manifestierte Durchblutungsstörung dahinter. Viele Menschen finden sich sogar über einen langen Zeitraum mit den Beschwerden ab und tolerieren diese monatelang oder jahrelang.

Einzelne Symptome werden sogar selbst behandelt. Das ist das große Problem, was die Gefährlichkeit von Durchblutungstörungen ausmacht.

Die Betroffenen erschrecken, wenn es zu intensiven Symptomen kommt, die nicht mehr als Bagatelle abgetan werden können.

Angina pectoris
Ab und an bemerkt sicher jeder Mensch ein Herzstechen bei einer immensen körperlichen Belastung oder bei enormer psychischer Aufregung. Obwohl sich dahinter auch schon eine Durchblutungsstörung verbergen kann, ist eine Angina pectoris ein wahrhaftiges Warnsignal. Darauf muss unbedingt reagiert werden.

Die Angina pectoris wird in Medizinerkreisen ebenfalls als eine bedrohlich wahrgenommene Brustenge definiert. Die Angina pectoris geht aus einer koronaren Herzkrankheit hervor, die sich durch eine Minderdurchblutung der Herzkranzgefäße ergibt. Die das Herz umschließenden Blutgefäße tragen durch eine Arteriosklerose eine Verringerung ihres Querschnitts (Verengung) davon. Eine weitere Kausalität liegt zwischen Angina pectoris, Ischämie (Mangeldurchblutung) und einem krampfartigen Zusammenziehens (Spasmus) der Koronargefäße und des Herzmuskels vor.

Die schmerzhafte Kontraktion des Herzmuskels sollte als Vorbote eines Herzinfarkts aufgenommen werden. Deshalb heißt es, unbedingt den Arzt konsultieren.

Nicht immer beziehen sich die krankhaften Anomalien bei einer Durchblutungssörung sofort auf den Herzmuskel. Diagnostische Untersuchungen weisen in den verschiedenen Stadien einer Durchblutungsstörungen auf pathologische Anzeichen an den Extremitäten hin. Im Vordergrund stehen die Beine.

Gangrän
Schlimm für die Patientinnen und Patienten mit einer Durchblutungsstörung ist es, wenn die Frage einer Amputation der unteren Gliedmaßem um Raum steht. Nicht minder schwerwiegend ist ein Gangrän. Das Gangrän ist gleichfalls eine Folgeerscheinung einer Durchblutungsstörung. Es wird zur Gruppe der Koagulationsnekrosen gezählt.

Eine Koagulationsnekrose bildet sich eigentlich nach längerer Zeit aus, wenn die vorangegangenen Veränderungen an einem Gewebe nicht erkannt und nicht therapiert werden. Die Zerstörung von Zellen und deren Basis, den körpereigenen Eiweißen (körpereigene Proteine) durch eine mangelhafte Zufuhr von Nährstoffen und Sauerstoff führt zum Absterben dieser Regionen.

Ein solcher Prozess kann anhand der stattfindenden Nekrosen (Zelltod, Gewebstod mit dem Freiwerden von Leichengiften), der deutlich sichtbaren Austrocknung und der Abnahme des Gewebevolumens (Schrumpfung) und der eindeutigen Verfärbung festgestellt werden. Diese Körperzonen werden schwarz und sind schmerzlos. Es gibt Fälle, in denen ein nekrotischer Zeh ohne Zutun eines Chirurgen regelrecht abgefault und abgefallen ist. Gangräne sind trotzdem behandlungsbedürftig.

Charakterisiert wird die Ausprägung eines Gangräns durch die feuchte und die trockene Gewebschäden. Trocken verlaufen das Raucherbein und der diabetische Fuß. Ein feuchtes Milieu mit einem entsprechenden Verwesungsgeruch und Eiter bildet beispielsweise das Ulcus cruris aus.

Des Weiteren ergeben sich in Abhängigkeit vom Stadium einer Durchblutungsstörung zusätzliche Folgeerkrankungen und Begleiterkrankungen.

Das sind:

  • periphere arterielle Verschlusskrankheit oder Schaufensterkrankheit oder chronische arterielle Verschlusskrankheit AVK
  • Insuffizienz (Funktionsverlust) der Viszeralarterien
  • koronare Herzkrankheit KHK
  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
  • Verzögerung von Wundheilungen
  • Raynaud-Syndrom

Insuffizienz der Viszeralarterien
Die akut oder chronisch ablaufende Viszeralarterien-Insuffizienz stellt sich den Ärzten als Erkrankung der Arterien im Verdauungstrakt beziehungsweise in den Eingeweiden dar. Bei einem akuter Insuffizienz der Arterien ist ein Verschluss die Ursache für einen extremen Schmerz im Bauch. Unbehandelt überleben die Betroffenen eine Insuffizienz der Viszeralarterien nicht.

Zu einer Viszeralarterien-Insuffizienz kommt es durch eine Thrombose in der Arterie durch eine Arteriosklerose, durch eine Embolie in der Arterie nach einem Vorhofflimmern des Herzmuskels oder durch eine Vaskulitis. Unter Umständen ist ein Anortenaneurysma zuständig für einen Voiszeralarterienverschluss.

Verantwortlich für eine chronische Einschränkung der Funktionstüchtigkeit der Viszeralarterien sind eine in den Mesenteralarterien (Arterien im Darm) vorliegende Arteriosklerose, die Kompression oder das Zusammendrücken des Truncus coeliacus, eine Entzündung der Aorta oder eine akut bestehende arterielle Embolie.

Myokardinfarkt
Er kommt überraschend und immer unerwartet, der Herzinfarkt, obwohl die Vorzeichen ziemlich deutlich sind. Die Bezeichnung Myokardinfarkt, die vielen medizinischen Laien eher unbekannt ist, stammt vom Terminus Myokard für Herzmuskel. Ursächlich ist ein Herzinfarkt mit einer Reduzierung des Querschnittes (Lumen) einer Abzweigung der Herzkranzgefäße verbunden.

Die koronare Herzkrankheit endet in einem Herzinfarkt, weil der Herzmuskel die anhaltende Unterversorgung mit Sauerstoff nicht mehr ausgleichen kann. Ist ein Koronargefäß länger als eine Viertelstunde bis maximal eine halbe Stunde massiv verengt oder sogar verschlossen, wird das Absterben des Muskelgewebes eingeleitet. Der Schmerz entsteht durch den Spasmus in den Herzkranzgefäße, die durch eine Forcierung der Kontraktion versuchen, doch noch Blut in das Myokard zu leiten.

Eine starke Beteilung am Herzinfarkt wird folgenden gefährdenden Faktoren zugeschrieben:

  • Hypertonie
  • überhöhte Konzentration an Cholesterin
  • Arteriosklerose
  • Rauchen
  • Mangel an körperlicher Bewegung
  • angeborene Störung des Fettstoffwechsels
  • chronische Entzündungen
  • negativer Stress und Überbelastung
  • Alkoholmissbrauch
  • genetische Aspekte
  • ungesunde Ernährung

Fast alle diese Risiken könnten von den Menschen selbst ausgeschlossen werden, wenn die Lebensweise auf eine Vorbeugung gegen einen Herzinfarkt ausgerichtet wird. Dann würde der Herzinfarkt wesentlich weniger Todesopfer fordern.

Raynaud-Syndrom
Bei dieser Konstellation treffen mehrere Symptome zusammen. Dann wird von einem Syndrom gesprochen. Morbus Raynaud wird von Durchblutungsstörungen begleitet, die die Patienten regelrecht attackieren. Wie aus heiterem Himmel sind die Finger gefühllos, taub und schmerzhaft. In Hinsicht auf die Differenzialdiagnostik von Durchblutungsstörungen wird das Raynaud-Syndrom als problematisch eingestuft, weil die Verharmlosung der Anzeichen fast immer nahe liegt.

Bedingt wird Morbus Raynaud durch Krämpfe der Blutgefäße (Vasospasmen). Fast in jedem Fall beschränken sich diese Erscheinungen auf die Finger. Die Patienten sehen eine zunehmende Blässe der Finger, die der bleichen Hautverfärbung von Leichnamen ähnlich ist. Im weiteren Verlauf tritt eine leicht bläuliche Farbgebung ein. Morbus Raynaud ist infolge dessen gleichfalls als Weißfingerkrankheit oder als Leichenfingerkrankheit geläufig.

Der gesamte Prozess läuft nur auf einer Körperseite und innerhalb einer bis einer halben Stunde ab. Nur fleckig begrenzte Hautrötungen bleiben zurück (Trikolore-Phänomen).

Seit der Entdeckung der Weißfingerkrankheit wurde die primäre und die sekundäre Form erkannt. Ein primärer Morbus Raynaud hat keinerlei kennzeichnende Ursachen. Für die primäre Form ist eine psychische Erregung verantwortlich. Der sekundäre Morbus Raynaud wird durch eine vorliegende Grunderkrankung zum Ausbruch gebracht.

Die Folge eines länger bestehenden sekundären Morbus Raynaud kann eine Gewebeschädigung mit Nekrose sein.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Nachdem die medizinischen Forschungen und die praktischen Erfahrungen zahlreiche Ungereimtheiten im Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen aufgedeckt haben, profitieren die Patientinnen und Patienten gegenwärtig von einem breiten Spektrum an diagnostischen Lösungen.

Einzelne Symptome ähneln anderen Erkrankungen wie einem epileptischen Anfall oder einer Migräne. Nur einer genauen Diagnostik ist es dann zu verdanken, dass eine Durchblutungsstörung im Gehirn erkannt wird.

Die Patienten kommen oft erst dann zum Arzt, wenn sie eine oder mehrere der bereits angezeigten Symptome bemerken. Bis zu einem gewissen Leidensdruck werden diese Anzeichen überwiegend noch toleriert. Verschlechtert sich der gesundheitliche Zustand zunehmend, dann kann der Arzt allein anhand der beschriebenen Beschwerden entweder vage oder eindeutige Rückschlüsse ziehen.

Im Rahmen der Anamnese oder Krankheitsgeschichte erfährt der Facharzt ebenfalls die Lebensgewohnheiten und kann durch gezieltes Nachfragen wichtige Informationen erhalten, die erste Hinweise auf eine Durchblutungsstörung ergeben.

Diese Daten reichen allerdings oftmals nicht aus, um zu einem gesicherten Ergebnis zu gelangen. Deshalb werden weitere Schritte geplant. Diese beinhalten verschiedenartige Untersuchungsmethoden, die unter Einsatz medizinischer Instrumente und Geräte getätigt werden.

Nach einer gründlichen körperlichen beziehungsweise organischen Bestandsaufnahme unterziehen sich Patienten unter anderem:

  • Messung des Blutdrucks an beiden Armen und beiden Beinen (durch Gegenüberstellung beider Blutdruckwerte kann eine einseitige Veränderung an den Blutgefäßen bestätigt werden)
  • Provokationstest unter Einbeziehung von Bewegungsprüfungen
  • Bestimmung der Pulswellengeschwindigkeit
    klinisch-chemische Untersuchungen von Blutplasma und Blutserum
  • Dopplersonografie beziehungsweise Ultraschalluntersuchung von Blutgefäßen
  • dopplersonografische Bestimmung des systolischen Blutdrucks
  • Angiografie mit Röntgenkontrastmittel
  • Begutachtung der Kapillargefäße im Nagelbett
  • Bestimmung des im Gewebe vorliegenden Sauerstoffdruckes
  • Magnetresonanz-Angiografie

Der Provokationstest
Als Provokationstest ist eine medizinische Untersuchungsvariante bekannt, bei der natürliche Regulationssysteme des Organismus provoziert oder gereizt werden. In der Funktionsdiagnostik zur Feststellung von Durchblutungsstörungen umfasst stufenweise körperliche Belastungen (beispielsweise Gehen, Ergometer fahren) und Bewegungen, mit denen die Beschwerden einer Durchblutungsstörungen ausgelöst werden sollen.
Der Provokationstest ist zweckdienlich, um eine Einschätzung der Schwere einer Durchblutungsstörung herbeizuführen.

Die Pulswellenmessung
Hierbei handelt es sich um eine diagnostische relevante Vorgehensweise, mit der Schädigungen in den Blutgefäßen schmerzfrei erfasst werden. Die Pulswellenanalyse gehört zum Gefäßscreening und ist eine Erweiterung der Blutdruckmessung.

Die Blutdruckmessung
Bei dieser Maßnahme wird entweder mit einem normalen Blutdruckmessgeräte mittels Manschette oder mit speziellen automatischen Messeinrichtungen der systolische und der diastolische Blutdruck bestimmt. Für beide Parameter gibt es vorgegebene Normalwerte und Grenzwerte. Diese sollten weder überschritten noch unterschritten werden.

Eine Blutdruckbestimmung kann zudem jeder Patient selbst zu Hause mit den praktischen elektronischen Messgeräten durchführen. Auf diese Weise ist immer eine Zustandskontrolle möglich, ohne dass ständig ein Arzt aufgesucht werden muss. Die selbstständige Blutdruckmessung ist außerdem ideal, um eine eventuelle Durchblutungsstörung eigenständig und frühzeitig zu registrieren.

Die Routinemethode des Blutdruckmessens ist zudem in der Praxis ein gängiges Mittel, um Erkrankungen der Herz-Kreislaufsystems wahrzunehmen. Gemessen wird eine physikalische Größe, die sich in den Blutgefäßen ändern kann. Das ist der Druck. Der Blutdruck wird von mehreren Komponenten beeinflusst.

Heutzutage hat sich die indirekte Blutdruckmessung nach Riva Rocci durchgesetzt. Erfasst werden die durch die Strömung des Blutes verursachten Geräusche (Korotkow-Geräusche). Die Messeinheit ist RR, was den Einheiten gemessen in Millimeter Quecksilbersäule entspricht.

Der obere angezeigte Wert ist die Systole. Sie wird durch das Auspressen des Blutes aus dem Herzmuskel hervorgerufen (Ausstoßungsphase, Herz ist kontrahiert). Die Systole ist immer höher als die Diastole, weil da Blut regelrecht aus dem Herzen herausschießt.

Kehrt das Blut zum Herzen zurück (Füllphase, Herz ist entspannt), unterliegt es einem Sog. Verständlicherweise ist die für diesen Rhythmus kennzeichnende Diastole schwächer. Dieser Wert ist demnach niedriger als das systolische Ergebnis. Alternativ zur indirekten und zur direkten Blutdruckmessung kann eine Messdauer über 24 Stunden anberaumt werden. Das ist eine Langzeitblutdruckmessung.

Der gesunde Blutdruck bewegt sich um die 120/80 RR (120 mmHg systolischer Blutdruck und 80 mmHg diastolischer Blutdruck). Ab einem Blutdruck von 140/90 RR kann von einer Hypertonie ausgegangen werden. Dann liegt ein Risikomoment vor für eine Durchblutungsstörung vor.

Letztendlich ergibt ein Vergleich der Blutdruckwerte am rechten und am linken Oberarm eine Aussage auf das Vorliegen einer Durchblutungsstörung. Ist der am rechten, dem Herzen fernen Arm gemessene Blutdruck höher, als der Blutdruckwert am linken Arm, kann das auf eine Durchblutungsstörung im rechten Arm hindeuten.

Die Labortests
Die Ermittlung diverser Laborwerte ist bei einer Diagnose von Durchblutungsstörungen unerlässlich. Dazu wird den Patienten venös Blut abgenommen.

Bestimmt werden aussagekräftige Parameter wie:

  • Gerinnungsfaktoren
  • Enzyme (Biokatalysatoren)
  • Blutfette
  • Blutzucker

Die Angiografie
Patienten und Patienten mit einem nahe liegenden Verdacht auf eine Durchblutungsstörung sollten sich einer Angiografie unterziehen. Hierbei geht es um die bildliche Wiedergabe von Blutgefäßen sowie von Lymphgefäßen.

Eine Angiografie kann als:

  • Arteriografie (Abbildung der Arterien)
  • Phlebografie (Abbildung der Venen)
  • Lymphografie (Abbildung der Abflussbahnen für die Lymphflüssigkeit)

geplant werden.

Diese Untersuchungsart begünstigt das Erkennungen von Ausdehnungen oder Verengungen in den Blut- und Lymphgefäßen.

Die Dopplersonografie
Mit diesem Verfahren ist eine Sichtbarmachung des Blutflusses in den Gefäßen über die Kombination von Geräuschen und Farben zu gewährleisten. Es entstehen doppelte Bilder, mit denen Aneurysmen, Erweiterungen oder Verengungen der Arterien, Fisteln in den Arterien und Venen sowie eine Arteriosklerose visuell darstellbar wird.

Über die Dopplersonografie oder Duplexsonografie kann der Facharzt außerdem die Durchflussgeschwindigkeit in den Blutgefäßen messen und Störfaktoren identifizieren.

Die Dopplersonografie ist eines der aussagefähigsten Diagnoseverfahren, dass ebenfalls bei der Annahme einer arteriellen Verschlusskrankheit, eines Schlaganfalls (Apoplex), einer Embolie oder einer Hirndurchblutungsstörung genutzt werden kann. Die Dopplersonografie ist gleichfalls bei Venenthrombosen, Krampfaderleiden und Venenentzündungen angebracht.

Ziel der Ultraschalluntersuchung ist es weiterhin, die Dicke der Intima Media zu ermitteln. Der IMT-Wert der Halsschlagader gibt Auskunft darüber, die weit die Arteriosklerose voran geschritten ist.

Die Blutfette
Im Blutserum liegen verschiedene Fette vor, von denen allerdings nicht alle für die Entstehung von Durchblutungsstörungen verantwortlich sind. Der besondere Schwerpunkt liegt hierbei auf dem LDLs oder Low Density Lipoprotein, das eine Kombination aus Fetten und Eiweißen ist. Diese Substanz ist zuständig für den Transport des vom Organismus selbst produzierten Cholesterins. Befindet sich zu viel LDL-Cholesterin im Kreislauf, lagert sich zunehmend Plaque an den zuvor gebildeten Schaumzellen in den Gefäßwänden ab.

Die Krankheitsverläufe bei einer Durchblutungsstörung müssen äußerst differenziert betrachtet werden. Neben den Unterschieden des Auftretens (akut oder chronisch) sind Abweichungen in Hinsicht auf die Lokalisation der Schädigungen typisch.

Nicht alle Durchblutungsstörungen weisen eine Tendenz zur Rückbildung auf. Vielmals lassen sich die Störungen nicht mehr eindämmen und rückgängig machen. Sie sind damit irreversibel. Insbesondere nach einer Arteriosklerose eintretende Durchblutungsstörungen sind in diese Rubrik einzuordnen.

Der Verlauf einer Durchblutungsstörung können die Patientinnen und Patienten jedoch steuern, indem sie die bekannten Risiken ausschalten. Ist das nicht der Fall, erreichen die Symptome einen fortgeschrittenen Grad. Dieser drückt sich in Form eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes aus. Darüber hinaus müssen immer wieder Arme oder Beine abgenommen (amputiert) werden, weil diese nicht mehr in ausreichendem Maße durchblutet sind. Diese Gliedmaßen sterben ab.

Ausgehend von eher unbedenklichen Symptomen können bei einer Durchblutungsstörung besorgniserregende Beschwerdebilder entstehen. Diese beziehen sich nicht ausschließlich auf die unteren Extremitäten, sondern gleichermaßen auf die Augen, das Gehirn, das Herz und auf innere Organe des Bauches. Eine Nachwirkung davon können eine Darmlähmung, eine Entzündung des Bauchfells oder ein Niereninfarkt sein.

Eine Durchblutungsstörung, die periphere arterielle Verschlusskrankheit läuft in vier Stadien ab. Zunächst schreitet diese Durchblutungsstörung langsam und fast unmerklich voran. Die Beschwerden zeigen sich erst nach langer Zeit, weil der Organismus die Unterversorgung mit Blut noch selbst ausgleichen kann. Das ist aber nicht unbegrenzt möglich.

Dann werden die ersten maßgeblichen Beschwerden deutlich:

  • Grad I beschwerdefrei
  • Grad II Schmerzen während des Gehens in den Beinen, Schmerz verschwindet in Ruhe, Betroffene bleiben daher häufig stehen, als ob sie die Auslagen in einem Schaufenster betrachten wollen (Schaufensterkrankheit Claudicatio intermittens). Die Patienten hinken beim Gehen leicht
  • Grad III ist mit offensichtlichen Hautveränderungen und Missempfindungen verbunden (blaurote Hautfärbung, Hautblässe, schlechte Wundheilung, kalte Beine, Irritationen an den Füßen), Beine schmerzen im Ruhestadium nachts und in horizontaler Lage, Beschwerden gehen bei hängenden Beinen zurück
  • Grad IV sichtbare Schäden an den Geweben, massive Wundheilungsstörungen, Nekrose, Ulcus und Gangrän treten auf

Der dritte und der vierte Grad werden wird von etwa 20 Prozent der Erkrankten in Kauf genommen. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit kann der Verlauf chronisch oder akut sein. Ein akuter Gefäßverschluss gilt als Notfall.

Häufigkeit und Diagnosedaten

In jedem Jahr erkranken wieder ältere und sogar junge Patientinnen und Patienten an Durchblutungsstörungen. Statistische Erhebungen und deren wissenschaftliche Auswertung hat ergeben, dass die Durchblutungsstörungen mit ansteigendem Lebensalter zunehmen.

Nach epidemiologischen Studien wird geschätzt, dass ungefähr jeder dritte Mann in Deutschland wissentlich oder unwissentlich unter einer Durchblutungsstörung leidet.

Bei fast jedem Patienten wurden Durchblutungsstörungen in den Beinen und im Becken (Raucherbein) diagnostiziert. In Deutschland sind pro Jahr etwa 340.000 Sterbefälle zu verzeichnen. 48.000 wurden durch einen Herzinfarkt verursacht. Männer erleiden vier mal häufiger eine Durchblutungsstörung als Frauen.

Bis zum 40. Lebensjahr treten bereits bei zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland Durchblutungsstörungen auf. Bis zum 65. Lebensjahr steigt die Häufigkeit auf 6 Prozent an. Etwa 62 Prozent der Patienten entwickeln ab ihrem 65. Geburtstag eine Durchblutungsstörung. Ungefähr drei Prozent der deutschen Bevölkerung erleidet ab 60 eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Das bedeutet, dass rund 5 Millionen Menschen in Deutschland von einer Durchblutungsstörung betroffen sind.

Die Arteriosklerose ist mit einer Häufigkeit von 80 Prozent bei Patienten und Patientinnen in einem Alter ab 60 Jahren vorrangig. Im weiter fortgeschrittenen Alter ab 90 erkranken fast 90 Prozent aller Seniorinnen und Senioren an einer Ischämie. Fast 10 Prozent der Todesfälle sind auf einen Herzinfarkt nach einer koronaren Herzerkrankung zurückzuführen.

Auf 100.000 Einwohner kommen ab 65 etwa 180 mit einer Durchblutungsstörung. Der Anteil an Frauen mit Durchblutungsstörungen beträgt mehr als 50 Prozent. Selbst bei den Jugendlichen unter 15 Jahren sind knapp 25 Patienten dabei, die eine Durchblutungsstörung haben. Bei den Männern sind nur etwas mehr als 43 Prozent an Durchblutungsstörung erkrankt.

Aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich ist die Arteriosklerose im Zusammenhang mit den Durchblutungsstörungen eine Todesursache für ungefähr 40.000 Menschen. Etwa 25 Prozent der Patienten mit einer Durchblutungsstörung unterliegen einem erhöhten Risiko, an den Spätfolgen zu versterben.

Deutschlandweit führt von etwa 250.000 Patienten mit Durchblutungsstörungen und einem Herzinfarkt diese Erkrankung bei ungefähr 90.000 Personen abrupt zu einem letalen Ausgang.

Komplikationen einer Durchblutungsstörung

Neben dem Auftreten der herkömmlichen Symptomen einer Durchblutungsstörung müssen die Betroffenen mit zusätzlichen Problemen rechnen. Die Aufklärung, die Fachärzte in diesem Bezug bei den Patienten leisten ist dahingehend ausgerichtet, die Erkrankten auf die jeweiligen Schwierigkeiten hinzuweisen, falls diese nicht aktiv an einer Gesundung mitarbeiten. Um die möglichen Komplikationen abzuschwächen, ist daher eine Kombination aus medizinischen Maßnahmen und aus Veränderungen im privaten Alltag erforderlich.

Besonders kompliziert wird eine Durchblutungsstörung, wenn das Herz oder das Gehirn Schädigungen davon trägt. Diese können den endgültigen Ausgang wesentlich verschlechtern. nicht zu unterschätzten sind heftige Störungen der Durchblutung, wenn sie die Funktionsfähigkeit verschiedener anderer Organbereiche einschränken. dann sind die Reaktionen zwar nicht so abrupt, ein extrem schweres leiden stellen sie dennoch dar.
von weiteren Komplikationen sind folgende Organe betroffen:

  • Herzmuskel
  • Nieren
  • Darm
  • Haut und verschiedene Gewebe
  • Extremitäten
  • Endhirn oder Kleinhirn

Liegt eine Durchblutungsstörung der Gliedmaßen vor, zeigt sich diese schon nach kurzer Zeit als Taubheitsgefühl, Kribbeln, Prickeln, Brennen oder eine Unempfindlichkeit (sensorische Störung) in den Händen (überwiegend Finger), den Füßen (hauptsächlich den Zehen), den Armen und Beinen. Weitere Anzeichen sind eine blasse, weiße, kalte Haut sowie eine fleckige, rötlich-bläuliche Verfärbung der Haut.

Erschwerend für die Therapie sind bereits Lähmungen in diesen Bereichen und eine Schwächung der Muskulatur durch eine unzureichende Bereitstellung von Nährstoffen und Sauerstoff für die Muskelzellen. Daraus resultiert ein Kreislaufschock, falls sich die Blutzufuhr nicht wieder einreguliert.

Des Weiteren sind Komplikationen zu beachten, die mit der Entstehung von Wunden verbunden sind. Schon die kleinste Läsionen an schlecht durchbluteten Gliedmaßen werden zu großflächigen Gewebeschädigungen, die nach und nach immer weiter in die Tiefe gehen. Hartnäckige Wunden (Wundheilungsstörungen) sind die Folge.

Noch problematischer wird es, wenn durch die Gliedmaßen ab einer bestimmten Position gar kein Blut mehr fließt. Ein Absterben der Sektoren (Gangrän, Ulcus cruris) tritt ein, was eine Amputation nach sich zieht.

Durchblutungsstörungen im Darm rufen einen Darminfarkt mit Schockzustand und einer Darmlähmung hervor. Diese basiert auf dem Untergang von Darmgewebe.

Fehlt die Durchblutung des Herzens oder ist diese auf Dauer reduziert, ist ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) die unausweichliche Konsequenz.

Durchblutungsstörungen der im Gehirn verlaufenden Blutgefäße endet in einer Bewusstlosigkeit, meist bleibenden Lähmungserscheinungen an den unterschiedlichsten Körperstellen sowie im Hirntod.

Lähmungen vergehen mehr oder weniger nur dann, wenn die Durchblutungsstörungen nur kurzzeitiger Art waren (einige Minuten). Bleiben die Durchblutungsstörungen über mehrere Stunde erhalten, dann kommt es zu einem Schlaganfall. Wiederholen sich die Durchblutungsstörungen, kann das ein Anzeichen auf einen bald stattfindenden Schlaganfall sein. Dann handelt es sich um eine sogenannte ischämische Attacke.

Die Patienten sollten sich daher genau selbst beobachten, wenn die für eine Durchblutungsstörung geltenden Beschwerden in den Vordergrund treten.
Die koronare Herzerkrankung entsteht durch einen fortschreitenden Elastizitätsverlust der Herzkranzgefäße. Diese versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen und transportieren Abfallprodukte der Zellen sowie Kohlendioxid ab.

Bei Durchblutungsstörungen sind die Koronararterien, die das Herz wie einen Kranz umschließen, partielle oder vollkommen geschlossen. Das Herz hört auf zu schlagen. Es wird ein Herzinfarkt diagnostiziert.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Durchblutungsstörungen sind keine Lappalien, wenn dies zu Beginn auch so scheinen mag. In Kenntnis des Verlaufs, der Informationen des Arztes und der Folgeerkrankungen ist es empfehlenswert, den Blutdruck regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Vor allen Dingen ab einem gewissen Alter und bei anhaltend zu bemerkenden Symptomen ist eine Konsultation des Arztes keine vertane Zeit. Es muss daher nicht unbedingt so lange gewartet werden, bis man selbst zum Notfallpatienten wird.

Der Urheber eine Durchblutungsstörung ist überwiegend eine Verkalkung der Arterien. Ein solcher Ablauf nimmt relativ viel Zeit in Anspruch. Obwohl sich die Patientinnen und Patienten noch rundum gesund fühlen, wird eine Verengung der Blutgefäße langsam eingeleitet. Der Vorteil eines turnusmäßigen Arztbesuches daher die frühe Diagnostik von derartigen Veränderungen.

Fazit: Erste Anzeichen auf eine Durchblutungsstörungen sind ein Anlass, um den Arzt aufzusuchen.

Diese sind an dieser Stelle nochmals übersichtlich erfasst:

  • beengendes Gefühl oder Druckgefühl in der Herzgegend
  • Schmerzen im Brustkorb
  • zeitweilige Missempfindungen
  • Vergesslichkeit, Verwirrtheit
  • Verlust der Orientierung
  • Schwindel, Störungen des Sprechvermögens
  • gestörtes Sehen (doppeltes, verschwommenes Sehen)
  • nicht heilen wollende Wunden
  • Beinschmerzen, die beim Stehen abklingen
  • Atemnot bei Anstrengung und in Ruhe
  • anhaltende Hautblässe oder bläuliche Verfärbung der Schleimhäute, Fingernägel und Lippen

Dann sollte mit einem Arzttermin auf keinen Fall gewartet werden. Neben den Allgemeinmedizinern und den praktizierenden Hausärzten sind die Kardiologen und die Angiologen sowie die Internisten die besten Ansprechpartner.

Behandlungsmethoden und Therapie

Für eine angemessene Behandlung von Durchblutungsstörungen werden zunächst spezielle Kriterien aufgezeichnet, die bestimmend für die Therapieform und die Therapiedauer sind. Im Notfall wird natürlich sofort gehandelt.

Die Behandlung von Durchblutungsstörungen läuft entweder als akut eingeleitete Erstvorkehrungen oder als Langzeittherapie ab. Darüber hinaus sind unterschiedliche Zielstellung zu betrachten.

Zum einen sollen die Beschwerden behoben oder verringert werden, die mit einer Durchblutungsstörung verbunden sind. Zum anderen geht es um eine tiefgreifende Therapie, bei der die ursächlichen Faktoren weitgehend ausgeschaltet werden sollen. Weitere Zielstellungen wie die Amputation von Körperteilen sind extremerer Natur.

Hervorzuhebende therapeutische Tätigkeiten sind:

Medikamentöse Behandlung
Die Bandbreite an pharmakologischen Produkten zur Behandlung von Durchblutungsstörungen ist enorm. Unter dieser Voraussetzung wird eine individuelle Therapie weitgehend unterstützt. In der Schulmedizin spielen vor allen Dingen die gegen die Symptome und die gegen die Ursachen gerichteten Medikamente eine zentrale Rolle.

Den Patientinnen und Patienten mit einer Durchblutungsstörung stehen folgende rezeptpflichtige Arzneistoffe für eine konservative (klassische, überlieferte Therapie) zur Verfügung:

  • Schmerzmittel oder Analgetika – nicht-steroidale Antirheumatika, Opiate
  • durchblutungsfördernde Wirkstoffe wie Prostaglandine und sogenannte Plasmaexpander zur Erweiterung der Blutgefäße und Erzeugnisse, die den Blutfluss optimieren
  • Thrombozyten-Aggregationshemmer, zur Unterdrückung des Zusammenballens von Thrombozyten und zur Verbesserung des Blutflusses

Physiotherapeutische Anwendungen
Da die Bewegungsarmut ein starker Risikofaktor bei der Entstehung von Durchblutungsstörungen ist, legen die Fachärzte viel Wert auf eine Aktivierung der Patienten. Physiotherapeutische Behandlungen können die Patienten motivieren und gleichzeitig einen gesunden Ausgleich schaffen. Im Endeffekt wird die Durchblutung des Körpers gefördert.

Die Ärzte verschreiben:

  • eine Bewegungstherapie mit aktivierender Krankengymnastik und verschiedenen Ausdauersportarten
  • die Durchblutung anregende Bäder mit Kohlensäure
  • wechselwarme Güsse

Invasive und nicht-invasive operative Eingriffe

  • Embolektomie (Beseitigen des Blutpropfes)
  • Gefäßdilatation (Aufdehnung eines Blutgefäßes durch das Einfuhren eines Ballonkatheters)
  • Legen eines Bypasses als Überbrückung verstopfter Blutgefäße
  • Einsetzen eines Stents zum Offenhalten eines erweiterten Blutgefäßes
  • Lysebehandlung (Auflösung von Blutgerinnseln durch ein in das Blutgefäß injiziertes Arzneimittel)
  • Ausschälplastik (Ausschälen der gefäßverengenden Ablagerungen)
  • Amputation (Abtrennen eines Körpersegmentes)
  • Durchtrennung des Sympathikus (Nerv kann keine Fehlsteuerung mehr verursachen)

Nicht invasive Operationen werden meist mit einem Endoskop über winzige Hauteinschnitte oder ohne unmittelbares Eindringen in den Körper vorgenommen.
Natürlich bietet auch die alternative Medizin eine Fülle an Behandlungslösungen an, die von vielen Patienten bevorzugt werden. Angeraten wird jedoch immer, zuvor bei einem kompetenten Schulmediziner vorstellig zu werden. Dieser kann die Symptome eindeutig abklären.

Alle Elemente, die eine Verbesserung der Durchblutungssituation gewährleisten können, sollten bei einer angehenden oder einer manifestierten Durchblutungsstörung ausgeschöpft werden. Dieser Aspekt beinhaltet ebenfalls die persönliche Alltagsgestaltung der Betroffenen. Eine ungesunde Lebensweise ist hierbei ein zentrales Kernthema.

Die Mitwirkung der Erkrankten ist beispielsweise in folgenden Fragen entscheidend für einen Therapiefortschritt:

  • Vermeidung von Stress und Hektik
  • Ausgleich mit Entspannung suchen
  • Umstellung der Ernährungsweise
  • körperliche Bewegung in den Alltag einbauen
  • Rauchen einstellen
  • Alkoholkonsum reduzieren
  • Vorerkrankungen behandeln
  • Blutzuckerwerte gut einstellen lassen und Diät halten
  • regelmäßige ärztliche Untersuchungen des Herz- und Kreislaufsystems (Vorsorge beachten)
  • körperliches Übergewicht abbauen

Viele Menschen erfahren unter diesen Umständen nicht nur eine positive Beeinflussung ihres Gesundheitszustandes, sondern sie erlangen oftmals sogar mehr Lebensqualität und eine echte Bereicherung des Alltags.

Vorbeugung – Impfung und Prävention

Die Prophylaxe (Vorbeugung) gegen Durchblutungsstörungen ist nicht schwer. Sie erfordert nur die passenden Maßnahmen und deren disziplinierte Umsetzung. Um das Blutgefäßsystem gesund und das Herz leistungsfähig zu erhalten, sind spezielle Empfehlungen durchaus hilfreich. Das ist zunächst die gesunde Lebensführung einschließlich der Therapie von auslösenden Erkrankungen.

Des Weiteren gehört ein Frühvorsorge-Check-up ab einem Lebensalter von 35 Jahren dazu. Dieser wird von den Krankenkassen gezahlt. Darin enthalten sollte eine Überprüfung des LDL-Cholesterin, des Blutzuckers und des Blutdrucks sein.

Ein Verfahren zur Frühdiagnostik von Durchblutungsstörungen ist die Feststellung des sogenannten ABI-Index in Einheit mit der Auswertung der Pulswellengeschwindigkeit. Dahinter verbirgt sich eine Einschätzung, die einen Ausschluss darüber geben kann, ob das Blutgefäßnetz bereits betroffen ist oder nicht. Sind die Arterien gesund und elastisch, dann ist die Pulswelle verlangsamt. Werden die Blutgefäße älter und lässt die Dehnbarkeit nach, dann nimmt die Pulswellengeschwindigkeit zu.

Das Verhältnis aus den Blutdrücken, die an den Armen und den Beinen gemessen werden (Arm-Bein-Index) und die Pulswellengeschwindigkeit dienen zur rechtzeitigen Wahrnehmung von Durchblutungsstörungen. Wichtig dabei ist, dass die Patienten zu diesem Zeitpunkt noch symptomfrei sind.

Die Pulswellengeschwindigkeit und der ABI-Index sind in der Regel in jeder Vorsorgediagnostik ab dem 5. Lebensjahrzehnt enthalten.

Patienten, bei denen ein Blutdruck von mehr als 140/90 mmHg gemessen wurde, sollten sofort eine Behandlung anstreben. Das Blut verdünnende Arzneimittel sind dann prophylaktisch sinnvoll. Leiden diese noch unter Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2, dann ist ein Gang zum Kardiologen unverzichtbar.

Prognose zur Heilung

Die Heilungsaussichten einer Durchblutungsstörung werden durch zahlreiche Gesichtspunkte bestimmt. Diese umfassen die Lokalisation und die Schwere. Die Chancen auf eine Heilung sind günstig, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, die Auslöser der Durchblutungsstörung in auszuschalten.

In der Realität sieht das so aus, dass die Prognose gerade bei einer Arterienverkalkung eher zum Negativen tendiert, weil die Schädigungen an den Gefäßwänden nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Der einzige Weg für eine Besserung der Beschwerden ist, Maßnahmen zur Unterbindung eines Fortschreitens durchzusetzen. Werden die Ratschläge der Ärzte befolgt, was eine Änderung der Lebensweise betrifft, kann sich die Aussicht auf eine Linderung der Durchblutungsstörung verbessern.

Die Prognose bei Durchblutungsstörungen ist denkbar schlecht, wenn keine angemessene Behandlung eingeleitet wird.

Bekräftigt werden diese Aussagen durch folgende Angaben: 75 Prozent der Patientinnen und Patienten, die eine Schaufensterkrankheit entwickelt haben, müssen mit einer Überlebensrate von maximal fünf Jahren rechnen. Bleibt diese Erkrankung über 10 Jahre und wird nicht vollständig therapeutisch begleitet, dann sinkt die Überlebenschance um die Hälfte.

Grundsätzlich kann konstatiert werden, dass die Lebenserwartung mit einer fortschreitenden Durchblutungsstörung um ungefähr zehn Jahre sinkt. Die höchste Sterblichkeitsrate liegt bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit vor. Etwa 30 Prozent erliegen vorzeitig daran.

Fazit: Risiken herabsetzen und eine regelmäßige, frühe Therapie begünstigt die Prognose

  • Die Prognose bei Risikogruppen wie Diabetikern ist relativ gut, wenn die Blutzuckerwerte optimal passen. Die Fachärzte richten sich dabei nach einem Parameter, der als HbA1c-Wert deklariert ist. Diese Maßgabe beschreibt einen Glukosewert, der 6,5 Prozent nicht überschreiten sollte. Diese Konzentration entspricht ungefähr 49 mmol/mol.
  • Die Prognose bei Risikogruppen, die einen zu hohen Blutdruck haben, ist bei einem Wert unter 120/80 mmHg günstig.
  • Die Prognose bei Risikogruppen, die mit überhöhten Cholesterinwerten leben, ist als hoffnungsvoll zu bezeichnen, wenn das LDL-Cholesterin dauerhaft unter 100 mg/dl bleibt und die Triglyceride die Konzentration von 150 mg/dl nicht übersteigen.

Rauchen und Durchblutung

Das Rauchen ist nicht nur riskant und unvorteilhaft für die Lungen, das Hirn und die Haut, sondern ebenfalls für den Kreislauf. Das in den Körper eindringende Nikotin ist dafür bekannt, dass es das Verklumpen von Blutplättchen begünstigt. Durch das Nikotin gerinnt Blut schneller. Thromben bilden sich somit in größerer Zahl aus. Die Gefährdung, einen Herzinfarkt oder eine Thrombose zu erleiden, steigt an.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben erbracht, dass die im Zigarettenrauch enthaltenen Substanzen das Blut verdicken. Die Viskosität des Blutes nimmt ab. Die ausreichende Nährstoff- und Sauerstoffversorgung im Körper wird somit gehemmt, weil das Blut nicht bis in die feinen Kapillare gelangen kann. Eine Gewebeschädigung tritt ein ein.

Die Verengung der Blutgefäße durch die im Rauch eingeschlossenen Stoffe löst ebenfalls eine Durchblutungsstörung aus. Um das Blut bis zu seinem Ziel zu bewegen, muss der Herzmuskel noch kräftiger pumpen, der Blutdruck ist hoch. Das Herz kann diese Leistung jedoch nicht unentwegt erbringen und es stellt sich eine Herzinsuffizienz (Funktionsverlust, Leistungsabnahme) ein.

Eine Behandlung mit Medikamenten gegen Durchblutungsstörungen kann daher weniger gut anschlagen, weil das Blut die Wirkstoffe durch die verengten Blutgefäße nicht zu den Zellen transportieren kann. Alle Arzneimittel wirken bei Rauchern daher nicht so intensiv, wie es sein sollte.

Fazit: Rauchen verengt oder verlegt die Blutgefäße, beeinflusst der Fettstoffwechsel ungünstig und erhöht den Blutdruck

Alternative Behandlungsmethoden

Die naturheilkundlichen Therapiemethoden sind eine Alternative zu den schulmedizinischen Vorgehensweisen. Das Wecken der Selbstheilungskräfte ist das Prinzip der Naturheilkunde. An erster Stelle stehen sanfte, nebenwirkungsfreie, schonende Verfahren, die den Körper nicht belasten.

Bei Durchblutungsstörungen bieten die Heilpraktiker folgende traditionelle Varianten an:

  • Penzel-Akupunktmassage (ohne Akupunkturnadeln)
  • an die Erkrankung angepasste Ernährung
  • Urtinkturen (Tropfen aus Frischpflanzenextrakten)
  • Heilkräuter
  • Orthomolekulare Anwendungen
  • Ausgleichen von Verschiebungen des Säure-Basen-Haushaltes
  • Schüssler-Salze
  • Bachblüten
  • Kneippsche Güsse
  • überlieferte Hausmittel
  • Homöopathische Behandlungen

Spezifische Methoden in der Naturheilkunde, die gegen Durchblutungsstörungen eingesetzt werden könne, sind die Chelat-Therapie zum Abbau von arteriosklerotischen Belägen, die Sauerstoffinfusion nach Dr. med. Regelsberger, die Ernährungsinfusionen und die Isopathie.

Die gesteigerte Zufuhr von Sauerstoff in die Vene wird bei Durchblutungsstörungen als angebracht erachtet. Ein Effekt ist erst nach maximal 40 Sitzungen wahrscheinlich.

Unter einer Isopathie verstehen die Heilpraktiker die Verabreichung von derselben Substanz, die zur Auslösung einer Krankheit beigetragen hat. In diesem Bezug gilt die Wirkungsweise „Gleiches mit Gleichem“ zu kurieren.

Die Ernährungsinfusion verfolgt den Zweck, eine Übersäuerung des Organismus durch die Eingabe unterschiedlicher Stoffe zu erreichen. Diese sollen saure Stoffwechselprodukte neutralisieren und somit die Bildung von Kalkschichten in den Blutgefäßen verhindern.

Welche Hausmittel können helfen?

Über viele Jahrhunderte erprobte Hausmittel, die zudem kostengünstig und leicht selbst herzustellen sind, können vorbeugend gegen Durchblutungsstörungen angewendet werden. Empfehlenswert sind:

  • Handbad oder Fußbad in heißem Wasser
  • wechselwarmes Duschen
  • Schröpfen
  • Entschlackungskuren
  • Kneippsche Anwendungen
  • Bürstenmassagen
  • Wassertreten
  • Ohrmassage
  • Einreibungen mit durchblutungsfördernden Ölen

Diese Methoden können äußerlich oder innerlich eingesetzt werden. Die Einreibungen werden auf schlecht durchblutetet Hautbereiche aufgetragen. Althergebrachte Hausmittel sind gleichfalls eine optimale Vorbeugung gegen das Eintreten von Durchblutungsstörungen.

Noch ein Wort zu den Kneippschen Güssen. In dieser Rubrik können je nach Bedarf und in Anlehnung der bemerkten Symptome mehrere Varianten ausgewählt werden. Ein Armbad mit kaltem Wasser führt zu einer Senkung des Herzschlages und regt den Blutdurchfluss in den oberen Gliedmaßen an. Ein ansteigendes Armbad ist günstig für die Blutgefäße, weil sich diese langsam verengen, was für die Blutzirkulation förderlich ist. Direkt in der Natur sind das Laufen im kalten Morgentau und das Treten in Schnee gleichzeitig eine Massage und ein echter Jungbrunnen für die Blutgefäße.

Zu den „Hausmitteln“ gehören zudem Anregungen für eine Erhöhung der körperlichen Bewegung. Dabei kann durchaus auf technische Vorrichtungen verzichtet werden. Sowohl für die Durchblutung als auch für das geisti-seelische Wohlbefinden sind Wanderungen, Schwimmen und Radfahren perfekt. Für zu Hause ist eine regelmäßige Fußgymnastik als sehr anregend zu empfehlen. Ein besonderes Augenmerk sollte bei allen diesen Vorhaben auf einen Wechsel zwischen Anspannungs- und Entspannungsphasen gelegt werden.

Ergänzend zu diesem Maßnahmen ist das Trockenbürsten von der Peripherie des Körpers zum Herzen hin, eine zweckmäßige vorbeugende und therapeutische Selbsthilfe.

Heilkräuter und Heilpflanzen

Sie entfalten oftmals eine erstaunliche Wirkung bei Störungen der Durchblutung. Darüber hinaus tragen sie zu einem besseren Allgemeinempfinden bei und schmecken teilweise sogar gut.

In der Heilkräuterküche sind üblich:

  • Gingko biloba-Extrakt
  • Ginsengwurzel
  • Bärlauchsaft
  • Aloe Vera einige Tropfen unter die Zunge träufeln
  • Waldmeistertee
  • Tee aus getrockneter Ringelblume, Stiefmütterchen und Gänseblümchen
  • Aufgüsse aus Fenchel, Habichtskraut und Gundelrebenkraut
  • Weißdornextrakt
  • Schwarzer Senf
  • Teebaumsud
  • Tee aus Melisse, Herzgespann, Passionsblume, Arnika und Pfefferminze

Gerade viele ältere Menschen kennen noch die erfrischenden, anregenden und belebenden Effekte von Kampfer. Auch heute sind diese Einreibungen noch beliebt.

Vorbeugend sinnvoll ist die Einnahme von Präparaten auf pflanzlicher Basis mit Ginseng und Gingko biloba für eine Erweiterung der Blutgefäße. Gingko biloba wird gegen die Schaufensterkrankheit und gegen eine nachlassende Hirnleistung eingesetzt.

Ginseng kurbelt den Stoffwechsel und damit die Durchblutung im Gehirn an. Das hilft gegen eine nachlassende Leistungsfähigkeit und ein verringertes Konzentrationsvermögen des Gehirns. Positive Effekte bezüglich Durchblutungsstörungen wird Orotsäure zugeschrieben.

Ausschlaggebend für die gewünschten therapeutischen und prophylaktischen Ergebnisse sind das richtige Maß und die ausreichende Zeitdauer. Darüber hinaus müssen die Heilkräuter nicht ausschließlich als Tees oder als Gewürze verwendet werden. Einige Gemüse wie der Knoblauch können auch konserviert genossen, ihre Wirkung gegen Durchblutungsstörungen beibehalten.

Neben einheimischen Heilkräutern gelten die sogenannten Schwedenkräuter wie Angelika, Kalmus und Theriak in Form von Einreibungen und innerlichen Anwendungen als schonende Hilfsmittel bei vielfältigen Durchblutungsstörungen. Sie unterstützen vor allen Dingen die Mikrozirkulation des Blutes in den Haargefäßen (Kapillaren).

Wer sich noch nicht mit Heilkräutern im Zusammenhang mit Durchblutungsstörungen beschäftigt hat, wird überrascht sein, dass diese auch für Entschlackungskuren eingesetzt werden können. Das Entschlacken reinigt neben den Organsystemen die Blutgefäße, was der Entstehung von Plaque aus Kalkpartikeln entgegenwirkt. Durchblutungsstörungen in den Beinen lassen sich hervorragend durch eine Einreibung aus rotem Weinlaub beheben. Die konzentrierten Auszüge aus dem roten Weinlaub verschließen die Venen teilweise und beugen auf diese Weise Schwellungen in den unteren Extremitäten vor.

Gegen Arteriosklerose sind außerdem Tees aus Kardobenedikterkraut, Tausendgüldenkraut und Baldrianwurzel interessant. Zu dieser Kombination kommen die Blätter des Brombeerstrauchs und des Himbeerstrauchs sowie Lavendelblüten und Rautenblätter hinzu.

Ätherische Öle

Diese Produkte entfalten ihre heilsamen Kräfte meist über die Sinne und über Einreibungen auf der Haut. Vorteilhaft ist die Verwendung von ätherischen Ölen wie Rosmarinöl, Fichtennadelessenz, Latschenkiefernöl und Rosskastanienöl, wenn eine Massage vorgenommen wird. Dann werden die durchblutungsfördernden Substanzen zusätzlich aktiviert.

Gut geeignet sind ätherische Öle gleichermaßen für Bäder aller Art. Zweckdienlich sind zudem Kompressen mit Kalmusöl, Niauöl oder Majoranöl. Wer sich ein Kneippsches Bad mit wohlriechenden ätherischen Ölen zubereiten möchte, sollte Fichtennadelöl oder Rosmarinöl verwenden. Vorteilhaft ist Rosmarinöl aus der in Nordamerika wachsenden Rosmarinpflanze (Chemotyp Cineol). Kapseln mit Nachtkerzenöl beugen Arteriosklerose vor.

Die vorzeitige Verkalkung der Arterien kann mit verschiedenen innerlich wirkenden ätherischen Ölen gehemmt werden. Heilpraktiker empfehlen ihren Patienten Schwarzkümmelöl und Zitronenöl. Zitronenöl entschlackt auf natürliche Weise und führt kalkhaltige Substanzen ab. In Deutschland noch nicht allzu bekannt ist ein rein ätherisches Öl aus Knoblauch, das als Nahrungsergänzungsmittel in Reformhäusern in Kapselform angeboten wird.

Wer Probleme mit zu hohen Cholesterinwerten im Blut hat, dem helfen mehrmals einige Tropfen Zitronenöl, um eine Senkung zu erreichen. Nach einem überstandenen Herzinfarkt können ätherische Öle wie Lavendelöl, Eisenkrautöl und Pfefferminzöl die Genesung verbessern

Homöopathie und Globuli

Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems können mit einer Fülle an homöopathischen Mitteln bekämpft werden:

  • Abrotanum (Eberraute) als Tropfen D3
  • Tabak als Tropfen D4, D6 oder D12
  • Allium sativum D5 oder D8
  • Lachesis D6
  • Phosphorus D12
  • Aranea diadema D4 oder D8
  • Ammi visnaga D7

Die Auswahl der homöopathischen Substanz, deren Globuli und Potenten basiert auf dem jeweiligen Zustand und der Situation des Patienten.

Die naturheilkundlichen Heilverfahren wie die Homöopathie unterstützen und begleiten eine intensivmedizinische Betreuung. Bei einem Herzinfarkt und noch vorliegenden Durchblutungsstörungen sind konstitutionelle (je nach Konstitution des Patienten) ausgewählte Substanzen unter anderem:

die vorrangige Wahl. Daneben sind nach Begutachtung der Gemütsverfassung und der allgemeinen Krankheitszeichen Ersatzsubstanzen sinnvoll. Zur Wahl stehen außerdem Komplexwirkstoffe, die sich aus:

  • Aconitum bei plötzlich eintretenden, stechenden Schmerzzuständen in Richtung linke Schulter, Angst und Pulsrasen (Tachykardie 0 mehr als 100 Schläge pro Minute)
  • Cactus grandiflorus bei krampfartigen Schmerzen im Hals, Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Amni visnaga bei Angina pectoris
  • Aurum bei Beklemmungsgefühlen in der Herzgegend, hoher Blutdruck

Nach einem Herzinfarkt bietet sich eine homöopathische Behandlung mit Cactus gradiflorus Tropfen an, um anfallsartige Schmerzen des Herzens zu lindern. Angebracht sind Globuli in den Potenzierungen D3 und C30. Aurum metallicum wird bei hohem Blutdruck sowie bei Angst und Brustenge als Tabletten mit den Potenzierung D6 und D12 verabreicht. Crataegus oder Weißdorn ist angebracht bei einer altersbedingten Herzschwäche, die mit Unregelmäßigkeiten des Pulses und einer leichten Atemnot verbunden ist.

Weißdorn-Globuli sind in der Konzentration als D3 oder als D12 Potenzierungen in Tropfenform sinnvoll. Weitere homöopathische Anwendungen bei Durchblutungsstörungen sind Glonoinum, Kalmia latifolia, Latrodectus mactans und Spigelia anthelmica als verträgliche Komplexmittel.

Schüssler-Salze

Bei einer Verminderung der Blutzufuhr zu einem Gewebe, einem Organteil, einem kompletten Organ oder einem Organsystem ist es wichtig, diese wieder aufzubauen. Innerlich eingenommene Schüssler-Salze wirken hierbei unterstützend auf die Heilung.

Die Tabletten werden hochdosiert etwa alle fünf Minuten im Mund zerlassen. Ansonsten werden nur drei Tabletten täglich empfohlen. Schüssler-Salze geben außerdem hervorragende Einreibungen ab. Dazu werden folgende Salben angeboten:

  • Calcium Phosphoricumsalbe Nr. 2
  • Kalium Phosphoricumsalbe Nr. 5
  • Magnesium Phosphoricumsalbe Nr. 7

Ein Tipp: Die Salben aus Schüssler-Salzen können nach Rezept auch selbst hergerichtet werden.
Bestätigen sich erste Anzeichen, dass im Blutkreislauf eine Arteriosklerose beginnt, sind folgende Schüssler-Salze begleitend oder in Abhängigkeit vom Grad der Symptome indiziert:

Die niedrig potenzierten Schüssler-Salze fördern die Elastizität der Gefäßwände und verhindern eine Arteriosklerose. Sie bewirken innerlich oder als Einreibung (Salben oder Lotionen) eine Verbesserung der Zirkulation des Blutes und der Spannung der Gefäße sowie eine Verdünnung des Blutes gegen eine Thrombose. Die Applikation kann je nach Zustand und nach Symptomausprägung langwierig oder von kurzer Dauer sein.

Das Schüssler-Salz Nr. 9 Natrium phosphoriucm trägt zu einer Regulierung des Säurenateils im Blut bei, sodass das Bindegewebe in den Blutgefäßen nicht so stark geschädigt werden kann. Silicea Nr. 11 beugt einem spröde und brüchig werden der Innenwände der Arterien vor, sodass diese geschmeidig bleiben und gestärkt werden.

Durch Manganum sulfuricum, dem Schüssler-Salz Nr. 17 wird die allgemeine Tätigkeit der Enzyme (Enzyme sind Biokatalysatoren.) im Körperstoffwechsel gefördert. Die Entstehung von Kalkbelägen an den Arterienwänden reduziert sich. Der Abbau von Cholesterin im Organismus wird durch ds Schüssler-Salz Nr. 27, Kalium bichronicum erzielt. Weniger Cholesterin bedeutet ein geringeres Risiko einer Arteriosklerose.

Diät und Ernährung

Bei einer diätetischen und gesunden Lebensweise geht es einerseits um das Verlieren von Körpergewicht (bis zum normalen BMI) und andererseits um die Reduzierung von Nahrungsmitteln, die sich schädigend auf die Blutgefäße auswirken können.

Anbei einige Anregungen:

  • vitaminreiche Nahrungsmittel
  • fettarme Nahrungsmittel
  • pflanzliche Öle
  • essenzielle Fettsäuren
  • Palmitoleinöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl, Ölsäure (pflanzliche Fette), Erucasäure (Rapsöl, Senfsamenöl, Traubenkernöl) als einfach ungesättigte Fettsäuren
  • Linolensäure und Linolsäure (Leinöl)
  • wenig zuckerhaltige Nahrungsmittel
  • Vollkornprodukte
  • Kartoffeln
  • salzarm würzen
  • wenig Eiweiße aufnehmen
  • überwiegend dünsten beim Zubereiten der Speisen

Eine ausreichende Zufuhr an kalorienarmen Flüssigkeiten sowie der weitgehende Verzicht auf Kaffee kann Durchblutungsstörungen eindämmen. Salzhaltiges gepökeltes oder geräuchertes Fleisch kann durch salzarmen Fisch ersetzt werden. Ansonsten darf Fisch ruhig fett sein, weil die durchblutungsfördernden Omega-3-Fettsäuren günstig sind.

Durch Gemüsesorten wie Paprika, Brokkoli und Chicorée und Gewürze wie roher Ingwer bleiben die Blutgefäße glatt und nachgiebig. Durch die Beigabe von Produkten mit reichlich essenziellen ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst erstoffwechseln kann, wird Übergewicht und einer Arterienverkalkung begegnet. Ungesättigte Fettsäuren sind in Sojaöl und Olivenöl sowie in Rapsöl, Sonnenblumenöl und Walnussöl verarbeitet.

Einmal wöchentlich Fisch essen und Cholesterinsenker wie Haferflocken, Knoblauch und Zitronen in den Ernährungsplan einbauen, fördert ein gesundes Blutkreislaufsystem. Besonders zu empfehlen gegen Durchblutungsstörungen ist ein mediterran gestalteter Kostplan. Er enthält diverse Öle wie Kürbiskern- und Maiskaimöl und orientiert sich an wenig fettigem Fleisch. Am besten ist es daher, Speisen immer selbst zuzubereiten und von Fertigprodukten abzusehen.

Eine bewusste Ernährungsweise steuert degenerativen Durchblutungsstörungen im Organismus entgegen. Zur Senkung des Cholesterins tragen Transfettsäuren und das OPC, ein antioxidativ wirkender Stoff bei. Durch diese Antioxidans kann sich kein langkettiges Cholesterin an den Blutgefäßwanden ablagern. Arteriosklerose hat keine Chance.

Patienten, die in ihrer Ernährung nicht ganz auf den Genussfaktor verzichten möchten, können Kakao in seiner Reinform trinken. Kakao hat viel Polyphenol. Polyphenol ist ebenfalls ein Antioxidans, das gut gegen Arteriosklerose ist. Mineralstoffhaltige Lebensmittel wie Bohnen, Aprikosen und Nüsse können den gesunden Speiseplan ebenfalls bereichern.

FAQ – Fragen und Antworten

Warum haben Zuckerkranke Durchblutungsstörungen am Fuß?

Der diabetische Fuß ist ein echtes Schreckenszenario für die Betroffenen und für die Patienten, die nicht auf ihre Durchblutung achten. Komplikationen mit den Füßen sind bei Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 meist vorprogrammiert, wenn man keine erhöhte Wachsamkeit walten lässt.

Treten über einen längeren Zeitraum schon geringe Abweichungen von einem normalen Blutzuckergehalt auf, dann sind Schäden an den Nerven nicht auszuschließen. Hinzu treten pathologische Veränderungen in den Wänden der Blutgefäße. Sie sind empfänglich für das Anhaften von Blutgerinnseln und Kalk. Beides behindert die Durchblutung. Vor allen Dingen in den Beinen.

Deshalb sind Spätfolgen wie das Absterben von Gewebe keine Seltenheit.
Ein Überschreiten des Blutzuckers fördert die Entstehung von kalkhaltigen Belägen in den Gefäßen. Das Blut kann nur noch eingeschränkt hindurch treten. In den Geweben wird eine Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen verursacht. Außerdem können Gerinnsel gebildet werden, die die Gefäße komplett verstopfen. Das Resultat ist eine periphere arterielle Verschlusskrankheit.

Warum müssen minder durchblutete Glieder amputiert werden?

Amputationen nach unzureichend behandelten Durchblutungsstörungen müssen durchgeführt werden, um das Leben der Betroffenen zu retten oder um eine nachhaltige Beibehaltung der Restgesundheit zu erreichen. Allein in 40 deutschen Krankenhäusern wurden 2010 fast 4.000 Hände, Arme, Füße und Beine abgenommen.

Sterben Gewebezellen durch eine fehlende Sauerstoffzufuhr wegen einer Durchblutungsstörung ab, müssen diese entfernt werden, um einer Blutvergiftung vorzubeugen. Das absterbende Gewebe unterliegt einem natürlichen Fäulnisprozess, wodurch sich bakterielle Erreger extrem schnell vermehren können und so eine Infektion multipler Organe verursachen.

Was ist ein Kreislaufschock?

Der Kreislaufschock ist eine akute Reaktion auf eine nicht bedarfsgerechte Versorgung der Gehirns mit Sauerstoff. Ein Kreislaufschock oder anaphylaktischer Schock wird als lebensgefährliche Situation definiert.

Typische Anzeichen, das ein rasches Handeln nach sich zieht, sind Blässe, Atemnot und starkes Schwindelgefühl. Schwere Folgen eines Kreislaufschocks können ein Linksherzversagen, Nekrosen, Nierenschäden, ein Koma oder der Tod sein. Kreislaufschock heißt demnach immer Notfall.

Wann liegt eine Wundheilungsstörung vor?

Das Heilen von Verletzungen dauert immer eine gewisse Zeit. Bei Durchblutungsstörungen wird diese weit überschritten, sodass die Heilungsphase nicht gegeben ist oder atypisch verläuft. Eine normale Wundheilung bedarf zahlreicher Bedingungen, die bei einer Durchblutungsstörung nicht mehr vorhanden sind.

Das Unterbinden oder das Einschränken der Sauerstoffzufuhr ist hinderlich für die Neubildung von Zellen beziehungsweise für die Regeneration von zerstörtem oder fehlendem Gewebe. Aus diesem Grund bleiben die unterversorgten Körperbereiche meist hartnäckig offen, weisen eine Wundinfektion auf oder sind nekrotisch.

Welche Erkrankungen sind in Verbindung mit einer Durchblutungsstörung noch relevant?

  • Winwarter-Buerger-Syndrom
  • Demenzerkrankungen (Abbau geistiger Fähigkeiten)
  • Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2
  • Angina pectoris
  • Störungen der Erektion (Versteifung des Penis)
  • Grüner Star (Augenerkrankung)
  • „offene Beine“

Diese pathologischen Ereignisse schränken die Lebensqualität und einen ausgewogenen Alltag in jedem Altersstadium ein. Wer einer Durchblutungsstörung rechtzeitig den Kampf ansagt, erspart sich diese Beeinträchtigungen und kann sich über Vitalität und Lebensfreude bis in ein hohes Alter freuen.

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