Nierenbeckenentzündung

Steckbrief: Nierenbeckenentzündung

  • Name(n): Nierenbeckenentzündung; Pyelonephritis
  • Art der Krankheit: Bakterielle Infektion
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Bakterien (z. B.: E. Coli; Staphylokokken)
  • Wieviele Erkrankte: Unklar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Urologe; Frauenarzt
  • ICD-10 Code(s): N10; N11; N11.1; N11.8; N20.9

Nierenbeckenentzündung – Gefahr für alle
Nierenbeckenentzündung
Die Nieren gehören zu den sogenannten ableitenden Harnhören. Sie erfüllen in diesem System die Funktion eines Filters: Abfallprodukte und überschüssiges Wasser werden aus dem Blut gefiltert und abtransportiert.

Bei einer bakteriellen Infektion kann sich das Nierengewebe sowie das Nierenbecken entzünden und eine Nierenbeckenentzündung beziehungsweise Pyelonephritis auslösen. Dabei handelt es sich zumeist um einen komplizierten Harnwegsinfekt, da die Bakterien zuvor bereits Blase, Harnröhre und Harnleiter in Mitleidenschaft gezogen haben.

Da die Nieren generell sehr schmerzempfindlich sind, ist auch die Pyelonephritis mit ausnehmend starken Schmerzen verbunden. Lediglich die chronische Verlaufsform beginnt mit einem Stadium relativer Symptomfreiheit, kann jedoch hernach zur Niereninsuffizienz führen.

Bei der akuten Nierenbeckenentzündung oder Pyelonephritis handelt es sich um eine bakterielle Infektion
von Nierenbecken und Nierengewebe, die sich oberhalb des Harnleiters befinden. In der Regel ist nur eine Niere
erkrankt. Meist wird von einem komplizierten Harnwegsinfekt gesprochen.

Die Nierenbeckenentzündung ist die häufigste Nierenerkrankung und tritt bei Frauen bis zu drei Mal häufiger auf ALS
bei Männern. Ursache ist meist eine aufsteigende Infektion, bei der Bakterien aus der Blase über den Harnleiter in die Niere gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen. Eine chronische Nierenentzündung kann längere Zeit symptomlos verlaufen, geht jedoch unbehandelt in eine Niereninsuffizenz über.

Definition Nierenbeckenentzündung?

Bei den Nieren handelt es sich um ein doppelt angelegtes Organ. Sie befinden sich auf der rechten und linken Körperseite jeweils unterhalb des Zwerchfells in der Nähe des unteren Rückens. Sie lassen sich folglich im Becken verorten. Beide Nierenteile sind durch den Harnleiter mit der Blase verbunden, welche wiederum in die Harnröhre mündet. Nieren, Harnleiter, Harnröhre und Blase bilden insgesamt die sogenannten ableitenden Harnwege.

Die Nieren übernehmen im menschlichen Körper verschiedene wichtige Funktionen. Wesentlich ist, dass sie Abfallprodukte aus dem Blut herausfiltern und abtransportieren. Sie halten dabei die Elektrolytkonzentration (unter anderem Natrium oder Kalzium) konstant und tragen darüber hinaus zur Bildung der roten Blutkörperchen bei.

Die ableitenden Harnwege können durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren geschädigt werden. Da eine solche Infektion stets von der Harnröhre ausgeht und hernach nach oben wandert, unterteilt man in die Infektion der unteren Harnwege (Blase, Harnröhre) und der oberen Harnwege. In letzteres reiht sich auch die Entzündung des Nierenbeckens ein. Betroffen ist dabei die trichterförmige Verbindung zwischen Niere und Harnleiter sowie das angrenzende Nierengewebe.

Die akute Nierenbeckenentzündung bezeichnet eine Entzündung des Nierenbeckens und des Nierengewebes, die im akuten Stadium meist durch das Kolibakterium ausgelöst wird. Obwohl das Kolibakterium eigentlich ein harmloser Bestandteil der Darmflora ist, kann es im Harnsystem zu schmerzhaften Entzündungen führen. Folgen sind im Bereich der Nieren plötzlich auftretendes Fieber und Schüttelfrost, Flankenschmerzen und Schmerzen beim Wasserlassen. Blut im Urin gilt dabei als mögliche Begleiterscheinung.

Neben dem akuten Verlauf ist auch die chronische, nichtbakterielle Nierenbeckenentzündung bekannt, die im Erscheinungsbild deutlich diffuser ist. So stehen symptomatisch Kopfschmerz, dumpfe Rückenschmerzen oder eine ungewollte Gewichtsabnahme im Vordergrund. Phasenweise können allerdings auch die Symptome einer akuten Nierenbeckenentzündung auftreten, die durch eine bakterielle Neuinfektion ausgelöst werden. Insgesamt hat die chronische Nierenbeckenentzündung dadurch ein erhöhtes Gefahrenpotenzial, da sie durch den schleichenden Prozess zu einer Schädigung des Nierengewebes führt, das schlimmstenfalls in einem Nierenversagen endet. Diagnostisch auffällig sind narbige, verkleinerte Nieren mit Funktionseinschränkungen. Als weitere Komplikation die Verbreitung des Erregers in den gesamten Organismus, die über das Eindringen in den Blutkreislauf stattfindet, ist bei einer chronischen Nierenbeckenentzündung möglich.


Was ist Nierenbeckenentzündung?

Bei der Nierenbeckenentzündung handelt es sich um eine bakterielle Infektion, welche die trichterförmige Mündung des Harnleiters in die Niere betrifft. Ausschlaggebend hierfür können unterschiedlichste Bakterienarten sein. In der Regel handelt es sich jedoch um Erreger, die aus dem menschlichen Darm stammen. Zu den häufigsten gehören Escherichia coli (E. Coli), die circa 80 % der Fälle von Harnwegsinfektionen verursachen. Andere wahrscheinliche Erreger sind Pseudomonas, Enterococcus oder Staphylokokken.

Zumeist manifestiert sich eine Entzündung des Nierenbeckens durch Grippeähnliche Symptome, starkes und häufiges Wasserlassen sowie heftige Schmerzen im unteren Rücken und beim Urinieren. Eine Behandlung ist üblicherweise relativ leicht mittels Antibiotika möglich.

Besonders Frauen leiden häufig unter dieser Erkrankung. Sie tritt bei ihnen etwa dreimal so oft wie bei Männern auf. Aus diesem Grund gilt eine entsprechende Hygiene bei Toilettengängen als maßgebliche Präventionsmaßnahme. Aber auch die Vermeidung von Unterkühlung und die Aufrechterhaltung eines starken Immunsystems können eine Entzündung der Harnwege verhindern.

Welche Ursachen gibt es?

Als Ursache für eine Nierenbeckenentzündung gilt in erster Linie die Infektion mit diversen Bakterien. Typischerweise treten diese über die Harnröhre in den Körper ein und steigen hernach im Harnwegsystem auf. In den meisten Fällen zeichnen sich für eine Infektion Kolibakterien verantwortlich, die über den Darmtrakt in die ableitenden Harnwege gelangen. Aber auch andere Krankheitserreger wie beispielsweise Staphylokokken oder Enterokokken sind mögliche Auslöser einer Entzündung des Nierenbeckens.

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Faktoren, die zur Entstehung einer Pyelonephritis beitragen können oder diese gar auslösen. Von besonderer Bedeutung ist beispielsweise die allgemeine physische und psychische Verfassung eines Menschen. Es hat sich gezeigt, dass eine Schwächung des Immunsystems, die durch Stress oder seelische Konflikte ausgelöst wird, die Entwicklung von Harnwegserkrankungen fördert. Gleiches gilt, wenn starke Medikamente eingenommen werden oder Krankheiten vorliegen, die das Immunsystem beeinträchtigen.

Stete Unterkühlung des Beckens sorgt in vielen Fällen ebenfalls für eine Infektion der ableitenden Harnwege. Durch die Kälte wird die Durchblutung des Gewebes stark herabgesetzt, was wiederum einen negativen Einfluss auf die Immunabwehr nimmt. Bakterien und Keime haben dadurch einen leichteren Zugang.

Nicht zuletzt entsteht eine Pyelonephritis auch in Folge diverser Verschlüsse durch Nierensteine oder Blasensteine, mit welchen Erreger in die Nieren gelangen und sich dort festsetzen können.

Für Frauen, die wesentlich häufiger von Nierenbeckenentzündung betroffen sind als Männer, gelten noch eine Reihe weitere Faktoren, welche die Entstehung dieser Krankheit begünstigen. Hierzu gehört unter anderem das Vorliegen des sogenannten Klimakteriums (Menopause/Wechseljahre). Die hormonelle Umstellung des Körpers und das damit einhergehende anfängliche Ungleichgewicht des Hormonhaushaltes mindert die Effektivität der Abwehrkräfte. Da der verringerte Abstand zwischen After und Harnwegen sowie die sehr kurze Harnröhre ohnehin eine Harnwegsinfektion begünstigen, tritt hier überdurchschnittlich häufig auch eine Nierenbeckeninfektion ein. In gleichem Maße trifft dies auch auf andere Phasen hormoneller Veränderung, wie Schwangerschaft oder Pubertät zu.

Eine Nierenbeckenentzündung entwickelt sich häufig aus einer bakteriellen Blasenentzündung oder einer
Harnabflussstörung, z.B. durch Blasensteine oder Nierensteine, bei der die Bakterien in die Niere gelangen. Neben dem Darmbakterium E.coli sind auch Staphylokokken und Enterokokken als Erreger einer Nierenentzündung von Bedeutung. Diese Mikroorganismen gelangen über den unteren Harntrakt in die Niere. Bei Infektionen in Krankenhäusern, z.B. durch Katheter, sind weitere Keime beteiligt. Dabei kommt es in Folge einer Blasenentzündung zu einer bakteriellen Nierenbeckenentzündung. In seltenen Fällen erfolgt die Infektion über den Blutweg.

Man unterscheidet die akute von der chronische Nierenbeckenentzündung. Die akute Pyelonephritis entsteht meist bei geschwächter Immunlage, die z.B. durch Stress, Medikamente wie Immunsuppressiva oder schwere Erkrankungen, beispielsweise Tumorerkrankungen, besteht. Auch in äußeren Faktoren wie Kälte wird eine Ursache für die akute Pyelonephritis gesehen, da hierdurch die Durchblutung und damit die lokale Immunabwehr vermindert werden. So können sich eindringende Bakterien deutlich einfacher einnisten und zu einer Infektion und Schädigung des Gewebes führen. Als eine der häufigsten Ursachen gilt bei Frauen Geschlechtsverkehr, der zu einer veränderten Bakterienpopulation im Bereich der Harnröhre führen kann. Unter ungünstigen anatomischen Voraussetzungen können die Bakterien, die meist aus dem Darmbereich stammen, erleichtert in den Harntrakt vordringen und eine Entzündung auslösen. Eine chronischer Verlauf der Nierenbeckenentzündung wird durch Faktoren wie Diabetes mellitus, Gicht oder
Schmerzmittelmissbrauch begünstigt.


Symptome & Anzeichen

Nierenbeckenentzündung kann sich durch sehr unterschiedliche Symptome äußern. Im Wesentlichen betreffen sie vor allem zwei Bereiche.

Zum einen bemerken Betroffene typische Anzeichen einer bakteriellen Infektion. Dazu gehören unter anderem Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit. Darüber hinaus kann auch der Magen-Darm-Trakt betroffen sein. Übelkeit und Erbrechen können eintreten. In einigen Fällen stellt sich auch Durchfall ein. Generell kann es zur Nahrungsunverträglichkeit kommen. Dann sollten entsprechende Medikamente eingenommen werden, um eine Austrocknung des Körpers sowie eine Schwächung des Körpers und Mangelerscheinungen zu vermeiden, welche sich eher ungünstig auf den Verlauf der Erkrankung auswirken.

Zum anderen zeigen sich spezifische Symptome, welche den Harnwegapparat betreffen. Nicht selten ist die Harnfrequenz bei Vorliegen einer Pyelonephritis stark erhöht. Hin und wieder kann es sogar zur vorübergehenden Harninkontinenz kommen, da plötzlich und ohne vorherige Anzeichen uriniert werden muss. Zudem kann sich eine sogenannte Dysurie einstellen. Man versteht darunter sehr schmerzhaftes Urinieren.

Nicht zuletzt manifestiert sich eine Entzündung des Nierenbeckens in typischen Schmerzen des unteren Rückens und der Flanken. Bereits leichtes Abklopfen dieses Bereiches ist für Betroffene ungewöhnlich schmerzhaft.

Liegt neben der Pyelonephritis auch ein geschwächtes Immunsystem vor, können noch weitere Symptome eine Rolle spielen. Unter anderem ist dann die Herzfrequenz stark erhöht. Aber auch ein eklatanter Abfall des Blutdrucks ist denkbar. Häufig lässt sich zudem eine eine Dehydration verzeichnen, welche sich besonders ungünstig auf den Infekt auswirkt.

Insgesamt lassen die genannten Symptome in Kombination schnell auf eine Entzündung des Nierenbeckens oder eine weitere Infektion der Harnwege schließen. Eine abschließende Aussage hierüber kann jedoch nur ein Labortest liefern, da ähnliche Symptome ebenso durch weitere Harnwegserkrankungen ausgelöst werden könnten.

Akute Nierenbeckenentzündungen beginnen meist plötzlich mit schwerem Krankheitsgefühl,
Erschöpfung, Fieber über 38°C, Schüttelfrost und Blut im Urin. Besonders ein- oder beidseitig auftretender, meist dumpfer Schmerz im Bereich der Flanken, auf Höhen der Nieren, gilt als wichtiges Indiz für eine Pyelonephritis. Gleichzeitig kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen, wobei in seltenen Fällen auch ein Darmverschluss beobachtet wird. Da es häufig zeitgleich zu einer Reizung des unteren Harntraktes kommt, sind Anzeichen einer Blasenentzündung nicht ungewöhnlich. So beschreiben Betroffene häufigen Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen. Bei einem starken Befall des Nierengewebes kann es zusätzlich zu einer Einschränkung der Nierenfunktion kommen. Da beispielsweise nicht jeder Patient dazu im Stande ist, wesentliches Fieber zu entwickeln oder Flankenschmerzen teils erst in fortgeschrittenem Zustand eintreten, müssen niemals alle Symptome gleichzeitig eintreten. Erst weitere diagnostische Methoden ermöglichen einen Rückschluss auf die Krankheit.

Die chronische Pyelonephritis zeigt sich durch eine verringerte Leistungsfähigkeit der Niere und unter Umständen durch eine Anämie, also Blutarmut. Für den Erkrankten auffällig sind in Folge dessen Erschöpfung, ungewollter Gewichtsverlust, Rückenschmerz auf Höhe der Nieren.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose einer Nierenbeckenentzündung verläuft in der Regel mehrschrittig. Zunächst wird ein Arzt eine detaillierte Krankengeschichte erfragen (sogenannte Anamnese) und eine umfangreiche körperliche Untersuchung vornehmen. Hierbei werden die Vitalzeichen, also Blutdruck, Körpertemperatur, Atem- und Herzfrequenz, ermittelt. Durch Abklopfen werden Schmerzen im mittleren und unteren Rücken ermittelt. Besonders bei weiblichen Patienten ist es zudem notwendig eine Beckenuntersuchung vorzunehmen und eventuell auch einen Schwangerschaftstest durchzuführen.

Liegt nach der körperlichen Untersuchung der Verdacht einer Entzündung des Nierenbeckens nahe, wird in aller Regel ein Urintest veranlasst. Die Urinprobe muss dabei zwingend ordnungsgemäß abgegeben werden, um Verunreinigungen zu vermeiden, welche das Testergebnis beeinflussen könnten. So sollte der Ausgang der Harnröhre gründlich gereinigt werden, da sich hier eventuell Bakterien auf der Haut befinden, welche beim Urinieren in die Probe geraten können. Zudem sollte lediglich der sogenannte Mittelstrahl gesammelt werden. Das bedeutet, dass erst ab Mitte des Urinierens sauberer Urin in einem Behälter gesammelt wird.

Der Urintest ermittelt vor allem, ob sich Bakterien und weiße Blutkörperchen im Urin befinden. Ist dies nicht der Fall, wird eine Nierenbeckeninfektion äußerst unwahrscheinlich. Allerdings ist dieses Ausscheidungsprodukt selbstverständlich kaum steril. Eine gewisse Menge unterschiedlicher Bakterieen wird sich stets in ihm finden. Es gilt jedoch die Konzentration eines bestimmten Bakteriums zu ermitteln. Ist beispielsweise der Wert an Kolibakterien erhöht und in der körperlichen Untersuchung konnten die typischen Symptome einer Nierenbeckeninfektion herausgestellt werden, so gilt jene als gesichert diagnostiziert.

In einigen komplizierteren Fällen, lassen sich durch Labortests und körperliche Untersuchung noch keine abschließende Aussage über die ursächliche Erkrankung treffen. Hier kann schließlich ein CT-Scan zum Einsatz kommen, mit welchem sich eventuelle Raumforderungen in den Nieren oder starke Vernarbungen anzeigen lassen. Dieses Diagnoseverfahren wird jedoch eher selten eingesetzt und eignet sich zudem vornehmlich bei Vorliegen einer chronischen Nierenbeckenentzündung.

Neben der Anamnese führt der untersuchende Arzt Urinuntersuchungen und bei schweren Verläufen auch Bluttests durch. Durch Anlegen einer Kultur der Urinbakterien kann man mittels Antibiogramm ein wirksames Medikament ermittelt werden. Im Großteil der Fälle lässt sich bei Nierenbeckenentzündungen eine deutlich erhöhte Bakteriurie feststellen. Im gesunden Organismus ist der Urin hingegen steril, sodass keine Bakterien feststellbar sein sollten.

Entscheidend für die weiterführende Behandlung sind die Bestimmung des vorliegenden Bakterienstammes und eine Resistenzprüfung. Im Bluttest wird die Leukozytenzahl, also die Anzahl der weißen Blutkörperchen, ermittelt. Bei einer Nierenbeckenentzündung sind die Leukozyten in Folge der Aktivierung der zellulären Immunabwehr merklich erhöht. Kann vom Sichtbefund her eine trübe und eitrige Einfärbung des Urins festgestellt werden, ist der Rückschluss auf eine Erhöhung der Leukozytenzahl häufig bereits möglich. Es wird dann von der sogenannten Pyurie gesprochen. Um eine Nierenfunktionsverschlechterung zu erfassen, ist der Kreatininwert von hoher Relevanz. Zusätzlich wird der Urin auf rote Blutkörperchen, sprich Erythrozyten, getestet. Fällt eine Rotfärbung des Urins auf, erscheint bereits vom Sichtbefund her eine Makrohämaturie, wahrscheinlich. Die Makrohämaturie bezeichnet dabei eine Blutbeimengung im Urin, die mit bloßen Auge sichtbar ist. Sollte mit bloßem Auge keine Färbung sichtbar sein, ist dennoch eine Untersuchung des Urins mittels Teststreifen indiziert, da eine Mikrohämaturie sonst unentdeckt bliebe.

Auch bei Blutuntersuchungen wird auf Bakterien getestet. Auch bei einer chronischen Pyelonephritis sind die
Werte harnpflichtiger Substanzen wie Kreatinin und Harnstoff im Blut erhöht. Da eine chronische Pyelonephritis im Gegensatz zur akuten Form, abgesehen von Schüben, ohne einen Bakterienbefall verläuft, sind diese sowohl im Blut als auch im Urin meist nicht feststellbar oder deuten auf eine andere Erkrankung des Organismus hin. Neben den Laboruntersuchungen ordnet der Arzt häufig eine Ultraschalluntersuchung an. So können eventuelle Nierenvergrößerungen oder Harnabflussstörungen erkannt werden. Die Ultraschalluntersuchung wird im Verlauf teils mehrfach wiederholt, um eine Verschließung des Harnwegs zu erkennen. Diese sogenannte Harnwegsobstruktion muss über ein eigenständiges Behandlungskonzept beseitigt werden.

Die Lokalisation der Entzündung im Frühstadium festzustellen, kann einige Schwierigkeiten mit sich bringen. So muss beachtet werden, dass klinische Leitsymptome wie die Klopfempfindlichkeit auf Höhe der Nieren im Frühstadium der Infektion ausbleiben können und erst bei einer größeren Ausdehnung des Gewebsbefalls auftreten. Eine Benennung des Infekts erfolgt somit auf Grundlage verschiedenster diagnostischer Verfahren und kann nicht durch ein (noch) fehlendes Indiz ausgeschlossen werden.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Harnwegsinfektionen gehören insgesamt zu den sehr häufigen Erkrankungen, ganz besonders bei Frauen. Es wird davon ausgegangen, dass sie in etwa dreimal so häufig betroffen sind wie Männer. Genaue statistische Angaben zur Häufigkeit der Nierenbeckenentzündung liegen jedoch nicht vor. Die Gründe hierfür sind auch darin zu suchen, dass sich Infektionen der Harnwege oftmals miteinander überschneiden beziehungsweise ineinander übergehen. Es kann jedoch festgehalten werden, dass die unteren Harnwege, also Blase und Harnröhre, wesentlich häufiger betroffen sind, als die oberen Harnwege. So leiden etwa die Hälfte aller Frauen mindestens einmal im Leben unter einer Blasenentzündung.

Hinsichtlich Herkunft, sozialer Stand oder Abstammung lassen sich keinerlei Unterschiede hinsichtlich der Entstehung einer Entzündung des Nierenbeckens verzeichnen. Es ist allerdings anzunehmen, dass ältere Menschen häufiger betroffen sind. Grundlage hierfür ist, dass ein geschwächtes Immunsystem die Infektion mit entsprechenden Bakterien erleichtert. Zur Risikogruppe gehören darüber hinaus auch Menschen, die ob einer schweren Erkrankung oder regelmäßigen Medikamentenmissbrauchs eine eingeschränkte Immunfähigkeit haben.

Letztlich sind die Fallzahlen aller Wahrscheinlichkeit nach da höher, wo wenig oder gar nicht auf eine entsprechende Toilettenhygiene geachtet wird.

Für die Häufigkeit der Pyelonephritis gibt es keine statistischen Daten. Sie läuft allerdings deutlich seltener ab als Infektionen der unteren Harnwege, die jede zweite Frau in Form einer Blasenentzündung (Zystitis) mindestens einmal in ihrem Leben durchlitten haben.

Diagnosedaten
Wie bereits erwähnt, kann es mitunter durchaus schwierig sein, bei der vorliegenden Erkrankung eine korrekte Diagnose zu stellen. Dies liegt insbesondere daran, dass die Entzündung des Nierenbeckens zunächst keine spezifischen Symptome hervorruft und also leicht für eine andere Krankheit gehalten werden kann. Darum ist es für den behandelnden Arzt von größter Wichtigkeit, die aus den Tests und Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse gewissenhaft und sorgfältig auszuwerten. Alles andere wäre dem Patienten gegenüber verantwortungslos.

Dennoch sollte man sich als potentieller Betroffener nicht allzu sehr vor einer fehlerhaften Diagnose fürchten. Dank der modernen Schulmedizin kommt es nur noch sehr selten zu gravierenden Fehleinschätzungen, was die vorliegende Krankheit betrifft. Eine Diagnose ist darum in aller Regel schnell gestellt und darüber hinaus auch noch zutreffend. Dieser durchaus glückliche Umstand ermöglicht es dem Arzt, bereits sehr früh eine geeignete Therapie für den Leidenden zu konzipieren und somit die Behandlung nicht nur angenehmer, sondern auch effektiver zu gestalten. Denn bei dieser Krankheit gilt dasselbe, wie bei allen anderen Krankheiten auch: Je früher, desto besser.


Komplikationen bei der Krankheit

In der Regel sollte eine behandelte Entzündung des Nierenbeckens problemfrei abheilen. Es sind unter ungünstigen Umständen oder in jenen Fällen, in denen die Krankheit nicht durch einen Arzt therapiert wird, aber auch diverse Komplikationen möglich.

Hierzu zählt in erster Linie die Dehydration. Zum einen bewirkt die Erkrankung selbst, dass vermehrt Urin abgesondert wird. Dem Körper wird allein dadurch Wasser entzogen. Es kann somit leicht zur Austrocknung des Harnwegapparates kommen. Darüber hinaus empfinden viele Patienten Übelkeit und starke Appetitlosigkeit, welche eine freiwillige Flüssigkeitsaufnahme verhindern. Letztlich können auch Fieber und Erbrechen sich diesbezüglich ungünstig auswirken. Es sollte also bei Vorliegen einer Entzündung der Harnwege stets ausreichend getrunken werden. Mediziner empfehlen sogar, etwas mehr zu trinken, als gewöhnlich.

Komplikationen treten darüber hinaus auf, wenn eine chronische Form der Nierenbeckenentzündung vorliegt. Hier könne verschiedenste Schädigungen des Nierengewebes möglich sein. Es ist sogar denkbar, dass die betroffene Niere gänzlich ausfällt, weil Gewebe zu stark beschädigt wurde oder vernarbt ist.

Komplikationen entstehen bei der Pyelonephritis vor allem dann, wenn die Infektion unbehandelt bleibt. Eine mögliche Folge ist die Urosepsis, bei der die bakteriellen Erreger aus dem Harntrakt beziehungsweise dem Nierengewebe in den Blutkreislauf eintreten. So kann es zu einem Multiorganversagen kommen, da das infizierte Blut über die Blutbahnen zu allen Organen gelangt. Als weitere Komplikation gilt eine Nierenfunktionsschädigung. Diese wird häufig dadurch ausgelöst, dass das Nierengewebe schlecht verheilt und viele Narben gebildet werden, die die Funktion einschränken. Schlimmstenfalls kann es mit der Zeit sogar zu einer Niereninsuffizienz kommen, womit ein Nierenversagen gemeint ist.

Letzteres ist zwar kein sicheres Todesurteil, kann aber dennoch bei allzu langem Anhalten dazu führen, dass der Betroffene erheblichen Schaden nimmt. Bisweilen ist es sogar notwendig, dass die Niere ausgetauscht, bzw. ersetzt wird. Da Spenderorgane aber in aller Regel nur sehr schwer zu bekommen sind, muss man hier mit immensen Wartezeiten rechnen. Während dieser Zeit kann es darüber hinaus notwendig sein, dass der Betroffene sich regelmäßig zur Dialyse begibt. Hier wird das Blut des Erkrankten maschinell gereinigt, da die Nieren nicht mehr in der Lage dazu sind, dieser Aufgabe selbst nachzukommen. Das ist nicht nur sehr unangenehm und zeitaufwändig, sondern auch nicht selten fordernd und die Lebensqualität mindernd. Dennoch sollte man sich auch an dieser Stelle keine allzu großen Sorgen machen. Es kommt nur sehr selten zu solch gravierenden Komplikationen. Zumeist verläuft eine Nierenbeckenentzündung zwar nicht schmerzfrei, aber dennoch relativ harmlos.

Alles in allem also sollte man sich nicht fürchten. Die moderne Schulmedizin ist in der Lage, dieses Leiden schnell, effektiv und wirksam zu bekämpfen. Ein Umstand, von dem jeder Betroffene profitiert.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Unbehandelt kann es bei Nierenbeckenentzündung schnell zu größeren Gewebeschäden an der Niere und der Harnleiter kommen. Aus diesem Grund sollte ein Arztbesuch bei Auftreten der entsprechenden Symptome nicht zu lange hinausgezögert werden. Ist beispielsweise ohne ersichtlichen Grund eine starke Steigerung der Harnfrequenz bemerkbar oder zeigen sich starke Schmerzen beim Wasserlassen, sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Auch bei Rückenschmerzen ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Besonders wenn sich die Schmerzen in den unteren Flanken lokalisieren lassen, kann dies ein Hinweis auf Infektionen der Harnwege sein.

Menschen, die zur Risikogruppe für eine chronische Entzündung des Nierenbeckens gehören sollten das Becken regelmäßig untersuchen lassen, denn hin und wieder zeigen sich im Anfangsstadium der chronischen Verlaufsform keine eindeutigen Symptome. Diabetikern und Frauen in den Wechseljahren stehen daher präventive Untersuchungen zur Verfügung.

Der Besuch beim Arzt wird insbesondere dann angeraten, wenn Symptome wie beispielsweise Fieber über 38°C, Schmerzen beim Wasserlassen und Flankenschmerzen auftreten. Da jedoch nicht immer alle möglichen Symtpome einer akuten Pyelonephritis von Anfang vorhanden sind, sollte ein Arzt auch dann aufgesucht werden, wenn nur einige Symptome signifikant auftreten. Eine differenzialdiagnostische Abklärung des Krankheitsbildes ist wichtig, da neben der Nierenbeckenentzündung auch andere Krankheiten hinter den Symptomen stecken können.

Behandlungsmethoden & Therapie

Wie bei den meisten anderen Infektionen auch, gilt als wichtigster Therapieansatz die rechtzeitige Einleitung von Antibiotika. Dies sollte selbstverständlich nur unter Aufsicht und Anleitung eines Arztes, niemals jedoch durch Selbstmedikation erfolgen. In der Regel wird nach der Diagnose einer Nierenbeckenentzündung ein umfassendes Antibiotikum verabreicht, welches sich gegen alle wahrscheinlichen ursächlichen bakteriellen Erreger richtet. Wurde im Urintest ein spezielles Bakterium als Auslöser der Erkrankung identifiziert, kann jedoch auch ein speziell auf diesen Krankheitsorganismus ausgerichtetes Präparat zum Einsatz kommen.

In aller Regel reicht neben der Einnahme von Antibiotika Bettruhe und genügend Flüssigkeitsaufnahme zur Ausheilung der Pyelonephritis. Es sind jedoch auch schwerere Krankheitsfälle möglich, in welchen sich die auslösenden Keime als äußerst resistent zeigen und darüber hinaus deutlich schwerwiegendere Symptome zeigen, als gewöhnlich. Hier ist oftmals ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Intravenöse Hydration und Antibiotika sind in jenen Fällen angeraten. Wenn die Entzündung des Nierenbeckens durch einen Verschluss entstanden ist, muss manchmal mittels eines chirurgischen Einsatzes die Blockade (zumeist Stein) entfernt werden.

Von der Selbstmedikation einer Nierenbeckenentzündung, die allein auf Hausmitteln basiert, ist dringlichst abgeraten. Durch dieses Vorgehen entstehen nicht selten chronische Formen der Pyelonephritis. Darüber hinaus verzögert sich eine eventuelle Heilung und Nierengewebe wird stark geschädigt. Niereninsuffizienz und die Ausbreitung der Bakterien auf das gesamte ableitende Harnwegsystem sind die Folge.

Prädisponierende Faktoren wie Diabetes oder Harnabflussstörungen sollten wenn möglich beseitigt beziehungsweise behandelt werden. Die Behandlung einer Nierenbeckenentzündung erfolgt durch Antibiotika; man kann entweder ein Breitband-Antibiotikum einsetzen oder gezielt ein passendes Antibiotikum durch Anlegen einer Urinkultur bestimmen. Obwohl ein Breitbandantibiotikum eine größere Belastung für den restlichen Organismus, insbesondere für den Darm ist, wird es bei einer Pyelonephritis dennoch häufig bereits vor Eintreffen der Blutergebnisse eingesetzt. Dies ist wegen der möglichen Komplikationen einer Pyelonephritis, zum Beispiel einer Sepsis, von großer Wichtigkeit. Trotzdem wird dazu geraten, eine Bestimmung der Bakterienkultur vornehmen zu lassen. So kann eine gezielte Therapie eingeleitet werden, wenn der Bakterienstammt bekannt ist. Wenn das Antibiotikum umgestellt wird, wird ein schneller Behandlungserfolg ermöglicht, zum anderen werden Resistenzen der Bakterienstämme vermieden. Das Antibiotikum wird meist über einen Zeitraum von 5 Tagen bis zu zwei Wochen vergeben.

Um zu verhindern, dass sich aus einer akuten Pyelonephritis eine chronische entwickelt, sollte man darauf achten, die Harnwegsinfektion vollständig ausheilen zu lassen und die Antibiotika nicht zu früh abzusetzen. Grundsätzlich wird vehement davon abgeraten, Antibiotika ohne ärztliche Anordnung abzusetzen, da so ein deutlich erhöhtes Risiko für Bakterienmutationen entsteht, die zu einer gefährlichen Antibiotikaresistenz führen können. Während der Krankheitsphase wird Bettruhe verordnet, wobei in schweren Fällen eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus erfolgt. Eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr ist sehr wichtig, bevorzugt sollen Wasser und Nieren-/Blasentees getrunken werden. Ziel ist es, die Bakterien auszuschwemmen.

Die chronische Pyelonephritis tritt schubweise auf, wobei jeder Schub mit Antibiotika behandelt wird. Die Therapie der chronischen Nierenbeckenentzündung wird vor allem durch die Beseitigung der auslösenden Ursache bestimmt. So wäre beispielsweise die Behandlung von Diabetes mellitus, von einer neurogenen Blasenentleerungsstörung oder von einem Steinleiden denkbar.

Gegen Pyelonephritis können Tees mit Goldrute, Hauhechel, Birke, Schachtelhalm und Orthosiphon helfen. Durch Cranberry-Produkte kann das Ausschwemmen der Bakterien erleichtert werden. Hierbei werden bestimmte Inhaltsstoffe aus den Cranberries genutzt, die sogenannten Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe sollen das Anheften von Bakterien an die Harnwege verhindern. Diese Eigenschaft wird sich insbesondere in der Prävention zu Nutze gemacht.
Mittel aus der Homöopathie, die gegen Nierenbeckenentzündung helfen können, sind Coccus cacti (Schildlaus) und Equisetum hiemale (Winterschachtelhalm). Coccus cacti wird empfohlen bei Nierensteinen, Equisetum hiemale gegen schmerzhaften Harndrang, beide in D6 bis D12. Zur Vorbeugung einer Nierenbeckenentzündung ist eine tägliche Trinkmenge von etwa zwei Litern wünschenswert. Bei Personen, die häufig an Harnwegsinfekten neigen, kann eine
Langzeitprophylaxe mit Antibiotika sinnvoll sein.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es gibt durchaus eine Reihe von Maßnahmen, die zur Prävention einer Nierenbeckenentzündung empfohlen sind. Diese werden im Folgenden näher erläutert:

Hygienemaßnahmen
Der wichtigste Ansatz zur Prävention einer Entzündung des Harnwegstraktes ist die Einhaltung der richtigen Hygiene. Immerhin wird die deutliche Mehrheit der Infektionen durch Bakterien ausgelöst, die in die Harnröhre eintreten und hernach in die oberen Harnwege und die Niere wandern. Besonders Frauen sollten daher auf eine entsprechende Toilettenhygiene achten. Bei ihnen liegen After und der Eingang der Harnröhre sehr nahe. Beim Abwischen der Vagina vom After aus, können dann unter Umständen Darmbakterien transportiert in die Harnwege transportiert werden. Dies gilt es zu vermeiden. Generell gilt, dass Unterwäsche in regelmäßigen Abständen gewechselt werden sollte. Besonders bei Slips, die aus Synthetikfasern hergestellt werden kann sich Schweiß, der Keime enthält, sammeln, die Harnröhre infizieren und damit den Grundstein für eine Pyelonephritis bilden.

Vorsicht bei Geschlechtsverkehr
Geschlechtsverkehr kann durchaus ursächlich für alle Arten von Harnwegsinfektionen sein. Durch den Austausch von Körperflüssigkeiten und Schweiß ist es möglich, dass Bakterien in die Harnröhre gelangen. Dies gilt insbesondere für Analsex. Dieser sollte stets mit Kondom ausgeführt werden. Darüber hinaus ist es nicht zu empfehlen, den Penis nach der analen Penetration in die Vagina einzuführen. Es ist außerdem hilfreich, wenn nach dem Akt die Blase entleert wird. Mögliche Keime können hierdurch direkt ausgespült werden.

Einsatz von Antibiotika
Einige Frauen leiden unter einer stets wiederkehrenden Harnwegsinfektion. Bei ihnen tritt unter Umständen auch die Nierenbeckenentzündung mehr als drei Mal jährlich auf. Hier kann mit einem Arzt über eine präventive Antibiotikatherapie gesprochen werden. Dieser prophylaktische Einsatz von Medikamenten wird jedoch von vielen Medizinern abgelehnt. Denn wie jedes Medikament, bringt auch ein Antibiotikum zum Teil schwere Nebenwirkungen mit sich. Das trifft ganz besonders zu, wenn es regelmäßig eingenommen wird. Und nicht zuletzt ist bekannt, dass Krankheitserreger durchaus eine Resistenz gegen Antibiotika entwickeln können. Dies kann unter Umständen gefährlich werden, da sich schließlich die möglichen Therapiemöglichkeiten gegen bestimmte Krankheiten verringern.

Vermeidung von Kälte
Kälte sorgt dafür, dass bestimmte Körperbereiche schlechter durchblutet werden. Hierdurch ist jedoch auch die Immunabwehr herabgesetzt und Bakterien können sich leichter ausbreiten. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Harnwege möglichst auf normaler Körpertemperatur zu halten. Langes Sitzen auf einem kalten Untergrund sollte vermieden werden.

Besonders anfällig für eine Unterkühlung der Nieren sind Motorradfahrer. Sie sollten stets einen Nierengurt tragen, der dafür sorgt, dass die Nieren und der Harnleiter nicht durch den Fahrtwind ausgekühlt werden.

Hormontherapie
Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass Frauen wesentlich häufiger von einer Infektion der Harnwege und folglich auch einer Entzündung des Nierenbeckens betroffen sind. Das trifft ganz besonders auf Frauen zu, die sich gerade in einer Phase der hormonellen Umstellung befinden. Während des Klimakteriums lassen sich die meisten Fälle von Pyelonephritis beobachten. Aus diesem Grund ist es manchmal angeraten eine Hormontherapie zu beginnen, die den Körper der Frau im Gleichgewicht hält. Beispielsweise können verschiedene Cremes angewendet werden, welche in die Vagina eingeführt werden. Aber auch eine orale Östrogeneinnahme ist möglich. Derartige Maßnahmen sollten jedoch unbedingt mit einem Arzt abgesprochen werden.

Vorsicht bei Kathetern
Viele Infektionen und anschließende Entzündungen des Nierenbeckens lassen sich auf Krankenhausaufenthalte zurückführen, bei denen ein Katheter zum Einsatz gekommen ist. Ärzte und Pflegeperson seien daher angehalten, diesem Aspekt besondere Beachtung zukommen zu lassen. Wird ein dauerhafter Blasenkatheter gelegt, sollte dieser routinemäßig überwacht und gereinigt werden, damit nicht etwa Bakterien an ihm entlang in die Harnröhre wandern.

Vermeidung von Nierensteinen
Nierensteine und Blasensteine bestehen zum in der Regel aus verfestigten Ablagerungsprodukten und verfestigtem Urin. Leicht können sich an ihnen jedoch auch Keime anlagern, welche wiederum zur Infektion des umliegenden Gewebes führen. Aus diesem Grund sollte es selbstverständlich sein, Steine behandeln zu lassen oder diese nach Möglichkeit durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Flüssigkeitsaufnahme zu vermeiden.

Da Nierenbeckenentzündungen häufig die Folge eines aufsteigenden Harnwegsinfekts sind, ist ein wichtiger Ansatzpunkt, die Harnwege präventiv vor Bakterien und daraus resultierenden Infektionen zu schützen. Als erster Schritt gelten die reichliche Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Blasenentleerung. Betroffene sollten täglich mindestens 2,5 Liter Wasser oder Tees zu sich nehmen. So können einzelne Bakterien, die möglicherweise durch die Harnröhre in die Harnblase gelangt sind, regelmäßig ausgespült werden. Einen positiven Effekt haben in diesem Zusammenhang bestimmte Tees, die beispielsweise eine teils desinfizierende Wirkung auf den Harntrakt haben. Um das Milieu innerhalb der Blase für Bakterien möglichst unattraktiv zu machen, wird außerdem auf die Einnahme von Methionon verwiesen. Es handelt sich dabei um eine essenzielle Aminosäure, die als sinnvolle Präventionsmaßnahme für Harnwegsinfekte gilt. Ziel der Einnahme ist es, den Harn prophylaktisch anzusäuern. Ein gegenteiliges Konzept der Vorbeugung bezieht sich auf die Entsäuerung des Harns und des gesamten Körpers. Dabei soll der Harn mit der entsprechenden Ernährung bis hin zu einem basischen Wert gebracht werden.

Auch Cranberry-Kapseln oder Cranberry-Saft stellen eine sinnvolle ergänzende Maßnahme dar, die die Anheftung der Bakterien an die Blasenwand präventiv verhindern sollen. Außerdem soll das Gewebe gestärkt werden. Eine tägliche Einnahme ist hierbei sinnvoll, da die Wirkung bei einer bereits bestehenden Infektion nicht mehr ausreichend entfaltet werden kann. Positive Effekte wurden in den letzten Jahren auch mit einem Zucker namens D-Mannose erzielt. Der Zucker wird im Körper kaum verstoffwechselt und ist somit auch für Diabetiker geeignet. Er gelangt in seinem Ausgangszustand über die Niere in die Blase, wo er die Bakterien an deren Pili binden soll und sie an einer Anheftung an die Blasenwand hindert. So können sie in Kombination mit einer erhöhten Flüssigkeitszufuhr einfach ausgespült werden.

Wichtig ist weiterhin, die Immunabwehr dauerhaft zu stärken. So sollte grundsätzlich auf ausreichend Schlaf und die Reduktion von Stress geachtet werden. Eine Minderdurchblutung des Nierengewebes durch Kälte muss unbedingt vermieden werden, da ansonsten die wichtigen ersten Abwehrschritte des Immunsystems nicht greifen können. Nicht nur in den kalten Monaten sondern auch im Sommer sollte darauf geachtet werden, nicht auf kaltem Untergrund zu sitzen. Welche der Konzepte zur Vorbeugung von bakteriell bedingten Harnwegsinfekten für den eigenen Körper sinnvoll sind, muss individuell herausgefunden werden. In Zusammenarbeit mit Ärzten, Heilpraktikern oder Ernährungswissenschaftlern können dennoch häufig nach einigem Probieren die richtigen Vorbeugungsmaßnahmen gefunden werden. So kann das Risiko deutlich gesenkt werden, erneut an akuten Nierenbeckenentzündungen zu erkranken.

Eine chronische Nierenbeckenentzündung vorzubeugen beinhaltet vor allem, eine akute Nierenbeckenentzündung ernst zu nehmen und direkt in die antibiotische Behandlung überzugehen. So können größere Folgen für das Nierengewebe verhindert werden. Die Einnahme des Antibiotikums darf dabei keinesfalls ohne Anordnung des behandelnden Arztes abgebrochen werden. Dem Körper muss auch nach der akuten Infektionszeit genügend Ruhe zur Regeneration gegeben werden, da er durch die kräftezehrende Infektionszeit stark belastet wird. Da die chronische Pyelonephritis häufig durch Begleitumstände ausgelöst beziehungsweise aufrechterhalten wird, sollte das Präventionskonzept mit besonderem Augenmerk auf die aufrechterhaltenden Faktoren ausgerichtet werden.


Prognose zur Heilung

Die Nierenbeckenentzündung liegt in der Regel als akute Verlaufsform dar und lässt sich zumeist problemlos mittels Antibiotika behandeln. Die Erfolgsaussichten dieser Therapie stehen überwiegend gut. Bei entsprechend frühzeitiger Behandlung kann zumeist eine dauerhafte oder großflächige Schädigung der Nieren verhindert werden. Nur in seltenen Fällen ist bei dieser Krankheit mit ernsthaften Konsequenzen und Behandlungsproblemen zu rechnen. Besonders betroffen von einer schlechten Heilung sind allerdings Diabetiker. Hier kann sich unter ungünstigen Umständen leicht eine chronische Pyelonephritis bilden.

Die Prognose zur Heilung einer akuten Pyelonephritis ist gut. Wird umgehend eine Antibiose eingeleitet, kann ein Fortschreiten der Infektion meist effektiv verhindert werden, sodass das Nierengewebe nicht weiter zerstört wird. Nach Ausheilen der Krankheit und einer ausreichenden Regenerationszeit sind die Patienten in der Regel wieder ohne Beschwerden und voll einsatzfähig. Die Prognose zur chronischen Pyelonephritis ist insofern schwieriger aus zu machen, da sie stark vom aufrechterhaltenden Faktor abhängt. Da die Pyelonephritis in dem Fall meist sekundär auftritt, richten sich Therapie und somit auch die Prognose auf die primäre Ursache für die ständig wiederkehrende Infektion beziehungsweise die schleichende, nicht bakteriell ausgelöste Zerstörung des Nierengewebes.


Pyelonephritis und Schwangerschaft

Inzwischen ist bekannt, dass jegliche Arten von Harnwegsinfektionen besonders bei Schwangeren auftreten können. Hier bildet die Nierenbeckenentzündung natürlich keine Ausnahme. Mediziner gehen davon aus, dass in etwa jede 20. Schwangerschaft durch bakterielle Infektionen im Harnwegstrakt belastet sind.

Als Grund hierfür kommen mehrere Faktoren in Frage. Zum einen verändert sich im Laufe der Schwangerschaft der Hormonhaushalt der Frau stark und unvermittelt. Hierdurch ist eine Schwächung der allgemeinen Konstitution der Schwangeren möglich und Bakterien haben es leichter, sich zu vermehren und auszubreiten.

Eine wesentliche Rolle spielt aber auch das Gewicht der Gebärmutter, dass in dieser Lebensphase stark erhöht ist. Hierdurch wird auf die Abflusswege großer Druck ausgeübt und Urin kann sich stauen beziehungsweise nur schwerlich abfließen. Dieses Problem betrifft gar die Mehrheit aller schwangeren Frauen. Sie klagen vor allem darüber, dass die Blase sich nicht vollständig entleeren lässt. Aber auch Schmerzen beim Wasserlassen sind dann möglich. Zum Teil bedarf es eines sehr hohen Drucks um überhaupt urinieren zu können. All dies ermöglicht es Bakterien, länger in den Harnwegen zu verweilen und in diesen zu wandern. Der zurückgehaltene Urin stellt darüber hinaus einen idealen Nährboden für etliche Bakterienarten dar.

Insgesamt steigt mit Fortschreiten der Schwangerschaft auch das Risiko für Harnwegsinfektionen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel treten sie daher gehäuft auf. Eine Infektion ist aber selbstverständlich auch zuvor bereits möglich.

Eine Bakterienanhäufung in den Harnwegen während der Schwangerschaft kann durchaus ernsthafte Konsequenzen für den Fötus haben. Sie erhöhen das Risiko für Fehlgeburten und Totgeburten eklatant. Dies lässt sich vor allem damit begründen, dass es sich hierbei um sehr schwerwiegenden Infektionen handeln kann, die mit einer enormen körperlichen Belastung einhergehen.

Ob der Häufigkeit von Blasen- und Nierenbeckenentzündung, wird während der Schwangerschaft in regelmäßigen Abständen der Urin der werdenden Mutter getestet. Sollte sich hierbei eine Zunahme der Bakterienkonzentration zeigen, wird sogleich eine Behandlung eingeleitet. Diese erfolgt in der Regel durch den Einsatz von Antibiotika. Allerdings sind nicht jede Medikamente in einer Schwangerschaft möglich. Es kann hernach dazu kommen, dass eine Resistenz gegen anwendbare Antibiotika vorliegt, jedoch das notwendige Präparat nicht eingesetzt werden darf. Solche spezifischen Fälle stellen Ärzte immernoch vor eine Herausforderung und sprechen darüber hinaus für einen generell sehr sparsamen Umgang mit Antibiotika. Ist das Antibiotikum für die werdende Mutter jedoch verträglich und wurde es früh genug verabreicht, so entstehen zumeist keine Komplikationen.


Alternative Behandlungsmethoden

Da es sich bei der Entzündung des Nierenbeckens um eine bakterielle Infektion handelt, stehen eigentlich keine alternativen Behandlungsmethoden zur Verfügung, die eine Heilung der Erkrankung garantieren können. Eine Therapie sollte stets mit entsprechenden Antibiotika erfolgen.

Hin und wieder wird unter Heilpraktikern jedoch der Einsatz von Produkten aus Cranberry gegen diverse Erkrankungen der Harnwege diskutiert. In erster Linie sollen diese allerdings Erfolge hinsichtlich der Prävention erzielen. So sei beispielsweise der regelmäßige Genuss von Cranberrysaft ein geeignetes Mittel zur Verhinderung von Infektionen. Abschließende Untersuchungen, welche dies eindeutig untermauern, liegen jedoch nicht vor.

Darüber hinaus gilt regelmäßige Flüssigkeitszufuhr als wichtigste Maßnahme gegen die Entstehung von Harnwegsinfektionen. Sie ist jedoch auch besonders förderlich, wenn bereits eine akute Entzündung vorliegt.
Bei einer akuten Pyelonephritis ist es ratsam, die schulmedizinische Behandlung mit Heilmitteln aus der alternativen Medizin zu begleiten. Dabei sollen insbesondere diuretische, also harntreibende, oder teilweise desinfizierende Tees getrunken werden. Eine akute Erkrankung sollte allerdings keinesfalls ausschließlich auf Basis alternativer Heilmittel behandelt werden. Die Gefahr einer Blutvergiftung durch zu schnelles Voranschreiten der Krankheit wäre dabei zu groß.

Bei einer akuten Nierenbeckenentzündung wird während der Behandlung auf mehreren Ebenen vorgegangen. So werden zunächst Allgemeinmaßnahmen eingeleitet. Dazu zählt eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, die durch Wasser und harntreibende Tees erzielt wird. Gleichzeitig soll eine regelmäßige Blasenentleerung stattfinden. Da eine Infektion im Bereich der Harnwege zu einer deutlich verspannten Muskulatur führen kann, werden in einigen Fällen Spasmolytika eingesetzt. Dies sind Arzneimittel mit krampflösenden Eigenschaften. Eine ähnliche Wirkung soll lokale Wärme haben. Sie wird allerdings nicht nur zur Entkrampfung der Muskulatur eingesetzt, sondern soll außerdem das Allgemeinbefinden des Patienten verbessern, der in Folge des Fiebers häufig ein stark verändertes Temperaturempfinden hat. Der Wärme wird außerdem ein positiver Effekt auf das Immunsystem zugeschrieben, da mit ihr die Durchblutung gesteigert wird und Zellen des Immunsystems besser zum Infektionsherd gelangen können. Zeitgleich sollte jedoch dringend eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden, die erst aus einem Breitbandantibiotikum besteht und nach Bekanntheit des Bakterienstamms unter Umständen durch ein eigens abgestimmtes Antibiotikum abgelöst wird.

Welche Hausmittel können helfen?

Eine Entzündung des Nierenbeckens ist kaum mit Hausmitteln zu heilen. Sie können allerdings unterstützend zur konventionellen Therapie herangezogen werden. Am wesentlichsten ist dabei die Bettruhe. Bakterielle Infektionen sind in aller Regel sehr belastend für den Körper. Stress und Hektik können hernach eine Heilung verzögern und sollten aus diesem Grund vermieden werden.

Darüber hinaus können entzündungshemmende Tees getrunken werden. Dies ist vor allem sinnvoll, um eine Dehydration zu vermeiden, welche zu den häufigen Komplikationen bei einer Nierenbeckenentzündung gehört.

Hausmittel, die bei einer Nierenbeckenentzündung eingesetzt werden, richten sich vor allem auf die Begleitumstände. So können Rückenschmerzen mit warmen Auflagen gelindert werden und verkrampfte Muskulatur im Unterbauchbereich oder am Rücken gelockert werden. Gleichzeitig kommt es so zu einer besseren Durchblutung an der lokalen Infektionsstelle, sodass Immunzellen besser arbeiten können und abgetötete Erregerzellen schneller abtransportiert werden können. Auch im Bereich der Hausmittel wird eine stark erhöhte Flüssigkeitszufuhr zum Ausschwemmen der Bakterien empfohlen. Idealerweise wird die Flüssigkeitszufuhr mit der Einnahme von harntreibenden Stoffen kombiniert. So werden beispielsweise der Petersilie und der Eibischwurzel diuretische Eigenschaften zugesprochen. Trotzdem sollte neben der Behandlung mit Hausmitteln bei Verdacht auf eine Pyelonephritis immer ein Arzt aufgesucht werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter sollten lediglich unterstützend zu einer konventionellen Therapie herangezogen werden. Es empfiehlt sich zudem die Anwendung zuvor mit dem behandelnden Arzt abzusprechen, da eventuelle Wechselwirkungen mit Antibiotika möglich sind. Einige Heilkräuter wirken zudem wassertreibend. Da gerade bei einer Entzündung des Nierenbeckens die Gefahr einer Dehydration besteht, sollte dringlichst darauf geachtet werden, keine harntreibenden Kräuter oder Pflanzen einzunehmen.

  • Ackerhellerkraut
  • Heidelbeere
  • Liebstöckel
  • Bärentraube
  • Beinwell
  • Hagebutte
  • Hauchhechel
  • Wacholder
  • Wermuth
  • Brennessel

Die gerade aufgezählten Heilpflanzen oder Heilkräuter sind besonders in Form eines Tees oder Aufgusses einzunehmen. Hierzu trockne man diese oder gebe diese gleich frisch in ein Glas oder eine Kanne und überbrühe sie mit heißem Wasser. Anschließend filtere man sie heraus und trinke den daraus entstandenen Tee oder Aufguss. Des Weiteren kann man sie aber auch in Form anderer Präparate anwenden. Es empfiehlt sich hierbei jedoch eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, um etwaige Allergien bereits im Vorfeld ausschließen zu können. Des Weiteren sollte man sich des Umstands bewusst sein, dass diese Mittel die Herzgesundheit lediglich unterstützen. Eine Heilung von etwaigen Gewebeschäden können sie nicht garantieren. Deswegen sollte man sie in ihrer Wirkung jedoch nicht unterschätzen. Die hier genannten Kräuter sind durchaus für ihre positive Wirkung auf das menschliche Herz bekannt.

Ätherische Öle

Auch für ätherische Öle gilt, dass sie lediglich neben einer konventionellen Therapie mit Antibiotika verwendet werden sollten.

  • Fichte
  • Thymian
  • Zeder
  • Anis
  • Geranie
  • Zitrone
  • Grapefruit
  • Myrrhe
  • Weihrauch

Ätherische Öle sind entweder im Rahmen einer Aromatherapie oder äußerlich sowie seltener auch innerlich anwendbar. Im Falle der Nierenbeckenentzündung sollte man jedoch lediglich von ersterer Form Gebrauch machen, also der Aromatherapie. Dieser Umstand ergibt sich daraus, dass diese Form der Anwendung am ungefährlichsten für die Gesundheit des Organismus anzusehen ist. Hierzu gebe man die Öle in eine Duftlampe, entzünde eine Wärmequelle, am besten ein Teelicht und lasse die Öle in die Raumluft verdampfen. Die ätherischen Öle setzen auf diese Weise ihre Wirkstoffe frei und dienen zur Beruhigung der Patienten und bauen somit Stress und folglich Schmerz ab. Aber auch hier gilt, wie bei den Heilkräutern, dass eine solche Behandlung ein schulmedizinisches Vorgehen nicht ersetzen kann. Darüber hinaus ist der Effekt lediglich beruhigend und stressabbauend, nicht aber heilend für das betroffene Gewebe.

Homöopathie & Globuli

  • Rhus toxicodendrom
  • Hepar sulfuris
  • Silicea
  • Mercurius solibilis Hahnemanni
  • Nux vomica

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt keine wissenschaftlichen Daten, die darauf hindeuten, dass die Vermeidung einer bestimmten Art der Ernährung oder spezieller Lebensmittel während einer bestehenden Nierenbeckenentzündung besonders nützlich oder schädlich sein könnte. Allerdings ist es wichtig, zu beachten, dass heftige Übelkeit und Erbrechen sowie Appetitlosigkeit bei einer Infektion des Nierenbeckens sowie der Nieren auftreten können. Dies führt unter Umständen dazu, dass Patienten die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verweigern. Dehydration und Schwäche können infolgedessen auftreten. Und gerade Flüssigkeitsmangel gestaltet sich bei einer bakteriellen Infektion der Harnwege als äußerst ungünstig. Aus diesem Grund ist es ratsam sich entsprechende Medikamente bezüglich der Übelkeit von einem Arzt verschreiben zu lassen. Außerdem empfiehlt sich, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einzunehmen, da dies schonender für den Magen ist, der durch Erbrechen bereits gereizt wurde.

Generell eignet sich besonders leichte Schonkost: Suppen, Gemüse und Obst werden in aller Regel gut vertragen. Ungesüßter Tee, Wasser und verdünnte Fruchtsäfte sollten ausreichend getrunken werden. Besonders bei Fieber ist hierauf zu achten.

Eine Ernährung zur präventiven Vermeidung von Nierenbeckenentzündung gibt es im Grunde genommen nicht. Lediglich dem Cranberrysaft wird immer wieder eine positive Wirkung auf den Harnwegstrakt zugesprochen. Er soll die Gefahr verringern, dass sich Bakterien und andere Keime in dieser Körperregion vermehren können. Hierzu liegen allerdings keine umfangreichen Studienergebnisse vor. Generell schadet jedoch der Konsum jener Säfte nichts. Sie können bedenkenlos konsumiert werden. Darüber hinaus ist es von Vorteil, sich prinzipiell gesund zu ernähren. Hierdurch wird das Immunsystem gestärkt und Krankheitserreger haben weniger Chancen sich auszubreiten. Wichtig hierfür ist vor allem auf sehr fettige und zuckerhaltige Lebensmittel zu verzichten. Darüber hinaus sollte die Nahrung vorzugsweise ballaststoffreich und vitaminhaltig sein. Dies kann besonders dadurch sichergestellt werden, dass Lebensmittel selbst zubereitet werden. In Fertignahrung verbergen sich oft diverse schädliche Inhaltsstoffe, wie Zucker, Konservierungsmittel oder künstliche Aromen, die wenig zuträglich für die menschliche Gesundheit sind. Darüber hinaus gilt es selbstverständlich, auf Alkohol, Tabakkonsum und übermäßige Koffeinzufuhr zu verzichten.

Obwohl die Häufung von Harnwegsinfekten und insbesondere von Nierenbeckenentzündungen in der Regel genetische Ursachen hat, kann der Verlauf dennoch bedeutend durch eine gesund Lebens- und Ernährungsweise beeinflusst werden. Neben der Prävention mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmittel wie Flavonoiden aus Cranberries oder Tees mit harntreibender Wirkung sollte dementsprechend auch auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. So greift der häufig konsumierte Kaffee die Blasenwand an und auch Alkohol führt zu einer erhöhten Anfälligkeit des Harntraktes gegenüber Bakterien.

Der übermäßige Konsum von beidem sollte daher vermieden werden. Daneben ist auch ein sehr salzreiches Essen nicht besonders günstig, sodass sich an die Richtlinien von 2 bis 3 Gramm Salz pro Tag gehalten werden sollte. Bei sportlicher Betätigung ist allerdings eine Anpassung erforderlich. Zusätzlich wird diskutiert, ob eine basenreiche Ernährung zu einer Erhöhung der Gesundheit im Bereich des Harntraktes beiträgt. Besonders Basenbildend sind Gemüse wie Zucchini, Paprika und Blumenkohl. Die richtige Ernährung muss auch bei Personen mit einer Abwehrschwäche am Harntrakt ausprobiert und angepasst werden. Eine allgemeingültige Lösung gibt es hierbei nicht, meist signalisiert der Körper allerdings schnell, was ihm guttut und was nicht.


FAQ – Fragen & Antworten

Warum gehören Diabetiker zur Risikogruppe für Harnwegsinfektionen?

Dass Harnwegsbeschwerden überdurchschnittlich häufig Diabetiker betreffen, hat verschiedene Ursachen. Zum einen führt die Erkrankung zu einem schwachen Allgemeinzustand des Patienten. Er verfügt hernach nicht über die entsprechenden Abwehrkräfte, um sich einer Infektion mit Bakterien entgegenstellen zu können. Zum anderen bildet der Urin von Diabetikern einen idealen Nährboden für die wahrscheinlichen Bakterien einer Nierenbeckenentzündung. Das liegt vor allem an der erhöhten Zuckerkonzentration im Urin.

Da durch die genannten Faktoren bereits wenige Bakterien zur raschen Infektion und Entzündung der Harnwege führen können, ist es für Diabetiker ratsam, sich regelmäßigen Untersuchungen zu unterziehen. Zumeist kann ein frühes Erkennen von Bakterienanhäufungen im Urin, den Ausbruch einer Erkrankung verhindern. Darüber hinaus gelten selbstverständlich auch hier die wesentlichen Hygienevorschriften zur Vermeidung von Infektionen mit Darmbakterien.

Gibt es spezielle Präventionsmaßnahmen für Frauen?
Theoretisch gelten für Frauen genau die gleichen Präventionsmaßnahmen wie für Männer: Unterkühlung sollte vermieden und hygienische Standards beim Toilettengang selbstverständlich sein. An dieser Stelle sei jedoch noch einmal kurz auf das richtige Verhalten nach einem Toilettengang hingewiesen. Toilettenpapier sollte beim Säubern niemals vom After in Richtung Vagina, sondern stets andersherum geführt werden. Dadurch können schließlich keine Darmbakterien vom Schließmuskel in die Harnröhre transportiert werden. Darüber hinaus sollten Frauen stets darauf achten, eventuell verwendetes Sexspielzeug regelmäßig zu reinigen. Befinden sich Bakterien an einem Vibrator können diese beim Einführen in die Vagina ebenso leicht in die Harnröhre übergehen. Beim Geschlechtsverkehr sollte darauf geachtet werden, den Penis nach analer Penetration vom Vaginaltrakt fern zu halten.

Was tun bei Nierenbeckenentzündung in den Wechseljahren?
Diese Art der Erkrankung tritt besonders häufig bei Frauen auf, die sich im sogenannten Klimakterium befinden. Die Gründe hierfür liegen im schwankenden Hormonhaushalt. Darüber hinaus kann vermehrt ein Hormon produziert werden, dass den Zuckerspiegel im Urin erhöht. Frauen während der Menopause leiden hernach unter den gleichen Beeinträchtigungen bezüglich dieser Erkrankung wie Diabetiker.

Eine Behandlung der Nierenbeckenentzündung gestaltet sich bei Frauen in der Menopause ebenso wie bei anderen Patienten. In aller Regel werden passende Antibiotika eingesetzt, um die verantwortlichen Bakterien zu bekämpfen. Es gibt aber auch eine Reihe präventiver Maßnahmen, die sich lediglich Frauen in den Wechseljahren anbieten. Hierzu zählen alle angebotenen Hormonersatztherapien. Ob eine solche jedoch sinnvoll und medizinisch vertretbar ist, muss im Einzelfall mit einem Arzt abgesprochen und von diesem überprüft werden.

Bekommt man Blasen- oder Nierenbeckenentzündung, wenn man häufig auf kaltem Boden sitzt?
Es handelt sich hier nicht um eine Binsenweisheit: Unterkühlung führt tatsächlich häufiger zu einer Infektion der Harnwege. Das liegt daran, dass die Kälte einen wesentlichen Einfluss auf die Durchblutung hat, welche wiederum maßgeblich für die Immunabwehr ist. Ist die Temperatur von Nieren und Blase regelmäßig herabgesetzt, werden diese Körperteile langsamer durchblutet. Das begünstigt die Vermehrung von Bakterien, welche sich in geringer Zahl stets im Harnwegsapparat befinden.

Es ist folglich ratsam, sich stets auf einen Stuhl oder eine entsprechende Unterlage zu setzten, wenn man sich im Freien befindet. Außerdem sollte Zugluft vermieden werden. Im Winter reicht dafür oft ein wärmendes Unterhemd. Motorradfahrer sollten darüber hinaus einen Nierengurt tragen.

Ich habe seit wenigen Stunden hohes Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen und mein Urin ist rotgefärbt. Rückenschmerzen habe ich aber keine. Soll ich trotzdem zum Arzt?
Unbedingt! Blut im Urin und eine schnelle Symptomentwicklung mit Fieber sind deutliche Warnzeichen, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen! Da Fieber im Allgemeinen nicht zu einem Infekt der unteren Harnwege zählt, kann ein anderes Organ wie die Niere betroffen sein. Oft sind Rückenschmerzen im Initialstadium noch nicht auffällig und kommen als Symptom erst dann hinzu, wenn ein größerer Teil des Nierengewebes von der Infektion betroffen ist. Um dem vorzubeugen, sollte eine Therapie so schnell wie möglich eingeleitet werden.

Ich bin vor einiger Zeit auf den Rücken gestürzt und habe seitdem Schmerzen. Nachdem ich gestern im Schwimmbad war, habe ich zusätzlich Schmerzen beim Wasserlassen bekommen, jetzt bin ich unsicher, weil einige Symptome zu einer Nierenbeckenentzündung passen. Soll ich mich beim Hausarzt melden?
Sollten die Beschwerden anhalten, ist es wichtig, die Ursachen abzuklären. Dabei ist der Hausarzt eine gute erste Adresse, da er entscheiden kann, welcher Facharzt womöglich zu Rate gezogen werden sollte. Da die Rückenschmerzen schon längere Zeit bestehen und wahrscheinlich durch ein Trauma (der Sturz auf den Rücken) ausgelöst wurden, ohne dass eine akute Verschlechterung des Gesamtzustands (zum Beispiel hohes Fieber oder Schüttelfrost) eingetreten ist, kann es sich zum Beispiel um ein orthopädisches Problem handeln. Schmerzen beim Wasserlassen können auf eine beginnende Blasenentzündung hindeuten. Das kann der Hausarzt mit einigen Tests selbst abklären und im Zweifelsfall sogar eine Antibiotikatherapie einleiten. Es wäre bei dem Hergang denkbar, dass beide Symptome unabhängig voneinander bestehen und es sich um zwei unterschiedliche Krankheitsbilder handelt. Da eine Diagnose aber niemals über das Internet gestellt werden kann, ist ein Besuch beim Arzt im Zweifelsfall immer angeraten.

Kann ich mit einer Nierenbeckenentzündung trotzdem noch zur Arbeit gehen, wenn ich ausreichend Schmerzmittel einnehme? Dann verschwindet ja sogar das Fieber und ich mache ja keine körperlich anstrengenden Aktivitäten.
Auf gar keinen Fall! Eine Nierenbeckenentzündung ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die zwar in der Regel durch die Einnahme von Antibiotika problemlos ausheilt, während der akuten Phase aber eine enorme Belastung für den Organismus darstellt. Schmerzen und Fieber sind Warnhinweise des Körpers, die unbedingt beachtet werden sollten. Beides wird nur unterdrückt, wenn Schmerzmittel eingenommen werden. Dies kann dazu führen, dass die Krankheit nicht richtig ausheilt und in einen chronischen Verlauf übergeht, was eine gefährliche Schädigung des Nierengewebes mit sich führen kann. Neben diesen Gefahren kann die übermäßige Einnahme von Schmerzmitteln außerdem zu einer Schädigung der Leber führen, weshalb die Einnahme möglichst gering gehalten werden sollte.

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