Hand-Fuß-Mund

Was ist die Hand Fuss Mund Krankheit?

Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt es sich um eine meist harmlose, aber unangenehme Krankheit, die insbesondere Kinder befällt. Auch wenn die Virus-Erkrankung harmlos ist, ist sie meist hochansteckend. Deshalb dürfen betroffene Kinder nicht in die Schule oder den Kindergarten gehen.

Hand-Fuß-MundAuch zuhause muss auf strenge Hygiene geachtet werden. Die Krankheit kann das ganze Jahr über auftreten, besonders häufig ist sie jedoch im Spätsommer und Herbst. In Asien kommt es ab und zu größeren Epidemien, wo Tausende bis Hunderttausende betroffen sind. Dort wird auch an einer Impfung gearbeitet.

Manchmal wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit auch als falsche Maul- und Klauenseuche bezeichnet. Letztere befällt jedoch normalerweise nur Tiere und zeigt andere Symptome. Nichtsdestotrotz muss ausgeschlossen werden, dass man sich an der Maul- und Klauenseuche angesteckt hat.

Ursachen

Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt es sich um eine Erkrankung, die durch einen Virus ausgelöst wird. Meist wird die Krankheit durch einen Virus aus der Familie der Enteroviren ausgelöst. Diese Viren können auch Erkrankungen wie eine Sommergrippe, Gehirnhautentzündung oder Herpangina auslösen. Sie stehen jedoch in keinem Zusammenhang zu den Viren, die bei Tieren Maul- und Klauenseuche auslösen.

Die Enteroviren kommen normalerweise überall in der Umwelt vor. Sie können sich jedoch im Menschen vermehren. Dieser steckt dann andere Menschen durch Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß oder die Absonderung der typischen Bläschen an. Auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich.

Insgesamt sind Enteroviren sehr resistent. Sie überleben beispielsweise die Magensäure. Enteroviren lassen sich einzig durch das Erhitzen auf etwa 50°C abtöten.

Symptome und Anzeichen

Wie der Name der Hand-Fuß-Mund-Krankheit schon erahnen lässt, äußert sich die Krankheit an den Händen und Füßen sowie im Mund. Nach der Infektion dauert es jedoch zunächst, bis sich die Krankheit äußert. Zwischen Ansteckung und Ausbruch liegen normalerweise ein bis zwei Wochen, es können jedoch auch wenige Tage oder mehrere Wochen sein. Zunächst verspüren Betroffene jedoch Beschwerden, die an eine Grippe erinnern, wie etwa Fieber, Müdigkeit, Hals- und Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit.

Etwa ein bis zwei Tage nach dem Beginn des Ausbruchs bilden sich die charakteristischen Bläschen. Sie beginnen zunächst im Mund, nämlich an der Zunge, dem Zahnfleisch, der Mundschleimhaut und manchmal um den Mund herum. Aus kleinen, schmerzhaften, roten Flecken entwickeln sich nach kurzer Zeit Bläschen oder Geschwüre.

Etwas später treten auch an Händen und Füßen die kleinen roten Punkte aus. Oft sind diese Punkte unterschiedlich groß und von verschiedener Form, jucken jedoch noch nicht. Erst wenn sich anschließend die Bläschen bilden, treten Juckreiz oder Schmerzen auf. Die Bläschen entwickeln sich normalerweise an den Handinnenflächen und den Fußsohlen. Sie können aber auch an anderen Stellen von Händen und Füßen auftreten oder aber am Gesäß und im Bereich der Genitalien, Knie und Ellenbogen. Die Bläschen sondern schließlich ein Sekret ab, in dem die Viren stark konzentriert sind. Hier herrscht hohe Ansteckungsgefahr!

Die Bläschen sollten trotz Juckreiz nicht aufgekratzt werden. Dann können sie ohne weitere Schäden abheilen.

Dies ist jedoch nicht der Regelfall, sondern tritt tatsächlich nur bei 20% der Betroffenen auf. Alle anderen Erkrankungen verlaufen ohne Symptome. Insbesondere Erwachsen merken eine Infektion gar nicht, sollten jedoch besonders vorsichtig im Kontakt mit kleinen Kindern sein.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Eine Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann der Kinder- oder Hausarzt erkennen. Oft kann die Hand-Fuß-Mund-Krankheit bereits aufgrund der charakteristischen Bläschen identifiziert werden. Es ist aber auch möglich die Krankheit über den Stuhl, Nervenwasser, Rachenspülwasser oder Abstriche der Bindehaut nachzuweisen. Wichtig ist, dass bei der Diagnose Mundfäule, eine schwere Mandelentzündung, Pfeiffersches Drüsenfieber, Maul- und Klauenseuche, Herpes oder Soor ausgeschlossen werden.

In der Regel verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit unkompliziert und führt nur in seltenen Fällen zu Komplikationen. Die Krankheit ist meist nach sieben bis zehn Tagen auskuriert. Diese treten vor allem bei sehr jungen Kindern auf. Diese können beispielsweise an Entzündungen des Herzmuskels, der Lunge oder der Hirnhaut leiden. Auch können Finger- und Fußnägel bis zu vier Wochen nach der Infektion ausfallen. Achten Sie deshalb auf weitere Symptome.
Nachdem eine Erkrankung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit überstanden wurde, besteht Immunität.

Behandlung und Therapie

Wegen der vergleichsweise harmlosen Verlaufsform wird die Hand-Fuß-Mund-Krankheit äußerst selten behandelt – eine spezielle Behandlung existiert aber auch gar nicht! Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit können lediglich die Symptome gemildert werden. Fieber und Schmerzen lassen sich beispielsweise durch Paracetamol behandeln. Bei schmerzhaften Bläschen im Mund kann auch hier eine entsprechende Tinktur verschrieben werden. Wichtig ist, dass trotz entsprechender Schmerzen genug getrunken wird. Möglicherweise ist es sinnvoll, nur lauwarme und weiche Lebensmittel zu verabreichen, um die Schmerzen beim Kauen und Schlucken zu lindern.

Um die Beschwerden im Mund zu lindern, kann man die Bläschen mithilfe eines Wattestäbchens mit Honig bestreichen. Für Hände und Füße helfen Kamille, Melisse und Thymian.

Wichtig: Antibiotika helfen bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit nicht, da es sich hier um eine virale Infektion handelt!

Wichtig ist, dass man sich bei einer Hand-Fuß-Mund-Krankheit der hohen Ansteckungsgefahr bewusst ist. Erkrankte sind ungefähr eine Woche lang ansteckend, mindestens aber so lang, wie Sekret von den Bläschen abgesondert wird. In dieser Zeit sollten erkrankte Kinder nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen. Für nicht erkrankte Familienmitglieder gilt das aber nicht, sofern sie keine Symptome zeigen.

Vorbeugung

Der Hand-Fuß-Mund-Krankheit kann man vor allem durch eine gute Hygiene vorbeugen. Wichtig ist es, sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife für 30 Sekunden zu waschen. Dies sollte nach dem Toilettengang, vor, während und nach dem Kochen und nach dem Naseputzen stattfinden. Der Körperkontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden, ebenso wie Geschirr nicht geteilt werden sollte. Außerdem sollten Türklinken und sanitäre Anlagen mit Reinigungsmitteln behandelt werden, die Viren abtöten. Achtung, über den Stuhl werden noch wochenlang Viren ausgeschieden! Auch vor dem Ausbruch der Krankheit sind Betroffene schon zwei bis drei Tage ansteckend. Bereits wenn ein Fall von Hand-Fuß-Mund-Krankheit in der Umgebung bekannt ist, sollte man deshalb besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen.

In Gebieten mit besonders hohem Risiko, etwa in Asien, sollte man noch einige zusätzliche Maßnahmen treffen. Dort bietet es sich an, das Trinkwasser abzukochen und Nahrungsmittel grundsätzlich zu erhitzen. Obst sollte geschält werden. Wenn möglich, sollten Menschenansammlungen vermieden werden.

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