Delirium

 

Steckbrief: Delirium

 

  • Name(n): Delirium; Delir
  • Art der Krankheit: geistige Verwirrung; Verlust kognitiver Fähigkeiten
  • Verbreitung: Jeder 5. Krankenhauspatient über 65 Jahre
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Ende des 17. Jahrhunderts
  • Behandelbar: Medikamentöse Behandlung; Ursachenbedingt
  • Art des Auslösers: Erkrankungen des ZNS; Stoffwechselstörungen; Drogen; Tumorerkrankungen
  • Wieviele Erkrankte: 20 Prozent der über 65 jährigen; vorwiegend Männer
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologe; Internist; Psychater
  • ICD-10 Code(s): F05.-

 


Schleichender Verlust des Bewusstseins

Das Delirium beschreibt ein unspezifisches Syndrom, welches durch den Verlust der geistigen Fähigkeiten gekennzeichnet ist. Oft treten bei den Patienten auch körperliche Beschwerden auf. Es sind hauptsächlich Männer betroffen.

Um dieser Krankheit entgegen zu wirken, ist es dringend notwendig, sich genaustens über die möglichen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Die Symptome und Ursachen des Deliriums sind vielseitig, deshalb ist eine genaue Untersuchung notwendig um die Betroffenen Personen zu heilen. Die Patienten sind aufgrund Ihres Zustandes dringend auf fremde Hilfe angewiesen.

 

Definition des Deliriums?

 

Im medizinischen Fachjargon bezeichnet man das Delirium ALS ein ätiologisch unspezifisches hirnorganisches Syndrom. Die Definition zeigt an, dass dabei sowohl psychische, als auch organische Faktoren eine Rolle spielen. Oft ist das Delirium nur ein zeitlich bedingtes Leiden. In manchen Fällen kann es allerdings sogar bis zum Tode führen. Eine frühzeitige Erkennung ist deshalb sehr wichtig für eine erfolgreiche Behandlung.

Am weitesten verbreitet ist das Delirium bei Patienten, die älter als 65 Jahre sind. Männer leiden häufiger unter der Krankheit, was vor allem mit dem höheren Konsum von Alkohol und andren Drogen zusammenhängt. Bei jungen Männern und Frauen tritt die Krankheit relativ selten auf. Bemerkbar macht sich das Leiden zu Beginn in erster Linie durch eine verringerte Konzentrationsfähigkeit und Störungen in der Wahrnehmung bzw. Orientierung. Zu den psychischen Symptomen kommen häufig auch psychosomatische Störungen, Persönlichkeitsveränderungen, eingeschränktem Kurzeitgedächtnis und allgemeinem Verlust des Denkvermögens hinzu.

Im fortgeschrittenen Stadium treten zusätzlich Halluzinationen, Schlafstörungen und Depressionen auf. Die Patienten leiden außerdem an einer performanten Unruhe, die durch Angstzustände und hohe Reizbarkeit gekennzeichnet ist.

 


Was ist ein Delirium?

 

Das Krankheitsbild des Deliriums ist bereits seit dem Ende des 17. Jahrhunderts bekannt. Im 18. Jahrhundert wurden erste Behandlungsmöglichkeiten erforscht und verschiedene Abhandlungen und Bücher darüber verfasst. Heutzutage werden allerdings andere Therapien eingesetzt als damals.

Genau genommen ist das Delirium eine Art von Psychose, die durch körperliche Erkrankungen ausgelöst wird und eine Vielzahl psychischer Leiden beinhaltet. In der Regel handelt es sich um eine reversible psychische Störung, die mit einer ausgeprägten Verschlechterung verschiedener psychischer Funktionen und Fähigkeiten einhergeht. Bewusstseinsverlust, Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten, gestörter Schlafrhythmus und eine unkontrollierte Symptomatik, sind in 90 Prozent der Fälle, die auffälligsten Symptome.

Bei Menschen mit einem Delirium ist die anticholinerge Aktivität im Serum erhöht, von daher Gehen Mediziner davon aus, dass ein cholinerges Defizit an den Neuronen im Gehirn bei der Bildung von Delirien eine entscheidende Rolle spielt. Heilbar sind die Symptome nur, wenn die zentrale Funktionsstörung nicht auch zu strukturellen Schäden im ZNS (Zentrales Nervensystem) geführt hat. Ausgelöst werden kann die Störung durch verschiedenste Ursachen. Man unterscheidet daher zwischen:

  • dem Delirium in Verbindung mit einer allgemeinen körperlichen Erkrankung,
  • durch die Einahme von Drogen/Medikamenten ausgelöstes Delirium,
  • Delirium mit verschiedenen Ursachen,
  • und dem Delirium ohne bekannte Ursache.

Delirien können theoretisch auch bei völlig gesunden Menschen ohne bestehende psychische Leiden auftreten, in den meisten Fällen jedoch, haben die Betroffenen bereits im Vorfeld mit einer Erkrankung oder Schädigung des Gehirns zu kämpfen. Delire sind häufig die ersten und einzigen Anzeichen einer schweren körperlichen Erkrankung.

Um ein bestehendes Delirium erfolgreich zu behandeln, ist vor allem eine frühzeitige Diagnose von großem Vorteil. Ein Besuch beim Neurologen ist für die Betroffenen unabdingbar. Dieser kann die genauen Ursachen und Symptome der Krankheit feststellen und eine geeignete Therapie anordnen. Je nach Krankheitsbild gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Neben dem gezielten Einsatz von Medikamenten ist es für die Patienten eine große Hilfe, Unterstützung und Begleitung durch vertraute Personen zu erfahren. Ebenso haben Studien gezeigt, dass entspannende Musik und angenehme Gerüche, eine positive Wirkung auf den Heilungsprozess haben. Mit der richtigen Therapie ist das Delirium in den meisten Fällen heilbar.


Welche Ursachen gibt es?

 

Genau genommen ist ein Delirium keine eigenständige Krankheit. Es ist eher das Ergebnis mehrerer, unterschiedlicher Ursachen, welche jeweils zu einer ausgedehnten Beeinträchtigung der Stoffwechselprozesse im Gehirn führen.

Forschungen haben gezeigt, dass sowohl spezielle Vorerkrankungen, als auch die Einahme gewisser Medikamente, bei der Krankheitsbildung eine entscheidende Rolle spielen.Hinzu kommen allgemeine Risikofaktoren wie z. B hohes Alter, falsche Ernährung, Stress, Bewegungsmangel und Schmerzen. Krankenhauspatienten über 65 Jahre sind besonders betroffen, da sie eine hohe Anfälligkeit für die entscheidenden Faktoren aufweisen.

Wenn eine dieser Vorbelastungen vorliegt und der Patient zusätzlich, eine weitere schwere Erkrankung, wie z. B. eine Infektion, Herzrhythmusstörung oder eine schwere Organerkrankung entwickelt, ist das Risiko der Entstehung eines Delirs, um ein vielfaches erhöht.

Bei älteren Patienten tritt eine Demenz, als ausschlaggebender Auslöser, am Häufigsten in Erscheinung. Jüngere Patienten dagegen leiden in erster Linie am sogenannten Delirium tremens, welches hauptsächlich durch den Entzug von Alkohol und Drogen entsteht.

Ansonsten gibt es noch eine Vielzahl weiterer Faktoren die, die Entwicklung eines Deliriums begünstigen. Dazu zählen unter Anderem:

Die häufigste Form der Erkrankung ist das Delirium tremens. Es wird allgemein auch als Alkoholentzugsdelirium bezeichnet. Es kann jedoch auch durch den plötzlichen Entzug anderer Suchtmittel, wie Drogen oder Medikamente auftreten. Oft begünstigen durch Alkoholmissbrauch entstandene Krankheiten, wie Leberzerose oder Pankreatitis, die Entwicklung eines Delirs.

Bei genauerer Betrachtung der Ursachen, als auch der Risikofaktoren, die für ein Delir verantwortlich sind, wird ersichtlich, dass hauptsächlich Menschen nach ihrem 65. Lebensjahr ein Delir entwickeln – immerhin erfüllen sehr viele ältere Menschen die Voraussetzungen: Diese sind vor allem:

  • die Entwicklung von Demenz,
  • unzureichende körperliche Bewegung,
  • das Fehlen sozialer Kontakte,
  • die Einnahme verschiedener Medikamente,
  • und eine mangelhafte Ernährung.

Um die Auswirkungen des Deliriums einzudämmen und eine erfolgreiche Behandlung in Aussicht zu stellen ist es wichtig leichte und schwere Symptome ernst zu nehmen. Jeder Patient mit einem Delirium sollte umgehend psychiatrisch, neurologisch, und internistisch untersucht werden.


Symptome & Anzeichen

 

Ein Delirium kann sich innerhalb weniger Stunden entwickeln und macht sich im Anfangsstadium, dadurch bemerkbar, dass der Betroffene verwirrt und orientierungslos wirkt. In Folge dessen treten nach einiger Zeit unterschiedliche Symptome auf.

Die Patienten leiden oft unter Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Diese beinhalten Schatten, die durch Räume flitzen, krabbelnde Tiere auf der Haut und das Sehen von weißen Mäusen. Hinzu kommen Orientierungslosigkeit und Gedächtnisverlust.

Ein weiteres deutliches Anzeichen für das Delirium ist das Auftreten psychomotorischer Störungen. Dazu zählen starke Stimmungsschwankungen, die durch einen unvorhersehbaren Wechsel zwischen Euphorie und Passivität gekennzeichnet sind. Der Patient redet dann deutlich mehr als gewöhnlich oder wird ängstlich und zieht sich zurüCK. Es kann mit unter auch zu ausgeprägten Veränderung der Persönlichkeit und dem völligen Verlust des abstrakten Denkvermögens führen. Zu dem kommt ein stark eingeschränktes Kurzeitgedächtnis.

Im ausgeprägten Stadium klagen Patienten meist über eine Störung des Schlafrhythmus. Dem Betroffenen fällt es schwer nachts einzuschlafen und er wird, während des Schlafs, von unangenehmen Träumen und Illusionen heimgesucht, die selbst nach dem Erwachen noch weiter bestehen können. In ausgeprägten Fällen kommt es zu kompletter Schlaflosigkeit. Dies führt wiederum zu einer einer innerlichen Unruhe und Benommenheit, welche die Verschlimmerung der anderen Symptome umso mehr bestärkt.

Zusammenfassend sind die deutlichsten Anzeichen eines Deliriums:

Bewusstseinsstörung

  • Halluzinationen, Illusionen, Wahnvorstellungen
  • Wahrnehmungsstörungen,
  • eingeschränktes Aufmerksamkeitsvermögen

Störung der Kognition

  • Beeinträchtigtes Kurzzeitgedächtnis
  • Örtliche-/zeitliche Desorientierung.

Psychomotorische Störungen

  • starke, schnell eintretende Gefühlsschwankungen
  • ungewöhnlich hoher Redefluss
  • Persönlichkeitsveränderung

Gestörter Schlaf−Wach−Rhythmus

  • Schlaflosigkeit
  • Umgekehrter Tag-/Nachtrhythmus
  • Alpträume

Wenn diese Symptome sich bemerkbar machen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden um eine genaue Diagnose zu erstellen. Aufgrund der hohen Anzahl an möglichen Ursachen ist es dringend von Nöten, bereits bei den ersten Anzeichen direkt zu reagieren.


Diagnose & Krankheitsverlauf

 

Bei der Diagnose ist der Lebenswandel und die medizinische Vorgeschichte des Patienten ausschlaggebend, denn die Ursachen des Deliriums können vielseitiger Natur sein. So kann ein schwerer Unfall, eine bereits bestehende Krankheit oder auch der Entzug von einer bestimmten Substanz das Delirium verursacht haben.

Da die Betroffenen meist unter Bewusstseinsstörungen und Verwirrtheit leiden, ist die Unterstützung einer Bezugsperson dabei umso wichtiger. Nur bei genauer Kenntnis der möglichen Auslöser, kann eine richtige Diagnose gestellt und somit eine anhaltende Besserung des Gesundheitszustands erreicht werden.

Da es viele, in Frage kommende, Ursachen für ein Delirium gibt, können Mediziner kein einheitliches Verfahren zur Diagnose anwenden. Die Beobachtung und der ständige Kontakt zum Patienten, ist daher ausschlaggebend bei der Erkennung des Delirs. Wichtig ist dabei, dass das Pflegepersonal ausreichend geschult ist, um die Anzeichen und die Entstehung der Krankheit rechtzeitig zu erkennen, zu dokumentieren, und die nötigen Information an den behandelnden Arzt weiterzugeben.

Ein Delirium ist genau genommen eine vorübergehende und reversible Störung. In den meisten Fällen klingen die Symptome nach einigen Tagen ab. Wenn das Delirium und dessen Ursachen allerdings nicht behandelt werden oder gleichzeitig eine schwere Erkrankung des Gehirns diagnostiziert wurde, kann der Verlauf des Deliriums sich über mehrere Wochen erstrecken und im schlimmsten Falle sogar zum Tod führen. Leidet der Patient bereits an einer anderen schwerwiegenden Krankheit, kann das Delir auch ein Hinweis auf das Endstadium der Erkrankung sein.

Ob und wie sinnvoll ein medizinisches Eingreifen ist, entscheiden letztendlich die behandelnden Ärzte. Um die Ursache eines Deliriums zu ermitteln, kommen mehrere Untersuchungsmöglichkeiten in Frage. Dazu gehören:

  • eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) des Herzens,
  • das Erstellen eines EKG (Elektrokardiogramm),
  • eine Liquorpunktion, um das Gehirnwasser zu untersuchen
  • sowie ein Elektroenzephalogramm, mit dem die Gehirnströme gemessen werden

Außerdem hilfreich bei der Diagnose ist:

  • das Messen von Laborwerten
  • eine Computertomographie (CT)
  • oder eine Kernspintomographie (MRT).

Die Dauer des Deliriums beträgt im Durchschnitt etwa eine Woche. Für eine erfolgreiche Heilung des Delirs ist eine schnelle und gezielte Diagnose und Behandlung, umso wichtiger.


Häufigkeit & Diagnosedaten

 

Am häufigsten sind Menschen ab dem 65. Lebensjahr von einem Delirium betroffen. In der Regel handelt es sich dabei um Krankenhauspatienten, oder Leute die bereits im Vorfeld an einer schweren Krankheit leiden. Unter Demenzkranken ist das Auftreten eines Delirs am weitesten verbreitet. Außerdem gilt das Delirium als häufigstes atypisches Krankheitszeichen bei älteren Menschen. So kann es beispielsweise ein starker Hinweis auf eine Erkrankung des Herzens oder eine Entzündung der Lunge sein.

Ein Delirium ist tatsächlich keine seltene Erscheinung. Statistisch gesehen ist etwa jeder fünfte Krankenhauspatient über 65 Jahre, mehr oder weniger davon betroffen. Aufgrund der vielfältigen Arten und Erscheinungsformen des Delirs sind Angaben zur Häufigkeit stets abhängig von der verwendeten Definition. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen dass, umso höher das Alter des Patienten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit ein Delirium zu entwickeln. Männer sind aufgrund ihres stärkeren Alkoholkonsums, im Durchschnitt, häufiger betroffen als Frauen.

Im Jahre 2015 wurden in Deutschland insgesamt 46.011 Fälle von Delirien registriert. Das Delir in Verbindung mit Demenz machte mit 69,6 Prozent den größten Anteil aus. Als zweithäufigste Form wurde das Delir in Verbindung mit einer durch Alkoholentzug ausgelösten Verhaltensstörung diagnostiziert. Der Anteil betrug 16,4 Prozent. Ansonsten waren die meisten Fälle ohne spezifischen Auslöser oder durch verschiedene Ursachen bedingt. Ein geringer Teil ließ sich auf den Missbrauch bzw. den Entzug von Medikamenten und Betäubungsmitteln zurückführen.

 


Komplikationen bei der Krankheit

 

Die Störung des Bewusstseins stellt, mitunter, die größte Komplikation beim Delirium dar. Da der Patient im deliren Zustand nicht zurechnungsfähig ist, kann der Verlauf nur sehr ungenau prognostiziert werden. Jedes Anzeichen sollte deshalb als psychiatrischer Notfall gehandhabt werden, und umgehend klinisch untersucht bzw. behandelt werden. Bei Nichtbehandlung können theoretisch schwere Begleiterscheinungen wie Atemnot, Herzstillstand oder gar der Tod eintreten.

Patienten die unter einem Delirium leiden, können aufgrund ihres geistigen Zustandes äußerst gefährlich Verhaltensweisen entwickeln. Diese reichen von Wutausbrüchen, über Selbstverletzungen bis hin zum Angriff auf andere Personen oder Suizidversuche. Die Betroffenen sind im Zustand des Delirs nicht in der Lage sich selbst zu kontrollieren. Eine permanente und gut organisierte Betreuung des Patient is von daher unabdingbar.

Um Komplikationen vorzubeugen bzw. zu vermeiden sind folgende Aspekte zu beachten:

  • Der Patient sollte regelmässig über seinen momentanen Aufenthaltsort und die jeweilige Zeit informiert werden um Orientierungslosigkeit zu vermeiden.
  • Der Patient sollte beschäftigt und zur Bewegung animiert werden
  • Eine Reizüberflutung sollte unbedingt vermieden werden.
  • Der Betroffene braucht Ruhe und Ausgeglichenheit.
  • Ein gesunder Schlafrhythmus und ungestörte Schlafphasen sollten etabliert werden
  • Jegliche Art von Stress und Aufregung sollte unbedingt vermieden werden.
  • Bedürfnisse des Patienten sollten nach Möglichkeit befriedigt werden. Die
  • Autonomie des Patienten fördern, indem man ihm die Möglichkeit zur
  • Selbstpflege gibt und ihn an der Behandlung teilhaben lässt
  • Dem Patienten stets mit Respekt und Verständnis entgegen kommen.
  • Der Betroffene soll ein Gefühl von Sicherheit vermittelt bekommen um den Symptomen des Deliriums entgegenzuwirken.

Des Weiteren ist eine stetige Beobachtung und die genaue Dokumentation des Zustands und des Verhaltens der Patienten bei der Vermeidung von Komplikationen notwendig. Eine genaue Diagnose und die gezielte Behandlung der Erkrankung erleichtert den Verlauf ungemein.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

 

Da ein Delirium in vielen Fällen als Folgeerscheinung einer bereits bestehenden Krankheit auftritt, wird es oft erst im Krankenhaus oder im Verlaufe einer ambulanten Behandlung diagnostiziert. Dennoch gibt es auch Fälle, in denen sich ein Delir ohne spezifische Ursache entwickelt, oder der Patient sich durch z.B, einen bevorstehenden Entzug, einem höheren Risiko aussetzt, ein Delirium zu erleiden.

Wenn sich Anzeichen und Symptome eines Deliriums bemerkbar machen, stehen die Chancen einer Heilung, bei frühzeitiger Behandlung, umso höher. Bei plötzlich auftretenden Stimmungsschwankungen, Veränderungen der Persönlichkeit, oder Wahrnehmungsstörungen sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Der Hausarzt kann eine Diagnose stellen und gegebenenfalls eine weitere, neurologische oder psychische Behandlung verordnen.

Suchtkranke sollten einen Entzug nur mit Absprache und in Begleitung ihres Hausarztes durchführen. Die Wahrscheinlichkeit, während des Entzuges, ein Delirium zu erleiden ist relativ hoch. Der Arzt kann dem Risiko eines Delirs, durch die Verabreichung von Medikamenten und entsprechenden Therapiemethoden, entgegenwirken.

 


Behandlungsmethoden & Therapie

 

Ein Delir ist eine gefährliche neurologische Krise. Die Betroffenen sind orientierungslos und laufen Gefahr sich selbst oder andere im Wahn ernsthaft zu gefährden.Da der Patient bei einem Delirium meist verwirrt ist, spricht der Arzt mit den Angehörigen, um Ursache und passende Behandlung des Delirs zu ermitteln.

Das erste Ziel der Behandlung sollte daher sein, den Patienten in eine stabile Lage zu bringen. Dabei gilt es in erster Linie die psychotischen Symptome, wie Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen, zu dämpfen und einzudämmen. Des Weiteren müssen Kreislauf und andere Körperfunktionen stabilisiert werden.

 

Zu Beginn der psychischen Behandlung werden vom Arzt beruhigende Medikamente in geringen Dosen verabreicht. Puls und Herzfrequenz unterliegen dabei einer permanenten Kontrolle. Eine ausreichende Zufuhr von Kalorien, Flüssigkeit, Vitaminen und Elektrolyten ist für das körperliche Wohlergehen des Patienten ebenfalls unerlässlich.

Der Schwerpunkt der Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Zunächst einmal ist es wichtig alle Faktoren auszuschalten, die das Delirium verstärken könnten. Dazu können unter anderem auch bestimmte Medikamente zählen. Negative Umwelteinflüsse und Stress sind weitere Faktoren, die unterbunden werden müssen. Die grundlegenden Maßnahmen beinhalten u.a:

  • die permanente medizinische Überwachung des Betroffenen,
  • mit dem Patienten möglichst viel zu kommunizieren,
  • für gute Lichtverhältnisse sorgen,
  • bei Bedarf Brille oder Hörgerät zur Verfügung stellen,
  • sowie Bettlägerigkeit zu vermeiden und Aktivität zu fördern.

Bei der medikamentösen Behandlung hängt die Therapie von der jeweiligen Art des Deliriums ab. Bei einem durch Entzug bedingten Delirium werden je nach Abhängigkeit, die passenden Medikamente eingesetzt. Beim Alkoholentzug und einem dadurch verursachten Delir werden in der Regel die Mittel:

  • Clomethiazol,
  • Carbamazepin,
  • Tiapridal,
  • und Benzodiazepine eingesetzt.

Falls eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen vorliegt, wird das Suchtmittel solange in hohen Dosen verabreicht, bis das Delirium abklingt. Anschließend wird die Dosis langsam herabgesetzt, so dass beim Entzug kein erneutes Delir verursacht wird.

Um die Symptomatik eines durch andere Ursachen oder bestehende Krankheiten ausgelösten Deliriums zu behandeln, werden allgemein Neuroleptika eingesetzt. Diese dienen vor allem der Heilung von Wahnvorstellungen, Halluzinationen und psychomotorischen Störungen. Zu beachten ist dabei des die eingesetzten Neuroleptika, über keine anticholinerge Wirkkomponente verfügen, da diese wiederum ein Delir hervorrufen können.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

 

Aufgrund der vielfältigen, unspezifischen Ursachen eines Deliriums ist es nur bedingt möglich Vorbeugungsmaßnahmen zu treffen. In erster Linie ist es wichtig alle möglichen Risikofaktoren zu vermeiden bzw. so gering wie möglich zu halten.

Da der Missbrauch von Alkohol, Drogen und Arzneimitteln einer der Hauptursachen eines Deliriums ist, sollte nach Möglichkeit auf deren Konsum verzichtet werden bzw. in Maßen konsumiert werden.

Die Verabreichung von Medikamenten sollte stets unter ärztlicher Anweisung stattfinden und das Absetzen eines Medikaments darf nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.Falls ein Entzug von Alkohol oder Betäubungsmitteln bevorsteht, muss dieser unbedingt unter medizinischer Aufsicht gemacht werden, da dabei ebenfalls ein hohes Risiko für das Erleiden eines Deliriums besteht.

Menschen die bereits das 65. Lebensjahr erreicht haben, sind aufgrund ihres Alters eher der Gefahr ausgesetzt ein Delir zu erleiden, als jüngere Leute. Eine mangelhafte Ernährung und eine unzureichende Aufnahme von Flüssigkeit spielen dabei in der Regel eine bedeutende Rolle. Vorbeugen kann diese Gruppe von Patienten daher am Besten durch eine ausgewogene und regelmäßige Zufuhr von Lebensmitteln.

Zusätzlich kann das Nachgehen einer sportlichen Aktivität (ausgedehnte Spaziergänge, Gymnastik, Fitness) dem Risiko ein Delir zu erleiden, entgegenwirken. Arztbesuche und Kontrollen in kontinuierlichen Abständen sind sowohl für ältere, als auch jüngere Menschen empfehlenswert, da somit mögliche Gefahren und Auslöser eines Delirs frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Eine Impfung gegen das Delirium gibt es nicht.

 


Prognose zur Heilung

 

In den meisten Fällen hält das Delir nur einige Tage an und bildet sich dann zurück. Es kann unbehandelt, allerdings, bis zu einigen Wochen andauern und schlimmstenfalls gar bis zum Tode führen. Patienten mit einem zusätzlichen Delirium haben eine 30 Prozent höhere Sterberate als Nichtdelirante.

Gegebenenfalls kann das Delir auch phasenweise auftreten, sodass wenn es scheinbar abgeklungen ist, plötzlich wieder ein deliranter Zustand eintritt. Dies ist öfters bei Demenzkranken der Fall. Wichtig für die erfolgreiche Heilung ist die frühzeitige Erkennung und das Wissen über den Auslöser des Deliriums.

Daraufhin gilt es kausale- und milieutherapeutische Methoden bewusst anzuwenden und den Erkrankten ausreichend zu betreuen. Mit der Behandlung der auslösenden Krankheit wird oft auch das Delirium beseitigt. Doch in nicht wenigen Fällen sind längere Zeit nach der Behandlung, noch subsydromale (leichte) Symptome des Delirs zu erkennen. In diesem Falle ist eine weitere Medikation von Nöten, um ein erneutes Erkranken zu vermeiden.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Chancen für die Heilung eines Delirs relativ gut stehen. Wenn die Ursache bekannt ist und ordnungsgemäß behandelt wird, sollte das Delirium nach maximal 8 Tagen vorüber gegangen sein. Die beste Therapie gegen ein Delir ist jedoch, nach wie vor, die Prävention.

 


Der Umgang mit delierten Menschen

 

Wenn ein Bekannter oder ein Familienmitglied ein Delir erleidet, ist es für die nahestehenden Personen oft nicht einfach mit der neuen Situation umzugehen. Der Betroffene wirkt wie ein anderer Mensch und durch seinen akuten Zustand der Verwirrung legt er plötzlich völlig ungewohnte Verhaltensweisen an den Tag.

Eine andere Persönlichkeit

Ein Delir geht meist mit einer starken Persönlichkeitsveränderung einher. Je nach dem ob es sich um einen hypoaktiven und hyperaktiven Zustand handelt, reagiert der Patient entweder sehr passiv und befremdlich, oder auch aggressiv und feindselig.

So kann es sein, dass der eigene Ehepartner wahllos beschimpft wird, unbegründete Wutausbrüche stattfinden, oder Familienmitglieder plötzlich wie Fremde behandelt werden. Ebenso können durch das Delirium, Angstzustände und Panikattacken eintreten.

Für die Angehörigen und das pflegende Personal ist es daher wichtig, stets sehr einfühlsam mit dem Betroffenen umzugehen, Stresssituationen zu vermeiden und für einen klar strukturierten Tagesablauf zu sorgen.

Wie kann man als Angehöriger helfen?

Als Angehöriger gibt es viele Möglichkeiten Beistand zu leisten. Unter anderem kann es hilfreich sein:

  • sich viel mit dem Betroffenen zu unterhalten, seine Hand zu halten und ihm ein Gefühl der Sicherheit zu geben,
  • dem Patienten regelmäßig mitzuteilen, wo er sich befindet, welche Zeit es ist und zu versuchen ihm die Situation erklären,
  • dem Patienten Geschichten oder Witze zu erzählen; aus einem Buch oder aus der einer Zeitung vorzulesen,oder ein Tagebuch zu führen, über die Erlebnisse und Fortschritte des Patienten.

Wichtig ist es dem Erkrankten das Gefühl zu geben nicht alleine zu sein und auf seine Bedürfnisse einzugehen. Damit wird dem Patienten Vertrauen vermittelt und es hilft ihm dabei sich wieder orientieren zu können.


Alternative Behandlungsmethoden

 

Alternative Behandlungsmethoden für ein Delirium sind relativ gering vorhanden. Bisher hat sich der gezielte Einsatz von Medikamenten in Verbindung mit betreuenden psychiatrischen Maßnahmen als äußerst erfolgreich erwiesen.Zu dem treten die meisten Fälle von Delirium bei stationären Krankenhauspatienten auf, wodurch direkt eine schulmedizinische Behandlung durchgeführt wird.

Es gibt allerdings auch einige Hausmittel und natürliche Präparate, die zur Bekämpfung des Delirs eingesetzt werden können. Neben der schulmedizinischen Behandlung gibt es:

 

  • Heiße Bäder und kalte Umschläge die zur Beruhigung eingesetzt werden
  • Diverse Hausmittel zur Beschäftigung des Patienten
  • Heilkräuter und Heilpflanzen die für ein gesteigertes Wohlbefinden sorgen
  • Ätherische Öle zur Linderung der Symptome und Beschwerden
  • Homöophatische Mittel als Begleitung zur schulmedizinischen Therapie

Des Weiteren ist eine ausgewogene Fürsorge und persönliche Betreuung des Patienten ausschlagend für einen erfolgreichen Heilungsprozess. Nichts desto Trotz ist es im Falle eines Delirs, unerlässlich fachärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Welche Hausmittel können helfen?

 

Der Betroffene ist beim Erleiden eines Deliriums kaum in der Lage selbst etwas zu tun. Umso wichtiger ist deshalb der Beistand der Angehörigen.

Diese können dem Patienten alleine durch ihre Anwesenheit helfen die Symptome des Delirs zu verringern, da die Betroffenen durch vertraute Personen, ein Gefühl der Sicherheit vermittelt bekommen. Die Angehörigen helfen ihnen außerdem dabei, sich zu erinnern und zu orientieren.

Auch Berührungen, kleine Gesten und Hände halten haben einen positiven Einfluss. Ein stabiler Tag- und Nachtrhythmus, ausreichender Schlaf, sowie eine ruhige Atmosphäre ist ebenfalls heilungsfördernd. Auch die Lichtverhältnisse machen einen Unterschied aus. Im Raum des Patienten sollte es weder zu hell noch zu dunkel sein.

Studien haben gezeigt, dass entspannende Gerüche oder beruhigende Musik ebenfalls einen positiven Effekt haben. Wird das Delirium aufgrund einer zu hohen Körpertemperatur ausgelöst, können Wadenwickel und kalte hilfreich sein. Dazu taucht man Tücher in lauwarmes Wasser und legt sie um die Waden des delirierenden Patienten. Darüber werden trockene Tücher gewickelt und der Patient fest zugedeckt. Bei hohem Fieber können auch kalte Umschläge auf den Kopf gelegt werden um den Betroffenen zu beruhigen und abzukühlen.

 

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

Um die Symptome und Leiden eines Delirs zu bekämpfen, gibt es in der Natur auch einige Pflanzen und Kräuter, die zum Wohlbefinden des Patienten und dessen Heilung beitragen. Diese sind unter anderem:

  • Gartengleisse,
  • Nieswurz,
  • Christrose,
  • Großer Kalmus,
  • Heilziest,
  • Eisenhut,
  • Brahmi, und indischer Hanf.

All diese Pflanzen und Kräuter sollten nur mit Hilfe und unter Beobachtung eines Experten bzw. Homöopathen eingenommen werden. Die richtige Dosis und Verabreichung ist von höchster Priorität, da einige Pflanzen sehr giftig sind und bis zum Tod führen können, bei übermäßiger Dosierung.

Ätherische Öle

 

Die Anwendung von ätherischen Ölen bei einem Delir ist etwas umstritten, da es gewisse Öle gibt die ein Delirium begünstigen oder gar auslösen können. Bisher gibt es auch nur wenige Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet. Als hilfreich gelten, bis dato, Aromatherapien mit folgenden Mitteln:

Zitrone und Rosmarin am Morgen in Verbindung mit Lavendel am Abend

  • Bei der Anwendung der Öle wurde eine Verbesserung der kognitiven Funktion festgestellt

Zitronenmelisse

  • Eine Linderung der psychosomatischen Störungen wurde festgestellt

Handmassage mit Lavendel, Mandarine und Geranie

  • verminderte Unruhe, höhere Aufmerksamkeit und besserer Schlaf konnten bei der Behandlung festgestellt werden

Aromatherapie mit ätherischen Ölen ist eine zusätzliche Hilfe, bei der Behandlung eines Deliriums, und kann gut mit der ärztlichen Therapie kombiniert werden. Richtig angewandt können dadurch Beschwerden und Symptome zu einem gewissen Grad gelindert werden.

Homöopathie & Globuli

 

Homöopathische Präparate können begleitend zur kausalen Therapie eingesetzt werden. Sie können das allgemeine Wohlbefinden des Betroffenen steigern und verschaffen Linderung bei einigen unangenehmen Symptomen und Nebenwirkungen. Zu den gängigsten Globuli zählen:

  • Arsenic album 5,
  • Belladonna 4,
  • Cannabis Indica,
  • und Hyposcyamus Stramonium 4-12.

Eine Visite beim Homöopathen kann hilfreich sein, um weitere und genauere Information diesbezüglich zu erhalten. Wie bei allen alternativen Behandlungsmethoden, ist jedoch auch hier Vorsicht gefragt. Eine schulmedizinische Therapie kann durch Globuli nicht ersetzt werden.

Schüssler-Salze

 

Die sogenannten Schüssler Salze werden teilweise auch bei Delirien eingesetzt. Da es auch hier Unterschiede gibt, kommen nur gewisse Salze dafür in Frage. Bei einem Delirium kommt in erster Linie das Schüssler Salz Nr. 5 (Kalium phosphoricum) in Frage, da der Betroffene dabei unter Angstzuständen, Depressionen und Apathie leidet.

Diese Zustände werden durch den Mangel an körpereigenem Kalium Phosphoricum, welches vorwiegend in Gehirn- und Nervenzellen vorkommt, begünstigt. Nr. 5 schützt vor Gewebeabfall und in Verbindung mit Salz Nr. 8 (Natrium chloratum), sorgt es für den Wiederaufbau der Zellstruktur. Wie bereits erwähnt, gibt es den depressiven Patienten eine revitalisierende und aufbauende Unterstützung und hilft dem Betroffenen, sein Denken und Handeln wieder in Bewegung zu versetzen.

Ebenso hat sich der Einsatz von Salz Nr. 8 (Natrium Chloratum) bei besonders schweren Fällen als unterstützend erwiesen. Vor Allem für Patienten die über Schlaflosigkeit, Alpträume und Gedächtnisverlust leiden, hat die Behandlung mit Natrium Chloratum, in Verbindung mit Kalium Phosphoricum einen positiven Effekt vorzuweisen.

 

Diät & Ernährung

 

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme gegen die Entstehung eines Deliriums sein. Da ein Delirium, normalerweise, als Folge anderer Grunderkrankungen auftritt, sollte man besonderen Wert darauf legen, was der Körper zu sich nimmt. Sehr viele Krankheiten hängen eng mit einer falschen Ernährung zusammen.

Besonders ältere Menschen erleiden oft ein Delirium aufgrund mangelnder Flüssigkeits- und Nahrungszunahme. Diese sollten daher stets auf eine regelmäßige, wertvolle Ernährung achten. Ebenso kann der übermäßige Konsum von Fleisch, Zucker, Salz, und fettigem Essen, die Entwicklung eines Delirs begünstigen.

Die größten Risikofaktoren stellen nach wie vor der Konsum von Alkohol und Drogen dar. Das Alkoholdelir gilt als die schlimmste Form und birgt die größten Gefahren. Bei fehlender Behandlung oder fortführendem Alkoholkonsum können schwere irreparable Folgeschäden entstehen oder gar der Tod eintreten.

Die Ernährung sollte daher stets reichhaltig an Vitaminen, Proteinen und Ballaststoffen sein. Diese sind unerlässlich für die Vitalfunktionen und die Leistung des Gehirns. Frisches Obst und Gemüse, wenig Getreide und Fleisch, viel Fisch und Hülsenfrüchte stärken die Nerven und das Immunsystem und bieten gleichzeitig sicheren Schutz vor schweren Erkrankungen, die ein Delir auslösen könnten.

 


FAQ – Fragen & Antworten

Woran lassen sich die Anzeichen eines Deliriums erkennen?

Es gibt aufgrund der vielfältigen Auslöser und Ursachen kein einheitliches Verfahren um ein Delirium zu diagnostizieren. Es gilt in erster Linie auf die auftretenden Symptome zu achten, und bei ersten Anzeichen umgehend ärztlichen Rat zu suchen. Grundsätzlich gibt es keine erbliche Veranlagung oder genetische Vorbelastung die die Krankheit begünstigen.Ein Delirium entsteht in der Regel spontan.

Vor allem bei älteren Menschen und Alkohol- bzw. Drogenabhängigen, ist stets auf deren Verfassung zu achten, da diese besonders gefährdet sind. Bei bestehendem Verdacht ist eine psychiatrische, neurologische und internistische Untersuchung dringend empfohlen.

Wie sollte man als Angehöriger mit dem Betroffenen umgehen?

Da das Delirium von Bewusstseinsstörungen und dem Verlust kognitiver Fähigkeiten gekennzeichnet ist, hat die intensive Betreuung des Patienten höchste Priorität.

Unterhaltungen, Spaziergänge und einfühlsame Gesten helfen dabei die Symptome zu lindern und geben dem Betroffenen ein Gefühl von Geborgenheit und innerer Ruhe. Außerdem werden so Zustände von Hilflosigkeit und damit verbundene Angst – und Panikattacken unterbunden.

Wie stehen die Chancen auf eine vollständige Heilung?

Die Heilungschancen unterscheiden sich je nach vorliegender Krankheit und der Ausgeprägtheit des Deliriums. In der Regel wird das Delirium innerhalb einer Woche geheilt, doch bei manchen Patienten zeigt die Therapie manchmal wochenlang keine Wirkung oder es kommt im Nachhinein zu unregelmäßigen Komplikationen bzw. erneuten Anzeichen eines Deliriums.

Jeder Patient ist unterschiedlich und neben der medikamentösen Behandlung, ist vor allem das persönliche Umfeld und der mentale Beistand der Angehörigen, ausschlaggebend für eine erfolgreiche Erholung

Kann man ein Delir mit alternativen Methoden behandeln?

Grundsätzlich ist davon abzuraten sich auf bei einem Delirium direkt an einen Heilpraktiker oder Homöopathen zu wenden. Es gibt bisher keine Studien die eine vollständige Heilung durch eine alternative Therapie belegen.

Unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung kann der Einsatz von Heilkräutern, Globuli oder Hausmitteln jedoch bedenkenlos befürwortet werden. Wichtig ist dabei nur sich richtig beraten zu lassen und fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Wie kann man einem Delirium am Besten vorbeugen?

Das beste Mittel gegen ein Delirium ist nach wie vor die Vorbeugung. Ein gesunder Lebenswandel, soziale Kontakte und ein geregelter Tagesablauf sind dabei schon die halbe Miete. Auf ungesundes Essen wie fetthaltige Speisen, gezuckerte Getränke und Alkohol/Drogen sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.

Viel Bewegung an der frischen Luft und ein gesunder Schlaf fördern die allgemeine Gesundheit und verringern das Risiko, an einer Krankheit zu erleiden, die ein Delirium verursachen könnte.

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