Krätze (Scabies)

Krätze Scabies, Acarodermatitis oder Skabies Die Krätze ist eine Erkrankung, die es schon seit einigen Jahrhunderten gibt.

Sie tritt nicht regional begrenzt auf, sondern ist durch eine weltweite Verbreitung charakterisiert. Dabei handelt es sich um eine Hautkrankheit, die durch äußerst unangenehme Beschwerden in den Vordergrund tritt.

Darüber hinaus muss die Krätze den übertragbaren Krankheiten zugeordnet werden.

Was ist Krätze?

Die Bezeichnung Krätze wurde von einem ganz spezifischen Symptom abgeleitet. Im übertragenen Sinn heißt Krätze soviel wie sich kratzen, jucken. In der Medizin ist die Krätze unter den Bezeichnungen Scabies, Acarodermatitis oder Skabies bekannt.

Unter den Hauterkrankungen, die von Parasiten ausgelöst werden, nimmt die Krätze eine Vorrangstellung ein. Diese Parasiten werden als Krätzmilben oder Sarcoptes scabiei variatio Hominis kategorisiert, die zur Klasse der Spinnentiere gehören. Diese Tiere sind nicht mit herkömmlich bekannten Hausstaubmilben zu verwechseln, die allergische Reaktionen bedingen können.

Ursachen von Krätze

Damit es zu einer derartig quälenden Erkrankung kommt, muss die Krätzmilbe sich den Menschen als Wirt ausgesucht haben. Dazu muss sie als Parasit wiederum geeignete Lebensbedingungen vorfinden, weil sie sonst zugrunde geht.

Um an Krätze zu erkranken, müssen sich in unmittelbarer Nähe des Menschen die weiblichen Krätzmilben aufhalten. Das geschieht vorwiegend in Möbelstücken oder zwischen Wäsche, wo sie genügend Nahrung und Wärme vorfinden.

Haben die Weibchen eine gewisse Größe erreicht, bohren sie mit ihren Mundwerkzeugen Gänge in die oberste Hautschicht, in das Stratum corneum. Die Krätzmilben entwickeln sich in diesen Arealen, legen ihre Eier ab und legen ihren Kot ab. Dieser wird als Skybala bezeichnet. Schon nach wenigen Tagen haben sich aus den Eiern Larven und aus den Larven schlupfbereite Krätzmilben entwickelt.
Die Krätze verursacht einen Komplex von Symptomen.

Symptome und Anzeichen bei Krätze

 

  • extremer Juckreiz
  • krustige oder schorfige Ablagerungen auf der Hautoberfläche
  • Schuppenbildung
  • Knötchen

Weitere visuelle Auffälligkeiten sind kleine gewundene Tunnel unter der Haut, Hautausschlag und teilweise sogar die Krätzmilben selbst.

Diagnose und Krankheitsverlauf von Krätze

Obwohl die Krätze eine Hautkrankheit ist, die sich eigentlich durch deutliche Symptome darstellt, ist eine eindeutige Differenzierung unter Umständen nicht immer einfach. Insbesondere beim Betrachten des Körpers kann der Arzt überwiegend feinen Gänge nicht immer erkennen. Das hat damit zu tun, dass die darüber befindliche Haut durch das Jucken stark gerötet, schuppig und schorfig ist. Haben die Patienten eine dunkle Hautfärbung, dann sind die Milbengänge noch schlechter zu sehen.

Problematisch gestaltet sich die Diagnostik ebenfalls, weil es eine Vielzahl an Hauterkrankungen gibt, die eben solche Symptome wie die Krätze zeigen. Deshalb gelingt es vor allen Dingen erfahrenen Medizinern mit einem geübten Blick, eine klassische Krätze eher zu diagnostizieren.

Kommen Patienten mit entsprechenden Beschwerden zum Arzt, dann führt dieser neben einer umfangreichen Anamnese beziehungsweise Erhebung der Krankengeschichte eine körperliche Begutachtung durch. Darüber hinaus stützt sich der Doktor auf ein Probematerial. Dieses wird in Form einer Kürettage oder Abschabung von der Haut genommen und unter dem Mikroskop betrachtet.

Als Ersatz für eine Kürettage besteht auch die Möglichkeit, eine Aufsichtsmikroskopie direkt auf der Haut des Patienten vorzunehmen. Mit dieser Methode können vorhandene Milbentunnel hervorragend sichtbar gemacht werden.

Nach einer Inkubationszeit von mehreren Wochen kommt es bereits zu den ersten Hautrötungen und Hautirritationen. Unter Inkubationszeit wird in der Medizin die Dauer von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung verstanden.

Im weiteren Verkauf vermehren sich die Krätzmilben und verursachen die bereits beschriebenen Symptome. Vor allen Dingen der anhaltende Juckreiz, der sich in warmer Umgebung noch verstärkt, ist extrem belastend. Durch das Kratzen, was eine permanente Schädigung der Haut mit sich bringt, können sich Wunden entwickeln. Diese heilen durch das Weiterbestehen der Reize durch die Krätzmilben nur schlecht ab. Behandelt verschwinden diese Beeinträchtigungen jedoch rasch, denn bei der Krätze spricht eine geeignete Therapie relativ schnell an.

An welchen Körperstellen tritt die Krätze auf?

Die Krankheitszeichen bei Krätze sind an bestimmten Körperstellen besonders heftig lokalisierbar.

Das ist beispielsweise der Fall:

  • in den Zwischenräumen der Finger der Zehen
  • in den Achseln und im Genitalbereich
  • am Nabel und in der Nähe der Brustwarzen
  • in den Ellenbeugen und den Kniekehlen
  • an den Knöcheln und den inneren Rändern der Füße

Bei Kleinkindern beschränken sich die Symptome meist auf die Flächen der Hände und der Füße sowie auf den Kopf.

Wie lange dauert die Krankheit Krätze?

Die Krankheitsdauer kann in einzelne Zeitphasen gegliedert werden:

  • Ansteckung bis zu den ersten Symptomen etwa vier bis sechs Wochen
  • erneute Ansteckung vier bis sechs Tage
  • Ansteckungsgefahr bleibt, solange die Milben in der Haut sind
  • Juckreiz bleibt noch zirka eine bis vier Wochen nach abgeschlossener Behandlung

Da jeder Menschen eine längere oder kürzere Genesungsphase hat, ist die Krankheitsdauer bei Krätze individuell verschieden.

Heilung der Krätze

Die Prognose bei Krätze ist recht gut. So tritt bei etwa mehr als 95 behandelten Fällen eine Heilung ein. Wiederholte Ansteckungen mit Krätze sind hauptsächlich an solchen Orten üblich, an deren viele Menschen zusammen leben. Das sind beispielsweise Alten- und Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen, Kindertagesstätten und Krankenhäuser. Allerdings kommt es auch dort nur zu Einzelfällen.

Behandlung und Therapie von Krätze

Um eine Behandlung gegen Krätze zu gewährleisten, können die Betroffenen zunächst zu ihrem Hausarzt gehen. Dieser wird fast ausschließlich eine Überweisung zum Hautarzt oder Dermatologen empfehlen.

Betroffene Patienten und Patientinnen, die unter Krätze leiden, erwartet eine schmerzfreie Behandlung, die sich in der Mehrheit der Fälle als einfach erweist und vor der sie sich nicht ängstigen müssen. Ist das Immunsystem der Betroffenen jedoch geschwächt, kann die Behandlung langwieriger und umfassender sein.

Mittlerweile stehen den Ärzten vielfältige Therapievarianten zur Verfügung, mit der sich vor allen Dingen schonend arbeiten können. Die Behandlungsmaßnahmen zielen auf eine Abtötung der Krätzemilben ab.

Dafür wurden verschiedene Arzneimittel entwickelt:

  • Allethrin gemeinsam mit Piperonylbutoxid
  • Permethrin als wichtigster Wirkstoff
  • Benzylbenzoat in Ausnahmefällen
  • Ivermectin zur oralen Einnahme

Permethrin, Allethrin und Piperonylbutixid sowie Benzylbenzoat werden äußerlich angewendet, indem die Haut damit eingerieben wird. Sie dringen in die betroffenen Hautareale ein und töten dort die Parasiten ab. Von Fall zu Fall kann es vorkommen, dass die Behandlungen ach etwa vierzehn Tagen wiederholt werden müssen. Permethrin kann sogar bei Neugeborenen, Kleinkindern, stillenden Müttern und schwangeren Frauen eingesetzt werden.

Liegen bereits umfangreiche Hautdefekte vor, ist eine vorübergehende medikamentöse Therapie mit Cortisol sinnvoll. Neben den schulmedizinischen Therapieformen bietet auch die alternative Heilkunde zahlreiche Hilfestellungen gegen Krätze an.

Hausmittel bei Krätze

Rein pflanzliche Hausmittel wie Teebaumöl und Lavendelöl sowie Lavendelöl im Verhältnis von 1:5 mit Olivenöl gemischt sind ideal, um als Einreibung für die Haut die Krätzmilben zu beseitigen. Wer es mag, kann sich ein Bad zurecht machen, dem etwa 10 Tropfen Lavendelöl beigesetzt werden. Nach etwa einer halben Stunde wird die Haut gut abgetrocknet und mit Aloe Vera eingecremt. Das pflegt die Haut und beruhigt sie zusätzlich.

Ein Sud aus abgekochten Kräutern wie Thymian, Johanniskraut und Salbei lindert die Beschwerden gleichermaßen. Zur Behandlung der Wunden kann der aus Neuseeland stammende entzündungshemmende Manuka-Honig als inneres und äußeres Naturheilmittel verwendet werden.

Vorbeugung gegen Krätze

 

Impfungsmöglichkeit gegen Krätze

Eine Impfung gegen Krätze ist nicht möglich.

Krätze ist zwar ansteckend, dennoch ist diese Gefährdung wegen der funktionierenden Überwachungsprozeduren in der Medizin und im sozialen Bereich relativ gering. Außerdem ist diese Erkrankung meldepflichtig, was eine ausgezeichnete Kontrolle unterstützt. Präventive Methoden gegen Krätze sind insbesondere bei speziellen Risikogruppen zweckdienlich.

Dazu gehören:

  • Kinder mit noch unentwickeltem Immunsystem
  • ältere Personen, Demenzkranke
  • Menschen mit Krankheiten, die mit Juckreiz einher gehen (Diabetes mellitus, Down-Syndrom)
  • HIV-positive Personen, Leukämiepatienten
  • Patienten, die Chemotherapie bekommen

Halten sich diese Risikogruppen in Gemeinschaftseinrichtungen auf, müssen die ausgearbeiteten Hygienepläne entsprechend der Vorgaben konsequent umgesetzt werden.

Eigene Maßnahmen gegen Krätze

Um den Ansteckungsmechanismus der Krätze zu durchbrechen, ist es wichtig, möglichst:

  • keine gemeinsame Bettwäsche zu nutzen
  • Decken regelmäßig zu waschen
  • Polster zu kontrollieren und professionell reinigen zu lassen
  • auf eine sorgfältige Hygiene achten

An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass beim Auftreten verdächtiger Symptome am besten zeitnah ein Arzt konsultiert werden sollte. Je zeitiger die Ausheilung, desto niedriger ist die Übertragungsrate.

Komplikationen bei Krätze

Obwohl sich Krätze mit den fortschrittlichen therapeutischen Möglichkeiten heute gut heilen lässt, sind gesundheitliche Komplikationen nicht auszuschließen. In der Praxis sind beispielsweise Nachwirkungen wie:

  • zusätzliche Infektionskrankheiten durch bakterielle Erreger
  • Nierenbeckenentzündung oder Glomeurulonephritis durch Streptokokken
  • Borkenkrätze bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem

anzutreffen.
Die Borkenkrätze, auch als Scabies norvegica oder Scabie norvegica sive crustosa deklariert, ist eine massive Ausprägung der normalen Krätze mit massiven entzündlichen Schuppungsvorgängen und Hautverhornungen.

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