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Schöllkraut

by Danaae

 schöllkraut , blume , stempel , staubblatt , blütenblätter , gelbe blume , blüte , feder , pflanze , natur , garten , nahaufnahme ,Schöllkraut wirkt krampflösend und galletreibend und kann daher bei Verdauungsbeschwerden helfen. Darüber hinaus findet es auch äußerlich zur Behandlung von Hautbeschwerden wie Warzen oder Hühneraugen Verwendung.

Allerdings werden auch leberschädigende Eigenschaften mit der Pflanze in Verbindung gebracht. Daher wird empfohlen, lieber auf alternative Heilpflanzen zurückzugreifen. Dies gilt vor allem für Personen mit Lebererkrankungen.

Schöllkraut (Chelidonium majus)

Steckbrief: Systematik vom Schöllkraut

  • Gruppe: Eudikotyledonen
  • Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
  • Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Unterfamilie: Papaveroideae
  • Gattung: Chelidonium
  • Art: Schöllkraut
  • Wissenschaftlicher Name: Chelidonium majus L.
  • Synonyme: Gewöhnliches Schöllkraut; Chelidonium; Blutkraut; Goldwurz; Goldkraut; Schällkraut; Warzenkraut

Heilwirkung vom Schöllkraut

Ist Schöllkraut eine Heilpflanze?

Das Schöllkraut ist eine altbekannte Heilpflanze aus der Familie der Mohngewächse, welche heute hauptsächlich gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird und traditionell zudem als Mittel gegen Warzen und Hühneraugen Anwendung findet.

 schöllkraut , blumen , blume , kraut , kräuter , medizinisch , medizin , mehrjährig , pflanze , giftig ,Die Pflanze steht allerdings im Verdacht, Leberschäden zu verursachen. Bis heute ist zwar nicht zweifelsfrei geklärt, ob dies tatsächlich zutrifft. Bei der Anwendung ist aber dennoch Vorsicht geboten.

So sollten unter anderem Personen, welche akut oder in der Vergangenheit an Lebererkrankungen leiden bzw. litten auf die Einnahme verzichten. Außerdem ist die Pflanze nur bis zu bestimmten Dosierungen und über einen begrenzten Zeitraum anzuwenden.

Da es jedoch auch andere Pflanzen mit ähnlichen Inhaltsstoffen eine vergleichbaren Wirkung gibt, welche nicht mit Risiken einhergehen, wird sicherheitshalber insgesamt von der Anwendung abgeraten. Alternative, sichere Heilkräuter sind z.B. Pfefferminze, Engelwurz (Angelikawurzel), Schafgarbe oder Kümmel.

Anwendungen vom Schöllkraut

Das Schöllkraut, unter anderem auch Goldwurz oder Warzenkraut genannt, wirkt Studien zufolge u.a. krampflösend, galletreibend und antimikrobiell. Es findet in erster Linie innerlich bei Verdauungsstörungen wie Blähungen und krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden Anwendung.

Darüber hinaus wird der frische Milchsaft der Pflanze bereits seit langem zur Behandlung von Warzen verwendet. Heutzutage sind auch Cremes und Salben mit Schällkraut erhältlich, welche bspw. gegen Warzen, Hühneraugen und Verhornungen eingesetzt werden. Die äußere Anwendung des Schöllkrauts gegen Hautleiden wird jedoch nicht durch wissenschaftliche Daten gestützt.


Etymologie & Geschichte

Namensherkunft (Etymologie) des Schöllkrauts und seine Geschichte

Das Schöllkraut ist in der Geschichte von zahlreichen Gelehrten und Ärzten sehr ausführlich dokumentiert worden. Die ersten Überlieferung zu dem auch heute noch geläufigen botanischen Namen stammen dabei aus der Antike.

Die heutige Bezeichnung „Schöllkraut“ hat sich aus dem botanischen Namen der Pflanze „Chelidonium“ entwickelt, zunächst im althochdeutschen zu scheliwurz und anschließend im mittelhochdeutschen zu schëlwurz oder auch schëlkrūt.

Der botanische Name „Chelidonium“ ist wiederum griechisch und bedeutet Schwalbe. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Schällkraut blüht, wenn die Schwalben zurückkehren und verwelkt, wenn diese wieder wegfliegen.

Weitere Trivialnamen und Synonyme sind u.a.:

  • Blutkraut
  • Gewöhnliches Schöllkraut
  • Goldwurz
  • Goldkraut
  • Schällkraut
  • Warzenkraut
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Milchsaft der Pflanze

Die Bezeichnung Chelidonium wurde dabei bereits in der Antike von Dioskurides und Plinius verwendet. Sie berichteten, dass der Milchsaft der Pflanze Erblindungen und „Verdunkelungen“ der Augen heilen kann.

Die Wurzel wurde im Mittelalter unter anderem gegen Zahnschmerzen und Gelbsucht eingesetzt. Äußerlich angewandt wurde das Schöllkraut bereits damals gegen Hauterkrankungen.

Hildegard von Bingen schrieb im Mittelalter allerdings, dass das Schöllkraut ein „dunkles und herbes Gift“ in sich trägt, welches mehr schadet als nützt. Der Universalgelehrten zufolge sollte der mit Schmalz vermengte Saft äußerlich aufgetragen jedoch innere Geschwüre heilen.


Verwendung & Nutzen

Für was verwendet man Schöllkraut?

Das Schöllkraut findet als Heilpflanze Verwendung. Studien zufolge kann die orale Einnahme des Krauts bei Verdauungsbeschwerden helfen; traditionell finden jedoch u.a. auch die Wurzel sowie der Milchsaft der Pflanze Verwendung – etwa äußerlich gegen Warzen, Hühneraugen und Hornhaut.

Arzneidroge – Verwendete Pflanzenteile

Als Arzneidroge dient in erster Linie das Kraut der Pflanze:

  • Schöllkraut (Chelidonii herba)
    • Synonyme: Herba Chelidonii oder Herba Chelidonii majoris)
    • Beschreibung: Die während der Blütezeit gesammelten, getrockneten, geschnittenen oder ganzen oberirdischen Teile vom Schällkraut (Chelidonium majus)
    • Anmerkung: Gemäß dem Arzneibuch muss ein Mindestgehalt von 0,6 Prozent an Gesamtalkaloiden enthalten sein
    • Zubereitungen: in erster Linie Tinkturen und alkoholische Extrakte in Fertigarzneimitteln

Darüber hinaus findet traditionell auch die Wurzel Anwendung:

  • Schöllkraut-Wurzel (Chelidonii radix)
    • Beschreibung: die getrocknete, im Spätsommer und Herbst gesammelte Wurzel
    • Synonyme: Chelidonii rhizoma, Radix Chelidonii, Rhizoma Chelidonii

Darreichungen und Zubereitungen

Das getrocknete Schöllkraut kann direkt verwendet und beispielsweise als Tee getrunken werden. Erhältlich sind jedoch auch Zubereitungen des Krauts wie z.B. Tinkturen sowie Flüssig- und Dickextrakte. Genannte Darreichungen sind in verschiedenen Präparaten zur oralen Einnahme oder topischen Anwendung enthalten wie etwa Tropfen, Salben und Augentropfen.

Präparate mit Schöllkraut

  • Iberogast® Classic, Flüssigkeit zum Einnehmen
  • Iberogast® Classic kohlpharma Flüssigkeit zum Einnehmen
  • Schoellkraut Kapseln Aalborg
  • Schöllkraut Creme Argital
  • Warzenkraut-Schöllkraut Creme Argital

Alternative Medizin

Schöllkraut in der Alternativen Medizin – Anthroposophie und Homöopathie

Schöllkraut ist in zahlreichen anthroposophischen Arzneimitteln und Homöopathika enthalten. In der Homöopathie wird der frische Wurzelstock mit anhängenden Wurzeln unter dem Namen Chelidonium majus verwendet.

Die alternativmedizischen Präparate sind bspw. in Form von Globuli, Urtinkturen bzw. Tropfen, Tabletten oder Injektionslösungen erhältlich. Zu den Anwendungsgebieten des Schällkrauts in der Alternativen Medizin gehören vor allem Leber- und Gallenleiden.

Anthroposophische und homöopathische Mittel mit Chelidonium sind z.B.:

Behandlung Anthroposophische Medizin

  • Berberis-Komplex-Hanosan Mischung
  • Br7 Galeopsis Cp Jso
  • Chelidonium – Weleda Ag
  • Chelidonium-Homaccord N
  • Chelidonium/Colocynthis
  • Hepaplex® Tropfen
  • Hepeel® N Tabletten
  • Homviohepan Tabletten
  • Lebertropfen I Tropfen
  • METAHEPAT – Injektionslösung
  • Sanugall® Tabletten
  • Schöllkraut Kapseln – Diamant Natuur GmbH
  • Synergon Kompl Chelid N 55

Schöllkraut wird darüber hinaus auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) als Bai Qu Cai eingesetzt.


Anwendung & Wirkung

Anwendungsgebiete – Für was ist Schöllkraut gut?

Zu den Anwendungsgebieten vom Schöllkraut gehören:

  • Verdauungsstörungen (Funktionelle Dyspepsie) – orale Einnahme; z.B.:
    • Blähungen
    • krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
  • leichte Gallenbeschwerden

Schöllkraut eignet sich innerlich zur symptomatischen Linderung der Beschwerden bei Verdauungsstörungen und leichten Beschwerden der Gallenwege. Aufgrund der Risiken wird jedoch von der Anwendung abgeraten.

Alternative Heilkräuter

Andere Heilpflanzen, welche bei Verdauungsbeschwerden helfen können, sind z.B.:

  • Pfefferminze
  • Engelwurz (Angelikawurzel)
  • Schafgarbe
  • Echter Kümmel
  • Wegwarte (Zichorie)
  • Afrikanische Teufelskralle
  • Tausendgüldenkraut

Äußerliche Anwendung bei Schöllkraut in der Volksmedizin

warze warzen finger Hausmittel gegen WarzenIn der Volksheilkunde wird Schöllkraut zudem topisch auf der Haut angewandt, um Hautbeschwerden wie wie Warzen, Hornhaut und Hühneraugen zu behandeln. Hierzu liegen jedoch keine anerkannten Studien vor. Diskutiert werden aber antivirale und eiweißauflösende (proteolytische) Wirkmechanismen.

  • Warzen
  • Hornhaut
  • Hühnerauge

Traditionell wird der Milchsaft des Schällkrauts auf die Warzen, Hornhaut oder Hühneraugen getupft. Mittlerweile sind jedoch bspw. auch Cremes und Salben erhältlich, welche Extrakte oder Tinkturen des Krauts enthalten.


Wirksamkeit & Studien

Was passiert, wenn man Schöllkraut einnimmt?

Das Schöllkraut ist eine altbekannte Heilpflanze, dessen Wirkung in mehreren Studien untersucht wurde. Die meisten Daten stammen allerdings aus Forschungen an Kombinationspräparaten, welche neben Schällkraut auch weitere Heilpflanzen bzw. Wirkstoffe enthielten. Die Datenlage zu Präparaten, welche ausschließlich Schöllkraut enthalten, ist hingegen dürftig.

Außerdem weisen die meisten Studien diverse Mängel auf und lassen sich nicht miteinander vergleichen, zumal bei ihnen unterschiedliche Präparate verabreicht und verschiedene Leiden untersucht wurden.

Symptom Campylobacter Magenkrämpfe Hausmittel gegen Bauchschmerzen Amöben, Magenschleimhautentzündung; Gastritis; Magenentzündung; MagenkatarrhDas wohl bekannteste Kombinationspräparat mit Schöllkraut stellt Iberogast® dar, deren Wirksamkeit in diversen klinischen Studien, welche teils sehr hohe wissenschaftliche Standards aufwiesen, nachgewiesen werden konnte. Dies wird auch durch Metaanalysen mit über 7000 Probanden untermauert.

Schöllkraut zeigte in kontrollierten klinischen Studien eine Wirksamkeit gegen Oberbauchschmerzen, Magen-Darm-Krämpfe, Blähungen, Flatulenz und Verstopfungen. Laut dem Hersteller soll das Schällkraut die Muskulatur im Magen-Darm-Trakt entspannen, Blähungen reduzieren und eine antioxidative sowie entzündungshemmende Wirkung haben.

Zur Wirksamkeit von Präparaten mit Schöllkraut liegen 12 Studien gegen funktionelle Dyspepsie und das Reizdarmsyndrom vor. Von diesen weisen 5 der Studien gegen Dyspepsie hohe Standards auf (kontrolliert, randomisiert), beim Reizdarm ist es eine.

In randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studien soll das Schöllkraut eine klinisch relevante und statistisch signifikante Wirkung gegenüber dem Placebo und eine gleichwertige Wirksamkeit zu einem Vergleichsmedikament (Cisaprid) gezeigt haben. In genannten Studien wurden bei 0,04 Prozent der Probanden Nebenwirkungen beobachtet.


Wirkung von Chelidonium

Welche Wirkungen hat Schöllkraut?

Das Schöllkraut (bzw. Zubereitungen hieraus) hat Studien zufolge folgende Wirkungen:

  • Galletreibend (choleretisch)
  • krampflösend (spasmolytisch)
  • schmerzlindernd (analgetisch)
  • entzündungshemmend (antiinflammatorisch)
  • antimikrobiell (gegen Mikroben)
    • antiviral (gegen Viren)
    • ggf. antibakteriell (gegen Bakterien)

Insbesondere die krampflösende Wirkung gilt dabei als ausreichend gesichert. Mittlerweile konnte zudem galletreibende Eigenschaften nachgewiesen werden. Extrakte zeigten in Studien außerdem eine antimikrobielle, antivirale und antitumoralen Wirkung – dies muss jedoch noch durch weitere Forschungen bestätigt werden.

Verdauungsbeschwerden

Studien zufolge wirkt Schöllkraut krampflösend, was den Wirkstoffen Coptisin, Chelidoni und Caffeoylmaleinsäure zugeschrieben wird. Die galletreibenden Eigenschaften sind vermutlich auf ein Zusammenspiel verschiedener Wirkstoffe zurückzuführen und nicht auf die einzelnen Alkaloide.

Antivirale Wirkung

viren Elektronenmikroskop KeimeDie im Schällkraut enthaltenen Alkaloide waren in Forschungsarbeiten gegen verschiedene Viren wirksam, unter anderem gegen Herpes-simplex, das Polio-Virus und diverse Adenoviren. Die Daten liefern erste Hinweise zu einer potentiellen antiviralen Wirkung von Schöllkraut-Extrakten, müssen jedoch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden.

Antibakterielle Wirkung

Das Schöllkraut konnte in Forschungen u.a. auch eine Wirksamkeit gegen multiresistente „Krankenhauskeime“ wie MRSA zeigen. Den Studien zufolge sind zwei Alkaloide hierfür verantwortlich, allerdings liegen weder Tier- noch Humanstudien zu diesen antibakteriellen Eigenschaften vor.

Es gibt jedoch eine in-vivo Studie zu Extrakten und aus der Pflanze isolierten Wirkstoffen, bei denen eine Wirkung gegen Escherichia coli Bakterien festgestellt werden konnte.

Entzündungshemmend

Ein Extrakt vom Schöllkraut steigert den sogenannten Tumornekrosefaktor (TNF), ein Signalstoff, des Immunsystems, welcher an Entzündungsprozessen beteiligt ist. Die Wirkstoffe Sanguinarin und Chelerythrin hemmen die Lipooxygenase (Enzyme, welche Fettsäuren oxidieren) und spielen somit eine Rolle bei der Bekämpfung von entzündlichen Prozessen, wie auch Forschungen und eine in-vivo Studie zeigten.

Schöllkraut gegen Krebs

Laborstudien konnten eine antitumorale Wirkung vom Schöllkraut feststellen, welche auf bestimmte enthaltene Alkaloide zurückzuführen war, insbesondere das Sanguinarin. Die Ergebnisse der Studien sind zwar sehr vielversprechend, konnten jedoch bisher nicht in in-vivo und klinischen Studien bestätigt werden.


Einnahme & Dosierung

Schöllkraut einnehmen – Richtige Dosierung

Die Einnahme und Dosierung vom Schöllkraut fällt je nach verwendetem Präparat und zu behandelnder Erkrankung unterschiedlich aus. Anerkannt ist dabei vor allem die innere, orale Einnahme bei Verdauungsbeschwerden.

Die topische, äußerliche Anwendung gegen Hautleiden beruht hingegen hauptsächlich auf der langjährigen Tradition.

Schöllkraut Einnahme (Orale Anwendung)

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Schöllkraut (Chelidonii herba)

Da das Schöllkraut möglicherweise leberschädigend wirkt, wurde die maximal erlaubte Tagesdosis im Jahr 2008 vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf 2,5 Milligramm Gesamt-Alkaloide festgelegt:

  • Maximale Tagesdosis: entspricht 2,5 mg Alkaloide, berechnet als Chelidonin

Genauere Informationen zur Einnahme des Schällkrauts in Form von Tee und Tropfen finden Sie nachfolgend.

Achtung! Werden Schöllkraut-Präparate über 30 Tage lang eingenommen, sollten Leberfunktionstests durchgeführt werden.

Milchsaft, Cremes und Salben (Äußerliche Anwendung)

Die äußerliche, topische Anwendung von Schöllkraut variiert abhängig vom verwendeten Präparat und den zu behandelnden Beschwerden. Es liegen jedoch keine klinischen Studien zu der Wirksamkeit des Schöllkrauts bei Hautbeschwerden vor.

Wie behandelt man Warzen mit Schöllkraut?

Warzen werden traditionell mit dem Milchsaft der Pflanze betupft. Neben dem frischen Milchsaft der Pflanze sind auch diverse Cremes und Salben zur äußerlichen Anwendung erhältlich. Diese werden typischerweise 1 bis 2 Mal am Tag auf das betroffene Hautareal aufgetragen und bei Bedarf abgedeckt. Die Anwendungsdauer bei Hornhaut und Warzen beträgt meist etwa 20 Tage.


Schöllkraut Tee & Tropfen

Schöllkraut Tee – Zubereitung

Geben Sie für die Zubereitung von Schöllkrauttee etwa einen gestrichenen Teelöffel (entspricht ca. 1,5 Gramm Schällkraut) in eine Tasse und übergießen Sie das Kraut mit circa 150 Millilitern kochendem Wasser. Seihen Sie die Kräuter nach einer Ziehzeit von etwa 10 Minuten ab und trinken Sie den Tee über den Tag verteilt in kleinen Schlucken.

  • Dosis: 1,5 g Schöllkraut (ca. 1 gestrichener TL)
  • Wasser: mit kochendem Wasser (ca. 150 ml) überbrühen
  • Ziehzeit: 10 Minuten ziehen lassen

Im getrockneten Schöllkraut sind pro 1,5 Gramm durchschnittlich etwa 2,5 Milligramm Gesamt-Alkaloide enthalten. Daher sollte die Tagesdosis von 1,5 Gramm Schällkraut nicht überschritten werden.

Tinkturen und Extrakte einnehmen

Die Einnahme von Schöllkraut Tinkturen und Extrakten variiert abhängig vom Präparat. Tinktur ist nicht gleich Tinktur; abhängig von der Herstellungsart des Auszugs wird eine andere Dosis empfohlen. Sie können nachfolgend beschriebene Eigenschaften der Extrakte und Tinkturen der Packungsbeilage Ihres Präparats entnehmen.

Schöllkraut-Tinktur

  • Eigenschaften: 45 % Ethanol; DTV* 1:5
    • Einzeldosis: 2 bis 4 ml
    • Häufigkeit: 1 mal täglich
  • Eigenschaften: 45 % Ethanol; DTV 1:10
    • Einzeldosis: 2 bis 4 ml
    • Häufigkeit: 3 mal am Tag

* Drogen-Tinktur-Verhältnis

Schöllkraut – Extrakte

  • Eigenschaften: Flüssigextrakt; 25 % Ethanol; DEV* 1:2
    • Einzeldosis: 1 bis 2 ml
    • Häufigkeit: 1 Mal am Tag
  • Eigenschaften: Flüssigextrakt; 25 % Ethanol; DEV 1:1
    • Einzeldosis: 1 bis 2 ml
    • Häufigkeit: 3 mal täglich
  • Eigenschaften: Dickextrakt
    • Einzeldosis: 100 bis 200 mg
    • Häufigkeit: 3 mal am Tag

* Drogen-Extrakt-Verhältnis


Inhaltsstoffe & Wirkstoffe

Inhaltsstoffe vom Schöllkraut

Die Inhaltsstoffe vom Schöllkraut variieren abhängig von verschiedenen Faktoren wie dem Pflanzenteil, den Trocknungsbedingungen und dem Herkunftsland. In praktisch allen Teilen der Pflanze sind jedoch Alkaloide enthalten, abhängig vom Pflanzenteil reicht deren Gehalt von 0,1 bis 1 Prozent.

Bisher konnten über 20 verschiedene Alkaloide isoliert und identifiziert werden. Diese gehören überwiegend dem Protopin-, Protoberberin- oder dem Benzophenanthridin-Typ an und leiten sich vom Benzylisochinolin ab.

 schöllkraut , blume , pflanze , blütenblätter , gelbe blume , feder , blüte , garten , natur , makro , nahaufnahme ,Die wichtigsten enthaltenen Alkaloide sind:

  • Benzophenanthridine
    • Chelerythrin
    • Chelidonin
    • Sanguinarin
    • Isochelidonin
  • Protoberberine
    • Berberin
    • Coptisin
    • Dihydrocoptisin
    • Stylopin
  • Protopine

Hauptalkaloide

Im Kraut stellt das Alkaloid Coptisin mit bis zu 90 Prozent das Hauptalkaloid dar. In den Wurzen ist vor allem Chelidonin enthalten und in der frischen Pflanze ist vermutlich Dihydrocoptisin das vorherrschende Alkaloid.

  • Kraut: Coptisin
  • Wurzeln: Chelidonin
  • frische Pflanze: Dihydrocoptisin

Bestimmten gelb- oder orange-farbenen Alkaloid-Salzen verdankt der Milchsaft der Pflanze, welcher zudem proteolytische Enzyme enthält, auch seine charakteristische Farbe.

Weitere Inhaltsstoffe vom Schöllkraut sind:

  • Diverse Pflanzensäuren; z.B.
    • Chelidonsäure
    • Citronensäure
    • Äpfelsäure
    • Kaffeesäure
  • Flavonoide
  • Carotinoide

Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Schöllkraut?

In Forschungen zu Schöllkraut-haltigen Arzneimitteln wurde von nachfolgenden Nebenwirkungen berichtet:

  • Leberschädigungen (Anstieg der Leberenzymwerte und des Bilirubins); bis hin zu:
    • Arzneimittel-bedingte Gelbsucht (medikamentös-toxische Hepatitis)
    • Leberversagen

Schöllkraut giftig?

Ist Schöllkraut für Menschen giftig?

Der Milchsaft vom Schöllkraut ist giftig, ebenso wie die Wurzeln im Spätsommer und Herbst. Zu dieser Jahreszeit erhöht sich die Konzentration der Alkaloide in den Wurzeln, welche dann hochgiftig werden.

Die Datenlage zum Kraut ist jedoch umstritten. Bei hohen Dosierungen kann es beim Kraut durchaus zu lebensbedrohlichen Vergiftungen kommen. Ob das Schällkraut jedoch auch bei herkömmlichen Dosen schädigend ist, wird von Experten kontrovers diskutiert. Zu der potentiell leberschädigenden Wirkung des Krauts liegen widersprüchliche Ergebnisse aus Forschungen vor.

Für verschiedene Tierarten, wie etwa Hunde, Pferde, Hamster und Meerschweinchen, ist das frische Schöllkraut allerdings (teils stark) giftig. Unfälle sind jedoch eher selten, da das es einen unangenehmen Geschmack aufweist.

Ist Schöllkraut leberschädigend?

Medikinet Retard 10mg AP Alkalische Phosphatase Bilirubin (C33H36N4O6) γ-Glutamyltransferase GGT Globulin Quotient Hepatitis A Immunfixationselektrophorese, Hepatitis, leberversagenSchöllkraut steht im Verdacht, eine leberschädigend Wirkung zu haben. So wurde in sehr seltenen Fällen von Leberversagen, eine Hepatitis und veränderten Leberfunktionswerten berichtet. Auch einzelne Todesfälle wurden mit der Einnahme des Krauts in Verbindung gebracht.

Allerdings kommen Tierstudien zu widersprüchlichen Ergebnissen, sodass weiterhin unklar ist, ob Schällkraut in den empfohlenen Dosierungen tatsächlich zu Schädigungen der Leber führt.

Eine mögliche Toxizität konnte bisher außerdem auch nicht an einem bestimmten Wirkstoff festgemacht werden. Von einigen Experten wird vermutet, dass die dokumentierten Einzelfälle auf individuelle Allergien oder Wechselwirkungen zurückzuführen waren.

Wissenswert: Im Jahr 2008 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Zulassung von Präparaten, welche über 2,5 mg Gesamt-Alkaloide enthielten, aufgrund des Risikos widerrufen. Schöllkraut-Präparate, die zwischen 2,5 μg und 2,5 mg Gesamtalkaloide enthalten, mussten außerdem die Produktinformationen im Beipackzettel ändern.

Diese wurden in den Abschnitten zu den Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und Wechselwirkungen geändert, hauptsächlich in Bezug auf bestehende Lebererkrankungen bzw. solchen in der Vorgeschichte und hinsichtlich der gleichzeitigen Einnahme weiterer Arzneimittel mit potentiell leberschädigenden Eigenschaften.


Gegenanzeige & Wechselwirkung

Kontraindikation – Gegenanzeigen gegen Schöllkraut

Eine absolute Gegenanzeige gegen Schöllkraut besteht in folgenden Fällen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Lebererkrankungen (akut oder in der Vorgeschichte)
  • Kinder unter 6 Jahren
Leberkrebs Symptome Gelbsucht

Darstellung der Leber

Schöllkraut ist auch bei Anzeichen auf eine Lebererkrankungen kontraindiziert. Hierzu gehören:

  • Müdigkeit
  • Appetitverlust
  • Gelbsucht
  • dunkler Urin
  • entfärbter Stuhl
  • erhöhte Leberwerte

Kommt es während der Behandlung mit dem Schällkraut zu genannten Beschwerden, sind die Präparate abzusetzen und die Symptome ärztlich zu untersuchen.

Wechselwirkungen mit dem Schöllkraut

Wechselwirkungen zwischen dem Schöllkraut und anderen Medikamenten sind derzeit keine bekannt. Neben Sie jedoch Arzneimittel ein, welche die Funktion der Leber beeinträchtigen können, sollten Sie auf die Anwendung verzichten. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihr ärztliches Fachpersonal.


Quellen & Verweise


Verwandte Ratgeber

Weitere Informationen finden Sie in folgenden verwandten Ratgebern:

Heilpflanzen gegen Verdauungsstörungen:

Ratgeber zu Hornhaut, Warzen und Hühneraugen:

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