Fructoseintoleranz

Steckbrief: Fructoseintoleranz

  • Name(n): Fructoseintoleranz; Fructoseunverträglichkeit
  • Art der Krankheit: Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Verbreitung: Vererbung
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1933
  • Behandelbar: Nein
  • Art des Auslösers: Gendefekt
  • Wieviele Erkrankte: 26000
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Gastroenterologe
  • ICD-10 Code(s): E74

Was ist eigentlich Fructoseintoleranz?

Bei der Fructoseintoleranz handelt es sich um eine angeborene Genmutation bei der es dem Körper aufgrund eines fehlenden Leberenzyms unmöglich ist Fructose, also Fruchtzucker abzubauen.

Viele der Erkrankten erleiden schon im sehr frühen Kindesalter bzw. als Baby an der Krankheit, die man in zwei verschiedene Stufen einteilt.

Einmal die richtige Fructoseintoleranz und zum anderen die etwas harmlosere Variante, die Fruchtzuckerunverträglichkeit, bei der die Fructose zumindest zum Teil vom Körper abgebaut werden kann.

Definition Fructoseintoleranz

Die Fructoseintoleranz oder auch die Fruchtzuckerunverträglichkeit ist eine angeborene Genmutation bei der es dem Körper aufgrund eines fehlenden Leberenzyms unmöglich ist Fructose, also Fruchtzucker abzubauen.

Viele der Erkrankten erleiden schon im sehr frühen Kindesalter bzw. als Baby an der Krankheit, die man in zwei verschiedene Stufen einteilt. Einmal die richtige Fructoseintoleranz und zum anderen die etwas harmlosere Variante, die Fruchtzuckerunverträglichkeit, bei der die Fructose zumindest zum Teil vom Körper abgebaut werden kann.

Die Krankheit kann direkt vererbt werden, aber auch in sehr seltenen Fällen, kann die Krankheit auch nur übertragen werden.

Was ist Fructoseintoleranz?

Fructoseintoleranz ist ein angeborener bzw. vererbter Genfehler. Der Gendefekt, sofern er direkt nach der Geburt festgestellt wird, wird festgestellt indem der Genfehler bzw. der Gendefekt im Blut nachgewiesen wird.
Die Fructoseintoleranz ist eine relativ seltene Krankheit die durch eine Störung im Fructosestoffwechsel bedingt ist. Bei dieser Störung kann das Fructose 1 Phosphat, welches aus Fructose oder auch Fruchtzucker gebildet wird, im Körper nicht ausreichend abgebaut werden. Die Folge daraus ist, dass der Fructosegehalt im Körper stark erhöht ist, was nicht von Vorteil ist, denn dieser Zustand stört die Verstoffwechslung der Glukose und somit eine Unterzuckerung die Folge dieser Ungleichheit ist.

Bei der zweiten Art, der Fruchtzuckerunverträglichkeit, die im Übrigen deutlich häufiger vorkommt als die komplette Intoleranz, gelangt ein relativ großer Teil des aufgenommenen Fruchtzuckers wegen einer unvollständigen Aufnahme, die im Dünndarm stattfindet, in den Dickdarm.

In den letzten Jahren ist die Fruchtzuckerunverträglichkeit deutlich häufiger aufgetreten und erlang auch immer mehr an Bedeutung. Dies liegt der menschlichen sowie industriellen Entwicklung zugrunde, da immer mehr Süßungsmittel bzw. die Menge an Fructose in den verschiedensten Lebensmitteln verwendet werden bzw. erhöht ist.

Die durchschnittliche Aufnahme von Fructose ist von Land zu Land unterschiedlich und schwankt je nach Land zwischen 11 und 54 Gramm pro Person.

Sollte man teilweise oder einige der Symptome bei sich bemerken (oder auch bei Freunden, Familie oder Bekannten) sollte man so schnell es geht einen Facharzt aufsuchen, der eine gründliche und ausführliche Untersuchung durchführt um die Krankheit auszuschließen oder zu bestätigen.

Die Symptome der Krankheit sind vielfältig und können auch auf andere Krankheiten hinweisen. Deshalb ist es wichtig einen Arzt auf zu suchen um das Ganze abklären zu lassen.

Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen zur Entstehung der Krankheit sind vielfältig. Zum einen kann die Krankheit wie bereits zuvor erwähnt vererbt werden, sodass die Gene von den Eltern weitergegeben werden oder die Krankheit entsteht im Laufe der Zeit durch verschiedene Ursachen und Einflussfaktoren.

Ein Mensch kann ohne Bedenken ca. 35 bis 50 Gramm Fructose aufnehmen. Diese Zahlen richten sich nach der Aufnahmekapazität des Dünndarms.

Wird dieser Grenzwert für die problemlose Fructoseaufnahme überschritten, gelangt der überschüssige Teil in den Dickdarm, wo die Fructose nicht ausreichend abgebaut werden kann.

Durch Bakterien im Dickdarm werden die einzelnen Teile anschließend gespalten, wodurch verschiedene Gase sowie kurzkettige Fettsäuren entstehen. Dies hat Blähungen, Verstopfungen oder auch Durchfall zur Folge. Weitere Symptome sind in der Kategorie Symptome zu finden.

Sofern die zu sich genommene Nahrung über wenige Eiweiße oder Fette verfügt, gelangen die einzelnen Fructosemoleküle deutlich schneller durch den Dünndarm in den Dickdarm und erschweren die Aufnahme im Dünndarm umso mehr.

Als Fructoseintoleranz bezeichnet man die Fructoseunverträglichkeit erst als solche wenn weniger als 25 Gramm an Fructose in den Körper aufgenommen werden können.

Das bedeutet, Menschen die an dieser Krankheit leiden, müssen sehr auf den Verzehr von Fruktose und fructosehaltige Lebensmittel achten, denn 25 Gramm ist ein relativ geringer Wert.

Bei der schwereren Form der Fructoseintoleranz wird gar keine Fructose vertragen.

Die vererbte Mutation der Krankheit liegt im ALDOB Gen, welches im Normalfall das Enzym Aldolase B im Körper herstellt. Dieses Enzym kommt hauptsächlich in der Leber vor und hat die Aufgabe Fructose in Blutzucker umzuwandeln. Nur durch diese Umwandlung kann aus Fructose Energie gewonnen werden.

Symptome und Anzeichen

Zu den ersten Symptomen, die meistens gar nicht als Anzeichen für eine Fructosekrankheit angesehen werden gelten Verstopfungen, Blähungen und Verstopfungen. Sie werden oft nicht als Symptome erkannt oder anerkannt, da dies auch ab und zu mal so im Alltag vorkommen kann, ohne dass es auf einer Krankheit beruht.

Diese drei Symptome sind allerdings auch die häufigsten Symptome der seltenen Krankheit, treten aber meistes nur bei der Hälfte der Erkrankten auf. Manchmal werden diese typischen Anzeichen auch von anderen Krankheiten die mehr oder weniger schwerwiegend sein können begleitet. Diese Krankheiten sind zum Beispiel Vitaminmangel oder aber auch leichtere oder schwerere Depressionen. Sie können als Begleitung zur Fructoseunverträglichkeit oder Intoleranz sein, oder auch als Folge ausgelöst werden.

Die Symptome der Fructoseintoleranz ähneln den Symptomen des Reizdarmsyndroms, welche häufig falsch interpretiert werden. Zu diesen Anzeichen zählen:

weicher oder häufiger sowie unregelmäßiger Stuhlgang, Völlegefühle, Übelkeit, Unwohlsein, Bauchkrämpfe sowie Bauchschmerzen.

Diese Symptome können allerdings auch variieren, sind von Person zu Person unterschiedlich und sind von vielen Einflussfaktoren zu beeinflussen.Bei der angeborenen und vererbten Form der Fructoseintoleranz haben die erkrankten Babys bereits einige der genannten Symptome die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Im Laufe des Lebens können noch mehr der Symptome hinzukommen, müssen es aber nicht.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Sollten einige der genannten Symptome auftreten, ist es wichtig einen Facharzt aufzusuchen und diesen untersuchen zu lassen ob es sich wirklich um eine Fruchtzuckerunverträglichkeit oder Fructoseintoleranz handelt. Hier ist ein Arzt der inneren Medizin, welcher sich mit der Darmgegend bestens auskennt der richtige Ansprechpartner. Diese Fachärzte nennen sich Gastroenterologen.

In einem ersten Eingangsgespräch geht es darum, die Anamnese gründlich aufzunehmen, also welche Beschwerden treten wann und wie stark auf, gibt es Vorerkrankungen, wie sieht es in der Familie aus? Wurde die Krankheit vererbt? Besteht die Gefahr die Krankheit weiter zu geben? etc. All diese und noch viele weitere Fragen werden in diesem Gespräch geklärt.

Anschließend folgen die ersten körperlichen Untersuchungen, bei denen der Arzt durch Abhören des Bauchraumes die Darmgeräusche abhört und ebenfalls den Bauchraum abtastet und eventuell Luftzwischenräume finden kann.

Um eine endgültige Diagnose stellen zu können, reicht es nicht aus, den Darm bzw. Bauchraum nur von außen zu beurteilen. Das heißt, es wird ein sogenannter Fructoseintoleranztest durchgeführt, bei dem der Wasserstoffanteil in der Atemluft gemessen wird. Ebenfalls wird eine Blutprobe genommen um die spezifische Art der Krankheit zu ermitteln.

Bei der Testung ist allerdings zu beachten, dass gerade bei Kindern bereits die einmalige Einnahme von Fructose zu lebensbedrohlichen Lebenszuständen führen kann.

Wenn die Diagnose bis zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht ganz deutlich ist, besteht die Möglichkeit eine Gewebeprobe aus der Leber zu entnehmen um die Aktivität des Enzyms Adolase B zu testen.

Häufigkeit und Diagnosedaten

Ungefähr jeder Dritte der deutschen Bevölkerung leidet an einer Fruchtzuckerunverträglichkeit. Die Krankheit wird bei ca. 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung festgestellt. Bei der Beschreibung der Krankheit muss man allerdings in die beiden Schweregrade, also zwischen Fructoseintoleranz und Fruchtzuckerunverträglichkeit unterscheiden, da die Fruchtzuckerunverträglichkeit deutlich häufiger vorkommt als die komplette Intoleranz bei der Fructose generell nicht abgebaut werden kann.

Die Häufigkeit der Fruchtzuckerunverträglichkeit liegt bei etwa 3:10 wohin dagegen die Häufigkeit der Fructoseintoleranz bei 1:20.000 liegt. Hierbei ist die Krankheit vererbt bzw. angeboren und es herrscht ein absolutes Verbot gegen Fructose.

Die Fruchtzuckerunverträglichkiet hingegen ist nicht vererbt oder angeboren, sondern tritt im Laufe des Lebens bedingt durch einige Einflussfaktoren ein. Das heißt die Unverträglichkeit tritt zeitweise auf und die Aufnahme von Fructose in den Körper über den Dünndarm ist vorübergehend mangelhaft oder gar nicht möglich.
Die Krankheit wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet wenn die Fructoseintoleranz vererbt wird, muss nicht jedes Kind daran erkranken, sondern es kann sein, dass jemand als Überträger der Krankheit in der Familie fungiert. Circa jeder 70. ist so ein Überträger.

Autosomal rezessiv bedeutet also dass nicht ein dominantes Gen der Elterngeneration übertragen wird und auch kein rezessives Gen. In diesen beiden Fällen würde die Krankheit mit einer gewissen Krankheit vererbt werden oder eben nicht. Bei dieser Krankheit, die autosomal rezessiv vererbt wird sieht es anders aus.

Letztendlich kann aber gesagt werden, dass die komplette Fructoseintoleranz sehr sehr selten auftritt und die harmlosere Variante, also die Fruchtzuckerunverträglichkeit, deutlich häufiger auftritt. Wie aber bereits beschrieben, handelt es sich dabei um eine vorübergehende Unverträglichkeit.

Komplikationen bei der Krankheit

Grundsätzlich treten bei der Krankheit selber kaum Nebenwirkungen oder Komplikationen auf, allerdings können aus der Krankheit selber Komplikationen oder teilweise sogar schwerwiegende Folgen entstehen. Diese sind zum Beispiel Gerinnungsstörungen in der Blutbahn, Funktionsstörung des Energiehaushaltes, Nierenfunktionsstörungen sowie Unterzuckerung. Die letzten drei Folgen oder auch Komplikationen zählen zu den Störungen der Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten.

Zu den Leber-, Gallenblasen- und Gallenwegserkrankungen zählen akutes Leberversagen, Leberschrumpfung (auch Leberzirrhose genannt) und Leberfunktionsstörungen die durch den bindegewebigen Umbau ausgelöst werden. Auch die Psyche und das Nervensystem können durch eine Fructoseintoleranz geschädigt werden, sodass es zu Bewusstseinsstörungen oder sogar zum Koma führen kann. Ebenfalls kann es zu leichten oder starken Depressionen führen.

Nieren, Harnwege und Geschlechtsfunktionen können ebenfalls betroffen sein. Dies äußert sich dann in Nierenschwäche oder sogar in akutem Nierenversagen.

Andere klinische Befunde die nicht weiter klassifiziert werden sind zum Beispiel Anorexie, also Appetitlosigkeit, Bauchwassersucht, Wachstumsstörungen, Gelbsucht, Schock oder aber auch die Bildung von Ödemen. Ödeme sind Wasseransammlungen im Geweben.

Weitere Komplikationen sind Vitaminmangel, Zinkmangel und Folsäuremangel.
Kopfschmerzen können ebenfalls vereinzelnd und in verschiedenen Stärken auftreten.
Eine erhöhte Infektanfälligkeit kann ebenfalls entstehen. Der Auslöser davon ist in dem Vitamin C Mangel begründet, der bei der Meidung von Obst und Gemüse entsteht.

Innere Ruhe sowie eine erhöhte Reizbarkeit können ebenfalls die Folgen der Fructoseintoleranz sein.

Natürlich sind das einige Komplikationen die durch eine Fructoseintoleranz auftreten können, aber nicht auftreten müssen. Es ist trotzdem von Vorteil wenn man sich mit der Krankheit auseinandersetzt, wenn man den Verdacht hat erkrankt zu sein. Noch viel wichtiger als das damit Auseinandersetzen ist das Aufsuchen eines geeigneten Facharztes!

Wann sollte man zum Arzt Gehen?

Grundsätzlich gilt, dass man lieber zu früh einen Arzt aufsucht als zu spät. Lieber man geht zum Arzt, der dann eine Entwarnung geben kann und beruhigt dass keine Krankheit vorliegt, als dass man zum Arzt geht der dann die Krankheit oder sogar schon Folgekrankheiten bemerkt und der betroffenen Person sagt, dass sie mal lieber eher zum Arzt gegangen wäre.

Sollte man Anzeichen wie Durchfall, Verstopfungen, Blähungen, Unwohlsein etc. bemerken, welche länger anhalten, sollte man auf Nummer Sicher gehen und einen Arzt aufsuchen. Hier sind die Gastroenterologen die geeigneten Fachärzte. Diese sind für den Magen Darm Trakt spezialisiert und kennen sich in diesem Gebiet sehr gut aus.

Es ist sehr wichtig zum Arzt zu gehen sobald man den Verdacht hat an etwas zu leiden. Auch wenn man sich nur unwohl fühlt, denn es muss abgeklärt werden, ob und welche Krankheit vorliegt. Nur beim Arzt oder in manchen Fällen nur beim Facharzt ist es möglich bestimmte Tests und Untersuchungen durch zu führen.

Auch bei der Familienplanung ist es unter Umständen wichtig zum Arzt zu gehen. Hier geht es mehr darum ab zu klären ob die Fructoseintoleranz in der Familie schon einmal vorgekommen ist und um so heraus zu finden ob man als Überträger der Krankheit in Frage kommt und somit die Gefahr besteht die Krankheit an die eigenen Kinder weiter zu geben bzw. zu vererben.

Also lieber einmal öfter zum Arzt gehen bevor es zu spät ist. Egal ob man den Verdacht hat selbst erkrankt zu sein oder einfach als Vorsorge für die Familienplanung. Am besten einmal mehr die Meinung eines Facharztes einholen!

Behandlungsmethoden & Therapie

Die einzige Behandlungsmöglichkeit bei Fructoseintoleranz ist die Ernährungsumstellung. Je nach dem wie schwer die Krankheit ausgeprägt ist, kann es sein dass komplett auf Fruchtzucker verzichtet werden muss. Doch es ist nicht damit getan nur auf Obst und Gemüse zu verzichten, wodurch schon einige an Vitamine verloren gehen, die der Körper braucht, sondern auch in vielen Getränken ist Fruchtzucker enthalten. Zu diesen Getränken zählen Limonaden sowie Alkohol. Auch in isotonischen Getränken mit Geschmack kann es sein dass Fructose enthalten ist. Bei solchen kleinen Mengen kommt es immer darauf an ob man Fructose gar nicht verträgt oder die Unverträglichkeit nicht so stark ausgeprägt ist. Im Zweifelsfall immer die Nährwerttabelle studieren oder nachfragen.

Bei der etwas harmloseren Variante der Fructoseunverträglichkeit muss nicht vollständig auf Fructose verzichtet werden. Das kann unter Umständen sogar negative Effekte haben, da die Zuckertransporter im Darm vermindert werden und die Aufnahme so wieder erschwert wird. Hier gilt es also das richtige Maß zu finden. Am besten wird hier Rücksprache mit dem Facharzt und mit einem Ernährungsberater gehalten um das jeweilige individuelle Maß zu finden um die Fructoseunverträglichkeit vielleicht sogar komplett zu eliminieren.
Die Fructoseintoleranz, bei der auf Fruchtzucker verzichtet werden muss, ist leider nicht behandelbar. Hier muss ebenfalls darauf geachtet werden welche Lebensmittel aus welchen Stoffen bestehen, denn jeder Gramm Fructose ist zu viel und führt zu Beschwerden!

Wichtig ist also, dass bei einem Arzt abgeklärt wird ob es sich nur um eine Unverträglichkeit oder eine Intoleranz handelt! Nur so kann die richtige Ernährungsweise sichergestellt werden und Beschwerden gelindert oder sogar vermieden werden.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Zur Vorbeugung und Impfung vor der Fruktosekrankheit gibt es bisher leider wenige Untersuchungen. Handelt es sich um eine Vererbung oder eine angeborene Genmutation, gibt es leider keine Möglichkeit sich davor zu schützen oder präventiv darauf einzuwirken.

Es ist allerdings bewiesen worden, dass gerade im Kindesalter viele Säfte mit einem hohen Fruchtzuckergehalt konsumiert werden wie zum Beispiel Apfelsaft. Gerade im Alter von 1 bis 5 sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viel von solchen Getränken konsumiert wird. Hier lieber auf eine gesunde Ernährung mit Obst und Gemüse achten anstatt oftmals künstliche Getränke zu erlauben.

Will man aber trotzdem nicht auf einen leckeren Apfelsaft verzichten, empfiehlt es sich, diesen nur zu den Mahlzeiten zu sich zu nehmen und das normale Maß an Flüssigkeit nicht zu überschreiten.
Außerdem sollte generell darauf geachtet werden, einen zu hohen Fructosegehalt in Lebensmitteln zu vermeiden oder zumindest in ausgewogenen Maßen zu halten.

Prognose zur Heilung

Wie zuvor beschrieben ist es generell möglich die Fructoseunverträglichkeit los zu werden. Hierbei muss allerdings auf eine individuell angepasste Ernährung geachtet werden denn zu viel aber auch zu wenig Fructose ist in diesem Fall richtig einzuschätzen. Hier sollte mit dem Facharzt und idealer Weise mit einem Ernährungsberater abgeklärt werden, wie es funktioniert.

Um die Fruchtzucker Krankheit zu heilen oder zumindest zu lindern, muss das Grundproblem beim Arzt erkannt werden und dieses muss dann im Anschluss behandelt werden.
Die Chance die Krankheit zu heilen ist klein, aber dennoch nicht unmöglich!

Nahrungsmittel und ihre Fructosegehalte

Gerade zu Beginn einer Krankheit, sobald sie bestätigt wurde, beschäftigt man sich sehr intensiv mit dem Thema. Bei der Fructoseintoleranz liegt ein besonderer Focus auf die Nahrungsumstellung. Viele Erkrankte wissen zu Beginn nicht so recht was sie essen dürfen und was sie lieber meiden sollen. Daher folgt nun eine Einstufung verschiedener Lebensmittel mit den dazugehörigen Fructosewerten.

Obst unter 1 Gramm Fructose

  • Avocado: 21mg
  • Papaya: 336mg
  • Honigmelone: 557mg

Obst zwischen 1 und 3 Gramm Fructose

  • Pfirsich: 1,24g
  • Mandarine: 1,3g
  • Brombeere: 1,35

Obst über 4 Gramm Fructose

  • Stachelbeere: 4,01g
  • Heidelbeere: 4,07g
  • Kiwi: 4,41g

Auch wenn dies nur eine Auswahl der verschiedenen Obstsorten ist, sind dies schon Kleinigkeiten auf die geachtet werden müssen. Zum Beispiel sollte man keinen Obstsalat mit Früchten zubereiten, die generell schon einen hohen Anteil an Fructose aufweisen.

Wie bereits erwähnt, ist es von Person zu Person unterschiedlich wie viel Fructose der Körper aufnehmen kann und was er verträgt. Ebenso ist es personenabhängig wie sich eine Ernährungsumstellung auf den Körper auswirkt.

Ein Tipp für alle Erkrankten: Wer nicht auf Obst verzichten möchte, sollte kleine Portionen über den Tag verteilt zu sich nehmen damit der Körper nicht „überfordert“ wird. Außerdem sollte eine relativ fette und eiweißreiche Nahrung zubereitet werden, da diese Bausteine dem Körper helfen Fructose aufzunehmen und weiter zu verarbeiten.

Bei Gemüse ist es sinnvoll die gesunden Leckerbissen zu kochen, zu garen oder zu dünsten, da diese Form der Zubereitung besser verarbeitet werden kann als Rohkost.

Wer nicht ganz so empfindlich ist, darf den Unterschied auch gerne mal ausprobieren.

Alternative Behandlungsmethoden

Um die Fructoseintoleranz mit alternativen Heilungsmethoden zu bekämpfen, muss man schon sehr gezielt nach geeigneten Methoden suchen, da es nicht sonderlich viele gibt. Das hat den einfachen Grund, dass die Hauptbehandlungsmethode in einer Ernährungsumstellung liegt. Eine Ernährungsumstellung kann man aber weder durch Massagen oder Akkupunktur fördern. Allerdings können leichte Bauchmassagen die Verdauung anregen und sind somit für diesen Teil zu empfehlen, genauso wie Bewegung in einem moderatem Tempo um die Verdauung an zu regen und zu fördern, sowie dafür um die Verspannungen und Magenkrämpfe zu lindern.
Einige Praxen bieten eine gründliche Reinigung des Darms an. Das bedeutet es wird eine Grundsanierung vorgenommen, denn nur was gesund ist, kann gesund bleiben und nimmt gesundes auf und kann es verarbeiten.
Es wird außerdem davor gewarnt, Obst und Gemüse in einer Stresssituation zu sich zu nehmen, da Stress die Aufnahme von Fruchtzucker hemmt und so mehr Fructoseteilchen nicht im Dünndarm aufgenommen werden können und somit in den Dickdarm wandern wo es wieder zu Verstopfungen, Durchfall und Blähungen kommen kann.

Kurz gesagt, um eine Ernährungsumstellung wird man auf längere Sicht gesehen nicht herumkommen wenn man seine Fructosekrankheit los werden möchte oder sie zumindest in den Griff bekommen möchte.
Es gibt außerdem zahlreiche Selbsthilfegruppen oder auch Ernährungsgruppen für Menschen die sich entweder informieren möchten oder bereits erkrankt sind und bei der Umsetzung etwas Hilfe benötigen.
Gerade für Menschen die gerne Obst und Gemüse gegessen haben, was an sich ja für eine gesunde Lebensweise spricht, ist eine Selbsthilfegruppe psychisch eine super Unterstützung. Einmal für die Verarbeitung dafür, dass man sich damit abfindet daran erkrankt zu sein aber auch dafür, dass sie neuen Mut fassen und mit einer passenden Ernährungsumstellung die Unverträglichkeit oder auch Intoleranz in den Griff zu bekommen.
Trotzdem beschränkt sich die Behandlung außerhalb der Ernährungsumstellung auf die Linderung der Symptome.

Welche Hausmittel können helfen?

Um geeignete Hausmittel verwenden zu können, bedarf es einer Analyse der Ursachen denn ein Problem löst man immer an den Wurzeln. Also da wo es entstanden ist, oder man versucht gegen die Symptome einzuwirken.
Bei der Fructoseintoleranz ist ja bekanntlich ein Symptom die Bauchschmerzen. Man denkt wahrscheinlich als erstes an allgemeine Schmerzmittel gegen Übelkeit oder Magenkrämpfe. Grundsätzlich ist das nicht falsch, aber man sollte versuchen so lange es geht die Finger von den Medikamenten weg zu lassen und das Problem auf eine natürliche Art und Weise zu bekämpfen.

Sehr früh wurde schon bekannt das Wärme bei Magenkrämpfen oder auch bei allgemeinen Bauchkrämpfen hilft. Also am besten macht man sich eine Wärmflasche fertig, legt sich in sein gemütliches Bett und entspannt sich. Nichts anderes tut die Wärme mit dem Bauch. Sie entspannt den Bauchraum und löst damit die Krämpfe und Verspannungen.

Eine weitere Möglichkeit mit Wärme zu arbeiten sind Suppen. Einfach die Lieblingssuppe aus dem nächst gelegenen Supermarkt kaufen und in Ruhe essen. So wird der Körper nicht nur von außen, sondern auch von innen gewärmt, was nochmal einen größeren Effekt hat, da die Wärme tiefer in den Körper gelangen kann.
Zusätzlich kann Kümmel gegessen werden um entzündungshemmend zu wirken. Einfach nach dem Aufstehen zum Frühstück etwas Kümmel gut zerbeißen und verkleinern. Kümmel wird entzündungshemmend auf den Magen Darm Trakt.

Sehr zu empfehlen sind auch verschiedene Tees. Der Kräutertee hat sich hierbei sehr bewährt. Er wärmt von innen und spült gleichzeitig die vorhandenen Bakterien aus dem Magen Darm Bereich.
Außerdem kann man Kräuterbonbons lutschen oder auch Kräutertropfen verwenden. Diese wirken beruhigend und entzündungslindernd.
Generell gilt: Wärme, Ruhe und entzündungshemmende Maßnahmen helfen zumindest vorübergehend.
Damit die eine bessere und schnellere Übersicht über die Hausmittel haben, hier eine kleine Auflistung:
herkömmliche Schmerzmittel

  • Kümmel
  • beruhigende Tees
  • Wärme
  • Ruhe

Heilkräuter & Heilpflanzen

Bitterstoffe wie gelber Enzian oder Wermut sowie Kümmel können gut zur Schmerzlinderung verwendet werden. Sie wirken nicht nur beruhigend sondern hemmen auch die Entzündung und fördern die Heilung.
Generell können Kräutertees oder Kräutertropfen zur Beruhigung genommen und verwendet werden um zumindest ein paar Symptome zu lindern. Es gilt ebenfalls viel zu trinken ist das a und o. Das kann man super kombinieren indem man 3 bis 4 Liter am Tag trinkt wovon mindestens die Hälfte Kräutertee ist um die Entzündung zu hemmen.

Auch hier werden wieder nur die Symptome der Krankheit gelindert und nicht eine komplette Beseitigung der Krankheit vorgenommen.
Auch hier für eine schnelle Übersicht eine Liste:

  • gelber Enzian
  • Kümmel
  • Kräutertees und Kräutertropfen

Ätherische Öle

Es gibt eine Reihe an ätherischen Ölen zum Beruhigung und Besänftigung. Generell kann man aber auch sehr gut Kamillenöl, Kümmelöl oder auch Sanddornöl verwenden. Diese drei zuletzt genannten Öle sollte man drei Mal am Tag und auch über den Tag verteilt verwenden um Beschwerden wie Magenschmerzen, Magenkrämpfe oder Übelkeit zu lindern.

Sobald die Anzeichen wieder besser werden, sollte man die Öle nach und nach wieder absetzen, damit der Körper sich wieder an den normalen Zustand gewöhnen kann.

Bei der Auswahl der ätherischen Öle kommt es auf die beruhigende Kraft der Düfte an. Also kann jeder für sich frei wählen, was ihm am liebsten ist. Gut bewährt haben sich Kräuterdüfte, Düfte aus der Natur und die Düfte bewährt, die der Patient mit etwas schönem in Verbindung setzen kann.
Die Liste für eine schnelle und praktische Übersicht:

  • Kamillenöl
  • Kümmelöl
  • ätherische Öle nach Belieben

Homöopathie & Globuli

Globuli werden aus dem gewöhnlichen Haushaltszucker hergestellt. Das heißt jeder der Globuli verwenden möchte muss vorher abklären, welche Menge an Fructose er aufnehmen darf. Liegt die Grenze unter dem Wert der im Haushaltszucker enthaltenen Fructose, können Globulis nicht eingenommen werden, da sie sonst die Störung im Darmbereich eher fördern anstatt zu lindern.

Wenn der Grenzwert aber deutlich darüber legt, können Globulis problemlos zur Linderung der Schmerzen und der Übelkeit eingenommen werden.

Ansonsten stehen die üblichen Schmerzmittel sowie Zäpfchen zur Verfügung, die die meisten schon zuhause haben oder auch in jeder Apotheke rezeptfrei bekommen können.

Ist es dann doch etwas ernster oder verträgt man etwas nicht ganz so optimal, sollte man so oder so den Arzt aufrufen (falls dies nicht eh schon geschehen ist) um sich etwas rezeptpflichtiges verschreiben zu lassen. In dem Gebiet kennt sich der Facharzt am besten aus.

Hier gibt es leider keine ausführliche Liste wie schon aus dem Text zu entnehmen ist.
Trotzdem können:

  • Zäpfchen
  • (Globouli)

verwendet werden.

Schüssler-Salze

Es gibt eine Reihe an ätherischen Ölen zum Beruhigung und Besänftigung. Zu diesen Ölen zählen unter anderem die bereits oben genannten. Unterstützend dazu können die sogenannten Schüsslersalze verwendet werden. Dazu in Frage kommen folgende Salze:

  • Ferrum phosphoricum Nr. 3
  • Natrium sulfuricum Nr. 10
  • Calcium phosphoricum Nr. 2
  • Natrium chloratum
  • Kalium phosphoricum Nr. 5
  • Silicea Nr. 11
  • Magnesium phosphoricum Nr. 7

Diese Öle können außerdem helfen wenn man durch die Fructoseunverträglichkeit an Übelkeit leidet und sich übergeben muss.

Schüsslersalze gehen auf den homöopathischen Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler zurück, der Krankheiten durch eine allgemeine Störung des Mineralhaushalts der Zellen im Körper begründete. Diese Mineralien sollen durch diese Salze an den Körper verabreicht werden um die Störung zu beheben.

Diät & Ernährung

Im Verlauf des Textes wurde ja bereits erwähnt, welche Obstsorten eine geringe Menge oder sogar eine hohe Menge an Fructose enthalten (angegeben in Gramm). Bei der fructosearmen Diät sollte demnach darauf geachtet werden, möglichst wenig Fructose aufzunehmen. Es ist natürlich nicht so einfach, jedes Gramm zu zählen und vor allem Lebensmittel zu finden die man problemlos essen kann. Hier spreche ich das Thema Paleo Ernährung an. Paleo Ernährung stützt sich auf eine Ernährungsweise aus der Steinzeit. Man hatte keine durch die Industrie weiter verarbeitete Lebensmittel wie Zucker, Honig, Ketchup und so weiter. Demnach war der Fructosegehalt auch um einiges geringer.

Ebenfalls aß man immer dann wenn man grade etwas fand. Somit hatte man nicht drei große Mahlzeiten, sondern immer Mal wieder kleine Portionen zwischendurch. Diese Ernährungsweise hat sich bei der Fructoseunverträglichkeit durchgesetzt.

Bei der Fructoseintoleranz hingegen muss komplett auf Fructose verzichtet werden. Hier ist der Rat eines Arztes oder eines Ernährungsberatern gefragt.

Generell gilt aber dass man relativ fettreich und eiweißhaltig essen sollte, um die Aufnahme der Fructose im Dünndarm zu fördern.

Bei Ihrer Ernährungsumstellung sollten sie auf folgendes achten:

  • kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
  • nicht extra gesüßt

FAQ – Fragen & Antworten

1) Kann ich überhaupt noch Obst und Gemüse essen?

Generell ist vorher abzuklären ob eine Fruchtzuckerunvertrglichkeit oder eine Intolerant vorliegt. Bei der Unverträglichkeit ist es kein Problem weiterhin Obst und Gemüse zu essen. Allerdings sollte man auf einen geringen Fructoseanteil achten.

2) Muss ich jetzt auf Süßigkeiten verzichten? und warum eigentlich?
Auch hier muss erst geklärt werden um welche Form der Krankheit es sich handelt. Wenn es die Fructoseunverträglichkeit ist, muss nicht auf Süßes verzichtet werden.
Auch in Süßigkeiten oder in süßen Getränken ist Fruchtzucker enthalten. Das liegt daran, dass in der heutigen Zeit die meisten Lebensmittel durch die Industrie weiterverarbeitet werden und der Fructosegehalt dadurch stark ansteigt.

3) Kann ich wieder gesund werden?
Ja, grundsätzlich kann man die Krankheit behandeln. Bei der Fructoseunverträglichkeit sollte man Lebensmittel mit einem Fruchtzuckeranteil nicht meiden, aber auch nicht komplett darauf verzichten. Am besten einmal mit dem Arzt oder dem Ernährungsberater absprechen, welche Ernährungsweise am besten für denjenigen passt.

4)Kann ich Tabletten nehmen damit ich wieder Fructose essen darf?
Ja, mittlerweile gibt es in Deutschland wieder ein Unternehmen, welches die Tabletten herstellt. Allerdings muss hierbei darauf geachtet werden, dass die Tabletten nicht mit einer Zuckerschicht überzogen sind. Wenn diese nicht vertragen wird, bringt die Einnahme generell nichts bis wenig.

5) Wie lange habe ich die Schmerzen und muss ständig aufs Klo?
Wie lange das Ganze anhält ist stark personenabhängig und wird von vielen Einflussfaktoren beeinflusst. Mit entsprechenden Hausmitteln oder Ölen, können die Schmerzen etwas gelindert werden, sodass die Zeit angenehmer verläuft.
Bei der kompletten Intoleranz ist es unterschiedlich. Die Beschwerden können immer mal wieder auftreten aber da die Person erblich erkrankt ist, kennt der Körper das und hat sich entsprechend ein wenig daran gewöhnt. Hier dauern die Schübe meistens weniger lange als bei der Fruchtzuckerunverträglichkeit.

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