Thrombozytopenie

Steckbrief: Thrombozytopenie

  • Name(n): Thrombozytopenie; Thrombopenie
  • Art der Krankheit: Mangelausprägung eines Blutbestandteils
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: bereits vor mehr ALS 900 Jahren im Zusammenhang des Todes von Hunden nach dem Verzehr von Maulbeeren
  • Behandelbar: ja; abhängig von der Ausprägung keine Behandlung nötig
  • Art des Auslösers: Traumata; Blutbildungsstörungen; Autoimmunerkrankungen
  • Wieviele Erkrankte: krankheitsbedingt oder zustandsbedingt bis zu 25% der Bevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; weiterführend Internist; Onkologe; Hämatologe
  • ICD-10 Code(s): D69.3 (idiopathisch);D 69.4- (primär);D 69.5.- (sekundär);D 69.6 (nicht näher bezeichnet)

Wenn die Blutgerinnung Probleme macht

 

Bei einer kleinen Verletzung ist innerhalb weniger Minuten eine Wunde wieder verschlossen.

Kaum hat man sich in den Finger geschnitten, bildet sich schon eine Schicht darauf, die die Wunde verschließt und nach wenigen Tagen ist nichts mehr von der Verletzung zu sehen.

Aber diese Form der Wundheilung kann auch gestört werden, wenn ein bestimmter Bestandteil des Blutes nicht mehr ausreichend vorhanden oder geschädigt ist.

Dann kommt es schnell zu Blutungen, die nicht mal einen Grund haben müssen und können Leib und Leben gefährden.

Definition Thrombozytopenie

 

Mit der Thrombozytopenie wird der Mangel an Thrombozyten im Blut beschrieben. Diese Armut an Zellen führt dazu, dass die Blutgerinnung im Falle einer Verletzung sensibel gestört ist.

Im Normalfall bewegen sich die Thrombozytenwerte des Blutes bei etwa 150.000 bis 400.000 Zellen auf einen Ny-Liter Blut.

Ab einem Wert von 80.000 wird bereits von einer beginnenden Thrombozytopenie gesprochen, aber eine Behandlung erfolgt meistens in diesem Stadium noch nicht, da es vom Betroffenen auch nicht wahrgenommen wird.

Ab einem Wert, der unter 50.000 Zellen pro Einheit liegt, können allerdings schon lebensbedrohliche Zustände entstehen, die eine Behandlung unvermeidbar machen. Zu diesem Zwecke sind unterschiedliche Behandlungsmethoden vorgesehen.

Was ist eine Thrombozytopenie?

 

Das menschliche Blut setzt sich generell aus drei Blutbestandteilen zusammen. Hierbei wird unterschieden in die Erythrozyten, die roten Blutkörperchen, die Leukozyten, die weißen Blutkörperchen und die Thrombozyten, die Blutplättchen. Sie alle haben unterschiedliche Aufgaben im menschlichen Blut. Die Erythrozyten sind für den Transport von Sauerstoff im Körper verantwortlich. Sie beliefern die Organe mit Sauerstoff und transportieren das Kohlenstoffdioxid wieder in die Lunge zurüCK. Die Leukozyten bilden das Abwehrsystem des Körpers. Dabei haben sie unterschiedliche Aufgaben und werden zu Antikörpern oder Fresszellen. Antikörper speichern Informationen bei Kontakt mit Erregern und können diese dadurch leichter erkennen. Fresszellen sind lediglich dazu da, dass die gefundenen Erreger aus dem Organismus isoliert und abtransportiert werden. Thrombozyten hingegen sind Blutplättchen, die für Verschlussmechanismen vorgesehen sind. Wird eine Verletzung in der Haut oder auch im Körper gesetzt, dann bilden sie die erste Schicht, dass kein weiteres Blut verloren geht und die Heilung der Haut einsetzen kann. Daher sind sie bei der Blutgerinnung besonders wichtig.

Tritt nun eine Thrombozytopenie auf, dann ist diese Zahl der Blutplättchen stark vermindert. Dies kann die Ursache haben, dass bereits bei der Blutbildung im Knochenmark nicht ausreichend Blutplättchen gebildet werden oder aber es findet ein verstärkter Abbau der Thrombozyten durch eine weitere Erkrankung oder eine Fehlfunktion im Körper statt. Bei großen Verletzungen kann es möglich sein, dass die Thrombozytopenie nur zeitweise besteht und der Mangel durch eine gesteigertes Bedürfnis an diesen Zellen ausgelöst wurden ist.

Die Erscheinung der Thrombozytopenie kann unterschiedliche Ursprünge haben. In den seltensten Fällen ist die Erkrankung angeborenen. Zumeist handelt es sich nur um einen vorübergehenden Zustand, wobei diese Erkrankung durch eine Behandlung oder auch die Selbstregulation wieder behoben werden kann. Bei einer chronischen Ausprägung handelt es sich meistens um eine erworbene Erkrankung, die nicht seit Geburt besteht und eine bestimmte Ursache hat. Zeitweise Thrombozytopenie wird meistens nicht bemerkt und verschwindet auch wieder ohne weitere Behandlung.

Welche Ursachen gibt es?

 

Die Ursachen für eine Thrombozytopenie haben unterschiedliche Ursprünge, die in unterschiedlichen Bereichen begründet sein können. Bei einer Erkrankung des Blutes kann ein chronischer Mangel zur dauerhaften Ausprägung von Blutergüssen führen. Weiterhin kann dies bereits angeboren sein. Die werdende Mutter muss dabei keine Symptome haben. Wiederum kann auch die werdende Mutter während der Schwangerschaft unter einer Thrombozytopenie leiden, die sie meist nicht bemerkt und die mit der Entbindung des Kindes wieder verschwindet.

Durch bestimmte Therapien und Behandlungsmethoden kann eine Thrombozytopenie ausgelöst werden. In diesem Zusammenhang stehen meistens Chemotherapien. Aber auch die Verabreichung von Gerinnungshemmern sind die Ursache für diese Auffälligkeit. Bei gewissen Erkrankungen des Blutes, wobei die Gerinnung stark erhöht ist, werden dauerhaft Medikamente gegeben, die die Blutgerinnung absinken lassen. Weiterhin werden Gerinnungshemmer im Rahmen einer Prophylaxe für Operationen gegeben. In diesem Falle soll einer Thrombose vorgebeugt werden. Nach optimalem Verlauf der Operation und anschließender Mobilisierung des Patienten wird diese Gabe aber wieder eingestellt.

Organische Erkrankungen der Leber und der Milz können dies ebenso zu einer Thrombozytopenie führen. Bei einer Zirrhose der Leber fehlen bestimmte Faktoren, die die Bildung von Blutplättchen auslösen und fördern. Bei einer Überfunktion der Milz werden unnötig viele Thrombozyten einfach abgebaut. Auch nach Infektion, wie Malaria oder Ringelröteln kann dieser Mangel auftreten. In seltenen Fällen bildet der Körper Antikörper gegen die Thrombozyten aus, die dann als Fremdkörper erkannt werden und werden vom Immunsystem eliminiert.

Symptome & Anzeichen

 

  • Hämatome
  • erschwerte Blutstillung, Blutungsneigung
  • Nasenbluten, Zahnfleischbluten
  • punktförmige, großflächige Einblutungen

In den meisten Fällen verläuft eine Thrombozytopenie ohne weitere Symptome und heilt von selbst wieder aus, wenn ausreichend Blutplättchen nachgebildet wurden. Allerdings wird die Erkrankung dann auch von den Betroffenen meistens nicht bemerkt. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto eher können Symptome auffallen.

Zunächst kommt es meistens zu einer gesteigerten Blutungsneigung im Bereich der Schleimhäute. Schon durch eine leichte Manipulation beginnt das Zahnfleisch zu bluten oder auch die Nase blutet immer mal wieder. Nachfolgend treten vermehrt blaue Flecken (Hämatome) an allen Teilen des Körpers auf. In den meisten Fällen finden die Betroffenen dann keine Erklärung, wie diese Läsionen entstehen konnten, da kein traumatisches Ereignis stattgefunden hat.

Nachfolgend beginnt die Haut mit vielen kleinen Einblutungen übersät zu sein, wie sie in der Augenhaut entstehen können, wenn man gewürgt wird. Diese Einblutungen treten in einer großen Gruppe auf und betreffen eine große Hautfläche. Ist die Erkrankung angeboren, dann leiden die Betroffenen meistens unter einer Purpura. Hierbei zeigen sich sehr große rote Flecken auf der Haut und an sensiblen Hautstellen ohne jeglichen Auslöser.

Je, weiter die Krankheit fortgeschritten ist, umso wahrscheinlicher wird die Gefahr einer gesteigerten Blutungsneigung. Dabei können schon leichte Verletzungen oder Erschütterungen eine starke Blutung auslösen und kann nur sehr schwer wieder gestillt werden. Darunter ist auch das Blutersyndrom zu verstehen, wo ein gewisser Gerinnungsfaktor im Blut nicht vorhanden ist, da die Blutplättchen nicht ausreichend gebildet werden können.

Diagnose & Krankheitsverlauf

 

Um eine Diagnose zu stellen, wird ein Arzt zunächst eine genaue Erhebung der Krankengeschichte vornehmen. Dabei beleuchtet er die Symptome genauer und möchte auch erfahren in welchem Zusammenhang die Hämatome aufgetreten sind. Weiterhin sind familiäre Informationen von großer Wichtigkeit, sofern diese Form der Thrombozytopenie durch einen genetischen Faktor vererbbar sein sollte. Im Anschluss findet eine körperliche Untersuchung statt, wo alle Hämatome und andere Läsionen der Haut genau betrachtet werden.

Weiterführend wird eine Blutentnahme angeordnet, damit die Anzahl der Thrombozyten bestimmt werden kann. In diesem Zusammenhang wird eine Klassifizierung vorgenommen, wie stark die Thrombozytopenie ausgeprägt ist. Entsprechend dieser Klassifizierung kann eine weitere Behandlungsstrategie festgelegt werden. In den meistens Fällen ist aber keine Behandlung nötig. Es erfolgt nur eine weitere Beobachtung und eine Verordnung für eine regelmäßige Kontrolle des Blutes bis zur Abheilung der Erkrankung.

Krankheitsverlauf

Zunächst verläuft die Erkrankung sehr unauffällig und wird meistens nur durch Zufall bei einer routinemäßigen Untersuchung des Arztes festgestellt. Dabei muss aber noch keine Behandlung, sondern nur eine Beobachtung erfolgen. Körperliche Anzeichen sind noch nicht wahrzunehmen.

Im weiteren Verlauf ist das vermehrte Auftreten von blauen Flecken zu verzeichnen. Dabei reicht oftmals schon ein kleines Trauma, dass sich ein sehr großes Areal verfärbt. Dennoch ist dies meist noch kein Grund einen Arzt aufzusuchen für die Betroffenen. Erst wenn immer mehr blaue Flecke auch dann auftreten, wenn kein entscheidendes Ereignis dafür den Grund geben kann, dann wird ein Arzt aufgesucht. In den meisten Fällen sind dann auch schon kleine Einblutungen vorhanden und können mitunter den ganzen Körper besiedeln. Kleine Wunden beginnen nicht mehr gut abzuheilen und auch die Blutstillung dauert wesentlich länger. Auch bei Verletzungsflächen, die generell nicht gut durchblutet sind und sonst keine Blutung bei Verletzung zu erwarten ist, treten diese nun vermehrt auf.

Im schwersten Stadium der Krankheit kommt es zu Spontanblutungen und sogenannten Blutstürzen. Dabei verlieren die Betroffenen in sehr kurzer Zeit sehr viel Blut und die Blutung kann nicht schnell gestillt werden. Erst Notfallmaßnahmen können eine Linderung bringen. In diesem Zusammenhang können sehr schnell lebensbedrohliche Zustände resultieren.

Häufigkeit & Diagnosedaten

 

Eine Thrombozytopenie kann bei jedem Menschen gleichermaßen auftreten, der sich verletzt und eine größere Verletzung hat, da hier sehr schnell viele Thrombozyten gebraucht werden und deshalb durch den hohen Verbrauch ein zeitweiser Mangel entsteht. Ebenso sind es Operationen und andere Eingriffe, die diesen Zustand vorübergehend auslösen können. Daher kann keine genaue Zahl genannt werden, wie viele Erkrankte es genau gibt. Da viele Menschen die Symptome nicht bemerken oder aber die Erkrankung ohne Symptome abläuft, kann eine große Dunkelziffer entstehen.

Generell kann beziffert werden, dass etwa die Hälfte der Patienten, die nach einem schweren Unfall mit hohem Blutverlust über einen längeren Zeitraum an einer Thrombozytopenie leiden. Ebenfalls sind etwa 6-8% der Schwangeren davon in einer normalen Schwangerschaft betroffen, aber meist ohne es zu wissen.

Mit zunehmenden Alter und der zunehmenden Behandlung von Erkrankungen kann die Thrombozytopenie immer mehr zunehmen. Besonders bei der Verabreichung von Gerinnungshemmern ist diese Erkrankung eine logische Folge, die sich aus der Therapie ergibt.

Allerdings wird in diesem Fall die Gefahr abgewogen, wie schlimm eine Thrombozytopenie gegenüber einer gesteigerten Gerinnungsneigung ist. Hierbei können schneller lebensbedrohliche Zustände entstehen, da Thrombosen und Embolien durch die Dickflüssigkeit des Blutes wahrscheinlicher sind.

Komplikationen bei Thrombozytopenie

 

  • Thrombosen
  • Embolien
  • Infarkte
  • Tod

Thrombozytopenie kann auch Thrombosen auslösen. In diesem Falle kommt dies von Ablagerungen, die bereits in Gefäßen bestanden haben. Dem Voraus geht meistens eine Gefäßerkrankung einher. Durch diese Gefäßablagerungen und den erhöhten Blutstrom können sich diese Ablagerungen auch lösen. In diesem Falle ist aus dem Thrombose ein Embolus geworden, der sich im Blutkreislauf befindet und je nach Größe und Ausprägung ganze Blutgefäße verstopfen kann. Diese sind dann unterversorgt.

Die Embolie, die daraus resultiert, findet meistens im Herz, den Lungen oder im Gehirn statt. Die Folge sind Herzinfarkte, Schlaganfälle und ein Lungenkollaps. Die Lunge kann an der Atmung nicht mehr teilnehmen und versagt. Durch diese Mangelversorgung entsteht ein Sauerstoffmangel in bestimmten Arealen oder dem ganzen Körper.

Folgen dieser Komplikationen sind selbst bei schnellem Handeln nicht ausgeschlossen. Lähmungen, Gehbehinderung und andere Einschränkungen sind die Folge.. Wenn in diesen Fällen nicht sofort oder schnellstmöglich ärztliche Hilfe gewährleistet werden kann, dann ist der Verlust des Lebens nicht mehr aufzuhalten.

Ironisch an diesen Verläufen ist, dass diese Erkrankungen meist bei einer erhöhten Gerinnungsneigung auftreten. In diesem Falle ist die Blutgerinnung aber verlangsamt und kann nicht mehr korrekt funktionieren. Auch innere Blutungen können die Folge sein, da das Blut zu leicht durch kleine Läsionen hindurchdringen kann. Werden diese Anzeichen nicht rechtzeitig erkannt, dann kann auch diese Situation zum Tod führen.

Wann sollte man zum Arzt Gehen?

 

Ein Arzt sollte immer dann aufgesucht werden, wenn vermehrt blaue Flecken auftreten, für die keine Erklärung gegeben werden können. Aber auch, wenn eine Wunde nicht schnell aufhört zu bluten oder auch kleine Verletzungen einen verhältnismäßig hohen Blutverlust bedeuten, dann ist es notwendig einen Arzt aufzusuchen.

Sind bereits erbliche Faktoren bekannt, dann sollte eine dauerhafte ärztliche Kontrolle in Betracht gezogen werden. Denn nur so kann durch eine dauerhafte Kontrolle des Blutbildes gewährleistet werden, dass Abweichungen von den Normwerten erkannt werden, bevor weitere Verschlimmerungen des Zustandes eintreten können. Weiterhin ist notwendig einen Arzt auch dann zu besuchen, wenn eine Chemotherapie oder eine andere Behandlung erfolgt, sowie eine Malariainfektion oder andere tropische Infektionen durchlebt wurden. Bei Schädigungen der Leber oder auch Suchtverhalten, sollte das Auftreten von blauen Flecken ohne Grund bereits ein Alarmsignal sein, da es auf eine Unterfunktion der Leber hindeuten kann und weiterführend behandelt werden muss.

Behandlungsmethoden & Therapie

 

  • Einsatz von gerinnungshemmenden Mitteln
  • Entfernung der Milz
  • Beobachtung
  • andauernde Kontrolle bei stationärem Aufenthalt
  • Blutplättchen bildende Peptide
  • schnelle Blutstillung und Wundversorgung

Bei einer starken Blutungsneigung und einer großen Spontanblutung ist die Blutungsstillung die erste Maßnahme, die notfallmedizinisch in Frage kommt. Dazu gehört nicht die Versorgung der Wunde mit einem Druckverband oder einer Tamponade, sondern auch die Verabreichung von Gerinnungshemmern. Dabei kann es sich nur um Substanzen handeln, die die Blutgerinnung anregen, aber auch um eine Spende von Thrombozyten in einer Konserve. Hierbei ähnelt das Vorgehen einer Bluttransfusion, wobei in diesem Falle eine pauschale Konserve angewendet werden kann, da Thrombozyten keine Blutgruppeninformation tragen. Danach folgt eine Blutbildkontrolle und ein stationäre Aufenthalt bis zur Stabilisierung der Lage. Im Fall von Bluthochdruck werden blutdrucksenkende Mittel gegeben, dass der Druck auf die Gefäßwände reduziert wird. So können Spontanblutungen, aber auch die Entstehung von Embolien und Thrombosen eingeschränkt werden.

In den meisten Fällen bei einer geringfügigen Thrombozytopenie wird keine Behandlung vorgenommen und lediglich die Blutwerte werden konstant überwacht. Bei einer Verschlechterung kann eine Weiterbehandlung erfolgen.

Sollte die Milz und deren übermäßiger Abbau von Thrombozyten die Ursache sein, dann wird über eine Entfernung dieses Organs nachgedacht. Allerdings ist dies für Ärzte immer nur das letzte Mittel, da die Milz ein wichtiger Bestandteil des Lymphsystems ist, dass das Immunsystem im Abtransport von alten Zellen und eliminieren Erregern unterstützt.

Sollte die Ursache eine Autoimmunerkrankung sein, bei der der menschliche Körper gegen die Thrombozyten Antikörper ausgebildet hat, dann kann ein Antikörperhemmer gegeben werden. Wenn die Blutbildung nicht ausreichend stattfindet, bedient sich die Medizin eines Peptids (Enzym), dass die Bildung der Blutplättchen im Knochenmark anregen kann.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

 

Da die Erkrankung meistens keine auffälligen Symptome liefert und diese auch nicht tragend sind, kann keine Prävention erfolgen. Allerdings sollte in folgenden Fällen immer eine erhöhte Aufmerksamkeit stattfinden, die dann eine Behandlung unmittelbar einleiten kann:

Nimmt man dauerhaft gerinnungshemmende Medikamente ein, dann sollten Blutungen beobachtet werden und auch der Blutverlust. Ebenso ist die Zeit wichtig, wie lang die Wunde bis zur Gerinnung braucht. Erscheinen die Zeiträume zu lang, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden. In der Schwangerschaft bietet sich eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes an. Wenn die Thrombozytopenie nicht rechtzeitig erkannt wird, dann können Verletzungen einen hohen Blutverlust und eine Gefährdung der Schwangeren und des Kindes bedeuten.

Sind bereits genetische Vorbelastungen bekannt, dann sollte auf die jährlich Routinekontrolle nicht verzichtet werden, dass Veränderungen im Blutbild sofort erkannt werden können.

Prognose zur Heilung

 

Bei einer Thrombozytopenie ist die Prognose einer Heilung sehr gut, wenn es nicht zu Komplikationen gekommen ist. In den meisten Fällen regelt sich das Verhältnis der Blutplättchen auch ohne weitere Behandlung von selbst wieder. Allerdings sollte immer eine Kontrolle erfolgen bis die normalen Werte wieder erreicht wurden sind.

Ist es zu Komplikationen, wie starken Blutungen oder Infarkten gekommen, dann sind die Folgeschäden mitunter so schwerwiegend, dass sie nicht mehr komplett behoben werden können. Probleme beim Essen und Laufen. Probleme beim Sprechen oder auch die Einschränkung der Wahrnehmung können die Folge sein. Auch mit sehr vielen Therapien und Rehabilitationen ist eine hundert prozentige Heilung kann nicht garantiert werden.

Wird die Erkrankung aber rechtzeitig erkannt und behandelt, wenn eine Behandlung notwendig ist, dann ist eine komplette Heilung ohne Folgeschäden sehr wahrscheinlich.

Thrombozytopenie in der Schwangerschaft

 

Das Auftreten einer Thrombozytopenie in einer normalen Schwangerschaft kommt bei 6- 8 % aller Schwangeren vor. Erstaunlich dabei ist, dass dieser Mangel meistens nur bei einer Kontrolle des Blutbildes auffällig ist und immer knapp unterhalb des Normalwertes liegt. In der Regel erfordert es keine weitere Behandlung und stellt auch keine Gefährdung für das Kind dar.

Allerdings ist es nicht klar, welche Ursache hierfür definiert werden kann. Denn im Rahmen des Versorgens eines zweiten Kreislaufes im mütterlichen Körper kann eigentlich nicht nur dieser Wert erniedrigt sein, sondern alle Werte müssten dabei auffällig sein. Auch nach vielen Untersuchungen und Studien konnte kein direkter Zusammenhang erkannt werden. Für die Schwangere und ihr Baby hat es keine weiteren Folgen und es kann auch nicht an das Kind vererbt werden, wenn nicht schon vor der Schwangerschaft eine genetische Disposition bestanden hat. Differenzialdiagnostisch könnten diese Blutwerte auf eine Schwangerschaftsvergiftung hindeuten, die sich noch in den Anfängen befindet. Diese würde dann mit fortschreitenden Verlauf eine Gefahr für Mutter und Kind darstellen und könnte auch für beide lebensbedrohlich werden. Daher werden die Blutwerte und der Zustand der Schwangeren regelmäßig überwacht.

Leidet eine Schwangere unter Thrombozytopenie dann kann das daran liegen, dass sie bereits mehrere Fehlgeburten hatte und dieser Blutverlust noch nicht wieder vom Körper ausgeglichen werden konnte. Eine Einschränkung gilt allerdings für alle Schwangeren, deren Zellanzahl unter 50.000 Zellen pro Einheit liegt. Aufgrund der gesteigerten Blutungsneigung sollte ein Kaiserschnitt nur im Notfall durchgeführt werden unter der Gabe von Gerinnungshemmern. Andernfalls wird eine normale Geburt als sicherer befunden, da hier der Blutverlust und das Blutungsrisiko geringer ist.

Alternative Behandlungsmethoden

 

Eine Thrombozytopenie kann nicht grundlegend auf natürlichem oder alternativen Weg behandelt werden, aber es ist möglich, dass eine Behandlung oder auch nur der stille Verlauf der Erkrankung mit entsprechenden alternativen Behandlungen unterstützt werden kann.

Diese Methoden sollte aber nur dann ausschließlich zum Einsatz kommen, wenn die Erkrankungen keine großen Folgerisiken zu erwarten hat. Daher ist es wichtig, dass der behandelnde Arzt immer über das Vorhaben informiert wird. Er kann auch aus medizinischer Sicht beurteilen, ob die Methode Erfolg haben kann und ob sie nicht mit einer laufenden Therapie in Konflikt steht. Mitunter kann nicht die Erkrankung direkt behandelt werden, aber es besteht die Möglichkeit, dass Nebenerscheinungen oder auch die komplette körperliche Konstitution gebessert werden kann. Dazu würde auch die Unterstützung der Blutbildung zählen.

Kombiniert man die Methoden miteinander ist es wichtig, dass es nicht zu viele auf einmal sind, die man durchführen möchte. Da auch der zeitliche und finanzielle Aufwand im Rahmen bleiben sollte. Wenn eine Methode begonnen wird, dann können sich die Auswirkungen mitunter erst nach einigen Wochen zeigen, daher ist es wichtig, dass man auch ausreichend Geduld mitbringt. Wichtig ist, dass sie sich über Maßnahmen gründlich vor der Anwendung informieren und vor allem nur Maßnahmen durchführen, die sie auch wirklich machen möchten. Dazu kann das Gespräch mit dem Arzt, aber auch mit dem Heilpraktiker oder Homöopathen gesucht werden.

Welche Hausmittel können helfen?

 

Sportliche Betätigung ist nicht nur im Allgemeinen sehr wichtig, weil sie fit hält, sondern auch, weil der Körper damit in Bewegung versetzt wird. Viel Sport und ausreichend Schlaf und Ruhephasen in Kombination führen dazu, dass neue Zellen ausgebildet werden und der körperliche Zustand immer auf einem guten Level gehalten wird.

So wird auch die Blutbildung mit angeregt. Neben der Verbesserung der Bildung der Blutplättchen können auch mehr Erythrozyten gebildet werden, die mehr Sauerstoff aufnehmen können. In diesem Zusammenhang verbessert sich auch die Versorgung der Muskeln und Organe und es entsteht ein besserer Trainingseffekt.

Hinzu kommt eine gesunde ausgewogene Ernährung, die aber auch keinen Verzicht bedeutet. Denn wenn man sich alles verbietet, was einem schmeckt, dann sinkt auch automatisch die Motivation zur weiteren Bewegung und der Unterstützung des Körpers.

Hinzu kommt, dass immer ausreichend getrunken werden sollte, bevorzugt Wasser. Da der Körper und auch die Zellen des Körpers zum großen Teil aus Wasser bestehen. Muss einer Austrocknung vorgebeugt werden, denn nur so können die Zellbildungs- und Stoffwechselprozesse aufrechterhalten werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Aloe Vera
  • Knoblauch
  • Kaktus

Heilkräuter und Pflanzen können dann eingesetzt werden, wenn sie einen hohen Vitamingehalt haben. In diesem Falle ist es bei Knoblauch so, dass er sehr viele Vitamine enthält, die auch die Blutbildung fördern. Ebenso verhält es sich mit Kaktus und Aloe Vera.

Insbesondere Seealgen haben einen großen Gehalt an Vitamin K und B. Sie gelten schon als das neue Trendfood, da sie auch in getrockneter Form in allen Mahlzeiten mit verarbeitet werden können und müssen nicht separat zubereitet und gegessen werden. Im Allgemeinen können alle grünen Kräuter hilfreich sein, weil sie sich positiv auf das Immunsystem auswirken und freie Radikale mit Antioxidantien bekämpfen. So können Infektionen und Erkrankung leichter überwunden werden, weil das Immunsystem gestärkt ist.

Ätherische Öle

 

  • fruchtige Öle

Hierbei steht der positive entspannende Sinn der Öle im Vordergrund. Wer unter hohem Blutdruck leidet, sollte diese Öle für eine Massage oder auch zur Inhalation verwenden, dass entspannt und lässt den Stress des Alltags ein bisschen abfallen. Dadurch kann sich der Blutdruck beruhigen und der Körper entspannen.

Weiterhin sind diese Effekte auch wichtig für die Zeit nach dem Sport, dass eine ausreichende Entspannung und Ruhephase eintreten kann. Durch ein Bad mit Lavendelöl oder auch eine Duftlampe, die den Duft von Orangenöl verbreitet, kann man leichter einschlafen und auch nach kurzem Aufwachen wieder in den Schlaf zurückfinden.

Homöopathie & Globuli

 

Homöopathische Produkte können zum Einsatz kommen, wenn die Hämatome auf der Haut behandelt werden sollen, ohne dabei Medikamente anzuwenden.

Sie werden meistens in Form von Tabletten oder Globuli, aber auch Lösungen angeboten, die zu den Mahlzeiten oder auch in Getränken eingenommen werden können.

Im Falle vom Auftreten von Hämatomen wird in den meisten Fällen Arnica montana C9 eingenommen. Sie fördern das Verschwinden der Bluterflecken auf der Haut. Dabei ist die Einnahme geregelt, indem zu jeder Stunde fünf Globuli eingenommen werden.

Kann festgelegt werden, dass die Erscheinungen auf der Haut mit einer Erkrankung der Leber in Zusammenhang stehen, dann wird Arsenicum album C9 verabreicht. Dieses wird einmal täglich eingenommen in Form von ebenfalls fünf Globuli. Alle Produkte, die auf Arnica basieren, können bei diesem Erkrankungsbild fehlen, dass die Erscheinungen der Haut verschwinden. Aber auch Sarsaparille oder Phosphorus können hilfreich sein.

Schüssler-Salze

 

Schüssler-Salze gelten als Allrounder und werden eingesetzt, um körperliche Prozesse zu optimieren und zu verbessern. Besonders bei Problemen mit Blutdruck und Magen werden sie verwendet. Aber sie können auch die Blutbildung anregen. Dazu ist Kombination aus den Nummern 2,4,8 und 12 optimal. Schüssler-Salze können auch von Schwangeren eingenommen werden und bieten dadurch einen hohen Anwenderkreis. Wer unter Nierenerkrankungen leidet, sollte bei der Verwendung der Salze etwas vorsichtig sein, ansonsten sollte die Einnahme der einzelnen Salze oder auch der Salze in Kombination bis zu dreimal täglich erfolgen.

Diät & Ernährung

 

Eine Diät ist im Falle einer Thrombozytopenie nicht notwendig, aber eine gesunde und reichhaltige Ernährung kann die Versorgung mit Flüssigkeit und Vitaminen sicherstellen und damit auch die Blutbildung anregen. In diesem Falle sollte besonderer Wert auf die Qualität und die Verarbeitung des Gemüses geachtet werden. Konserviertes Gemüse hat meistens nicht mehr den vollen Vitamingehalt und ist daher nicht mehr so effektiv. Die Aufnahme von Folsäure durch Spinat ist besonders in der Schwangerschaft sinnvoll.

Omega-3-Fettsäuren sollten nur in Maßen in der Nahrung enthalten sein, da sie die Produktion von Blut hemmen können. Hingegen Kiwis sind sehr anregend für die Blutproduktion.

Genussmittel wie Nikotin und Alkohol sollten nicht in den Alltag integriert sein, da sie die Stoffwechselprozesse und die Zellbildung erheblich hemmen.Weiterhin sind sie im Rahmen eines gesunden Lebensstils nicht förderlich und können auch noch andere negative Auswirkungen haben.

Wenn man nur eine Mahlzeit am Tag auf die Unterstützung der Blutbildung ausrichten möchte, dann ist das Frühstück dafür am geeignetsten. Hier kann das Frühstück aus einer gesunden Mischung von Haferflocken und Früchten bestehen und ein Glas Fruchtsaft aus Zitrusfrüchten dazu, da diese sich am positivsten auf die Blutbildung auswirken. Aber auch rote Säfte können in Maßen von Vorteil sein.

FAQ – Fragen & Antworten

 

Kann man selbst eine Thrombozytopenie frühzeitig erkennen?
Das ist abhängig davon, wie gut man seinen Körper kennt. Oftmals ist es nicht einfach zu unterscheiden, ob eine kleine Wunde länger blutet oder nicht. Denn Verletzungen treten zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf und wenn man gerade im Stress ist, dann kann auch eine normale Zeitspanne sehr lang erscheinen. Daher ist es nicht sicher, dass eine Vermutung auch gleich Krankheit bedeutet. Sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Wie kann man eine Thrombozytopenie bei Kindern erkennen?
Wenn Kinder häufig blaue Flecken bekommen, wenn man sie nur leicht berührt oder sie bei kleinen Stürzen schon große Hämatome ausprägen, dann ist es notwendig, dass man einen Arzt aufsucht und dies nicht ignoriert. Auch häufiges Nasenbluten ohne weiteren Grund sollte einen Anlass zu einer Untersuchung geben.

Kann man Kinder mit Thrombozytopenie besonders schützen?
Wenn eine erhöhte Blutungsneigung besteht und das bekannt ist, aus welchen Gründen auch immer, dann empfiehlt es sich, dass die Kinder beim Spielen einen weichen Sturzhelm tragen, denn besonders Verletzungen am Kopf können schnell gefährlich werden. Des Weiteren ist es wichtig, dass die Kinder nie unbeaufsichtigt spielen und keine scharfen Gegenstände in Griffweite haben. So kann Verletzungen vorgebeugt werden, aber auch im Verletzungsfalle eine schnelle Versorgung erfolgen.

Ist eine angeborene Thrombozytopenie behandelbar?
Ja, allerdings ist dies nur als Behandlung zur Verbesserung der Umstände möglich. Dazu werden in den meisten Fällen Medikamente mit Gerinnungsfaktoren verabreicht, die dann die Blutgerinnung maßgebend unterstützen. Diese Behandlung kann unter der entsprechenden Kontrolle immer wieder angepasst werden und ermöglicht damit die optimale Regulation

Kann man mit Thrombozytopenie normal leben?
In den meisten Fällen ja, wenn es sich nicht um eine starke Blutungsneigung handelt. Unter normalen Umständen fällt der Mangel nicht einmal auf und so können die Betroffenen damit leben ohne weitere Symptome oder Probleme auszuprägen. Daher ist es sinnvoll, dass die Erkrankung dennoch regelmäßig von einem Arzt untersucht wird, wenn die Erkrankung bekannt ist, dass eine Verschlimmerung auch ohne Symptome schnell behoben werden kann.

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