Mundsoor

Steckbrief: Mundsoor

  • Name(n): Mundsoor; Mundpilz; Kondidiose; Candiasis; Candimycosis; Kandidamykose
  • Art der Krankheit: Pilzinfektion der Mund-schleinhaut
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Anfang 19. Jhd Soorerforschung bei Neugeborenen
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: Candida albicans – Hefepilz
  • Wieviele Erkrankte: rund 40000 jährlich in Deutschland
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt oder Kinderarzt
  • ICD-10 Code(s): B37.0

Pilze im Mund

 

Wenn es im Mund juckt und brennt, dann handelt es sich meistens um eine Infektion. Mit der Entdeckung der menschlichen Beschaffenheit und der Krankheitserreger wurden unterschiedliche Auslöser für diverse Infektionen und daraus resultierend Symptomen und Krankheiten erkundet.

Wenn die Schleimhaut im Mund befallen wird, dann kann es schnell passieren, dass der Betroffene nicht nur unter Schmerzen leidet, sondern auch alltäglich Dinge, wie Nahrungsaufnahme, zur Herausforderungen werden. Besonders Babys können darunter sehr leiden.

Definition Mundsoor

 

Beim Mundsoor handelt es sich um eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut und der Zunge. Diese Krankheitsform tritt vornehmlich bei immungeschwächten Menschen und Säuglingen auf, da ihr Immunsystem noch nicht ausreichend ausgeprägt ist. Mit dieser Infektion kann eine brennende und schmerzhafte Umgebung entstehen, die die Betroffenen stark im Wohlbefinden und der Nahrungsaufnahme einschränkt.

Bei dem Erreger handelt es sich um einen Hefepilz, der ALS Candida albicans bekannt ist. Diese Pilze befinden sich unter normalen Umständen in der Außenschicht der Haut und sind für einen gesunden Menschen ungefährlich, da sie für die Aufrechterhaltung der Normalflora sorgen.

Diese findet sich in allen Teilen des Körpers in einer unterschiedlichen Zusammensetzung wieder, da hierdurch das Immunsystem und das Abwehrsystem gestärkt und unterstützt werden. Viele Erreger, die in den Körper eindringen können so eliminiert werden ohne, dass eine Immunreaktion mit Fieber und anderen Symptomen auftritt.

Was ist Mundsoor?

 

Der Hefepilz Candida albicans kann in der Regel nicht ohne eine Immunreaktion in den Körper eindringen. Da das Abwehrsystem des Körpers sehr schnell auf eindringende Erreger reagiert und sie sofort eliminiert. Allerdings gibt es diverse Umstände, die es möglich machen können, dass das Immunsystem nicht mehr adäquat reagieren kann oder es überlastet ist und somit eine ausreichende Immunreaktion nicht stattfinden kann. In diesem Fall wird es dem Pilz leichtgemacht, dass er in den Körper eindringen kann und dort eine Infektion auslöst. Ihm gelingt es besonders dann sehr gut, wenn bereits andere Erkrankungen behandelt werden und dadurch das Immunsystem in einer Art Ruhephase ist.

Durch Läsionen in der Mundschleimhaut ist es möglich, dass der Pilz ins Gewebe gelangt und dort eine Infektion auslöst. Dieser Pilz kann bei Nichtbehandlung auch weiter in den Körper eindringen und dort zu weiteren Infektionen führen. Besonders Säuglinge können an dieser Infektion erkranken, wenn sie im Begriff sind zu Zahnen. Durch diesen Vorgang kommt es immer wieder zu kleinen Öffnungen in der Mundschleimhaut, die dem Pilz eine günstige Pforte bieten. Da das Immunsystem eines Babys noch in den Anfängen des Aufbaus ist, kann es leichter zu Infektionen aller Art kommen. Aber auch andere Einflüsse, die auch beim Erwachsenen wirken, können eine Infektion begünstigen.

Auch wenn der Mundsoor nicht als lebensbedrohliche Erkrankung gilt, kann er sehr viele Folgen nach sich ziehen und mit sich bringen, die nicht förderlich für das Wohlbefinden der Betroffenen sind. Daher muss eine Behandlung sehr zeitnah erfolgen, damit Folgeschäden oder Komplikationen vermieden werden können. In den meisten Fällen kann der menschliche Körper auch ohne äußere Unterstützung einen entscheidenden Beitrag gegen diese Erkrankung leisten. Denn in diesem Zusammenhang kommt die bakterielle Besiedlung des Körpers und aller Organe hinzu, die auch zur Wirkung kommen können, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dadurch kann auch ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung zeitweise gehemmt werden.

Welche Ursachen gibt es?

 

  • Immunschwäche durch hohes Alter, HIV, chronische Erkrankungen, Krebs, laufende Chemotherapie
  • falsche Körperhygiene und schlechte Pflegeprodukte
  • Immununreife bei Säuglingen
  • Verletzungen an der Mundschleimhaut
  • zeitweise Beeinträchtigung durch Antibiotikaeinnahme

Eine Schwäche des Immunsystems ist nicht immer die zwingende Voraussetzung für die Erkrankung an Mundsoor. Auch eine Verletzung der Mundschleimhaut bietet eine große Eintrittspforte für Erreger und Keime. Auch wenn die Mundschleimhaut im Stande ist schnell wieder zu regenerieren, so reichen schon wenige Augenblicke aus, dass eine Kontamination stattfindet. Dies kann durch Unfälle passieren, aber auch durch zu stark konzentrierte oder qualitativ niederwertige Pflegeprodukte. Diese können durch eine gewisse Schärfe und falsche Dosierung die Mundschleimhaut für eine Zeit lang angreifbar machen und so die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion erhöhen.

Aber auch fehlende Hygiene kann ein Auslöser für die Infektion sein. Wenn sich die Bakterienlast im Mundraum zu stark erhöht, dann kann auch ein gesundes Immunsystem irgendwann das Keimaufkommen nicht mehr bewältigen und immer mehr Erreger können sich manifestieren und eine Infektionen auslösen. In diesen Fällen sind meist fehlende Zahnreinigung oder auch eine schlechte Pflege von Zahnprothesen verantwortlich. Unter den Prothesen, die auf dem Knochen und der Schleimhaut aufliegen, kann sich sehr schnell eine warme und feuchte Atmosphäre für Erreger bilden, die diese Umgebung benötigen, um zu wachsen und sich fortzupflanzen.

Aber auch das geschwächte Immunsystem ist eine häufige Ursache für Infektionen mit Mundsoor. Ob nun durch eine Autoimmunerkrankung oder eine bereits vorhandene Erkrankung, der Körper ist empfänglicher für Krankheitserreger im Allgemeinen. Auch ältere Menschen werden dadurch häufiger Krank, denn das Immunsystem ist im höheren Alter nicht mehr so leistungsfähig, wie in jungen Jahren und kleinere Infekte können dadurch schnell übersehen werden. Im Rahmen von Chemotherapien oder Antibiotikaeinnahme wird das Immunsystem nicht nur am Handeln gehindert, sondern auch in eine Ruhephase versetzt, da ein anderer Stoff die Wirkung übernimmt. Bei einer Chemo dient das Immunsystem zumeist nur zum Abtransport der abgestorbenen Körper- oder Tumorzellen und reagiert nur noch wenig auf eindringende Erreger.

Symptome & Anzeichen

 

  • starke Rötung der Mundschleimhaut
  • Weiße punktförmige Auflagen auf Zunge und kompletten Mundinnenraum
  • Mundtrockenheit
  • vermehrter Durst
  • Brennen und Schmerzen
  • gestörte Geschmacksempfindung
  • Mundgeruch

Ein beginnender Mundsoor äußert sich zu Beginn zunächst mit einer stark geröteten Mundschleimhaut. In der Folge bilden sich weißliche Auflagen im Mundinnenraum und bevorzugt auf der Zunge. Diese Pilzauflagen können ein Brennen verursachen, dass besonders von Säuglingen als Schmerz empfunden wird. Zu diesem Zustand ist die Mundschleimhaut ausgetrocknet und der Mund fühlt sich sehr trocken an. Diese Trockenheit kann in der Folge zu weiteren Läsionen im Mundraum führen.

Das Geschmacksempfinden ist stark gestört und aufgenommene Nahrung wird oftmals als pelzig und störend empfunden. Dadurch kann sich das Brennen zeitweise verstärken. Durch die Mundtrockenheit resultiert auch ein verstärktes Durstgefühl, wobei die Flüssigkeitsaufnahme nicht immer einfach umsetzbar ist, weil sich das Brennen gleichsam verstärkt und dieses sich auch in Schmerzen wandeln kann.

Das Brennen lokalisiert sich in den meisten Fällen auf die Zunge, aber je nach der Ausprägung des Befalls kann sich dies auch weiter auf die Schleimhaut auswirken. Durch die Infektion ist die Mundflora stark gestört und es entstehen übelriechende Stoffwechselendprodukte durch die Bakterien und den Hefepilz, die einen sehr starken unangenehmen Mundgeruch verursachen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

 

Sobald die ersten Symptome auftreten und ein Arzt wird aufgesucht, wird dieser eine umfangreiche Anamnese (Krankengeschichte) erheben. Durch die gezielte Fragestellung nach Symptomen oder auch nach Tätigkeiten in Zusammenhang mit dem Auftreten der Symptome kann er bereits eine Diagnose vermuten und damit einen Diagnoseverlauf erstellen.

Nach der Erstellung der Anamnese erfolgt die körperliche Untersuchung des Mundraumes. In diesem Verlauf kann der Arzt erkennen, welche Symptome bereits vorhanden sind und wie stark deren Ausprägung ist. Je nach dem Ergebnis wird er eine Behandlungsstrategie anvisieren oder aber weiter Untersuchungen vornehmen.

Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten oder ungewöhnlich stark ausgebildet, dann wird ein Abstrich der Mundschleimhaut angeordnet, damit die Art des Erregers festgestellt werden kann. Danach erfolgt eine erregerspezifische Behandlung. Wenn noch weitere Symptome bestehen, die nicht unmittelbar mit dem Mundsoor oder einer anderen bekannten und bestehenden Erkrankung in Zusammenhang stehen, folgt eine Blutuntersuchung mit der gezielten Suche nach weiteren Erregern und der Feststellung der Entzündungswerte, dass eine systemische Infektion (Infektion des ganzen Körperkreislaufs) ausgeschlossen oder entsprechend mitbehandelt werden kann.

Krankheitsverlauf

 

Mundsoor verläuft in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während der weißliche Belag auf der Zunge nicht zwingend auftreten muss, ist die stark gerötete Schleimhaut immer vorhanden. Dabei kann es auch bei einem starken Befall zu leichten Blutungen der Schleimhaut kommen.

Durch die bestehende Infektion können die Lymphknoten angeschwollen sein, die als tastbare Knoten fühlbar sind. Lymphknoten sind ein eindeutiges Zeichen für eine Infektion, da in ihnen ein Hauptteil der Abwehrzellen sitzt. Im Falle einer Infektion müssen mehr dieser Zellen gebildet werden, damit das Immunsystem effektiv reagieren kann. Schmerzen treten meistens nur selten auf und es beschränkt sich auf das Brennen der Zunge oder auch der angegriffenen Schleimhaut.

Kritischer kann der Mundsoor bei Säuglingen verlaufen, da diese noch sehr empfindlich sind und das Brennen mehr als Schmerzen empfinden. Während ein erwachsener Mensch dennoch Nahrung und Flüssigkeit, wenn auch begrenzt zu sich nimmt und den Schmerz oder das Brennen überwindet, stellen die Säuglinge die Nahrungsaufnahme meist komplett ein. Der Mundsoor verschwindet bei entsprechender Behandlung wieder. Einige Erreger können jedoch noch in den MagenDarm-Trakt gelangen und können beim Säugling einen Windelsoor auslösen. Dann befindet sich der Pilzbefall im Windelbereich und wird dort entsprechend behandelt.

Häufigkeit & Diagnosedaten

 

Mundsoor ist eine Infektionskrankheit, die weltweit auftreten kann und vordergründig Menschen betrifft, die unter einer Immunschwäche leiden oder ein weniger aktives Immunsystem aufgrund hohen Alters oder Antibiotikaeinnahme haben. In diesen Fällen gelten sie auch als anfälliger gegenüber einer solchen Infektion. 40000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einem Soor oder Mundsoor.

Mangelnde Hygiene oder auch Stress und eine hohe Anfälligkeit für Krankheiten sind dabei die Hauptursachen. Eine Erkrankung kann auch im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes passieren. Der Hefepilz, der den Mundsoor bedingt, steht auf Platz 4 der Krankenhauskeime, die eine Zweitinfektion auslösen können. Hier muss nicht zwingend ein Pflegefehler die Ursache sein, sondern der Patient ist dann stark durch die Behandlung geschwächt.

Bei Neugeborenen und Säuglingen ist die Zahl der Soorerkrankungen weitaus höher. Hierbei sind etwa 60% alles Säuglinge in den ersten 12 Lebensmonaten von einem Mundsoor betroffen. Die Auslöser dabei sind vielfältig. Die Disposition mit dem Erreger erfolgt bereits bei der Geburt. Bei der Geburt passiert das Baby den Geburtskanal durch die Vagina der Mutter. Hier befindet sich eine bakterienträchtige Schleimhaut, die normalerweise für die intakte Schleimhaut der Mutter sorgt. Während der Schwangerschaft allerdings verändert sich dieses Milieu und auch Hefepilze können doch ihren Platz finden. Oftmals lösen sie bei der werdenden Mutter allerdings keine vaginale Pilzinfektion aus und wird daher auch nicht bemerkt. Dadurch kann das Baby mit den Erregern in Berührung kommen. Da sind im Normalfall auch auf der Haut zu finden sind, lösen sie zunächst keine Probleme beim Kind aus. Sobald allerdings die Mundschleimhaut durch das Zahnen anfällig für Infektionen wird, kann schon der Daumen im Mund, um den Zahnungsschmerz zu stillen, dafür sorgen, dass die Schleimhaut infiziert wird. Daraus resultieren die hohen Erkrankungszahlen bei Säuglingen.

Komplikationen bei Mundsoor

 

  • Windelsoor
  • weitere Infektionen von Herz, Magen, Darm, Leber, Milz und Lunge
  • Pilzbefall im Intimbereich
  • Schädigung von inneren Organen durch andauernde Infektion

Mundsoor ist eine sehr gut zu behandelnde Erkrankung, die auch frühzeitig erkannt werden kann. Verlaufen die Symptome aber relativ mild und die Infektion wird auch nicht festgestellt, weil kein Arzt aufgesucht wird, kann die lokal begrenzte Infektion sich weiter ausbreiten. Die Erreger gelangen in den Blutkreislauf und können damit auch in andere Organe gelangen und dort entzündliche Prozesse auslösen.

Wird auch diese Infektion dann nicht rechtzeitig erkannt, können die Organe starke Schädigungen davontragen oder auch eine Lungenentzündung entstehen, die unter Umständen lebensgefährlich werden kann. Ebenso können Infektionen wieder aufbrechen, wenn die verordnete Behandlung nicht ordnungsgemäß zu Ende geführt wird oder immer wieder eine Exposition mit den Erregern erfolgt. Dadurch können auch Schädigungen entstehen, die sich erst bei einer späteren Erkrankung summieren und dann negativ auswirken.

Bei Babys und Kleinkindern ist der Windelsoor die häufigste Komplikation, die nach einem Mundsoor auftreten kann. Dies bedeutet, dass es zu einer Pilzinfektion mit dem Hefepilz im Intimbereich kommt. In diesem Fall ist dann die Haut befallen und bildet einen stark roten, brennenden Ausschlag aus, der sich auch bei Nichtbehandlung über den ganzen Körper ausbreiten kann. Dabei ist diese Folgeinfektion auf zwei Wegen möglich. Wenn bei der Pflege des Babys hygienische Komponenten nicht eingehalten werden und mit der Hand von der Mundsoorbehandlung direkt im Anschluss der Intimbereich gereinigt wird. In diesem Falle wird der Erreger exogen verschleppt. Auf dem anderen Weg gelangen die Erreger über den Magen-Darm-Trakt nach außen. Dadurch, dass Babys noch Windeln tragen und der Stuhl direkten Kontakt mit der Haut hat, ist eine Infektion sehr schnell möglich.

Der Windelsoor ist bei rechtzeitiger Entdeckung mit einer entsprechenden pilztötenden Creme behandelbar und hinterlässt keine weiteren Schäden. Wenn aber auch hier der Infekt zu spät erkannt wird, ist es möglich, dass eine umfassende Infektion entstehen kann, die dann auch die Organe in Mitleidenschaft ziehen kann. Besonders Herz und Lunge sind in diesem Falle dann sehr anfällig und können stark geschädigt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

 

Wenn sich die ersten Anzeichen bemerkbar machen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Sollte dies nicht erfolgen, dann kann sich Infektion weiter ausbreiten und auch noch weitere Schädigungen im Bereich der Organe vornehmen. Es ist ausreichend, wenn der Hausarzt aufgesucht wird, da er schnell auch ohne besondere diagnostische Methoden die Infektion feststellen kann.

Bei Kindern sollte bereits dann der Kinderarzt aufgesucht werden, wenn sie mehr als zwei Mahlzeiten verweigern und viel schreien. Das Brennen der Mundschleimhaut wird Schmerz empfunden, sondern kann schon beginnen bevor eine Rötung der Mundschleimhaut erkennbar ist. Somit wird auch hier die Infektion rechtzeitig erkannt und wird adäquat behandelt.

Behandlungsmethoden & Therapie

 

  • lokale oder systemische Therapie mit Antimykotika
  • erhöhte Hygienemaßnahmen
  • Schmerzmittel
  • desinfizierende MundspüLungen

Der Mundsoor wird in der Regel über eine lokale Therapie mit Antimykotika (pilztötendes Medikament) behandelt. Dabei erfolgt die Einnahme nach einem strengen Schema über eine festgelegte Dauer, wie die Einnahme von Antibiotika. Das lokale Medikament kann in Form von Gel, Lutschtabletten, Lösungen oder Suspensionen verabreicht werden. Zusätzlich erfolgt meist die Anwendung einer Mundspülung mit Chlorhexamed, das eine desinfizierende Wirkung hat.

Im Zusammenhang mit der lokalen Therapie, aber auch einer umfassenden Therapie ist auf eine peinlich genaue Mundpflege zu achten. Hierzu ist es notwendig, dass alle Mundpflegeutensilien nach der Benutzung verworfen oder abgekocht werden. Besonders bei Säuglingen ist es ratsam, dass alle Sauger und Flaschen nach jeder Verwendung sterilisiert werden. Auch Spielzeug, das in den Mund genommen wurde, muss unbedingt gereinigt werden. In der Zeit der Erkrankung ist es empfehlenswert, dass alles Spielzeug abwischbar ist und auf Kuscheltiere in der Zeit verzichtet wird. Nach Abheilung der Erkrankung sollten alle Sauger komplett erneuert werden.

Sollten Kinder starke Schmerzen haben und die Nahrungsaufnahme dauerhaft verweigern, dann können Schmerzmittel gegeben werden und auch Erwachsenen können bei Bedarf ein Schmerzmittel erhalten, wenn das Brennen zu stark wird.

Ist die Infektion schon weitere fortgeschritten und hat schon weitere Bereiche des Körpers befallen, dann kommt meist ein orales Antimykotikum zum Einsatz oder es wird als Infusion über die Vene appliziert. Bei allen Maßnahmen ist es wichtig, dass die festgelegte Behandlungsdauer peinlich genau eingehalten wird. Auch wenn sich die Symptome stark gebessert haben oder bereits verschwunden sind, kann eine Absetzung des Medikaments dazu führen, dass die Infektion wieder aufflammen kann und dann extremeren Verlauf nehmen kann.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

 

Grundlegend für die Prävention eines Mundsoors ist die korrekte und täglich Mundhygiene. Dabei sollte auf starke Mundspülungen oder minderwertige Ware verzichtet werden, dass die Mundschleimhaut nicht geschädigt werden kann. Tägliches Zähne putzen oder die gründliche Reinigung der Zahnprothese ist dazu von Nöten. Dabei dürfen keine Essensreste oder Rückstände von Haftcremes zurückbleiben, da sie eine gute Grundlage für die Besiedlung mit Bakterien bilden.

Bei Babys sollten die Flaschen und alles Sauger jeden Tag gründlich gereinigt und sterilisiert werden, damit Hefepilze keine Grundlage für ein Reservoir haben. Spielzeug, dass immer in den Mund genommen wird oder auch Kuscheltiere, die mit zum Schlafen genommen werden, sollten unbedingt regelmäßig gereinigt oder gewaschen werden. Dabei sollte auf milde Reinigungsmittel geachtet werden, damit die chemische Belastung keine Auswirkungen auf das Kind hat. Am Günstigsten wäre es, wenn alle Spielzeuge sterilisiert werden könnten.

Weiterhin ist es wichtig, dass während der Schwangerschaft eine Pilzinfektion des Intimbereichs der Mutter frühzeitig festgestellt wird und dementsprechend eine Behandlung erfolgt, damit das Kind während der Geburt nicht kontaminiert werden kann. Auf diese Weise kann eine Erkrankung bzw. das Risiko für eine Erkrankung an Mundsoor in den frühen Lebensmonaten gesenkt werden.

Prognose zur Heilung

 

Je früher Mundsoor erkannt wird, umso besser ist er heilbar. Meistens bleiben keine Folgen zurüCK. Allerdings kann man immer wieder an dieser Infektion erkranken. Besonders dann, wenn das Immunsystem dauerhaft beeinträchtigt ist. Je später die Infektion erkannt oder behandelt wird, umso höher ist das Risiko, dass sich die Infektion auch in den Rest des Körpers ausbreitet. In diesem Fall kann es schnell zu Folgeerkrankungen oder auch Folgeschäden kommen.

Je nach den Erkrankungen, die schon vor dem Infekt bestanden haben, verläuft der Mundsoor unterschiedlich stark und hinterlässt entsprechende Folgen. Am Schlimmsten sind die Folgen allerdings dann, wenn die Dauer der Behandlung nicht eingehalten und eigenständig eingestellt wird. Zweitinfektionen, die daraus resultieren, dass die Antimykotika nicht zu Ende genommen wurden, fallen schwerer aus und können seltener vollständig geheilt werden.

Die menschliche Flora

Wenn der Körper sich selbst krank machen kann

 

Der menschliche Körper besteht aus sehr vielen ausgeklügelten Organsystemen, die ihm einen Schutz vor äußeren Einflüssen und Erregern bieten. Dabei ist die Flora des Menschen selbst aus Viren und Bakterien aufgebaut. Während diese auf der Haut durch ihren Stoffwechsel den Säureschutzmantel ausprägen, könne die Bakterien des Darms vor Infektionen schützen und die Nahrung aufspalten, damit bestimmte Inhaltsstoffe der Nahrung für den Körper verfügbar werden. Im Intimbereich der Frau schützt eine Flora aus Milchsäurebakterien die Vagina vor Infektionen und ist ein Teil der natürlichen Verhütung, weil in dieser Flora bereits viele Spermien absterben, bevor sie in die Gebärmutter eintreten konnten.

Manchmal kann es aber passieren, dass diese Floren aus dem Gleichgewicht geraten. Unter normalen Umständen leben die in ihren Bereichen, ohne sich gegenseitig zu behindern. Ab und zu aber kann es auch anders sein. Wenn zum Beispiel die Erreger der Haut in den Mund gelangen und das Immunsystem nicht stark genug ist, dann kann ein Mundsoor entstehen. Aber auch Darmbakterien können bei fehlender Hygiene oder schlechten Lebensumständen in den Magen gelangen. Am bekanntesten ist dabei der Helicobacter pylori, der am Übergang zum Darm am Magenpförtner sitzt. Gelangt er in den Magen kann er empfindliche Entzündung, Geschwüre und Magenblutungen verursachen.

Alternative Behandlungsmethoden

 

Mundsoor ist eine Infektion, die bei entsprechender medizinscher Betreuung sehr schnell und gut behandelt werden kann. Dennoch kann man gerade in Bezug auf die Prävention und die Unterstützung der Behandlung auch auf alternative Methoden zurückgreifen. In diesem Falle sind aber ein paar Punkte dringend zu beachten.

Eine eigenständige Behandlung nur mit alternativen Methoden sollte genau überlegt werden und auch keinesfalls durchgeführt werden, wenn es keine gesicherte Diagnose mit. Befindet sich der Mundsoor tatsächlich noch im Anfangsstadium, dann kann es sogar sein, dass ein Arzt darauf zurückgreifen wird, dass es zunächst mir natürlichen Produkten probiert wird. Somit kann der Körper geschont werden, was besonders dann wichtig ist, wenn eine allgemeine Schwäche vorliegt. Viele Mittel und Hausmittel können aber auch falsch angewendet werden und damit einen höheren Schaden anrichten als es der Soor schon getan hat. Daher ist die Rücksprache mit dem Arzt und seine Zustimmung zwingend erforderlich, sofern es sich um eine vorhandene Erkrankung handelt.

Alternative Methoden können kombiniert werden, aber nicht nur auf die Menge der Therapien kommt es an, sondern auch auf die Abstimmung mit der medizinischen Therapie. Bestimmte Voraussetzungen müssen auch für medizinische Therapien geschaffen sein. Daher ist es immer ratsam, dass alle Anwendungen mit den Arzt besprochen werden, auch wenn bereits Maßnahmen zur Prävention getroffen wurden und die Erkrankung ist trotzdem aufgetreten, dann sollte der Arzt darüber informiert sein. Er kann Auskunft geben, ob die Methode falsch angewendet wurde oder sie auch während der Erkrankung weiter durchgeführt werden kann.

Welche Hausmittel können helfen?

 

Apfelessig

Apfelessig ist ein wahres Wundermittel und kann nicht nur gegen Haarausfall und zur Anregung des Kreislaufs verwendet werden. Wenn mit ihm regelmäßig Gerichte zubereitet werden, dann hat er automatisch eine desinfizierende Wirkung im Mundraum. Weiterhin kann auch eine Mundspülung mit Apfelessig gemacht werden. Hierzu einen Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser geben und damit spülen. Aber auch wenn der Apfelessig in dieser Mischung getrunken wird, kann er seine Wirkung entfalten. Wichtig ist, dass dies nur zur Prävention gemacht wird, da die Säure bei einer angegriffenen Mundschleimhaut die Symptome noch verschlimmern könnte.

Natron

Eine Natronlösung soll auch antimykotisch wirken. Diese Anwendung sollte allerdings nur stark verdünnt und nur zur Prävention erfolgen. Wenn die Dosis des Natrons nur etwas zu stark ist, kann es passieren, dass die Mundschleimhaut empfindlich angegriffen wird. Auch Verletzungen sind dann möglich. Aus diesem Grund raten Ärzte von dieser Maßnahme zumeist ab, da die Nebenwirkungen zu heftig sein können.

Zimt

Auch Zimt kann eine desinfizierende Wirkung haben und ist nicht nur deshalb sehr beliebt, wenn es an die Weihnachtsnaschereien geht. Aber auch im Milchreis oder der Milch kann Zimt nicht nur gut schmecken, sondern auch noch gutes leisten. Wichtig ist, dass Schwangere im letzten Drittel der Schwangerschaft keinen Zimt mehr zu sich nehmen, da dieser Wehen auslösen und damit eine Frühgeburt provozieren kann. Ansonsten kann aber jede Speise nach Belieben mit Zimt verfeinert werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Tees aus frischen Kräutern

Wenn man bereits unter einen Mundsoor leidet, dann ist die beste Alternative zu industriellen Mundspülungen der Salbeitee. Dieser Tee kann als Spülung verwendet, aber auch getrunken werden. Da er keine natürliche Schärfe besitzt und sanft aufgebrüht den Mund desinfiziert und Schwellungen vermindert, kann er nach Belieben zum Einsatz kommen ohne weitere Reizungen zu setzen. Auch wenn das Trinken während der Infektion schwer fällt, kann Salbeitee für die ausreichende Flüssigkeit sorgen und vor allem trägt er auch zur Beruhigung bei.

Weiterhin können präventiv Tees aus Anis, Fenchel Kümmel und Koriander oder auch Brennnessel und Zinnkraut als Mundspülung verwendet werden. Sie besitzen eine reinigende desinfizierende Wirkung und können ebenso eine Mundspülung ersetzen.

Ätherische Öle

 

Kokosöl ist ein beliebter Trend geworden und wird in zahlreichen Kosmetika verwendet. Shampoos sind damit versetzt, weil die Fette eine gute Auswirkung auf die Geschmeidigkeit der Haare haben. Duschgele enthalten es, weil es gut für die Haut ist und rückfettend wirkt.

Aber auch beim Mundsoor oder zu dessen Prävention kann das Kokosöl verwendet werden. Hierbei wir das Öl ziehen durchgeführt. Ein großer Esslöffel voll Kokosöl wird aufgenommen und dann im Mund durch die Zähne hindurch geschoben und gezogen. Zum Abschluss soll das Öl kurz gegurgelt und dann wieder ausgespuckt werden. In dessen Folge konnte die Mundhöhle schonend desinfiziert werden und mögliche Keime werden abgetötet. Da das Öl sehr mild ist, kann dies auch während einer Infektion unternommen werden. Dennoch sollten bereits verschriebene Medikamente, wie vorgeschrieben, eingenommen werden.

Homöopathie & Globuli

 

Homöopathische Produkte können die Funktionen des Körpers unterstützen und das Wohlbefinden fördern. Bei einer bestehenden Infektion sollte aber trotz allem eine medizinische Maßnahme getroffen werden, die die homöopathischen Maßnahmen unterstützen und effektiver machen.

Da durch die Infektion und die Erkrankung mit Mundsoor die Flora der Mundschleimhaut stark gestört ist, muss diese wiederhergestellt werden. Wenn Antimykotika eingenommen werden, kann dies zwar eine weitere Infektion verhindern, aber die Wiederherstellung der normalen Flora kann nicht sofort erfolgen. Zu diesem Zweck können verschiedene homöopathische Produkte zum Einsatz kommen. Zu ihnen zählen Aloe Vera, um die gereizte Schleimhaut zu beruhigen, Milchsäurebakterien und Kuhcolostrum (die erste Milch der Kuh nach der Geburt eines Kälbchens), um die Bakterienflora wiederherzustellen oder die Zeitspanne zwischen der Wiederherstellung und der Behandlung zu überbrücken.

Schüssler-Salze

 

Schüssel-Salze können in unterschiedlichen Bereichen zur Anwendung kommen. Da sie mit unterschiedlichen Kombinationen Anwendung finden, können sie zu jeder Zeit verwendet werden. Bei Mundsoor kann die Kombination der Salze Nr. 3, 4 und 5 eingenommen werden. Sie stabilisieren das Immunsystem und können die schnellere Regeneration der Mundschleimhaut und des Immunsystems bewirken.

Diät & Ernährung

 

  • Knoblauch
  • milchsäurehaltige Produkte
  • Granatäpfel
  • Anti-Pilz-Diät

Knoblauch ist nur bei Vampiren ein effektives Mittel sie fernzuhalten, sondern er hat auch eine große desinfizierende Wirkung, die man sich zu Nutze machen kann. Dabei spielt die Art der Zubereitung und auch die Menge des Verzehrs keine Rolle, denn der Knoblauch wirkt ab dem ersten Stück. Besonders wird er verzehrt, da er eine antimykotische Wirkung hat.

Der Verzehr von milchsäurehaltigen Produkten kann zur Aufrechterhaltung der Schleimhautflora beitragen. Diese Produkte, wie Joghurt, Milch und Quark, enthalten Milchsäurebakterien. Allerdings nicht in so konzentrierter Form wie in homöopathischen Produkten.

Granatäpfel sind reich an Gerbstoffen, die schädlich für Pilze und andere Bakterien sind, da sie zu einer Austrocknung der Erreger führen in dem die Gerbstoffe ihnen das Wasser entziehen. Dadurch können Granatäpfel auch einer Mundsoorerkrankung vorbeugen.

Mit der Anti-Pilz-Diät kann eine Möglichkeit geschaffen werden, dass man auf lange Zeit der Kontamination mit Pilzen vorbeugt in dem der körperliche Kreislauf gereinigt wird und der Stoffwechsel und das Immunsystem angeregt werden. Dabei ist es wichtig, dass kein Zucker mehr zu sich genommen wird. Dafür aber viel Gemüse und wenig tierische Produkte. Obst darf zu Beginn nur in kleinen Mengen gegessen werden, damit die Fruchtsäure nicht die Schleimhäute im Rahmen der Ernährungsumstellung schädigt. Alle Produkte, die Hefe enthalten sind ebenso nicht erlaubt, da man auf diese Weise auch den Hefepilz direkt zuführen kann. Wichtig ist, dass Getränke wie Wasser , ungesüßte Tees und Kaffee ohne Zucker reichlich getrunken werden, dass der Stoffwechsel angekurbelt werden kann.

FAQ – Fragen & Antworten

 

Kann man Mundsoor beim Baby auch selbst behandeln?
Auch wenn Eltern mit mehreren Kindern schon öfters den Mundsoor erlebt haben, sollte eine Behandlung erst dann erfolgen, wenn eine Rücksprache mit dem Arzt und eine Untersuchung durch ihn stattgefunden hat. Denn auch wenn es vermeintlich nach Soor aussieht, dann könnte es auch noch eine andere Ursache haben. Selbstverständlich können aber Gels oder Lösungen, die von älteren Kinder schon genommen wurden und noch nicht das Verfallsdatum erreicht haben, in Absprache mit dem Arzt gegeben werden.

Darf ich während des Mundsoor kein Brot essen?
Auch wenn im Brot Hefe verwendet wurde, darf dies trotzdem während der Erkrankung gegessen werden. Wichtig ist nur, dass die Medikamente nach Anweisung genommen werden und dass es vor dem Essen ein bestimmter Abstand zur Medikamenteneinnahme gehalten wurde, dann aufgetragene Gele oder Lösungen eine Chance haben entsprechend zu wirken.

Was ist, wenn Fieber im Zusammenhang mit Mundsoor auftritt?
Dann ist es notwendig, dass nochmals der Arzt aufgesucht wird. Es ist gut möglich, dass sich die Infektion bereits weiter im Körper verbreitet hat, was unweigerlich zu einem Fieberschub führt, wenn die Infektion sich manifestiert. In diesem Fall wäre eine orale Antimykotikatherapie angebracht.

Kann ein Mundsoor mit einer allergischen Reaktion verwechselt werden?
Wenn es sich nur um eine Rötung der Schleimhäute handelt, dann kann es zu Verwechslungen kommen. Deswegen ist ein Abstrich oder eine Blutuntersuchung sehr hilfreich in der der entsprechende Erreger nachgewiesen werden kann. In der Regel verlaufen allergische Reaktionen aber schneller und treten zusammen mit Atemnot auf. Sollte der Auslöser der Allergie allerdings nur sehr schwach vorhanden gewesen sein, kann die Rötung und Schwellung der Mundschleimhaut darauf hindeuten ohne, dass es zu weiteren Folgen oder Symptomen kommt.

Wie kann ich einem Baby mit Mundsoor kurzfristig Linderung gegen den Schmerz verschaffen?
Da Babys in ihrem Schmerzempfinden viel feinfühliger sind, wird das Brennen des Mundsoors oft als Schmerz empfunden. Schmerzmittel, die von Arzt verordnet wurden können helfen. Aber auch ein Beißring, der in den Tiefkühler gelegt wurde, kann Linderung verschaffen, wenn das Baby darauf kaut. Allerdings sollte beachtet werden, dass alles, was das Baby in den Mund nimmt danach auch gründlich gereinigt wird.

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