Hypoxie

Steckbrief: Hypoxie

  • Name(n): Hypoxie; Gewebehypoxie; Hypoxia
  • Art der Krankheit: Mangel; Unterversorgung; Herz-Kreislauferkrankung; Lungenkrankheit
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1932
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: innere psychische und/oder physische und äußere Umstände (Umweltfaktoren)
  • Wieviele Erkrankte: keine Angaben
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Allgemeinmediziner; Facharzt für Innere Medizin; Facharzt für Herz und Kreislauf; Facharzt für Lungenerkrankungen; Pädiater; Facharzt für Neugeborenenmedizin; Geburtshelfer; Neuropädiater; Gynäkologen
  • ICD-10 Code(s): P20.- Intrauterine Hypoxie in der Perinatalperiode; p20.1 Intrauterine Hypoxie; erstmals während der Wehen und während der Entbindung festgestellt; p20.9 Intrauterine Hypoxie; nicht näher bezeichnet; Fetale Hypoxie; Intrauterine Hypoxie; p21.9 Hypoxie unter der Geburt; Hypoxie beim Neugeborenen; g93.1 Zerebrale Hypoxie; g97.88 Zerebrale Hypoxie durch ärztliche Maßnahmen; i24.8 Myokardiale Hypoxie

Ein lebensbedrohliches Ereignis

Der Terminus Hypoxie setzt sich aus zwei griechischen Wortteilen zusammen.

Das Synonym oder die Vorsilbe hypo- kennzeichnet immer einen Mangel oder einen Wert, der unter einem bestimmten Limit liegt.

Das kann eine Unterversorgung, eine Unterentwicklung, eine Unterkühlung oder eine Unterfunktion an Organen oder an Organsystemen sein.

Oxie bedeutet Sauerstoff, abgeleitet von Oxid. Eine Hypoxie oder eine hypoxische Situation ist somit ein Zustand der durch eine mangelhafte beziehungsweise durch eine Unterversorgung des Organismus mit lebenswichtigem Sauerstoff charakterisiert ist.

Forciert sich dieser Prozess, dann steigert sich die Hypoxie zu einer Anoxie. Eine Anoxie oder ein anoxischer Prozess ist das vollständige Fehlen des Sauerstoffs.

Ein Mensch benötigt für das reibungslose Funktionieren seiner Zellen Sauerstoff. Ohne Sauerstoff wäre der Organismus nicht lebensfähig.

Dieser Bedarf an Sauerstoff ergibt sich aus den im Körper ablaufenden Vorgängen, die der Gewinnung oder Freisetzung von Energie dienen.

Im Mittelpunkt stehen hierbei die sogenannten „Kraftwerke“ der Zellen, die Mitochondrien.

Der Sauerstoff wird verbrauch, wenn beispielsweise die mit der Nahrung aufgenommenen Energieträger Fette und Zucker in kleinste molekulare und atomare Bausteine gespalten werden.

Daraus ergibt sich folgendes Resümee:

  • Eine Verbrennung benötigt Sauerstoff.
  • Kann keine Verbrennung stattfinden, wird keine Energie freigesetzt.
  • Gibt es keine Energie, kann keine Zelle leben.
  • Der Organismus kann keinen Sauerstoff speichern.

Des Weiteren hat sich der Organismus des Menschen als Landsäuger im Laufe der Evolution so entwickelt, dass die Zellen für ihre Vitalität nicht ohne Sauerstoff auskommen. Das heißt, dass ohne Zufuhr von Sauerstoff und unter anhaltend niedriger Versorgung mit Sauerstoff der komplette oder der partielle Zelltod eintritt.

Fazit: Kein Leben kann ohne Sauerstoff stattfinden.

Sogar im Ruhezustand muss der Mensch mindestens 400 bis 800 Milliliter Sauerstoff in einer Minute über die Lunge aufnehmen. Der Sauerstoffbedarf verzehnfacht sich, wenn sich der Mensch aktiv bewegt. Ungefähr 4000 Liter reiner Sauerstoff werden somit täglich veratmet.

Da Menschen aufgrund ihrer Anatomie (Anatomie ist die Lehre vom Bau der Organe und der Organsysteme) und seiner Physiologie (Physiologie ist die Lehre von den Funktionen der Organe und Organsysteme) keinen Sauerstoff über längere Zeit hinweg auf Vorrat halten kann, muss er zwangsläufig unentwegt atmen. Nur auf diese Weise kann der schwankende Verbrauch ausgeglichen werden.

Der Mensch nimmt in der Einatemluft ungefähr 21 Prozent Sauerstoff auf. Davon gehen über die Ausatemluft ungefähr 16 Prozent zurück an die Umwelt. In den 12 bis 16 Ruheatemzügen je Minute wird kein reiner Sauerstoff, sondern ein Luftgemisch eingesogen. Diese beinhaltet neben Sauerstoff auch Stickstoff und einzelne Edelgase wie Argon.

Sinkt die Konzentration an Sauerstoff unter acht Prozent, dann tritt die Bewusstlosigkeit ein. Unter drei Prozent Sauerstoffaufnahme erstickt ein Mensch.

Zur Bewusstlosigkeit oder zu einer Ohnmacht kommt es demnach bei einer Sauerstoffzufuhr von weniger als acht Prozent, sodass man hierbei von einer Hypoxie ausgehen muss. Nimmt der Mensch genügend Sauerstoff auf, kommt es zu einer Sauerstoffsättigung im Blut.

Definition Hypoxie

Die Hypoxie steht mit der Sauerstoffsättigung des Blutes in enger Wechselbeziehung. Durch das Einatmen wird der Sauerstoff an das Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) gebunden. Dabei müssen die verschiedensten Bedingungen passen, damit dieser Bindungsvorgang in ausreichendem Maße ablaufen kann.

Mit Sauerstoff beladene Erythrozyten zirkulieren im arteriellen Blut. Deshalb bezieht sich der Begriff Sauerstoffsättigung oder SpO₂ auf sauerstoffreiches arterielles Blut. Kann ein Mangel an Sauerstoff in arteriellem Blut nachgewiesen werden, dann sprechen die Mediziner von einer Hypoxämie. Im Unterschied dazu bezieht sich die Bezeichnung Hypoxie auf den ganzen Organismus oder einzelne Abschnitte des Körpers.

Der Normalwert für die Sauerstoffsättigung bei einer gesunden Person bewegt sich zwischen etwa 95 und 98 Prozent.

Ein anderer Parameter, der ebenfalls mit einer Hypoxie verknüpft ist, stellt der Sauerstoffpartialdruck, genau arterieller Sauerstoff-Partialdruck oder pₐO₂, dar. Sowohl der Sauerstoff-Partialdruck als auch die Sauerstoffsättigung ist diagnostisch relevant. Die Diagnostik beschäftigt sich mit der Erkennung oder Feststellung von Erkrankungen.

Der Normalwert für den Sauerstoffpartialdruck eines Erwachsenen beträgt 95 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule).

Eine Hypoxie kann in verschiedenen Formen zum Ausdruck kommen. Je nach Kausalität der Hypoxie wird folgende Klassifizierung vorgenommen:

  • anämische Hypoxie
  • ischämische Hypoxie
  • hypoxämische Hypoxie
  • zytotoxische Hypoxie

Häufig wird in der Praxis auch diese Einteilung der Hypoxie verwendet:

  • Exogene Hypoxie
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Circulation Hypoxie
  • Histotoxic Hypoxie
  • Hematic Hypoxie
  • Überlast Hypoxie
  • Techno Hypoxie

Hinter jedem Punkt verbergen sich spezifische Faktoren, die eine Hypoxie provozieren können.

Nach dem zeitlichen Ablauf benennen die Mediziner einen Sauerstoffmangel als chronische oder als akute Hypoxie. Unter einer chronischen Hypoxie leiden die Betroffenen meist über einen langen Zeitraum. Eine akute Hypoxie kann demgegenüber eher plötzlich und unerwartet eintreten.

Eine Besonderheit der Hypoxie ist deren Ausprägung bei Schwangeren. Dabei ist vor allen Dingen das Neugeborene unter der Geburt von einer Unterversorgung mit Sauerstoff betroffen. Mannigfaltige Ursachen rufen auch in diesem Moment einen zu geringen Gehalt an Sauerstoff in der Atemluft hervor, sodass dem Körper zu wenig Sauerstoff zugeführt werden kann. Infolge dessen ergibt sich eine Verringerung der Sauerstoffkonzentration. Diese Erscheinung kann mit einer Reduzierung der Menge an Sauerstoffmolekülen im arteriellen Blut gleichgesetzt werden.

Anmerkung: Hinsichtlich der Lungenatmung ist die Hypoxie kaum von Bedeutung.

Was ist eine Hypoxie?

Hinter einer Hypoxie beziehungsweise aus einer mangelhaften Bereitstellung von Sauerstoff im Körper kann es sich um einen relativen oder um einen absoluten Zustand der Unterversorgung mit Sauerstoff handeln. In Anbetracht dieses Aspekts ist die Gewebehypoxie, die inspiratorische oder die arterielle Hypoxie in jedem Fall durch einen Abfall des partiellen Sauerstoffdruckes gekennzeichnet. Hinzu kommen partiell massive Engpässe der Durchblutung.

Bezüglich der Pathophysiologie ergeben sich grundsätzlich folgende Formen der Hypoxie:

  • Unterversorgung mit Sauerstoff im Gehirn = zerebrale Hypoxie (Zerebrum ist das Gehirn)
  • Unterversorgung mit Sauerstoff an den Gliedmaßen (überwiegend untere Extremitäten)

Zwei Wirkmechanismen sind typisch für die Hypoxie. Zum Einen wird die Formulierung Hypoxie für eine ungenügende Zufuhr von Sauerstoff in einigen Körperteilen verwendet. Diese geht von einer Verringerung des Sauerstoffgehaltes im Gewebe trotz ausreichender Konzentration an Sauerstoff im arteriellen Blut aus. Als Resultat kommt es zu einer Eindämmung der sogenannten Gewebeatmung.

Die Gewebeatmung basiert auf dem Austausch von Atemgasen innerhalb von kompletten Zellverbänden. Getauscht werden zwei Gase, der Sauerstoff und das Kohlendioxid.

Biologische Oxidation oder Gewebeatmung betrifft zunächst die Rückführung der in den Kapillaren befindlichen Kohlendioxids. Kohlendioxid fällt als Stoffwechselendprodukt an und muss aus dem Körper ausgeschieden werden. Sauerstoff wird durch das arterielle Blut bis an die Zellen herangeführt, sodass diese über die Zellmembranen den Sauerstoff absorbieren können.

Zum Anderen drückt sich eine Hypoxie in einer allgemeinen Unterversorgung des gesamten Organismus aus. Begleitet wird dieser abnorme Verlauf durch einen den normalen Grenzwert unterschreitenden Sauerstoffpartialdruck und durch ein Absinken der Sauerstoffsättigung des Blutes.

Die besorgniserregenden Ausmaße einer Hypoxie sind zunächst der zu geringen Bereitstellung von Sauerstoff in den Geweben und den Organen zuzuschreiben. Das Wohlbefinden und die Gesundheit der betroffenen Patienten ist leicht bis schwerstgradig eingeschränkt. Ohne gezielte Behandlung kann der Tod eintreten.

Übliche, nach ihrer Intensität geordnete gesundheitliche Konsequenzen einer Hypoxie sind:

  • Schwindel, Störungen des Denkens und der der räumlichen, zeitlichen sowie persönlichen Orientiertheit
  • Ohrensausen, Schwarzwerden vor den Augen oder Augenflimmern, Übelkeit

durch eine Abnahme der Leistungsfähigkeit des Gehirns (Hirnleistungsinsuffizienz).

  • zyanotische bläulich (livide) – rote Verfärbung der Haut, der Fingernägel und der Lippen
  • Beschleunigung der Atmung
  • Unregelmäßigkeiten des Herzschlages (Herzfrequenz)

Menschen, die bereits eine Vorschädigung des Herzens und des Kreislaufsystems überwunden haben, müssen mit:

  • einer Herzinsuffizienz (Funktionsverlust des Herzens) mit verschlechterter Leistung des Herzens
  • akute Brustenge im Rahmen eines plötzlichen Angina Pectoris-Anfalls

durch eine Hypoxie rechnen.

Folgende Organe und Organsysteme werden durch eine Hypoxie besonders stark angegriffen:

  • Herz
  • Zentrales Nervensystem
  • Gehirn
  • Lunge
  • Leber
  • Niere

Zusätzliche gesundheitliche Risiken liegen bei einer chronischen Hypoxie vor. Sie sind der langen Dauer des Einwirken der ungünstigen Einflüsse zu verdanken. Diese Veränderungen tragen oftmals zu einer Verschlechterung der Lebensqualität bei, was die Patientinnen und Patienten im Laufe der Zeit unmittelbar bemerken.

Wie sich eine Hypoxie weiter entwickelt, ist von mehreren Kriterien abhängig:

  • Art der Vorerkrankung oder der Begleiterkrankung
  • Lokalisierung der Hypoxie
  • Ausmaß beziehungsweise Schwere
  • Dauer der Hypoxie
  • äußere Bedingungen aus der Umwelt
  • Eigenschaften von Stoffwechselprozessen

Eine Hypoxie ist generell ein für den Organismus belastendes Ereignis.

Welche Ursachen gibt es?

Zu berücksichtigende Kausalitäten zwischen Hypoxie und verschiedenen auslösenden Faktoren gibt es zahlreiche. Die Sauerstoffarmut, die fast ausnahmslos mit einem Mangel an Sauerstoff einhergeht, wird in der Medizin fachlich exakt auch als Sinken des Sauerstoff-Partialdrucks im Blut, in den Organgeweben, in den Zellen, im Lymphsystem und in der Gewebeflüssigkeit definiert.

Übersichtlich ist folgende Darstellung der Ursachen:

Hypoxämische oder exogene Hypoxie mit einem reduzierten Sauerstoffpartialdruck des Blutes durch:

  • niedriger Sauerstoffpartialdruck in der Umgebungsluft (Höhen)
  • Paresen (teilweise Lähmungen) oder Paralysen (vollständige Lähmungen) des Atemzentrums in Gehirn oder der Atemmuskeln
  • unzureichende Luftzufuhr zu den Alveolen
  • Störungen des Gasaustauschs (Sauerstoff – Kohlendioxid)
  • Asthma bronchiale
  • Verhärtung des Lungengewebes (Lungenfibrose)
  • chronisch obstruktive Lungenkrankheit (copd)
  • Mukoviszidose (Zystische Fibrose)
  • Myasthenia gravis (pathologische Muskelschwäche)
  • Amyotrope Lateralsklerose
  • funktioneller Rechts-Links-Shunt
  • anatomischer Rechts-Links-Shunt

Defizite bei der Belüftung der Alveolen ergeben sich aus:

  • vollständige Verlegung oder Verengung der Atemwege durch aspirierte Fremdkörper oder durch mechanisch eingedrungene Fremdkörper
  • Verkrampfung der Muskulatur der Bronchien
  • Asthmaanfall
  • Wasseransammlung in den Lungenbläschen (alveöläres Ödem der Lunge)
  • Abflachung der Atmung

Zu einem gestörten Austausch der Atemgase führen unter anderem:

  • Wasseransammlungen in den bindegewebigen Häuten der Lunge (interstitielles Lungenödem)
  • Lungenemphysem (Überblähung der Lungenbläschen)
  • Mangeldurchblutung der Lunge (Verlegung der Lungenarterien – Lungenembolie)
  • Komplikationen in der Anästhesie beziehungsweise Vollnarkose (postoperative respiratorische Probleme)

Ischämische oder Circulation Hypoxie in Folge von Durchblutungsstörungen

Eine Ischämie ist eine Mangeldurchblutung oder eine fehlende Durchblutung von Gewebe.
Verantwortlich dafür sind hauptsächlich Prozesse wie:

  • eine zentrale Stagnation der Blutversorgung wegen einer Hypotonie (Niedriger Blutdruck) beim Schock oder bei der Herzinsuffizienz
  • eine lokale Drosselung der Durchblutung durch regionäre pathologische Vorkommnisse wie Thrombose, Arteriosklerose, Tumor oder Embolie
  • ein Herzinfarkt
  • eine künstliche Überbrückung zwischen Arterie und Vene (arteriovenöser Shunt)
  • eine Herzerkrankungen in Kombination mit einer Lungenstauung
  • ein erhöhter Bedarf an Sauerstoff (Muskelzittern, körperliche Anstrengung, hohes Fieber)

Zytotoxische (auf den Zellen bezogen) oder histotoxische (auf das Gewebe bezogen) Hypoxie auf der Basis einer Störung der sogenannten Zellatmung entsteht durch:

  • organische oder anorganische Gifte
  • Bakteriengifte
  • Arzneimittel (vorwiegend Barbiturate)

Anämische oder hematic Hypoxie, weil Blut seine Fähigkeit des Sauerstofftransportes verloren hat oder diese eingeschränkt ist.

Auslöser dafür ist ein zu geringer Anteil an Hämoglobin auf den Erythrozyten (Anämie), was folgenden Krankheiten geschuldet ist:

  • Eisenmangel-Anämie
  • Fehlen ausgereifter Erythrozyten durch eine gestörte Produktion von Erythrozyten durch eine Krankheit des Knochenmarks
  • vermehrter Abbau oder Zerfall von Erythrozyten
  • Störung der Bindungsfähigkeit (Affinität) von Sauerstoff an das Hämoglobin (genetisch bedingte Sichelzellanämie)
  • Methämoglobinämie (zu hohe Konzentration an Methämoglobin)
  • Vergiftung mit Kohlenmonoxid
  • sehr hohe Blutverluste (Blutvolumenmangel)

Überlastungshypoxie

Diese Erkrankung wird durch anhaltende körperliche Strapazen wie Erkrankungen (Epilepsie), schwere Infektionen oder extrem anstrengende Tätigkeiten.

Techno Hypoxie

Eine solche Hypoxie kann ausbrechen, wenn Menschen ständig in einer Umgebung leben, in der sie permanent mit Reizstoffen oder mit gesundheitsschädigenden Substanzen in Kontakt kommen. Das kann über die Nahrungsaufnahme, über die Haut oder durch das Einatmen geschehen.

Die exogene Hypoxie, bei der es vor allen Dingen auf den Luftdruck und auf die Bestandteile der Atemluft ankommt, wird folgendermaßen kategorisiert:

  • Luftgemisch enthält zu wenig Sauerstoff
  • Luftgemisch enthält Giftgase, die beispielsweise die Atmung lähmen
  • schlechte Druckverhältnisse (Störung der Atmungsphysiologie oder Atmungsfunktion)/li>
  • hypobare Hypoxie – gleichbleibende Konzentration an Sauerstoff mit Abfall des Luftdruckes
  • normobare Hypoxie – Abnahme der Sauerstoffkonzentration bei gleichbleibendem Luftdruck (typisches Beispiel ist Grubengas)

Hypoxie – hypoxischer Hirnschaden im Kindesalter

An dieser Stelle soll ebenfalls auf eine Erkrankung eingegangen werden, die als hypoxischer Hirnschaden bei Kindern zu Ausdruck kommt. Die Ursache Dieser Hypoxie ist eine Komplikation, die während der Geburt oder durch eine mangelhafte Zufuhr von Sauerstoff zum Ungeborenen im Mutterleib (fetale Hypoxie oder intrauterine Hypoxie) bedingt ist.

Des Weiteren können Neugeborene und Kinder einen hypoxischen Hirnschaden erleiden, wenn:

  • die Plazenta teilweise oder komplett nicht mehr arbeitet (Plazentainsuffizienz)
  • Herzerkrankung oder Infektionen des Kindes oder der Mutter
  • es zum Herzstillstand kommt
  • ein Ertrinken oder Ersticken stattgefunden hat
  • eine Vergiftung vorliegt
  • Hirnblutungen vorhanden sind
  • sich schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen ereignet haben
  • körperliche Traumata (Verletzungen) auf den Körper einwirkten

Die medizinischen Termini fetal distress und intrauterine Hypoxie stehen für eine Komplikation, die zu Veränderungen an den Organen von ungeborenen Kindern führt. Vor der Geburt werden die Feten über die Plazenta der Mutter mit Sauerstoff versorgt. Verschiedene gesundheitliche Abweichungen können eine Hypoxie beim Feten auslösen.

Diese können von der Mutter oder vom Kind ausgehen. Aber auch während der Geburtsphase ist es nicht ausgeschlossen, dass das Kind unter einer Hypoxie leidet. Hält ein solcher Notfall lange an, gehen hauptsächlich und zuerst die Nervenzellen des Babys zugrunde.

Weitere Ursachen für intrauterine Hypoxie können sein:

  • Vorfall (Prolaps) der Nabelschnur
  • vorzeitige Ablösung der Plazenta
  • ungesunde Lebensgewohnheiten der Mutter
  • Stoffwechselerkrankungen der Schwangeren
  • Infektion des Mutterkuchens
  • reduzierte Durchblutung der Plazenta durch Hypotension (anhaltend niedriger Blutdruck) sowie Kompression (Zusammendrücken) der unteren Hohlvene, die den Uterus (Gebärmutter) versorgt
  • Abschnürung der Nabelschnur
  • Infarkt der Plazenta (Mutterkuchen) mit eingeschränkter Durchblutung
  • Rauchen, Nikotin

Erfahren Neugeborene vor oder während der Geburtsphase eine Sauerstoff-Unterversorgung, dann können sich daraus ernsthafte bleibende (irreparabel) gesundheitliche Organschäden ergeben. Eine derartiger Mangel wird in der medizinischen Praxis als lebensbedrohlich eingestuft. Hervorgerufen wird diese Notfallsituation hauptsächlich durch ein plötzlich auftretendes Defizit im feto-maternalen Gasaustauschprozess (zwischen Kind und Mutter).

Durch die Defizite der Sauerstoffversorgung beim Kind kann sich das Fetal-Distress-Syndrom einstellen. Folgen der fetalen Unterversorgung mit Sauerstoff sind unter anderem:

  • Verlangsamung des Wachstums des Feten
  • neurologische Krankheiten (zum Beispiel perinatale Enzephalopathie)
  • Herzerkrankungen
  • Anämie
  • Beeinträchtigung gesunder Hirnfunktionen
  • Bewegungsstörungen
  • Nekrosen an unterschiedlichen Organen
  • Ödeme an Organen
  • Ischämie oder Minderdurchblutung
  • Verzögerung der Entwicklung
  • Zerebralparese

Grundsätzlich kann einer intrauterinen Hypoxie mit modernen medizinischen Mitteln im Rahmen der Vorsorgebetreuung für Schwangere gut vorgebeugt werden. Darüber hinaus stehen den betroffenen Kindern vielfältige therapeutische Maßnahmen zur Verfügung, sodass sie trotz geistiger und körperlicher Einschränkungen eine günstige Prognose haben.

Bei einem Gesunden nimmt die gesamte Versorgung des Organismus ab der zweiten Hälfte des Lebens auf natürliche Art und Weise als typisches Alterungsprozess ab. Diese Erkenntnis betrifft vorrangig den Sauerstoff-Partialdruck im Ruhezustand. Unter diesem Umstand ist eine Degeneration (Verfall, Funktionseinschränkung) der Lunge und des Herzens nicht auszuschließen.

Symptome und Anzeichen

Für eine gezielte Befunderhebung ist es notwendig, dass die Ärzte genau die Anzeichen einer Hypoxie deuten können. Oftmals ist es sogar so, dass die Beschwerden einer Hypoxie sogar von medizinischen Laien ohne großartige Vorkenntnisse instinktiv wahrgenommen werden. Das hat damit zu tun, dass die Symptome relativ deutlich und überwiegend äußerlich gut sichtbar zutage treten.

Je nachdem, ob es sich um eine systemische (den ganzen Körper betreffend) oder um eine lokale (nur einzelne Regionen betreffend) handelt, zeigen sich die Symptome einer Hypoxie in voneinander abweichender Qualität und Quantität. Das beachten auch die Mediziner bei ihrer Einschätzung.

Klassische Hinweise (die auch von Nicht-Medizinern gedeutet werden können) auf eine Hypoxie sind:

  • Hautveränderungen: Blässe, graue bis rötlich-bläuliche Färbung der Lippen, eingefallene Augen
  • Zyanose der Zunge, der Mundschleimhaut, der Ohren und der Lippen
  • Schwindelgefühl oder Drehschwindel
  • allgemeines Unwohlsein
  • Schweißausbrüche
  • schwache Knie
  • Übelkeit
  • Abgeschlagenheit

Die Verfärbung der genannten Körperregionen kann als periphere Zyanose oder als zentrale Zyanose erscheinen. Je länger gegen diese Symptome keine Behandlung unternommen wird, desto massiver werden die nächsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. In diesem Zusammenhang können sich bei Fortschreiten dieses Zustandes folgende Beschwerden (diese fühlen die Patienten selbst recht intensiv) ereignen:

  • Schwächegefühl
  • Störungen des Bewusstseins, des Denkens und des Orientierungsvermögens
  • Angst, innere Unruhe, Leichtigkeit
  • Delirium, Gefühl des Schwebens
  • anormale Wahrnehmungen wie eine schwankende Umwelt (veränderte Sinneseindrücke)
  • Sehstörungen, Verzögerung der Reaktionsfähigkeit
  • Zittern, Frieren, beschleunigte Atmung (Hyperventilation)
  • Atemnot, Keuchen, nach Luft ringen
  • verlangsamte, teilweise pfeifende Atmung (Hypoventilation)

Folgt nunmehr keine Reaktion, dann leiden die Patienten unter bedrohlichen Anzeichen wie:

  • Tachykardie (erhöhter Puls) und Hypertonie (hoher Blutdruck)
  • später Bradykardie (niedriger Puls) in Kombination mit einer Hypotonie
  • Bewusstlosigkeit
  • Erbrechen
  • Verwirrung
  • Krämpfe (Spasmen)
  • Koma infolge absterbender Hirnzellen
  • Tod durch Herzstillstand

Grundsätzlich ist das Spektrum an Symptomen bei einer Hypoxie sehr umfangreich und überwiegend allgemeiner Natur. Nehmen die Beschwerden jedoch zu, kann sich der Zustand der Betroffenen extrem verschlechtern. In den Fällen, in denen eine medizinische Hilfe zwar nicht zu spät, dennoch jedoch fast in letzter Minute gerufen wird, ist es nicht ausgeschlossen, dass die Patienten eine zerebrale Hypoxie davontragen.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Je nach Ursache kann sich eine Hypoxie unterschiedlich darstellen. Den Ärzten stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, die sie je nach Erscheinungsbild der Hypoxie nutzen. Bereits auf der Basis einer durch den Patienten wiedergegebenen Krankengeschichte (Anamnese) lassen sich wichtige Rückschlüsse auf das Geschehen ziehen. Ergänzt wird diese in der Diagnostik zuerst durchgeführte Aufnahme des Gesundheitszustandes des Patienten durch weiterführende Tests. Der Prozess der Diagnostik bei einer Hypoxie beinhaltet daher:

Körperliche Begutachtung oder ärztliche Inspektion

  • Messung des Blutdruckes und des Körpergewichts
  • Überprüfung des Pulses und der Atmung
  • Abhören des Herzens zur Kontrolle des Herzrhythmus
  • visuelle Beschau (Beurteilung der der Hautfarbe)
  • Beobachtung des Patienten hinsichtlich Bewusstseinstrübungen oder anderer Symptome
  • Feststellen von Schmerzen

Erfassung von ausgewählten Laborparametern

Diese Vorgehensweise wird als Durchführung einer Blutgasanalyse bezeichnet, für die nur arterielles beziehungsweise kapillares Blut geeignet ist.

  • Prüfung des Sauerstoffpartialdrucks im Blut
  • Messung des Kohlendioxidpartialdrucks
  • Prüfung der Konzentration an Standardbikarbonat
  • Prüfung des Säuren- und Basenüberschusses
  • Kontrolle der Sauerstoffsättigung

Für die Mediziner sind diese Kriterien bedeutungsvoll, weil sie bei einer Hypoxie auch mit einer Verschiebung des Säure-Basen-Haushaltes rechnen müssen. Auf diese Weise lassen sich derartige Differenzierungen ergründen.

Zusätzlich dazu beachten die Ärzte folgende in vitro-Variablen (im Reagenzglas):

  • Anzahl der Erythrozyten
  • Vorliegen hypochromer (farbschwache, aufgehellte) Erythrozyten
  • Anzahl der Thrombozyten beziehungsweise der Blutplättchen
  • Hgb = Höhe des Hämoglobins
  • Hct = Hämatokrit
  • MCH = mittlere absolute Konzentration an Hämoglobin
  • MCHC = mittlere Konzentration des Hämoglobins in einem Erythrozyten
  • MCV = mittleres Volumen der Erythrozyten

Der MCH, MCHC und MCV werden rechnerisch aus dem Hämoglobingehalt, der Anzahl an Eryrthozyten und dem Hämatokrit ermittelt. Demgegenüber wird die Erythrozytenzahl, der Hämatokrit und das Hämoglobin direkt aus dem Probematerial bestimmt.

Um eine weiterführende Diagnostik betreiben zu können, stützen sich die Mediziner auf technische Verfahren. Diese werden als nicht invasive in vivo-Maßnahmen (im lebenden Organismus) deklariert:

  • Magnetresonanz-Tomografie (detaillierte Darstellung des Schädels)
  • Computer-Tomografie (dreidimensionales Bild des Kopfes)
  • Echokardiografie als Herzfunktionstest
  • Echokardiogramm zur bildlichen Wiedergabe des Herzens
  • Elektroenzephalogramm (Testung der elektrischen Funktionsfähigkeit des Gehirns)
  • Atemtest (Untersuchung des Ausatemgases)
  • Brainstorm Auditory Evoked Response (akustisch hervorgerufene Rektion des Hirnstammes)

Bislang in der abschließenden Forschung befinden sich medizinische Technologien zur Diagnostik der Gewebehypoxie, die teilweise schon in der Praxis eingesetzt werden. Sie ähneln den bisherigen Methoden, sind aber wesentlich verfeinert und spezifiziert worden:

  • polygraphische Bestimmung des Sauerstoffpartialdrucks
  • Magnetresonanz-Spektroskopie (Gehalt an 1-H-Lactat und 19-F-2Nitroimidazolen)
    Derartige Moleküle können bei einer Hypoxie in mehr oder minder großer Menge im Gewebe vorliegen.
  • Elektrospin-Resonanz-Spektroskopie
  • Positronen-Emissions-Tomografie
    Das komplexe Verfahren basiert auf sogenannten bioreduktiven Radiopharmaka. Solche Substanzen unterliegen je nach Sauerstoffpartialdruck in den Zellen vor.
  • Einsatz von biochemischen oder radiologischen Markern

Ein einschneidendes Problem innerhalb der Diagnostik der Hypoxie ist die frühzeitige Wahrnehmung einer fetalen Hypoxie. Die Standarddiagnostik umfasst hierbei hauptsächlich die Kardiotokographie, bei der sowohl die Herzfunktion des Ungeborenen wie auch die Wehen der Mutter unter der Geburt lückenlos überwacht werden. Des Weiteren spielen die Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft einschließlich der Dopplersonografie hinsichtlich einer Hypoxie des Kindes eine zentrale Rolle (regelmäßige Überprüfung des Hämoglobingehaltes des mütterlichen Blutes).

Beim Verlauf einer Hypoxämie können örtlich begrenzte Ereignisse oder generalisierte Ausprägungen unterschieden werden. Eine generalisierte Hypoxie ist auf den ganzen Organismus bezogen. Bei einem längeren unbehandelten Verlauf einer Hypoxämie sind Phasen wie der Zelluntergang, das Koma und der Tod kennzeichnend.

Der Ursprung einer Hypoxie ist eng mit der Funktionsweise der Lunge, des Herz-Kreislaufsystems und der Sauerstoff bindenden und transportierenden Blutzellen verknüpft. Indem der Mensch einatmet wird Sauerstoff aus der Umgebung in die Lunge eingesogen. In den Alveolen (Lungenbläschen) der Lunge sammeln sich alle Sauerstoffmoleküle.

Die Lungenbläschen sind extrem stark durchblutet. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind durch physikalische Gesetzmäßigkeiten und durch die biochemischen Eigenschaften des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) in der Lage, die Sauerstoffmoleküle aufzunehmen. Dieser Vorgang gehört zum Lungenkreislauf. Durch das Zirkulieren des Blutes im Körper gelangt der Sauerstoff zu allen Zellen (Mitochondrien) und Geweben, wo er vom Hämoglobin übergeben wird. Diese Aufgabe übernimmt der Körperkreislauf.

Jetzt kommt die Sauerstoffsättigung ins Spiel. Die Sauerstoffsättigung = relativer Anteil (in Prozent) des Hämoglobins im arteriellen Blut, das zur Zeit der Messung mit Sauerstoffmolekülen beladen ist. Prüfbar ist dieser Wert mit einem Pulsoxymeter.

Kann das Hämoglobin nur in unzureichendem Umfang mit Sauerstoffmolekülen besetzt werden, weil zu wenige in der Lunge vorliegen, dann sinkt die Sauerstoffsättigung proportional ab. Die Konsequenz davon ist eine Hypoxie, denn an die Körperzellen wird weniger Sauerstoff geliefert.

Der Organismus des Menschen braucht jedoch ein bestimmtes Volumen an Sauerstoff, um die Zellen und die Zellorganellen am Leben zu erhalten und die Energiebereitstellung zu gewährleisten. Ist das nicht der Fall, treten irreversible (nicht rückgängig machbar) Schäden auf oder der betroffene Menschen verstirbt.

Obwohl der menschliche Körper in der Lage ist, ausgeklügelte natürliche Mechanismen einzuschalten, wenn sich eine Hypoxie eingestellt hat, dienen diese Maßnahmen nur als vorübergehende Überbrückung einer lebensbedrohlichen Situation. Lang anhaltend sind teilweise massive organische Schäden nicht auszuschließen.

Häufigkeit und Diagnosedaten

Über die Häufung und die Behandlungen im Zusammenhang mit einer Hypoxie bei Erwachsenen liegen aktuell keine auswertbaren Daten vor. Auswertbare Aussagen enthalten lediglich solche Statistiken, die sich mit den Wachkomapatienten beschäftigen. Kommt die ärztliche Hilfe bei einer Hypoxie zu spät und wird die Behandlung zu lange hinausgezögert, können die Betroffenen ins Koma und später ins Wachkoma fallen. In jedem Jahr erleiden fast 10.000 Personen in Deutschland diesen Zustand aufgrund einer fortgeschrittenen chronischen oder akuten Hypoxie.

Knapp ein 4.000 Patienten verbleiben in dieser Situation und benötigen medizinische Überwachung sowie intensive Pflege.

Anders sieht es mit den Diagnosedaten bei Neugeborenen aus, denn die Problematik der intrauterinen oder fetalen Hypoxie ist nach wie vor in der Medizin ein zentrales Thema. Ausgehend vor der Tatsache, dass jährlich etwa 8.000 Kinder auf die Welt kommen, ist der Anteil von zirka 1.600 Neugeborenen mit einer Zerebralparese (Hirnlähmung durch frühkindliche Hinrschädigung durch Hypoxie) durch eine intrauterine Hypoxie erschreckend hoch. Fast jede elfte Schwangerschaft geht mit einer intrauterinen fetalen Hypoxie einher. Besonders hoch sind die Fallzahlen in den USA, was zu eingehenden Forschungen beigetragen hat.

Innerhalb der fetalen intrauterinen Hypoxie steht die Insuffizienz der Plazenta mit 80 Prozent an erster Stelle.

Komplikationen bei der Krankheit

Leider ist eine Unterversorgung mit Sauerstoff nicht komplikationslos. Sowohl bei gesunden Menschen, die eine Hypoxie erleiden als auch bei Patienten mit Vorerkrankungen (Risikogruppen) kann die medizinische Problematik durchaus ernsthaft und bedrohlich sein. Da alle Organe und Organsystem Sauerstoff benötigen, lassen sich lebensgefährliche Schwierigkeiten nicht ausschließen.

Durch das Absterben von Zellen wird die Funktion der Gewebe eingeschränkt oder diese Bereiche gehen komplett zugrunde. Einzelne oder multiple Organversagen sind daher nicht auszuschließen. Je nachdem, welche Organe zuerst betroffen sind, stellen sich teilweise massive gesundheitliche Einschränkungen ein.

Bei einer chronischen Hypoxie leiden die Patienten unter einer Zunahme der Symptome, die mit einer massiven Abnahme der geistigen und der körperlichen Leistungsfähigkeit verkettet sind. Durch die fortwährend bestehende Atemnot wird die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Außerdem sind Komplikationen wie eine erhöhte Mortalität (Sterblichkeit) und eine zunehmende Morbidität (Anfälligkeit für Krankheiten) zu befürchten. Vor allen zu dem Zeitpunkt, zu dem der Schweregrad der Hypoxämie hoch ist, steigt auch der Leidensdruck der Patienten massiv.

Ist das menschliche Gehirn sechs Minuten lang ohne Sauerstoff, dann stellen sich die ersten Schäden an den Hirnzellen ein. Nach etwa zehn Minuten sind die Hirnschäden so intensiv, dass die Patienten wegen der eintretenden zerebralen Hypoxie komatös sind oder versterben.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ratsam ist es, schon bei den ersten Beschwerden sich von einem Arzt untersuchen zu lassen. Es muss nicht erst soweit kommen, dass Patienten eine Zyanose mit Atemnot entwickeln. Da die Anzeichen einer Hypoxie relativ eindeutig sind und die Lebensqualität bald negativ beeinflussen, wenden sich die Betroffenen meist frühzeitig an einen Mediziner.

Unumgänglich ist eine Arztkonsultation auf jeden Fall dann, wenn die Unterversorgung mit Sauerstoff bereits zu einer Zyanose geführt hat und sich die Patienten nicht mehr auf den Beinen halten können. Dann ist der Besuch beim Hausarzt oftmals überflüssig geworden, denn in diesem Moment muss der Notarzt verständigt werden.

Insbesondere die sogenannten Risikogruppen sollten sich in regelmäßigen Abständen zum Arzt begeben, um den gesundheitlichen Zustand hinsichtlich der Gefährdung durch eine Hypoxie abschätzen zu lassen. Dazu gehören folgenden Patienten:

  • Raucher
  • Asthmatiker
  • beruflich Vorbelastete (Luftverschmutzung am Arbeitsplatz)
  • schwer kranke Patienten mit Krebs
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Lungenerkrankung
  • Schwangere
  • ältere Menschen ab der zweiten Lebenshälfte
  • Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen
  • Extremsportler (Tiefseetaucher, Kletterer in großen Höhen)
  • extreme Schnarcher mit Schnarchapnoe

Nicht immer äußert sich eine Hypoxie durch eine Zyanose. Bei einer Vergiftung durch das Einatmen von Kohlenmonoxid tritt beispielsweise keine charakteristische Färbung auf, die mit einer Zyanose verglichen werden kann. Tritt eine Hypoxie durch das Einatmen von Kohlenmonoxid (anämische Hypoxie) auf, erscheinen die Patienten und Patientinnen eher mit einer rötlichen Hautfarbe oder mit rötlichen Hautflecken. In diesem Zustand sollte unbedingt der Arzt gerufen werden.

Zeichnet sich eine Kohlenmonoxidvergiftung durch starkes Herzklopfen, Benommenheit, Kopfschmerzen und Ohnmacht ab, muss der Notruf abgesetzt werden, denn dann ist die Gefährdung des Betroffenen stark fortgeschritten.

Umgehend einen Arzt befragen sollten die Patienten auch dann, wenn die Atmung beschleunigt ist (Tachypnoe), eine ganz flache Atmung (Hypapnoe) vorliegt und die Betroffenen Angst, Unruhe sowie Verwirrtheit aufweisen.

Behandlungsmethoden und Therapie

Auch bei einer Hypoxie ist eine medizinische Behandlung realisierbar. Wie deren Ergebnis aussieht, hängt vor allen Dingen von der Dauer des Sauerstoffmangels und von dessen Ausmaß ab. Begeben sich die Patienten bald nach Beginn von auffälligen Anzeichen zum Arzt, kann eine Hypoxie durchaus ohne zurückbleibende Organschäden geheilt werden.

Der therapeutische Aufwand einer Hypoxiebehandlung zielt darauf ab, die ursächlichen Faktoren für die mangelhafte Zufuhr von Sauerstoff auszuschalten. Das geschieht in der Praxis durch mehrere Therapieschritte, die einzeln oder in Kombination umgesetzt werden:

  • allgemeine Maßnahmen: auslösende Basiserkrankung behandeln
  • konservative Behandlung: Medikamente, Blutübertragung (Bluttransfusion), Entgiftung des Körpers
  • operative Behandlung: zusätzliche Zufuhr von Sauerstoff oder komplett künstliche Beatmung

Bei der Bluttransfusion handelt es sich nicht wie üblich um Vollkonserven, die aus Blutzellen und Blutplasma bestehen. Diese Varianten ist günstiger, wenn eine Hypoxie als Folge eines hohen Blutverlustes zustande gekommen ist. Bei einer Hypoxie erweist es sich als sinnvoll, betroffenen Patientinnen und Patienten ein Erythrozytenkonzentrat zu verabreichen, in dem ausschließlich rote Blutzellen enthalten sind. Das ist vor allen Dingen bei einer Anämie zweckdienlich.

Für die Behandlung einer chronischen oder langanhaltenden Hypoxie wenden sich die Mediziner ebenfalls der raschen Einleitung von Atemluft zu. Dabei sind zwei Vorgehensweisen zu berücksichtigen. Je nachdem, wo die Hypoxie lokalisiert ist, wird Sauerstoff über die Lunge verabreicht (beispielsweise bei generalisierter Hypoxie) oder das unter Sauerstoffmangel leidende Gewebeareal wird unmittelbar einer Sauerstoffzufuhr ausgesetzt.

Während der Behandlung unterliegen die Patienten einer permanenten Kontrolle durch medizinisches Personal und durch ein hoch modernes technisches Equipment. Überwacht werden insbesondere Werte wie die Sauerstoffsättigung und die Sauerstoffpartialdruck im arteriellen Blut.

Des Weiteren bewähren sich therapeutische Maßnahmen, die zur Unterstützung der Zellatmung beitragen:

  • Anregen der Leberfunktion und damit der Produktion von Atmungsenzymen (Enzyme sind Biokatalysatoren)
  • Herstellung einer normalen Keimbesiedlung des Darmes (Darmflora)
  • ausreichende Aufnahme biologisch gesunder Nahrungsmittel, um den Aufbau verwerteter oder geschädigter Atmungsenzyme zu begünstigen
  • Verbesserung der Sauerstoffaufnahme durch körperliche Bewegung
  • Beseitigung von Lichtarmut, Stress und Übergewicht
  • Atemübungen
  • kurzzeitige Sauerstoffbehandlung

Diese Therapiearten liegen größtenteils im Ermessensspielraum der Patienten. Sie drücken sich in einer Umstellung alter Lebensgewohnheiten aus, die unter anderem zu einer Einschränkung der Funktionstüchtigkeit der Lunge (Rauchen, immer nur flache Ruheatmung) führen können.

Nennenswert sind im Zusammenhang mit der medizinisch-technischen Sauerstofftherapie die sogenannten Sauerstoff-Therapie-Systeme. Diese werden Patienten zur Verfügung gestellt, die unter einer permanenten Hypoxie leiden. In der Regel werden folgende Hilfsmittel angeboten, die sowohl stationär als auch ambulant eingesetzt werden können. Diese Erzeugnisse sind in Abhängigkeit von der technischen Ausstattung sowohl für Erwachsene wie für Kinder verwendbar:

  • Geräte mit angeschlossenen Sauerstoffflaschen
    Diese Vorrichtungen basieren auf einer Druckgasflasche und einem einstellbaren Druckminderer. Diese teilweise transportable Anlage kann durch ein Spar-oder ein Demant-Aggregat erweitert werden. Standmodule zeichnen sich durch ein größeres Füllvolumen als tragbare Komponenten mit einer geringeren Inhalt aus.
  • Geräte mit flüssigem Sauerstoff
    Derartige Innovationen sind vorwiegend für den häuslichen Einsatz konzipiert. Die mit Flüssigsauerstoff funktionierenden Geräte werden für daheim mit maximal 45 Liter Sauerstoff befüllt. Die beweglichen Alternativen enthalten etwa 0,6 bis 1,3 Liter Atemgas. Ideal sind diese Ausführungen für mobile Erkrankte, die aufgrund einer chronischen Hypoxie eine Langzeitbehandlung mit Sauerstoff benötigen. Das heißt, dass die Betroffenen mehr als 16 Stunden täglich mit Sauerstoff versorgt werden müssen.
  • Sauerstoffkonzentratoren
    Technische Aggregate dieser Art wurden entwickelt, um erkrankten Menschen zu helfen, die innerhalb einer Langzeitbehandlung mindestens über 16 Stunden hinweg einer Sauerstoffinhalation bedürfen. Das können auch bettlägerige Patienten sein. Neuartige Modelle können in tragbarer Version mit einem eingebauten Füllsystem für ein Sauerstoffbehältnis eine fast uneingeschränkte Beweglichkeit und damit örtliche Unabhängigkeit gewährleisten.

Diese technischen Ausrüstungen werden von den Anbietern von Medizingeräten und über die Krankenkassen offeriert. Die Antragstellung und die Finanzierung findet über die jeweiligen Krankenkassen statt. Weiterführende oder begleitende Behandlungen umfassen unter anderem eine Atemtherapie sowie verschiedene physiotherapeutische Konzepte.

Vorbeugung – Impfung und Prävention

Einer Hypoxie vorzubeugen ist bei einer gesunden Lebensweise eigentlich nicht schwer. Allerdings ist es im Zuge des modernen hektischen Alltags nicht immer leicht, diese Lebensqualität zu erreichen. In diesem Zusammenhang geht es vorrangig um die Vermeidung von Erkrankungen und Zwischenfällen, die eine Hypoxie nach sich ziehen können.

Da häufig Kinder von einer akuten Hypoxie betroffen sind, können spezielle Vorsichtsmaßnahmen eine solche Gefährdung rechtzeitig abwenden helfen:

  • Beaufsichtigung, damit Kinder nicht ertrinken können
  • Aspiration von Fremdkörpern verhindern
  • Gegenstände aus der Umgebung entfernen, mit denen Kinder sich ersticken oder strangulieren können (Plastiktüten, Gürtel, Kabel)
  • Aufenthaltsbereiche von Kinder gut belüften
  • Immer für ausreichende Luftzufuhr (Auto, Kinderzimmer, Kleidung, Bettwäsche) sorgen
  • technische Geräte (beispielsweise Gasherde) mit Kindersicherungen versehen

Für Erwachsene ergeben sich hinsichtlich der Prophylaxe einer Hypoxie folgende Anregungen:

  • körperliche Bewegung
  • Vorbereitung auf einen Aufenthalt in bergigen Regionen oder in großen Tiefen
  • Hyperventilation vermeiden
  • nicht rauchen
  • keine die Atmung beeinträchtigenden Gase einatmen (Arbeitsschutz, Wohnbereich)/li>

Bezüglich bestimmter Erkrankungen, die eine Hypoxie auslösen, ist eine Vorbeugung nur bedingt möglich, da es keine Prävention gegen verschiedene Krankheiten gibt. Dazu gehören zum Beispiel genetische Erkrankungen oder die intrauterine Hypoxie bei Kleinstkindern.

Prognose zur Heilung

Im Laufe der Jahre haben die Mediziner hinsichtlich der Heilungschancen einer Hypoxie Erfahrungen gemacht, die sich immer wieder bestätigen. Eine vollständige Heilung nach einer Hypoxie tritt ein, wenn Patienten nur einen kurzen Zeitraum unter einer Hypoxie gelitten haben. Die Genesungsaussichten nehmen in dem Maße ab, wie lange der Zeitraum war, in dem Patient mit einer Sauerstoffknappheit existieren musste. Nimmt die Zeitdauer zu, innerhalb derer ein Mensch keinen Sauerstoff bekommt, vermindert sich die Prognose, diesen Zustand unbeschadet zu überstehen.

Anderenfalls sind reversible oder irreversible neurologische und psychische Störungen, Organausfälle, Koma und Tod zu erwarten. Die Verschlechterung der Prognose bei einer Hypoxie geht hauptsächlich mit der Dimension des Sterbens von Nervenzellen einher.

Hält eine Hypoxie länger an, dann kann ein hypoxischer Hirnschaden nicht ausgeschlossen werden. Die Patienten fallen in ein tiefes Koma oder in ein Wachkoma, wenn spezielle Hirnzellenareale ohne Sauerstoff bleiben.

Eine denkbar schlechte Prognose haben in diesem Zusammenhang Personen, die:

  • beinahe ertrunken sind
  • einen schweren Herzinfarkt (Myokardinfarkt) überstanden haben
  • einen Schlaganfall (Apoplex) überlebten
  • einen Erstickungsunfall überlebten
  • einen Narkosezwischenfall überstanden haben
  • vergiftet wurden
  • reanimiert wurden
  • massive Verletzungen des Gehirns nach einem Verkehrsunfall davontragen
  • eine Hirnblutung erlitten

Es gibt jedoch Dank der fortschrittlichen medizinischen Möglichkeit auch seltene Ausnahmen, in denen der Gesundheitszustand mit psychischen und physischen Einschränkungen wieder verbessert und stabilisiert hat.

Mechanismus der Kompensation

Ein natürlicher oder künstlich herbeigerufener Sauerstoffmangel in den Organen wird fachlich präzise als arterielle, inspiratorische oder Gewebehypoxie definiert, bei der sich ein Abfall des partiellen Sauerstoffdruckes im Blut einstellt. In allen Fällen ist ein reduziertes Angebot an Sauerstoff zu beobachten. Erstaunlicherweise treten infolge dessen variierende Mechanismen des Ausgleichs eines Sauerstoffmangels auf. Diese Prozesse werden unter dem Begriff Kompensationsmechanismen zusammengefasst.

Eine auf natürliche Weise entstandene Hypoxie kann durch eine Akklimatisation des Körpers ausgeglichen werden, indem sich der Organismus an die veränderte Situation anpasst. Im Zuge der Evolution hat der menschliche Körper Fähigkeiten entwickelt, kurzzeitig auch mit einem verringerten Sauerstoffangebot zurecht zu kommen. Kurzzeitig bedeutet, nur wenige Minuten. So wendet der Körper von selbst Schäden durch eine Unterversorgung mit Sauerstoff ab.

Im Gegensatz dazu ist eine Hypoxie durch Defizite der Sauerstoffabsorption und des Sauerstofftransportes im Blut behandlungsbedürftig. Diese Situation zeigt der Organismus an, indem teilweise extrem heftige Symptome auftreten. Diese gelten als klassische Anzeichen einer Hypoxie und gleichzeitig als Hilfsreaktionen des Körpers, damit die Organe überleben können:

  • Zunahme der Herzfrequenz beziehungsweise des Herzschlages sowie des Ruhepulses
  • Erhöhung der Atemzüge pro Minute (Atemfrequenz)
  • Zunahme des maximalen Atemminutenvolumens
  • Erweiterung der peripheren oder der von der Körpermitte entfernten Blutgefäße
  • Zentrale Blutgefäße verengen sich

Diese Symptome sind den Betroffenen meist äußerlich anzusehen. Anders sieht es auf der molekularen Ebene aus, die im Inneren des Organismus vorborgen ist. Liegt eine Hypoxie, dann wird eine Vielzahl an Prozessen in Gang gesetzt, die zunächst von einem Eiweiß ausgehen, das als Hypoxie induzierter Faktor oder HIF bekannt ist. HIF hat die Aufgabe, die Regulierung der zellinternen Sauerstoffversorgung zu übernehmen. Nach einer Hypoxie verursacht HIF eine Kette von entzündlichen Erscheinungen im Organismus aus.

Als Antwort bildet der Körper noch andere Entzündungssubstanzen, was letztendlich eine Einstellung der gesunden Stoffwechselabläufe begründet. Darin ist die Freisetzung von Reparaturenzymen (Antioxidantien) und anderen antientzündlichen (gegen die Entzündung wirkend) Stoffen integriert.

Die zweite Funktion, die der HIF übernimmt, ist die Zunahme des Lumens (Innenraum) der peripheren Blutgefäße. Das ist besonders vorteilhaft, wenn die Aufnahmeleistung für weniger in der Außenwelt befindliche Sauerstoffmoleküle ansteigen soll. Außerdem verengen sich die zentralen Lungengefäße (Lungenvene, Lungenarterie). Das Endresultat ist eine gesteigerte Herzfrequenz einschließlich eine Maximierung der Atemfrequenz. Untrainierte Menschen, die sich ohne Akklimatisation in große Höhen in etwa 2.000 Meter wagen, werden diese physiologischen Abläufe schnell spüren.

Abschließend kann gesagt werden, dass der Mensch befähigt ist, sich in einem begrenzten Umfang auf einen Sauerstoffmangel einzustellen. Er nutzt dabei die niedrige Konzentration an Sauerstoff in der Luft besonders effektiv.

Alternative Behandlungsmethoden

Wie die Schulmedizin bietet ebenso die alternative Heilkunde ein breites Spektrum an Behandlungsmethoden an, um eine Hypoxie zu lindern. Neben den traditionellen Heilmethoden werden den Patienten gleichfalls neue Verfahren verfügbar gemacht, die eher sanft und frei von unangenehmen Nebenwirkungen sind.

  • Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Behandlung oder Intermittierende Hyperoxie-Hypoxie-Behandlung
  • Homöopathie
  • Akupunktur
  • Sauerstofftherapie oder LOT
  • Schüssler-Salze
  • unbehandeltes Meersalz
  • ansteigende Kreislauf-Fußbäder nach Schiele
  • Sauerstofftherapie nach Manfred von Ardenne
  • kleinclustriges Wasser (größere innere Oberfläche als herkömmliches Wasser)
  • Wasser mit Sauerstoffbläschen
  • Lichtquadranten
  • Lichtfrequenzen
  • Hausmittel
  • Bachblüten
  • Meditation
  • Sauerstoff-Supplemente
  • Sauerstoffbehandlung mit levitiertem Wasser

Um die Weiterleitung des Sauerstoffs in den Zellen anzuregen, können Sauerstoff-Supplemente verabreicht werden. Diese Substanzen fördern die Leistung. die Konzentrationsfähigkeit und das gesundheitliche Wohlbefinden. Viele Menschen, die wegen einer Hypoxie unter Begleiterscheinungen wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit leiden, bevorzugen die Sauerstoff-Supplemente (Sauerstoff-Ergänzungen).

Wirkungsweise des Sauerstoff-Supplements

Die ausgewählten Inhaltsstoffe, die als Funktionsadditive auf der Grundlage von chemischen Komplexen aus Zentralatomen metallischer Herkunft und Alginsäure fungieren, sind in der Lage, in Wasser gelösten Sauerstoff an sich anzulagern und zu transportieren. Zuvor wurde dieses Sauerstoffvorkommen durch das Sauerstoff-Supplement in eine Sauerstoffvariante überführt, die als zellgängig oder fettlöslich (lipidlöslich) beschrieben wird.

Levitiertes Wasser

Hinter den Begriffen levitiertes Wasser verbirgt sich Wasser, das in der Naturheilkunde gleichfalls als vitalisiertes oder belebtes, strukturiertes oder informiertes Wasser angewendet wird. Herkömmliches Trinkwasser wird nach der Hacheney-Methode beziehungsweise der Levitation in viele Einzelteile zerlegt beziehungsweise auseinander gezogen und mit einem Kollitor nach Bedarf mit Sauerstoff angereichert oder belebt. Aufgrund seines Sauerstoffgehaltes wird das Wasser über den Tag verteilt frisch getrunken gegen Hypoxie empfohlen.

Welche Hausmittel können helfen?

Bewährte Hausmittel gegen eine Sauerstoffunterversorgung des Organismus sind in der Regel einfach zu beziehen und leicht selbst zuzubereiten.

Ein beliebtes Hausmittel gegen Hypoxie ist eine feucht-warme Kompresse, die auf die entblößte Brust aufgelegt wird. Liegt eine akute Atemnot vor, kann bis zum Eintreffen des Notarztes folgendes Hausmittel eingesetzt werden, die insbesondere spezielle Körperhaltungen beinhalten:

  • „Torwarthaltung“
    Patient steht, Oberkörper wird durch das Auflegen der Hände auf die Oberschenkel gestützt
  • „Kutscherstellung“
    Patient sitzt mit gespreizten Oberschenkeln, Unterarme stützen sich auf die Oberschenkel

Beschwerden der Atemwege, die eine Hypoxie bedingen können, werden mit folgenden Zubereitungen bekämpft:

  • hartgekochte Eier mit Teeblättern kochen, bis das Wasser aus dem Topf entwichen ist
  • Dampfbäder mit Kamillenextracten
  • Nasendusche mit Meersalz

Alternativ zur Schulmedizin genutzte Hausmittel bei Hypoxie stellen nur eine ergänzende Variante dar. In jedem Fall muss zuvor ein Arzt konsultiert werden, um Komplikationen auszuschließen. Traditionelle Hausmittel ersetzen keinesfalls den Rat eines Mediziners. Die Hausmittel beruhen überwiegend auf Substanzen, die aus der Natur stammen. Diese werden nach überlieferten Anweisungen verarbeitet. Andere Zutaten werden in Drogerien und in Reformhäusern angeboten.

Heilkräuter und Heilpflanzen

Hilfreich und gut verträglich für Kinder, Erwachsene und ältere Menschen sind Heilpflanzen, die sich gegen einen Sauerstoffmangel richten. Oftmals werden alle Pflanzenteile verarbeitet, sodass sich daraus intensive und partiell stark konzentrierte Substanzen ergeben. Diese sind perfekt für eine innerliche oder eine äußerliche Behandlung.

Hierfür kommen vor allen Dingen folgende Kräuter in Frage:

  • Eukalyptus – als Einreibung, Tee oder für Bäder
  • Meerrettich – als Tinktur, als Inhalationszusatz, als ätherisches Öl oder als Franzbranntwein zum Einreiben
  • Thymian – zum Würzen und als Absud
  • Fichte – Fichtennadelessen zum Einreiben und als Badezusatz, als Tinktur oder als Inhalationsmittel
  • Kiefer – Einreibung der Haut, Badezusatz
  • Rosskastanie – Einreibung

Zur Verbesserung der Aufnahme der Atemluft über die Bronchien und zur Vorbeugung einer Hypoxie bei bettlägerigen oder bewegungsarmen Patienten ist es empfehlenswert, sich auf pflanzliche Produkte zu verlassen, die die Bronchien erweitern. Mehrere Heilpflanzen sind für diesen Zweck grundlegend:

  • Glycycyrrhica glabara – Süßholzwurzel zur Aufhebung eines Bronchospasmus und zum Schutz des Lungengewebes
  • Tussilago farfara – Huflattich – unterstützt das Abklingen von Entzündungen und hilft, Schleim in den Lungen zu lösen
  • Cannabis – Erweiterung der Atemwege
  • Ligusticum porteri – Oshawurzel – forciert die Durchblutung des Lungengewebes
  • Lobelia inflata – Indianertabak – fördert die Entspannung der Atemmuskulatur
  • Verbascum thapsus – Königskerze – befreit die Lungen von Schleim
  • Plantago major, Plantago lanceolata – Spitzwegerichkraut – erweitert die Lungenbläschen und wirkt schleimlösend

Der einheimische Kräutergarten hält ebenso eine enorme Vielfalt an Gewächsen bereit, die nach bewährten Rezepten für eine Behandlung der Hypoxie genutzt werden können. Dazu gehören unter anderem:

  • Lavendel
  • Pfefferminze
  • Melisse
  • Moorkreuzblume
  • Buchenrinde
  • Spargel

Aus Lavendel, der Pfefferminze und der Melisse lassen sich Tees zubereiten, die mit Honig gesüßt, die Atemwege frei machen und somit die Aufnahme von Sauerstoff verbessern. Eine andere Form, einer Hypoxie entgegenzuwirken, ist das Herstellen von Absuden aus Knoblauch, Spargel, Buchenrinde, Gänsefingerkraut oder Moorkreuzblumen.

In der Homöopathie beschäftigen sich die Heilpraktiker ebenfalls mit der Hypoxie, weil diese Einfluss auf alle Organe und Organsysteme hat. Der Cocastrauch hat in der Homöopathie einen besonderen Stellenwert erlangt, denn die Inhaltsstoffe wirken gegen eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff durch die Höhenkrankheit und gegen eine Hypoxie.

Ätherische Öle

Die Auswahl und die Verwendung ätherischer Öle bei Hypoxie richtet sich nach unterschiedlichen Gesichtspunkten. Im Mittelpunkt stehen die Verfassung und die Konstitution des Patienten sowie die Ausprägung der Hypoxie. Patienten können von den ätherischen Ölen folgendermaßen profitieren:

  • als Duftöle
  • als therapeutische ätherische Öle
  • als handelsübliche ätherisch Öle

Ätherische Öle, die eine spezifische therapeutische Wirkung auszeichnet, werden meist durch die Dampfdestillation hergestellt. Diese hochwertigen Erzeugnisse wirken sich beispielsweise förderlich auf die Lungenaktivität und die Gesundheit der oberen Atemwege aus. Auf diese Weise lässt sich ein Ausgleich der Sauerstoffversorgung des Organismus erzielen.

  • Anisöl
  • Lavendelöl
  • Benzoeöl
  • Fichtenöl
  • Ysopöl
  • Zypressenöl
  • Myrtenöl
  • Thymianöl
  • Fenchelöl
  • Basilikumöl
  • Eukalyptusöl
  • Niaouliöl

Typische äußerliche und innerliche Anwendungen der ätherischen Öle bei einer Hypoxie sind:

  • aromatisierte Saunen und Bäder
  • Duftöle
  • Tees
  • Balsam und durchblutungsfördernde Einreibungen
  • Inhalationszusätze
  • Massageöle

Homöopathie und Globuli

Werden die homöopathischen Substanzen nicht unmittelbar vom Heilpraktiker verordnet, sondern selbst als Begleittherapie ausgewählt, dann empfehlen die Fachleute eine Dosierung in den niedrigen Potenzierungen von D1 bis D5 oder von D6 und D12. Bei Tropfen lautet die empfohlene tägliche Darreichung etwa 5 bis 20, bei Tabletten genügt täglich eine. Üblich bei Globuli ist eine Tagesration von maximal fünf Stück.

Verordnet ein Homöopath die Medikamente, gelten meist folgende Richtlinien:

  • Carbo vegetabilis gegen Sauerstoffmangel bei dem Gefühl der Atemnot drei Globuli Potenzierung D8
  • Acitonum napellus gegen Müdigkeit durch Hypoxie täglich jede Stunde drei Globuli Potenzierung C4
  • Antimonium tartaricum gegen Schleim in den Atemwegen täglich fünf Globuli alle zwei Stunden Potenzierung D6
  • Kalium sulfuricum gegen Drehschwindel durch Sauerstoffarmut täglich alle zwei bis drei Stunden drei Globuli Potenzierung D6
  • Phosphorus gegen Blutarmut täglich dreimal fünf Globuli Potenzierung C6
  • Antimonum arsenicosum gegen Kurzatmigkeit täglich drei Globuli Potenzierung C7
  • Belladonna gegen Herzklopfen (Palpitation) sofort 5 Globuli Nux vomica Potenzierung C7 einnehmen, später jede Viertelstunde drei Globuli Potenzierung C7
  • Arsencum album gegen Übelkeit und Atemnot viertelstündlich drei Globuli Potenzierung D12
  • Ipecacuanha gegen Schwindel durch Hypoxie täglich dreimal fünf Globuli Potenzierung D4
  • Nux vomicum gegen Kopfschmerzen halbstündlich drei Globuli Potenzierung C7, später jede Viertelstunde drei Globuli Potenzierung C7
  • Drosera rotundifolia gegen Leistungsabfall durch Hypoxie zuerst jede Stunde drei Globuli Potenzierung D6, später abends und morgens je fünf Globuli Potenzierung C4

Wurde eine Hypoxie diagnostiziert, haben sich neben diesen homöopathischen Globuli naturheilkundliche Behandlungen etabliert, die in enger Verbindung mit Oxygenium stehen. In der homöopathischen Arzneikunde ist Oxygenium lediglich ein anderer Name für Sauerstoff. Die Applikationen (Darreichungsformen) von Oxygenium reichen von festen Globuli bis hin zu flüssigen Dilutionen (Verschüttelungen).

Für eine homöopathische Therapie mit Oxygenium werden für Erwachsene überwiegend niedrige Potenzen von D23 bis C11 festgelegt. Sind die Symptome einer Hypoxie akut, dann werden in jeder Stunde fünf Globuli eingenommen. Tritt noch keine Besserung ein, dann erhöht sich die Dosis auf maximal sechs Verabreichungen am Tag. Zur weiterführenden Behandlung raten die Heilpraktiker, dass die Patienten fünf Globuli morgens, mittags zu abends zu sich nehmen sollen. Bei einer chronischen Hypoxie ändert sich die Einnahmeempfehlung auf einmal bis dreimal pro Tag je fünf Globuli.

Auch mit hohen Potenzen von D10 oder C10 (mittlere Potenzierung) bis D30 und C30 (hohe Potenzierung) kann eine Hypoxie homöopathisch gelindert werden. Üblich sind in diesem Bezug Verabreichungen von einmal bis zweimal am Tag in individuell gewählten Globulimengen.

Für Säuglinge, Kinder und Patienten mit Diabetes gelten spezielle Angaben.

Schüssler-Salze

Die über Jahrzehnte hinweg erprobten Schüssler-Salze haben den Vorteil, dass sie sich zeitlich flexibel über den Tag verteilen lassen und dass verschiedene Salze miteinander kombiniert werden können. Um eine optimale Auflösung und eine restlose Resorption (Aufnahme) der Schüssler-Salze über die Zunge und die Schleimhaut der Wangen zu gewährleisten, sollten diese Substanzen so lange wie möglich im Mund (oral) verbleiben.

Optimal ist es daher, wenn die Schüssler-Salze über den Speichel (Sputum) langsam im Mund zergehen können. Unabhängig von der Art des Schüssler-Salzes geben die Heilpraktiker bei Hypoxie folgende Dosierungen an:

  • dreimal am Tag eine bis drei Tabletten
  • dreimal am Tag fünf bis fünfzehn Globuli
  • dreimal am Tag einen halben bis einen Teelöffel in Pulverform

Zur Verbesserung des Geschmacks und zur Bindung der einzelnen Salzkristalle werden die Tabletten und die Globuli mit Milchzucker versetzt. Diese Substanz zerfällt im Mund und setzt die wirksamen Salze frei. Über die in der Mundschleimhaut verlaufenden Kapillargefäße erfolgt der Transport der Salzionen bis zu den Organzellen.

Sowohl das Funktionsmittel Calcium fluoratum als auch die übrigen aufgelisteten Schüssler-Salze tragen dazu bei, dass die Aufnahme der Sauerstoffmoleküle im Blut und deren Weiterleitung sowie deren Übertritt in die Zellen reibungslos und vollständig ablaufen kann. Die Aufnahme der Schüssler-Salze wirkt sich positiv auf lokale und eine auf allgemeine Sauerstoffdefizite des Organismus bei einer Hypoxie aus.

Wichtig ist zudem das Schüssler-Salz Nr. 3, das Eisen-II-phosphat. Durch dessen Zufuhr erhöht sich die Fähigkeit des Hämoglobins, mehr Sauerstoff zu binden, was einer Verbesserung der Sauerstoffversorgung der Gewebe zuträglich ist. Gängig ist bei diesem Schüssler-Salz die Potenz D12.

Diät und Ernährung

Die Lebensweise, im speziellen die Ernährung und die Bewegung, nimmt bezüglich einer Hypoxie einen großen Stellenwert ein. Warum das so ist, das machen zwei Aspekte deutlich. Einerseits gehen Mediziner heute davon aus, dass sich entartete Zellen wie beim Krebs auch durch eine dauerhafte Hypoxie herausbilden können. Andererseits kommt es durch eine übermäßige Nahrungszufuhr zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, die oftmals die Durchblutung der Zellen maßgeblich behindern können.

Vor allen Dingen bei einer chronischen Hypoxie kann der Organismus durch eine kalorienbewusste Ernährung wesentlich entlastet werden. Unter Umständen reicht diese Maßnahme schon aus, um eine teilweise Heilung herbeizuführen.

Erste Ansätze für eine passende Ernährung bei einer Hypoxie gab es schon vor mehreren Jahrzehnten. Eine unpassende Ernährung und eine mangelhafte Zufuhr an Substanzen, die für die Blutbildung und die Verstoffwechslung von Sauerstoff notwendig sind, kann eine Hypoxie begünstigen.

Vordergründig bei einer Hypoxie ist sowohl therapeutisch als auch prophylaktisch (vorbeugend) ein ausgewogener Speisezettel. Dieser sollte folgendermaßen aussehen:

  • rohes oder schonend gegartes Gemüse
  • frisches Obst und Nüsse
  • gesunde Fette (pflanzliche Fette, ungesättigte Fettsäuren)
  • Salz und Zucker begrenzt
  • Nahrungsmittel mit Stärke
  • milchfreie Eiweiße und Milchproteine
  • maßvolle Mengen an Eiern
  • geringe Mengen an fettreichen Nahrungsmitteln
  • viel weißes Fleisch und Fisch aufnehmen

Brot sollte am besten aus Vollkorn bestehen, sodass täglich mindestens 25 Gramm Ballaststoffe zugeführt werden. Kalorienarme Lebensmittel senken zudem das Risiko, Übergewicht mit einer Arteriosklerose (Verkalkung der Arterien) zu entfalten. Gegen eine Hypoxie ist es unverzichtbar, die Lunge schädigende Tabakwaren zu meiden.

FAQ – Fragen und Antworten

Welche Bedeutung hat die Sauerstoffsättigung?

Der medizinische Fachbegriff der Sauerstoffsättigung ist für mehrere Erkrankungen und Symptome relevant. Da der eingeatmete Sauerstoff über das Blut zu seinem Bestimmungsort befördert wird, ist die Sauerstoffsättigung untrennbar mit diesem Geschehen verkettet.

Die Sauerstoffsättigung ergibt sich somit aus der Konzentration an Sauerstoff, die zu einem bestimmten Zeitpunkt im Blut vorliegt. Die Messgröße Sauerstoffsättigung impliziert daher den Anteil an Erythrozyten, die mit Sauerstoff beladen sind. Genau gesagt, geht es dabei um das Hämoglobin der roten Blutzellen, die Träger des Sauerstoffs sind.

Unter gewissen Bedingungen kann die Sauerstoffsättigung abnehmen. Dann liegt der Sauerstoffgehalt des Blutes unter 95 Prozent. Daraus kann schlussgefolgert werden, dass sich im Organismus ein Sauerstoffdefizit manifestiert hat. Dieses muss allerdings nicht in jedem Fall lebensgefährlich oder bedrohlich für den Patienten sein. Eine Abnahme der Sauerstoffsättigung kann auch bei gesunden Menschen diagnostiziert werden.

Manipuliert wird die Sauerstoffsättigung durch den pH-Wert des Blutes, durch das im Blut befindliche Kohlendioxid (Kohlendioxid-Partialdruck), die Körpertemperatur sowie durch den Blutsauerstoffwert. Des Weiteren spielt der Gehalt an 2,3-Bisposphatglycerat in den Erythrozyten eine zentrale Rolle.

Der Blutsauerstoffwert fundamentiert auf den Sauerstoffmolekülen, die an dem Hämoglobin angelagert sind und die gleichzeitig im Blutplasma frei schweben. Er erfasst praktisch die gesamte Sauerstoffmenge, wohingegen sich die Sauerstoffsättigung lediglich auf den Sauerstoff an den Erythrozyten bezieht. Beide Parameter werden im Rahmen einer Blutgasuntersuchung bestimmt.

Ein Absinken der Sauerstoffsättigung wird durch folgende Kriterien verursacht:

  • niedriger pH-Wert (saurer Bereich oder Azidose)
  • Zunahme von Kohlendioxid im Blut
  • Anstieg der Körpertemperatur
  • Erhöhung von 2,3-Bisposphoglycerat in den Erythrozyten

In der Medizin wird die Sauerstoffsättigung unterteilt in:

  • allgemeine Sauerstoffsättigung sO₂
  • Sauerstoffsättigung des arteriellen Blutes SₐO₂
  • mit Pulsoxymeter erfasste Sauerstoffsättigung SpO₂
  • Sauerstoffsättigung des venösen Blutes SvO₂

Gegenüber der Sauerstoffsättigung beschreibt der Sauerstoffpartialdruck den Druck, der durch das im Blut enthaltene Sauerstoffgas entsteht.

Wie reagiert der Organismus auf zu wenig Sauerstoff in der Umgebung?

Ist in der Umgebungsluft nicht genügend Sauerstoff enthalten oder liegen andere ungünstige Faktoren vor, dann bewirkt dieser Umstand eine Mangelzufuhr mit Sauerstoffunterversorgung des Organismus. Der eigentliche Bedarf des Körpers an Sauerstoff wird nicht mehr abgedeckt. In diesem Moment wird eine Kette an Reaktionen in Gang gesetzt, die der menschliche Organismus als Selbsthilfe nutzt.

Diese Tatsache wird deutlich, wenn die Höhenkrankheit betrachtet wird. Als Höhenkrankheit ist eine Erscheinung bekannt, die mit einer Veränderung der normalen Physiologie der Sauerstoffversorgung einher geht. Der Körper versucht diesen Zustand auszugleichen, indem er:

  • den Sauerstofftransport beschleunigt
  • einzelne Vorgänge effektiver gestaltet

Als Resultat wird der Sauerstoffumsatz durch die Forcierung der Atemfrequenz erzielt. Des Weiteren ist der Organismus in der Lage, die Schlagrate des Herzens zu steigern oder die Möglichkeit des Sauerstofftransportes zu optimieren, indem mehr Hämoglobion beziehungsweise Erythrozyten zur Verfügung gestellt werden. Die Produktion von roten Blutzellen wird daher angeregt.

Nimmt die Pulsfrequenz abrupt zu, sprechen die Mediziner von der Adaption. Die Adaption ist ein äußerst energieintensiver Vorgang, der schnell in Gang kommt.

Die Ankurbelung der Neubildung von roten Blutzellen ist wiederum zeitintensiv und dauert relativ lang, ist jedoch energieärmer. Diese Antwort des Organismus auf ein Unterangebot an Sauerstoff wird Akklimatisation genannt.

Bei einer Höhenkrankheit funktionieren beide Verläufe nicht oder sie sind noch nicht abgeschlossen. Das kann ab einer Höhe ab etwa 2.300 Metern über dem Meeresspiegel passieren. Dann kann sich entweder eine akute oder einer chronische Höhenkrankheit entwickeln.

Sowohl die akute als auch die chronische Form der Höhenkrankheit sind durch folgende Beschwerden gekennzeichnet:

  • Rückgang der Urinausscheidung
  • Kopfschmerz
  • Leistungsabfall, Kraftlosigkeit
  • Schlaflosigkeit, Schlafapnoe
  • Ödeme, Müdigkeit
  • Übelkeit, Schwindel, Appeititverlust

Vorteilhaft ist es, wenn eine Unternehmung in diese Höhe geplant ist, sich rechtzeitig gegen eine Höhenkrankheit zu schützen. Günstig sind Trainingseinheiten für eine langfristige Akklimatisierung sowie eine etappenweise Besteigung. Experten empfehlen, täglich nicht mehr als 400 Meter täglich zu absolvieren.

Das Gegenteil zur Höhenkrankheit ist die Taucherkrankheit.

Welche Zusammenhänge zwischen der neurologischen Erkrankung Restless Legs Syndrom oder RLS und Hypoxie sind bislang erforscht?

Schon seit vielen Jahren werden medizinische Forschung unternommen, um die Ursache für das quälende Restless-Legs-Syndrom (Syndrom bezeichnet eine Sammlung mehrere Symptome) herauszufinden. Unter dieser bislang nicht eindeutig erklärbaren Symptomatik leiden viele Menschen. Die Untersuchungen der Wissenschaftler haben erbracht, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Hypoxie und dem Restless-Legs-Syndrom vorliegt. Insbesondere ein Absinken des Blutflusses in den Muskeln (intramuskulär mit einer mangelhaften Zufuhr von Sauerstoff zeigt das klassische Bild der Restless Legs.

Wissenschaftler aus Finnland entdeckten, dass eine Proliferation (zusätzliches Wachstum, Wucherung) des Endothels (Endothelzellen bilden eine Schicht) in den Blutgefäßen eine Verengung der Kapillargefäße mit sich bringt. Diese löst wiederum eine Störung der Mikrozirkulation des Blutes in den Kapillaren aus.

Damit hatte sich die angenommene Theorie bestätigt, dass zu wenig Sauerstoff zu wiederkehrenden unruhigen Beinen und zu Missempfindungen führt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Restless-Legs-Syndrom ausschließlich als neurologische Störung deklariert. Ein auch für die betroffenen Patientinnen und Patienten nachvollziehbarer Hinweis ist die Rastlosigkeit oder der Bewegungsdrang der Beine.

Die Bewegung regt die Muskeltätigkeit an, von denen eine Zunahme der Tätigkeit der Gefäßklappen in den größeren Blutgefäßen ausgeht. Unter dieser Voraussetzung verbessert sich die Blutzirkulation in den Kapillaren.

Unklar ist bei den Untersuchungen geblieben, ob die Hypoxie der Auslöser des Restless-Legs-Syndroms ist, oder ob es sich um ein Begleitsymptom handelt. Neben einer Hypoxie kommen für das Restless-Legs-Syndrom weitere Kausalitäten in Betracht, die mit einem mehr oder weniger starken Sauerstoffdefizit in den Extremitäten verkettet sein können:

  • Unterversorgung mit Spurenelementen wie Eisen und Magnesium
  • Eisenmangelanämie
    Fehlen von Vitamin D und organischem Schwefel
  • dialysepflichtige Niereninsuffizienz
  • Störungen der Schilddrüsenfunktion
  • Erkrankungen des Stoffwechselsystems
  • Schwangerschaft

Die Hypoxie wird dennoch als entscheidender Aspekt bei der Ausprägung einer Restless-Legs-Symptomatik angesehen. Patienten, die unter dem Restless-Legs-Syndrom leiden, unterliegen einem höheren Risiko, ein kardiovaskuläres (bezogen auf das Herz und die Blutgefäße) Geschehen auszubilden.

Wie wirkt Kohlenmonoxid?

Verschiedene gasförmige Stoffe können den menschlichen Organismus so stark schädigen, dass kein Überleben mehr möglich ist. Neben den sogenannten Kampfgasen, die in Kriegsgebieten zum Einsatz kommen, sind es Gase, mit denen Menschen alltäglich in Kontakt kommen können. Dazu gehört unter anderem das Kohlenmonoxid.

Kohlenmonoxid wird von seinen Eigenschaften her als geruchlos und unsichtbar sowie geschmacklos beschrieben. Wird es eingeatmet, führt es zu einer Hypoxie und im weiteren Verlauf zu einer Anoxie. Kohlenmonoxid kann daher der Grund für einen Erstickungstod sein. Warum das so ist, soll im folgenden Abschnitt erklärt werden.

Das Kohlenmonoxid hat eine Affinität zum Hämoglobin. Hämoglobin ist unentbehrlich für den Transport des Sauerstoffs zu den Organzellen und für den Abtransport des Kohlendioxid. In einer äußerst komplexen chemischen Reaktion geht Kohlendioxid eine Bindung mit Hämoglobin ein. Es besetzt sozusagen den eigentlich für den Sauerstoff gedachten Platz auf den roten Blutzellen. Der Sauerstoff kann somit von den Erythrozyten nicht mehr aufgenommen werden.

Lebensgefährlich ist bei einer Kohlenmonoxidvergiftung:

  • die fehlende Zufuhr von Sauerstoff zu den Zellen
  • die Anreicherung des Kohlenmonoxids in den Geweben

Leider ist es so, dass Kohlenmonoxid eine etwa 300-fach größere Neigung als Sauerstoff hat, sich am Hämoglobin anzulagern. Sofort nach dem Passieren dem oberen Atemwege durchdringt (diffundiert) das Kohlenmonoxid durch die Membranen der Lungenalveolen und besetzt das zweiwertige Eisen im Häm.

Das Hämoglobin setzt sich aus zwei Bestandteilen, dem Eisen-Häm und dem Globin, dem kugelförmigen Eiweißkörper zusammen. Es entsteht COHb oder Carboxyhämoglobin, was eine Blockierung der Sauerstoffbindung hervorruft. Im Gewebe wird die Atmung in den Mitochondrien unterbrochen und die typischen Symptome mit Nekrosen (Zugrundegehen von Gewebe) und Apoptosen (programmierter Zelltod) sowie eine Hypoxie werden ausgelöst.

Was hat eine Hyperventilation mit einer Hypoxie zu tun?

Viele Menschen wissen, was eine Hyperventilation ist, wenn beispielsweise aufgeregte Fans bei einem Konzert ihrer Lieblingsband in Ohnmacht fallen. Aber wie kommt es eigentlich zu diesem Ereignis und was steckt dahinter?

Die Hyperventilation oder die psychogene Hyperventilation ist ein Vorgang, der durch eine übermäßige (hypo bedeutet über) Zufuhr von Sauerstoff (Ventilation, Lungenbelüftung) charakterisiert ist. Ursache für eine unphysiologische Hyperventilation ist eine abnormal Zunahme der Atemfrequenz durch eine extreme Beschleunigung des Einatmens in Kombination mit einer sehr tiefen Atmung.

Der Atmungsprozess eines Menschen wird auf natürliche Weise durch neurogene (durch das Nervensystem reguliert, nervale) und biochemische Stimulanzien gesteuert. Bei einer Hyperventilation sind vor allen Dingen die chemischen Stimuli bedeutsam.

Das sind:

  • Konzentration von Wasserstoffionen
  • Sauerstoff-Partialdruck SO₂
  • Kohlendioxid-Partialdruck pCO₂

Verantwortlich für die Atemphysiologie ist vorrangig ein Absinken des Kohlendioxid-Partialdruckes. Spezielle Chemorezeptoren des Gehirns registrieren unaufhörlich diesen Parameter und messen diesen. Erhöht sich der Kohlendioxid-Partialdruck, gibt das Atemzentrum einen Impuls ab, der dazu führt, dass das überschüssige Kohlendioxidgas ausgeatmet wird.

Im Unterschied zur physiologischen Hyperventilation findet die psychogene Hyperventilation völlig unabhängig von den Steuerungsmechanismen des Organismus statt. Da bei einer psychogenen Hyperventilation die Atmung extrem schnell abläuft, ist die Menge des abgeatmeten Kohlendioxids äußerst hoch.

Durch Faktoren wie Stress, Angst, Schmerzen oder Euphorie steigern sich die Betroffenen immer weiter in eine Aufregung hinein, die zu einer Ausschaltung der normalen Regulation der Atmung führen würde. Sie atmen weiter schnell und tief ein und nur kurz aus.

Der Kohlendioxid-Partialdruck in den Lungenbläschen und in den Arterien nimmt ab. Der pH-Wert steigt an, anstatt in den sauren Bereich abzusinken. Es bildet sich eine Hypoxie aus. Infolge dessen entwickeln sich folgende Beschwerden:

  • Atemnot, Kaltschweißigkeit, Übelkeit
  • Panik, Kopfschmerzen, erhöhte Pulsfrequenz
  • Schmerzen in der Brust
  • Steigerung der Reflexe
  • Parästhesien (Missempfindungen)

Der vermehrte Abbau von positiven Calciumionen kann ebenfalls zu Muskelkrämpfen (Tetanie) und einer sogenannten Pfötchenstellung führen. Eine Erweiterung der Hirnblutgefäße (Gefäßdilatation) gegen eine Hypoxie im Gehirn bedingt Sehstörungen, Schwindel und schlimmstenfalls eine Bewusstlosigkeit.

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