Sauerkraut

Das Sauerkraut zählt zu den ältesten Gemüsesorten und Hausmitteln. Ob roh oder gekocht, ALS Beilage oder Eintopf, dass Gemüse ist vielseitig verwendbar. Das Kraut mit seiner probiotischen Wirkung und zahlreichen Vitaminen, sowie Mineralstoffen. ist ein wahres Powerkraut. Seine Kombination aus wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen macht es zu einem unverzichtbaren Bestandteil in der gesunden Ernährung.


Wissenswertes über Sauerkraut

 

Wo kommt das Sauerkraut ursprünglich her?

Die erste schriftliche Erwähnung ist bei Hippokrates zu finden. Er nutzte den sauer vergorenen Kohl als wirkungsvolles Heilmittel bei Verdauungsproblemen aller Art. Besonders bei Verstopfung, weil es abführend wirkt. Viele Jahre später erkennt Theophrastos von Eresos und darauffolgend Aristoteles die Bedeutsamkeit des gegärten Kohls. In Europa kultivierten Mönche das Kraut durch Anbau in ihren Klostergärten.

Wie entsteht Sauerkraut?

Die mittlerweile gängigste Herstellung erfolgt aus Weißkohl. Jede fein gehobelte Krautlage erhält eine Schicht Speisesalz. Durch Stampfen des Kraut-Salz-Gemisch tritt Zellsaft aus. Es entsteht eine Lake, in der die Gärung erfolgt. Die Hauptarbeit leistet die Lactobazille. In einer gewissen Reihenfolge entstehen Bakterien und Hefepilze. Diese wandeln eine bestimmte Substanz chemisch um, die die Milchsäurebakterien weiter verarbeiten. Zucker wird zu Milchsäure, wodurch der ph-Wert fällt und der Vitamin C Gehalt klettert.

Hinweis: Durch den Gärprozess wird das Kraut, auf natürliche Art, konserviert.

Dieses Wissen nutzten die Römer und gebrauchten das Lebensmittel für ihre weiten Legionärsmärsche. Die Seeleute wussten ebenfalls um die Fähigkeiten des Powerkrauts und nahmen den konservierten Kohl mit auf lange Fahrten. Die hohe Vitamin C Menge schützte optimal vor der Krankheit Skorbut. Eine Vitaminmangelerscheinung, bei der die Leistungsfähigkeit nachlässt und bei fehlender Behandlung zum Tod führen kann.

Mittlerweile ist das Sauerkraut weltweit bekannt und gilt als typisch deutsches Gericht. Ein gängiges Lebensmittel, dass das ganze Jahr zur Verfügung steht. Im Supermarkt ist es in Konserven oder Frischetüten erhältlich. Loses Kraut erhalten Sie beim Metzger oder auf dem Markt. Die meisten Vitamine und Mineralstoffe sind, wie bei vielen Gemüsesorten, in der rohen Variante vorhanden. Der Geschmack ist würzig-sauer.


Was leistet Sauerkraut für die Gesundheit?

„Die fleißigen Krautesser werden am ältesten“, zitierte Pfarrer Kneipp ein Sprichwort seiner Zeit. Er war jedoch, über dieses Sprichwort hinaus, von den vielfältigen Heilwirkungen des Sauerkrauts überzeugt. Das eingelegte Kraut ist eine wahre Vitaminbombe und ein natürlicher Nothelfer für:

Die ausgewogene Kombination von Vitaminen und Spurenelementen erhält die Gesundheit bis ins hohe Alter. Sauerkraut gilt als Magen– und Darmbesen. Mit der Fähigkeit faule Säfte und Gase auszuleiten, stärkt es die Nerven, reinigt das Blut und unterstützt die Blutbildung. Die enthaltene Milchsäure sorgt für eine gesunde Bakterienflora im Darm und verbessert somit die Immunabwehr des Körpers.

Das in hoher Dosis enthaltene Vitamin C fängt die freien Radikale und hat als sogenanntes Antioxidans große Bedeutung in der Krebsvorsorge. Bei regelmäßigem Konsum kann im Magen-Darm-Trakt die Bildung von krebserregenden Stoffen unterbunden werden.

Das Stoffwechselvitamin B6 ist ebenfalls reichlich vorhanden und ist vor allem am Eiweiß-Stoffwechsel beteiligt. Dieser beeinflusst die Funktion des Nervensystems, die Immunabwehr und die Produktion des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin.

Das enthaltene Vitamin B12 stellt eine Besonderheit dar, da es normalerweise nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Dieses ist sehr vorteilhaft für Menschen mit einer Unverträglichkeit von tierischem Eiweiß. Mit dem Sauerkraut können sie auf natürliche Art und Weise Ihren Vitamin B12 Bedarf decken. Ein Mangel dieses Vitamins führt zu Blutarmut und Störungen des Nervensystems.

Das Vitamin K ist in vielen Blattgemüsearten enthalten. Im Sauerkraut hat es aber die mit Abstand höchste Konzentration. Erwachsene leiden normalerweise nicht unter einem Vitamin K-Mangel. Dieser kann jedoch durch die Einnahme von Medikamenten, wie Antibiotika und blutgerinnungshemmenden Mitteln, sowie bei Leberfunktionsstörungen und Gallenerkrankungen auftreten. Eine winzige Menge von zehn Gramm Sauerkraut deckt bereits den Tagesbedarf.

Im Allgemeinen reichen pro Woche ein bis zwei Portionen um Ernährungsmängel zu vermeiden und den Körper gesund zu erhalten. Alternativ bietet sich auch der probiotische Sauerkrautsaft an. Er gilt als verdauungsfördernd und kann beim Abnehmen helfen. Eine Verstopfung löst sich mit zwei Gläsern am Morgen.

Zur Stärkung der Abwehr und zur Reinigung des Darms wird eine Menge von 150 Gramm frisches Sauerkraut zweimal täglich gegessen. Dies erfolgt als Kur über einen Zeitraum von vier Wochen.

Das vegetative Nervensystem wird durch den enthaltenen Botenstoff Acetylcholin beruhigt. Es handelt sich um ein natürliches Antidepressivum. Depressive Menschen nutzen daher eine Dreimonatskur, die oft von Neurologen empfohlen wird.

Eine ausgewogene Kombination von Kalium, Kalzium und Magnesium ist ein echter Segen für alle Menschen, die an Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Problemen leiden. Außerdem gilt die Kombination als Gegenspieler zum Kochsalz als entwässernd.

Durch seinen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist es ein unverzichtbares Lebensmittel in der gesunden Ernährung.


Inhaltsstoffe & Nährwerte von Sauerkraut

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 19 Fettgehalt 0,1 g
Cholesterin 0 mg Natrium 661 mg
Kalium 170 mg Kohlenhydrate 4,3 g
Eiweiß 0,9 g Vitamin C 14,7 mg

Womit versorgt das eingelegte Weißkraut den Körper? Enthalten sind die Vitamine A, B, C und K. Zusätzlich liefert es Folsäure und Milchsäure, Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium und Magnesium. Wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe ergänzen die Vitamine und Mineralstoffe. Interessant sind die wenig enthaltenen Kohlenhydrate, kaum Fett und Eiweiß. Cholesterin ist in dem fermentierten Weißkraut nicht enthalten und Purine sind wenig zu finden. Im Gegensatz zu den Ballaststoffen, die reichlich vorhanden sind und für gute Verdauung sorgen.

Die Inhaltsstoffe sind nicht nur für die innere Anwendung geeignet. Sondern sorgen in der äußeren Anwendung als Krautwasserumschläge oder Auflagen für Linderung bei Geschwüren, Quetschungen, Entzündungen oder Insektenstichen, sowie Schnitt- und Brandwunden.

Neben den üblichen Inhaltsstoffen, sind die nützlichen Bakterien ebenfalls wichtiger Bestandteil. Diese existieren lediglich in der rohen Variante und helfen hervorragend nach Antibiotika Einnahme die Darmflora wieder herzustellen.


Unverträglichkeiten & Allergien – Verträglichkeit von Sauerkraut

Empfindliche Menschen können mit Übelkeit, Durchfall, Blähungen und Kopfschmerzen reagieren. Dies ist auf den Histamin Gehalt zurückzuführen. Histamin ist in jedem fermentierten Lebensmittel zu finden und allgemein ein wichtiger Botenstoff für den Körper.

Blähungen lassen sich durch die Beigabe von Kümmel, Fenchel oder geriebenen Ingwer eindämmen. Die Gewürze am besten direkt beim Kochen hinzufügen. Wer nicht direkt würzen möchte hilft sich mit Tee. Einfach zum Essen eine Kanne Anis-Fenchel-Kümmel-Tee bereitstellen und dazu genießen.

Durch eine längere, schonende Kochzeit kann die Verträglichkeit verbessert werden. Allerdings leidet hier meistens die Konsistenz. Menschen mit einem empfindsamen Darm können den Kohl länger kauen. So wird dem Darm Arbeit abgenommen und die Bekömmlichkeit steigt.

Am Verträglichsten ist die selbst hergestellte Variante. Hier bestimmen Sie von vorneherein die Zusammensetzung selber und können so ideal verschiedene Dispositionen Ihres Körpers berücksichtigen.

Hinweis: Sauerkrautsaft wirkt stark abführend.

Was gilt es beim Einkauf oder in der Küche zu beachten?

Achten Sie beim Kauf von Sauerkraut darauf, dass es grundsätzlich nicht in Plastiktüten oder -behältern verpackt ist. Die Säure kann das Plastik angreifen und damit Schadstoffe freisetzen. Vitamine kommen dadurch zu Schaden und der Geschmack verdirbt. Die Aggressivität der Säure ist nicht zu verachten. Oft werden zu Hause Plastikdosen zur Aufbewahrung genutzt. Dieses ist bitte unbedingt zu vermeiden.

Ideen für die Zubereitung

Eine ganz besondere Geschmacksnote entsteht mit einem Gemisch aus rohem und gekochtem Kraut. Legen Sie vor dem Garen eine kleine rohe Portion zur Seite. Kochen Sie den Rest ganz normal. Vor dem Servieren das rohe Kraut unterheben. Es schmeckt nicht nur besonders gut, es hat auch noch mal einen höheren Nährwert.

Als mittlerweile typisch deutsches Gericht ist das Kraut in der deftigen Küche nicht mehr wegzudenken. Mit Kartoffelbrei, Kassler, Bratwurst oder Eisbein ist es in der Hausmannskost ein gern gesehenes Essen.

Individuelle Geschmacksnuancen entstehen mit verschiedenen Gewürzen. Ideal eignet sich Kümmel. Dieser hat den Vorteil das Essen noch bekömmlicher zu machen. Äpfel, Wacholderbeeren oder auch Buttermilch verleihen dem Weißkohl eine süßliche Note. Majoran, Lorbeerblätter oder Dill unterstreichen das würzige Aroma. Zwiebelwürfel und Möhren vorher in Wein angedünstet schaffen ein ganz besonderes Geschmackserlebnis. Die säuerliche Note wird mit etwas Honig mildern.

Tipp: Eine schonende Zubereitung erhält die wertvollen Inhaltsstoffe.

Sauerkraut selber herstellen

Benötigte Hilfsmittel:

  • Krauthobel oder Küchenmaschine
  • Stampfer aus Buchenholz mit etwa zehn Zentimeter Durchmesser
  • Gärtopf, alternativ Gefäß aus Steingut oder Holz mit Deckel

Die Krautköpfe von den äußeren Blättern befreien und den Strunk herausschneiden. Mit einigen großen Blättern den Gefäßboden auslegen und weitere für die spätere Verwendung aufbewahren. Nun die erste Lage gehobelten Kohl einfüllen und salzen. An dieser Stelle wird auch Kümmel oder Wacholderbeeren hinzugefügt. Jetzt das Gemisch so lange kräftig stampfen bis Saft austritt und vollständig davon bedeckt ist. Es folgt die nächste Lage Kraut, Salz und eventuelle Gewürze. Der Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Gefäß voll ist. Die übrigen großen Blätter oben drüberlegen und mit einem Gärstein oder Holzdeckel beschweren. Auf den Holzdeckel Steine schichten, damit er genug Druck erzeugt. Achten Sie auf einen ordentlichen Luftabschluss. Nur so leisten die Milchsäurebakterien korrekte Arbeit. 18 bis 20 Grad ist die optimale Gärtemperatur. Nach ungefähr drei Wochen ist bei den Bedingungen selbst gemachtes Sauerkraut entstanden. Ist die Temperatur geringer, dauert die Gärung länger. Ist die Temperatur höher, kann es zu Fehlgärungen kommen.

Häufige Fragen und Antworten

 

Wie wird Sauerkraut am besten gelagert?

Die besten Lagerungsbedingungen findet man im kühlen, dunklen Keller. So hält es sich am längsten.

Kann mit Sauerkraut eine Darmreinigung vorgenommen werden?

Nein. Der Saft des vergorenen Weißkrauts wirkt zwar abführend, entleert den Darm aber nicht komplett. Es dient eher der Darmsanierung, da es die Darmflora positiv unterstützt.

Unser Fazit

Wer auf Gesunde Ernährung achtet, hat im Sauerkraut ein kleines Nahrungswunder gefunden. Durch die vielseitigen Inhaltsstoffe gehört es in jeden ausgewogenen Ernährungsplan.

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