Clenbuterol

Clenbuterol ist einer der Wirkstoffe, die effektiv gegen viele Lungenkrankheiten eingesetzt werden. Besonders häufig wird es allerdings bei Asthma verwendet, da allein nur in Deutschland circa sechs Millionen Menschen daran erkrankt sind. Dies ist aber nicht der einzige Verwendungszweck, da es auch in der Tiermedizin und im Fitness-Bereich eine große Rolle spielt.

ClenbuterolWas ist Clenbuterol?

Clenbuterol, das zur Wirkstoffgruppe der Beta-2-Sympathomimetika gehört, wird gegen Atemwegserkrankungen wie Asthma und copd eingesetzt, um diesen Krankheiten entgegenzusteuern.

Es ist aber kein Mittel, um einen akuten Asthmaanfall zu behandeln, sondern dient zur langfristigen Verbesserung der Krankheit, also einer Langzeittherapie.

Es sorgt dafür, dass die zugeschwollenen Bronchien wieder geweitet werden und somit die Atemfähigkeit gesteigert wird. Zudem wird der Schleim, der sich in den Bronchien gesammelt hat, durch die Einnahme von Clenbuterol schneller und einfacher durch das Aushusten aus den Bronchien und der Lunge entfernt.

Außerdem werden auch allergische und entzündliche Reaktionen, die oft mit Atemnot einhergehen und häufig bei Asthma und copd auftreten, durch Clenbuterol unterdrückt und verhindert.

Es wurde auch wegen seiner leistungssteigernden und stoffwechselanregenden, fettverbrennenden und muskelstärkenden Wirkung oft als Doping-Mittel genutzt, bis es von dem Internationalen Olympischen Komitee verboten wurde.

Ebenfalls wird Clenbuterol in der Veterinärmedizin zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und auch in der Viehzucht als illegales Mastmittel verwendet.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Clenbuterol dient der Behandlung von:

  • Asthma
  • copd
  •  Chronischer Bronchitis
  • Lungenemphysems
  • Atemwegserkrankungen bei Tieren

Außerdem findet der Wirkstoff Anwendung als:

  • Dopingmittel (illegal)
  • Mittel zur Wehenhemmung
  • Mastmittel (illegal)

Allgemeines

Allgemeines
NameClenbuterol
Andere Namen
  • (RS)-1-(4-Amino-3,5-dichlorphenyl)-2-(tert-butylamino)ethanol
  • (±)-1-(4-Amino-3,5-dichlorphenyl)-2-(tert-butylamino)ethanol
SummenformelC12H18Cl2N2O
Wirkstoffklasseβ2-Sympathomimetikum

Wirkungsweise

So wirkt Clenbuterol

Bei der Wirkung von Clenbuterol nehmen die beiden Gegenspieler des Nervensystems, der Sympathikus und der Parasympathikus eine wichtige Rolle ein.

Hierbei ist zunächst einmal wichtig zu wissen, dass der Sympathikus bei aktiven Situationen handelt, während der Parasympathikus in der Ruheposition dominant ist. Beide werden durch Hormone gesteuert.

Die Aufgaben des Sympathikus sind beispielsweise die Weitung der Bronchien, was bei Asthma sehr wichtig ist, aber auch die Weitung der Pupillen, die Steigerung der Herzfrequenz, die Weitung der Blutgefäße der Lunge und die Verlangsamung der Verdauung und der Urinproduktion.

Der Parasympathikus hingegen sorgt genau für gegenteilige Reaktionen wie z. B. die Ankurbelung der Verdauung, Verengung von Bronchien und Luftröhre, Senkung der Herzschlagfrequenz und andere Aufgaben.

Clenbuterol orientiert sich deshalb an dem Sympathikus und ahmt seine Wirkungsweise der auf ihn wirkenden Hormone und Transmitter im Körper nach.

Es dockt an spezielle Rezeptoren an, die für Hormone ausgerichtet sind, die den Sympathikus aktivieren. Dadurch können die Bronchien erweitert werden. Dies nennt man in der Fachsprache auch Bronchiendilatation.

Die chemische Struktur von Clenbuterol wurde so verändert, dass der Wirkstoff hauptsächlich an die Rezeptoren in der Lunge andockt und nicht im ganzen Körper. Jedoch lässt sich dies nicht vollständig verhindern.

Bei niedriger Dosis stimuliert es fast ausschließlich nur adrenerge Beta-2-Rezeptoren der Bronchial- und Lungenmuskulatur, bei höheren Dosen begrenzt und spezialisiert es sich nicht mehr hauptsächlich auf die Bronchialmuskulatur, sondern entfaltet seine Wirkung im ganzen Körper, was für die Behandlung der Krankheit weniger förderlich und für den Körper sogar schädlich wäre.

Außerdem regt es zum Muskelaufbau und Fettabbau an und wirkt anabol, was sich viele Bodybuilder zu Nutze machen.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Clenbuterol

Der Wirkstoff wird oral eingenommen oder inhaliert und innerhalb von einigen Stunden vollständig resorbiert. Die Wirkung tritt nach 5 bis 20 Minuten ein und hält bis zu ungefähr 14 Stunden an.

Der Konzentrationshöhepunkt des Wirkstoffs ist nach zwei bis drei Stunden am höchsten, danach sinkt er wieder. Nach der Resorption wird die Hälfe des Stoffes, der unverändert das Blut verlässt, nach circa 34 bis 37 Stunden durch den Urin ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Clenbuterol eingesetzt?

Clenbuterol wird hauptsächlich bei der Atemwegserkrankung Asthma, aber auch bei copd (Chronisch-Obstruktive Lungenerkrankung) und der Chronischen Bronchitis sowie bei dem Lungenemphysem verwendet.

Es fand ebenso Nutzen als Doping-Mittel, was aber inzwischen für illegal befunden wurde. Allerdings ist es auch ein vielversprechendes Mittel beim Bodybuilding und dient dazu, den Stoffwechsel anzukurbeln und die Fettverbrennung zu intensivieren.

Es ist aber seit 2012 nicht nur im Bodybuilding ein effizientes und bewährtes Mittel, um das Körperfett schneller zu verbrennen, sondern findet auch in der gesamten Fitness-Branche Anklang.

Allerdings ist die Effizienz des Mittels dabei nicht eindeutig bewiesen und zudem ist wegen der Nebenwirkungen dringend davon abzuraten, Clenbuterol zu nicht-medizinischen Zwecken einzunehmen.

Ebenso wird Clenbuterol als wehenhemmendes Mittel eingesetzt, um eine Frühgeburt zu vermeiden. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da das Medikament nur zu bestimmten Zeitpunkten während der Schwangerschaft eingenommen werden darf.

Der Zustand der Schwangeren sollte bei der Einnahme von Clenbuterol in der Schwangerschaft durch einen Arzt überwacht werden, um Folgeschäden zu vermeiden.


Richtige Anwendung

So wird Clenbuterol angewendet

Meistens wird Clenbuterol in Form von Tabletten eingenommen, doch Menschen, die Schwierigkeiten beim Hinunterschlucken haben, können Clenbuterol auch als Saft oder durch einen Inhalator einnehmen.

Die Tabletten sollen zweimal täglich zu je 0.2 bis 0.4 mg geschluckt werden, zu Beginn der Behandlung kann jedoch eine höhere Dosis nötig sein. Diese beläuft sich aber höchstens auf 1 mg pro Tag.

Es sollte auch beachtet werden, dass Clenbuterol nur durch eine langfristige Anwendung eine Verbesserung der Beschwerden schafft und es bei einem akuten Asthmaanfall durch die verzögerte Wirkung nicht rechtzeitig hilft.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Clenbuterol?

Der Wirkstoff Clenbuterol ist im Medikament Spiropent enthalten, welches in folgenden Medikamentenformen erhältlich ist:

  • Tabletten
  • Saft
  • Tropfen

Ein häufig genutzter Partner ist Ambroxol, die zugehörigen Medikamente sind beispielsweise Mucospas oder Spasmo-Mukosolvan.

In der Veterinärmedizin wird es in Medikamenten wie Venti plus oder Venti pulmin verwendet.


Handelsnamen

Medikamente mit dem Wirkstoff Clenbuterol können alleine (Monopräparat), aber auch in Kombination mit anderen Medikamenten angewendet werden (Kombinationspräparat).

  • Monopräparate:
    Spiropent (D) – Tropfen und Tabletten
  • Kombinationspräparate (mit Ambroxol):
    Spasmo-Mucosolvan (D), Mucospas (D, A)
  • Veterinärmedizin (Tiermedizin):
    Ventipulmin (A), Venti Plus (A)

Indikationen

Hauptanwendungsgebiet von Clenbuterol ist die Behandlung von Asthma. Die wehenhemmende Wirkung des Arzneistoffs wird außerdem in der Veterinärmedizin genutzt.

Illegal wird Clenbuterol darüber hinaus auch von Sportlern als Dopingmittel verwendet, da der Wirkstoff Leistungssteigernd wirken soll und womöglich eine anabole Wirkung auf die Skelettmuskeln hat.


Gegenanzeigen

Wann darf Clenbuterol nicht verwendet werden?

Nicht nutzen sollte man Clenbuterol, wenn man an Krankheiten leidet, die sich durch die Nebenwirkungen von dem Atemwegsmedikament verschlimmern könnten. Dies sind besonders:

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Clenbuterol darf in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten, aber auch in den letzten Tagen vor der Geburt nicht verabreicht oder eingenommen werden. In den Monaten dazwischen ist die Einnahme erlaubt, jedoch ist es ratsam, dies von einem Arzt abklären zu lassen.

In der Stillzeit sollte man vollständig auf das Medikament verzichten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Jugendlichen gibt es keine Unsicherheiten bezüglich der Wirkung und Anwendung des Medikaments, aber da die Wirkung von Clenbuterol bei Kindern unter 12 Jahren noch nicht getestet oder in Studien geprüft wurde, ist bei jüngeren Kindern von der Einnahme abzusehen.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Clenbuterol?

Zumeist treten die Nebenwirkungen zu Beginn der Behandlung auf und bilden sich dann zurück. Normalerweise gewöhnt der Körper sich an die Nebenwirkungen so, dass sie nach höchstens einigen Wochen nicht mehr auftreten. Dennoch kann es natürlich dazu kommen, dass langfristige Schädigungen entstehen.

Selbstverständlich steigt auch die Gefahr und die Wahrscheinlichkeit Nebenwirkungen oder stärkere Nebenwirkungen zu erleiden mit einer höheren Dosis. Hohe Dosen, die bei einer Einnahme aufgrund einer Gewichtsreduktion oder Fettverbrennung nicht selten sind, können sogar lebensbedrohlich sein.

Bei geringen Dosen sind die Nebenwirkungen von Clenbuterol weit weniger schlimm als die anderer Anabolika, da Clenbuterol nicht in das Hypophysen-Gonaden-Hormonsystem eingreift, welches sehr viel sensibler reagiert.

Häufige Nebenwirkungen:

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Seltene Nebenwirkungen:

  • Hautausschlag
  • Wasserablagerungen (hauptsächlich im Gesicht)
  • Abnahme der Thrombozyten
  • Probleme beim Wasserlassen

Sehr seltene Nebenwirkungen:

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit

:

Anstieg des Blutzuckerspiegels und des Insulins, der Ketonkörper, der freien Fettsäuren, des Kaliumspiegels und des Glycerols im Blut.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Clenbuterol?

Bei einer gleichzeitigen Einnahme von Clenbuterol und anderen Medikamenten ist auf einiges zu achten.

Zunächst entsteht bei einer zusätzlichen Anwendung von Medikamenten mit ähnlicher Wirkung wie beispielsweise anderer Beta-2-Sympathomimetika sowohl eine Wirkungssteigerung als auch eine Verstärkung der Nebenwirkungen.

Wenn man zusätzlich Betablocker einnimmt, muss man künftig auf andere Herzmedikamente ausweichen, da die Betablocker der antiasthmatischen Wirkung von Clenbuterol entgegenwirken.

Diabetiker müssen bei der Anwendung des Atemwegsmedikaments darauf achten gleichzeitig ihren Blutzuckerspiegel zu erhöhen, da er infolge der Wirkung von Clenbuterol gesenkt wird.

Zudem sorgen auch Entwässerungsmedikamente und Herzglykoside für eine Verstärkung der Nebenwirkungen.

In Kombination mit halogenierten Kohlenwasserstoffen führt Clenbuterol zu Herzrhythmusstörungen, also ist auch hier Vorsicht geboten.

Menschen, die tri- oder tetrazyklische Antidepressiva nehmen müssen oder auch MAO-Hemmer, sollten nicht gleichzeitig Clenbuterol einnehmen, da dies zu Tachykardie und zu einem verstärkten Pulsschlag führt.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Clenbuterol zu beachten?

Es ist bei der Einnahme von Clenbuterol sehr empfehlenswert viele Nährstoffe und Vitamine sowie genügend Wasser zu sich zu nehmen, um ungeliebte Nebenwirkungen vorzubeugen. Beispielsweise können durch einen ausreichend hohen Natrium– und Kaliumspiegel Muskelkrämpfe präveniert werden.

Zudem ist es äußerst wichtig, bei einer Kombination mit anderen Medikamenten auf mögliche Wechselwirkungen zu achten, da es sonst zu gefährlichen Komplikationen kommen kann.

Ebenso sollten Menschen, die noch an weiteren Krankheiten leiden, darauf achten, dass Clenbuterol negative Auswirkungen auf ihren Organismus haben kann, der die weiteren Krankheiten verschlechtern könnte.

Beispielsweise müssen Diabetiker darauf achten, dass der aufgrund der Wirkung von Clenbuterol gesenkte Blutzuckerspiegel von ihnen persönlich erhöht wird, um eine Gefährdung durch die Krankheit Diabetes auszuschließen.

Außerdem muss dafür Sorge getragen werden, dass manche Bevölkerungsgruppen wie z. B. Schwangere und Stillende sowie Kinder unter zwölf Jahren das Medikament gar nicht oder nur unter Aufsicht zu sich nehmen dürfen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Clenbuterol

Das Medikament ist verschreibungspflichtig und nur in Apotheken erhältlich.


Geschichte

Seit wann ist Clenbuterol bekannt?

Zuerst wurde Clenbuterol in der Veterinärmedizin zur Behandlung von Asthma genutzt. Auch Masttieren wurde es verabreicht, um ihre Muskelmasse zu steigern. Dies ist zwar als illegal befunden worden, tritt aber immer noch auf.

Als Arzneistoff zugelassen wurde es dann erst im Jahr 1983 in Deutschland in der Humanmedizin und nicht mehr ausschließlich in der Veterinärmedizin.

Ebenso wurde es durch die Anwendung als Doping-Mittel publik, ist aber 2012 verboten worden, als auch bekannt wurde, dass die berühmte Rennfahrerin der Tour de France Katrin Krabbe unter Einfluss des Mittels stand. Aber auch etliche andere namenhafte Sportler nahmen den Wirkstoff zur Leistungssteigerung ein.

Es kann auch falsch positive Ergebnisse beim Menschen erzielen, wie der Fall bei einem Sportler belegte, als dieser sich einem Doping-Test unterzog und ein positives Ergebnis erhielt, obwohl er keine Doping-Mittel zu sich genommen hatte.

Es stellte sich heraus, dass er mit Clenbuterol verseuchtes Fleisch gegessen hatte und deshalb tatsächlich den Stoff im Blut hatte.

Ebenfalls wird es nicht mehr nur bei Bodybuildern, sondern auch in der Fitness-Branche trotz der gesundheitlichen Risiken zum Muskelaufbau und zur Fettverbrennung eingenommen.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Zunächst sollte man Clenbuterol nur zur Bekämpfung der Atemwegserkrankung einnehmen und keinesfalls als Doping-Mittel. Es ist nicht nur verboten, sondern auch wegen der zahlreichen negativen Nebenwirkungen kein Produkt, mit dem man seinen Körper unnötig belasten sollte.

Es können nicht nur gesundheitliche Schädigungen auftreten, sondern auch den Alltag durch möglicherweise verlangsamtes Reaktionsvermögen beim Autofahren oder anderen Tätigkeiten belasten und gefährlicher machen.

Wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird, kann auch durch gefährliche Nebenwirkungen das Leben gefährdet sein, falls durch falsche Dosierung, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder einfach nur durch eine fehlgeleitete Wirkung des Medikaments selbst eine Verschlechterung des Luftapparats, vor allem des Zustands der Bronchien, auftritt.

Bei solchen Symptomen ist es wichtig sofort einen Arzt aufzusuchen, um über den weiteren Verlauf der Behandlung zu sprechen, da bei einer Verschlechterung der Konstitution der Bronchien oft ein Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen wird.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Europäisches Arzneibuch PhEur
  • Arzneimittel-Fachinformation (Spiropent® Tabletten, Tropfen, Ventipulmin® ad us vet.)

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