Röschenflechte

Steckbrief: Röschenflechte

  • Name(n): Röschenflechte; Pityriasis rosea
  • Art der Krankheit: Hauterkrankung
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: nein
  • Art des Auslösers: ungeklärt
  • Wieviele Erkrankte: Null Komma Drei Prozent der Menschen zwischen zehn und 35 Jahren
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Dermatologe
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 L40

Die Röschenflechte ist ungefährlich

Wer plötzlich viele rote Flecken an seinem Körper entdeckt und vom Arzt die Diagnose „Röschenflechte“ erhält, muss sich keine Gedanken machen. Zu Komplikationen kommt es so gut wie nie. Außerdem heilt die Krankheit innerhalb von 6 bis 8 Wochen von selbst und ohne jegliches Zutun wieder ab. Selbst zurück bleibende Narben müssen nicht befürchtet werden. Damit ist die Röschenflechte zwar optisch ein echtes Ärgernis, sie tritt aber nur selten im Gesicht auf und ist völlig ungefährlich. Weshalb sie entsteht und was sie auslöst ist allerdings noch längst nicht abschließend erforscht.


Definition Röschenflechte

Die Medizin steht bei der Erforschung der Röschenflechte noch immer vor einem teilweise ungelösten Rätsel. Eines ist jedoch bisher sicher: Die Hauterkrankung ist nicht gefährlich. Sie entsteht wie aus dem Nichts und verschwindet innerhalb von 6 bis 8 Wochen auch wieder von selbst.

Die Röschenflechte verursacht auf dem Körper rote Flecken. Zunächst allerdings tritt bereits einige Tage zuvor (in einigen Fällen sogar Wochen) die so genannte Mutterzelle auf. Das ist ein erster und einzelner großer Fleck etwa von der Größe einer 2 Euro-Münze. Die Betroffenen können sich deren Entstehung nicht erklären, fühlen sich durch den Fleck auch häufig nicht beeinträchtigt, manche ignorieren ihn auch vollständig. Dieser Primärfleck ist der Beginn der Röschenflechte. Von ihm aus breiten sich weitere kleinere rote Flecken über den gesamten Körper aus.

Die Röschenflechte ist nicht ansteckend. So muss der Kontakt zu anderen Menschen nicht befürchtet werden.


Was ist die Röschenflechte?

Die Röschenflechte wird auch als Pityriasis rosea bezeichnet und verschwindet von selbst wieder. Sie betrifft fast nur Menschen im Alter zwischen zehn und 35 Jahren.

Typisch für die Erkrankung ist ein so genannter Mutterfleck als erste Erscheinung, der an einer beliebigen Stelle am Körper auftritt und meist von allen Betroffenen bemerkt wird. Er juckt aber nur selten und wird daher von den meisten Menschen nicht weiter beachtet. Allerdings bleibt er Tage, oft sogar mehrere Wochen, völlig unveränderlich und scheint auch nicht zu verschwinden.

Danach breitet sich dann am gesamten Körper und von der Mutterzelle ab ein Ausschlag am ganzen Körper aus. Viele rote Flecken sind nun erkennen, die den meisten Menschen auch auffallen und spätestens dann wird auch ein Arzt aufgesucht. Charakteristisch ist die Mutterzelle, weshalb ein Dermatologe meist danach fragt, ob den Patienten vor einigen Tagen oder Wochen ein größerer Fleck an ihrem Körper aufgefallen ist, den sie sich nicht erklären konnten.

Die Röschenflechte tritt fast am gesamten Körper auf, allerdings ist das Gesicht oft nicht betroffen. Sie muss nicht behandelt werden und verschwindet nach 6 bis 8 Wochen vno selbst wieder. Cremes sind nicht nötig. Die Haut sollte möglichst nicht gepflegt werden während der Erkrankung, d.h. auf Lotionen sollte auch verzichtet werden. Eventuell kann ein leichter Juckreiz auftreten.


Welche Ursachen gibt es?

Die Röschenflechte ist nicht längst nicht vollständig erforscht. Noch immer sind sich Mediziner nicht einig darüber, woher die Rsöschenflechte wirklich kommt. Vermutet wird allerdings, dass sich dahinter eine Ansteckung mit einem Herpesvirus (genauer gesagt Herpesvirustypen 6 und 7) verbirgt, der den Ausschlag auslöst. Ein eindeutiger Zusammenhang konnte aber dennoch nie in einer Studie festgestellt werden weshalb auch diese Ursache bis dato als umstritten gilt.

Ungefähr jeder siebte Mensch weist allerdings Herpesvirentypen 7 auf seiner Haut auf. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass auch jeder siebte Mensch an der Röschenflechte erkranken müsste – Das ist aber nicht der Fall.

Viel eher werden andere Ursachen vermutet:

  • Genetische Voraussetzungen,
  • die Neigung zu Allergien (insbesondere mit dermatologischen Auswirkungen),
  • das Alter der Betroffenen

Im Umkehrschluss kann meist gesagt werden, dass viele Menschen von der Röschenkrankheit betroffen sind, die mit ihrer Haut bereits andere Probleme haben, z.B. Neurodermitis oder trockene Haut. Es scheint also einen Zusammenhang zwischen empfindlicher Haut und der Röschenkrankheit zu geben. Aber auch hierzu fehlen aussagekräftige Studien.

Zwar ist es aus wissenschaftlicher Sicht durchaus interessant endlich erklären zu können, weshalb die Krankheit bei manchen Menschen entsteht und bei anderen nicht, aber die Notwendigkeit ist gering. Da die Krankheit ungefährlich ist und von selbst heilt, leiden die Betroffenen kaum. Außerdem ist sie nicht ansteckend. Es kann also ausgeschlossen werden, dass man selbst die Röschenkrankheit bekommt, wenn man intensiven Kontakt zu einer Person hat, die diese bereits hat oder gerade hatte. Das sollte auch im Umgang mit der Erkrankung beruhigen. Kontakt zu Kindern muss keinesfalls befürchtet werden.


Symptome & Anzeichen

Die meisten Betroffenen bemerken die Krankheit zunächst nicht. Ihnen fällt die Mutterzelle vielleicht gar nicht auf oder sie ignorieren den etwas größeren, roten Fleck und vermuten eher eine Hautirritation oder einen Mückenstich dahinter. Doch die Mutterzelle bleibt und verändert sich kaum. Der Primärfleck bleibt.

Von ihm ausstrahlend bildet sich dann nach einigen Tagen der Hauptausschlag. Es kann zu schuppiger Haut kommen, die leicht juckt. Starker Juckreiz kommt selten vor. Bezeichnet wird die schuppige Haut auch als Schuppenkrause.

Normalerweise reicht bereits das Vorhandensein der Mutterzelle, um eindeutig auf die Röschenkrankheit schließen zu können. Dennoch müssen andere Erkrankungen (z.B. Syphilis oder ein Hautpilz) ausgeschlossen werden.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Wer an der Röschenflechte erkrankt, bemerkt zunächst einen Primärfleck. Bei manchen Menchen tritt er am Rücken, im Nacken oder am Oberschenkel auf. Je nach Körperbereich kann er also mal mehr und mal weniger auffallen. Nur selten wird in diesem Stadium der Krankheit bereits ein Dermatologe aufgesucht.

Diagnostiziert wird die Röschenflechte oft erst später, wenn nach einigen Tagen am gesamten Körper Flecken auftreten. Sie sind rot, kaum entzündet, flach und jucken leicht. Im ersten Moment vermuten viele Patienten eine allergische Reaktion. Im Gesicht bilden sich nur selten die roten Flecken, deshalb sind sie im Alltag meist nicht störend. Am übrigen Körper allerdings sind sie sehr auffällig, so dass die Betroffenen spätestens mit der Entstehung der Herde auch Notiz von der Erkrankung nehmen.

Wer viel kratzt, wird automatisch mehr Probleme mit den Flecken bekommen. Die Heilungsphase dauert 6 bis 8 Wochen und sollte nicht verlängert werden, durch eine Reizung der Haut. In der Regel wird die Haut auch nicht behandelt. Sollte die Selbstheilung allerdings nach spätestens 12 Wochen nicht eingesetzt haben, muss erneut ein Arzt aufgesucht werden. In seltenen Fällen kann es bis zu 6 Monate dauern bis die Röschenflechte vollständig abgeheilt ist.

Die Heilung selbst wird für die Patienten sichtbar, wenn die roten Flecken immer heller werden bis sie schließlich nicht mehr erkennbar sind.

Wer einmal an der Röschenflechte erkrankt ist, wird dies nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 2 Prozent im Laufe seines Lebens erneut tun.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es gibt keine Rückschlüsse darüber, dass die Röschenflechte in einigen Ländern oder Breitengraden häufiger oder seltener auftritt als anderswo. Allerdings sind ausschließlich Menschen zwischen dem 10. und 35. Lebensjahr betroffen, was die Forschung rund um diese besondere Hauterkrankung spannend machen. Denn weshalb das so ist, konnte bislang medizinisch nicht geklärt werden.

Häufig leiden Menschen unter der Röschenflechte, die auch zuvor schon Probleme mit ihrer Haut hatten. Kinder, die unter Neurodermitis leiden, haben somit ein erhöhtes Risiko an der Röschenflechte zu erkranken als jene, die unproblematische Haut haben.

Außerdem erkranken die meisten Menschen in den späten Sommermonaten bzw. zum Herbstbeginn an der Krankheit, so dass daraus geschlossen werden kann, dass Hitze und/oder Schweiß am Körper den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Aber auch die Erkältungszeit beginnt meist im Herbst, sodass auch dieser Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden kann.


Komplikationen bei der Krankheit

Zwar kann so gut wie in jedem Krankheitsfall davon ausgegangen werden, dass die Haut von selbst heilt, aber dennoch kann es zu Komplikationen kommen. Dann nämlich, wenn:

  • Keine Diagnose gestellt wurde und die Haut falsch behandelt wird (z.B. mit Kortison, das die Betroffenen nicht gut vertragen),
  • die falsche Diagnose gestellt wurde und eine Syphilis oder eine Pilzerkrankung nicht erkannt wurde oder
  • der Juckreiz das Leben der Betroffenen sehr stark einschränkt

Zwar berichten die meisten Patienten darüber, dass die Erkrankung sie in ihrem Alltag nicht nennenswert beeinflusst hat, aber es ist trotzdem möglich, dass der Leidensdruck groß wird. Manche Menschen schämen sich sehr für diesen Ausschlag, der tatsächlich den Hautflecken, die bei einer Syphilis entstehen, stark ähnelt. Da die Syphilis lebensgefährlich enden kann, wenn sie unbehandelt bleibt, muss diese Intimkrankheit zwingend ausgeschlossen werden. Eine Verwechslung mit der Röschenkrankheit kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

Wer erkrankt ist, traut sich nun wochenlang kaum noch ins Hallenbad und verdeckt häufig auch die betroffenen Körperregionen im Beruf und Privatleben. Rein äußerlich wird der Ausschlag für viele Mitmenschen so wirken, als sei er höchst ansteckend. Genau das Gegenteil ist allerdings der Fall: An der Röschenflechte kann man sich nicht anstecken.

Haben die Mitmenschen oder Familienmitglieder Sorge, so sollten sie darüber aufgeklärt werden, dass es sich um eine harmlose Hauterkrankung handelt. Sie ist genauso wenig ansteckend wie Neurodermitis und verschwindet wieder. Da sie der Syphilis aber sehr ähnelt, sind viele Menschen besorgt, wenn sie den Ausschlag sehen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Prinzip müssten die Betroffenen gar keinen Arzt aufsuchen. Aber dies gilt auch nur dann, wenn sie selbst ganz sicher sagen können, dass es sich wirklich um die Röschenkrankheit handelt und nicht etwa um eine Krankheit, die dringend behandelt werden müsste. Da die wenigsten Laien dies können, sollte eine dermatologische Praxis auch dann aufgesucht werden, wenn eine Behandlung nicht möglich ist.

Den ersten Primärfleck erkennen die wenigsten Menschen als Entstehung der Röschenkrankheit. Und da kaum jemand in seinem Leben ein zweites Mal erkrankt, ist die Röschenflechte so gut wie für alle Erkrankten völliges Neuland. Es ist also ratsam sich medizinischen Rat einzuholen.

Ein Arzt kann Auskunft darüber geben, was während der Heilungsphase nicht getan werden soll: Saune, Dampfbad und starkes Schwitzen sollten vermieden werden. Die Stellen sollten aber auch nicht extrem austrocknen. Im Idealfall überlässt man während der Heilung die Haut sich selbst. Je weniger sie gereizt wird, desto besser kann sie sich selbst helfen. Nur selten ist der Ausschlag nach 8 Wochen noch deutlich sichtbar und juckt oft schon einige Tage zuvor kaum noch. Ein Arztbesuch nach der Heilung ist nicht nötig. Bei Komplikationen sollten die Betroffenen allerdings nicht zögern.

Sobald etwas nicht „normal“ erscheint, ist der Arzt der einzig richtige Ansprechpartner. Das könnte der Fall sein, wenn einige Stellen plötzlich extrem schuppen oder gar bluten oder der Ausschlag sich entzündet hat. Komplikationen sind zwar nicht bekannt, das bedeutet aber nicht, dass die Betroffenen nebenbei noch eine andere Hauterkrankung erleiden können, die wiederum dringend behandelt werden muss.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die Röschenflechte kann nicht behandelt werden. Es gibt kein Medikamente und keine Cremes, die den Heilungsprozess beschleunigen würden. Daher lautet der medizinische Rat auch fast immer: Abwarten.

Es wird im Laufe der Wochen von selbst deutlich besser bis der Ausschlag dann schließlich vollständig verblasst ist. Die Flecken sind lediglich eine optische Last, beeinträchtigen das Leben aber ansonsten kaum.

Es gibt lediglich Dinge, die die Patienten vermeiden sollten, um die Heilung nicht zu verlängern:

  • Wer viel Sport treibt, sollte dies etwas reduzieren (starke Schweißbildung),
  • Schwimmen im Chlorwasser kann die Haut stark austrocknen,
  • genauso wie übermäßiges Duschen,
  • zu viel Pflegeprodukte irritieren die Haut und
  • kratzen erhöht den Juckreiz und sorgt für eine stärkere Rötung

Viel mehr allerdings können die Patienten nicht tun. Mit etwas Geduld ist die Krankheit dann bald überstanden und hinterlässt am Körper der Patienten keine Spuren. Auch wenn es sich kaum jemand, dessen Körper von roten Flecken überzogen ist, vorstellen kann: Aber tatsächlich verschwinden diese genau so schnell wieder wie sie plötzlich aufgetreten sind.

Nichtstun ist aber auch anstrengend und nur selten können Betroffene akzeptieren, dass sie tatsächlich überhaupt nichts tun können. Der Dermatologe sollte daher noch einmal darauf hinweisen, dass das Nichtstun den Krankheitsverlauf sogar positiv beeinflussen kann. Wer zu viel schmiert und cremt, sorgt im schlimmsten Fall noch eher für Entzündungen. Und eine Wunderheilung ist schlicht auszuschließen: Ob mit oder ohne Cremes wird der Ausschlag erst nach 6 bis 8 Wochen wieder verschwinden. In Einzelfällen dauert er sogar mehrere Monate.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Da noch nicht klar ist, weshalb die Röschenflechte bei manchen Menschen ausbricht und bei anderen nicht, gibt es auch keine Möglichkeiten zur Vorbeugung. Zwar wurde bereits vermutet, dass das Herpesvirus für die Entstehung verantwortlich ist, aber diese These konnte bislang nicht erwiesen werden.

Eine Impfung gibt es ebenso wenig wie Maßnahme zur Prävention. Auch kann nach der Erkrankung kein Rückschluss darüber gezogen werden, dass im Laufe des Lebens weitere Hauterkrankungen auftreten werden.

Es wird aber vermutet, dass das Immunsystem eine Rolle spielt und darüber entscheidet, ob die Röschenflechte ausbricht oder nicht. Ist es geschwächt, ist die Chance größer, dass man eine Erkrankung erleidet. Eine Grippeimpfung kann dennoch nicht schützen. Viel eher sollte der Körper (und auch die Psyche) gestärkt werden. Bewegung und gesunde Ernährung sind effektiv und beugen einer Viruserkrankung vor. Wer muss, kann auch auf Mittel der Nahrungsergänzung zurück greifen.

Das alles minimiert das Risiko einer Erkrankung aber trotzdem nicht. Es ist nicht erwiesen, dass körperlich gesunde Menschen seltener erkranken. Lediglich wird ein Zusammenhang zwischen einem geschwächten Immunsystem, der beginnenden Erkältungszeit, eventuell der Psyche des Menschen und der Röschenflechte vermutet. Bis eindeutig geklärt ist, was die Krankheit wirklich auslöst, werden sicherlich noch einige Jahre vergehen. Bis dahin kann jeder sich nur ausreichend schützen, indem er seinem Körper Gutes tut.


Prognose zur Heilung

Die Haut heilt von selbst. Es muss aus medizinischer Sicht nichts getan werden, um die Heilung zu unterstützen. Und auch das ist etwas, das noch lange nicht erforscht ist: Was exakt sorgt dafür, dass die Röschenflechte ausbricht und – viel interessanter – was bewirkt der Körper damit?

Komplikationen gibt es sehr selten und auch nur selten dauert der Ausschlag länger als 8 Wochen. Man sollte sich während der Erkrankung nicht wesentlich anders verhalten als zuvor auch. Der Ausschlag braucht keine Pflege und sollte möglichst in Ruhe gelassen werden. So heilt er am besten und unkompliziert wieder ab.

Wer aber unter sehr starkem Juckreiz leidet, sollte sich medizinischen Rat einholen. Manchmal kann auch eine Kühlung der Haut helfen und viel frische Luft begünstigt den Heilungsprozess in seiner Dauer.


Stress als Auslöser der Röschenflechte?

Es wird vermutet, dass nicht nur Allergien, sondern auch Stress die Röschenkrankheit auslösen kann. Hierzu allerdings fehlen Grundlage der Forscher. Ein Zusammenhang konnte bisher nicht ausreichend nachgewiesen werden.

Dennoch berichten einige Betroffene, die Krankheit bräche bei ihnen zu einem Zeitpunkt aus der ungünstiger nicht hätte sein können. Oft in Prüfungsphasen oder in anderen aufreibenden Lebensphasen werden die Patienten von der Röschenflechte zusätzlich belastet. Daher ist der Schock meist groß, denn im ersten Moment wird dahinter eine schwere Erkrankung vermutet. Weshalb allerdings betrifft es dann so häufig auch Kinder ab dem 10. Lebensjahr?

Das ist ebenfalls ein großes Rätsel unter den Forschern. Die Tatsache, dass Frauen geringfügig häufiger betroffen sind als Männer könnte hingegen eher ein Zufall sein. Der Zusammenhang zwischen der Röschenflechte und psychischer Belastung muss weiterhin erforscht werden. Eventuell wird es hierzu in den nächsten Jahren neue Erkenntnisse geben. Solange gilt als Ursache für die Krankheit offiziell das, was bisher bekannt ist: Dass kaum etwas bekannt ist.


Alternative Behandlungsmethoden

Grundsätzlich könnte es aber dennoch möglich sein, dass das seelische Ungleichgewichtig mit der Entstehung der Röschenkrankheit zusammenhängt. Und auch wiederum das spräche für eine mögliche Verbindung zu Herpesviren, denn es ist tatsächlich erwiesen, dass Herpes durch Stress ausgelöst werden kann. Es gilt also, dass innere Unruhe und Stress vermieden werden sollte und exakt hierbei können die alternativen Behandlungsmethoden helfen.

Wichtig ist allerdings, dass sie nur dann auch angewandt werden, wenn aus medizinischer Sicht keine Bedenken bestehen.

Akupunktur
Wer sich immer nur gehetzt fühlt, wird häufiger Krankheiten entwickeln als jemand, der in sich ruht. Beim Finden der inneren Mitte kann die Akupunktur unterstützen. Zwar heilt sie die Röschenflechte nicht, aber sie kann die Heilungsphase angenehmer machen und den Juckreiz lindern.

Körpermassagen
Durch den Juckreiz kann die Haut ganz schön gereizt sein. Eine pflegende Massage ist sicherlich wohltuend, sollte aber mit Bedacht in Anspruch genommen werden. verwendet werden sollte nur sehr gut verträgliche Pflegeöle, im besten Fall ohne Parfüme und reizende Stoffe.

Kalte Duschen
Der Juckreiz kann außerdem durch kaltes Duschen gemindert werden. Wer das Gefühl hat, immer wieder kratzen zu müssen, sollte kaltes Wasser über die betroffenen Stellen laufen lassen. Aber nicht zu häufig und auch nicht zu lange: Die Haut braucht vor allem Ruhe.

Welche Hausmittel können helfen?

Auch wenn es ansonsten sehr sinnvoll sein kann, die Haut zu pflegen, so sollte während der Erkrankung mit der Röschenflechte möglichst darauf verzichtet werden. Die üblichen Lotionen und Cremes sollten kurzzeitig nicht verwendet werden. Allerdings gibt es Hausmittel, die etwas gegen den Juckreiz helfen können.

Salzwasser
Man kennt es vielleicht durch eine Neurodermitiserkrankung: Salzwasser bzw. Meersalz kann den Juckreiz lindern. Wer möchte kann in das Badewasser einfach etwas Meersalz zugeben und wird danach bemerken, dass die Haut deutlich weniger juckt. Das Badewasser sollte aber nicht zu heiß sein und 37 Grad nicht übersteigen. Ansonsten droht wieder eine Austrocknung, die wiederum erneut zu Juckreiz führen kann.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Johanneskraut-Öl
Zunächst sollte das Öl nur stellenweise und in geringer Dosierung auf die Haus aufgetragen werden. Eventuell können bei der Röschenflechte Irritationen auftreten, auch wenn man zuvor unkomplizierte Haut hatte. Das Johanneskraut-Öl sollte möglichst nicht eingerieben, sondern etwas aufgetröpfelt werden und sollte dann langsam einziehen.

Ringelblume
Die Ringelblume riecht selbst als Salbe nicht besonders angenehm. Allerdings soll sie effektiv der Bildung von Narben vorbeugen. Wichtig ist allerdings zu wissen, dass bei der Röschenflechte im Regelfall keine Narben zurück bleiben – Auch ohne die Anwendung von Salben. Die Angst vor Narben ist also meist verständlich aber dennoch unbegründet.

Aloe-Vera
Sie gilt als Alleskönner: Die Aloe-Vera-Pflanze beruhigt die Haut und soll entzündungshemmend wirken. Sie kann also Salbe oder als Creme gekauft werden. Ihre Verwendung kann den Juckreiz etwas lindern, wird aber den Heilungsverlauf und vor allem die -dauer dennoch nicht beeinflussen können.

Ätherische Öle

Die Verwendung von Ölen bei der Erkrankung mit der Röschenflechte ist nicht nötig, kann aber zu einem erhöhten Wohlbefinden bei den Betroffenen führen. Die meisten Menschen haben das Gefühl, etwas für ihre Heilung tun zu müssen. Das tatenlose Zusehen bei der Heilung und viel Geduld reicht da dem eigenen Empfinden nach nicht aus, weshalb auch ätherische Öle zum Einsatz kommen:

Lavendel-Öl
Lavendel ist nicht nur bekannt als Hautpflegeöl, sondern soll durch seinen angenehmen Duft sogar zu einer Beruhigung verhelfen. Das ist ideal, wenn man durch eine Hauterkrankung Stress empfindet. Selbst bei Schlafstörungen kann es unterstützen, die durch den Juckreiz sicherlich häufiger auftreten.

Homöopathie & Globuli

Bei der Röschenkrankheit ist es meist sinnvoller, sich von innen etwas Gutes zu tun als die Haut zu stark zu belasten und übermäßige Pflege zu betreiben. Produkte der Homöopathie sind daher sehr zu empfehlen.

Mezereum (Potenz: D12)
Mezereum soll gegen schuppige Haut helfen und auch gegen Ekzeme wirksam sein. verbessert wird die Heilung außerdem durch viel frische Luft, die bei der Röschenkrankheit ohnehin sehr empfohlen wird.

Arsenicum album (Potenz: D12)
Juckreiz kann zu einer großen Belastung werden. Mit Arsenicum album kann dieser gelindert werden. Außerdem hilft es bei Unruhe und Erschöpfung, die häufig eine Begleiterscheinung des Juckreizes sind.

Sulfur (Potenz: D12)
Sulfur ist das ideale Mittel gegen raue und brennende Haut. Häufig wird dieser ausgelöst durch starkes Schwitzen. Frische Luft hilft auch hier bei der Wirkung.

Schüssler-Salze

Schüssler-Salz Nr. 1Calcium fluoratum
Calcium fluoratum wird häufig bei einer Schwäche des Bindegewebes in Kombination mit einem Hang zur Narbenbildung eingesetzt. Auch wenn auch nach der Röschenkrankheit meist keine Narben zurück bleiben, kann die Vorbeugung nicht schaden.

Schüssler-Salz Nr. 6Kalium Sulfuricum
Kalium Sulfuricum ist das klassische Salz zur Behandlung von juckender, geröteter Haut. Viele Neurodermitis-Patienten verwenden es und verzeichnen guten Erfolge. Eine Wunderheilung der Röschenflechte sollte dennoch nicht erwartet werden: Vermutlich wird es dennoch 6 bis 8 Wochen dauernd bis der Ausschlag verschwunden ist.

Diät & Ernährung

Es wird davon ausgegangen, dass die Ernährung eine massive Einflussgröße auf unser Hautbild ist. Wer sich schlecht ernährt, neigt viel häufiger zu unreiner Haut, hat Pickel oder sogar ernsthaftes Hauterkrankungen. Eine verbesserte Ernährung führt auch fast immer zu einem verbesserten Hautbild.

Allerdings greift dieser Grundsatz bei der Röschenkrankheit nicht. Da bisher noch nicht einmal ausreichend erforscht ist, weshalb die Krankheit überhaupt entsteht, können keine Rückschlüsse zur Ernährung gezogen werden. Ist sie allerdings bereits aufgetreten, kann mit einer gesunden Ernährung trotzdem noch einiges bewirkt werden: Wer sich ausgewogen ernährt, stärkt sein Immunsystem und ist generell weniger anfällig für Krankheiten.

Da die Krankheit oft in den beginnenden Herbstmonaten auftritt, wird davon ausgegangen, dass sie womöglich doch etwas mit dem Immunsystem zu tun hat. Darum gilt umso mehr, dass die Nahrung genug Mineralstoffe und Vitamine aufweisen sollte. Vor allem aber sollte eine zusätzliche Erkrankung vermieden werden, da sie den Körper zusätzlich belastet.

FAQ – Fragen und Antworten

Schadet Kleidung bei der Heilung der Röschenkrankheit?
Wessen Haut starkt juckt, hat automatisch das Gefühl, dass jedes Kleidungsstück nur stört und zu noch größerem Juckreiz führt. Das ist auch völlig normal. Wenn möglich sollte viel Luft an die haut gelangen. Kratzige Wollpullover oder synthetische, enge Stoffe können die Haut noch mehr reizen. Wenn möglich sollte auch nachts so wenig Kleidung wie möglich getragen werden, denn auch so wird der Juckreiz etwas gelindert.

Ist die Röschenflechte ansteckend?
Nein. Auch wenn der Ausschlag alles andere als einladend aussieht und die Umgebung sicherlich etwas distanziert reagiert: Die Flechte ist auf keinen Fall ansteckend. Nicht einmal bei direkter Berührung mit den roten Flecken besteht Ansteckungsgefahr. So muss man sich vor Kontakt zu anderen Menschen nicht fürchten. Vermutlich wird man aber aufgrund der äußeren Erscheinung ohnehin eher wenig Lust auf Freibad haben und den intensiven Kontakt zu seinen Mitmenschen meiden. Begründet ist das aber nicht.

Können die roten Flecken Schmerzen verursachen?
Normalerweise sollte der Ausschlag nicht schmerzen. Was als leichter Schmerz empfunden werden kann ist allerdings der Juckreiz. Die Haut kann infolge dessen etwas kribbeln und sich gereizt anfühlen. Normalerweise ist der schlimmste Juckreiz aber nach wenigen Tagen schon überstanden. Erscheint er unüblich stark, sodass der Schlaf beeinträchtigt ist oder die betroffenen Stellen schuppen oder sich gar zu entzünden drohen, ist dringend ein Arztbesuch empfohlen. Ein Schmerz im klassischen Sinne ist wird durch die Röschenflechte nicht verursacht. Auch begleitende Schmerzen wie Kopfschmerzen sollten nicht auftreten.

Bleiben Narben zurück?
Nein. Auch wenn sich das die wenigsten Betroffenen wirklich vorstellen können. Die Krankheit wird von selbst wieder abheilen und keinerlei Spuren hinterlassen. Trotzdem sollte auf das Kratzen verzichtet werden, da der Heilungsprozess so verlängert wird. Außerdem droht die Haut zu schuppen, wenn man übermäßig kratzt. In der Regel wird der Juckreiz von den Betroffenen aber als dezent empfunden. Wer die Röschenflechte hat sollte daher nicht in Panik verfallen: Die Krankheit ist harmlos und verschwindet wieder.

Kann die Krankheit auch früher wieder verschwinden?
Die Hoffnung ist vermutlich groß. Das ist auch verständlich, dass man liest, dass es bis zu 8 Wochen dauern kann, bis die Flecken wieder verschwunden ist. Die Zeit erscheint lange, aber eigentlich ist das kein großes Problem. Äußerlich ist die Erkrankung sichtbar, verursacht aber keine nennenswerten Probleme und keine Schmerzen. Sie heilt in den meisten Fälle frühestens nach 6 Wochen wieder ab. Wer Glück hat, kann schon nach 4 Wochen bemerken, dass die Flecken deutlich heller werden. Eine schnellere Heilung nach 1 oder 2 Wochen tritt nur sehr selten ein. Der Krankheitsverlauf ist fast immer bei allen Betroffenen identisch.

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