Kokken

Kokken

Kokken sind sehr vielfältig und können harmlos aber auch gefährlich sein

Der Begriff Kokken stammt vom altgriechischen Wort „kokkos“ (=Kern) ab und wird für verschiedene Arten von Kugelbakterien verwendet. Die Kugelbakterien können bei einem schwachen Immunsystem schwere Infektionen verursachen.

Gleichzeitig entwickeln sich Kokken weiter, wodurch mittlerweile manche Arten schon resistent gegenüber bestimmten Antibiotikaarten sind. Die Kokken haben je nach Kokkenart eine andere Verbreitung und andere Krankheitssymptome.

Welche am häufigsten Krankheiten verursachen, wann dies der Fall ist, welche Symptome auftreten und alle weiteren wichtigen Informationen zu den Kokken, finden Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Was sind Kokken?

Kokken sind entweder rund oder leicht länglich bis eiförmig. Nicht alle Kokken trennen sich nach einer Zellteilung. Bestimmte Organisationsmuster entstehen, wodurch man die verschiedenen Kokkenarten unterscheiden kann. So unterscheidet man Tetrakokken, Kettenkokken, Paketkokken, Diplokokken und Haufenkokken.

Bei den Tetrakokken sind vier Zellen zusammengelagert. Ein Beispiel dafür ist der Micrococcus. Kokken werden als Kettenkokken bezeichnet, wenn sie sich kettenförmig zusammenlagern. Bekannte Vertreter dieser Kokkenart sind der Enterococcus und der Streptococcus.

Bei den Paketkokken lagern sich mindestens acht Kokken kubusförmig zusammen. Sarcina ist ein Beispiel für Paketkokken. Findet eine Zusammenlagerung von zwei Kokken statt, spricht man von Diplokokken, wie zum Beispiel bei Pneumokokken oder Neisseria.

Schließlich gibt es noch die Haufenkokken. Deren Zusammenlagerung erinnert an eine Traube. Zu dieser Art zählen die Staphylococcus. Für Menschen gefährliche Kokkenarten sind Neisseria, Pneumokokken, Enterokokken, Staphylokokken und Streptokokken.


Verbreitung & Risiko

Kokken sind unter normalen Umständen auf Menschen und Tieren vorhanden und nicht automatisch gefährlich. Bei einem geschwächten Immunsystem jedoch, lösen sie gefährliche Erkrankungen aus.

Sie können einen Menschen sogar töten. Besonders gefährdete Gruppen sind kleine Kinder, alte Menschen, Neurodermitiker, Diabetiker und Menschen, die durch andere Erkrankungen bereits geschwächt sind. Auch Patienten im Krankenhaus infizieren sich häufig mit Kokken.

Die gängige Kokkenbehandlung ist mit Antibiotika. Antibiotika resistente Stämme machen die Behandlung jedoch nicht immer einfach. Staphylokokken wurden bereits 1884 von Friedrich J. Rosenbach entdeckt.


Neisseria

Neisseria werden auch Gonokokken genannt und gelten als Tripper Erreger. Tripper ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die weltweit auftritt. Diese Kokken befallen Schleimhäute im Bereich der Geschlechts- und Harnorgane. Sie sind beweglich, aerob, also sauerstoffabhängig und gramnegativ.

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Tripper ist eine sexuell übertragbare Krankheit – pixabay/sasint

Die Diplokokken werden beim Geschlechtsverkehr oder bei der Geburt von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Übertragung von Tier auf Mensch ist derzeit nicht bekannt. Die Inkubationszeit ist bei Männern kürzer als bei Frauen. Bei Frauen kann sie bis zu drei Wochen betragen, während bei Männern die Inkubationszeit bei zwei bis fünf Tagen liegt.

Die Tripper Krankheit ist seit 2000 deutschlandweit meldepflichtig. Tripper zählt zu einer der häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit. In Deutschland ist sie jedoch rückläufig. Auf 100.000 Einwohner in Deutschland kommen in etwa 11-25 Menschen mit Trippererkrankung.


Pneumokokken

Pneumokokken sind vor allem für Kleinkinder und ältere Menschen gefährlich, da sie dort schwere Infektionen verursachen können. Dies äußert sich dann in einer Lungenentzündung. Pneumokokken werden über eine Tröpfcheninfektion von einem Menschen zum anderen übertragen.

Sie siedeln sich im Nasenrachen, genauer gesagt in den Schleimhäuten an. Das Vorhandensein von Pneumokokken an sich ist noch nicht gefährlich für den Menschen. Aber gerade Menschen mit schwachem Immunsystem sowie Kinder und alte Menschen können durch Pneumokokken an einer Lungenentzündung erkranken.

Jährlich erkranken bis zu 10.000 Menschen in Deutschland an einer Lungenentzündung, welche durch Pneumokokken verursacht wurde. Pneumokokken lassen sich mit Antibiotika behandeln. Trotzdem sterben in etwa die Hälfte der Menschen an der Lungenentzündung. Besonders bei Kindern unter sechs Jahren ist die Sterberate weltweit sehr hoch. Jährlich sterben bis zu 826.000 Kinder.


Enterokokken

Enterokokken leben in der Darmflora bei Menschen und Tieren gleichermaßen. Sie sind nur sehr selten für den Menschen gefährlich. Bei einem sehr schwachem Immunsystem kann es durch Enterokokken zu Infekten kommen.


Staphylokokken

Staphylokokken leben auch bei gesunden Menschen in den Schleimhäuten und auf der Haut. Bei einem intakten Immunsystem geht keine Gefahr von Staphylokokken aus. Ist das Immunsystem aber geschwächt, werden sie für den Menschen gefährlich.

Generell werden zwei verschiedene Varianten unterschieden: Der Staphylococcus aureus und der Staphylococcus epidermidis. Der Staphylococcus aureus leben auf den Schleimhäuten.

Staphylococcus epidermidis ist auch als Krankenhauskeim bekannt. Er lebt auf der Haut und hat bestimme Resistenzen gegen Methicillin und Penicillin entwickelt. Übertragen wird er über infizierte Geräte oder Flüssigkeiten, wie Wundsekret, Blut oder Hautkontakt. Selbst über einen Katheter kann er in den Körper gelangen.

Beide Varianten können schnell mutieren und lassen sich nicht von jedem Desinfektionsmittel abtöten, da sie eine große pH-Toleranz besitzen. Selbst eine trockene Umgebung tötet Staphylokokken nicht ab. Gleichzeitig können die Staphylokokken schnell mutieren und sich an neue Begebenheiten anpassen. Auch eine Lebensmittelübertragung ist möglich. Die Inkubationszeit variiert von vier bis 10 Tagen. Symptome können aber auch erst nach mehreren Monaten auftreten.


Streptokokken

Sie leben im Mundraum und sind keine Gefahr für Menschen mit intaktem Immunsystem. Erkrankungen durch Streptokokken lassen sich gut mit Penicillin behandeln.


Krankheiten & Beschwerden

Das Krankheitsbild variiert je nach Kokken-Art.


Tripper / Gonorrhoe

Die Krankheitssymptome unterscheiden sich bei Frauen und Männer.

Symptome beim Mann:

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Vor allem bei Männern treten Symptome auf

  • eitrige Urethritis (Schleimhaut-Entzündung der Harnröhre)
  • Epididymitis (Entzündung des Nebenhodens)
  • gonorrhoischen Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse)
  • Infertilität
  • Symptome können nach einer Weile wieder verschwinden

Symptome bei der Frau:

  • kann ohne Symptome verlaufen
  • schmerzhafte Mikionen (schmerzhaftes Entleeren der Harnblase)
  • eitrige Sekrete, die aus der Harnröhre kommen
  • Adnexitis (Entzündung des Eierstocks und der Eileiter)
  • Sterilität
  • bei schwangeren Frauen: Verlust des Kindes

Symptome bei Neugeborenen:


Lungenentzündung

Bei einer Lungenentzündung treten folgende Begleiterscheinungen auf:

Neben Lungenentzündungen können Pneumokokken noch folgende Krankheiten verursachen:

Bei einer Hirnhautentzündung treten typische Symptome wie Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit und Nackensteifheit (Meningismus) auf. Eine Mittelohrentzündung verursacht starke Schmerzen im Ohrbereich und wird meist von Fieber begleitet.

Nasennebenhöhlenentzündung bedeutet, dass die Nasennebenhöhlen vereitert sind. Kopfschmerzen und Fieber sind typische Begleitsymptome. Augenrötung, starke Schmerzen oder Lichtscheu sowie rasch verschlechterte Sehstärke sind Anzeichen für eine Hornhautentzündung.


Harn, Herz & Brust

Enterokokken sind nur gefährlich, wenn sie den Darm verlassen und die Harnweg-Organe erreichen. Dadurch können sie chronische Harnweg-Entzündungen verursache, ebenso wie Herzinnenhautentzündungen und Brustfell- und Rippenfellentzündungen.


Staphylokokken

Das Krankheitsbild der Staphylokokken ist vielfältig.

Folgende Krankheiten können sich ausbilden:

Gefährlich sind vor allem die Staphylokokken, die eine Antibiotika-Resistenz ausgebildet haben. Man spricht auch von MRSA-Stämmen. Dabei kann es zum Toxic-Shock-Syndrom kommen. Wenn der Kreislauf des Patienten versagt, können sich die Staphylokokken in kürzester Zeit massenhaft vermehren.

Auch Lebensmittelvergiftungen sind durch Staphylokokken möglich. Denn die Erreger sind teilweise hitzeresistent. Besonders frisch operierte Patienten sind besonders gefährdet.


Streptokokken

Streptokokken leben auch bei gesunden Menschen in der Mundhöhle.

Doch bei schwachem Immunsystem können folgende Krankheiten auftreten:

  • Mandelentzündungen
  • Mittelohrentzündungen
  • Karies
  • Eiterflechte (Impetigo)
  • eitrige Bindegewebsentzündungen (Phlegmonen)
  • Lungenentzündung
  • Scharlach
  • Toxic Shock Syndrom (TSS)
  • Harnwegs- und Wundinfektion
  • Kindbettfieber
  • Scharlach

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