Neuraltherapie

Neuraltherapie ist eine sanfte Heilmethode

Ursprung und Entwicklung der Neuraltherapie:

 

In der alternativen Heilkunde werden zahlreiche traditionelle Behandlungstechniken angewandt. In diesem Zusammenhang bewährt sich auch die sogenannte Neuraltherapie.

 

– Das medizinische Verfahren existiert in seinen Ansätzen bereits seit 1925. Wegbereiter für diese Methode waren zwei Mediziner. Ferdinand und Walter Hunecke sind Brüder, die sich intensiv mit Neurologie beschäftigten. Erste Behandlungen mit einer lokal gesetzten intravenösen Anästhesie brachten unerwartete Heilungsfortschritte bei Migräne. Bei der in die Vene eingebrachten Injektion des zu Beginn des 20. Jahrhunderts gängigen Betäubungsmittels Procain verbesserte sich der Zustand der Schwester der Hunekes rasch.

 

– Daraus entnahmen beide, dass es durchaus möglich sei, dass sich sowohl Migräne ALS auch Schmerzen in den Schultergelenken durch das Einspritzen von Procain an ganz bestimmten Körperstellen lindern lassen. 1940 zog Ferdinand Huneke daraus den Schluss, dass es im Körper spezielle Areale gibt, die er als Störfelder deklarierte. Sie tragen dazu bei, dass es zu einer sogenannten Fremdstörung an einer ganz anderen Position kommt. Dieser Gesichtspunkt ist die Basis der Störfeldtherapie, die seit 1959 als Neuralfeldtherapie beibehalten wird.

 

– Die Deutsche Akademie für Neuraltherapie und Akupunktur e. V. hat im Jahr 1981 die Neuraltherapie als diagnostisch-therapeutische Zusatzbehandlung mit Lokalanästhetika festgelegt. Lokalanästhetika sind regional oder örtlich begrenzt wirkende Schmerz- beziehungsweise Betäubungsmittel.

 

Die Neuraltherapie beruht auf mehreren Varianten. Im Wesentlichen geht es dabei um:

 

  • Segmenttherapie oder Infiltrationsanästhesie – Injektion des Lokalanästhetikums in einer Art Quaddeln in die Nähe der Headschen Zonen oder an vegetative Ganglien (Endigungen der Nervenzellen, die für die Funktionstüchtigkeit der Eingeweidenerven sorgen)
  • Störfeldtherapie – chronisch entzündete Körperzonen wie Nasennebenhöhlen, Schilddrüsen, Narbengewebe und Rachenmandeln
  • Therapeutische Lokalanästhesie – Nervenreizung durch Injektion von Lokalanästhetika unter die oberen Schichten der Haut beziehungsweise subkutan, um die Leitung von Schmerzimpulsen zu unterbrechen
  • Mesotherapie – Kombination alternativen Therapieformen, bei denen verdünnte Lokalanästhetika eingesetzt werden

 

Als klassische Störfelder kommen beispielsweise Zahnentzündungen, quecksilberhaltige Zahnfüllungen wie Amalgam, Knochenbrüche oder Vernarbungen in Frage. Diese und weitere Störfelder werden durch die Neuraltherapie beseitigt. Die Zielstellung der Neuraltherapie ist es, die Headschen Zonen, die auch als Reflexzonen bezeichnet werden, so zu „bearbeiten“, dass sich eine positive Beeinflussung ergibt.

 

Durchführung und Wirkungsweise der Neuraltherapie:

 

Nach einer umfassenden körperlichen Untersuchung und der Aufnahme der Krankheitsgeschichte werden zwei Behandlungsschritte ausgeführt. Diese beinhalten, dass der Behandler die Haut abtastet, bis er schmerzhafte Stellen lokalisiert. Genau dort wird eine Spritze mit einem lokal wirkenden Betäubungsmittel hinein appliziert. Diese Vorgehensweise wird bis zur Besserung der Beschwerden fortgeführt.

Für die Lokalbehandlung gibt es außerdem eine spezielle Injektionstechnik, bei der tiefer in die sogenannten Muskel-Triggerpunkte eingestochen wird. Die Störfeldsanierung beinhaltet das Injizieren der lokalen Betäubungssubstanz um ein zuvor ausgemachtes Störfeld herum. Das können Narben, Nervenstränge oder Wirbelkörper sein.

 

Neuraltherapie hilft gegen:

 

Unter bestimmten Voraussetzungen und unter besonderer Achtsamkeit ist es möglich, die Neuraltherapie bei Krankheiten und Beschwerden wie: 

 

  • einer allgemeinen Allergie gegen Betäubungsmittel
  • schweren Psychosen oder Geisteskrankheiten
  • einem zu langsamen Herzschlag oder Bradykardie
  • der Einnahme sogenannter Blutverdünner wie Marcumar
  • Multipler Sklerose unter einem aktuellen Schub
  • Myasthenie, die mit einer schnellen Schwächung der Muskulatur einhergeht

vorzunehmen.

 

Neuraltherapie fördert und stärkt:

 

  • Durchblutung
  • Aktivierung der Zellen
  • körpereigene Regeneration
  • Abfluss von Lymphflüssigkeit

Risiken und Nebenwirkungen der Neuraltherapie:

 

Blutungen unter der Haut, die sich als Blaue Flecken oder Hämatome zeigen, sind recht häufig. Sie vergehen jedoch von allein. Unter Umständen können Patienten einen anaphylaktischen Schock erleiden, bei dem das Immunsystem eine Überreaktion zeigt. Ein Anaphylaktischer Schock ist ein Notfall.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen der Neuraltherapie:

 

Im Zusammenhang mit der Verabreichung von Procain ergibt sich bei der Neuraltherapie eine Besonderheit. An Patienten, die unter einem genetisch bedingten Mangel an Cholinesterase, einem Enzym, leiden, sollte die Neuraltherapie nicht ausgeführt werden. Diese Beschränkung der Anwendung der Neuraltherapie liegt auch dann vor, wenn Arzneimittel verordnet wurden, die die Verstoffwechselung des Procains verlangsamen. Diese Medikamente heißen Cholinesterasehemmer.

 

Wer behandelt mit Neuraltherapie?

 

  • Heilpraktiker
  • Schulmediziner, die partiell alternative Heilmethoden nutzen

Unser Fazit:

Der Körper des Menschen ist in der Lage, nach entsprechender Anregung eine Selbstheilung in Gang zu setzen beziehungsweise sich eigenständig zu regulieren. Die passende Methode ist die fast nebenwirkungsfreie Neuraltherapie, die oftmals einen Medikamentenersatz darstellt. Aus diesem Grund kann die Neuraltherapie eine massive Entlastung für die Patienten und Patientinnen sein.


Neuraltherapie

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckten die Brüder Huneke die Möglichkeit, lokalanästhetische Mittel wie z. B. Procain oder Lidocain als Heilmittel einzusetzen. Krankheiten, die mit Schmerzen verbunden sind, zeigen sich durch Schmerzen an bestimmten Körperstellen. An diesen Stellen verkrampft sich die Muskulatur, die Blutversorgung ist nicht mehr gewährleistet und die Zellen können nicht mehr von Stoffwechselschlacken gereinigt werden. Dadurch wächst der Schmerz. Die anästhetischen Mittel werden direkt, lokal in die schmerzenden Körperstellen injiziert, wodurch die Zellen wieder mit Blut versorgt werden und an den Kreislauf von Versorgung und Entsorgung angeschlossen sind.


Weitere Informationen zur Neuraltherapie:

siehe Fachverbände

Fachverbände:
Arbeitsgemeinschaft für Chiropraktik, Osteopathie und Neuraltherapie Deutscher Heilpraktiker e.V.: https://www.acon-ev.de
Deutsche Gesellschaft für Akupunktur und Neuraltherapie e. V.: https://www.dgfan.de

Ausbildungszeiten:
(diese Angaben sind Richtwerte, die je nach Form und Ort der Ausbildung und Vorwissen variieren):
ca. 14 Tage Vollzeit

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