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Pantozol

by Danaae

Pantozol ist ein bekanntes und oft eingesetztes Arzneimittel zur Behandlung von säurebedingten Beschwerden im Verdauungstrakt. Im Allgemeinen ist es sehr gut verträglich, doch einige Punkte sind vor seinem Einsatz zu berücksichtigen.

Der folgende Artikel informiert über Wirkungsweise, Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen und wichtige abzuklärenden Punkte.

Pantoprazol , PantozolWas ist Pantozol?

Pantozol enthält den Wirkstoff Pantoprazol.

Mit Pantozol behandelt man Beschwerden, die durch die reizende Wirkung der Magensäure entstehen.

Das kann bedingt sein, durch eine zu hohe Magensäureproduktion, einen Reflux (Rückfluss) von Magensäure in die Speiseröhre oder einen nicht ausreichenden Schutz der Magenschleimhäute.

In der Bevölkerung weitverbreitet ist Sodbrennen. Ohne Rezept von einem Arzt ist Pantozol in der Apotheke erhältlich, um einfache Beschwerden zu lindern. Bei weiteren Symptome (zum Beispiel Bauchschmerzen), darf der Wirkstoff nicht ohne Rezept vom Apothekenpersonal abgegeben werden!

Es würden im Ernstfall nur die Symptome gelindert, aber eine ernstere Erkrankung könnte sich in Wirklichkeit dahinter verbergen. Deshalb muss in diesem Fall zuerst eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Stellt der Arzt eine Speiseröhrenentzündung oder Geschwüre im MagenDarm-Trakt fest, kann Pantozol verordnet werden, damit diese unter weniger Säureeinfluss abklingen können. In diesem Fall ist das Arzneimittel verschreibungspflichtig!

Danach kann Pantozol weiter eingenommen werden, um eine rezidive Erkrankung zu vermeiden. Auch dies muss vom Arzt verschrieben werden.

Der Einsatz von Pantozol ist ebenfalls notwendig, wenn Patienten über einen längeren Zeitraum nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAR) einnehmen.

Bei dieser besonderen Art der Schmermittel besteht das Risiko die Magenschleimhaut unter der NSAR-Behandlung zu schädigen. Um dem vorzubeugen, kann der Arzt Pantozol zu dem NSAR verschreiben.

Bei den verschieden Einsatzmöglichkeiten von Pantozol variieren die einzunehmenden Einzeldosen, der Behandlungszeitraum und die Einnahmehäufigkeit. Genaue Informationen sind beim Arzt oder Apotheker einzuholen.

Welchen Zwecken dient Pantozol?

  • Reduktion der Magensäureproduktion
  • Beeinflussung des pH-Wertes im Magen

Allgemeines

Allgemeines
NamePantozol
WirkstoffPantoprazol
SummenformelC16H15F2N3O4S (Pantoprazol)
WirkstoffklasseProtonenpumpenhemmer Ulkustherapeutikum

Wirkungsweise

So wirkt Pantozol

Der Wirkstoff in Pantozol senkt die Magensäureproduktion und -freisetzung, indem es das Enzym H+/K+-ATPase – die „Protonen-Kalium-Pumpe“ – in seiner Tätigkeit hemmt. Deshalb gehört er in die Arzneistoffgruppe der „Protonenpumpenhemmer“.

Die Protonen-Kalium-Pumpe stellt Wasserstoffionen zur Herstellung der Magensäure bereit. Wird diese gehemmt, wird die Magensäureproduktion und -freisetzung herabgesetzt, bis vom Körper neue Enzyme gebildet wurden.

Da Patienten mit Magenbeschwerden trotzdem Magensäure zur regulären Verdauung benötigen, muss sich stets an die Einnahmehinweise gehalten werden.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Pantozol

Die Einnahme von Pantozol erfolgt überwiegend oral (zum Beispiel magensaftresistentea Kapseln oder Tabletten). Nach der Liberation (Freisetzung) des Wirkstoffes im Darm wird dieser von der Darmschleimhaut aufgenommen.

Über den Blutkreislauf gelangt der Wirkstoff zu den magensäureproduzierenden Belegzellen des Magens. Nun wird er in die eigentlich aktive Wirkform umgewandelt.

Der Metabolit hemmt letztendlich die „Protonen-Kalium-Pumpe“. Die Säureproduktion geht zurück und es kommt zu einem pH-Wertanstieg des Magensafts.

Die Verstoffwechselung erfolgt fast ausschließlich in der Leber. Ausgeschieden wird Pantozol überwiegend über die Niere mit dem Urin.


Anwendungsgebiete

Wann wird Pantozol eingesetzt?

  • Eradikationstherapie von Helicobacter pylori:
    Ein unbehandelter Befall mit Helicobacter pylori kann schwerwiegende Folgen wie eine Gastritis, Geschwüre oder Tumore nach sich ziehen. Deshalb werden zwei Antibiotika eingesetzt und zusätzlich Pantozol, um einen Schutz der Magenschleimhaut zu gewährleisten.
  • Magenschutz bei NSAR-Einnahme:
    Bei längerer Einnahme von nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSARs), geht die Produktion von Prostaglandin E2 zurück. Prostaglandin E2 ist jedoch wichtig, um einen Schutz der Magenschleimhaut aufrecht zu erhalten. Da der Magen bei Prostaglandin-E2-Mangel nicht mehr ausreichend gegen die eigene Magensäure geschützt ist, wird mit Pantozol gezielt die Säureproduktion verringert.
  • Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung):
    Diese ist oft eine Folge von chronischem Sodbrennen. Pantozol bewahrt die Speiseröhre vor dem weiteren Einfluss von Magensäure und gibt ihr Gelegenheit sich zu erholen.
  • Saures Aufstoßen, Sodbrennen:
    Fließt Mageninhalt und -säure in die Speiseröhre zurück, hinterlässt dies ein unangenehmes Gefühl. Meist tritt dies auf nach zu großen Mahlzeit, nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel oder wenn man sich nach dem Essen sofort zur Ruhe legt. Leidet man bereits an einem vorgeschädigten Ösophagus ist man häufiger von Sodbrennen geplagt.
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre:
    Zur Abheilung von Geschwüren im Magen-Darm-Trakt, muss ein pH-Wert größer 4 erzielt werden. Das regelt man durch die Einnahme von Pantozol.

Richtige Anwendung

So wird Pantozol angewendetBei saurem Aufstoßen und Sodbrennen:

Regulär werden 20 mg einmal pro Tag eingenommen, empfohlen 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück. Aufgrund der Wirkungsdauer von ein bis drei Tagen, kann durchaus eine Einnahme aller zwei bis drei Tage ausreichend sein, um die Beschwerden zu lindern.

Bei einigen Patienten ist Pantozol lediglich ein Bedarfsmedikament über einen kurzen Zeitraum. Insgesamt ist die Einnahme von Pantozol nur für eine ununterbrochene Einnahme von maximal vier Wochen ohne Rezept erlaubt.

Dementsprechend erhält man in der Apotheke eine entsprechende Packungsgröße. Bei länger anhaltenden oder verschlechternden Beschwerden ist ein Arzt aufzusuchen.

Bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren:

Die Behandlung mit Pantozol ist verschreibungspflichtig. Eine Einzeldosis von 40 mg wird jeweils am Morgen und am Abend eingenommen. Nach der Abheilung der Geschwüre wird unter ärztlicher Anleitung die Dosis schrittweise abgesenkt.

Zur Eradikation von Helicobacter pylori, zum Magenschutz bei NSARs-Einnahme und bei Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung):

Informationen über einzunehmende Einzeldosen, den Behandlungszeitraum und die Einnahmehäufigkeit erhalten Sie beim Arzt oder Apotheker.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Pantoprazol?

  • Pantozol Hexal®
  • Pantozol 1A Pharma
  • Pantozol-AL
  • Pantozol axicur®
  • Pantozol beta
  • Pantozol-Ratiopharm®
  • Pantozol-ADGC®
  • Pantozol® Control

Handelsnamen

Monopräparate

  • Azidex (A)
  • Azidosan (A)
  • Controloc (PL)
  • Gastroloc (A)
  • Gastrozol (D, A)
  • Panprabene (A)
  • Panprax (CH)
  • Pantip (A)
  • Pantoloc (A)
  • Pantozol (D, CH)
  • Prazopant (A)
  • Protonix (USA)
  • Rifun (D)
  • Zurcal (A, CH)

Kombinationspräparate

  • Zacpac (D)

Die Handelsnamen existieren in Österreich (A), der Schweiz (CH), Deutschland (D), Polen (PL), den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).


Indikationen

  • saures Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • Helicobacter pylori
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre
  • Refluxösophagitis (Speiseröhrenentzündung)
  • Zollinger-Ellison-Syndrom

Gegenanzeigen

Wann darf Pantozol nicht verwendet werden?

Pantoprazol sollte nicht verwendet werden bei Patienten unter dem 18. Lebensjahr, es sei denn, der Arzt hält dies für erforderlich.

Pantozol sollte auch nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber Pantoprazol oder einem anderem Inhaltsstoff vorliegt.

Ebenfalls besteht eine besondere Vorsicht, wenn Sie an einer Lebererkrankung leiden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Pantozol sollte während Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Von einer Einnahme in der Stillzeit ist abzuraten, außer wenn Ihr behandelnde Arzt dringend dazu rät.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Sollte ein Arzt Pantozol Ihren Kindern verschreiben, wird er Sie über Besonderheiten in der Behandlung informieren.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Pantozol?

Wie bei jedem Arzneimittel, so kann es auch durch die Einnahme von Pantozol zu Nebenwirkungen kommen.

Häufige Nebenwirkungen

Weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten

  • Gutartige Magenpolypen

Gelegentliche Nebenwirkungen Weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten

Seltene Nebenwirkungen
Weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten

Sehr seltene Nebenwirkungen
Weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle

  • Abnahme der Anzahl der Blutplättchen, was möglicherweise eine stärkere Neigung zu Blutungen und blauen Flecken bewirkt
  • Abnahme der Anzahl weißer Blutkörperchen, was möglicherweise zu häufigerem Auftreten von Infektionen führt
  • Desorientiertheit
  • übermäßiger, gleichzeitiger Abfall der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen

Unbekannte Häufigkeit

  • Abnahme des Natriumspiegels im Blut
  • allergische Reaktionen durch den Farbstoff Ponceau-4R-Aluminiumsalz
  • Ausschlag, eventuell verbunden mit Schmerzen in den Gelenken
  • Gefühl von Kribbeln, Prickeln, Ameisenlaufen, Brennen oder Taubheit
  • Halluzinationen
  • niedriger Magnesiumspiegel im Blut
  • Verwirrtheit

Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Pantozol?

Der Abbau von Pantozol erfolgt überwiegend in der Leber. Dies führt zur Hemmung von Leberenzymen, die auch für den Abbau anderer Arzneimittel nötig sind. Weiterhin kann die Aufnahme von Arzneimitteln beeinträchtigt werden, da Pantozol den pH-Wert im Magen verändert.

Deshalb ist die gleichzeitiger Einnahme folgender Arzneistoffe mit dem Arzt abszusprechen:

  • Atazanavir
  • Erlotinib
  • Fluvoxamin
  • Itraconazol
  • Ketoconazol
  • Methotrexat
  • Posaconazol
  • Phenprocoumon
  • Rifampicin
  • Johanneskraut
  • Warfarin

Gut zu wissen: Pantozol kann bei einem Urin-Schnelltest ein falsch-positives Ergebnis auf THC verursachen.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Pantozol zu beachten?

Wenn eine Einnahme vergessen wurde, sollte die Behandlung wie gewohnt fortgeführt werden. Zur nächsten Anwendungszeit wird die gewohnte Dosis eingenommen, keine größere Dosis!

Wenn zu viel Pantozol eingenommen wurde, ist Kontakt zum Arzt aufzunehmen!

Pantozol sollte nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden, da dies den Behandlungserfolg gefährdet. Beispielweise kann es zur Resistenzentwicklung von Helicobacter pylori kommen, wenn man die Eradikationstherapie vorzeitig beendet. Der Erreger wird möglicherweise für eine spätere Behandlung unempfindlich.

Bei längerer Anwendung von Pantozol ist es möglich, dass der Gehalt von Natrium, Magnesium und Vitamin B12 im Blut sinkt. Um Mangelerscheinungen zu verhindern, sind regelmäßige Kontrollen des Blutspiegels und die Einnahme eines Substitutionspräparates nötig.


Abgabevorschriften

Das Apothekenpersonal entscheidet, ob Pantozol rezeptfrei oder mit ärztlicher Verschreibung eingenommen werden darf. Das ist abhängig von den genauen Beschwerden des Patienten, seinem Alter, Vorerkrankungen und ob bereits andere Medikamente eingenommen werden.

So erhalten Sie Medikamente mit Pantozol

Ein Arzt oder Apotheker informiert Sie, ob Sie Pantozol mit oder ohne ärztliche Verschreibung erhalten.


Geschichte

Seit wann ist Pantozol bekannt?1986

wurde Pantoprazol (der Wirkstoff in Pantozol) vom deutschen Pharmaunternehmen Byk Gulden Lomberg Chemische Fabrik GmbH patentiert.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte beachten Sie alle Anweisungen vom Arzt oder Apotheker.

Geben Sie im Beratungsgespräch stets alle auftretenden Beschwerden, Vorerkrankungen und bereits eingenommenen Medikamente an.

Bitte melden Sie umgehend unbekannte oder beeinträchtigende Nebenwirkungen an Ihren Arzt oder Apotheker.


Quellen

  • Eduard Burgis: Allgemeine und spezielle Pharmakologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 4. Auflage, 2008
  • Fachinfo: www.fachinfo.de/suche/fi/003730
  • Naiba Nabieva: http://flexikon.doccheck.com/de/Pantoprazol (Abruf: 03.09.2014)
  • Top 100 meds blog: http://top100meds.blog.de/2013/10/22/pantozol-16653667/ (Abruf: 03.09.2014)

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