Hörsturz

Steckbrief: Hörsturz

  • Name(n): Hörsturz; idiopathischer Hörsturz; Ohrinfarkt
  • Art der Krankheit: Idiopathische Erkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Erwähnung
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Nicht feststellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; HNO-Arzt; Notarzt
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – H60-H95 – H90-H95 – H91.2

HÖRSTURZ – Ein Infarkt im Ohr
Hörsturz
Unter Hörsturz versteht man eine plötzlich auftretende Hörminderung oder Taubheit, meist nur auf einem Ohr, selten auf beiden. Begleitet wird der Hörverlust meist von einem dumpfen Druck im Ohr, Tinnitus und Schwindel.
Es handelt sich dabei um eine Störung im Bereich des Innenohrs (Schallempfindungs-Schwerhörigkeit).
Hörsturzsymptome verschwinden infolge einer hohen Spontanheilungsrate in ungefähr 50% der Fälle innerhalb von 24 Stunden von selbst. Eine ausschlaggebende Ursache für die spontan auftretende Beeinträchtigung gibt es nicht. Der Hörsturz gehört aus diesem Grund zu den sogenannten idiopathischen Erkrankungen.

Definition Hörsturz?

Als Hörsturz werden verschiedene Beeinträchtigungen des Hörvermögens bezeichnet, die zumeist auf nur einer Seite auftreten. Zu den Funkionsstörungen können unter anderem ein kompletter oder teilweiser Hörverlust, vermindertes Hören sowie Tinnitus (Ohrengeräusche) gehören.

Das besondere am Hörsturz ist, dass es keine ersichtlichen Ursachen für ihn gibt. Er lässt sich folglich nicht auf ein Trauma durch einen Unfall, starke Lärmbelastung oder Überbeanspruchung zurückführen. Aus diesem Grund zählt der Hörsturz zu den sogenannten idiopathischen Erkrankungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Betroffene diese Krankheit einbilden, sondern dass die Ursachen unklar sind. Eine medizinisch begründbare Prädisposition liegt in jedem Falle vor, kann allerdings nicht abschließend ermittelt werden. In Frage kommen für einen Hörsturz daher verschiedene Ursachen. Unter anderem könnte die Blutversorgung des Innenohres durch diverse Faktoren gestört werden. Hiervon leitet sich auch die andere Bezeichnung des Hörsturzes “Ohrinfarkt” ab. Nach dieser Theorie verhindert eine Blockade oder ähnliches, dass die feinen Härchen im Innenohr mit Energie und Sauerstoff versorgt werden. Hierdurch ist es ihnen nicht mehr möglich, die eintreffenden Schallwellen in elektrische Nervenimpulse umzuwandeln, wodurch das Hörvermögen gemindert wird oder sogar ausfällt. Gestützt wird diese Theorie dadurch, dass ein akuter Hörverlust oftmals spontan in kurzer Zeit abheilt, die Härchen also ihre Funktion nach einem gewissen Zeitraum wieder aufnehmen.

Darüber hinaus werden noch weitere ursächliche Faktoren diskutiert. Nicht auszuschließen sind neben einem Infarkt auch seelischer Stress, der die Nervenzellen beeinträchtigt, Entzündungen sowie Stoffwechselstörungen.


Was ist ein Hörsturz?

Ein allgemeiner Hörverlust ist etwas, dem man zumeist mit voranschreitendem Alter nicht entgehen kann. Zwar muss man nicht damit rechnen, dass man man im Alter vollkommen taub wird, aber ein gewisser Rückgang der Fähigkeiten des Gehörs ist nicht auszuschließen und darüber hinaus sogar zu erwarten. Alles in allem aber handelt es sich hierbei nicht um allzu gravierende Gebrechen und man kann den meisten Fällen von altersbedingter Schwerhörigkeit sehr gut mithilfe der modernen Schulmedizin entgegenwirken. Die Zeiten des Hörrohres sind lange vorbei. Bei einem Hörsturz jedoch läuft die gesamte Sache etwas anders ab und ist wesentlich komplizierter zu behandeln.

Bei einem Hörsturz, den man im Fachjargon auch idiopathischen Ohrinfarkt bezeichnet, handelt es sich also um eine idiopathisch auftretende Erkrankung. Das heißt nichts weiter, als dass die zugrundeliegende Ursache medizinisch nicht festzustellen ist. Ein solches Gebrechen tritt also spontan, plötzlich und zumeist ohne nennenswerte Vorwarnungen auf. Ein Betroffener kann sich in einem Moment noch vollkommen normal fühlen und im nächsten Moment setzt der Ohrinfarkt ein. Sicherlich gibt es einige Faktoren, die das Entstehen eines solchen befördern oder begünstigen können. Diese sind aber, wie gerade bereits erwähnt, nur schwer fassbar und manchmal gar nicht festzumachen.

Aufgrund der idiopathischen Natur des Hörsturzes fällt es einem Arzt darüber hinaus in aller Regel sehr schwer, dieses Leiden einwandfrei diagnostizieren zu können und als solches anzusprechen. Darum sind fehlerhafte Diagnose recht selten. Des Weiteren kann auch eine Behandlung sehr schwierig und kompliziert sein. Dies liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass der zuständige Mediziner schlicht nicht weiß, was genau er behandeln muss, um die Krankheit erfolgreich bekämpfen zu können. Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass zusätzlich zum spontanen Auftreten der Erkrankung bisweilen auch eine spontane Heilung einsetzt. Diese geben der Schulmedizin aber mindestens genauso viele Rätsel auf, wie die ebenso spontan einsetzenden Symptome.

Welche Ursachen gibt es?

Die genauen Ursachen sind noch unbekannt; man nimmt Durchblutungsstörungen des Innenohrs als Ursache an. Im Innenohr befinden sich die für das Hören zuständigen Sinneszellen, die Haarzellen. Diese setzen äußere Geräusche (Schallwellen) in elektrische Impulse um, die sie über die Nervenzellen an das Gehirn weiterleiten, wo die Impulse weiter verarbeitet werden. Wird folglich eine Haarzelle von einer Schallwelle bewegt, wird durch diese feine Bewegung ein Nervenimpuls abgesetzt, dessen Stärke und Beschaffenheit vom Hirn interpretiert und in akustische Laute umgewandelt wird.

Die Haarzellen werden über kleine Blutgefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei Minderdurchblutung der Gefäße, z.B. durch einen Gefäßverschluss (Innenohrinfarkt), werden die Haarzellen geschädigt. Sie können hernach entweder “gelähmt” sein oder schlicht keine Impulse mehr abgeben. Die Folgen sind Hörverlust bzw. Hörsturz. Auch Virusinfektionen, diverse Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, Ohrverletzungen und Stress können zu einem Hörsturz führen.

Wie bereits eingänglich angeführt ist es von allergrößter Wichtigkeit, dass man ganz klar zwischen einem normalen und durch das Alter verursachten Hörverlust sowie einem Ohrinfarkt, bzw. einem Hörsturz unterscheidet.

Bevor man das tut sollte man sich allerdings ein gewisses Verständnis dafür aneignen, wie ein Mensch überhaupt Töne wahrnimmt, also hört. Töne entstehen, durch Schwingen in der Luft, den sog. „Tonwellen“. Dringen diese bis an das Ohr eines Individuums lösen sie in demselben Vibrationen aus, die wiederum von den Nerven als Signale an das Gehirn weitergeleitet werden, dass nämliche als spezielle Töne interpretiert. Ist diese Funktion, warum auch immer, gestört und nur partiell einsatzfähig, so kommt es zu einem teilweisen oder vollständigen Hörverlust.

Bei einem Hörsturz nun kommt es dazu, dass die normale Funktion des Ohres und der zum Hören benötigten Kleinteile erlischt. Dieses plötzliche Fehlen einer Funktion sorgt im Endeffekt dafür, dass der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, Töne, welcher Art auch immer wahrzunehmen.

Dennoch gilt gerade dieses Krankheitsbild unter Wissenschaftlern und praktischen Medizinern als äußerstes Kuriosum. Dies lässt sich primär auf die extreme Zufälligkeit zurückführen, die diesem Leiden zugrunde zu liegen scheint. Nicht einmal vorzeitige Warnsignale sind sicher zu benennen.

Kurzum bleibt lediglich zu bemerken, das man um die Ursachen, derer es bedarf, um einen Hörsturz auszulösen, niemand weiß.


Symptome & Anzeichen

Passend zu dem doch eher schwammigen Krankheitsbild, sind auch die Symptome nicht sonderlich stringent und von Fall zu Fall stark unterschiedlich. Das erschwert die ohnehin schon nicht leicht zu stellende Diagnose noch mehr und lässt Ärzte sowie Patienten oftmals fragend zurück.

Zunächst einmal ist die Situation für einen Betroffenen sehr beängstigend. Dies liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass er mir nichts dir nichts plötzlich und anscheinend grundlos sein Gehör einbüßen musste. Das ist nicht nur eine massive Umstellung, sondern auch auch ein ebenso massiver Einschnitt, den wohl keiner allzu leicht wegstecken kann. Darum sind viele der sich einstellenden Symptome zunächst eher psychologischer Natur. Angst, Panik und dergleichen mehr sind hierbei besonders oft anzutreffen.

Dennoch kommt es nicht immer zu einem vollständigen Verlust des Gehörs, bisweilen tritt selbiger nur einseitig auf oder ist nur partiell. Dies mag zwar „besser“ sein, ändert aber nichts an dem Schock, der durch diesen Umstand entsteht. Insbesondere wenn der Betroffene niemals zuvor mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, ist es sehr schwierig für ihn, damit umzugehen. ´

Das ist aber nicht alles. Bei besonders schwerwiegenden Verläufen können sich noch zusätzliche Symptome einstellen. Allen voran Schwindel. Da das menschliche Ohr ausschlaggebend für die Balance des Körpers ist, führen Erkrankungen der Hörorgane nicht selten dazu, dass man etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Dies gilt auch bei einem Hörsturz. Der hieraus resultierende Schwindel kann bisweilen 24 Stunden und länger anhalten und es einem Opfer dieser Erkrankung unmöglich machen, sich ohne Hilfe auf den Beinen zu halten. In selteneren Fällen ist der Schwindel so dominant, dass es zu einer Ohnmacht kommt.

Darüber hinaus ist nicht selten ein Druckgefühl im Ohr spürbar. Ähnlich wie bei anderen Erkrankungen des Ohres beispielsweise einer Mittelohrentzündung oder einem Barotrauma, reagieren Betroffene eines Hörsturzes mit einer Missempfindung auf die Beeinträchtigung der akustischen Wahrnehmung. Der eindringende Schall wird hernach lediglich als mechanischer Druck wahrgenommen.

Letztlich ist es möglich, dass ein Hörsturz mit gleichzeitigem Einsetzen von Ohrgeräuschen verbunden ist. Diese als Tinnitus bezeichneten Wahrnehmungen haben keine tatsächlich verifizierbare Quelle und scheinen aus dem Inneren des Körpers zu kommen beziehungsweise sich direkt im Ohr zu bilden. Sie beeinträchtigen per se bereits das Hören und können mit einer insgesamt herabgesetzten Hörfähigkeit noch qualvoller werden.

Alles in allem sind die zu erwartenden Symptome aber sehr diffus und es fällt selbst erfahrenen Medizinern manchmal schwer, sie klar dem Hörsturz zuordnen zu können. Somit ist es nahezu unmöglich, die genauen Symptome klar zu umreißen. Die genannten gehören allerdings zu den statistisch häufigsten Symptomen.


Diagnose & Krankheitsverlauf

In der Anamnese erkennt der Arzt, ob Anzeichen für einen Hörsturz vorliegen. Wenn der einseitige Hörverlust von Ohrenschmerzen begleitet ist, liegt meist kein Hörsturz, sondern eine andere Erkrankung vor. Der HNO-Arzt untersucht das Ohr und das Hörvermögen.
Dazu kann er eine Ohrenspiegelung, eine Tympanometrie (Trommelfelluntersuchung), eine Hörprüfung, Audiometrie (AEP), Stimmgabelprüfung, Computertomografie (CT ) und Magnetresonanztomografie (MRT) des Schädels einsetzen sowie eine Hirnstammaudiometrie. Außerdem prüft er die Funktion des ebenfalls im Innenohr befindlichen Gleichgewichtsorgans (Vestibularisprüfung). In Bluttests werden die Blutfettwerte und Gerinnungsfaktoren bestimmt.
Außerdem werden Routineuntersuchungen wie Blutdruckmessung und EKG durchgeführt. Durch die Untersuchungen sollen auch Tumorerkrankungen (Akustikusneurinom), Morbus Meniere und Mittelohr-Schwerhörigkeit ausgeschlossen werden.

Die relative Vielzahl der im Rahmen eines etwaigen Hörsturzes eingesetzten diagnostischen Mittel ergibt sich aus dem bereits lamentierten Umstand heraus, dass die Diagnose als solche nur sehr schwer zu stellen ist. Faktisch ist es sogar unmöglich, die Diagnose Hörsturz zu stellen, zumindest allein der Symptome und Testergebnisse wegen. Eine Diagnose bei dieser speziellen Krankheit erfolgt alleine dadurch, dass man alle anderen etwaig zugrundeliegenden Krankheiten kategorisch ausschließt. Dies geschieht, indem man speziell auf diese Krankheiten hin testet. Darum ist es notwendig, dass der behandelnde Arzt eine Vielzahl an Tests durchführt und nicht nur einig wenige.

Man kann also sehr deutlich sehen, dass es sich um kein leichtes Unterfangen handelt, die vorliegende Krankheit als das zu identifizieren, was sie ist. Hierdurch geht oftmals sehr viel wichtige Zeit verloren, die man in die Heilung des Patienten investieren hätte können. Daran sind aber selten die Ärzte schuld. Es ist dieser für Patienten und Ärzte gleichermaßen unglückliche Umstand darauf zurückzuführen, dass es für dieses idiopathische Gebrechen kaum fest umrissene Symptome gibt. Der zu Rate gezogene Mediziner kann höchstens mittels sehr schwammiger analytischer Mitteln zu estimieren versuchen, ob es sich eventuell um einen Hörsturz handeln könnte. Aber das wäre nicht viel mehr als Rätselraten. Alles in allem also muss man sich auf einen vergleichsweise langen diagnostischen Prozess einstellen.

Verlauf der Krankheit
Der Verlauf der vorliegenden Krankheit ist ebenso wie die Krankheit selbst sowie die daraus resultierenden Symptome nur schwer allgemein zusammenzufassen. Tatsächlich ist es beinahe unmöglich und selbst in der medizinischen Fachliteratur findet man nur sehr wenige dahingehende Texte und Berichte. Es gilt darum sich bei dieser speziellen Erkrankung an einzelnen Fallbeispielen zu orientieren, um in der Lage dazu zu sein, zumindest einen groben Verlauf vorzeichnen zu können.

Wie bereits erwähnt, beginnt ein Hörsturz sehr plötzlich. Wie aus heiterem Himmel kommt er plötzlich über eine Person. Es gibt zumeist keine Warnhinweise oder sonstige Vorboten, durch die sich dieses Leiden ankündigte. In sehr seltenen Fällen kann es jedoch vorkommen, dass sich unmittelbar vor dem Ausbruch des eigentlich Ohrinfarkts gewisse Veränderungen des Hörorgans bemerkbar machen. Diese Zeichen sich besonders durch eine Schwellung der Ohrmuschel sowie einer damit einhergehenden Taubheit aus. Bei dieser Taubheit handelt es sich jedoch nicht um den Verlust des Gehörs, sondern um ein physisches Taubheitsgefühl. Zudem sollte man aber nochmal betonen, dass sich ein Hörsturz in aller Regel nicht durch irgendwelche Warnzeichen ankündigt, sondern einfach „geschieht“.

Ist der Ohrinfarkt dann eingetreten, so äußert sich das in einer Vielzahl etwaiger Symptome, die jedoch sehr fallspezifisch und darum nur schwer zu fassen sind. Was allerdings bei allen betroffenen Personen zu beobachten ist, ist eine partielle oder vollständige Taubheit, die sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten kann. Aber selbst bei einer „nur“ partiellen Einschränkung des Gehörsinnes sollte man sich keine allzu großen Illusionen dahingehend machen, dass man noch einmal glimpflich davon gekommen sei. In beinahe 90% aller Fälle stellt sich ein permanenter und sehr hochfrequenter Tinnitus ein. Dieser stellt eine zusätzliche Belastung dar und sorgt für zusätzliches Unbehagen. Ebenso kann der bereits genannte Schwindel auch relativ lange, insofern er überhaupt auftritt, anhalten. Manchmal kommt es aber tatsächlich auch zu spontanen Heilungen.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Über die Häufigkeit, mit der dieses Leiden, auftritt gibt es kaum verwertbares statistisches Material. Dies liegt nicht etwa an einem etwaigen Desinteresse der Medizin und der Forschung an diesem Thema, sondern daran, dass es, wie nun bereit schon mehrfach erwähnt, sehr kompliziert ist, die Krankheit überhaupt festzustellen. Somit taucht die Diagnose „Hörsturz“ weitaus weniger auf, als sie eigentlich müsste, was alles in allem dafür sorgt, dass die Erhebungen zur Prävalenz dieses Leidens stark verzerrt sind.

Darüber hinaus lassen sich auch keine genauen Daten dahingehend feststellen, die gewisse Personengruppen mehr oder minder stark in den Fokus dieses Leidens rückten. Personen aller Geschlechter sind in gleicher Art und Weise betroffen. Dasselbe gilt für Personen aller Altersklassen. Tatsächlich kein idiopathischer Hörsturz nämlich ebenso bei einem Kleinkind auftreten, wie bei einem Senioren. Ein Umstand, der die Diagnose nochmals zusätzlich erschwert. Dies gilt insbesondere dann, wenn Kinder betroffen sind, die noch nicht sprechen können. Diese sind oftmals nicht in der Lage auszudrücken, was ihnen genau fehlt. Somit kann es durchaus vorkommen, dass ein sehr früh eintretender Hörsturz für Jahre unbemerkt bleibt und man schlicht eine angeborene Schwerhörigkeit annimmt. Nichtsdestoweniger sollte man der Klarheit halber anmerken, dass die Wahrscheinlichkeit eines Hörsturzes mit dem Alter zunimmt. Die Zahlen sind aber kaum signifikant und daher eher zu vernachlässigen. Man fährt besser damit, davon auszugehen, dass grundsätzlich jeder Opfer dieses spontanen Hörverlusts werden kann.

Somit lässt sich abschließen nur bemerken, dass es sehr schwer ist, Aussagen über die Häufigkeit und das Auftreten dieser Erkrankung zu treffen. Dieser Umstand wird sich vermutlich auch in absehbarer Zukunft nicht großartig ändern. Zwar ist die Forschung stets darum bemüht, einen guten Überblick über alle möglichen Krankheiten zu erlangen, aber alles in allem gestaltet sich das gerade im Falle des Hörsturzes als sehr kompliziert und kaum bis gar nicht durchführbar.

Diagnosedaten
Gleichwohl es bei der vorliegenden Krankheit beinahe schon repetitiv anmutet, muss man an dieser Stelle abermals wiederholen, dass es sich bei den aus einer Diagnose gewonnenen Daten in aller Regel um keine direkt auf die Krankheit zu beziehenden Erkenntnisse handelt. Nichtsdestotrotz sind die diagnostischen Daten natürlich von essentieller und entscheidender Wichtigkeit für den Erfolg einer Therapie und zuvörderst natürlich auch der Feststellung des Leidens selbst.

Dieses geschieht mittels des Ausschlussverfahrens. Das heißt imgrunde, dass man jede prinzipiell in Frage kommende Erkrankung des Ohres zuerst einmal kategorisch ausschließen muss, um einen Ohrinfarkt nachweisen zu können. Das ist nicht nur ein sehr zermürbender, sondern auch ein sehr zeitaufwändiger Prozess, der dem Patienten und dem Arzt gleichermaßen an die Nieren geht. Besonders aber der Patient hat darunter zu leiden, da er immer noch nicht oder nur teilweise dazu in der Lage ist etwas zu hören. Das ist natürlich eine im Alltag ungemein einschränkende Belastung. Da man aber vor einer zumindest halbwegs zufriedenstellenden Auswertung der vorliegenden Daten nur wenig tun kann, um diesen Zustand zu ändern, müssen sich Betroffene oftmals über die Dauer mehrerer Wochen schlicht damit abfinden, dass sie nichts mehr oder nur noch sehr wenig hören. Mit dieser Umstellung kommen die wenigsten zurecht. Darum kann es sinnvoll sein, sich für diese Periode gesondert Unterstützung zu suchen.

Alles in allem also muss man an dieser Stelle erwähnen, dass die Diagnosedaten, obschon sie die Krankheit nur auf passive Art und Weise zu identifizieren helfen, von äußerster Wichtigkeit und darüber hinaus von höchster Priorität sind. Denn erst aus dem Konvolut der der diagnostischen Daten kann hervorgehen, dass keine der gängigen Krankheiten für die Beschwerden des Betroffenen verantwortlich zu machen ist. Und also ist es wichtig, dass man alle Tests ordentlich und gewissenhaft ausführt und auch auswertet, damit es nicht zu etwaigen Fehldiagnosen kommt.


Komplikationen bei der Krankheit

Die wohl am stärksten ins Gewicht fallende Komplikation bei einem Hörsturz ist der partielle oder komplette Verlust des Gehörs. Dieser mag zwar bisweilen nur temporär eintreten, kann aber bereits in dieser Zeit schon dafür sorgen, dass es zu großen und größten Problemen bei der Meisterung des Alltags der betroffenen Person kommt. Überhaupt sollte man eine Taubheit auf keinen Fall unterschätzen. Zwar mögen einem eine Sinnesstörung wie Blindheit gravierender vorkommen als ein Gehörverlust, aber so einfach kann man es sich hier nicht machen. Es werden jeweils andere Bereiche des Lebens betroffen. Darüber hinaus verhindern beide dieser Zustände, dass man viele Tätigkeiten zufriedenstellend ausüben kann.

Eine taube Person tut sich sehr viel schwerer damit Auto zu fahren als eine nicht taube Person. Des Weiteren ist die Teilnahme am Straßenverkehr für solche Personen überhaupt sehr schwierig, auch wenn es nur als Fußgänger ist. Für jemanden, der nichts hört, bleiben viele Gefahren oftmals unbemerkt und er kann ihnen darum nicht ausweichen. Somit sind besonders schnell herannahende Fahrzeuge eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Gehörlose.

Aber nicht nur im Straßenverkehr müssen sich Betroffene neu orientieren. Auch privat. Sollte der Gehörverlust permanenter Natur sein, ist es absolut notwendig, dass man sich neue Arten der Kommunikation aneignet. Zwar können Betroffene zumeist noch normal sprechen, aber wenn man seine Sprache nicht hört, so verkommt diese im Laufe der Zeit zu einem meist nur schwer zu verstehenden Gestammel. Darum ist es wichtig, sich ggf. mit Zeichensprache und / oder Lippenlesen zu beschäftigen.

Eine weitere Komplikation, die sich relativ häufig in Verbindung mit einem Hörsturz beobachten lässt, sind Depressionen und tiefe seelische Verstimmungen. Der Verlust eines Sinnes ist für viele Menschen schlicht nicht zu ertragen und sie können damit nicht umgehen. Darum werden sie nicht selten depressiv oder gar suizidal. Es kann daher von immensem Nutzen sein, sich an einen Therapeuten zu wenden, der auf taube Menschen spezialisiert ist.

Problematisch wird ein Hörsturz darüber hinaus auch, wenn er mit einem Tinnitus einhergeht. Diese Komplikation ist vermehrt anzutreffen und gestaltet sich für den Betroffenen als besonders qualvoll. Denn während die tatsächlich erzeugten Geräusche entweder gar nicht oder nur noch vermindert wahrnehmbar sind, konzentriert sich die Wahrnehmung auf diffuse Ohrgeräusche, die einerseits keine identifizierbare Quelle haben und andererseits nicht aktiv ausgeschaltet werden können. Bereits einem gesunden Menschen bereitet ein Tinnitus im Anfangsstadium erhebliche Qualen. Er kann allerdings mit diversen Geräten gemildert werden. Hernach wird durch ein stetiges Rauschen von den Ohrgeräuschen abgelenkt, wodurch diese nicht mehr in aller Deutlichkeit wahrgenommen werden. Ist allerdings das Gehör komplett ausgefallen, liegt der Fokus allein auf den Ohrgeräuschen. Nicht selten treten dadurch Übelkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme auf.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei der Frage danach, wann man einen Arzt aufsuchen sollte, gilt es zwei grundlegende Dinge zu unterscheiden. Zum einen, ob es sich tatsächlich um einen Hörsturz handelt und zum anderen, ob man überhaupt noch in der Lage dazu ist, einen Arzt aufzusuchen oder ob man bereits der Nothilfe bedarf. Der Verlauf eines Hörsturzes ist meist sehr heftig. Zwar kommen nur selten tatsächliche Ohrschmerzen vor, aber die Symptome wie Schwindel und dergleichen mehr sind sehr stark und darum nicht zu unterschätzen. Gerade da es im Falle eines Ohrinfarkts nicht selten zu einer Ohnmacht kommt, kann es sehr nützlich sein, wenn eine etwaig Zeuge werdende Drittperson einen Rettungswagen ruft. Der Notarzt wird häufig nicht dazu in der Lage sein, den Hörsturz sofort als solchen zu erkennen, dennoch ist es allemal besser, als regungslos und schwindlig am Boden zu liegen.

Darüber hinaus ist es sehr schwer abzuschätzen, wann ein Arztbesuch tatsächlich nötig ist. Wie bereits erwähnt, gibt es keinerlei oder nur sehr sehr selten auftretende Warnsignale eines sich anbahnenden Hörsturzes. Und eine Krankheit, die einen plötzlich und unvermittelt überfällt, kann man nun mal nicht voraussehen. Es ist daher nicht sonderlich sinnig, allgemeine Empfehlungen dahingehend auszusprechen, wann man einen Arzt aufsuchen sollte oder nicht.

Alles in allem aber sollte man natürlich nicht zögern, schon beim kleinsten Verdacht auf eine etwaige Störung des Ohres, einen Mediziner zu konsultieren. Denn für diese wie für alle Erkrankungen gilt: Besser Vorsicht als Nachsicht.

Nichtsdestoweniger sollte man sich abermals des Umstandes bewusst werden, dass man keinen Arzt aufsuchen kann, wenn man nicht weiß, wann und ob einen dieses Leiden heimsucht. Sollten sich dennoch vermehrt Verdachtsmomente auftun und einstellen, so ist es sicherlich nicht schlecht, wenn man sich prophylaktisch einmal untersuchen lässt. Sicherlich bietet eine solche Untersuchung keinen Schutz in Bezug auf das vorliegende Leiden, aber dennoch kann damit zumindest die allgemeine Gesundheit des Ohres überprüft werden.

Insgesamt raten Ärzte dazu, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn eine Beeinträchtigung des Gehörs länger als 24 beziehungsweise 48 Stunden vorliegt. Ob es sich hernach um Ohrengeräusche, vermindertes Hören, Druckgefühl, Taubheit oder einen tatsächlichen Hörsturz handelt, ist hiervon unabhängig.

Behandlungsmethoden & Therapie

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es sich beim Hörsturz um eine idiopathische Erkrankung handelt, also die Ursachen nicht eindeutig zu identifizieren sind. Das erschwert selbstverständlich eine Behandlung, da Ärzte oftmals nicht genau wissen, was die Symptome ausgelöst hat. Denn eine vormalige Entzündung, die zur Beeinträchtigung des Innenohr führt, muss natürlich gänzlich anders behandelt werden, als ein tatsächlicher Innenohrinfarkt. Hernach müssen unter Umständen verschiedene Therapieansätze miteinander kombiniert werden.

Ein Ziel der Behandlung ist beispielsweise die verbesserte Durchblutung des Innenohrs, da Blockaden und Verengungen der Gefäße nach Meinung vieler Experten besonders häufig ausschlaggebend für einen Hörsturz sind. Bei frühzeitiger Therapie kann das Hörvermögen meist wieder völlig hergestellt werden. Durch Infusionstherapie mit Plasmaexpandern wird das Blutvolumen vergrößert und das Blut verdünnt; die Fließeigenschaften des Blutes werden dadurch verbessert. Somit kann selbst bei einer Gefäßverengung eine Durchblutung des Innenohrs gewährleistet werden.

Darüber hinaus können noch weitere Behandlungen möglich sein: Kortison wird gegen die Entzündung und Schwellung im Innenohr eingesetzt. Bei der Sauerstoffüberdrucktherapie atmet der Patient reinen Sauerstoff ein. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung der Haarzellen des Innenohrs verbessert. Eine andere Therapiemethode, die H.E.L.P. Apherese, besteht in einer Blutreinigung außerhalb des Körpers, bei der Stoffe, die die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtern, entfernt werden. Dazu gehören LDL-Cholesterin oder Fibrinogen, ein Blutgerinnungsfaktor. Diese Blutreinigung muss nur einmalig durchgeführt werden. Gingko-Extrakt kann eingesetzt werden, um die Sauerstoffversorgung des Innenohrs und des Gehirns zu verbessern. Hörsturz kann auch homöopathisch behandelt werden. Bekannte Mittel sind Nux vomica, Sepia, Cocculus und China (alle in D3 bis D12). Aber auch der Einsatz von Vitamin-C-Infusionen sowie Natriumkanalblockern wird hin und wieder angeordnet.

Da die Ursachen eines Hörsturzes zum Teil rein spekulativ beziehungsweise lediglich auf Grundlage von Indizien ermittelt werden, bleiben Behandlungen zum Teil wirkunslos. Bei einer Reihe von Medikamenten konnte daher nicht abschließend festgestellt werden, ob sie eine tatsächliche Heilung des Hörsturzes bewirken. Ein Beispiel hierfür sind Mittel auf Grundlage von Pentoxifylin. Dieses und ähnliche Medikamente werden in Deutschland nicht mehr von den Krankenkassen getragen, da ihre Wirksamkeit in Frage gestellt wird.

Letztlich spielt bei der Behandlung eines Hörsturzes auch das generelle Allgemeinbefinden des Patienten eine Rolle. Als Risikofaktoren für einen Hörsturz gelten Übergewicht, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Rauchen und Stress. Durch Eliminierung dieser Risikofaktoren beugt man automatisch gegen Herz-/Kreislauferkrankungen wie Arteriosklerose, Hypertonie, Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Die Therapie der Risikofaktoren kann darüber hinaus zum Zwecke einer langfristigen Hörsturzbehandlung dienen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Aufgrund der Tatsache, dass man nach wie vor nicht weiß, warum es zu einem Hörsturz kommt und welche Ursachen einem solchen zugrunde liegen, ist es auch sehr schwer allgemeine Hinweise zur Prävention zu geben. Nichtsdestotrotz sollte man sich des Umstandes bewusst werden, dass es alles, was grundsätzlich schädlich für die Ohren ist, zu vermeiden ist. Zwar können in aller Regel keine allzu stichhaltigen Parallelen zwischen einem Hörsturz und für das Ohr schädliche Dinge gezogen werden, dennoch ist allgemein davon auszugehen, dass sie auf gewisse Art und Weise korrelieren.

Somit kann man sich an folgende Tipps halten, um die allgemeine Gesundheit der Ohren zu befördern:
Ohrenschutz am Arbeitsplatz
Personen, die während ihrer Arbeit (dauerhaft) sehr lauten Geräuschen ausgesetzt sind, sollten auf keinen Fall auf einen adäquaten Hörschutz verzichten. Dieser kann den Unterschied zwischen einer verfrühten Taubheit und einer lebenslang gleichbleibend hohen Hörleistung ausmachen. Gerade Schreiner, Straßenbauer, Bauarbeiter im Allgemeinen und Fabrikarbeiter sollte die Gesundheit ihrer Ohren darum nicht auf die leichte Schulter nehmen und dafür vorgesehen Ohrenschützer tragen. Alles andere wäre sich selbst und der Solidargemeinschaft gegenüber unverantwortlich.

Regelmäßige Besuche beim Ohrenarzt
Ein Hörsturz ist nicht die einzige spontan auftretende Veränderung, die die Ohren eines Menschen befallen kann. Auch andere relativ schnell voranschreitende Prozesse lassen sich oftmals an den Ohren nachweisen. Hierbei ist ebenso ein gradueller Gehörverlust zu nennen. Um bereits früh gegen einen solchen ankämpfen zu können, ist es empfehlenswert, wenn man seine Ohren regelmäßig untersuchen lässt und nicht erst zum Arzt geht, wenn ein absoluter Bedarf besteht.

Ohrenschutz in der Freizeit
Manche Personen haben sehr laute Hobbys. Hierunter zählen unter anderem Jäger. Der beim Abfeuern einer Waffe erzeugte Knall ist wesentlich lauter, als Kriegsfilme einen glauben machen wollen. Daher ist es von größter Wichtigkeit, bei diesem und ähnlichen Steckenpferden darauf zu achten, stets und stetig für ausreichenden Gehörschutz zu sorgen.

Neben diesen generellen Schutzmaßnahmen der Ohrgesundheit gibt es noch eine Reihe weiterer Faktoren, die für eine Gesunderhaltung des Ohres und einen Schutz vor Hörsturz beachtet werden sollten. Denn zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht, Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Stress. Es folgt daher, dass eine gesunde Lebensführung unabdingbar ist. Entsprechend sollte mithilfe von Sport und ausgewogener Ernährung ein Normalgewicht hergestellt werden. Menschen die bereits an Übergewicht leiden, können sich bei diesem Vorhaben durchaus von einem Arzt oder Ernährungsberater beziehungsweise Diätologen beraten lassen. Das gilt sinnverwandt ebenso für Raucher. Tabakkonsum gilt schon lange als Verursacher diverser Infarkte und Gefäßverschlüsse. Es sollte hernach gar nicht erst mit dem Rauchen begonnen werden. Wer jedoch bereits unter einer Nikotinsucht leidet, dem sei angeraten sich in eine Suchttherapie zu begeben oder mit einem Arzt entsprechende Gegenmaßnahmen zu diskutieren.

Inzwischen wurde von der medizinischen Forschung deutlich herausgestellt, dass Stress einen enormen Einfluss auf die Arbeit der Nervenzellen des Körpers hat. Die übermäßige und dauerhafte Ausschüttung von Stresshormonen kann in ihren negativen Folgen soweit ungünstig sein, dass ganze Organe versagen. Bekannt ist dies in erster Linie betreffs der Darmregion. Genauso kann jedoch auch die Nerventätigkeit im Innenohr durch Stress versagen. Aus diesem Grund sollte präventiv auf eine Minimierung des persönlichen Stresslevels geachtet werden. Unter anderem autogenes Training oder andere Entspannungsübungen können dafür sinnvoll sein.


Prognose zur Heilung

Über die Prognose lässt sich nicht viel sagen. Die Heilung kann ebenso spontan einsetzen, wie das Leiden selbst. Nichtsdestotrotz kann eine solche auch komplett ausbleiben. Dies ist, wie die Krankheit selbst, sehr fallspezifisch und nur schwer mit allgemeinen Ausführungen wiederzugeben. Daher ist jeder Betroffene am besten damit beraten, wenn er sich eine entsprechend maßgeschneiderte Prognose bei seinem behandelnden Arzt einholt. Alles andere wäre wenig sinnvoll und könnte zum Ziehen falscher Schlüsse beitragen.

Das einzige, was man mit relativer Sicherheit behaupten kann ist, dass die Schulmedizin stets darum bemüht, die Heilungschancen der Patienten zu verbessern und darüber hinaus dafür zu sorgen, dass jeder Leidende die Therapie bekommt, die er braucht, um die Prognose so rosig als irgend möglich aussehen zu lassen.

Aus rein statistischer Sicht bestehen allerdings recht gute Heilungschancen. In den meisten Fällen setzt eine spontane Wiederherstellung der Hörleistung ein. Oftmals geschieht dies innerhalb der ersten Tage nach Auftreten der Symptome. Betroffene sollten sich jedoch nicht auf die Fallzahlen verlassen und bei einem Hörsturz in Hoffnung auf Spontanheilung einen Arztbesuch meiden. Die Heilungschancen steigen in der Regel eklatant, wenn medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird. Darüber hinaus ist lediglich ein Experte dazu in der Lage, den Hörsturz von anderen Erkrankungen des Ohres beziehungsweise speziell des Innenohrs abzugrenzen.


Leben mit einseitiger Taubheit

Obgleich in den meisten Fällen nach einem Hörsturzes keine dauerhaften Schäden zu erwarten sind, ist eine permanente Taubheit auf zumindest einem Ohr durchaus möglich. Aus diesem Grund gilt es jener Langzeitfolge des Hörsturzes zumindest einige Aufmerksamkeit zu widmen.

Einseitige Taubheit wird in der Regel von den Menschen als weniger drastisch gewertet. Denn immerhin ist ein Ohr noch intakt. Allerdings stellt der Hörverlust auf einer Seite eine eklatante Einschränkung dar. Der Grund hierfür ist, dass beide Ohren gemeinsam in etwa wie ein Radar funktionieren. Die sich allseitig ausbreitenden Schallwellen werden vom Hirn nicht nur hinsichtlich ihrer Stärke und Beschaffenheit interpretiert. Entscheidend ist ebenso ihr Eintrittswinkel ins Innenohr. Befindet sich beispielsweise die Geräuschquelle direkt hinter einem Menschen, werden beide Ohren den Schall in etwa gleicher Intensität wahrnehmen. Hernach ist klar, aus welcher Richtung er gekommen ist. Liegt jedoch ein einseitiger Hörverlust vor, ist dieser Mechanismus nicht mehr möglich. Die Herkunft des Geräusches kann folglich nicht mehr identifiziert werden. Hernach sind Betroffene in unterschiedlicher Weise eingeschränkt. Beispielsweise besteht erhöhte Gefahr im Straßenverkehr.

Da Geräusche nicht mehr hinsichtlich ihres Ursprungs wahrgenommen werden können, wenn Taubheit auf einem Ohr besteht, überlagern sich die Geräusche. Hierdurch kommt es nicht selten zu einer Überreizung des noch intakten Ohrs. Immerhin muss dieses etliche Aufgaben übernehmen, die sonst sein nun tauber Partner übernimmt. Dieses als Hyperakusis bezeichnete Phänomen führt unter anderem dazu, dass sehr laute Geräusche als unerträglich wahrgenommen werden. Problematisch wird dies vor allem, wenn Menschen mit dem Betroffenen überlaut sprechen, sobald sie von der einseitigen Taubheit erfahren. Zum Teil sind hernach auch gewisse Berufe nicht mehr auszuüben, da beispielsweise permanentes lautes Telefonläuten sowie Stimmengewirr als schmerzhaft empfunden werden.

Nicht zu unterschätzen ist auch, dass bei einer einseitigen Taubheit vom Betroffenen ein erhöhtes Maß an Konzentration gefordert ist. Nicht nur besteht ob des Fehlens eines funktionstüchtigen “Radars” eine gewisse räumliche Orientierungsunfähigkeit. Ebenso müssen die überlagerten Geräusche entwirrt und zugeordnet werden. Betroffene gelten deswegen als langsam.

Besonders kompliziert gestaltet sich die Situation, wenn neben dem Hörverlust ein Tinnitus vorliegt. Dies ist nicht selten und stellt den Betroffenen vor eine weitergehende Herausforderung. Denn hernach ist das gesunde Ohr zusätzlich mit Störgeräuschen belastet, wodurch die Hörfähigkeit insgesamt stärker belastet wird.

Welche Maßnahmen erschließen sich nun aus den genannten Einschränkungen bezüglich einer Unterhaltung mit Menschen, die an einseitiger Taubheit leiden? In erster Linie sollte von dem Gedanken Abstand genommen werden, dass sehr lautes Sprechen hilfreich ist. Dies könnte sich sogar gegenteilig auswirken. Vielmehr sollte sehr deutlich und eher langsam gesprochen werden. Hierdurch wird dem Betroffenen die Möglichkeit gegeben, eingehende Signale genauer zu verarbeiten. Zudem spielt selbstverständlich die Umgebung eine Rolle. Je geräuscharmer diese ist, desto besser wird die Kommunikation verlaufen. Nicht zuletzt muss dem Gegenüber genügend Zeit gegeben werden, das Gesagte zu identifizieren. Pausen nach den Sätzen können hierbei hilfreich sein. Wiederholungen sind hingegen eher angebracht, wenn der Betroffene darum bittet.

Für den Betroffenen selbst gibt es ebenfalls eine Reihe von Maßnahmen, die bei einseitiger Taubheit beachtet werden müssen. Zum einen gilt es, die Umwelt über das eigene Leiden möglichst in Kenntnis zu setzen. Natürlich muss man mit seiner Krankheit nicht hausieren gehen. Jedoch erleichtert ein transparenter Umgang die Kommunikation mit anderen erheblich.

Ein wesentlicher Fakt ist zudem, dass einseitige Taubheit oft zu Haltungsschäden führt. Das gesunde Ohr muss unter Umständen immer zur Geräuschquelle gedreht werden, was einseitige Bewegungen fördert. Dies sollte man im Hinterkopf behalten und durch Sport oder eine Bewegungstherapie Möglichkeiten erlernen, Schäden zu vermeiden.

Beruflich sollten Betroffene insgesamt kürzer treten. Dies ergibt sich schlicht aus der Tatsache, dass das Hören nun wesentlich mehr Konzentration und Denkleistung erfordert, als mit zwei gesunden Ohren. Das Leistungsniveau muss hieran angepasst werden. Tätigkeiten, die zuvor problemlos möglich waren, sind nun anstrengender und ermüdender. Man sollte sich demzufolge eher schonen und die eigenen Leistungsgrenzen stärker beobachten. Es nützt hingegen nichts, mit Krampf an das ehemalige Niveau anknüpfen zu wollen. Hieraus könnte im Ernstfall sogar ein Burn-out-Syndrom entstehen.

Insgesamt gesehen gestaltet sich ein Leben mit einseitiger Taubheit zunächst als eher kompliziert. Durch einen transparenten Umgang mit der Erkrankung und möglicherweise einer entsprechenden Therapie können jedoch Mechanismen geübt werden, die einen Umgang mit dieser Einschränkung erleichtern können. Darüber hinaus ist es in einigen Fällen auch möglich, mittels operativer Verfahren und dem Einsetzen von Implantaten zumindest einen Teil der Hörfähigkeit zurückzuerlangen.

Geeignet ist hierfür das sogenannte Cochlea Implantat. Im Gegensatz zu einem Hörgerät, das lediglich den Schall verstärkt, handelt es sich hierbei um eine Art Mikrofon, welches direkt an den Hörnerv gekoppelt sind. Die nach einem Hörsturz beschädigten Haarzellen werden dadurch umgangen. Es sollte jedoch stets beachtet werden, dass mit dieser Methode keine absolute Hörfähigkeit hergestellt werden kann. Das Cochlea Implantat ist lediglich ein Hilfsmittel, ähnlich anderen Prothese. Teilweise können hernach Funktionen von diesen übernommen werden, sie sind allerdings kein adäquater Ersatz für funktionsfähige Körperteile. Darüber hinaus bildet eine Operation am Hörnerv einen sehr komplexen medizinischen Eingriff. Das Einsetzen eines Implantats gehört inzwischen bereits zu den Standardverfahren. Dennoch sind Verletzungen des Gesichtsnerves sowie der Geschmacksnerven möglich. Ein entsprechender Wunsch sowie die tatsächlichen Möglichkeiten der Operation müssen daher stets mit einem Arzt abgesprochen werden. Unter Umständen ist ob der individuellen Gegebenheiten kein Implantat möglich.


Alternative Behandlungsmethoden

In Bezug auf alternative Heilmittel bieten sich Kuren und andere ruhige Behandlungen an. Vor allem da sie Stress und seelischen Belastungen entgegenwirken.

Aber auch Rauchentwöhnungen sowie Alkoholentzüge können im Zweifel und im Bedarfsfall nützlich für die allgemeine Gesundheit der Ohren sein. Des Weiteren sollte man in gegebenen Fällen darüber nachdenken, seinen Arbeitsplatz zu wechseln oder weniger Konzerte zu besuchen.

Sämtliche Behandlungen, die die Entspannung befördern, Stress abbauen, innere sowie äußere Anspannungen lösen oder einfach nur das allgemeine Wohlbefinden steigern, sind empfehlenswert.

Welche Hausmittel können helfen?

Tatsächlich finden sich, trotz der Unvorhersehbarkeit des Hörsturzes einige Hausmittel dagegen. Hierbei liegt es aber in Interesse des Betroffenen zu unterscheiden, ob es sich lediglich um Kurpfuscheri handelt oder um tatsächliche gute Mittel. Zwar ist das Leiden an sich nicht zu behandeln, aber eine Linderung der Symptome ist durchaus möglich. Insbesondere wenn diese sich in den Bereich der Depression ausweiten konnten. Beispiele für etwaige Hausmittel gegen die diversen Symptome sind unter anderem:

  • Selbststudium: Es lohnt sich sehr, wenn man sich während einer Behandlung oder bereits im Vorfeld mit seiner Erkrankung auseinandersetzt. Hierdurch kann sich das Bild für den Patienten aufklaren und er hat eine bessere Kontrolle über sich selbst und sein Leiden.
  • Laute Geräusche vermeiden: Wie bereits mehrfach angeführt, kann es überaus hilfreich sein, laute Geräusche zu vermeiden. Ein solches Verhalten hilft dabei, eine Verschlimmerung des Zustands zu verhindern.
  • Sich selbst etwas Gutes tun: Ein Hörsturz kann die Lebensqualität massiv senken, woraus wiederum eine höhere Belastung resultiert. Darum sollte man sich als Betroffener öfter mal etwas Gutes tun und einfach mal ausspannen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Berberitze
  • Knoblauch
  • Mistel
  • Esche
  • Baldrian
  • Johanniskraut
  • Kardobenedikte
  • Melisse
  • Kirschblüten

Die hier genannten Heilkräuter sind entweder als Tee oder Aufguss zu konsumieren oder getrocknet, bzw. frisch zu nehmen. Auch ein Duftbeutel, der im Bedarfsfall unter die Nase zu halten ist, kann ein gutes Mittel der Medikation sein. Sie dienen, gleichwohl auf welche Art man sie einnimmt, der Entlastung des Körpers im Allgemeinen, sind aber darüber hinaus nicht imstande, dauerhafte Abhilfe zu leisten oder gar Heilung zu versprechen. Darum sollten sie lediglich unterstützend zu einer schulmedizinischen Therapie Anwendung finden. Nichtsdestoweniger können diese Pflanzen manchmal wahre Wunder wirken.

Über die genauen Mengenangaben sollte man sich mit einem Heilpraktiker auseinandersetzen. Diese wissen oft genau, welche Mengen zum Erreichen welchen Effekts notwendig sind. Zudem haben sie häufig bereits fertige Produkte in ihrem Repertoire, die sie gegen ein Entgelt zur Verfügung stellen.

Ätherische Öle

  • Lavendel
  • Majoran
  • Zitrone
  • Weihrauch
  • Basilikum
  • Bergamotte
  • Rose
  • Eukalyptus

Ätherische Öle dienen primär der Benutzung im Rahmen einer sog. Aromatherapie. Sprich der Verwendung in einer dafür vorgesehenen Duftlampe. Bisweilen sind sie aber auch äußerlich oder sogar innerlich anzuwenden. Hierbei sollte man unbedingt Rücksprache mit einem Sachverständigen halten, was Dosierung und Art der Anwendung angeht. Teils wirken ätherische Öle stärker als man glaubt und können die ohnehin belasteten Ohren somit leicht überfordern. Ebenso sollte man nicht vergessen, dass eine Aromatherapie, gleichwohl wie stark ihr wohltuender Effekt sein mag, eine medikamentöse Behandlung nicht zu ersetzen imstande sein kann und dies auch nicht sollte. Man sollte sich ihrer lediglich zwecks Entspannung bedienen.

Homöopathie & Globuli

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt keine Diäten oder Ernährungspläne, die speziell für Hörsturz-Patienten erstellt worden wären. Nichtsdestotrotz kann eine allgemeine gesunde Ernährung diesbezüglich sehr förderlich sein und überdies noch vorbeugend wirken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn man auf Lebensmittel verzichtet, die für Bluthochdruck oder eine Verengung von Gefäßen sorgen.

Allgemeine Tipps sind daher:
Bedenkenlos konsumieren kann man:

  • Obst und Gemüse (insofern keine Allergien vorliegen)
  • Meeresfrüchte
  • Milchprodukte (jedoch auf den Fettgehalt achten)
  • Hülsenfrüchte
  • Klares Wasser und Kräutertee (Limonaden usw. sind zu vermeiden)
  • Vollkornprodukte

Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

  • Rotes Fleisch
  • Tabakwaren
  • Raffinierter Zucker
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Alkoholika
  • Weißes Mehl
  • Fast Food

FAQ – Fragen & Antworten

Kann mich ein Hörsturz wirklich überall und zu jeder Zeit treffen?
Ausgehend von dem derzeitigen wissenschaftlichen Forschungsstand ist die Antwort: Ja. Man konnte bis dato keine Situation beobachten oder erfassen, die besonders häufig von einen Hörsturz begleitet worden wären. Das einzige, was zumindest zu Teilen feststeht ist die Tatsache, dass zumeist hörbare Geräusche vorkommen.

Muss ich komplett auf Konzerte und laute Hobbys verzichten?
Tendenziell ja. Dennoch schadet ein lautes Konzert hin und an nicht, wenn man es in Moderation besucht und sich nicht direkt vor die Boxen, bzw. die Lautsprecher stellt. Aber auch die Devise „Einmal ist keinmal“ sollte man hier nicht zu freigiebig benutzen. Tatsächlich kann schon ein zu lauter Konzertbesuch reichen, um die Hörfähigkeit dauerhaft zu schädigen. Alles in allem ist allzu zu empfehlen, dass man auch bei dem Besuch der Lieblingsband darauf achtet, es nicht zu übertreiben. Dasselbe gilt im übrigen für alle lautstarken Tätigkeiten, wie der Umgang mit Schusswaffen, das Anwenden einer Kreissäge usw.

Bleibt man nach einem Hörsturz für immer taub?
Der Begriff Hörsturz ist für viele Menschen recht eng mit der Vorstellung an eine permanente Taubheit und einen kompletten Gehörverlust verbunden. Dies entspricht allerdings nicht den Tatsachen. Zum einen ist in der Regel nur eine Seite von einem Hörsturz betroffen. So bleibt im Ernstfall lediglich ein Ohr taub, nicht jedoch beide. Darüber hinaus sind nicht immer Taubheit, sondern auch verminderte Wahrnehmungsleistungen eine Folge dieser Erkrankung. Es ist also nicht angezeigt, dass das Ohr zwangsläufig funktionslos bleibt. Nicht zuletzt setzt in vielen Fällen spontan oder nach einer entsprechenden Behandlung eine Verbesserung des allgemeinen Zustandes ein. Dass eine dauerhafte komplette Taubheit auf beiden Ohren infolge eines Hörsturzes bestehen bleibt, ist folglich im Prinzip möglich, gilt jedoch als äußerst unwahrscheinlich. Hin und wieder ist jedoch permanente einseitige Taubheit möglich.

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