Cefaclor

Bakterien können das Leben von Menschen genauso bedrohen, wie Viren. Man unterscheidet bei den Bakterien Grampositive Bazillen, die bestimmte Infektionen auslösen können wie Milzbrand (Anthrax), Diphtherie und EnterokokkenInfektionen.

Darüber hinaus gibt es Grampositive Kokken, wie Pneumokokken. Ein Wirkstoff, der in vielen Medikamenten gegen diese Erkrankungen enthalten ist, ist Cefaclor.

CefaclorWas ist Cefaclor?

Bei dem Wirkstoff Cefaclor handelt es sich um ein Antibiotikum, das zur Gruppe der Cephalosporine gehört. Der Wirkstoff gehört zur zweiten Generation der Cephalosporine.

Im Vergleich zur ersten Generation wirkt dieser Stoff verstärkt gegen die sogenannten gramnegativen Bakterien. Doch auch grampositive Erreger nimmt dieser Wirkstoff ins Visier und bekämpft diese recht effektiv.

In seiner Rohform handelt es sich bei Cefaclor-Monohydrat um ein weisses bis schwach gelbes Pulver, welches in Wasser nur schwer löslich ist. Cefaclor ist ein halbsynthetisches Antibiotikum und hat von seiner Struktur her Ähnlichkeiten mit Cephalexin, einem Cephalosporin der 1. Generation. Dabei ist die Methylgruppe von Cephalexin durch ein Chlor ersetzt.

Diese erhöht die antibakterielle Aktivität von diesem Wirkstoff noch einmal zusätzlich. Bei diesem Wirkstoff handelt es sich um einen Stoff, der in einer ganzen Reihe von Medikamenten verwendet wird. Denn das Einsatzgebiet von Cefaclor ist entsprechend hoch.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Dieser Wirkstoff dient

  • der Verhinderung des weiteren Wachstums der Bakterien
  • der Zerstörung der Bakterienherde
  • der Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Bakterien

Allgemeines

Allgemeines
NameCefaclor
Andere Namen
  • (6R,7R)-7-[(R)-2-Amino-2-phenylacetamido]-3-chlor-8-oxo-5-thia-1-azabicyclo[4.2.0]oct-2-en-2-carbonsäure
  • Losefar
  • Distaclor
  • Cephaclor
SummenformelC15H14ClN3O4S
WirkstoffklasseAntibiotikum

Wirkungsweise

Cefaclor werden eine Reihe von Wirkweisen zugeschrieben.

So wirkt Cefaclor

Das Antibiotikum Cefaclor wirkt gegen Bakterien. Es handelt sich dabei um ein Breitbandspektrum, das von diesem Antibiotikum abgedeckt werden kann. Denn Cefaclor wirkt sowohl gegen grampositive, wie auch gegen gramnegative Bakterien.

Der Wirkstoff setzt dabei seine Wirkung dort an, wo die Bakterien mit der Hilfe von bestimmten Enzymen stets versuchen ihre Zellwand an gewissen Stellen mit der Hilfe dieser Enzyme aufzulösen und die danach wieder einen geschlossenen Verband aufbauen wollen.

Dieser Prozess sorgt auch dafür, dass bestimmte Bakterien sich sehr gut verschiedenen Umweltbedingungen anpassen können. Dank dem Wirkstoff Ceraclor werden diese Enzyme effektiv gehemmt, die für den Zellwandbau zuständig sind. Wenn nun die entsprechenden Enzyme gehemmt werden, welche für den Neuaufbau der Zellwand zuständig sind, wird der Verschluss des Verbandes verhindert.

Dadurch sterben die Bakterien ab. Auf diese Weise ist es möglich, dass das Immunsystem die Infektion schnell bekämpfen kann. Mit Cefaclor ist eine solche Hemmung bakterieller Enzyme möglich, dass die Zellwand den Bakterien keine Stabilität und auch keinen Schutz mehr bieten kann.

Die Zellwand der Bakterien platzt daher auf und die Zellbestandteile treten aus. Der Wirkstoff zerstört die Bakterien aus diesem Grund nicht direkt, sondern nur indirekt. Cefaclor kann aus diesem Grund nur die Bakterien angreifen, die sich in der Wachstums- oder Vermehrungsphase befinden.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Cefaclor

Nach einer Einnahme von Einnahme gelangt das Cefaclor in den oberen Darmabschnitt und dadurch zu einem großen Teil ins Blut, wo es aufgenommen wird. Dadurch verteilt sich der Wirkstoff sehr schnell im Gewebe.

Nach vier bis sechs Stunden ist der Wirkstoff im Blut nicht mehr nachweisbar. Doch Cefaclor wird vom Körper nicht abgebaut. Aufgelöst in Wasser ist es chemisch instabil. Aus diesem Grund entstehen inaktive Zerfallsprodukte. Deren Ausscheidung geschieht über die Niere und den Urin.


Anwendungsgebiete

Da es viele Bakterien gibt, ist auch das Anwendungsspektrum von Cefaclor recht breit.

Wann wird Cefaclor eingesetzt?

Cefaclor hat eine hohe Wirkintensität gegen Infektionen mit Bakterien, welche gramnegativ oder grampositiv sind und daher auf dieses Antibiotikum ansprechen. Hierzu gehören vor allem Erreger, die eine Infektion der Atemwege auslösen und entsprechend in Nase und den Ohren zu finden sind.

Doch auch Bakterien in Nieren und in den ableitenden Harnwegen und im Weichteilgewebe sprechen auf diesen Wirkstoff an bzw. können durch diesen an ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung effektiv gehindert werden. Dies trifft auch auf grampositive und gramnegative Bakterien zu, die die Haut befallen.

Cefaclor ist dabei meist nicht das erste Mittel der Wahl. Das heißt, meist wurden im Rahmen der Behandlung schon andere Präparate mit anderen Wirkstoffen ausprobiert vom Arzt, die letztlich nicht den gewünschten Erfolg brachten.

Angewandt wird der Wirkstoff für die Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten und auch bei Lungenentzündung, bei akuter Bronchitis und bei einer Verschlechterung einer chronischen Bronchitis sowie bei Halsentzündungen und auch bei Mandelentzündungen.

Ebenfalls zum Einsatz kommt dieser Wirkstoff bei Nebenhöhlenentzündungen und bei Mittelohrentzündung, bei chronischen Harnwegsinfektionen, bei Blasenentzündung und bei Pyelonephritis.


Richtige Anwendung

Damit Cefaclor auch wirken kann, ist es wichtig, dass der Wirkstoff bzw. das entsprechende Präparat richtig angewandt wird.

So wird Cefaclor angewendet

Es ist wichtig, dass die von Ärzten empfohlene Anwendungsdauer und auch die Dosierung unbedingt eingehalten werden. Dies ist wichtig, auch wenn sich die Beschwerden innerhalb der Therapiezeit doch wieder schnell bessern sollten.

Es ist wichtig, dass die Therapie mit diesem Wirkstoff zu Ende geführt wird. Ansonsten ist es möglich, dass sich eine Cefaclor-resistente Infektion entwickelt.


Medikamente

Cefaclor ist ein Wirkstoff, der in mehreren Medikamenten vorkommt.

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Cefaclor?

Medikamente, die Cefaclor enthalten sind:

  • CEC®, 125 mg/5 ml Granulat
  • CEC®-250 mg und 500 mg
  • CEC® forte Trockensaft, 250 mg/5 ml Granulat
  • Cefaclor 125 und 250 TS – 1 A Pharma®, Granulat
  • Cefaclor-250 und 500 Heumann
  • Cefaclor 500 – 1 A Pharma®
  • Cefaclor-AL 250 und 500 Hartkapsel
  • Cefaclor AL TS 125 und 250 Pulver z. Herst. einer Susp. z. Einnehmen
  • Cefaclor Aristo® 125 mg/5 ml Granulat z. Herst. einer Susp. z. Einnehmen
  • Cefaclor Aristo® 500 mg Kapseln, Hartkapseln
  • Cefaclor-Aristo® forte 250 mg/5 ml Granulat z. Herst. einer Susp. z. Einnehmen
  • CEFACLOR BASICS 125 mg TS, Granulat z. Herst. einer Susp. z. Einnehmen CEFACLOR BASICS
  • 250 mg TS, Granulat z. Herst. einer Susp. z. Einnehmen Cefaclor-ratiopharm® 125 mg/5 ml
  • TS, Granulat z. Herst. einer Susp. z. Einnehmen Cefaclor-ratiopharm® 250 mg/5 ml TS
  • , Granulat z. Herst. einer Susp. z. Einnehmen Cefaclor-ratiopharm® 500 mg Kapseln
  • Cefaclor STADA® 500 mg Hartkapseln
  • INFECTOCEF® 125 Saft 125 mg/ 5 ml

Handelsnamen

Es gibt mehrere Hersteller, die Cefaclor in ihren Präparaten anbieten.

Monopräparate

Bei den Präparaten handelt es sich ausschließlich um Monopräparate. Denn nur Cefaclor allein ist in der Lage diese Wirkung gegenüber den Zellwänden der Bakterien zu zeigen.

Kombinationspräparate

Es gibt keine solchen Präparate.


Indikationen

Cefaclor wird vornehmlich für die Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten eingesetzt. Hierzu gehören neben Atemwegserkrankungen auch Infektionen der Haut und der Weichteile.

Darüber hinaus können auch chronische Harnwegsinfektionen mit diesen Präparaten behandelt werden. Es müssen dabei allerdings mögliche Resistenzen der Erreger berücksichtigt werden.


Gegenanzeigen

Cefaclor zeigt gegenüber einigen Situationen im Leben oder bei gewissen Erkrankungen durchaus Gegenanzeigen.

Wann darf Cefaclor nicht verwendet werden?

Bei einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Cefaclor darf dieser Wirkstoff nicht angewandt werden. Das Risiko, das Nebenwirkungen in diesem Fall auftreten, ist sehr hoch.

Bei schweren Erkrankungen des MagenDarm-Trakts und bei Durchfällen und Erbrechen sollte der Wirkstoff ebenfalls nicht angewandt werden. Dies gilt auch, wenn bekannt ist, dass man Asthma hat oder eine Neigung zu Allergien hat.

Bei einer Cephalosporinallergie gilt Cefaclor als kontraindiziert. Und wegen der Gefahr von einer Kreuzallergie sollte der Wirkstoff daher bei einer Allergie auf Penicillin nur vorsichtig und damit nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bei einer eintretenden Schwangerschaft sollte sofort der Arzt informiert werden, der die Behandlung mit Cefaclor in die Wege geleitet hat.

Bei der Verwendung von diesem Wirkstoff während einer Schwangerschaft spielen mehrere Überlegungen eine Rolle, ob das entsprechende Präparat weiterhin angewendet werden soll oder nicht.

Wurde vom Arzt für die weitere Einnahme von Cefaclor grünes Licht gegeben, ist nach der Geburt, wenn es dann ums Stillen geht, abermals eine Abwägung von möglichen Risiken für Mutter und Kind mit dem Arzt zu treffen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern unter 6 Jahren wird der Wirkstoff in der Regel nicht angewandt. Auch bei Kindern unter 10 Jahren werden Präparate mit diesem Wirkstoff nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt.


Risiken & Nebenwirkungen

Risiken und Nebenwirkungen können auch bei dem Wirkstoff Cefaclor auftreten.

Welche Nebenwirkungen hat Cefaclor?

Es gibt eine Reihe von Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von einem Präparat, das Cefaclor enthält, auftreten können.

Hierzu gehören MagenDarm-Beschwerden, wie Erbrechen, Übelkeit, aber auch Durchfall kann auftreten. Eintreten kann bedingt durch die Einnahme von einem solchen Präparat auch Appetitlosigkeit und es können Bauchschmerzen eintreten.

Auch Schwindel und Müdigkeit bzw. auch das Gegenteil nämlich Schlaflosigkeit können Nebenwirkungen des Wirkstoffs sein. Der Wirkstoff kann zudem zu Nervosität und Unruhe beitragen. Es kann auch zu einem Delirium (also einer Verwirrtheit) kommen und zu Halluzinationen, wie auch zu allergischen Reaktionen.

Hierzu gehören vor allem Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie ein einfacher Hautausschlag, aber auch ein Nesselausschlag. Hautrötungen und Juckreiz können ebenfalls auftreten.

Es kann auch zu Gelenkschmerzen kommen und zu Fieber. Ebenso kann ein solches Präparat zu Schwellungen von Gesicht, der Zunge und des Kehlkopfes führen, und zwar bis zur Einengung der Luftwege.

Ein starker Blutdruckabfall und eine Kollapsneigung gehören ebenfalls zu den möglichen Nebenwirkungen. Präparate, die Cefaclor enthalten können indes auch zu Infektionen mit anderen Bakterien oder mit Hefepilzen führen, zum Beispiel kann eine Infektion der Scheide auftreten.

Es kann auch zu einer Nierenentzündung kommen und zu einem Anstieg der Nierenwerte und der Leberwerte.

Zudem können sich Veränderungen im Blutbild zeigen auch bei anderen Werten. Eine Mundschleimhautentzündung kann ebenfalls auftreten, wie Halsschmerzen und eine Blutarmut. Als nicht ganz ausgeschlossen gilt auch, dass es bei der Einnahme des Wirkstoffs zu Bluthochdruck kommen kann.


Wechselwirkungen

Wechselwirkungen sind bei Cefaclor auch nicht ausgeschlossen, auch wenn der Wirkstoff im Allgemeinen als recht verträglich gilt.

Welche Wechselwirkungen zeigt Cefaclor?

Wechselwirkungen von Cefaclor mit anderen Medikamenten sind bekannt. Dies gilt zum Beispiel bei Penicillin. Hier besteht die Gefahr von einer Kreuzallergie. Doch auch bei einer Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine sollte der Wirkstoff nicht verwendet werden.

Zudem sollte dieses Arzneimittel nicht mit Wirkstoffen wie Tetrazyklinen, Erythromycin, aber auch nicht mit Sulfonamiden oder Chloramphenicol kombiniert werden.

Wenn der Wirkstoff gleichzeitig eingenommen wird mit einem Gichtmittel, kann sich die Wirkung von Cefaclor verstärken. Im Gegensatz dazu führt Cefaclor zu einer Wirkungsverstärkung von Aminoglykosid-Antibiotika. Auf diese Weise kann es vermehrt zu Nebenwirkungen wie Nierenschädigungen kommen.

Cefaclor erhöht zudem die Blutungsgefahr, wenn es in Kombination mit blutgerinnungshemmenden Mitteln eingenommen wird. Es ist dabei egal, ob es sich um Antikoagulantien oder um Thrombozytenaggregationshemmer handelt. Deren Wirkung verlängert der Wirkstoff entsprechend, was die Blutungsgefahr erhöht.

Die Einnahme des Wirkstoffs kann die Bestimmung von Zuckergehalt und Eiweißgehalt im Blut verfälschen. Daher ist es wichtig das jeweilige Präparat vor einer solchen Untersuchung abzusetzen.


Wichtige Hinweise

Bei der Einnahme von Cefaclor gibt es einiges zu beachten.

Was ist bei der Einnahme von Cefaclor zu beachten?

Cefaclor hat einige Nebenwirkungen, die auf den ersten Blick harmlos wirken bzw. die auch von anderen Faktoren herrühren könnten. Es ist sehr wichtig auf die kleinste Nebenwirkung zu achten, die dieser Wirkstoff verursachen kann.

Dies fängt schon mit der Appetitlosigkeit an und geht natürlich über Durchfall und Erbrechen, die auch durchaus anderen Ursachen zuzuordnen sind.

Für den Fall, dass Nebenwirkungen dieser Art auftreten, ist es wichtig den Arzt zu konsultieren. Es kann sein, dass das Präparat abgesetzt werden muss. Auf den ersten Blick erscheinen diese Nebenwirkungen zwar nicht schlimm.

Doch sie könnten möglicherweise darauf hindeuten, dass eine Unverträglichkeit gegenüber diesem Wirkstoff vorliegt. In diesem Fall wird Cefaclor auch nicht die gewünschten Wirkungen bringen, die man sich durch die Einnahme erhofft.

Es ist im Rahmen der Anamnese beim Arzt auch wichtig, dass alle Medikamente angegeben werden, die sonst noch eingenommen werden. Denn es gibt auch gegenüber anderen Medikamenten eine recht große Anzahl, die sich mit der gleichzeitigen Einnahme des Wirkstoffs nicht vertragen.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Cefaclor?

Präparate mit Cefaclor als Wirkstoff sind in Deutschland verschreibungspflichtig.


Geschichte

Seit wann ist Cefaclor bekannt?

Entdeckt wurde der Wirkstoff schon in den 1940er Jahren in Italien. Damals kam der Wirkstoff als Mittel gegen Typhus zum Einsatz. Seit den 1970er Jahren ist Cefaclor in Europa als Arzneistoff zugelassen. In der Schweiz seit 1978.


Warnhinweise

Es gibt bei der Einnahme von Cefaclor einige Dinge, die man beachten muss. Präparate mit diesem Wirkstoff müssen gut vor Sonne geschützt aufbewahrt werden.

Wenn eine Befindlichkeitsstörung bemerkt wird, sollte sofort der behandelnde Arzt konsultiert werden. Dies ist sehr wichtig, da darunter womöglich die Wirkweise des Präparats mit diesem Wirkstoff leiden könnte.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, USA)
  • Europäisches Arzneibuch PhEur
  • Sourgens H., Derendorf H., Schifferer H. Pharmacokinetic profile of cefaclor. Int J Clin Pharmacol Ther, 1997, 35(9), 374-80 Pubmed

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