Nierenbeckenentzündung

Definition: Nierenbeckenentzündung

NierenbeckenentzündungBei der akuten Nierenbeckenentzündung oder Pyelonephritis handelt es sich um eine bakterielle Infektion
von Nierenbecken und Nierengewebe, die sich oberhalb des Harnleiters befinden. In der Regel ist nur eine Niere
erkrankt. Meist wird von einem komplizierten Harnwegsinfekt gesprochen.

Die Nierenbeckenentzündung ist die häufigste Nierenerkrankung und tritt bei Frauen bis zu drei Mal häufiger auf als
bei Männern. Ursache ist meist eine aufsteigende Infektion, bei der Bakterien aus der Blase über den Harnleiter in die Niere gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen. Eine chronische Nierenentzündung kann längere Zeit symptomlos verlaufen, geht jedoch unbehandelt in eine Niereninsuffizenz über.

Steckbrief: Nierenbeckenentzündung

  • Name(n): Nierenbeckenentzündung; Pyelonephritis
  • Art der Krankheit: Bakterielle Erkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Nicht feststellbar
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Meist BakterienWieviele Erkrankte: Nicht feststellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Urologe; Nephrologe
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – N00-N99 – N10-N16 – N12

Was ist eine Nierenbeckenentzündung?

Die akute Nierenbeckenentzündung bezeichnet eine Entzündung des Nierenbeckens und des Nierengewebes, die im akuten Stadium meist durch das Kolibakterium ausgelöst wird. Obwohl das Kolibakterium eigentlich ein harmloser Bestandteil der Darmflora ist, kann es im Harnsystem zu schmerzhaften Entzündungen führen. Folgen sind im Bereich der Nieren plötzlich auftretendes Fieber und Schüttelfrost, Flankenschmerzen und Schmerzen beim Wasserlassen. Blut im Urin gilt dabei als mögliche Begleiterscheinung.

Neben dem akuten Verlauf ist auch die chronische, nichtbakterielle Nierenbeckenentzündung bekannt, die im Erscheinungsbild deutlich diffuser ist. So stehen symptomatisch Kopfschmerz, dumpfe Rückenschmerzen oder eine ungewollte Gewichtsabnahme im Vordergrund. Phasenweise können allerdings auch die Symptome einer akuten Nierenbeckenentzündung auftreten, die durch eine bakterielle Neuinfektion ausgelöst werden. Insgesamt hat die chronische Nierenbeckenentzündung dadurch ein erhöhtes Gefahrenpotenzial, da sie durch den schleichenden Prozess zu einer Schädigung des Nierengewebes führt, das schlimmstenfalls in einem Nierenversagen endet. Diagnostisch auffällig sind narbige, verkleinerte Nieren mit Funktionseinschränkungen. Als weitere Komplikation die Verbreitung des Erregers in den gesamten Organismus, die über das Eindringen in den Blutkreislauf stattfindet, ist bei einer chronischen Nierenbeckenentzündung möglich.

Welche Ursachen führen zu einer Nierenbeckenentzündung?

Eine Nierenbeckenentzündung entwickelt sich häufig aus einer bakteriellen Blasenentzündung oder einer
Harnabflussstörung, z.B. durch Blasensteine oder Nierensteine, bei der die Bakterien in die Niere gelangen. Neben dem Darmbakterium E.coli sind auch Staphylokokken und Enterokokken als Erreger einer Nierenentzündung von Bedeutung. Diese Mikroorganismen gelangen über den unteren Harntrakt in die Niere. Bei Infektionen in Krankenhäusern, z.B. durch Katheter, sind weitere Keime beteiligt. Dabei kommt es in Folge einer Blasenentzündung zu einer bakteriellen Nierenbeckenentzündung. In seltenen Fällen erfolgt die Infektion über den Blutweg.

Man unterscheidet die akute von der chronische Nierenbeckenentzündung. Die akute Pyelonephritis entsteht meist bei geschwächter Immunlage, die z.B. durch Stress, Medikamente wie Immunsuppressiva oder schwere Erkrankungen, beispielsweise Tumorerkrankungen, besteht. Auch in äußeren Faktoren wie Kälte wird eine Ursache für die akute Pyelonephritis gesehen, da hierdurch die Durchblutung und damit die lokale Immunabwehr vermindert werden. So können sich eindringende Bakterien deutlich einfacher einnisten und zu einer Infektion und Schädigung des Gewebes führen. Als eine der häufigsten Ursachen gilt bei Frauen Geschlechtsverkehr, der zu einer veränderten Bakterienpopulation im Bereich der Harnröhre führen kann. Unter ungünstigen anatomischen Voraussetzungen können die Bakterien, die meist aus dem Darmbereich stammen, erleichtert in den Harntrakt vordringen und eine Entzündung auslösen. Eine chronischer Verlauf der Nierenbeckenentzündung wird durch Faktoren wie Diabetes mellitus, Gicht oder
Schmerzmittelmissbrauch begünstigt.

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