Aspergillose

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Unter Aspergillose ist eine Infektionskrankheit, die durch aerobe Schimmelpilze aus der Schlauchpilzart  Aspergillus fumigatus hervorgerufen wird. Abgeleitet wird der Name des Pilzes aus der lateinischen Sprache, was aufgrund der unter dem Mikroskop zu erkennenden Ähnlichkeit übersetzt „der Wedel“ bedeutet.

Zum ersten Mal wurde die Aspergillose zum Ende des 19. Jahrhunderts wissenschaftlich erwähnt und beschrieben. Von der Häufigkeit her ist der Mensch zu mehr als 90 Prozent von dem Aspergillus fumigatus betroffen. Andere Arten sind Aspergillus terreus, niger, flavus und nidulans.

In vielen Fällen handelt es bei einer Aspergillose um eine Krankheit, die als Begleiterscheinung zu bereits bestehenden Leiden auftritt. Die Kombination von Grunderkrankungen mit einer Aspergillose ist als höchst gefährlich einzustufen und kann im hohen Maß (40 – 90 %) auch zum Tod führen. Daher ist eine umgehende Therapie einer Aspergillose unbedingt notwendig. Befallen werden vor allem die Ohren, Lunge, Haut, der Magen-Darm-Trakt und die Nasennebenhöhlen, wobei die meisten Infektionen die Lunge betreffen. Durch das im Pilz enthaltene Toxin Aflatoxin B kann besonders die Leber in Mitleidenschaft gezogen werden (Mykotoxikose). Im geringen Ausmaß bilden sich Metastasen auch im zentralen Nervensystem, in der Niere, in den Knochen und im Herz. Dieser Schimmelpilz ist in der Praxis quasi überall anzutreffen. Ideale Wachstumsbedingungen für den Aspergillus finden sich auf Tapeten, Blumenerde, Heu, Holz, in Polstermöbeln, Brot, Papier, Obst bzw. in einer feuchten Umgebung. Werden die Sporen von Allergikern eingeatmet, ruft das bei diesen Menschen eine allergische Reaktion hervor. Bei einer Immunschwäche kann sich die Inhalation der Keime zu einer extrapulmonalen Aspergillose, einem Aspergillom, zu einer Aspergillus-Pneumonie oder einer allergisch bronchopulmonalen Aspergillose (ABPA) entwickeln. In Allgemeinen stellt dieser Pilz für Gesunde keine große Bedrohung dar. In der Regel beträgt die Inkubationszeit bei einer Aspergillose zwischen drei Tagen bis Wochen. Aspergillose kann von einem Mensch zum anderen nicht übertragen werden. Aber nicht nur der Menschen können von der Infektion heimgesucht werden. Bei als Haustiere gehaltenen Papageien gehört sie zu den meisten Todesursachen.

Ursachen

In der Praxis ist es fast unmöglich die Aufnahme des Aspergillus Schimmelpilzes zu verhindern. Einschlägige Studien haben sogar bewiesen, dass Menschen an Aspergillose erkrankten, wenn in der Nachbarschaft ein Haus abgetragen wurde und dadurch der Schimmelpilz in die Luft gelangte. Sofern das Immunsystem einwandfrei funktioniert, hat man mit dem Schimmel aber keine gravierenden Probleme zu befürchten. Die Keime werden sofort erkannt und vernichtet. Die Gefahr an einer Aspergillose zu erkranken hängt neben der eigenen Gesundheit von der Kontaktintensität mit dem Schimmelpilz ab.

Eine weitere Ursache ist in einer nicht ausreichenden Anzahl von weißen Blutzellen zu finden. Diese Zellen sind wichtig für die allgemeine Infektionsbekämpfung, somit auch von Aspergillose. Leukämie oder eine Transplantation von Organen tragen beispielsweise zu einer Verminderung der weißen Blutzellen bei. Genauestens auf die Symptome achten sollten auch Menschen mit Mukoviszidose (Stoffwechselerkrankung). Besonders gefährdet sind ABPA Patienten, die an chronischem Asthma bzw. an chronischen Erkrankungen der Lunge leiden. Das Gefährliche dabei ist, dass durch den Pilzbefall der Lungen (invasive pulmonale Aspergillose) gleichzeitig auch allergische Reaktionen ausgelöst werden können. Bei dieser Form verbreitet sich Aspergillose sehr rasch auf andere Organe. Zur Risikogruppe gehören hier Menschen mit einer Chemotherapie, solche mit einem schwachen Immunsystem und jene, die bereits an der Lunge erkrankt sind. Im Detail sind dies die Krankheiten Sarkoidose, Tuberkolose und ein Emphsem.

Weitere Risikopatienten im Zusammenhang mit einer Aspergillose sind unter anderem auch Personen, die an einer Krebserkrankung, AIDS, Diabetes mellitus, leiden und Alkoholabhängige. Häufig entwickelt sich eine Aspergillose während einer Spondylitis ankylosans (seltene rheumatische Erkrankung der Lunge), die bei männlichen Rauchern besonders ausgeprägt sein kann. Wird eine Aspergillose durch die Einnahme von Medikamenten vermutet, dann handelt es sich dabei vorwiegend um Mittel aus dem Spektrum der Immunsuppressiva (Organtransplantationen) und in der Krebstherapie eingesetzte Zytostatika bzw. um eine längere Einnahme von Kortison. Da der Aspergillus Pilz häufig in Krankenhäusern nachzuweisen ist, können immunschwache Menschen bei Aufenthalten in Krankenhäusern besonders leicht infiziert werden. Daher sollten bei Krankenbesuchen keine Topfblumen mitgebracht werden.

Symptome

Grundsätzlich sind die Symptome einer Aspergillose vom jeweiligen Organsystem, das vom Schimmelpilz befallen ist, abhängig. Das Gefährliche darin ist aber, dass eine Aspergillose schleichend beginnt und somit die Symptome nicht sofort erkannt bzw. richtig gedeutet werden. Bei manchen Menschen werden die Anzeichen überhaupt das ganze Leben nicht erkannt. Asthma- oder Mukoviszidosepatienten sollten alarmiert sein und umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn sich die Symptome er Erkrankung plötzlich ändern. Dafür muss aber nicht unbedingt eine Aspergillose verantwortlich sein.

Trotzdem ist es wichtig, den Grund der Veränderung herauszufinden. Um die Symptome einer Aspergillose richtig einordnen zu können, ist zuerst das Vorhandensein des Pilzes im menschlichen Körper durch mikroskopische bzw. kulturelle Untersuchungen nachzuweisen. Im Rahmen der Anamnese befragt der Arzt den Patienten nach den Beschwerden, nach aktuellen Erkrankungen und nach eingenommenen Arzneimitteln. Hier geht es hauptsächlich um Medikamente, die sich negativ auf das menschliche Abwehrsystem auswirken können.

Um das Vorhandensein von Pilzfäden eindeutig nachzuweisen, wird bei der körperlichen Untersuchung anhand der aufgetretenen Symptome das in Frage kommende Organsystem genauer untersucht. Damit verbunden sind weitere Untersuchungen, wie Röntgen, Laboruntersuchen (z. B. Gewebeproben, Auswurf) und das Blutbild. Ein spezifisches Symptom ist eine markante Erweiterung der Atemweg, die durch ein Röntgen bzw. durch eine Thorax-CT ersichtlich wird. Typische Symptome für eine Aspergillose sind entzündete Bronchien und Lungen, schmerzhaftes Husten, Atemnot, eine Atmung mit rasselnden Geräuschen und ein eitriger/bräunlicher Auswurf.

Des Weiteren können auch entzündete Nasennebenhöhlen, Kopfschmerzen, juckende Entzündungen im äußeren Gehörgang und Ausfluss aus den Ohren, eine verminderte Herzleistung, Bauchschmerz und Durchfall auf eine Aspergillose hindeuten. Zudem verursacht eine Aspergillose bei Asthmatikern vermehrte Asthmaanfälle, die meistens durch überhöhte körperliche Anstrengungen ausgelöst werden. Außerdem kann eine Aspergillose-Infektion im zentralen Nervensystem Fieber und Hirnhautentzündungen auslösen. Dazu gesellen sich Schmerzen in der Brust, Nasenbluten, Wunden im Gesicht, einseitige Schwellungen im Gesicht, ein plötzlicher Gewichtsverlust, Epilepsieanfälle, Meningitis, Schlaffheit und Störungen in der Erregungsleitung.

Therapie

Oftmals kann bei einer Aspergillose gänzlich auf eine Behandlung verzichtet werden. Damit wird der Patient bei einer nur geringen Ausprägung der Symptome nicht noch zusätzlich möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten ausgesetzt. Anstelle einer medikamentösen Behandlung werden regelmäßige Untersuchungen angesetzt und erst bei einer Verschlimmerung die notwendigen Maßnahmen gesetzt. Bislang gibt es aber keinen wirklichen Schutz (wie eine Impfung) gegen eine Aspergillose.

Abhängig von der Manifestation einer Aspergillose gibt es verschiedene Möglichkeiten einer Behandlung. Möglichst schnell muss eine Behandlung bei Personen mit Immunschwäche und bestehenden körperlichen Leiden eingeleitet werden. Normalerweise werden dabei wirksame Medikamente aus der Gruppe der Antimykotika verabreicht. Bei der Diagnose einer bronchopulmonalen Aspergillose erfolgt die Behandlung mit Kortikosteroide und mit einer strikt einzuhaltenden Allergenkarenz.

Sehr gute Heilungserfolge und mit nur geringen Nebenwirkungen werden mit den antifugalen Medikamenten Voriconazole und Itraconazol erzielt. Alternativen dazu stellen die Antimykotika Amphotericin B und Flucytosin dar. Einige Aspergillus-Pilze können (z. B. bei einer bronchopulmonalen Aspergillose) ziemlich resistent und hartnäckig sein. In der Praxis werden diese mit ebenfalls mit Kortikosteroiden bekämpft. Sollte sich der Pilz in der Lunge oder in den Nasennebenhöhlen eingenistet haben, sind Medikamente meistens nicht wirksam. Bei diesem Krankheitsbild muss der Aspergillom operativ entfernt werden. Eine allergisch bedingte Aspergillose bekommt man am wirksamsten mit einer Kombination aus antifugalen Medikamenten mit Kortison in den Griff. Eine Art der Behandlung – die vor allem immunschwache Menschen beherzigen sollten – liegt darin, durch präventive Maßnahmen den Ausbruch einer Aspergillose zu verhindern. Das ist zu erreichen, indem man Infektionsquellen aus dem Weg geht oder zumindest einen Mundschutz verwendet.

Weitere vorbeugende Maßnahmen gegen das Aufkeimen von einem Aspergillus Schimmelpilz sind der Verzicht auf Topfpflanzen, ein regelmäßiger Austausch von Filtern in Klimaanlagen und das Entfernen von Schimmelflecken mit Sanitärreinigern. Des Weiteren sollten Essensabfälle nicht zu lange im Wohnbereich aufbewahrt und vor dem Entsorgen in Papier eingewickelt bzw. der Mülleimer stets sauber gehalten werden.

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