Azidosetherapie

Den Säure-Basen-Haushalt im Körper ausgleichen

 

Behandlung Azidose-TherapieSchulmediziner verstehen unter dem Begriff Azidose-Therapie etwas anderes als Alternativmediziner.

Wenn der pH-Wert des Blutes unter 7,36 sinkt, übersäuert der Körper. Schulmediziner sprechen hierbei von einer Azidose. Normalerweise sorgen unter anderem die Atmung und die Nieren für einen normalen pH-Wert von 7,36 bis 7,44. Demnach liegt die Ursache einer Azidose meistens an einer Nieren- oder an einer Lungenfunktionsstörung.

In der Naturheilkunde wird der Begriff Azidosetherapie hingegen für eine Übersäuerung des Gewebes genutzt. Hierbei soll der pH-Wert vor allem mittels Ernährung und Gewohnheitsumstellung reguliert werden.

 

Was ist eine Azidose und wie kann sie behandelt werden?

Schuldmediziner verstehen unter einer Azidose-Therapie grundsätzlich etwas anderes als Naturheilkunder. In der alternativen Medizin wird der Begriff für eine Gewebeübersäuerung genutzt, die durch den eigenen Lebensstil verursacht wurde. Schulmediziner sprechen von einer Azidose, wenn der pH-Wert im Blut unter 7,36 sinkt. Aus diesem Grund sind auch die Behandlungsmethoden vollkommen verschieden.

 

Die Azidose-Therapie in der Schulmedizin

 

Schulmediziner unterscheiden zwischen der metabolischen und der respiratorischen Azidose. Bei beiden Störungen liegt eine Übersäuerung des Blutes vor, allerdings unterscheiden sich die Ursachen dafür. Die metabolische Azidose entsteht, da die Protonen im Körper aufgrund von einem stoffwechselbedingten Problem zunehmen. Bei der respiratorischen Azidose werden die sogenannten sauren Valenzen (z. B. CO2) nicht ausreichend aus dem Körper entfernt.

 

Ursachen für eine metabolische Azidose können unter anderem diverse Stoffwechselerkrankungen, Funktionsstörungen oder aber Vergiftungen sein. Bei der respiratorischen Azidose kann nicht ausreichend CO2 über die Lungen ausgeschieden werden. Gründe hierfür können z. B. Schädigungen vom Atemzentrum oder aber Lungenkrankheiten wie Bronchitis oder Asthma sein.

 

 

Die Azidosetherapie in der Alternativmedizin

 

In der Alternativmedizin wird der Begriff Azidosetherapie für den Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts im gesamten Körper genutzt. Hierbei geht man davon aus, dass sich aufgrund der eigenen Lebensumstände über die Jahre hinweg sogenannte „Schlacke“ oder – anders ausgedrückt – nicht ausgeschiedene Stoffwechsel-Endprodukte sammeln. Diese führen zu einer Übersäuerung des Organismus und somit zu zahlreichen Leiden und Erkrankungen.

 

Ursprung & Entwicklung:

Die Theorie, dass ein Säure-Basen-Ungleichgewicht im Körper zu diversen Leiden führen kann, stammt wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert, als Francis de la Boe Sylvius eine These zu den sogenannten „Körpersäften“ aufstellte. Er empfiehl, Patienten mit Laugen oder Säuren zu behandeln.

 

Die mittlerweile am weitesten verbreitete Azidosetherapie wurde von Dr. med. Renate Collier entwickelt, welche zwischen 1919 und 2001 lebte. Die Ärztin erarbeitete ein Konzept, mit dem der pH-Wert des Bindegewebes nachhaltig gesenkt werden sollte. Das Kursprogramm beinhaltete eine Regeneration und Entsäuerung des Patienten über eine bestimmte Ernährungsweise. Später baute sie ihr Konzept zusammen mit ihrem Mitarbeiter Louise Bartning (1951–2012) aus.

 

Funktion, Wirkung & Ziele der Azidosetherapie

Schulmediziner verstehen unter einer Azidose-Therapie die Behandlungsmöglichkeiten, die den pH-Wert wieder über 7,36 zu erhöhen. In der alternativen Heilkunde wird unter dem Begriff die Regulierung des gesamten Säure-Basen-Haushalts verstanden.

 

Funktion, Wirkung und Ziele der Azidose-Therapie in der Schulmedizin

 

Die Azidose-Therapie zielt in der Schulmedizin darauf ab, den pH-Wert des Blutes wieder über 7,36 zu erhöhen und ihn somit zu entsäuern. Je nachdem, welche Ursache hinter der Azidose steckt, kommen dabei andere Behandlungen in Frage.

 

In den meisten Fällen ist die Ursache der Azidose respiratorisch, also auf eine unzureichende Ausscheidung von CO2 zurückzuführen. Hierbei übersäuert der Körper aufgrund von Erkrankungen und Störungen des Atmungsapparates.

 

Eine metabolische Azidose wird hingegen durch diverse Stoffwechselerkrankungen, Organfunktionsstörungen oder andere Leiden wie Vergiftungen verursacht. Hierbei scheidet der Körper nur vermindert Protonen aus, sodass das Blut übersäuert.

 

 

Funktion, Wirkung und Ziele der Azidosetherapie in der Alternativmedizin

 

In der Alternativmedizin geht es bei einer Azidosetherapie darum, den pH-Wert des Gewebes bzw. je nach Auslegung des ganzen Körpers auszugleichen. Anhänger des verfahren gehen davon aus, dass diverse Stoffwechselprodukte nicht ausreichend ausgeschieden werden und sich somit über die Jahre hinweg im Körper ansammeln. Das wiederum soll diverse Beschwerden und Erkrankungen auslösen.

 

Die Therapie der Übersäuerung besteht hauptsächlich aus einer Ernährungsumstellung. Ursachen für die Übersäuerung soll vor allem die Nahrung sein, aber auch Stress und bestimmte Gewohnheiten sollen den Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht bringen.

 

 

 

Durchführung & Wirkungsweise:

In der Schulmedizin soll der Säureüberschuss im Blut entweder über die Behandlung der Ursache oder aber direkt therapiert werden. In der Alternativmedizin besteht die Therapie aus einer Ernährungsumstellung bzw. –kur aber auch aus einer Entsäuerungsmassage und einer Umstellung der Gewohnheiten.

 

Die Durchführung und Wirkungsweise in der Schulmedizin:

 

Handelt es sich um eine respiratorische Azidose, so zielt die Behandlung hierbei auf eine Beseitigung der Ursache ab. Wenn das Blut also übersäuert, weil nicht ausreichend CO2 über die Lunge ausgeschieden werden kann, so muss die dafür verantwortliche Erkrankung behandelt werden.

 

Diese Art der Azidose geht außerdem mit der sogenannten Hypoxie einher. Hierbei besteht aufgrund der Atmungsstörungen eine Unterversorgung mit Sauerstoff im Körpergewebe. Daher ist bei der respiratorischen Azidose manchmal auch eine Beatmung nötig.

 

Bei einer metabolischen Azidose werden direkt die Symptome bekämpft, es wird also der Übersäuerung des Blutes entgegengewirkt. Das ist dringen notwendig, wenn der pH-Wert unter einen Wert von 7,15 sinkt. Ist es möglich, die Grunderkrankung schnell zu behandeln, dann bevorzugen Mediziner diesen Weg.

 

Meistens wird jedoch Natriumhydrogencarbonat (Bikarbonat) eingesetzt. Insofern die Lungenfunktion intakt ist, erhalten Patienten eine Bikarbonat-Infusion, sodass der Säure-Basen-Gehalt des Blutes wieder auf seinen Normalwert steigt. Wenn eine chronische Nierenerkrankung Ursache der Azidose ist, kann zudem eine Blutdialyse nötig sein.

 

Bei einer Übersäuerung sind auch eine Ernährungsumstellung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig.

 

 

 

Die Durchführung und Wirkungsweise in der Alternativmedizin:

 

In der Alternativmedizin soll der pH-Wert des Körpers vor allem über eine basische Ernährung reguliert werden.

Behandlung Azidose-TherapieHierbei sollen also vermehrt Lebensmittel gegessen werden, die einen basischen pH-Wert aufweisen bzw. bei der Verdauung Basen produzieren.

Über die sogenannte Entsäuerungsmassage soll außerdem das Bindegewebe entlastet werden, in welchem die Schlacke gelagert werden sollen. So sollen die Stoffwechselendprodukte leichter aus dem Körper gelangen können.

Um seinen Körper über die basische Ernährung zu entschlacken bzw. zu entsäuern sollte der Speiseplan zu zwei Dritteln aus sogenannten Basenlieferanten bestehen.

Diese Lebensmittel sind basenbildend, das heißt sie sind in ihrer rohen Form evtl. sauer, verringern aber den Säuregehalt während der Verdauung.

 

Zu diesen Lebensmitteln zählen:

 

  • Kartoffeln
  • Obst
  • Gemüse (insbesondere dunkle Blattsalate)
  • Rohe Milch
  • Trockenfrüchte

Während der Diät sind außerdem die sogenannten „Säurebildner“ zu vermeiden.

Hierzu zählen zum Beispiel:

 

Die Azidosetherapie hilft gegen:

Je nachdem, welche Übersäuerung behandelt werden soll, hilft die Therapie bei anderen Leiden und Erkrankungen.

 

Die metabolische oder respiratorische Azidose-Therapie hilft gegen:

 

  • Hyperventilation
  • Hyperkaliämie

Da der Organismus bei der metabolischen Azidose versucht, den gesteigerten CO2-Gehalt mit einer vermehrten Atmungsaktivität auszugleichen, kommt es hierbei zu einer gesteigerten Atmung (Hyperventilation).

Eine Folgeerkrankung der metabolischen Azidose ist außerdem die Hyperkaliämie. Hierbei steigt der Kaliumgehalt im Blut durch die Grunderkrankung an.

 

Die Azidosetherapie in der Alternativmedizin hilft gegen:

 

 

In der Alternativmedizin sollen unter anderem die oben genannten Leiden und Erkrankungen über die Azidosetherapie behandelt werden können. Über die basische Ernährung und die Entsäuerungsmassage soll so der pH-Wert des Organismus gesenkt und somit den Leiden entgegengewirkt werden können.

Diagnose & Untersuchungsmethoden

In der Schulmedizin wird ein verminderter pH-Wert des Bluts über eine Blutanalyse diagnostiziert. Hierfür wird ein Tropfen des Bluts mit einem pH-Gerät gemessen.

 

Alternativmediziner diagnostizieren eine Übersäuerung über die dafür – den Anhängern zufolge – typischen Symptomen.

Risiken & Nebenwirkungen:

Da es zahlreiche Ursachen für eine metabolische Azidose gibt und die Behandlung auf eine Therapie der Grunderkrankung abzielt, sind auch die möglichen Risiken und Nebenwirkungen hierbei vielfältig. Bei der Gabe von Bikarbonat sollten keine Störungen der Atemfunktion vorliegen.

 

Risiken und Nebenwirkungen der Basischen Ernährung

 

  • Einseitige bzw. schädliche Ernährungsweise

 

Da die alternativmedizinische Azidosetherapie nur eine These ist und bisher nicht nachgewiesen werden konnte, ist es möglich, dass die basische Ernährung auf Dauer Schaden anrichten kann. So könnte die einseitige Ernährungsweise zum Beispiel zu Mangelerscheinungen führen.

Wer behandelt?

 

Die Azidose-Therapie in der Schulmedizin:

 

 

Je nachdem, was die Ursache für die Azidose ist, kommen unterschiedliche Ärzte in Frage. Muss eine bestimmte Stoffwechselerkrankung behandelt werden, so sollte der entsprechende Arzt konsultiert werden.

 

Der pH-Wert des Blutes wird im Labor ermittelt.

 

Wenn eine akute Azidose vorliegt, sollte der Notarzt gerufen werden.

 

Die Azidosetherapie in der Alternativmedizin:

 

  • Alternativmediziner

 

Unser Fazit:

Ein zu hoher pH-Wert des Bluts sollte stets angemessen behandelt werden. Sowohl die Ursachen als auch die Folgen einer unbehandelten Azidose können nämlich sehr gefährlich sein. Je nachdem, aus welchem Grund die Azidose entstanden ist, kann die Therapie auch unterschiedlich kompliziert ausfallen.

 

Die Azidosetherapie in der Schulmedizin ist hingegen eine umstrittene These. Insofern nicht zu lange eine basische Ernährung eingehalten wird und somit Mangelerscheinungen riskiert werden, bringt diese Behandlung jedoch keine Risiken mit sich. Ob diese tatsächlich eine Wirkung zeigt, ist jedoch noch unklar.

 

 


Die Azidosetherapie ist eine Therapie zur ganzheitlichen Entgiftung und Entsäuerung des Körpers.

Übersäuerung ist die Folge anhaltenden Ungleichgewichts im Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Bestehend aus Ernährungstherapie, Darmsanierung, Entsäuerungsmassagen und klassischen naturheilkundlichen Anwendungen, wie feuchte Wickel und unblutigem Schröpfen ist sie sowohl tiefgreifende Unterstützung bei allen chronischen Erkrankungen, als auch eine hervorragende Methode zur Gesunderhaltung und Prävention.

Die Azidosetherapien werden u. a. nach Dr. Renate Collier und nach der Methode von Rosemarie Holzer durchgeführt.


Weitere Informationen zur Azidosetherapie:
Freie Enzyklopädie Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Azidose

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