Ataxie

Steckbrief: Ataxie

  • Name(n): Ataxie; Ataxia
  • Art der Krankheit: neuronale Erkrankung
  • Verbreitung: nicht gesichert da hohe Dunkelziffer
  • Erste Erwähnung der Krankheit: bereits in der Antike
  • Behandelbar: nein – Symptome können eingedämmt werden
  • Art des Auslösers: Erbfaktoren oder äußere Einflüsse bei erworbener Ataxie
  • Wieviele Erkrankte: ca.1.700.000
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologe
  • ICD-10 Code(s): R27.0

Ohne Koordination in der Bewegung

Ataxie ist vielen Menschen kein Begriff. Dabei leiden weit mehr Personen unter dieser Form der Bewegungsstörung als landläufig bekannt ist. Oftmals wird sie nicht einmal als eine solche erkannt, sodass viele Fälle dieser Art undiagnostiziert bleiben.

Dabei herrscht in der Gesellschaft kein genaues Bild davon, was eine Ataxie eigentlich ausmacht. Bei vielen Betroffenen wird der Leidensdruck zudem stark unterschätzt, denn die Auswirkungen der Erkrankung werden besonders bei schwachen Formen nicht immer Ernst genommen.

Doch was genau verbirgt sich hinter dem Terminus Ataxie und wies sehen die Symptome aus? Fragen die von besonderer Relevanz sind, um auch Menschen zu helfen, die für Ihre Leiden bisher keine Erklärung hatten.

Definition der Ataxie

Als Ataxie wird im Allgemeinen eine Störung der Bewegungskoordination bezeichnet. Dabei kann diese Erkrankung unterschiedliche Formen annehmen, die sich alle durch die Art ihrer Ausprägung – also, in welchem Bereich und wie sie auf die Bewegungsabläufe einwirken – unterscheiden.

Ataxien sind eine Erkrankung der neuronalen Bahnen im Gehirn, wobei bei vielen Fällen die Ursache nicht genau bekannt ist. Als ein wesentlicher Faktor werden allerdings genetische Einflüsse angesehen. Hinzu kommen Formen der erworbenen Ataxie, die im Laufe des Lebens eines Menschen auftreten können.

Diese unterliegen verschiedenen Abläufen, sodass manche ab der Beginn der Erkrankung immer schlimmer werden, während andere einen Höhepunkt erreichen und sich danach deutlich abschwächen. Die Gründe für erworbene Ataxien sind dabei vielfältig und können auch in Kontakt- und Umweltgiften sowie Unfällen begründet sein.

Was ist Ataxie genau?

Die oben stehende Definition mag für den einen oder anderen etwa dürftig sein. Ataxie ist wesentlich differenzierter als dies auf den ersten Blick den Anschein haben mag. So unterscheidet man innerhalb der Erkrankung zwischen verschiedenen Ober- und Unterformen, die je nach Art und Ort des Auftretens entsprechend bezeichnet werden. Als Beispiel kann an dieser Stelle die Standataxie genannt werden, bei der die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind alleine zu stehen oder zu gehen. Häufig sind demnach mechanische Hilfsmittel wie Rollatoren oder die Unterstützung durch Mitmenschen erforderlich. Die Ataxien werden zudem noch nach Schweregrad eingeteilt.

Am Beispiel der Standataxie würde eine leichte Form dann diagnostiziert, wenn der Betroffene noch in der Lage ist alleine zu stehen oder zu gehen, wenngleich dies aber nur mit Einschränkungen möglich ist. Eine mittlere Ataxie zeigt sich durch die Unfähigkeit zu gehen, wobei das Stehen noch bedingt möglich ist, wenn auch nur über einen kurzen Zeitraum. Hier sind Hilfsmittel in der Regel noch nicht erforderlich. Eine schwere Ataxie ist dann gegeben, wenn der Erkrankte ohne Hilfe überhaupt nicht mehr stehen und gehen kann. Hier können dann nur noch mechanische Hilfen oder dauerhafte menschliche Unterstützung für Abhilfe sorgen.

Ataxien werden auch nach klinischen Kriterien eingeteilt. Hier werden sie in die sogenannten spinalen, zerebralen und polineuritisartigen eingeteilt. Innerhalb dieser Klassifikation werden den Erkrankungen unterschiedliche Namen gegeben, die oftmals eine Kombination aus Entdecker und Betroffenen darstellen. Ein Beispiel hierfür ist das Batten-Spielmeyer-Vogt-Syndrom, welches zu den zerebralen Ataxien gezählt wird. Die Benennungen in anderen Bereichen sind entsprechend, wenngleich nicht alle als Syndrom bezeichnet werden.

Welche Ursachen gibt es?

Ataxien können sowohl genetische als auch äußerliche Einflüsse als Ursachen haben. Dabei werden beide Formen entsprechend ihrer Ursachen nochmals in Unterkategorien eingeteilt.

Äußerliche Ursachen

Die häufigste Ursache für erworbene Ataxien ist dabei der Schlaganfall. Die im Gehirn stattfindenden Prozesse können eine direkte Auswirkung auf das Kleinhirn (Zerebellum) haben. Hier findet die maßgebliche Steuerung aller Bewegungsabläufe statt. Auch die Feinabstimmung wird in diesem Teil des Gehirns kontrolliert, sodass zum Beispiel der gezielte Pinzettengriff, überhaupt erst möglich wird. Eine weitere Ursache für Schäden am Kleinhirn können Unfalle sein, bei denen ein starkes neuronales Trauma aufgetreten ist. Hier können kleinste Blutungen im Kleinhirn einen Defekt hervorrufen, der die Koordination der Bewegung stark beeinträchtigt.

Ataxien treten auch häufig im Zusammenhang mit Multiples Sklerose auf. Hierbei handelt es sich um eine Nervenerkrankung, bei der die Nervenhäute durch eine andauernde Entzündung zerstört werden. In sehr ungünstigen Fällen können diese Prozesse auch das Kleinhirn erreichen und in diesem Schäden hervorrufen, was wiederum Ursache für eine Ataxie sein kann.

Auch Infektionen und Vergiftungen stellen eine Ursache für Ataxien dar. Besonders eine akute Hirnhautentzündung (Meningitis) kann dabei zu einer akuten Ataxie führen, wenn diese nicht erkannt und behandelt wird. Häufig sind aber auch Erreger wie das Epstein-Barr-Virus, Herpes oder die gemeine Syphilis für eine entsprechende Erkrankung verantwortlich. Bei den Giften ist es in erster Linie der Alkohol, der in übermäßig großer Menge konsumiert Ataxien auslösen kann. Besonders im Rahmen einer Alkoholvergiftung ist die Häufigkeit von auftretenden Ataxien sehr hoch. Die Symptome können sich dabei nach einer gewissen Zeit wieder abschwächen oder aber dauerhaft bestehen bleiben. Dies ist einzig vom Ausmaß der Schädigungen im Gehirn abhängig.

Genetische Ursachen

Genetische Ursachen werden in zwei verschiedenen Kategorien eingeteilt:

Hereditäre Ursachen
Autosomal-rezessive Ursachen

Als eine Sonderform gelten hierbei die X-chromosomalen Ursachen, die nur bei Männern auftreten, da der genetische Fehler direkt im X-Chromosom angesiedelt ist.

Hereditäre Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht. Zum einen kann davon ausgegangen werden. Das Stoffwechselstörungen im Gehirn eine wesentliche Rolle bei der Erkrankung spielen. Durch diese werden bestimmte Neurotransmitter entweder nicht oder aber falsch gebildet. Die Informationen können somit nicht korrekt übertragen und verarbeitet werden. Hierdurch entstehen dann die Störungen in der Bewegung, die je nach Art der Störung verschiedene Bereiche des Körpers betreffen können. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass besonders die Fehlbildung von Eiweißen im Gehirn eine bedeutende Rolle spielt, was dieser Form der Ataxien eine gewisse Ähnlichkeit zu Parkinsonschen Erkrankung verleiht.

Autosomal-rezessive Ataxien zeigen sich vor allem dadurch, dass sie meist vor dem 25. Lebensjahr eintreten und auch immer Geschwister betreffen. Ist also ein Kind erkrankt ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch ein Bruder oder eine Schwester an einer Ataxie leiden wird. Eine Ausnahme stellt hier die x-chromosomale Variante dar, denn diese tritt nur bei Jungen auf, sodass in einem solchen Fall Mädchen nicht betroffen sind. Auch wer unter einer Diabetes leidet, kann an einer Ataxie erkranken. In der Regel handelt es sich dann um die Friedrich-Ataxie, die häufigste Form dieser Erkrankung in der europäischen Bevölkerung.

Die x-chromosomale Variante ist eher selten und es wurden nur wenige Fälle genau diagnostiziert. Diese Form wird dann als Fragiles X-assoziiertes Tremor-/Ataxie-Syndrom oder kurz FXTAS bezeichnet. Seine Symptome sind nicht von denen anderer Ataxien zu unterscheiden, sodass für eine genaue Diagnose lediglich eine genetische Untersuchung und eine Sequenzierung des X-Chromosoms in Frage kommen.

Symptome & Anzeichen

Die Symptome einer Ataxie sind auf ein enges Feld begrenzt. Treten alle oder ein großer Teil der Symptome gleichzeitig auf, dann mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit von einer Ataxie gesprochen werden.

Das Hauptsymptom ist dabei natürlich die Koordinationsstörung. Diese kann bei verschiedenen Formen der Ataxie in unterschiedlichen Bereichen des Körpers auftreten.

Rumpfataxie

Bei der Rumpfataxie erfolgt die fehlerhafte Koordinierung im Rumpfbereich, was es den Betroffenen in der Regel unmöglich macht aufrecht zu sitzen. Dies ist dann nur noch mit fremder Hilfe oder einer Stütze möglich. Auch das Stehen bereitet in diesem Zusammenhang Probleme. Erstaunlicherweise stellt aber eine flüssig Bewegung kein Hindernis dar. Hier verläuft die Bewegung völlig koordiniert, wenngleich durch die meist leicht degenerierten Muskeln eine deutliche Schwäche ausgemacht werden kann.

Die Standataxie

Bei der Standataxie stellt im Gegensatz zur Rumpfataxie das Sitzen keine Schwierigkeit dar. Allerdings ist es dem Betroffenen kaum möglich aus eigener Kraft zu stehen oder zu laufen, wenn diese Erkrankung in ihrer schwersten Form zutage tritt. Hier sind konsequent Hilfestellungen und erforderlich. Alle anderen koordinationsbedingten Bewegungen laufen dabei aber völlig normal ab, sodass keine Beeinträchtigungen festgestellt werden können.

Die Gangataxie

Die Symptome einer Gangataxie beschränken sich allein auf die Bewegung des Betroffenen. Beim Stehen oder Sitzen sind keine ungewöhnlichen Anzeichen zu erkennen. Die Gangataxie äußerst sich durch einen sehr unsicheren schwankenden Gang, der zudem von einer breitbeinigen Fuß- und Beinstellung geprägt wird. Daher wird diese Erscheinungsform der Ataxie auch häufig mit geistigen Behinderungen in Verbindung gebracht, denn die gesamte Bewegung erscheint einem Außenstehenden meist sehr „flapsig“. Allerdings liegen auch bei dieser Form der Ataxie keine geistigen Behinderungen vor.

Die Zielbewegungsataxie

Bei einer Zielbewegungsataxie ist es dem Betroffenen nicht möglich, genau auf ein bestimmtes Objekt zu deuten. Der Finger zeigt dabei in irgendeine Richtung, die aber nichts mit dem eigenetlichen Gegenstand zu tun haben muss. Bis auf diese Beeinträchtigung zeigen sich bei den Betroffenen keine weiteren koordinationsbedingten Symptome. Dies bedeutet, dass die Erkrankung nach Außen kaum erkennbar ist, solange die Erkrankten nicht in eine definitive Situation gebracht werden.

Weitere Symptome

Je nach Art der vorliegenden Ataxie noch weitere Symptome auftreten, die je nach stärke dem betroffenen einen mehr oder weniger großen Leidensdruck auferlegen. So kommen sehr häufig Schluckbeschwerden vor, was stets auf eine Störung im Kleinhirn verweist, denn hier werden auch jene Impulse verarbeitet, die für die Kontraktion der Speiseröhre verantwortlich sind. Die Schluckbeschwerden können sich dabei in einem deutlich zu vernehmenden Schlucken äußern, dass an ein mühevolles herunterdrücken erinnert.

Zudem zeigen sich bei vielen Betroffenen Sprachstörungen. Diese können eine neurologische Ursache haben, aber auch durch die Ataxie selbst bedingt sein, wenn etwa die Koordination des Zwerchfelles nicht korrekt funktioniert. Somit kann der Luftstrom der für das Sprechen verantwortlich ist nicht reguliert werden, was dann eine verwaschene und sehr undeutliche Sprache, die zudem äußerst heiser erscheint, hervorruft. In einigen Fällen kann auch Stottern auftreten, was aber eher bei der Augenataxie – einer Störung der Kontraktion der Augenmuskeln – zum Vorschein tritt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

In der Regel beginnt eine Ataxie sehr langsam, sodass die ersten Symptome gar nicht als solche erkannt werden. In vielen Fällen geht der Betroffene in den ersten Wochen davon aus, dass er müde, überarbeitet oder auf eine andere Art und Weise gestresst sei und eventuell dringend Ruhe brauchen würde.

Augenscheinlich wird eine Ataxie erst dann, wenn sich die Symptome verstärken und zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag führen. Dieser Prozess kann bei jedem betroffenen sehr unterschiedlich ablaufen und sich langsamer oder schneller in Gang setzen. Weshalb es diesen unterschiedlichen Verlauf gibt, ist bisher noch nicht ganz klar, es wird aber vermutet, das bestimmte Stoffwechselvorgänge dafür verantwortlich zeichnen.

In den meisten Fällen traten zuerst schwache Koordinationsstörungen auf. Diese zeigen sich je nach Art der Ataxie entweder in einem unsicheren Gang oder in Haltungsproblemen beim Laufen, Stehen und Sitzen. Zudem ist stets die Feinmotorik eingeschränkt, was sich auch deutlich am Schriftbild der Betroffenen zeigt. Die Hand kann nicht mehr gezielt geführt werden, sodass eine unsaubere, eher kindliche Schrift entsteht.

In der Folge können Gleichgewichtsstörungen und eine verwaschene Sprache auftreten. Allerdings sind diese Symptome bei jeden Patienten anders ausgeprägt, sodass ihre Stärke durchaus variieren kann. Über die Jahre können alle genannten Symptome gleich bleiben, sich verstärken oder auch wieder abnehmen. In einigen Fällen verschwand dabei die Ataxie vollständig, ohne das ein weiteres Auftreten beobachtet werden konnte.

Diagnostische Verfahren

Die Diagnose einer Ataxie ist nicht immer einfach, denn es gibt unzählige Erkrankungen die ein ähnliches Erscheinungsbild an den Tag legen. So kann eine Ataxie im umgekehrten Fall auch mit Parkinson verwechselt werden, vor allem, wenn die Arme und Beine betroffen sind, was häufig bei einer Zielbewegungsataxie in Verbindung mit Gleichgewichtsstörungen der Fall ist.

Bei einem Auftreten vor dem 25. Lebensjahr kann eine molekulargenetische Untersuchung erfolgen, denn bei dieser Form kann in den meisten Fällen ein genetischer Fehler nachgewiesen werden, der eine Stoffwechselstörung im Gehirn auslöst. Sollten die Symptome das erste mal im Erwachsenenalter auftreten, können nur umfangreiche neurologische Untersuchungen in Verbindung mit langwierigen körperlichen Prüfungen zu einem Ergebnis führen.

Auch die Untersuchung von Blut und Urin kann eine Klärung ermögliche. Hier können Entzündungswerte festgestellt werden, die zum Beispiel auf das Vorliegen einer Grunderkrankung wie Multiples Sklerose hindeuten. Auch eine Computertomografie kann Aufschluss über die Ursache geben, denn diese kann die Aktivität im Kleinhirn sichtbar machen und somit die funktionellen Störungen auf einen genauen Bereich eingrenzen. Letztlich kann auch eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit Aufschluss über den Ursprung der Ataxie geben. Hierzu ist eine Punktion des Spinalkanals erforderlich, die in der Regel mit örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose durchgeführt wird.

Ataxien müssen dabei nicht immer als eine eigenständige Krankheit auftreten. In vielen Fällen liegt eine Grunderkrankung vor, die unter Umständen sogar kuriert werden kann. Daher ist eine schnellstmögliche Abklärung der sich entwickelnden Symptome durch einen Neurologen von Nöten. In der Folge nun eine zusammenfassende Auflistung der wesentlichen Symptome:

Die Symptome einer Ataxie – Zusammenfassung

  • Störungen in der Koordination
  • Störungen beim Gehen
  • Einschränkungen in der Bewegung
  • Beschwerden beim Schlucken
  • Störungen in der Sprache

Häufigkeit & Diagnosedaten

Ataxien sind nicht selten, treten aber im Vergleich zur Weltbevölkerung doch mit einer überschaubaren Häufigkeit auf. Schätzungsweise sind auf dem ganzen Planeten etwa 1,7 Millionen Menschen von einer Ataxie betroffen. Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen, denn bei der oben genannten Zahl handelt es sich um einen statistischen Mittelwert, der allein anhand von Studien erstellt wurde. Diese errechneten die Häufigkeit einer Ataxie auf eine Bevölkerung von 100.000 Menschen. Nach diesen Werten gibt es in einer Stadt mit einer entsprechenden Einwohnerzahl also 20 Menschen, die an einer Ataxie leiden.

Allerdings werden viele Ataxien nicht als solche erkannt. Dies ist an sich betrachtet auch kein ´bedeutendes Problem, denn häufig wird die Grunderkrankung bereits vor dem Auftreten der geschilderten Symptome erkannt und behandelt sodass diese entweder nur schwach oder gar nicht zum Ausbruch kommen. Selbst bei Patienten mit vollwertigen Ataxien lassen sich diese über die Behandlung der eigentlichen Erkrankung sehr leicht beseitigen. Dennoch darf an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass es sich per Definition bei einer Ataxie um eine seltene Erkrankung handelt.

Daher sind eindeutige Diagnosedaten nicht wirklich gesichert, denn die Forschung in diesem Bereich beschränkt sich eher auf die erwähnten Grunderkrankungen als auf die Ataxiesymptome selbst. Reine Ataxien, die keine andere Erkrankung als Ursache aufweisen sind daher nur selten diagnostiziert und werden in der aktuellen medizinischen Forschung so gut wie nicht besprochen.

Komplikationen bei der Krankheit

Neben den Bewegungsstörungen können bei einer Ataxie noch weitere Störungen auftreten, die den Alltag eines Menschen durchaus verkomplizieren können. So können etwa Ziele nicht mehr genau anvisiert werden und auch die Entfernung zu diesen unterliegt häufig einer Fehleinschätzung. Dies führt dazu, dass der Patient ins Leere greift, da Gegenstände nicht mehr genau fokussiert werden können. Auch können schnelle Bewegungen in der Regel nicht mehr ausgeführt werden, wovon vor allem die Reflexe betroffen sind. Dies führt besonders in Gefahrensituationen zu Problemen, wenn etwa ein schnelles Ausweichen nicht mehr möglich ist.

Aus den bestehenden äußerlich auffälligen Komplikationen ergibt sich natürlich ein hoher Leidensdruck. Desto schwerer die Erkrankung ausfällt umso mehr ziehen sich diese Menschen meist zurück, um nicht den „Spott“ der Umwelt auf sich zu ziehen. Dies führt unweigerlich zu einer sozialen Isolation und zum Teil auch zur Abkehr von Freunden und Familie. Allein die entstehende Angst, als Verrückt abgestempelt zu werden, kann für einen Betroffenen zu psychologischen Problemen führen. Diese können sich in Panikattacken und im schlimmsten Fall in Depressionen äußern.

Die soziale Ausgrenzung wird noch dadurch verstärkt, dass vielen Aktivitäten die früher durchgeführt wurden, nun nicht mehr nachgegangen werden kann. Beispielsweise ist das gemeinsame Joggen mit Freunden oder dem Partner nicht mehr möglich. Auch Beziehungsprobleme stellen Komplikationen dar, die in keinen Fall unterschätzt werden dürfen. Häufig fühlen sich diese Betroffenen nicht mehr attraktiv und erleben zudem eine Zurückweisung durch den Partner. All dies kann zu mannigfaltigen psycho-sozialen Störungen führen.

Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Der Arztbesuch wird dann notwendig, wenn plötzlich und unvermittelt Gleichgewichtsstörungen oder massive Koordinationsprobleme auftreten. Diese können Anzeichen für eine beginnende Ataxie sein. Zudem sind Gangstörungen und Bewegungseinschränkungen ohne Schmerzen ein wichtiger Hinweis, dass eine beginnende Ataxie im Raum stehen könnte. Hier muss unter allen Umständen sofort ein Arzt konsultiert werden. Treten akute Schluckbeschwerden und Sprachstörungen auf ohne das die Motorik betroffen ist, kann zu Anfang auch der Hausarzt aufgesucht werden, Hier gibt es auch andere Möglichkeiten, wobei diese Symptome in keinem Fall als lapidar abgetan werden sollten.

Wenn in der Familie bereits Fälle von Ataxien aufgetreten sind, sollte bei entsprechenden Symptomen unbedingt sofort ein Neurologe aufgesucht werden. Bedingt durch die genetische Vorbelastung kann ohnehin dazu geraten werden, regelmäßige Termine zur prophylaktischen Untersuchung wahrzunehmen. Auf diese Weise können eventuell beginnende Symptome schnell erkannt und behandelt werden.

Behandlungsmethoden & Therapie

An dieser Stelle muss klar gesagt werden: Es gibt keine Therapie, die eine Ataxie selbst behandeln kann. Aller Maßnahmen richten sich stets an der Grunderkrankung aus, sofern eine solche besteht. Tritt die Ataxie als Einzelerkrankung auf können in der Regel nur die Symptome behandelt werden. Dabei besteht eine hohe Chance, dass diese soweit zurückgehen, dass im Alltag nur sehr wenige Beeinträchtigungen im Raum stehen. Allerdings kann mit einem vollständigen Abklingen und verschwinden der Beschwerden nicht gerechnet werden.

Bei Ataxien die durch Vergiftungen, Infektionen oder andere Umwelteinflüsse ausgelöst wurden kann eine Therapie der eigentlichen Erkrankung oder eine Reinigung des Körpers von den ´Giftstoffen erfolgen. Ist die Ataxie lediglich auf diese Ursachen zurückzuführen, so bilden sich die Symptome in der Regel von selbst zurück und auch das vollständige Verschwinden dieser ist recht wahrscheinlich.

Bei genetisch bedingten Ataxien oder jenen Formen, die durch chronische entzündliche Prozesse ausgelöst werden, können nur unterstützende Maßnahmen durchgeführt werden. So kann einem Patienten mit einer Gehhilfe das Laufen und stehen ermöglicht werden. Zudem können Sprachstörungen durch eine logopädische Therapie weitestgehend wieder beseitigt werden. Zur Bekämpfung der physischen Beschwerden wird sehr häufig eine Physiotherapie verschrieben. In besonders schweren Fällen können auch muskelentspannende Präparate verordnet werden, die dann eine bessere Kontrolle über den Bewegungsapparat erlauben.

Sollten sich im Rahmen der Erkrankung psychische Beschwerden zeigen, können psychotherapeutische Gespräche für Linderung sorgen. In schweren Fällen müssen unter anderem Antidepressiva verschrieben werden.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Gegen eine Ataxie gibt es keine Vorbeugung oder Impfung. In der Regel können nur die Grunderkrankungen Vorbeugend behandelt werden. Bei Infektionskrankheiten wie Masern sind die entsprechenden Impfungen besonders für Kinder Pflicht, um entsprechende Spätfolgen zu vermeiden. Bei einer Diabetes bedingten Ataxie kann die ausreichende Versorgung mit Insulin und als Vorbeugung eine gesunde Ernährung erfolgen.

Bei Erkrankungen wie der Multiples Sklerose ist hingegen keine Vorbeugung möglich. Hier spielen genetische Faktoren eine besondere Rolle, die nicht von außen beeinflusst werden können. In vielen Fällen kann aber eine gesunde Lebensführung sowie ausreichend Bewegung den Prozess der Degenration verlangsamen und somit auch die Symptome einer Ataxie Verhindern oder abschwächen.

Bei Vergiftungen sollte ein Umgang oder eine Einnahme der schädigenden Substanzen sofort unterlassen werden. Dies betrifft im besondern Alkohol und anderen Nervengifte, die eine fatale Wirkung auf den Organismus haben können. Auch Drogen wie Cannabis können zu Ataxien führen, sodass hier vollständige Abstinenz der einzige sichere Weg zur Vorbeugung ist.

Bestehen Vorbelastungen in der Familie kann ein gezieltes Training der Koordination ebenfalls zu einer Vorbeugung beitragen. Hierdurch kann das Herausbilden der Symptome verlangsamt aber leider nicht vollständig aufgehalten werden. Bei genetischen Ursachen ist die experimentelle Gentherapie ein weiterer Ansatzpunkt, wobei die Entwicklung entsprechender retroviraler Impfstoffe aber noch in den Kinderschuhen steckt.

Prognose zur Heilung

Die Prognose zur Heilung ist je nach Auslöser der Ataxie unterschiedlich. Beim Alkoholmissbrauch oder dem Konsum von anderen Drogen genügt normalerweise der Entzug, um die Symptome zu lindern oder vollständig verschwinden zu lassen. Infektiöse Ursachen können durch das Abheilen der eigentlichen Erkrankung auch das Verschwinden der Ataxie-Symptome verursachen. Hierbei bleibt aber eine Restwahrscheinlichkeit bestehen, das bestimmte Bereiche im Gehirn oder an den Nerven bereits einen Dauerschaden erlitten haben, sodass eine vollständige Genesung nicht mehr möglich ist.

Auch nach Unfällen können die Heilungschancen gut stehen, wenn das neurale Trauma in einem Maße ausfällt, dass sich das Gehirn entsprechend regenerieren kann. In der Regel sorgt die vorhandene Plastizität dieses Organs dafür, dass beschädigte Areale vollständig umgangen werden. Leider kann hierfür aber keine Garantie erfolgen, was besonders nach einen Schlaganfall meist zu irreversiblen Schäden und einer auf Dauer bestehen bleibenden Ataxie führt.

Bei genetischen Ursachen können die Symptome im Laufe der Jahre deutlich abnehmen, im umgekehrten Fall aber auch stark an Intensität gewinnen. Hier bewegen sich die Prognosen zur Heilung stets auf dem aktuellen Stand der Kenntnisse, sodass genau Aussagen nicht getroffen werden können.

Entdeckung der Ataxie

Wie kam es überhaupt dazu, dass die Ataxie als eine eigenständige Erkrankung definiert wurde?

Die erste Beschreibung einer Ataxie geht bereits auf die Antike zurück. In Griechenland wurden von Ärzten die einst unter Hippokrates studiert hatten erste Aufzeichnungen über Personen gemacht, die ein unkoordiniertes Verhalten an den Tag legten. Anderes als andere Gelehrte zu ihrer Zeit schrieben sie diese Symptome aber nicht mehr einer Strafe der Götter zu, sondern waren sich im Rahmen ihrer medizinischen Ausbildung darüber im klaren, dass hier organische Ursachen vorliegen müssten. Allerdings war es noch längst nicht an der Zeit, dass diese Erkrankung tatsächlich differenziert erforscht werden konnte.

Nach jener Ära gab es über viele Jahrhunderte hinweg keine wissenschaftliche Auseinandersetzung mehr mit diesem Krankheitsbild. Erst mit dem Eintritt in die Moderne und der systematischen Erforschung der Natur, des Menschen und der Medizin, wurde wieder Kenntnis von dieser vermeintlichen Störung genommen. Es ist davon auszugehen, dass in den Zeiten davor die Ataxie eher als Irrsinn oder Besessenheit gewertet wurde.

Die offizielle Erstbeschreibung einer Ataxie-Form wurde im Jahre 1863 von Nicolaus Friedreich vorgenommen. Ihm verdankt dann auch die Friedreich-Ataxie – eine der häufigsten Formen ihren Namen. Friedreich war ein Schüler des Arztes und Zellforschers Rudolf Virchow, unter welchem er auch seine pathologische Ausbildung absolvierte.

Mit der Beschreibung der Friedreich-Ataxie war eine neu Art von Krankheiten geschaffen, die nun ein weites Forschungsfeld öffnete. Die heute bekannten Formen gehen im weitesten Sinne auf die Beobachtungen von Friedreich zurück, wobei es sich somit um systematische Weiterentwicklungen der ursprünglichen Entdeckung handelt.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben den Ansätzen in der Schulmedizin haben sich auch eine Menge von alternativen Behandlungsmethoden herausgebildet, die einer Ataxie entgegen wirken sollen. Besonders im Bereich der Naturheilverfahren und der traditionellen Medizin sind oftmals entsprechende Ansätze gegeben, die verschiedenen Kräuter und Kuren empfehlen.

So sollen vor allem Akkupunkturen zu einer Linderung beitragen. Werden die Nadeln in die entsprechenden Meridiane gesetzt, soll der Energiefluss des Körpers wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Laut den Beschreibungen kann hierdurch die Koordinationsfähigkeit zurückgewonnen werden.

Auch Massagen sollen eine entsprechende Wirkung haben. Diese müssen in Zusammenhang mit der Ataxie am ganzen Körper erfolgen und sollen alle Muskelbereiche betreffen. Einen ähnlichen Ansatz verritt auch die Schulmedizin mit der Physiotherapie, wenngleich die Wirkung der Massagen noch nicht genau nachgewiesen werden konnte.´

In der alten chinesischen und fernöstlichen Medizin wird eine Ataxie – vielmehr die Symptome denn die Erkrankung selbst war noch nicht bekannt – vor allem mit Teesorten behandelt. Bestimmte Gemische sollen eine beruhigende und regenerative Wirkung auf das Gehirn haben, sodass hierdurch die Koordination und das Geleichgewicht wieder hergestellt werden können. Es darf aber nicht vergessen werden, dass diese Ansichten aus einer Zeit stammen, als die ganze Komplexität des menschlichen Organismus noch nicht bekannt war. In der Regel beriefen sich die Ärzte und heiler daher auf Beobachtungen, die sie bei der Verabreichung verschiedener Pflanzen und Tees durchgeführt hatten. In wie weit diese simple Methodologie tatsächlich zu Besserung beitragen kann, ist bisher nicht sicher geklärt.

Welche Hausmittel können helfen?

Erstaunlicherweise sollen gegen Ataxien Hausmittel helfen, die auch bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden. So wird häufig von Kohlewickeln gesprochen. Diese sollen die Muskeln entspannen und die Nerven beruhigen, sodass der Körper seine Fähigkeit zur Koordination zurückerhält.

Auch Ingwer soll eine entsprechende Wirkung haben, allerdings auf einer anderen Eben. So kann Ingwer gegen entzündliche Ataxien eingesetzt werden, denn als Tee getrunken oder in kleinen Stücken eingenommen, soll die Wurzel entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. Auf diese Weise sollen sogar Schäden durch Multiples Sklerose eingedämmt werden kann.

Je nach Art einer Infektion sollen auch die hier verwendeten Hausmittel gegen die Ataxie helfen können. Dies ist nicht verwunderlich, denn verschwindet die eigentliche Erkrankung, heben sich mit Ihr auch meist die Symptome der Ataxie wieder auf.

Auch Kupfer und Zink sollen eine entsprechende Wirkung haben, denn sie sind ein Bestandteil verschiedener Enzyme, die nicht nur Entzündungen hemmen, sondern auch im zentralen Nervensystem zu Einsatz kommen. Durch sie sollen regenerative Prozesse im Kleinhirn eingeleitet werden können, die dann zum Abschwächen der Ataxie-Symptome führen. Das gleiche trifft auch auf Selen zu, welches ebenfalls als wichtiger Bestandteil vieler Enzyme im Organismus agiert. Daher kann es ratsam ein häufig Fisch, Meeresfrüchte und Nüsse zu essen.

Übersicht der wichtigsten Hausmittel

  • Kohlewickel
  • Ingwer (in Form von Tee oder am Stück)
  • Kupfer und Zink (fördert die Bildung von Nervenzellen)
  • Selen (Regeneration der Nervenzellen)

Heilkräuter & Heilpflanzen

Unter den Heilkräutern ist die Brennnessel die erste Wahl, wenn es um die Behandlung von Ataxien geht. Ihre Inhaltsstoffe sorgen zum einen für eine Beruhigung des zentralen Nervensystem und sie lindern Entzündungen. Daher ist die Brennnessel besonders bei entzündlichen Erkrankungen wie der Multiples Sklerose interessant. Sie kann den Prozess zwar nicht stoppen, aber deutlich hinauszögern. Schäden am Kleinhirn die durch eine entsprechende Erkrankung hervorgerufen wurden können somit abgemildert werden, was auch bestehende Ataxien in ihren Symptomen abschwächt.

Auch Thymian kann zum Zwecke der Behandlung eingesetzt werden, wenngleich seine Wirkung auf einer anderen Eben zu suchen ist. Seine Öle wirken vor allem entspannend auf den Geist und können dazu beitragen Depressionen zu lindern. Zudem kann durch das Verräuchern von Thymian die Stimmung gehoben werden, was dem allgemeinen Wohlbefinden zuträglich ist.

Heilkräuter und ihr Wirkung in der Übersicht

  • Brennnessel – Gegen Entzündungen, wirkt beruhigend
  • Thymian – entspannt den geist, beugt Depressionen vor

Ätherische Öle

Bei den ätherischen Ölen ist leider kein einziges Öl bekannt, welches bei einer Ataxie Abhilfe schaffen kann. Zwar wird dem Weihrauch eine entsprechende Wirkung zugeschrieben da er das Nervensystem beruhigt und auch bei Parkinson eine gewisse Wirkung erzielen soll. Allerdings kann dieser Effekt nicht auf die Ataxie übertragen werden, denn ablaufenden Prozesse unterscheiden sich deutlich voneinander. Somit kann der Weihrauch oder andere Öle dieser Art zwar für eine allgemeine Entspannung sorgen, aber nicht die Beschwerden linden. Allerdings können durch ihn die psychischen Auswirkungen einer Ataxie durchaus reduziert werden. Weihrauch kann gut gegen Depressionen eingesetzt werden und beugt auch Angstattacken vor.

Homöopathie & Globuli

Die Homöopathie kennt hingegen einige Mittel, die bei einer akuten Ataxie eingesetzt werden können.

So ist zum Beispiel Agaricus Muscarius die erste Wahl, wenn es um die Behandlung von Schäden im Kleinhirn geht. Diese Substanz wird aus dem Fliegenpilz gewonnen und getreu der Überzeugung das gleiches mit gleichem behandelt werden muss, erzeugt dieser Wirkstoff normalerweise Krämpfe und stört den Bewegungsablauf im Körper. In diesem Fall soll das Extrakt des Fliegenpilzes in homöopathischer Dosierung den Auswirkungen der Ataxie entgegentreten und die Koordination sowie den Gleichgewichtssinn wieder herstellen.

Zudem kann Bromum als Mittel gegen Ataxien in Verbindung mit Agaricus Muscarius genutzt werden. Dieser Wirkstoff, der aus reinem Brom gewonnen wird, lindert Krämpfe und soll Verspannungen in den Extremitäten bekämpfen. Daher wird ihm auch eine entspannende Wirkung bei Ataxien nachgesagt, denn er verlangsamt im Grunde die Geschwindigkeit mit der Bewegungen ausgeführt werden und erlaubt so dem Erkrankten eine ausreichende Zeitspanne, um den Ablauf wieder zu koordinieren.

Letztlich kommt als Wunderwaffe noch Oxytropis Lamberti zum Einsatz. Der Spitzkiel hilft direkt gegen Bewegungsstörungen und sorgt im Gehirn für eine genaue Dosierung der Neurotransmitter. Dabei soll sich der Wirkstoff auch in homöopathischen Tendenzen an die Rezeptoren heften und eine bessere Aufnahme dieser erlauben. Hierdurch kann die Koordination wieder neu erlernt oder hergestellt werden. Die Symptome einer Ataxie sollen sich daher in kurzer Zeit deutlich bessern.

Übersicht der wichtigsten homöopathischen Heilmittel bei Ataxie

  • Oxytropis Lamberti – Spitzkiel
  • Agaricus Muscarius – Fliegenpilz
  • Bromum – Brumsulfat

Schüssler-Salze

Unter den Schüssler Salzen ist es vor allem die Nr. 7Magnesium – welches als Heilmittel gegen Ataxien gilt. Magnesium ist nicht nur Bestandteil der Knochen, sondern wird auch im Nervensystem des Menschen dringend benötigt, um Zellen zu bilden und entsprechende Enzyme zu synthetisieren. Daher wird von einigen alternativen Forschern auch die Vermutung aufgestellt, dass ein akuter Mangel an Magnesium einige Ataxien ohne Indikation hervorrufen kann. Allerdings kann dies bisher nicht bewiesen werden, sodass die Spekulationen um derartige Themen wohl noch eine sehr lange Zeit offenbleiben werden.

In der Tat kann Magnesium aber einen positiven Einfluss auf das zentrale Nervensystem ausüben. Es sorgt für eine schnellere Bildung neuer Zellen und reget die Leitgeschwindigkeit in den vorhandenen Neuronen an. So können Informationen besser verarbeitet und Neurotransmitter gezielter ausgewertet werden. Hierdurch wird die Hirnaktivität im Allgemeinen stabiler, was sich auf Ataxien in einem positiven Maße auswirken kann.

Diät & Ernährung

Diäten können direkt wohl keine Besserung bei einer Ataxie hervorrufen. Allerdings können bestimmte Ernährungsformen sehr wohl einen solchen Einfluss auf den Organismus haben.

So kann eine ketogene Ernährung nicht unbedingt eine Ataxie heilen, aber dieser deutlich Vorbeugen und die bestehenden Symptome zumindest verringern. Hierbei wird eine kohlehydratarme Lebensweise gepflegt. Das Gehirn produziert die benötigten Eiweiße und Energien nicht aus den Kohlehydraten, sondern aus dem fett, welches ihm durch das zugeführte Fleisch geliefert wird. Dies entspricht einer Ernährung, wie sie unsere Vorfahren in der Steinzeit gepflegt haben. Diese soll sich als viel gesünder für das Nervensystem erweisen und somit auch zu einer Regeneration bei bestehenden Schäden beitragen.

FAQ – Fragen & Antworten

Kann eine Ataxie von heute auf morgen auftreten?

Im Prinzip kann dies tatsächlich geschehen. Allerdings sind solche Fälle eher die Seltenheit. Einer Ataxie gehen häufig noch andere Beschwerden voraus und meist liegt eine Grunderkrankung vor, über der Patient schon im Vorfeld bescheid weiß. Lediglich bei einem Unfall oder einem übermäßigen Genuss von Alkohol können Ataxien ohne Vorwarnung und auch umgehend auftreten.

Kann ich mit einer Ataxie meinen Beruf noch ausüben?

Die hängt einzig von der Art des Berufes und der schwere der Ataxie ab. Bereits leichte Formen befähigen einen nicht mehr dazu, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Daher können zum Beispiel keine Pflegeberufe oder Tätigen als Fahrer mehr ausgeführt werden. Bei mittleren Formen ist auch die Bedienung von Maschinen nicht mehr möglich, denn das Verletzungsrisiko aufgrund der fehlerhaften Koordination ist viel zu groß. Bei schweren Formen können in der Regel nur noch Heimarbeiten ausgeführt werden, wobei hier entscheidend ist, ob es sich um eine Rumpf oder Standataxie handelt, denn erste macht das Sitzen nicht mehr möglich, sodass lange Arbeiten am Computer keine Option darstellen.

Kann ich eine Ataxie an meine Kinder vererben?

In der Regel ist dies möglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist eher gering, selbst wenn eine genetische Ursache im Raum steht. Hier zählt sowohl das Erbgut des Vaters als auch der Mutter. Tragen beide Partner einen entsprechenden Marker in sich, so ist die Wahrscheinlichkeit enorm, dass ein gemeinsames Kind an einer Ataxie leiden wird. Ist dies nicht der Fall, ist diese er gering. Lediglich bei der x-chromosomalen Variante ist der Vater der hauptsächliche Träger, was eine Vererbung an einen männlichen Nachfahren wahrscheinlich macht.

Wie ist der Stand der Therapieformen

Derzeit wird an verschiedenen Formen der Gentherapie gearbeitet, um Ataxien aller Art zu bekämpfen. Doch des wird noch eine Weile dauern, bis konkrete Ergebnisse erwartet werden können. Vor allem im Bereich der retroviralen Wirkstoffe sind hier in erster Linie Erfolge zu erwarten. In den nächsten zehn bis 15 Jahren könnten daher für einige Formen Therapien zur Verfügung stehen.

Können Ataxien von alleine verschwinden?

Ja, Ataxien können auch wieder von allein verschwinden. Besonders wenn die Ursache im übermäßigen Alkoholkonsum zu suchen ist oder andere Drogen für eine solche Verantwortlich zeichnen. Nach absetzen der Substanz und sofern noch keinen Dauerschädigung eingetreten ist, können die Symptome wieder vollständig verschwinden. Das Gleiche gilt auch bei Infektionen – ist die Krankheit abgeheilt und es sind keine bleibenden Schäden vorhanden, kann auch die Ataxie wieder vollständig verschwinden.

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