Amnesie

Steckbrief: Amnesie

  • Name(n): Amnesie
  • Art der Krankheit: Form der Gedächtnisstörung
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: unbekannt
  • Behandelbar: teilweise; Behandlung der Ursache
  • Art des Auslösers: Unfälle; Epileptische Anfälle; Schlaganfälle; Demenz; Vergiftungen; Alkoholmissbrauch; u.a.
  • Wieviele Erkrankte: unbekannt
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Facharzt für Neurologie; Psychiatrie oder Psychotherapeutische Medizin
  • ICD-10 Code(s): R41.1 (Anterograde Amnesie); R41.2 (Retrograde Amnesie); R41.3 (Sonstige Amnesie)

Beeinträchtigung der Erinnerung

Der Mensch ist ein äußerst komplexes Lebewesen mit einer Vielzahl an Organen und Körperfunktionen. Besondere Beachtung findet dabei das Gehirn. Dieses ist dafür zuständig nahezu alle Funktionen des Körpers zu steuern, es ermöglicht dem Menschen das Denken und beeinflusst auch das emotionale Empfinden.

Vor allem aber ist das Gehirn auch für die Speicherung von Erinnerungen und Informationen zuständig. Milliarden Neuronen bzw. Gehirnzellen sind im ständigen Austausch von Informationen. Kommt es zu einer Störung oder zum Verlust von Gehirnzellen, kann sich dies in einer Amnesie, einer Gedächtnisstörung auswirken.

Welche Ursachen eine Amnesie hat, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und weitere Fragen sollen in folgendem Artikel genauer beleuchtet werden.

Definition Amnesie

Unter Amnesie versteht man eine Form des Gedächtnisverlust. Es handelt sich hier um einen Zustand, wo das Gedächtnis der betroffenen Person nicht mehr in der Lage ist, gespeicherte Erinnerungen oder die Erinnerung von aktuellen Handlungen abzurufen.

Zum einen kann dies in Form einer zeitliche Störung, aber auch inhaltlich der Fall sein. Dabei sind nicht alle Inhalte des Gedächtnis zu gleichen Teilen betroffen, oftmals lassen sich gespeichert Daten aus der Vergangenheit besser abrufen, wie erst vor kurzem gespeicherte Daten.

Es gibt nicht nur eine Form der Amnesie, sondern gleich eine ganze Reihe an Amnesiearten. Alle gehen jedoch einher mit einer mehr oder weniger starken Form des Gedächtnisverlusts.


Was ist Amnesie?

Nahezu jeder Mensch kennt aus seinem Alltag wohl mehr oder weniger ein gewisses Maß an Vergesslichkeit. Ob es Namen sind, Termine oder andere Dinge wie der vergessene Schlüssel in der Wohnung. Die Amnesie geht jedoch weit über die normale Vergesslichkeit hinaus.

Einfach gesagt beschreibt die Amnesie die zeitliche und inhaltliche Störung des Gedächtnisses. Dabei handelt es sich hier jedoch um keine unabhängige Krankheit, vielmehr um ein Symptom verschiedenster äußerer oder innerer Einwirkungen auf unser Gehirn. Aufgrund dieser Einwirkungen verschiedenster Art (siehe Ursachen) tritt eine Störung des Gedächtnisses auf und es ist nicht mehr in der Lage, teilweise oder sogar komplett auf gespeicherte Inhalte zurückgreifen zu können. Je nach Form der Amnesie können betroffene Patienten keine neuen Daten speichern, ebenso wenig wie vorhandene Daten abrufen.

Patienten die an einer Amnesie leiden können in den meisten Fällen weiterhin ganz normale Handlungsabläufe erledigen. Sie können weiterhin Fahrrad oder Auto fahren, Schuhe binden und auch die meisten anderen Handlungen im Alltag weiterhin problemlos ausführen. Was Amnesie-Betroffene jedoch meist nicht mehr können, ist sich daran zu erinnern was sie gestern, vor ein paar Monaten oder zum Teil sogar gerade eben getan haben. Wie stark der Gedächtnisverlust tatsächlich ist hängt individuell von Fall zu Fall ab.

Die Arten der Amnesie unterschieden sich dabei nach Art der äußeren und inneren Einflussnahme, ebenso wie der Typ des Verlusts. In der Medizin unterscheidet man die Amnesie in mehrere Formen, einzelne Krankheitsbilder können sich jedoch zum Teil überschneiden. Zudem muss eine Amnesie nicht zwingend bedrohlich für den Patienten sein, zum Teil handelt es sich hier lediglich um einen zeitlich begrenzten Gedächtnisverlust.


Welche Ursachen gibt es?

Die Ursachen für eine Amnesie können sehr vielseitig sein und sind zum Teil nicht zwangsläufig direkt zu erkennen.

Dabei kann man diese Ursachen generell in zwei Klassen einteilen:

  • Organische Ursachen
  • Psychische Ursachen

Die Störung des Gehirns oder die direkte Schädigung des Gewebes im Hirn ist ausschlaggebend für den Gedächtnisverlust. Solche Störungen können im Falle der organischen Ursachen sehr vielseitig sein. Zunächst ist die häufigste Ursache für die Amnesie ein Unfall, welcher ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine mehr oder weniger starke Gehirnerschütterung zur Folge hat.

Darüber hinaus kann es auch ein Missbrauch von Drogen, Alkohol oder Medikamenten sein, welcher eine Amnesie begünstigen kann. Anderweitige Vergiftungen (Intoxikationen) durch chemische, physikalische oder biologische Substanzen (Toxine) können sich neben anderen negativen Auswirkungen auf den Organismus auch in einer Amnesie verdeutlichen.

Darüber hinaus kann die Amnesie durch eine organisch bedingte Bewusstseinstrübung hervorgerufen werden, betroffene Personen können verschiedene Aspekte der eigenen Person aber auch der Umwelt nicht mehr zur Gänze verstehen und diese sinnvoll miteinander verbinden. Für die Gedächtnisstörung können zudem bestimmte Krankheiten die Ursache bilden, solche Krankheiten können Epilepsie oder Demenz sein.

Organische Ursachen einer Amnesie

  • Schädel-Hirn-Trauma bzw. Gehirnerschütterung nach Unfall
  • Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch
  • Vergiftungen anderer Art
  • organisch bedingte Bewusstseinseintrübung
  • Demenz
  • Epilepsie

Neben den organischen Gründen für eine Amnesie sind es auch psychische Ursachen die eine solche Gedächtnisstörung auslösen können. Aufgrund von traumatischen Erlebnisse verschiedener Art kann es bei betroffenen Patienten zu extremen seelischen Belastungen kommen, welche sich in einem mehr oder weniger starken Gedächtnisverlust niederschlägt. Psychische Störungen die durch tiefen strukturellen Wandel im Erleben des eigenen Ichs und der Umwelt auftreten können in Form der Psychose ebenso Ursache für die Amnesie sein.

Psychische Ursachen einer Amnesie

  • extreme psychische Belastungen aufgrund traumatischer Erlebnisse
  • Psychosen

Symptome & Anzeichen

Die Amnesie beschreibt den Gedächtnisverlust eines Patienten, daher ist gerade dieser das Kernsymptom dieser Erkrankung. Dabei kann sich die Ausprägung der Amnesie von Fall zu Fall sehr stark unterscheiden, so verlieren einige Patienten nur einen Teil der Erinnerung, bei besonders schwerwiegenden Fällen jedoch kann es zum Verlust der gesamten Erinnerung und damit der gespeicherten Identität kommen. Die wichtigsten Ausprägungen werden in nachfolgender Übersicht genauer betrachtet.

  • Anterograde Amnesie
    Die vorwärts wirkende Amnesie bzw. anterograde Amnesie beschreibt eine Art des Gedächtnisverlust bei welcher Patienten nur noch eingeschränkt in der Lage sind, neue Inhalte aufzunehmen und zu speichern. Die Funktionalität im Hier und Jetzt ist dabei weniger stark eingeschränkt, das Langzeitgedächtnis hingegen ist durch diese Gedächtnisstörung besonders betroffen. Patienten vergessen selbst die Vergesslichkeit oft sehr schnell und sind nicht in der Lage Informationen ungestört abzurufen. Diese Form der Amnesie ist die häufigste Form der Gedächtnisstörung.
  • Retrograde Amnesie
    Die retrograde Amnesie oder rückwirkende Amnesie beschreibt einen Gedächtnisverlust für den Zeitraum vor dem Eintreten eines schädigenden Ereignisses. Diese tritt meist in Folge einer Hirnverletzung (Hirntrauma) auf, wobei sie nur Sekunden dauern kann, aber auch Minuten, Tage, Wochen oder gar Monate je nach Schwere des Traumas. Dabei gibt es jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Zeitraum der Amnesie und der Schwere der dieser Störung. Die retrograde Amnesie kann sich zum Teil wieder verbessern, in der Regel bleibt ein gewisser Teil des Gedächtnisverlust jedoch bestehen. Bilder und Zusammenhänge aus der Zeit vor dem Trauma sind verschwunden und für den Patienten nicht mehr zurückholbar.
  • Globale Amnesie
    Die globale Amnesie stellt die schwerwiegendste Form der Amnesie dar und lässt sich nicht heilen. Jegliche Form von Erinnerungen aus der Vergangenheit lassen sich nicht mehr abrufen, im gleichen Maß lassen sich jedoch auch neue Inhalte nicht mehr speichern, Patienten sind nicht mehr in der Lage zu lernen. Das prozedurale Gedächtnis wird von der Amnesie jedoch nicht betroffen, sodass gespeicherte Abläufe und Prozesse weiterhin funktionieren. Die globale Amnesie ermöglicht dem Patienten so alltägliche Dinge die er vor dem Einsetzen weiterhin auszuführen. Als Beispiel wäre hier theoretisch das Autofahren möglich, auf der Straße zurechtfinden kann sich der Betroffene jedoch nicht mehr.
  • Transiente globale Amnesie (TGA)
    Diese Form der Amnesie betrifft alle Inhalte und setzt akut ein. Transient bedeutet vorübergehend, daher beträgt die Dauer meist nur eine bis 24 Stunden, das Gedächtnis kann für diesen Zeitraum keine Bilder, Gefühle oder Sprache abrufen, dem Patienten fehlt es an der Orientierung bei Zeit, Ort und Situation. Bei der TGA lassen sich länger zurückliegende Ereignisse besser abrufen als jüngere Ereignisse, erlernte Tätigkeiten wie Fahrradfahren oder Karten spielen sind aber weiterhin möglich. Auslöser können emotional-psychische Belastungen, starke Körperliche Anstrengungen oder auch Sex sein. Langzeitschäden bleiben nicht und die transiente globale Amnesie bildet sich selbstständig wieder zurück.
  • Kongrade Amnesie
    Bei der kongraden Amnesie tritt ein Gedächtnisverlust nur in direktem Bezug auf ein bestimmtes Ereignis auf. Dieses Ereignis wird komplett aus der Erinnerung gelöscht, andere Bereiche des Gedächtnisses sind jedoch nicht betroffen. Neue Informationen können aufgenommen und gespeichert werden, auch die rückwirkende Erinnerung funktioniert ohne Probleme.
  • Psychogene Amnesie
    Bestimmte Situationen, Erlebnisse und Traumata werden bei der psychogenen Amnesie vom Patienten verdrängt. So werden Dinge die als extrem unangenehm empfunden werden aus dem Gedächtnis gelöscht und lassen sich bei dieser Form nicht mehr abrufen.

Neben den unterschiedlichen Formen der Amnesie und deren Symptome, können eine ganze Reihe an Begleiterscheinungen ein Anzeichen für den Gedächtnisverlust sein. Menschen die an der Amnesie leiden haben es schwer sich an eigentlichen bekannten Orten richtig zu orientieren, wobei sie generell in ihrem Alltag zum Teil verwirrt erscheinen. Auch Nervenprobleme und Schwächen in der Konzentration gehören zu den Begleitsymptomen der Amnesie.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Amnesie kann die unterschiedlichsten Ursachen haben, welche zunächst erforscht beziehungsweise herausgefunden werden müssen. Damit der Gedächtnisverlust zuverlässig diagnostiziert werden kann, müssen umfassende Untersuchungen stattfinden, eine Garantie für eine eindeutige Diagnose gibt es bei der Amnesie jedoch nicht.

Am Beginn jeder Untersuchung steht die sogenannte Anamnese, in diesen ausführlichen Patientengespräch versucht der Arzt herauszufinden, wo die Ursachen der Amnesie liegen. Da es sich jedoch um einen Gedächtnisverlust handelt ist es zum Teil sehr schwer vielsagende Aussagen des betroffenen Patienten zu bekommen, sodass bei solchen Gesprächen oftmals auch ein Teil der Familie oder Freunde zu diesem Gespräch hinzugezogen werden.

Damit der Arzt feststellen kann inwieweit das Gehirn bzw. das Gedächtnis des Betroffenen geschädigt ist, finden nach dem Gespräch mit dem Patienten eine Reihe an medizinischen Untersuchungen statt. In einem speziellen Test zur Überprüfung von Kurz- und Langzeitgedächtnis lässt sich so zum Beispiel beurteilen, welchen Schaden des Gedächtnis genommen hat. Amnesie kann darüber hinaus auf Tumore oder Blutungen zurückzuführen sein, bei Verdacht auf solche Schädigungen, veranlasst der Arzt eine Computertomografie oder auch eine Kernspintomografie.

Die Messung der Gehirnströme mittels eines EEGs kann ebenso dabei helfen eine zuverlässige Diagnose zu erstellen, in diesem Fall kann die Epilepsie als eine Ursache des Gedächtnisverlustes ausgeschlossen werden. Symptome von Alzheimer oder Epilepsie sind auch bei der Untersuchung des Gehirns auf die ausreichende Blutversorgung erkennbar, diese findet in Form der Single-Photon-Emissions-Computertomografie statt.

Der Krankheitsverlauf einer Amnesie hängt stark von der Ursache und der Form dieser ab. Vorhersehen lässt sich ein solcher Gedächtnisverlust in den meisten Fällen jedoch kaum, zumal dieser meist genauso schnell ausbricht, wie er auch wieder endet.

Gerade bei älteren Menschen sind es aber auch bestimmte Krankheiten die für den Gedächtnisverlust verantwortlich sind. Solche Krankheiten können Demenz und Alzheimer sein, in diesem Fall ist es für den Arzt nur sehr schwer möglich eine genaue Bestimmung des Erinnerungsvermögens vorzunehmen. Alzheimer- und Demenzerkrankte können sich oftmals an die Zeit ihrer Kindheit und Jugend erinnern, zum Teil sogar sehr detailliert.

Auf der anderen Seite jedoch verschwinden Erinnerungen nach dieser Zeit mehr und mehr. Dies führt dazu dass betroffene Menschen aktuelle Namen, zum Teil von den eigenen Kindern vergessen, Schulkameraden von früher sind ihnen jedoch weiterhin geläufig. Liegen psychische Ursachen für die Amnesie vor, können diese bei entsprechender Behandlung durch den Psychologen zum Teil wieder zurückgeholt werden.

Wie wird Amnesie diagnostiziert?

  1. Anamnese
  2. Gespräch mit Angehörigen oder Freunden
  3. Test zur Überprüfung des Lang- und Kurzzeitgedächtnisses
  4. Computertomografien oder Kernspintomografien zur Entdeckung von Blutungen oder Tumoren
  5. Elektroenzephalografie (EEG) zum Ausschluss einer Epilepsie
  6. Single-Photon-Emissions-Computertomografie (SPECT): Untersuchung des Hirns auf die Blutversorgung
  7. Bei Fieber findet eine Urin- und Blutanalyse statt

Häufigkeit & Diagnosedaten

Generell lässt sich sagen, dass alle Arten der Amnesie sehr seltene Ereignisse sind. Eine Form die jedoch jeden Menschen betrifft, stellt die sogenannte infantile Amnesie dar. Kein Mensch kann sich an die früheste Kindheit erinnern, Grund dafür ist die Tatsache, dass sich unser Gehirn in diesem Zeitraum und auch die Sprachfähigkeit sich im Kindesalter erst entwickeln.

Im Falle der TGA (Transiente Globale Amnesie) sind neurologische Erkrankungen die Ursache für die Gedächtnisstörung, wobei diese meist bei Menschen in einem höheren Lebensalter auftritt. Genaue Diagnosedaten und Aussagen zur Häufigkeit gibt es hier nicht, jedoch geht man davon an, dass etwa 3 von 100.000 Menschen im Jahr neu an dieser Form der Amnesie erkranken. Dabei sind Männer ebenso stark betroffen wie Frauen. Betroffene Patienten stehen meist schon in der zweiten Hälfte ihres Lebens, oftmals ist es die sechste Lebensdekade in welcher Menschen erkranken.

Die Gedächtnisstörung stellt lediglich das Symptom einer Krankheit wie Demenz dar. Gemäß eines Welt-Alzheimer-Berichtes aus dem Jahre 2015 erkrankt weltweit alle 3,2 Sekunden ein Mensch an Demenz. Auf der ganzen Welt leben derzeit rund 47 Millionen Menschen die an Demenz erkrankt sind. In Deutschland wird geschätzt, dass im Jahre 2050 rund 3 Millionen Menschen an Demenz erkrankt sein werden. Je nachdem welche Krankheit bzw. welches Ereignis die Ursache der Amnesie ist, sind unterschiedliche Häufigkeiten zu erkennen. Kurzzeitige Störungen des Gedächtnisses nach Unfällen oder Traumata treten deutlich häufiger auf und verschwinden schnell wieder, schwerwiegendere Formen der Amnesie hingegen werden nur sehr selten diagnostiziert.


Komplikationen bei der Krankheit

Im Alltag können sich je nach Art und Form der Amnesie zum Teil starke Einschränkungen ergeben und die Gedächtnisstörung kann eine ganze Reihe an Folgen nach sich ziehen. Diese Folgen können alle Bereiche des Alltags betreffen, persönlichen Beziehungen können darunter leiden und auch das soziale Umfeld wird von einer Amnesie negativ beeinträchtigt. Man könnte sagen, dass durch eine Amnesie nichts bleibt wie es vorher war, für den Amnesie-Patienten ändert sich sehr vieles im Leben.

Durch den Gedächtnisverlust verändert sich der tägliche Ablauf und die Handlungen des Patienten, auf lange Sicht können emotionaler Stress und Störungen der Psyche die Folge sein. Gerade auch im Beruf oder bei jungen Menschen die Schule können nicht mehr in vollem Maße ausgeübt werden. Es kommt zum Leistungsabfall und zur verminderten Leistungsfähigkeit, sodass am Ende eine Isolierung des Amnesie-Patienten die Folge sein kann.

Ein großer Teil der Komplikationen und Folgen der Amnesie geht einher mit den Lücken in der Erinnerung. Gerade wenn diese Lücken auf ein Trauma zurückzuführen sind und eine hohe emotionale Bedeutung innehaben, dann kann es zu einem noch stärkeren Leidensdruck kommen.

Der Gedächtnisverlust kann eine ganze Reihe an Krankheiten zur Ursache haben. Dies können zum Beispiel ein Tumor oder ein Schlaganfall sein. Werden diese Krankheiten nicht sachgemäß und rechtzeitig behandelt, dann kann sich dies ebenso negativ auf die Amnesie auswirken und diese zudem verstärken. Handelt es sich bei der Ursache der Gedächtnisstörung um einen Tumor, dann kann sich diese im Verlauf auf andere Regionen des Gehirns und damit auf den ganzen Körper auswirken.

Komplikationen können auch in Folge der Behandlung der Amnesie auftreten. Liegt dieser eine psychologische Ursache zugrunde, dann kann die gescheiterte Traumatherapie bestimmte Risiken mitbringen. Sind es Medikamente die bei körperlichen und psychologischen Ursachen zum Einsatz kommen, besteht das Risiko von schlecht eingestellter Medikation. Generell besteht bei der Einnahme von Medikamenten immer die Möglichkeit, dass Nebenwirkungen auftreten können und dass es damit zu weiteren Komplikationen im Verlaufe einer Amnesiebehandlung kommen kann.

Folgen der Amnesie

  • emotionaler Stress
  • psychische Störungen
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Isolierung des Betroffenen
  • Vergesslichkeit löst Leidensdruck aus
  • bei unsachgemäßer Behandlung der Grundkrankheit kommt es zu Verstärkung der Amnesie
  • Tumore als Ursache können weitere Komplikationen im ganzen Körper hervorrufen
  • scheiternde Traumatherapie
  • schlecht eingestellte Medikation
  • Nebenwirkung durch die Einnahme von Medikamenten

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Sie mal den Schlüssel vergessen haben oder Ihnen ein Name nicht mehr einfallen will, dann müssen Sie noch nicht gleich zum Arzt gehen, hier ist es wahrscheinlich die typische Vergesslichkeit die jeden Menschen hin und wieder betrifft. Kommt es jedoch immer wieder zu Lücken im Gedächtnis und bestimmte Dinge können auch mit großer Anstrengung nicht mehr abgerufen werden, dann ist ein Besuch beim Arzt zu empfehlen. Da der Amnesie unterschiedliche Ursachen und Krankheiten zugrunde liegen können, ist eine Behandlung dieser Grundleiden notwendig.

Bei Anzeichen einer Amnesie kann zunächst der Hausarzt bzw. Allgemeinmediziner aufgesucht werden. Dieser stellt in Form der Überweisung den Kontakt zum richtigen Facharzt her, in den meisten Fällen wird es sich dabei um einen Neurologen handelt. Stellen sich im Verlaufe der Behandlung bestimmte Krankheiten als Ursache für die Gedächtnisstörung heraus, dann können je nach Krankheit auch andere Fachärzte hinzugezogen werden.


Behandlungsmethoden & Therapie

Zunächst muss die Amnesie durch einen Arzt diagnostiziert werden (siehe Diagnose & Krankheitsverlauf) und es muss festgestellt werden, welche Art der Amnesie im jeweiligen Fall tatsächlich vorliegt. Die anschließende Behandlung kann dann gezielt und in Einklang mit der Ursache gewählt werden. Eine erfolgreiche Behandlung ist jedoch in jedem Fall nicht zu hundert Prozent gewährleistet und kann zum Teil stark variieren.

Liegt der Amnesie bzw. Gedächtnisstörung eine bestimmte Krankheit wie eine Epilepsie, eine Entzündung im Gehirn, Alzheimer oder auch ein Schlaganfall zugrunde, dann steht in erster Linie die Behandlung dieser Krankheiten im Vordergrund. Dabei lassen sich manche dieser Krankheiten und die damit verbundene Amnesie gut behandeln, andere jedoch weniger. Im Falle der Epilepsie zum Beispiel ist mit einer guten Diagnose und den geeigneten Medikamenten ein beschwerdefreies Leben ohne schwerwiegende Einschränkungen möglich.

Handelt es sich bei der Ursache der Gedächtnisstörung um Alterserscheinungen oder gar um Demenz, dann ist eine erfolgreiche Therapie selbst mit moderner Medizin nur schwer möglich. Solche Erscheinungen sind nur begrenzt behandelbar, wobei betroffene Patienten in der Praxis meist nicht geheilt werden können, ihr Leiden wird durch Medikamente und andere Therapieformen jedoch gelindert. Durch die Einnahme von Medikamenten die den Verlauf dieser altersbedingten Gedächtnislücken verlangsamen sollen, kommt es jedoch zum Teil zu weiteren Nebenwirkungen und Beschwerden.

Stellt eine psychologischer Grund die Ursache der Amnesie dar, gehört das klassische Therapeutengespräch mit dem Psychologen oder dem Psychiater im Vordergrund der Therapie. Im Rahmen einer Therapie kommen hier tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Methoden zum Einsatz. Je nach Form dieser Therapie kann eine begleitende Einnahme von Medikamenten hilfreich sein, aber auch autogenes Training und verschiedene Entspannungstechniken können eine Genesung positiv beeinflussen.

Mögliche Methoden zur Behandlung der Amnesie

  • Behandlung der Grunderkrankung
  • Gespräche mit Psychologen und Psychiatern
  • Therapie mit unterschiedlichen Methoden
  • begleitende Einnahme von Medikamenten
  • autogenes Training
  • Anwendung von Entspannungstechniken
  • bei altersbedingter Amnesie meist nur Linderung der Symptome (keine Heilung) durch Medikation möglich

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Bei der Amnesie handelt es sich um keine eigenständige Krankheit, vielmehr um das Symptom verschiedenster Ursachen. Daher lässt sich einer Amnesie nicht vorbeugen, schon gar nicht gibt es eine geeignete Impfung gegen den Gedächtnisverlust. Dennoch ist es für Betroffene und Menschen die sich vor einer Amnesie zumindest indirekt schützen wollen einige Dinge die einem Gedächtnisverlust positiv gegenüber stehen können.

Patienten die unter der Amnesie leiden können mit Hilfe von Gedächtnistraining wieder etwas Schwung in die grauen Zellen bringen. Die Forderung von Geist und Körper hilft generell dabei das Gedächtnis positiv zu beeinflussen. Bestimmte Trainingsformen für das Gehirn, aber auch ausreichend Bewegung und Methoden zur Entspannung wirken sich positiv auf das Gedächtnis des Menschen aus. Auch Gespräche mit Freunden und Bekannten kann das Voranschreiten einer Amnesie verhindern, Musikhören stellt eine ebenso geeignete Alternative dar.

Darüber hinaus hilft ein gesunder Lebensstil und eine gesunde Ernährung dabei den Körper generell mit seiner Leistungsfähigkeit zu erhalten. Durch gesundes Essen wird dabei zudem die Verkalkung der Arterien verhindert, gerade auch im Gehirn können solche Arterienverkalkungen eine Amnesie auslösen.

Menschen die bereits an Amnesie erkrankt sind, sollten sich vorbeugend an bekannte und vertraute Dinge halten. Dennoch sollte in dieser Umgebungen immer wieder auch ein Anreiz geschaffen werden, das Gehirn zum Lernen neuer Dinge anzuregen.


Prognose zur Heilung

In welcher Art und Weise eine Amnesie wieder geheilt oder zumindest gelindert werden kann, hängt von der Art der Amnesie und ihren Ursachen ab. Mit Hilfe von Gedächtnistraining unterschiedlicher Art lässt sich der Gedächtnisverlust oftmals behandeln und das Gehirn wieder auf Trapp bringen. Bei der krankhaften Amnesie geben Ärzte oder Psychotherapeuten eine Empfehlung zur entsprechenden Therapiemöglichkeiten.

Wenn die Ursachen der Amnesie erfolgreich behandelt werden, dann kann sich der Patient vollständig vom Gedächtnisverlust erholen. Ist die Amnesie zum Beispiel die Folge oder ein Begleitumstand einer Depression, dann erholt sich das Gedächtnis des Betroffenen oftmals im gleichen Maße wie die Depression erfolgreich behandelt wird. Ist ein Trauma die Ursache für die Amnesie, dann ist auch hier meist eine gute Prognose zur Heilung möglich. Der Psychotherapeut kann in einer angemessenen Therapie dafür sorgen, dass Gedächtnislücken geschlossen werden und der Umgang mit den Traumata gelernt wird.

Handelt es sich bei der Ursache für die Amnesie um die Demenz, sieht die Prognose hingegen eher schlecht aus. Unbehandelt schreitet der Verlust des Gedächtnisses stetig voran, wird jedoch eine Therapie möglichst früh angestrebt, dann kann die Krankheit und deren Verlauf aber durchaus positiv beeinflusst werden. Mit entsprechendem Gedächtnistraining oder auch einer Ergotherapie lässt sich die Demenz durchaus positiv beeinflussen, gänzlich heilen jedoch nicht.


Schwere Fälle von Amnesie

Auch wenn besonders schwere Fälle der Amnesie eher selten sind und die Prognose bei den meisten Patienten gut sind, gibt es besonders schwere Fälle die das Leben der Betroffenen komplett verändert haben. Nachfolgend werden zwei besonders schwere Fälle von Amnesie vorgestellt.

  • Patient H.M.
    Der Patient H.M. gilt wohl als einer der bekanntesten Fälle von Amnesie. Im Jahre 1953 litt der Patient unter einer besonders lebensgefährlichen Form der Epilepsie. In Folge dieser mussten sowohl die Hippocampi als auch die Mandelkerne auf beiden Seiten entnommen werden. Anschließend war die Epilepsie weitestgehend geheilt, jedoch litt der Patient nachfolgend das ganze Leben lang an einer totalen anterograden Amnesie und war nicht mehr in der Lage sich neue Dinge zu merken.
  • Benjaman Kyle
    Ein passendes Beispiel für die retrograde Amnesie stellt der Fall des US-Amerikaners Benjaman Kyle dar, wobei sein korrekter Familienname bis heute nicht bekannt ist. Im Jahre 2004 wurde der Mann in der Nähe eines Fast-Food-Restaurants zusammengeschlagen bzw. aufgefunden. Im Krankenhaus ist der Mann ohne Erinnerungen an sein bisheriges Leben aufgewacht, umso dramatischer da sich niemand an ihn erinnern konnte und auch keine Unterlagen zu seinem Leben gefunden wurden. Mit Hilfe der Medien versuchte der Mann seine Erinnerung zurückzugewinnen, mit diversen Aufenthaltsorten und durch bestimmte Objekte konnte er zumindest einen Teil der Erinnerung wieder zurück erlangen.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben der Schulmedizin mit Medikamenten und verschiedenen Formen der Therapie, gibt es für die meisten Krankheiten und Symptome eine ganze Reihe an alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Auch die Amnesie und das Gedächtnis können durch alternative Methoden behandelt werden. Je nachdem welche Ursachen die Grundlage für den Gedächtnisverlust bilden, eignen sich dafür unterschiedliche Methoden.

Da Amnesie vor allem auf Fehlfunktionen des Gehirns zurückzuführen sind, zielen die Behandlungsmethoden meist auf die Stärkung des Gehirns oder die neuronalen Bahnen ab. Bestimmte Entspannungstechniken aus der alternativen Medizin können dabei ebenso helfen wie auch autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung. Die wichtigsten alternativen Behandlungsmethoden die eine Amnesie positiv beeinflussen können werden nachfolgend aufgelistet.

Mögliche Alternative Behandlungsmethoden bei Amnesie

  • Traditionelle chinesische Medizin
    Die traditionelle chinesische Medizin (kurz TCM) hat sich in China seit mehr als 2000 Jahren entwickelt und umfasst eine Vielzahl an an therapeutischen Verfahren. Die bekanntesten Formen dieser als alternative Medizin bezeichneten Methode stellen zum Beispiel die Akupunktur oder auch bestimmte Massagetechniken wie Shiatsu dar. Diese dienen der Entspannung und können daher auch bei der Amnesie eine positive Wirkung haben.
  • Massagen
    Ob Massagen nach dem Vorbild der chinesischen Medizin oder alle anderen Formen der Massage, eine solche Behandlung des Körpers hat die Aufgabe Muskeln zu entspannen und für allgemeines Wohlbefinden des Patienten zu sorgen. Massagen tragen somit bei die körperlichen und geistigen Symptome bei einer Amnesie zu behandeln.
  • Ayurveda
    Diese traditionelle Alternativmedizin dient der Entspannung und wird gerade im westlichen Kulturkreis zu Wellness-Zwecken eingesetzt. Die traditionelle indische Heilkunst beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz und kann das Wohlbefinden von Amnesie-Patienten verbessern und damit zur Linderung der Symptome beitragen.
  • Verschiedene Kuren
    Im Bereich der alternativen Heilmethoden gibt es eine Vielzahl an Kuren die für die unterschiedlichsten Krankheiten und Symptome in Frage kommen. Auch im Falle der Amnesie gibt es eine große Auswahl die zur Verbesserung der Gedächtnisleistung und zum allgemeinen Wohlbefinden der Patienten beiträgt.

Neben den genannten alternativen Methoden zur Heilung bzw. Linderung der Gedächtnisstörung gibt es eine große Auswahl an anderen Behandlungsmethoden. Diese müssen von Fall zu Fall je nach Schwere und Ausprägung der Amnesie gewählt und angewendet werden.

Welche Hausmittel können helfen?

Bevor man mit teurer Medizin versucht die Amnesie zu heilen, kann auch ein Blick auf die lange Liste an Hausmitteln helfen die eine Gedächtnisstörung lindern bzw. vorbeugen sollen.

  • Gesunde Ernährung
  • Meidung von Giftstoffen wie Kaffee, Tee, Zucker u.ä.
  • Ein Apfel am Tag
  • Walnüsse in Kombination mit Rosen und Feigen
  • Rosmarin- und Salbei-Tee

Die Amnesie kann viele Ursachen haben, ist aber häufig auf eine Mangel- oder Unterernährung zurückzuführen. Damit das Gehirn des Menschen uneingeschränkt funktionieren kann, ist eine ausreichende Zuführung von Nährstoffen wichtig. Diese Zuführung gelingt am besten durch eine ausgewogene Ernährung und bestimmte Nahrungsmittel.

Im gleichen Atemzug sollten dabei schädliche Stoffe für den menschlichen Körper weggelassen oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden. Zu diesen schädlichen Stoffen für unser Gehirn zählen Kaffee, schwarzer Tee, industriell hergestellter Zucker oder auch weißes Mehl. Betroffene Patienten sollten diese Mittel daher meiden, zumal auch Alkohol oder Tabak zu den Stoffen gehören die nicht weiterhin konsumiert werden sollten.

Ein Apfel am Tag wird schon seit jeher als das Wundermittel gegen eine Vielzahl an Krankheiten gesehen und hat als solches durchaus Berechtigung. In Äpfeln aller Art stecken eine Vielzahl an Vitaminen und Mineralien, welche dabei helfen die Gehirnleistung aufrechtzuerhalten oder gar zu verbessern.

Eine sehr gute Wahl stellt auch die Walnuss dar. Diese liefert dem Körper sehr wichtige Antioxidanten und eine große Auswahl an gesättigten Fetten, welche im Zusammenspiel mit dem enthaltenen Vitamin B und Lecithin zur Stärkung des Gedächtnisses beitragen. Wenn die Walnuss mit Rosinen oder Feigen kombiniert wird, wird zudem das Nervensystem generell gestärkt.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Vergesslichkeit oder Amnesie rührt oftmals auf Stress, Überanstrengung oder Überforderung her. Gerade Heilpflanzen können hier dabei helfen diese Ursachen der Gedächtnisstörung zu beheben ohne dass dabei Nebenwirkungen zu erwarten sind. Gerade bei leichten Formen der Amnesie können die folgenden Heilkräuter sehr hilfreich sein.

  • Brahmi-Pflanze
    Die schon seit Jahrtausenden in Asien bekannte Brahmi-Pflanze hat einen starken Einfluss auf das Nervensystem des Menschen. Sie wird in der asiatischen Ayurveda-Medizin zur Stärkung der Konzentration eingesetzt und schärft das Gedächtnis. Sie sorgt mit ihrem Hauptwirkstoff Hersaponin dafür, dass das Blut in den feinen Kapillaren des Gehirns besser zirkulieren kann. Die Einnahme erfolgt in getrockneter oder frischer Form als Tee.
  • Jiaogulan-Pflanze
    Das Kraut der Unsterblichkeit oder Jiaogulan soll vor Stress schützen und die Immunkraft des Körpers stärken. Mit Hilfe dieser Heilpflanze kann der Blutdruck reguliert werden und somit das Risiko vor Herzinfarkten und Schlaganfällen minimiert werden. Ähnlich der Ginseng-Wurzel enthält die Pflanze den Stoffwechsel aktivierende Stoffe und baut somit die körperliche und geistige Aktivität auf. Die Einnahme erfolgt durch intensives Kauen der frischen Blätter, durch die Beimengung in einen frischen Salat oder durch den Aufguss zu einem Kräutertee.
  • Wilder Grünhafer
    Der heimische Wilder Grünhafer ist eine sehr alte Form des Hafers und lässt sich mit den heutigen Hafersorten kaum vergleichen. Durch die Anreicherung von Bioaktivstoffen sorgt dieses Kraut dafür, dass die Produktion von Botenstoffen im Gehirn angeregt werden und die Leistungsfähigkeit des Gehirns gesteigert wird. Wilder Grünhafer kann in Form von Tee oder speziellen Dragees aufgenommen werden.
  • Soja-Pflanze
    Die Soja-Pflanze hilft dem Gehirn dabei den Botenstoff Acetylcholin herzustellen. Dieser Botenstoff sorgt dafür, dass Nachrichten zwischen den Nervenzellen übermittelt werden können. Soja gibt es in den unterschiedlichsten Darreichungsformen, von der Sojabohne, über Sojamilch oder die klassische Sojasauce sind hier viele Möglichkeiten denkbar.
  • Rosmarin
    Aus dem indischen Ayurveda ist die Rosmarin-Pflanze als eine sehr gute Möglichkeit zur Gedächtnissteigerung bekannt. Die auch als “Kraut der Erinnerung” bekannte Pflanze hilft dabei Vergesslichkeit zu bekämpfen und wird daher gerne in Form von Tee bei Amnesie-Erkrankungen getrunken.
  • Salbei
    Eine ähnliche Wirkung wie Rosmarin hat Salbei. Dieses unterstützt die Koordination der Nerven unseres Gehirns und hilft dabei Erfahrungen in die Langzeiterinnerung zu transportieren. Auch Salbei wird am besten in Form von Tee aufgenommen, kann aber auch pur gegessen werden.

Ätherische Öle

Ätherische Öle können auf unterschiedliche Art und Weise genutzt werden. Neben dem Einsatz in der Kosmetik- und Parfümindustrie oder als technische Lösungsmittel, Haben sie vor allem auch als medizinischer Wirkstoff eine bestimmte Bedeutung. Ätherische Öle können Inhalt verschiedener nicht verschreibungspflichtiger und verschreibungspflichtiger Medikamente sein, aber auch in Form einer Aromatherapie genutzt werden. Bei der Selbstbehandlung können solche Öle in Form von Duftlampen, Saunaaufgüssen, Tees oder auch als Badezusätze genutzt werden.

Ätherische Öle gelangen einfach in den Blutkreislauf beim Einatmen oder bei Hautkontakt und können so den gesamten menschlichen Organismus positiv beeinflussen. Sie haben Einfluss auf das vegetative Nervensystem und können so auch für die Verbesserung des Gedächtnis genutzt werden. Die wichtigsten ätherischen Öle die bei einer Amnesie in Fragen kommen werden nachfolgend vorgestellt.

  • Menthol
    Menthol ist ein ätherisches Öl welches auf mehrfache Weise positiven Einfluss auf unser Gedächtnis haben kann. Zum einen gehört es zu den schmerzlösenden ätherischen Ölen und nimmt so Stress vom Patienten, zum anderen ist Menthol kognitiv verstärkend und fördert so die Konzentration. Zudem werden durch den Menthol-Einsatz die neurologischen Bahnen unseres Gehirn stimuliert.
  • Rosmarinsäure
    Rosmarinsäure ist ein Stoff welcher angstlösend ist. Damit eignet es sich zur Behandlung von traumatisch bedingten Ursachen der Amnesie. Rosmarinsäure wirkt zudem auch antidepressiv.
  • Weitere ätherische Öle zur Steigerung der Konzentration und des Gedächtnisses
    Neben den beiden genannten ätherischen Ölen gibt es eine ganze Reihe an weiteren Stoffen die bei einer Amnesie helfen können. Dies sind zum Beispiel Basilikum, Majoran, Thymian, Pfeffer, alle Arten von Minze, Limette, Zitrone, Eukalyptus, Zypresse, Myrte und viele weitere.

Homöopathie & Globuli

Zur Verbesserung der Leistung von Gehirn und Gedächtnis greifen Homöopathen auf verschiedene natürliche Wirkstoffe zurück. Die unterschiedlichen Produkte basieren dabei meist auf mineralischer Basis, wobei hier häufig Zink, Kalium oder Phosphorsäure zum Einsatz kommen. Welche Produkte hier am besten bei Amnesie helfen wird in folgender Übersicht dargestellt.

  • Phosphoricum acidum C9
    Hilft jungen und alten Menschen bei Gedächtnisstörungen. Die Einnahme erfolgt morgens, mittags und abends zu je 3 Globuli.
  • Zinkum metallicum C7 und C9
    Dient dem Gedächtnistraining bei nachlassender Gedächtnisleistung. Die Einnahme erfolgt zweimal am Tag zu je 3 Globuli.
  • Barium carbonicum
    Dient ebenso zur Verbesserung des Gedächtnisses, insbesondere Menschen die Schwierigkeiten mit dem Merken von Orten und Straßennamen haben, wird dieses homöopathische Mittel empfohlen. Hier werden dreimal täglich 3 Globuli eingenommen.
  • Kalium phosphoricum C7
    Die Leistung des Gedächtnis kann durch Müdigkeit und psychische Überlastung eingeschränkt sein. Mit Kalium phosphoricum werden diese Symptome behandelt, die Einnahme erfolgt zu je drei Globuli zweimal am Tag.

Schüssler-Salze

Die Schüssler-Salze gehören heute zu den bekanntesten alternativmedizinischen Präparaten. Diese enthalten Mineralsalze in homöopathischer Dosierung und sollen durch den Ausgleich des Mineralhaushalts der Körperzellen, Besserung bei den unterschiedlichsten Krankheiten und Beschwerden versprechen. Auch für die Amnesie kommen verschiedene Schüssler-Salze in Betracht.

  • Schüssler-Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum
    Dieses Salz ist bei allen plötzlich auftretenden Krankheiten empfehlenswert und unterstützt den Transport von Sauerstoff, regt die Blutbildung an und stärkt das Immunsystem.
  • Schüssler-Salz Nr. 4 Kalium chloratum
    Kalium chloratum wirkt anregend auf den Stoffwechsel und hilft dem Körper bei der Entgiftung und Vorbeugung gegen Umweltgifte, Genussgifte, Chemikalien und Arzneimittel.
  • Schüssler-Salz Nr. 5 Kalium phosphoricum
    Dieser Mineralstoff hilft bei seelischer und körperlicher Erschöpfung, baut Energie auf und unterstützt die Regeneration der Gehirn- und Nervenzellen.
  • Schüssler-Salz Nr. 6 Kalium sulfuricum
    Das Schüssler-Salz unterstützt die Verwertung von Sauerstoff und den Zellstoffwechsel, zudem unterstützt es Entgiftungsprozesse und sorgt für den Abtransport belastender Stoffe aus den Zellen welche für Ursachen der Amnesie zuständig sein könnten.
  • Schüssler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum
    Ist zur Steuerung des vegetativen Nervensystems geeignet und kann als Mineralstoff für die Entspannung bezeichnet werden.
  • Schüssler-Salz Nr. 14 Kalium bromatum
    Als Mineralstoff für die Nerven trägt dieses Salz zur Beruhigung bei und kann hohe nervliche Anspannung, die auch als Ursache für die Gedächtnisstörung gesehen werden können, vermindern.

Neben den genannten Schüssler-Salzen tragen sicher auch weitere Mineralien für das Wohlbefinden eines Amnesie-Patienten bei und können je nach Ursache der Gedächtnisstörung hilfreich sein.

Diät & Ernährung

Eine Ursache für die Amnesie kann ein ungesunder Lebensstil und eine falsche Ernährung sein. Um einer Gedächtnisstörung aus diesem Grund vorbeugen zu können oder bei bereits eingetretenen Problemen mit dem Gedächtnis Symptome zu lindern, kann eine Diät bzw. eine Umstellung der Ernährung ratsam sein. Dinge die es dabei zu beachten gilt, sind nachfolgend aufgelistet.

  • Eine nährstoffreiche und abwechslungsreiche Ernährung sorgt dafür, dass der Körper und seine Organe besser arbeiten können.
  • Durch die Aufnahme von Nährstoffen in Form von Vitaminen und Mineralstoffen wird die Leistung des Gehirns verbessert und aufrechterhalten.
  • Giftige Stoffe aus Alkohol, Tabak oder ähnlichen schränken die Gehirnleistung ein und fördern die Beschädigung der Nerven im Gehirn und damit den Gedächtnisverlust.

Der Verzicht auf schädliche Substanzen und ein gesunder, achtsamer Lebensstil fördert die Denkfähigkeit und beugt einer Schädigung des Gehirns durch äußere Einflüsse vor.


FAQ – Fragen & Antworten

Kommt das Gedächtnis wieder zurück?

In den allermeisten Fällen ist die Amnesie nur ein zeitweiliger Zustand und die Erinnerung kommt vollständig oder zu großen Teilen zurück. Dabei kann es jedoch ein langer Weg dorthin sein, durch lernen, trainieren und unterstützen lässt sich dieser Vorgang jedoch beschleunigen.

Wie lange dauert eine Amnesie?

Eine pauschale Aussage dazu lässt sich nicht treffen. Ein Verlust des Gedächtnis kann sehr kurzfristig entstehen und ebenso schnell schon nach einigen Stunden wieder verschwunden sein. Bei schwerwiegenden Fällen kann das Gedächtnis aber auch nach Tagen, Wochen oder gar Monaten weiter beeinträchtigt sein.

Kommt das Gedächtnis vollständig zurück?

Dies ist von Fall zu Fall unterschiedlich, in manchen Fällen aber durchaus denkbar. Meist jedoch kommen am Anfang einzelne Erinnerungsfetzen zurück, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammenschließen, welches aber nicht zwangsläufig komplett sein muss.

Wie fühlen sich Betroffene?

Amnesie-Patienten sind meist auf der Suche nach Orientierung. Sie fragen sich wo sie sind, was sie dort machen oder auch warum sie an einem bestimmten Ort sind. Patienten können sich nicht mehr oder nur noch eingeschränkt auf sich selbst und die Umwelt verlassen. Da ganze Phasen des Lebens ausgelöscht sein können und zum Teil sogar das Bewusstsein aus Kindheitstagen eingetreten ist, wundern sich Patienten darüber was mittlerweile der Ist-Zustand ist, wie alt bekannte Menschen sind, dass Geschwister groß geworden sind oder dass die Eltern nicht mehr leben. Generell ist es sehr schwer nachzuvollziehen wie sich ein Amnesie-Patient fühlt, sofern man nicht selbst einmal in diesem Zustand war.

Wie kann ich einem Amnesie-Patienten helfen?

Dem Amnesie-Patienten hilft es an Gewohntem festzuhalten und an Bekanntes anzuknüpfen. Zudem sollten Angehörige jedoch eine Umgebung schaffen, welche dem Betroffenen die Möglichkeit bietet Neues zu lernen. Viele Gespräche, freundschaftliche Hilfe und Wege zur Entdeckung des Alltags helfen dabei eine neue Sicherheit aufzubauen.

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