Doxycyclin

In diesem Artikel erhalten Sie alle wichtigen und wissenswerten Informationen zu Doxycyclin. Der Wirkstoff Doxycyclin ist auch unter den Bezeichnungen Doxycyclinhydrat bzw. Doxycyclin-1-Wasser bekannt. Als Antibiotikum gehört der Wirkstoff Doxycyclin zur Klasse der Tetracycline.

Ein breites Wirkspektrum sowie eine bakteriostatische Wirksamkeit gegenüber grampositive sowie gramnegative und zellwandlose Keime zeichnen den Wirkstoff aus. Die tuberkulostatische Wirkung ist eher gering. Dafür wirkt es aber gegen Plasmodien (einzellige Parasiten).

DoxycyclinWas ist Doxycyclin?

Bei dem Wirkstoff Doxycyclin handelt es sich um ein Antibiotikum. Und zwar aus der Gruppe der Tetracycline.

Der Wirkstoff kann aus Oxytetracyclin durch eine direkte Hydrierung mit dem chemischen Element Rhodium als Katalysator gewonnen werden.

Doxycyclin zeigt eine bakteriostatische Wirksamkeit auf grampositive, gramnegative und auch zellwandlose Keime. Zudem wirkt es gegen Plasmodium. Im Gegenzug besitzt der Wirkstoff nur eine geringe tuberkulostatische Wirksamkeit.

Aufgrund seiner Membrangängigkeit eignet sich der Wirkstoff auch für die Therapie von intrazellulär lokalisierten Erregern.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Doxycyclin wird zur Behandlung folgender Krankheiten eingesetzt:

Anwendung:

  • alleinig oder in Kombination mit Chinin
  • in der Malariatherapie/-prophylaxe*
  • Off-Label Anwendung in der Malariaprophylaxe

*Empfehlung der WHO und der DTG, kein Fertigarzneimittel für Deutschland zugelassen


Allgemeines

Allgemeines
NameDoxycyclin
Andere Namen(4S,4aR,5S,5aR,6R,12aS)-4-Dimethylamino-3,5,10,12,12a-pentahydroxy-6-methyl-1,11-dioxo-1,4,4a,5,5a,6,11,12a-octahydrotetracen-2-carboxamid
SummenformelC22H24N2O8
WirkstoffklasseAntibiotika (Tetracycline)

Wirkungsweise

So wirkt Doxycyclin

Die Vermehrung von Bakterien wird durch Doxycyclin behindert, weil dieser Wirkstoff die Proteinsynthese blockiert. Das heißt: Die Herstellung von lebensnotwendigen Eiweißbausteinen für die Bakterien wird blockiert.

Die Bakterien werden dadurch an der weiteren Ausbreitung gehindert, wodurch die bestehende Entzündung abheilen kann.

Anders ausgedrückt: Die Wirkungsweise beruht auf der Hemmung von ribosomalen Proteinbiosynthesen der Bakterien.

Das heißt: Durch eine Bindung an eine 30S-Untereinheit der bakteriellen 70S-Ribosomen wird verhindert, dass sich die Aminoacyl-t-RNA an die Akzeptorstellen der Ribosomen setzt.

Damit wird die Verlängerung der Polypeptidketten der Bakterien gestoppt. Gleichzeitig werden sie daran gehindert, sich zu vermehren.

Bei oraler Verabreichung erfolgt eine fasst vollständige Resorbtion. Die Bioverfügbarkeit wird mit 90 bis 100 % angegeben. 12-18 Stunden beträgt die Plasmahalbwertzeit. In der Leber erfolgt die Elimination des Wirkstoffs. In diesem Organ erfolgt auch die Kopplung an die Glucuronsäure.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Doxycyclin

Bei oraler Verabreichung erfolgt eine fasst vollständige Resorbtion. Die Bioverfügbarkeit wird mit 90 bis 100 % angegeben. 12-18 Stunden beträgt die Plasmahalbwertzeit. In der Leber erfolgt die Elimination de Wirkstoffs.

In diesem Organ erfolgt auch die Kopplung an die Glucuronsäure. Die Ausscheidung erfolgt über die Galle.

Liegt Doxycyclin in einer inaktiven Form oder als Konjugat bzw. als Chelat vor, kann die Elimination des Wirkstoffs über den Stuhl erfolgen. Es besteht keine Beeinträchtigung der Nierenfunktion.


Anwendungsgebiete

Wann wird Doxycyclin eingesetzt?

Als Breitbandspektrumantibiotikum ist Doxycyclin geeignet für die Behandlung von verschiedenen Infektionskrankheiten.

Zu diesem Bereich zählen organisch neben einem erkrankten MagenDarm-Trakt auch die infektiöse Harnwegs- und Atemwegsinfektion. Hinzu kommen diverse Infektionen der Haut wie eine Akne vulgaris und Rosacea.

Auch eine Borreliose (bakterielle Infektionskrankheit durch die Gattung Borrelia) und ein Morbus Whipple (schwerwiegende bakterielle Erkrankung meistens mit Gewichtsverlust, Diarrhö (Durchfall) und Bauchschmerzen sowie einer Arthritis-Symptomatik einhergehend).

Ferner können eine Actinomykose (Strahlenpilzerkrankung) sowie eine Leptospirose/Leptospirosis (übertragen durch Leptospira interrogans) mit Doxycyclin behandelt werden.

Auch eine unkomplizierte Gonorrhoe (Tripper-vor allem bei parallel verlaufender Chlamydieninfektion) kann mit Doxycyclin behandelt werden. Das Gleiche gilt auch für Infektionen des Genitaltraktes wie eine Urethritis (Harnröhrenentzündung) und eine Prostatitis (Entzündung der Vorsteherdrüse).

Patienten, die an einer Tularämie (meldepflichtige Tiererkrankung, die als Zoonose auf den Menschenübergehen kann) oder an Rickettsiosen (bakterielle Organismen in Flöhen, Läusen, Zecken und Milben als Überträger von Infektionen auf den Menschen ) erkrankt sind, können mit Doxycyclin therapeutisch behandelt werden.

Liegt eine Melioidosis (übertragene Infektion durch ein Bodenbakterium namens Burkholderia pseudomallei) vor, wird auch mit Doxycyclin behandelt.

Auch ein Trachom (Conjunctivitis granulosa) „raues Auge“ durch Chlamydia trachomatis) wird gerne mit Doxycyclin behandelt.

Wird erkannt, dass Menschen an Malaria (Befall der roten Blutkörperchen durch Stechmücken) erkrankt sind, kann ebenfalls mit Doxycyclin behandelt werden.


Richtige Anwendung

So wird Doxycyclin angewendet

Die Gesamtdosis darf nicht überschritten werden. Die Einnahme erfolgt mit ausreichend Wasser (1 Glas) und nicht direkt vor dem Schlafen. Am besten ca. 15 Minuten nach der Einnahme noch ein weiteres Glas Wasser trinken.

Die Anwendungsdauer ist abhängig von den Beschwerden sowie der Erkrankungszeit. Empfohlen wird eine Einnahme über 5-21 Tage.

Bei einer Streptokokkeninfektion sind es mindestens 10 Tage. Besteht eine schwere Hauterkrankung, eine schwere Akne oder Rosacea beträgt die Behandlung mindestens 12 Wochen.

Wurde Doxycyclin einmal vergessen einzunehmen, ist es am einfachsten, die Einnahme am nächsten Tag in gewohnter Weise fortzusetzen. Vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen ist auf eine äußerst genaue Dosierung zu achten.

Die Dosierung durch den behandelnden Arzt kann durchaus von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen. Allerdings besitzt diese immer Priorität.

Im Allgemeinen gilt für Jugendliche mit einem Körpergewicht von mindestens 50 kg und Erwachsene mit maximal 70 kg Körpergewicht folgende Einnahmeregelung:

  • erster Tag 2 Tabletten Doxycyclin
  • ab dem zweiten Tag = täglich 1 Tablette
  • Erwachsene, die mehr als 70 kg wiegen, nehmen täglich 2 Tabletten Doxycyclin
  • Für Kinder ab 8 Jahren mit weniger als 50 kg Körpergewicht berechnet sich die Dosierung folgendermaßen: 4 mg/kg Körpergewicht am ersten und 2 mg/kg Körpergewicht an den folgenden Tagen

Generell betrachtet eignet sich Doxycyclin wegen seiner Dosierungsstärke nicht für die Behandlung von Kindern.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Doxycyclin?

Die folgende Liste gibt Aufschluss über die Medikamente, in denen der Wirkstoff Doxycyclin enthalten ist:

  • Doxakne® Tabs
  • Doxy comp. Aristo®, Hartkaps. Retardiert
  • Doxy-CT 200 mg Tabletten
  • Doxy-Denk 100 mg Tabletten
  • Doxy-M-ratiopharm® 100 mg Tabletten
  • Doxy-M-ratiopharm® 200 mg Tabletten
  • Doxycyclin 100 – 1 A Pharma®, Tbl.
  • Doxycyclin 200 – 1 A Pharma®, Tbl.
  • Doxycyclin-AbZ 200 mg Tabletten
  • Doxycyclin AL 100 mg oder 200 mg, Tabletten
  • Doxycyclin AL 100 mg oder 200 mg, Hartkapseln
  • Doxycyclin-Denk 200 mg Filmtabletten
  • Doxycyclin Heumann 100 mg und 200 mg Tabletten
  • DOXYCYCLIN-HYDROCHLORID
  • Doxycyclin Lindopharm 200 mg Tabletten
  • Doxycyclin-ratiopharm® 100 mg Weichkapseln
  • Doxycyclin-ratiopharm® SF Inj.-Lsg.
  • Doxycyclin STADA® 100mg Filmtabletten
  • Doxycyclin-STADA® 100mg Tabs Tabletten
  • Doxycyclin STADA® 200mg Tabs Tabletten
  • DOXYCYCLINHYCLAT
  • Doxyderma 50 mg, Tabletten
  • Doxyderma® 100 mg, Tabletten
  • DoxyHEXAL® 200 mg tabs, Tabletten
  • oxyHEXAL® SF, 100 mg/5 ml Injektionslösung
  • DoxyHEXAL® tabs, 100 mg Tabletten
  • Ligosan Slow Release 14 % (w/w) Doxycyclin, Gel zur periodontalen Anwendung
  • Oraycea 40 mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung

Handelsnamen

Monopräparate

Zu den Monopräparaten gehören nicht nur Aknefug Doxy (D), Antodox (D) sowie Atridox (A) und Doxakne (D), sondern auch die folgend aufgeführten Präparate:

  • Dotur (A)
  • Doxybene (A)
  • Doxyclin (CH)
  • Doxyderma (D)
  • DoxyHexal (D)
  • Doxylag (CH)
  • Doxymono (D)
  • Doxysol (CH)
  • Oraycea (D, A)
  • Periostat (A)
  • Rudocyclin (CH)
  • Supracyclin (CH)
  • Tasmacyclin (CH)
  • Vibramycin (A, CH)
  • Vibravenös (A, CH)
  • Zadorin (CH)
  • diverse Generika (D, A, CH)

Kombinationspräperate


Indikationen

Liegt eine Infektion der Atemwege zum Beispiel bei einer chronischen Bronchitis mit Schüben oder eine Pneumonie durch Mycoplasmen, Chlamydien (kleine Bakterien mit Vermehrung innerhalb einer Wirtszelle) vor, wird Doxycyclin angewendet.

Im HNO-Bereich sind eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) und eine Otitis media (Mittelohrentzündung) indiziert für die Verabreichung von Doxycyclin.

Infektionen des Urogenitaltraktes, zum Beispiel eine Urethritis (Harnröhrenentzündung) sowie eine Prostatitis (akute Entzündung der Vorsteherdrüse) sind weitere Indikatoren.

Bei Magen-Darm-Infektionen wirkt Doxycyclin bei Yersinien (stäbchenförmige Bakterien), Cholera und Campylobacter (Bakterien in Korkenzieherform).

Im Bereich der Dermatologie sind Akne vulgaris (hormonbedingte Akne) und Rosacea (chron. verlaufende und entzündliche Hauterkrankung vor allem im Gesicht)sowie Hautzeichen einer Borrelliose (bakterielle Infektionskrankheit) indiziert.

In der Malariatherapie findet Doxycyclin Verwendung in Kombination mit Chinin. In der Malariaprophylaxe wird es Off-Label eingesetzt.


Gegenanzeigen

Wann darf Doxycyclin nicht verwendet werden?

Ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Tetracycline bekannt oder besteht eine schwere Funktionsstörung der Leber, besteht zu Doxycyclin eine Kontraindikation.

Patienten, die an Myasthenia gravis (Nervenkrankheit mit Störung der Signalübertragung zwischen dem Nervensystem und den Muskeln) erkrankt sind, sollten nicht mit Doxycyclin behandelt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Doxycyclin ist plazentagängig und kann auch in die Muttermilch übergehen. Außerdem kann der Schutz durch orale Kontrazeptiva verringert werden. Vor allem kann Doxycyclin während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Gefahrenpotenzial zu Leberschäden führen.

Deshalb sollte dieser Wirkstoff nur verschrieben werden, wenn eine besonders strenge Indikation vorliegt. Diese Hinweise gelten auch für die Stillzeit.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Säuglingen und Kindern bis zum 8. Lebensjahr ist unbedingt zu beachten, dass Doxycyclin die Zähne und Knochen schädigen kann.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Doxycyclin?

Wie bei jedem Arzneimittel, so kann es auch bei der Einnahme von Doxycylin zu Nebenwirkungen kommen.

Häufige Nebenwirkungen

Magen-Darm-Beschwerden in Form von:

Gelegentliche Nebenwirkungen

Weniger häufig kommt es zu Schleimhautentzündungen im Mund– und Rachenraum sowie Heiserkeit und Schluckbeschwerden. Auch eine schwarze Haarzunge oder phototoxische Reaktionen, die einem starken Sonnenbrand ähneln, treten nur gelegentlich auf.

Auch die allergischen Reaktionen wie das Exanthem (entzündlicher Hautausschlag), das Erythem (entzündliche Hautrötung) oder das unangenehme Hautjucken gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen.

Gelegentlich treten reversible lokale Haut– bzw. Schleimhautschwellungen auf oder es bildet ich ein Angioödem (schnell wachsende Haut– bzw. Schleimhautschwellung mit Einbeziehung des angrenzenden Gewebes).

Gelegentlich wird als Nebenwirkung auch Asthma oder der anaphylaktische Schock erwähnt. Ein fixes Arzneimittelexanthem an den Genitalien oder an anderen Körperstellen kann ebenso gelegentlich auftreten.

Fieber sowie Gelenk- und Kopfschmerzen gehören gelegentlich zu den Nebenwirkungen. Sie werden als Reaktionen ähnlich einer Serumkrankheit bezeichnet.

Eine irreversible Zahnfleischschädigung oder Zahnverfärbung sowie reversible Verzögerungen des Knochenwachstums bei Kindern, die jünger als acht Jahre sind, müssen ebenfalls als gelegentlich auftretende Nebenwirkungen erwähnt werden.

Nicht zuletzt kann es gelegentlich zu einer Hämaturie (Ausscheidung von nicht zerfallenen roten Blutkörperchen mit dem Urin = Harnblutung) oder Blutgerinnungsstörungen kommen.

Seltene Nebenwirkungen

Eine intrakranielle Drucksteigerung in Verbindung mit Kopfschmerzen Sehstörungen und Erbrechen sind als seltene Nebenwirkungen genauso zu nennen wie eine Ablösung oder Verfärbung des Nagels.

Hinzu kommen die Leukozytopenie (Mangel an weißen Blutkörperchen im Blut), die Leukozytose (zu viele weiße Blutkörperchen im Blut) und die Thrombozytopenie (Gefahr einer Blutungsneigung) sowie die Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen) und die Lymphadenopathie (krankhafte Lymphknotenschwellung).

Als seltene Nebenwirkungen sind auch atypische Lymphozyten sowie toxische Granulationen der Granulozyten (Untergruppe der weißen Blutkörperchen) und Nierenschädigungen wie das akute Nierenversagen bekannt. Selten kommt es zu einer Anurie (Versagen der Urinausscheidung).

Schwere und akute Überempfindlichkeitsreaktionen, die einen gefährlichen Schock oder sogar einen Herzstillstand zur Folge haben können, gehen oftmals einher mit Gesichtsödemen, einer inneren Kehlkopfschwellung inklusive Einengung der Luftwege oder einer Zungenschwellung.

Auch Herzjagen sowie Atemnot und ein Blutdruckabfall sind in seltenen Fällen bekannt.

Eine exfoliative Dermatitis (geschädigte Hautoberfläche bis zur Ablösung) und das Lyell-Syndrom (akut auftretender entzündlicher Hautausschlag / Exanthem) als schwere Hauterscheinungen mit durchaus lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen müssen gleichfalls hier erwähnt werden.

Des Weiteren gehören zu den seltenen Nebenwirkungen die Parästhesie (Taubheitsgefühl) und Tachykardien (Herzrasen) sowie die Myalgien (Muskelschmerzen) und Arthralgien (Gelenkschmerzen). Auch eine innere Unruhe sowie Angstzustände können selten auftreten. Nicht zuletzt kann es zu einer Störung oder dem Verlust der Geruchs- und Geschmacksempfindung kommen.

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen

In sehr seltenen, also vereinzelten Fällen, kann es zu einer pseudomembranösen Enterokolitis (Entzündung des Dickdarms nach vorheriger Antibiotikaeinnahme) und Krampfanfällen kommen.

Ohne Nennung der Häufigkeit

Eine vorübergehende Myopenie (Kurzsichtigkeit) und Krampfanfälle nach intravenöser Gabe können ebenfalls im Rahmen der Nebenwirkungen auftreten.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Doxycyclin?

Der Wirkstoff Doxycyclin besitzt eine Affinität zu Aluminium, Kalzium, Magnesium und Eisen.

Werden parallel Antazida (Mittel zur Neutralisierung der Magensäure) und eisenhaltige Präparate verabreicht, kann es zu Bildung von schwer löslichen Chelaten kommen.

Dann reduziert sich die Bioverfügbarkeit von Doxycyclin und Eisen. Deshalb sollte die Einnahme mit einem Mindestabstand von 2-3 Stunden erfolgen.

Erfolgt gleichzeitig eine Therapie mit Rifampicin, Carbamazepin, Primidon, Diphenylhydantoin oder bestimmten Barbituraten kann eventuell aufgrund von identischen Abbauwegen die Zieldosis von Doxycyclin nicht erreicht werden.

Andererseits können bestimmte oral verabreichte Antidiabetika, Antikoagulantien des Dicumarol-Typs und Ciclosporin A verstärkt werden.

Das Risiko für ein Nierenversagen steigt bei der Kombination mit einer Methoxyfluran-Narkose. Wurde vor der Einnahme von Doxycyclin eine Akne mit Isotretinoin behandelt, kann ein erhöhtes Risiko für einen Pseudotumor cerebri (krankhaft erhöhter Hirndruck ohne hirnorganische Ursachen) bestehen.

Eine Kombinationstherapie mit einem Betelaktam-Antibiotika ist abzuraten, weil die antibakterielle Wirkung nur noch in verringerter Form vorliegt.

Wegen der Auswirkung von Doxycyclin auf die hormonelle Kontrazeption sollte, wenn die Möglichkeit einer anderen Therapie nicht vorliegt, zusätzlich eine nicht-hormonelle Maßnahme zur Empfängnisverhütung angewendet werden.

Es kann auch in einigen Fällen die Gefahr bestehen, dass Laboruntersuchungen des Urins im Ergebnis verfälscht sind. Dazu gehört auch, dass der Nachweis von Eiweiß, Zucker, Urobilinogen sowie von Katecholaminen im Harn gestört ein kann.

Die kombinierte Anwendung mit bestimmten blutgerinnungshemmenden oder blutzuckersenkenden Arzneimitteln sollte nur unter enger Kontrolle der Gerinnungs- bzw. Blutzuckerparameter erfolgen.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Doxycyclin zu beachten?

Doxycyclin sollte nur nach ausdrücklicher Anweisung durch den Arzt oder Apotheker eingenommen werden.

Besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff wird empfohlen, auf ein anderes Präparat auszuweichen. Bei Vorliegen einer schweren allergischen Reaktion kann unter Umständen Lebensgefahr bestehen.

Nur bei besonders schweren Verläufen sollte es in der Schwangerschaft eingenommen werden. Die Einlagerung von Doxycyclin führt ab dem vierten Monat beim Fötus zu Wachstumsstörungen der Knochen.

Bekannt sind auch bleibende Zahnverfärbungen und Zahnschmelzdefekte, bevor die Durchbruchphase der Zähne beendet ist. Diese Begründungen gelten auch für die Stillzeit. B

is zum achten Lebensjahr ist die Behandlung nur bedingt angeraten. Auch bei Kindern und Jugendlichen unter 50 kg Körpergewicht kann die Einnahme schädliche Auswirkungen aufzeigen.

Liegt eine Leberschädigung vor, ist die Behandlung mit Doxycyclin nur eingeschränkt im Bereich des Möglichen.

Alkohol sollte zudem während der Einnahme gemieden werden, weil der Wirkstoff in der Leber in Verbindung mit Alkohol schneller abgebaut wird. Dadurch ist die Wirkstoffmenge im Körper zu gering und der therapeutische Effekt minimiert sich.

Mit Kalzium- und Magnesiumionen geht Doxycyclin schwer lösliche Komplexverbindungen ein, die eine Wirkstoffresorption im Darm behindern. Milchprodukte jeglicher Art sollten deswegen mindestens 2-3 Stunden vor und nach der Einnahme nicht verzehrt werden.

Vorübergehend kann die Sehleistung und auch das Reaktionsvermögen eingeschränkt werden. Das Bedienen von Maschinen und die Teilnahme am Straßenverkehr kann deshalb mit einem höheren Risiko verbunden sein.

Sonnenbäder und der Besuch des Solariums sollten während der gesamten Behandlung mit Doxycyclin nicht stattfinden, weil die Haut durch den Wirkstoff empfindlicher wird.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Doxycyclin

Alle Präparate mit dem Wirkstoff Doxycyclin sind in jeder Dosierung nur mit einer ärztlichen Verschreibung in der Apotheke erhältlich.


Geschichte

Seit wann ist Doxycyclin bekannt?

In der Medizingeschichte gehört die Entdeckung der Antibiotika aber auch deren Anwendung zu den wichtigsten, den bedeutendsten Entwicklungen.

Nachdem Louis Pasteur 1877 erkannte, dass sich Bakterien teilweise am Wachstum hindern, wurde von ihm der Satz „Leben verhindert Leben“ formuliert.

Neuzeitlich betrachtet wurde in den 1970er und 1980er Jahren die Antibiotikaforchung vorangetrieben. Der Wirkstoff Doxycyclin ist seit 1972 in der Schweiz zugelassen.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Es kann eine vorübergehende Kurzsichtigkeit, die das Autofahren und das Bedienen von Maschinen erschwert, auftreten.

Regelmäßige Blutuntersuchungen sowie organische Untersuchungen von Leber und Nieren sind bei einer mehrwöchigen Anwendung von Doxycyclin erforderlich.

Allergische Reaktionen können lebensgefährlich verlaufen, weswegen sofort ein Arzt informiert werden soll.

Auf das Sonnenbaden und den Besuch des Solariums sollte verzichtet werden.

Liegen Bakterienstämme von Staphylokokken, Streptokokken oder Pneumokokken vor muss beachtet werden, dass diese Bakterien möglicherweise eine Unempfindlichkeit gegen den Wirkstoff besitzen.

Anzeichen für eine allergische Reaktion können neben Hautrötungen, Schnupfen, Schleimhautschwellungen und Juckreiz auch Rötungen der Augen sowie eine Verengung der Atemwege sein. Ein allergischer Schock bis hin zur Bewusstlosigkeit tritt in selteneren Fällen auf.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013.
  • Axel Kleemann, Jürgen Engel: Pharmazeutische Wirkstoffe: Synthesen, Patente, Anwendungen. 2. Auflage. Thieme, Stuttgart, New York 1982, ISBN 3-13-558402-X, S. 339–340.
  • Datenblatt Doxycycline hyclate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 28. März 2011 (PDF).
  • Eintrag zu Doxycyclin in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM).
  • G. Füllgraf, Björn Lemmer: Pharmakotherapie: Klinische Pharmakologie. 13. Auflage, Springer, 2006, ISBN 978-3-540-34180-2, S. 135–136.
  • The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage (Merck & Co., Inc.), Whitehouse Station, NJ, USA, 2006, ISBN 978-0-911910-00-1, S. 582.
  • Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Doxycyclin im Lexikon der Biologie. Abgerufen am 2. September 2009

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