Ayurveda

Ayurveda – zeitloses Wissen über die Gesundheit

Ursprung & Entwicklung:

Ayurveda behandlungDas Alter dieser traditionellen Heilkunst wird nach den ältesten bekannten Schriften auf ca. 3000 Jahre geschätzt. Seinen Ursprung hat Ayurveda in Indien mit Ausbreitung nach Nepal und Sri Lanka (bis 1972 Ceylon). Es ist zudem in den heiligen Schriften des Hinduismus verankert.

In Indien wird Ayurveda heute nur fast noch gemischt mit eigenen, viel später entstandenen Erkenntnissen angewendet. Diese finden sich meist in Form von Kräutergaben, Yoga Einheiten und Massagen. Dem entgegen hat Sri Lanka das alte Wissen über die Jahrhunderte durchgehend weitergeführt, angewendet und ins staatliche Gesundheitssystem integriert.

Ayurveda lässt sich in den Bereich der traditionellen Alternativmedizin einsortieren. In Deutschland findet sich Ayurveda meist im Bereich Wellness wieder. Häufig auch als Mischform mit transzendentaler Meditation (Maharishi Ayurveda).

Durchführung & Wirkungsweise:
Die Behandlung erfolgt als ganzheitliches System, nicht nur um Krankheiten zu heilen sondern in erster Linie als Prophylaxe und zur Bekämpfung der Ursachen. Ayurveda geht davon aus, dass sich die Einheit von Körper, Seele und Geist im Gleichgewicht befinden muss. Innere und äußere Einflüsse können das Gleichgewicht stören und sind für auftretende gesundheitliche Probleme verantwortlich. Am häufigsten wird den Symptomen mit Yoga, Ölbehandlungen, Massagen und einer speziellen ayurvedischen Ernährung begegnet. Aber auch Schwitz- und Fastenkuren sowie die Anwendung mineralischer Arzneien werden eingesetzt.

Dem voran geht eine gründliche Diagnose des Patienten. Generell wird neben der körperlichen Untersuchung die Zungen- und Augenprüfung sowie die Puls- und Urinprüfung angewendet. Hieraus lassen sich ablesen, in welchem Körperbereich die Beschwerden vorliegen. Des Weiteren ergibt sich dadurch das aktuelle Verhältnis der drei Doshas zueinander, so dass eine individuelle Therapie bestimmt werden kann.

Die Doshas stellen die drei Lebensenergien des Menschen dar und werden Vata (Raum/Wind, Luft), Pitta (Feuer, Wasser) und Kapha (Wasser, Erde) genannt. Sie sind nicht in jedem Menschen gleich stark ausgeprägt, daher kann keine standardisierte Behandlung angewendet werden um das Gleichgewicht widerherzustellen. Ein Ayurveda Arzt wird immer eine Harmonisierung des Vata/Bewegungs-, Pitta/Stoffwechsel- und Kapha/Strukturprinzips anstreben.

Speziell bei der Ernährungslehre werden alle Nahrungsmittel in Gunas (Klassen/Gruppen) unterteilt. Es handelt sich hierbei nicht um eine vegetarisch ausgerichtete Ernährungslehre. Sattva-Guna, Rajas-Guna und Tamas-Guna beinhalten jeweils Empfehlungen zu Nahrungsmitteln, die je nach Beschwerden und geistigen Eigenschaften vorzugsweise gegessen bzw. vermieden werden sollten.

Dabei ist zu beachten, dass z.B. ein reif geernteter Pfirsich (Sattva) andere Informationen enthält als ein grün geernteter Pfirsich (Rajas), der dann über weite Strecken transportiert wurde. Eine sich harmonisch auswirkende Ernährung ist ohne Hilfe eines ayurvedisch ausgebildeten Arztes nicht möglich.

Bis Erfolge eintreten erstreckt sich die Behandlungsdauer zwischen einigen Anwendungen bis zu mehreren Monaten.

Hilft gegen:

Daneben werden viele weitere Bereiche unterschieden und behandelt. Hierzu zählen die allgemeine Chirurgie – zum Beispiel bei Verletzungen, Hals-, Nasen und Ohrenkrankheiten, die Augenheilkunde und die Gynäkologie.

Fördert & stärkt:

Risiken & Nebenwirkungen:

  • Mangelerscheinungen
  • Allergische Reaktionen
  • Überempfindlichkeiten
  • Neurologische Schäden
  • Vergiftungen

Durch unfachmännisch durchgeführte Ernährungsumstellung kann es nach längerer Zeit zu Mangelerscheinungen kommen.
Überempfindlichkeiten und allergische Reaktionen können durch die Behandlung mit Kräutern, Gewürzen, Ölen und Pflegeprodukten auftreten.

Besondere Vorsicht ist bei der Einnahme von Ayurveda Medikamenten geboten. Diese enthalten häufig hohe Konzentrationen an Schwermetallen. Insbesondere Blei, Arsen und Quecksilber kann zu Vergiftungen und schweren neurologischen Schäden wie Schlaganfall führen.

Mehr Sicherheit bei der Verwendung von Ayurveda Produkten bieten Zertifizierungen mit verliehenen Gütesiegeln: ISO 9001 (Qualitätsmanagementnorm), GMP (Good Manufacturing Practice) für die Qualitätssicherung der Produktionsabläufe, HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points) zur Gefahrenanalyse kritischer Lenkungspunkte, WHO-Zertifikat für pharmazeutische Produkte und BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen) für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

Die ayurvedische Medizin verwendet über 1000 verschiedene Inhaltsstoffe, darunter viele organische Stoffe wie Kräuter und Pflanzen. Bei den Kräutern und Pflanzen handelt es sich zum Teil um toxische Exemplare wie die Tollkirsche. Im Rahmen der Herstellung von Medikamenten und ihrer Wirksamkeit spielt der jeweilige Teil der Pflanze eine wesentliche Rolle (Wurzel, Blüte, Stamm, Blätter oder Rinde). Organische Stoffe in Medikamenten sind zum Beispiel auch Rinderurin oder Insekten. Ebenfalls gängige Inhaltsstoffe sind Schwermetalle wie Blei, Arsen und Quecksilber die den Produkten bewusst zugeführt werden. Alle Stoffe werden in unterschiedlichen Kombinationen und Dosierungen verwendet.

Zu Gegenanzeigen kann es kommen, wenn bereits Erkrankungen wie zum Beispiel Stoffwechselstörungen, Bluthochdruck oder Diabetes vorliegen. Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und ältere Menschen sowie Frauen in den Wechseljahren müssen ebenfalls mit Gegenanzeigen rechnen. In den genannten Fällen sollte eine Verwendung ayurvedischer Produkte nur mit ärztlicher Überwachung erfolgen.

Bei dauerhafter oder zeitweiser Einnahme anderer Medikamente kann es zu Wechselwirkungen mit den Ayurveda Medikamenten kommen. Die gegenseitige Beeinflussung hat entweder eine Verstärkung oder Abschwächung der Substanzen bzw. ihrer Wirkung zur Folge oder/und eine Verlängerung bzw. Verkürzung der Wirkungsweise.

Wer behandelt?

  • Ayurveda-Ärzte
  • Fachärzte mit Weiterbildung
  • Heilpraktiker
  • Kliniken
  • Kurkliniken
  • Wellness Anbieter (Hotels, Bäder)

Das Studium der ayurvedischen Medizin (Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery) wird in Indien und Sri Lanka in 6 Jahren (inkl. Staatsexamen) absolviert. Österreich bietet eine postgraduale Weiterbildung für Ärzte. In England wird Ayurveda als Bachelor für neue Gesundheitsberufe angeboten. Daneben gibt es weltweit zahlreiche Ausbildungen, Seminare und Fort- und Weiterbildungen für Therapien, Beratung und Psychologie oder mit dem Schwerpunkt Massage und Kosmetik. Ayurveda Produkte sind zudem weltweit in Apotheken erhältlich. Jedoch dürfen nur ausgebildete Ärzte und Heilpraktiker die rezeptpflichtigen Ayurveda Medikamente verschreiben.

Viele Kliniken, Kurkliniken und Wellness Anbieter haben sich auf spezielle Massagen und Therapieformen spezialisiert, die eine Behandlung und Linderung der Beschwerden versprechen. Einzelne Behandlungen oder Standardprogramme wiedersprechen jedoch der Ayurveda Lehre und dienen nur dem kurzfristigen Wohlempfinden.

Eine intensive und nachhaltige Behandlung erfolgt nicht unter zwei Wochen und wird individuell auf den Patienten abgestimmt und streng ärztlich überwacht. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen keine Kosten.

Unser Fazit:

Die medizinischen Lehren wurden noch nicht auf den aktuellen Stand der Wissenschaft gebracht. Dadurch entsteht ein hohes Risiko einer ungenauen Diagnostik und anschließend mangelhafter Behandlung.

Wir raten daher ab, Ayurveda zur alleinigen Behandlung von Krankheiten anzuwenden. Jedoch ist es gut geeignet, die eigene Lebensweise zu hinterfragen und dadurch Ursachen zu analysieren, die zu Langzeiterkrankungen wie Hautproblemen, Rheuma, Gicht usw. führen können. Ebenso kann eine Umstellung der Lebensweise zu einer Linderung der Beschwerden führen.


Ayurvedische Medizin
Ayurveda gilt als das älteste aller Heilsysteme. Es ist über 3000 Jahre alt und wurzelt in der hinduistischen Schöpfungsphilosophie. Das Wort Ayurveda kommt aus dem Sanskrit und bedeutet „Wissen(schaft) vom Leben, von der Langlebigkeit“. Dabei geht es neben der Behandlung von Krankheiten, um die Herstellung eines idealen Zustandes von Körper und Bewusstsein, welcher ein gesundes und langes Leben ermöglichen soll.

Hierzu werden verschiedene Methoden angewandt wie Ernährung und Lebensregeln, die Reinigung des Körpers von Giftstoffen durch Ölmassagen, Kräuterdämpfe und Einläufe (Panchakarma) sowie das Verabreichen von Kräuterarzneien und das Anleiten zu richtiger Atmung und Meditation. Nach ayurvedischer Vorstellung ist jedem Menschen eine Konstitution eigen, die sich aus einer individuellen, nur für ihn typischen Zusammensetzung aus den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ergibt. Gerät dieses Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht, entstehen Unwohlsein und Krankheit. Die Methoden des Ayurveda zielen vor allem darauf, dieses Gleichgewicht zu erhalten.


Weitere Informationen zur Ayurvedischen Medizin:
Freie Enzyklopädie Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ayurveda

Fachverbände:
Europäische Gesellschaft für Ayurveda: https://www.ayurvedaseite.de
Deutsche Gesellschaft für Ayurveda: https://www.ayurveda.de

Ausbildungszeiten: 
(diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Form und Ort der Ausbildung und Vorwissen variieren):
ca. 3 Jahre

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