Fosfomycin

Fosfomycin gehört zur Gruppe der Antibiotika welches das erste Mal 1969 aus Streptomyces-Bakterien isoliert wurde. Da es ein besonders breites Wirkungsspektrum (daher auch der Name Breitbandantibiotika) hat hilft es nicht nur gegen einen speziellen Erreger, sondern gegen viele Erreger.

Vorwiegend wird es aber vor allem bei der Behandlung von schweren bakteriellen Infektionen oder auch bei akuten auftretenden Harnwegsinfektionen eingesetzt.

FosfomycinWas ist Fosfomycin?

Das Antibiotikum wurde das erste Mal im Jahr 1970 in Spanien aus der Streptomyces Gattung isoliert.

Antibiotika sind grundsätzlich Stoffwechselprodukte von Pilzen oder Bakterien, welche besonders wirksam das Wachstum von anderen Mikroorganismen eindämmen können.

Da Fosfomycin ein bakterizides Antibiotikum ist kann es das Wachstum von Bakterien nicht nur hemmen, sondern auch Bakterien abtöten.

Die Anwendung von Fosfomycin erfolgt mittels intravenöser Anwendung. Da diese Applikationsform nicht den Darm beeinflusst wird das Antibiotikum vor allem vorwiegend bei akuten sowie auch chronischen Infektionen verwendet.

Neben der intravenösen Anwendung gibt es auch die Form des Salzes Fosfomycin-Rometamol als Granulat, welches zur oralen Anwendung verwendet wird. Diese Form der Behandlung wird vor allem bei unkomplizierten Infektionen verwendet.

Welchen Zwecken dient der Wirkstoff?

  • Hemmung des Bakterienaufbaus
  • Abtötung von Bakterien
  • Behandlung von bakteriellen Infektionen
  • Behandlung von Haut– oder Weichteilentzündungen

Zusätzlich wird Fosfomycin auch bei bakteriellen Infektionen, welche durch fosfomycinemfpindliche Keime verursacht wurden, angewendet.

Zu den bekanntesten zählt hier beispielsweise die Osteomyelitis. Diese Art der Entzündung betrifft das Knochenmark welche vor allem nach etwaigen Knochenbrüchen im Anschluss an eine operative Versorgung auftreten kann.

Auch wird eine Meningitis mit Fosfomycin behandelt, welche eine Entzündung der Rückenmarkshäute und Hirnhäute ist.

Da eine bakterielle Meningitis aufgrund der kurzen Distanz zum Gehirn und zum Rückenmark immer als äußert lebensbedrohlich erscheint ist eine rasche Therapie unbedingt notwendig um etwaige Folgeschäden vermeiden zu können.


Allgemeines

Allgemeines
NameFosfomycin
Andere Namen
  • (2R,3S)-3-Methyloxiranphosphonsäure (IUPAC)
  • (1R,2S)-cis-(1,2-Epoxypropyl)phosphonsäure
  • Phosphomycin
SummenformelC3H7O4P
WirkstoffklasseAntibiotikum

Wirkungsweise

So wirkt Fosfomycin

Der Wirkstoff Fosfomycin ist bakterizid was bedeutet, dass er den ersten Schritt der sogenannten Synthese der Bakterienzellwand hemmen kann.

Durch die Synthese kann die Bildung von N-Acetylmuraminsäure verhindert werden, welche vor allem für den Aufbau von der bakteriellen Zellwand notwendig ist.

Sollte keine funktionierende und intakte Zellwand vorhanden sein so kann das Bakterium auch nicht überleben und stirbt im weiteren Verlauf ab.

Das Breitbandantibiotikum Fosfomycin wirkt gegen eine große Menge von Bakterien wie zum Beispiel Staphylokokken, Pneumokokken, Enterokokken sowie auch Streptokokken.

Da jedoch die Möglichkeit einer Resistenzentwicklung gegen das Antibiotikum Fosfomycin entstehen kann wird bei schweren Infektionen oftmals eine Kombination von Fosfomycin mit einem weiteren Antibiotikum verwendet.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Fosfomycin

Der Wirkstoff Fosfomycin wird je nach Behandlungsform entweder in oraler Form über den Mund oder intravenös direkt als Infusion über den Blutkreislauf in den menschlichen Körper gebracht.

Sollte die Behandlung oral erfolgen so gelangt auch nur ein Teil des Breitbandantibiotikums in den Körper und wird dort aufgenommen.

Der Wirkstoff wird nicht verstoffwechselt und wird zum größten Teil über den Urin ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Fosfomycin angewendet?

Das Breitbandantibiotikum wird vor allem bei leichten aber auch oft bei schweren bakteriellen Infektionen angewendet, welche durch Keime hervorgerufen wurden die auf Fosfomycin empfindlich sind.

Die Haupteinsatzgebiete sind:

Zudem wird das Antibiotikum auch oft perioperativ in Kombination mit Metronidazol verabreicht, um postoperative Infektionen vermeiden zu können.

Ähnliche Wirkungen wurden auch bei der Kombination Fosfomycin mit Ampicillin, Cephalotin oder auch Doxycyclin nachgewiesen.

Bei bestehenden Harnwegsinfektionen kann Fosfomycin auch als Monotherapie angewendet werden und bedarf aufgrund seiner gezielten Behandlung und der starken Wirkung keine zusätzliche Kombination mit einem anderen Antibiotikum.


Richtige Anwendung

So wird Fosfomycin angewendet

Die genaue Dosierung von dem Antibiotikum wird vom behandelnden Arzt festgelegt nachdem eine genaue Diagnoseerhebung stattgefunden hat.

Die Behandlung hängt von mehreren Indikatoren wie Art und Schwere der Infektionen sowie etwaiger Vorerkrankungen vom Patienten ab. Zudem ist auch das Alter des Patienten ausschlaggebend für die Dosierung, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Besteht in der Krankengeschichte schon eine eingeschränkte Nierenfunktion so muss die Dosierung von Fosfomycin dementsprechend angepasst werden, um eine weitere Schädigung der Niere zu vermeiden.

Je nach Körpergewicht wird vom behandelnden Arzt die richtige Dosierung gewählt.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Fosfomycin?

Es gibt eine Reihe an Medikamenten, welche den Wirkstoff Fosfomycin beinhalten

  • Fosfomycin AL 3 g Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
  • Cardular PP Uro 4mg/8mg
  • Fosfomycin Aristo 3000 mg Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
  • Monuril 3000

Handelsnamen

Monopräparate zur parenteralen Anwendung:

  • Infectofos (D)
  • Fosfomycin Sandoz (A)

Monopräparate zur oralen Anwendung:

  • Monuril (D, A, CH)
  • Fosfuro (D)
  • Generika (D)

Indikationen

Fosfomycin findet bei bakteriellen Infektionen, die auf fosfomycinempfindliche Keime zurückzuführen sind, Anwendung. Hierzu zählen:

Zusammen mit dem Wirkstoff Metronidazol  wird Fosfomycin auch vorbeugend bei Operationen eingesetzt.


Gegenanzeigen

Wann darf Fosfomycin nicht angewendet werden?

Sollte eine Überempfindlichkeit oder eine mögliche Allergie gegen den Wirkstoff bestehen so sollte Fosfomycin keinesfalls eingenommen werden, um einen möglichen anaphylaktischen Schock zu umgehen.

Zudem sollte Fosfomycin bei bestehender schwerer Nierenfunktion (Nierenwerte unter 20 Milliliter pro Minute) nicht verabreicht werden, da durch die Behandlung mit dem Wirkstoff eine weitere Verschlechterung der Nierenfunktion eintreten kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bis dato gibt es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse ob eine Behandlung mit dem Wirkstoff Fosfomycin während einer Schwangerschaft kontraindiziert ist oder nicht.

Aufgrund dieser Tatsache sollte eine Behandlung nur nach vorheriger Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, um etwaige Schäden für das Ungeborene vermeiden zu können.

Der Wirkstoff kann nachweislich in die Muttermilch übergehen jedoch gibt es aktuell keine Belege, dass es dadurch zu einer Schädigung des Säuglings kommen kann.

Dennoch sollte eine Behandlung mit dem Wirkstoff Fosfomycin während dem Stillen nur nach ärztlicher Rücksprache und nach ärztlicher Verordnung erfolgen, um das Neugeborene zu schützen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Breitbandantibiotikum darf bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewendet werden.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Fosfomycin?

Wie auch bei vielen anderen Medikamenten gibt es auch bei Fosfomycin Nebenwirkungen, die während der Behandlung auftreten können.

In den meisten Fällen wird Fosfomycin besonders gut vertragen doch kann es vor allem im gastrointestinalen Bereich zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen.

Häufige Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen

Seltene Nebenwirkungen

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit

  • Allergische Reaktionen, welche bis hin zum anaphylaktischen Schock reichen können
  • Asthma
  • schwere Hautreaktionen
  • Gesichtsschwellungen
  • Nesselsucht
  • Dickdarmentzündungen

Besonderheiten

Sollte während der Behandlung mit dem Medikamente Fosfomycin Durchfall auftreten, welcher über eine längere Zeit hinweg andauert, so kann dies ein Zeichen für eine Dickdarmentzündung sein.

Fällt der Durchfall besonders schwerwiegend aus, so spricht man hier von einer pseudomembranösen Colitis, welche umgehend fachärztlich behandelt werden muss.

Sollte die Entzündung derart fortgeschritten sein, so muss unbedingt ein Durchfall-Präparat eingenommen werden, um einerseits den Durchfall zu stoppen und andererseits die Darmwand zu regenerieren.

Bei bestehenden Nierenerkrankung muss die Dosis des Medikamentes genau angepasst werden denn es sollte auf keinen Fall zu einer möglichen Verschlechterung der Nierenleistung kommen.

Zudem ist auch bei Patienten mit vorbekannter Herzinsuffizienz die Therapie genau zu beobachten, um eine weiterer Herzschädigung zu vermeiden.

Durch den erhöhten Natriumzufuhr, welcher durch eine Therapie mit Fosfomycin besteht, kann eine gesteigerte Kaliumausscheidung erfolgen was bei Patienten, welche bereits in der Anamnese an einer Hypokaliämie leiden, gefährliche Folgen haben kann.

So können sich durch die Therapie mit Fosfomycin lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen bilden, die auch im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen können.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Fosfomycin?

Wird das Medikamente mit anderen Medikamenten zeitgleich angewendet so kann es zu etwaigen Wechselwirkungen kommen.

Wird eine Therapie von Fosfomycin in Kombination mit Metoclopramid eingenommen kann die Aufnahme des Antibiotikums im Körper gehemmt werden und somit auch nicht seinen Wirkstoff verbreiten.

Auch können andere Medikamente, welche vorwiegend bei MagenDarmErkrankungen angewendet werden, den Wirkstoff eindämmen und somit eine Heilung hinauszögern oder gar nicht erst ermöglichen.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Fosfomycin zu beachten?

Sollte der Patient auf den Wirkstoff Fosfomycin allergisch reagieren oder auch schon in der Vorgeschichte eine mögliche Überempfindlichkeit gegen das Medikament bestehen, so ist eine Behandlung nicht indiziert.

Zudem ist auch eine Therapie mit dem Medikament bei bekannten Nierenleiden kontraindiziert da es in einzelnen Fällen zu einer Verschlechterung der bereits bestehenden Nierenerkrankung kommen kann.

Auch schwangere Frauen sowie stillende Mütter dürfen nicht mit dem Antibiotikum behandelt werden, um einerseits das Ungeborene und andererseits das Neugeborene zu schützen.


Abgabevorschriften

So erhalten sie Medikamente mit Fosfomycin

Fosfomycin ist ein rezeptpflichtiges Antibiotikum und wird, egal um welche Darreichungsform es sich handelt (Pulver zur Herstellung etwaiger Infusionslösungen, Tabletten, etc.) nur vom zuständigen Facharzt auf Rezept angewiesen.

Mit dem ausgeschriebenen Rezept ist das Medikament sodann in der Apotheke gegen Vorlage des Rezeptes erhältlich.


Geschichte

Das Breibandantibiotikum wurde das erste Mal 1969 in Spanien aus der Gruppe der Steptomyces Bakterien isoliert.

Schon zu Beginn der Isolierung fand man großes Interesse an dem Antibiotikum da es aufgrund des besonders breiten Wirkungsmechanismus bei sämtlichen Infektionen eingesetzt werden konnte und immer das Ziel der Heilung erreichte.

Es dauerte zwar einige Jahre bis die tatsächliche Wirkung des Antibiotikums von Forschern und Wissenschaftler anerkennt wurde, doch findet es man heute in jeder Krankenhauseinrichtung. Gerade bei schweren Infektionen der Atemwege oder bakterielle Entzündungen wird Fosfomycin tagtäglich eingesetzt.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

In einzelnen Fällen können durch eine Behandlung mit einem bestimmen Medikament allergische Reaktionen ausgelöst werden.

Sollte bei der Therapie mit dem Breitbandantibiotikum Fosfomycin eine solche allergische Reaktion bemerkt werden so ist unverzüglich Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu halten, um eine mögliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes zu umgehen.


Quellen

  • Suerbaum, S. et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, 7. Auflage, Springer-Verlag, 2012
  • Europäisches Arzneibuch PhEur
  • Schmidt, H.: Pharmakologie und Toxikologie, Schattauer Verlag, 2007
  • Mutschler, E. et al.: Arzneimittelwirkungen, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013
  • Schulz-Stübner, S. et al.: Antibiotika bei Infektionen mit multiresistenten Erregern, Springer-Verlag, 2015
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, D)

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