Lungenfibrose

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Lungenfibrose

Symptome

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Behandlung

Was ist eine Lungenfibrose?

LungenfibroseUnter der Bezeichnung Lungenfibrose sind rund 100 verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die die Lunge betreffen. Sämtliche Lungenfibrosen gehen mit chronischen Entzündungen einher, die das Bindegewebe der Lunge betreffen. Da entzündetes Lungengewebe nach und nach in Bindegewebe umgeformt wird, ist das Resultat eine krankhafte Vermehrung von Bindegewebe, das fibrosiert. Das heißt, das Gewebe verhärtet, und bildet eine Narbenstruktur aus.

Dies wiederum hat zur Folge, dass die Sauerstoffaufnahme eingeschränkt wird. Außerdem versteift die Lunge in zunehmendem Maß. Dementsprechend schlechter werden die Voraussetzungen, problemlos atmen zu können. Bei Vorliegen einer Lungenfibrose ist die Atmung häufig oberflächlich und hastig. Probleme bereitet vor allem das Einatmen – in einigen Fällen kommt es gar zu einem Atemstopp. Je weiter einer Lungenfibrose fortschreitet, umso mehr Platz nimmt vernarbtes Gewebe ein. Die Vernarbung kann entweder eine Herdform aufweisen oder verschiedene Stellen der Lunge betreffen.

Jegliche narbige Veränderung des Lungengewebes kann nicht rückgängig gemacht werden. Selbst für den Fall, dass sich die Erkrankung durch entsprechende therapeutische Maßnahmen schließlich stoppen lässt, verbleibt das Narbengewebe. Es gibt Lungenfibrosen, für die die Auslöser bekannt sind und welche, denen keine bestimmten Ursachen zuzuordnen sind. Letztere werden auch als idiopathische Lungenfibrosen bezeichnet. De facto lässt sich bei vielen Lungenfibrosen nicht herausfinden, welche Ursachen ihnen zugrundeliegen. Die schwerwiegendste Form der Lungenfibrose ist die idiopathische pulmonale Fibrose (IPF).

Bislang konnten keine bestimmten Ursachen für diese aggressivste Variante ausgemacht werden. Allerdings hat es den Anschein, dass auf jeden Fall auch erbliche Faktoren für die Entwicklung einer idiopathischen pulmonalen Fibrose bedeutsam sind. Davon abgesehen vermuten viele Experten das Vorhandensein gestörter Reparatur- und Wundheilungsprozesse als Wegbereiter einer solchen Lungenfibrose. Leider gehören idiopathische Lungenfibrosen zu den Erkrankungen, denen sich nicht vorbeugen lässt. Auf jeden Fall aber sollte jeder versuchen, schadstoff- und/oder staubbelastete Luft zu meiden. Ist dies aufgrund einer entsprechenden beruflichen Tätigkeit nicht möglich, ist die korrekte Verwendung von Arbeitsschutz angezeigt (etwa Atemfilter).

Symptome einer Lungenfibrose

Nicht selten ist ein unauffälliger Verlauf von Lungenfibrosen – und zwar über viele Jahre hinweg. Sogar in Fällen, in denen Arbeitskräfte täglich relativ hohen Schadstoffbelastungen (insbesondere Stäube) ausgesetzt sind, entwickelt sich eine Lungenfibrose oftmals über lange Zeiträume hinweg, bevor sie tatsächlich Beschwerden verursacht. Abhängig davon, welcher Bereich der Lunge in welchem Umfang von der Gewebezerstörung betroffen ist, ist der jeweilige Schweregrad festzusetzen. Als erste, für eine Lungenfibrose typische Anzeichen stellen sich Atemnot und trockener Reizhusten ein.

Während die Atemnot zu Beginn der Krankheit zunächst nur im Fall von körperlicher Belastung zu konstatieren ist, tritt sie später auch zunehmend im Ruhezustand auf. Überdies kommt es ohnehin zu einer Umstellung der Atmung in der Form, dass sie oberflächlicher und schneller als normalerweise wird. Möglicherweise kann sich sogar das sogenannte „door-stop“-Phänomen entwickeln, das durch ein abruptes Abbrechen des Einatmungsvorganges gekennzeichnet ist. Dieses Symptom taucht im Zusammenhang mit Lungenfibrosen aber eher selten auf und verschwindet nach mehreren Versuchen einzuatmen wieder. Ist die Erkrankung schließlich so weit fortgeschritten, dass dem Körper nicht mehr ausreichend Sauerstoff zugeführt werden kann, kommt es zu einer Blaufärbung der Finger und der Lippen. Ebenfalls deuten die sogenannten Trommelschlegelfinger und die Uhrglasnägel auf einen anhaltenden Sauerstoffmangel hin.

Bei Trommelschlegelfingern sind die Endglieder der Finger so aufgetrieben, dass sie Kolben gleichen. Nicht selten tauchen die beiden Symptome Trommelschlegelfinger und Uhrglasnägel gemeinsam auf. Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass die Fingernägel längs verlaufend eine starke Biegung aufweisen. Festzuhalten ist, dass Trommelschlegelfinger und Uhrglasnägel vorwiegend ein Hinweis auf eine chronische Mangelversorgung mit Sauerstoff sind; abgesehen von Lungen- kommen auch Herzerkrankungen als Auslöser in Betracht. Jeder Patient mit Lungenfibrose tendiert dazu, vergleichsweise häufig Lungen- und Atemwegsinfekte zu entwickeln. Als weitere Beschwerden bringt eine Lungenfibrose gegebenenfalls noch Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen und leichtes Fieber mit sich. In einem bereits sehr fortgeschrittenen Stadium kann sich ein Lungenhochdruck (krankhaft erhöhter Blutdruck im Lungenkreislauf) entwickeln.

Ursachen für eine Lungenfibrose

Die Ursachen für eine Lungenfibrose sind vielfältig. Und nur für etwa die Hälfte aller Fälle von Lungenfibrose sind die jeweiligen Auslöser zu benennen. Ist keine Ursache zu erkennen, handelt es sich um eine idiopathische Lungenfibrose, die durch eine Fibroblastenvermehrung und eine unnatürliche Kollagenablagerung gekennzeichnet ist. Einige Experten vermuten bestimmte Viren als Verursacher. Zu belegen ist diese Vermutung bislang aber noch nicht. Überwiegend betrifft die idiopathische Form der Lungenfibrose Personen im Alter von etwa 65 Jahren.

Unter 50-Jährige erkranken sehr selten an einer idiopathischen Lungenfibrose. Krankhafte Veränderungen des Lungengewebes gehen unter anderem auf anorganische Stäube zurück. Beispiele für solche Stäube sind Asbeststaub, Quarzstaub und Aluminiumstaub. Ob sich durch das Einatmen anorganischer Stäube tatsächlich eine Lungenfibrose oder eine andere Lungenkrankheit entwickelt, hängt einerseits von der Partikelgröße und andererseits von dem betroffenen Lungenareal ab. Zu den bekanntesten Lungenerkrankungen in Zusammenhang mit Stäuben gehört die Silikose (Quarzstaublunge). Eine Silikose kommt vor allem bei den Personen vor, die jahrelang in Steinmetzereien, Erzbergwerken oder in der Glasindustrie tätig sind. Als weitere Schadstoffe, die zu einer Lungenfibrose führen können, sind diverse Gase und Dämpfe zu nennen. Unter anderem wird vermutet, dass regelmäßig und in größeren Mengen verwendetes Haarspray die Atemluft stark belastet und dementsprechend eine Lungenfibrose fördern kann. Als Gase, die erwiesenermaßen das Lungengewebe stark reizen, sind zum Beispiel Ammoniak, Schwefeldioxid, Chlorgase und Phosgen zu nennen. Viele der Lungenfibrosen basieren auf Infektionen, die durch unterschiedliche Erreger verursacht sein können – etwa durch Viren, Bakterien oder durch Pilze.

Personen, die sich aufgrund einer Krebserkrankung einer Strahlentherapie unterziehen müssen, tragen ein höheres Risiko, eine Lungenfibrose zu entwickeln. Auch systemische Erkrankungen, das heißt, Krankheiten, die den gesamten Organismus betreffen, können die Entwicklung einer Lungenfibrose begünstigen. Aufzuführen sind hier beispielsweise Gefäßerkrankungen, Rheuma und Bindegewebserkrankungen. Schließlich kommen noch einige seltene körperliche Beschwerden wie akutes Lungenversagen (ARDS) oder chronische Blutstauung (in Zusammenhang mit einer Herzinsuffizienz) als Auslöser für eine Lungenfibrose infrage.

Behandlung der Lungenfibrose

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass eine Lungenfibrose nach wie vor nicht zu heilen ist. Somit müssen sich die therapeutischen Maßnahmen auf die Ursachen der Erkrankung konzentrieren. Das wiederum setzt natürlich voraus, dass die Ursachen überhaupt bekannt sind. Sollte zum Beispiel feststehen, dass eingeatmete Schadstoffe zur Lungenfibrose geführt haben, ist es unabdingbar, eine weitergehende Schadstoffbelastung zu meiden. Wer beruflich mit Schadstoffen zu tun hat, sollte einen Wechsel des Arbeitsplatzes in Betracht ziehen oder zumindest die Schutzmaßnahmen optimieren.

Nahezu unerlässlich für die Behandlung sämtlicher entzündlicher Erkrankungen der Lunge ist Cortison. Cortisonpräparate wirken sowohl gegen den Entzündungsprozess als auch gegen allergische Reaktionen des Körpers. Die Verabreichung kann intravenös, durch Inhalation oder oral erfolgen. Für die Erweiterung der verengten Atemwege werden üblicherweise Bronchodilatoren gewählt. Erhältlich sind Wirkstoffe wie Anticholinergika als Tabletten und als Dosiersprays. Sie bewirken eine Entspannung der Bronchialmuskulatur. Zugleich wird die Fähigkeit der Schleimhaut zur Selbstreinigung gefördert. Sofern eine idiopathische Lungenfibrose vorliegt, ist es üblich, Steroide sowie Immunsuppressiva zu verordnen. Ziel muss es auch hier sein, die Entzündungsreaktion zu stoppen.

Da eine rein immunsuppressive Therapie zumeist nicht ausreicht, gegen eine idiopathischen Lungenfibrose erfolgreich vorzugehen, wird dem Patienten üblicherweise auch hoch dosiertes N-Acetylcystein verabreicht. Diese Medikamentenkombination kann den fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion günstigstenfalls ganz stoppen. Nur dann, wenn eine bakterielle Infektion als Ursache für die Lungenfibrose auszumachen ist, kommt die Behandlung mit Antibiotika in Betracht. Zum Einsatz kommen sogenannte Breitband-Antibiotika wie Makrolise oder Cefalosporine.

Maßgeschneiderte Atemgymnastik kann den Patienten helfen, die Lungenkapazität besser zu nutzen. Sobald Grenzwerte hinsichtlich der Sauerstoffaufnahme unterschritten werden, ist der Zeitpunkt gekommen, eine Sauerstofflangzeittherapie zu beginnen. Normalerweise erhält der Patient wenigstens 16 Stunden täglich Sauerstoff über eine Nasensonde – in Einzelfällen auch über einen Katheter, der zur Luftröhre führt. Das Endstadium der Lungenfibrose erfordert möglicherweise eine Lungentransplantation. Voraussetzung für eine derartige Operation ist, dass der Patient jünger als 60 Jahre ist und keine weiteren Komplikationen gegeben sind.

 

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