Milzbrand

Steckbrief: Milzbrand

  • Name(n): Milzbrand; Anthrax
  • Art der Krankheit: Infektionskrankheit
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Mittelalter
  • Behandelbar: Ja – mit Antibiotika
  • Art des Auslösers: Bacillus athrax (Bakterien)
  • Wieviele Erkrankte: 2000 p.a. weltweit
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Facharzt für Allgemeinmedizin; spezielle Labors
  • ICD-10 Code(s): A22.0 bis A22.9

Milzbrand – Eine oftmals schwer verlaufende Krankheit

Der Milzbrand, welcher auch Anthrax genannt wird, ist eine Infektionskrankheit, welche durch den sogenannten Bacillus anthracis verursacht wird. Meistens befällt er allerdings Paarhufer. Doch auch Menschen können von ihm befallen werden, wenn sie beispielsweise Milbrandsporen ausgesetzt sind. Doch die Übertragung von einem Menschen auf einen anderen Menschen ist eher unwahrscheinlich. Zumindest wurde bislang so ein Fall noch nicht dokumentiert.
Heutzutage sind der Verlauf einer solchen Krankheit und auch die Wirkungsweise des Erregers gut erforscht. Das liegt an seiner Eignung als Biowaffe und auch an der Suche nach möglichen Abwehrmöglichkeiten. Vor allem wird auch daran geforscht, die Wirkung des Erregers als ein Zellgift selektiv gegen diverse Arten an Krebszellen einzusetzen.

Definition Milzbrand

Der Milzbrand gehört zu den Erkrankungen, die häufig schwer verlaufen. Vor allem betrifft es dabei die Lunge, die Haut oder auch den Darm. Aufgrund seiner Schwere bedarf es bei dem Milzbrand einer wirksamen und schnellen Therapie mit Hilfe von Antibiotika, ansonsten kann diese durchaus auch tödlich verlaufen.
Der Milzbrand-Erreger ist aber nicht nur in der Medizin gefürchtet. Er ist auch als terroristisches Kampfmittel bekannt.
In Deutschland ist es so, dass der Milzbrand eher selten auftritt.
Seine Bezeichnung geht auf die Beobachtung zurück, dass die Milz von Verstorbenen bei einer Obduktion ein bräunlich-verbranntes Äußeres hat. Dabei ist der Bazillus durchaus auch in der Lage, Sporen zu bilden, die widerstandsfähig sind. So kann er über Jahrzehnte hinweg im Erdreich überleben.
Eine Übertragung ist dabei fast ausschließlich über Tiere möglich oder auch über tierisches Material.
Bislang ist der größte Ausbruch, welcher bis dato bekannt ist, im Jahr 1979 beschrieben und zwar im heutigen Jekaterinburg. Doch auch in Deutschland sind diverse Fälle nicht gerade unüblich. In den Jahren 2009, 2010, aber auch 2012 erkrankten vor allem unzählige Drogenkonsumenten in Europa, aber auch in Deutschland. Wahrscheinlich war die Ursache für den Milzbrand hierbei verunreinigtes Heroin. Nur sporadisch tritt Milzbrand auch wirklich in Deutschland auf.
Anthrax, wie der Milzbrand auch bezeichnet wird, wird von Gesundheitsbehörden sogar weltweit als eine bedeutende Bedrohung eingestuft, vor allem im Rahmen von normalen Infektionswegsen, aber auch durch den Bioterrorismus.

Was ist der Milzbrand?

Milzbrand gehört zu den Infektionskrankheiten. Im Jahr 1855 wurde der Milzbrand-Erreger von einem deutschen Arzt entdeckt. Dieser Erreger ist dabei ein sogenanntes grampositives Stäbchen, welches Sauerstoff verbrauch und Sporen bildet.
In aller erster Linie betrifft der Milzbrand Huftiere. Dazu zählen vor allem Rinder, Schafe, Schweine, Pferde und auch Ziegen. Sobald Menschen zu engen Kontakt mit erkrankten Tieren hab oder einfach nur durch das Berühren von infizierten Tierprodukten, kann auch der Milzbrand-Erreger auf den Menschen übertragen werden. Daher ist im Grunde der Milzbrand eine Berufskrankheit. Beim Menschen an sich ist diese Erkrankung in Deutschland allerdings doch recht selten.
Es kommt dabei auf die Art einer Übertragung an, wie man den Milzbrand unterscheiden kann. Dabei spricht man von Lungen-, Haut- oder auch dem Darmmilzbrand. Sollten die Erreger in das Blut gelangen, entsteht eine sogenannte Milzbrandsepsis, welche ziemlich schnell zum Tod führt.
Aufgrund von Eiweißkapseln ist der Milzbrand-Erreger auch in der Lage dazu, wichtige Abwehrmechanismen tierischer oder menschlicher Zellen zu gehen, was als sogenannte Phagosomenflüchter bezeichnet wird. Dieser bildet Giftstoffe, welche Exotoxine genannt werden. Sie werden an die Umgebung abgegeben. Das bedeutet also, dass diese Arten von Giftstoffen die Blutgefäße schädigen bis hin in die noch so kleinen Kapillaren. Die Folge davon ist, dass die Gefäße auch für rote Blutkörperchen durchlässig werden.
Dabei kommt es zu einer Entzündungsreaktion mit Blutungen. Diese Reaktionen äußern sich dadurch, dass blutdurchtränkte Schwellungen des betroffenen Hautgewebes auftreten, also entweder im Darm, der Lunge oder auch dem Hautgewebe. Eine Inkubationszeit bei Milzbrand beträgt zwischen einigen Stunden, aber auch mehreren Tagen.

Welche Ursachen gibt es für Milzbrand?

Als eine häufige Ursache von Milzbrand gilt vor allem die Infektion mit dem Bakterium Bacillus anthracis. Dieses Bakterium ist dazu in der Lage, Sporen zu bilden. Auf diese Weise reduziert er seine Lebensfunktion auf ein bestimmtes Minimum. Das gibt ihm dadurch die Möglichkeit, auch noch über mehrere Jahre hinweg zu überleben.
Des Weiteren besitzt dieser Erreger eine ganz spezielle Eiweißkapsel. Diese ermöglicht es ihm, all den menschlichen und tierischen Abwehrmechanismen komplett zu entgehen. Auch bei seiner Vernichtung, bildet das Bakterium gewisse Giftstoffe, welche an den Organismus weitergegeben werden. Diese Giftstoffe sind dazu in der Lage, den Blutgefäßen auch Schaden zuzufügen. Sie machen sie darüber hinaus für rote Blutkörperchen passierbar. Das hat wiederum zur Folge, dass es in den Organismen von Mensch und Tier zu Blutungen, aber auch zu Entzündungen kommt. Wiederum die Folge davon ist, dass es zu Schwellungen in den betroffenen Geweben kommt. Bevorzugt greift es die Lunge, die Haut und den Darm an.
Eine Übertragung des Erregers kann auf unterschiedliche Art und Weise vonstatten gehen. In den meisten Fällen ist es so, dass kleinere Hautverletzungen direkt mit den Milzbrandsporen infiziert werden, so führt da zu einem Hautmilzbrand. Seltener als der Hautmilzbrand ist der Lungenmilzbrand. Der Mensch infiziert sich dabei über die Atemwege. Er wird durch das Einatmen von Sporen infiziert.
Auch der Milzbrand im Darm ist eher selten anzutreffen. Er wird durch rohes Fleisch oder auch unbehandelte frische Milch übertragen.
Tiere, welche sich dabei vor allem von Pflanzen ernähren, sind besonders betroffen und können schneller an Milzbrand erkranken als andere Tiere.
Aufgrund der Tatsache, dass die Milz sich bei einer Erkrankung schwarz färbt, bekam sie in Deutschland auch den Namen Milzbrand.

Symptome und Anzeichen

Im Prinzip sind bei einer Milzbrand-Erkrankung die Zeichen am Anfang direkt schon sehr spezifisch für den Milzbrand. Die Symptome betreffen zunächst einmal den Bereich, welcher als erstes mit dem Bazillus in Kontakt kam.
Allerdings ist dabei auch eine Unterscheidung zu anderen möglich schweren Erkrankungen von besonderer Bedeutung, damit auch die Heilungschancen aufgrund der genau richtigen Therapie verbessert werden können.
Es kommt auf den Infektionswegs an, welche Organe primär von Anthrax betroffen sind:

Der Hautmilzbrand
Dieser ist die häufigste, aber auch die leichteste Form von Milzbrand. Dieser Erreger dringt dabei durch äußere Verletzungen in das Gewebe der Haut ein und beginnt dort, sich zu vermehren. Nach einem bis etwa sieben Tagen entstehen dabei an eben dieser Infektionsstelle entzündliche Hautveränderungen. Diese müssen jedoch nicht zwingend immer zu schmerzen führen. Um diese Infektionsstelle bilden sich oftmals auch flüssigkeitsgefüllte Blasen. Später kommt es auch noch zu schwarzem Schorf. Auch die Lymphgefäße entzünden sich und die Lymphknoten schwellen dabei an. Charakteristisch für den Erreger ist aber auch noch eine flüssigkeitsbedingte Schwellung, welche auch als Ödem bezeichnet wird. Diese tritt dabei rund um den entzündeten Bereich auf. Im Gewebe sind diese Schäden oft durchaus schwer und können zudem noch tiefe Gewebsschichten betreffen. Sollte das der Fall sein, ist eine chirurgische Operation von Nöten.

Der Lungenmilzbrand
Bei einem Lungenmilzbrand erfolgt dabei die Infektion oftmals durch das Einatmen von Sporen, welche vom Erreger ausgestoßen werden. Die Zeit, welche zwischen der Infektion und dem tatsächlichen Krankheitsausbruch, also der Inkubationszeit, vergeht, ist dabei im Prinzip recht kurz. Sie dauert nur wenige Stunden bis zu einigen Tagen an. Der Lungenmilzbrand kommt dabei einer plötzlich auftretenden Lungenentzündung mit einer Bronchitis ziemlich ähnlich.
Genau aus diesem Grund ist es durchaus schwer, direkt eine frühe Diagnose von Milzbrand zu stellen.
Darüber hinaus zählen zu den Krankheitszeichen eine ganze Reihe von schweren Allgemeinsymptomen, wie etwa Erbrechen, Schüttelfrost oder auch Bluthusten. Dabei kann der ganze blutige Auswurf auch infektiös sein. Dabei gehört Lungenmilzbrand zu den gefährlichsten Formen eines Milzbrandes. Denn hierbei kann es zu äußerst schweren Beeinträchtigungen der Atmung kommen.

Der Darmmilzbrand
Die im Prinzip seltenste Form eines Milzbrandes ist der Darmmilzbrand. Mit diesem Erreger muss der Betroffene zum Beispiel rohes oder auch nicht ordentlich durcherhitztes Fleisch eines vorher schon infizierten Tieres zu sich nehmen, welcher daraufhin in den Magen-Darm-Trakt gelangt. Drei bis etwa sieben Tage nach dem Verzehr bricht dabei die Krankheit aus.
Auch bei einem Darmmilzbrand sind die Symptome vorerst eher unspezifisch. Der Patient bekommt zunächst hohes Fieber, welches mit Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, aber auch Appetitlosigkeit in Verbindung gebracht wird. Später kann es auch noch zu starken Blutungen im Darm kommen. Diese zeigen sich durch einen blutigen Stuhlgang.
Außerdem kann die Erkrankung darüber hinaus zu einer Bauchfellentzündung führen, welche selbst durch eine noch so massive Therapie nur äußerst schwer beherrschbar ist.

Der Injektionsmilzbrand
Hierbei handelt es sich um eine Sonderform des Anthrax. Vor allem tritt sie dabei bei Drogenkonsumenten auf, welche sich die Drogen direkt in die Vene spritzen. Einige dieser Fälle traten dabei auch schon in Zusammenhang mit Heroin auf, welches durch Sporen verunreinigt war. Bei einem Injektionsmilzbrand kommt es oftmals zu Abszessen und Ödemen in Verbindung mit schweren Entzündungen, welche um die Injektionsstelle beginnen.
Dabei können Gewebebereiche absterben und deshalb benötigt diese Art der Anthrax ein sehr schnelles chirurgisches Eingreifen. Die Symptome können sehr variabel verlaufen in einem Zeitraum von einem bis etwa zehn Tage nach einer Injektion.

Bei einem ganz besonders schweren Verlauf der Erkrankung können sich die Erreger ziemlich schnell im gesamten Körper verteilen und somit auch noch weitere Schäden an Organen anrichten.
So kann zum Beispiel durch die Infektion mit dem Milzbrand-Erreger auch eine Hirnhautentzündung entstehen.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Bei einem Milzbrand muss bereits eine frühe Diagnose gestellt werden, denn diese Art von Erkrankungen können ziemlich schnell lebensbedrohlich werden. Allerdings können schwere Verläufe aber auch durch eine rechtzeitige Behandlung erfolgreich abgewendet werden. Dabei sollte auch eine Krankengeschichte durch einen Arzt ganz genau erhoben werden. Darüber hinaus zählen etwa Fragen, wie, ob ein Patient gewisse Kontakte zu Nutztieren oder auch deren Fleisch hat.
Handelt es sich um Drogenkonsumenten wird ein Arzt bei den entsprechenden Symptomen auch an die eventuelle Möglichkeit eines Injektionsmilzbrandes denken.
Darüber hinaus kann ein Erregernachweis auf die unterschiedlichsten Wege erfolgen. Zum Beispiel wird dabei aus den Wunden ein Abstrich entnommen. Zusätzlichen sollte den Patienten auch noch Blutproben zur Anlage der sogenannten Blutkulturen entnommen werden. Aufgrund von unterschiedlichen Labormethoden kann ein möglicher Bazillus direkt, aber auch indirekt nachgewiesen werden. Solche Untersuchungen führt man am besten in Referenzzentren durch, welche eigens für Milzbrand gedacht sind. Denn hier besteht ein ganz besonderes Wissen über den Erreger. Schaut man sich den Milzbrand-Erreger unter einem Mikroskop an, ist das Aussehen ziemlich schnell zu erkennen.
Werden noch weitere Untersuchungen durchgeführt, können dabei weitere unterschiedliche Stämme identifiziert werden. Kommt es zu einem weiteren Verlauf, können dabei auch diverse Antikörper nachgewiesen werden.

Der Krankheitsverlauf
Es kommt ganz auf die Form an, wie der Milzbrand verläuft. Darm- und auch Lungenmilzbrand endet bei einer verspäteten oder auch gar keiner Behandlung nach etwa maximal drei Tagen mit dem Tod.
Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass aufgrund des Milzbrandes die Möglichkeit einer Blutvergiftung besteht. Dabei ist auch die Art der Erregers vollkommen egal. Diese Vergiftung äußert sich dabei mit etwa Hautblutungen, einem Kreislaufschock, Fieber, aber auch einer Milzvergrößerung. Dabei führt das bei knapp 20 % der Patienten ohne jegliche Behandlung zum Tod. Sollte jedoch eine rechtzeitige Antibiotikatherapie gegeben sein, dann ist die Sterberate bei einem Milzbrand doch sehr minimiert.

Häufigkeit und Diagnosedaten

Vor allem tritt Anthrax, als der Milzbrand in wärmeren Gebieten bzw. Ländern auf. Fast ausschließlich ist es so, dass der auftretende Milzbrand sich als Hautmilzbrand herausstellt. Das ist bei etwa 95 % der Fall. Weltweit infizieren sich knapp 2000 Menschen mit Milzbrand im Jahr.
Milzbrand gehört darüber hinaus zu einer meldepflichtigen Erkrankung. Sie besitzt den Status einer ausrottenden Seuche.
Bei jeglichem Verdacht auf eine Infektion und vor allem beim Vorliegen einer entsprechenden Erkrankung muss eine Meldung vorliegen.

Komplikationen bei der Krankheit

Vor allem tritt Anthrax, als der Milzbrand in wärmeren Gebieten bzw. Ländern auf. Fast ausschließlich ist es so, dass der auftretende Milzbrand sich als Hautmilzbrand herausstellt. Das ist bei etwa 95 % der Fall. Weltweit infizieren sich knapp 2000 Menschen mit Milzbrand im Jahr.
Milzbrand gehört darüber hinaus zu einer meldepflichtigen Erkrankung. Sie besitzt den Status einer ausrottenden Seuche.
Bei jeglichem Verdacht auf eine Infektion und vor allem beim Vorliegen einer entsprechenden Erkrankung muss eine Meldung vorliegen.
Der sogenannte Bacillus anthracis bildet gewisse Gift-Moleküle, welche freigesetzt werden, sobald das Bakterium zerstört wird und auch die Wände von Blutgefäßen zerstört werden. Dabei kommt es zu Blutungen und Entzündungen. Dabei dockt ein Teil des Gift-Moleküls, das sogenannte Antigen PA, an einen Rezeptor einer jeweiligen Zelle an und öffnet sich daraufhin. Aufgrund eines bestimmten Enzyms werden die Aktivitäten der Leukozyten durch ein Toxin blockiert.
Das Enzym LT, welches sich ebenfalls im Bakterium befindet, macht das Immunsystem, welches am Ende verbleibt, noch dazu funktionsunfähig.
Sobald der Anthrax-Erreger in die Blutbahn gelangt, indem er dort streut, kann es zu einer tödlichen Blutvergiftung kommen. Bei einem Hautmilzbrand betragt eine Letalität, welche unbehandelt bleibt, etwa 5 bis 20 %. Letalität bezeichnet dabei die Tödlichkeitsrate.
Sollten die Anthrax-Sporen tief eingeatmet werden, dann kommt es auch zu einer Bronchopneumonie. Diese bezeichnet eine spezielle Form der typischen Lungenentzündung, bei welcher auch noch die Bronchien betroffen sind. Dabei hustet der Patient bakterienverseuchtes Blut, bekommt hohes Fieber, leidet an Schüttelfrost und die Folge davon ist der Tod innerhalb von drei Tagen, wenn dieser Erreger ohne Antibiotika behandelt oder gänzlich unbehandelt bleibt, denn es droht eine Hypoxie, also das Ersticken.
Bei einer Darminfektion, welche doch in unseren Kreisen äußerst selten vorkommt, scheidet der Patient einen blutigen Stuhl aus und erbricht darüber hinaus auch Blut. Auch bei diesem Erreger ist es so, dass dieser unbehandelt zum unschönen Tod führt.
Darüber hinaus sind es oftmals Darm- und Lungenmilzbrand, welche tödlich enden. Ein Hautmilzbrand hinterlässt nach bestandener Krankheit häufig ausgeprägte und keineswegs schöne Narben.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Schon bei dem kleinsten Verdacht, mit einem Erreger in irgendeinen Kontakt geraten zu sein, ob es sich dabei nun um den Kontakt mit erkrankten Weidetieren oder auch eine gezielte Verseuchung handelt, ist schon eine ärztliche Abklärung wirklich dringend. Aus Sicherheitsgründen ist die Feststellung einer Diagnose nur in den dafür vorgesehenen speziellen Labors erlaubt.
Denn so kann auch eine schnelle Therapie in Form von Antibiotika erfolgen. Denn auch bei einem Hautmilzbrand ist es so, dass die Überlebensprognose sich durchaus verschlechtert, sollte die Krankheit zu spät erkannt werden. Doch aufgrund einer schnellen Therapie kann die Vermehrung dieser Bazillen eingedämmt werden und die Menge an den gebildeten Toxinen wird begrenzt, welche für den lebensbedrohenden Verlauf verantwortlich sein können.
Ein Gegengift existiert allerdings nicht.
Darüber hinaus sollte von einer chirurgischen Therapie abgesehen werden, da diese keinesfalls zulässig ist. Das betrifft auch die Beseitigung von Hautgeschwulsten oder auch eines Geschwürs. Denn dabei besteht durchaus die Gefahr, dass die Toxine oder der Bazillus verschleppt werden.

Behandlungsmethoden und Therapie

Aufgrund der Tatsache, dass Anthrax durch Bakterien ausgelöst wird, ist eine Therapie in Form von Antibiotika sinnvoll. Das Antibiotikum muss dabei auch sehr schnell zu sich genommen werden, damit der Behandelnde auch geheilt wird. Als mögliche Antibiotika können dabei zum Beispiel Doxycyclin und auch Ciprofloxacin zum Einsatz kommen.
Zum Teil wird das Antibiotikum auch dann schon verabreicht, wenn der Erreger noch gar nicht im Labor nachgewiesen wurde. Patienten werden dann im Krankenhaus auf einer Isolierstation behandelt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, zu Hause isoliert behandelt zu werden.
Gegen auftretende Schmerzen verordnet dabei der Arzt noch zusätzliche Schmerzmittel. Sobald die Krankheit vom Arzt also diagnostiziert wurde, muss dieser das mit dem Gesundheitsamt melden, da Milzbrand zu den meldepflichtigen Erkrankungen zählen.
Handelt es sich beim Patienten um einen Hautmilzbrand, dann wird eine systemische Antibiotika-Therapie mit etwa Penicillin G durchgeführt. Chirurgische Eingriffe dürfen allerdings keinesfalls durchgeführt werden, denn hierbei besteht die Gefahr, eine Blutvergiftung zu erleiden.
Es ist ganz besonders wichtig, dass die Erkrankten auch isoliert behandelt werden, obwohl eine Ansteckung von Mensch zu Mensch nicht gegeben ist.
Bei einer rechtzeitigen Behandlung ist die Prognose, dass der Patient geheilt wird, ziemlich positiv. Bei einem Hautmilzbrand führt ohne eine entsprechende Therapie dieser Erreger bei 20 % der Patienten zum Tod.
Der frühe Behandlungsbeginn ist für eine positive Heilungschance ausschlaggebend. Bei schweren Fällen sollten die Antibiotika möglichst intravenös eingeführt werden. So gelangen diese Wirkstoffe noch effizienter und schneller in das Gewebe und auch in gewisse Organe, die möglicherweise noch betroffen sein können.
Sollten die Therapien jedoch fehlschlagen oder auch bei einem besonders schweren Krankheitsverlauf können auch intravenös Antikörper gegen die Toxine versuchsweise verabreicht werden.
Allerdings ist es hierbei so, dass bei einer solchen Therapie die erforderlichen Daten einer solchen Wirksamkeit noch nicht genau vorliegen. Sollte der Patient an Milzbrand schwer erkrankt sein, dann wird er auf der Intensivstation behandelt und bedarf einer besonderen Überwachung.

Vorbeugung – Impfung und Prävention

Um Milzbrand vorzubeugen, ist es wichtig, einen direkten Hautkontakt mit erkrankten Tieren aber auch tierischen Rohstoffen, wie etwa rohes Fleisch, zu vermeiden. Darüber hinaus ist die Bedingung, zumindest an einem Hautmilzbrand zu erkranken, Hautverletzungen. Schon eine kleine Verletzung reicht im Grunde aus, um sich mit dem Erreger zu infizieren.
Der Darmmilzbrand entsteht dabei durch das Verspeisen von rohem Fleisch von Tieren, welche sich vorher schon mit dem Erreger infiziert haben. In industrialisierten Ländern kommt das aber durchaus nur sehr selten vor.
Bislang wurde eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch jedoch noch nicht beschrieben. Allerdings bedeutet das gleichzeitig auch nicht, dass es gänzlich auszuschließen ist. Genau aus diesem Grund sollten die Patienten auch isoliert behandelt werden. Darüber hinaus sind erhöhte Schutzmaßnahmen bei einem Kontakt mit dem Infizierten zu beachten.
Schon allein der Verdacht auf eine Milzbrand-Erkrankung reicht aus, um diese gemeinsam mit der Angabe des Namens an das Gesundheitsamt weiterzuleiten. Von dort aus geht es dann weiter zum Robert-Koch-Institut, welches in Deutschland zuständig für Infektionskrankheiten ist.
Sollten Menschen darüber hinaus einem ganz besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt sein, kann auch ohne jeglichen Hinweis auf solch eine Infektion über knapp zehn Tage hinaus eine vorbeugende Behandlung mit Hilfe von Antibiotika erfolgen.
Es ist in manchen Ländern auch so, dass ein Impfstoff für Personen angeboten wird, welche ein wirklich hohes Risiko besitzen, an einer Milzbrand-Infektion zu erkranken. Allerdings steht dieser Impfstoff in Deutschland nicht zur Verfügung. Oftmals werden allerdings Tiere einfach vorbeugend geimpft.
Vor allem in Afrika besteht eine höhere Infektionsgefahr, genauso wie in Zentral- aber auch Südasien. Der Erreger umfasst dabei Gebiete, wo die Jahresdurchschnittstemperatur besonders hoch ist. Dort sollte man also besondere Vorsicht im Umgang mit Fleisch, aber auch Tieren wahren.
Sofern man aufgrund des Berufes wegen, zwingend mit Tieren zusammenarbeiten, ist es wichtig, dass diese Personen einen Mundschutz tragen. So wird verhindert, dass sie mögliche Sporen einatmen können.
Im Prinzip ist auch eine vorsorgliche Behandlung mit Antibiotika möglich. Doch es sollte schon konkrete Anhaltspunkte geben, um einen möglichen Kontakt mit einem Erreger zu gewährleisten. Dabei werden die gleichen Antibiotika verwendet wie auch bei einer normalen Behandlung.
Für einen Urlaubsreisenden ist die Ansteckung mit Anthrax recht gering. Doch sollte man dennoch in subtropischen, aber auch tropischen Regionen den Kontakt zu Nutz- und Haustieren möglichst vermieden werden.

Prognose zur Heilung

In der Regel kann Milzbrand durchaus eine harmlose Hauterkrankung sein, welche ganz leicht mit Antibiotika zu behandeln geht. Innerhalb von ein bis drei Wochen sollte dann auch der Ausschlag wieder verschwinden.
Wenn der Milzbrand allerdings unbehandelt bleibt, kann sich diese Infektion verbreiten und darüber hinaus zu einer Blutvergiftung führen. Möglicherweise endet das tödlich.
Lungenmilzbrand hingegen ist eine eher gefährliche Erkrankung mit einer hohen Sterblichkeit. Genau aus diesem Grund ist auch eine intensive und auch frühzeitige Behandlung oftmals lebensrettend.
Allerdings kann Milzbrand unter Umständen einen schweren Verlauf nehmen, trotz gezielter Antibiotika. Wegen oftmals unspezifischer Symptome zu Beginn einer solchen Erkrankung ist besonders wichtig darauf zu achten, dass eine eventuelle Anthrax-Infektion auch früh in Betracht gezogen werden sollte.
Wie die genaue Prognose aussieht, ist abhängig von dem Infektionsweg betroffener Körperregionen. Bei ausreichender Behandlung eines Hautmilzbrandes sterben unter einem Prozent der Patienten an diesem Erreger. Das ist auch die häufigste Form von Milzbrand. Bis zu 20 % versterben allerdings ohne ausreichende Behandlung.
Besonders gefährlich, aber seltener als die Hautmilzbrand ist der Lungenmilzbrand. Denn hier fallen die Patienten schon nach wenigen Tagen dem Tod zum Opfer. Bei Lungen- und auch Darmmilzbrand sterben trotzdem noch rund die Hälfte der Patienten, obwohl sie eine entsprechende Behandlung erhalten haben.
Es gibt aber auch noch den Injektionsmilzbrand, welcher nicht außer Acht gelassen werden darf. Doch auch hier sieht die Prognose nicht gerade besser aus als bei Lungen- und Darmmilzbrand. Denn hier stirbt selbst bei einer Therapie noch jeder dritte Patient.
Sollte die Behandlung allerdings anschlagen, kann eine Rückbildung von Symptomen Tage bis Wochen andauern, vor allem diejenigen, die die Haut betreffen. Genau aus diesem Grund sollte eine Therapie mit Antibiotika auch niemals vorzeitig abgebrochen werden, weil man annimmt, diese seien unwirksam.
Des Weiteren kommen sogar Langzeitfolgen beim Milzbrand vor. Vor allem zählen dazu starke Müdigkeit und eine schnelle und körperliche Erschöpfung.

Übertragung, Verbreitung & Bekämpfung

Bei Tieren
Hauptsächlich erfolgt die Ansteckung bei Tieren über das erregerhaltige Futter, welches aufgrund von Milzbransporen verunreinigt ist, die aus dem Erdreich stammen. Selten jedoch ist eine Ansteckung von Tieren auf andere Tiere.

Auf den Menschen
Sehr selten ist Milzbrand in Deutschland. Überwiegend erkrankt hier der Mensch an dem Hautmilzbrand. Hauptsächlich infiziert er sich durch direkten, aber auch indirekten Kontakt, wie etwas Schmutz- und Schmierinfektion, durch infizierte Tiere oder auch deren tierische Produkte.
Vor allem bei berufsbedingten Personen besteht ein höheres Infektionsrisiko, vor allem auch bei Personen, welche direkt im Labor mit solch einem Erreger arbeiten oder welche sich mit der Be- oder Verarbeitung von tierischen Produkten, wie etwa Felle, Tierhäute oder Knochen, beschäftigen.
Eigentlich unüblich sind Infektionen, welche durch den Verzehr von sporenhaltigem und nicht erhitzten Fleisch bzw. deren entsprechender Produkte herbei geführt werden.
Die Übertragung von Menschen auf andere Menschen ist bislang noch nicht bekannt, jedoch sollte man auch dabei Vorsicht wallten lassen.

Die Verbreitung
Milzbrand kommt im Prinzip in der gesamten Welt vor, bevorzugt aber immer noch in den wärmeren Klimazonen, wie etwa Südamerika, Südosteuropa, Südostasien oder auch Afrika. Darunter sind vor allem Viehzuchtbetriebe und insbesondere Wiederkäuer betroffen. Sehr selten dagegen tritt Milzbrand in industrialisierten Ländern auf.
Genauso sieht es in Deutschland aus, wo der Erreger nur noch sporadisch auftritt. Dabei handelt es sich dann vor allem um Gebiete in Flussniederungen, welche oftmals von Überschwemmungen heimgesucht werden. Dabei kommt Gerbereien eine besondere Bedeutung zu.
In den vergangenen Jahrzehnten ist die Anzahl an Erkrankungen in Deutschland auch deutlich zurückgegangen. Denn hier werden die Tiere, welche sich mit Milzbrand infiziert haben, in den Tierkörperbeseitigungsanstalten beseitigt. Außerdem werden die Einfuhr von Knochen und Tierhäuten besonders überwacht und auch die Einfuhr von diversen Fleisch- und Knochenmehl aus Drittländern, welche sich außerhalb der EU befinden, ist nicht möglich.
Im gesamten Zeitraum vom Jahr 2000 bis 2014 wurden etwa vier Milzbrandausbrüche bei Tieren entdeckt.

Die Bekämpfung
In Deutschland erfolgt die Bekämpfung von Milzbrand bei Tierbeständen nach der Verordnung, die zum Schutz gegen Rauschbrand und Milzbrand vorliegt. Hierbei gelten weltweit besonders strenge Bekämpfungsmaßnahmen, wie bei allen Tiererkrankungen, welche auf der Liste der Weltorganisation für Tiergesundheit beschrieben sind.
In der Regel erfolgt bei Tieren somit auch keinerlei Behandlung. Sollte also der Ausbruch oder auch nur der Verdacht eines Ausbruchs von Milzbrand bei Tierbeständen amtlich festgestellt werden, kann diese zuständige Behörde nur noch die unschädliche Beseitigung und Tötung der seuchenverdächtigen und seucherkrankten Tiere anordnen.
Sollten darüber hinaus der Verdacht auf Infektionen bei Menschen bestehen, sollte hier mit einer Behandlung möglichst früh begonnen werden. Der behandelnde Arzt entscheidet dabei, wie hoch die Dosierung ist und wie lange eine Therapie überhaupt erst erforderlich ist.

Alternativer Einsatz für Milzbrand

Biowaffen gehören zu Kampfstoffen, welche Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze, also im Prinzip lebende Organismen, oder aber auch die von diesen Organismen gebildeten Toxine enthalten. Diese Erreger oder auch deren Toxine sind dabei fein verteilt in Gasen oder Dämpfen, welche eingeatmet werden. Ein Angriff mit diesen Waffen bezweckt das Auslösen von Massenvergiftungen, Panik oder auch Epidemien.
Absichtliche Vergiftungen von Brunnen oder auch das Verbreiten von Krankheiten durch die infizierten Leichen, wie etwa bei Pest-Toten im Mittelalter, müsste dabei als die älteste Form von Einsätzen der Biowaffen angesehen werden.
In vielen Staaten wurde im 20. Jahrhundert mit Krankheitserregern für einen Kriegseinsatz experimentiert. Einige Länder besitzen auch heute noch Biowaffen. Dabei gab es eben auch unter anderem Versuche mit Milzbrand.
Wegen der hohen Stabilität eignen sich die Milzbrandsporen vor allem für terroristische und auch kriminelle Aktivitäten, wie etwa einer Versandmöglichkeit per Post. Dabei schätzt man jedoch, dass für eine Erkrankung von Lungenmilzbrand mindestens zwischen 8000 und 50000 Sporen eingeatmet werden müssen. Des Weiteren erfordert die Aufbereitung dieser Sporen darüber hinaus eine hoch entwickelte Technologie.

Rückblick in die Vergangenheit

Bereits im Jahr 1932 experimentierten als erstes Japaner mit chemischen und biologischen Waffen. Das taten sie zuerst an Einzelpersonen, dann aber auch in gesamten Regionen. Dabei wurde auch an unterschiedlichen Stellen Wasser verseucht.
Während des zweiten Weltkriegs führten darüber hinaus Engländer auf der Insel Gruinard, die vor Schottland liegt, Experimente mit Milzbrand durch. Auch heute bleibt die Insel noch unbewohnbar.
Im Jahr 1992 dann hat der russische Präsident Boris Jelzin gestanden, dass während der 1970er Jahren in der Sowjetunion, die damals noch existierte, genauso mit Anthrax geforscht wurde. Dabei starben rund 68 Personen, nachdem diese Sporen durch offene Luftfilter in die nähere Umgebung geraten waren. Das geschah dabei, auch wenn Russland genauso wie etwa 150 andere Staaten auch, der Biowaffenkonvention beigetreten waren. Diese hatten dabei unterschrieben, dass seit 1972 die Herstellung, Entwicklung und auch der Einsatz von biologischen Waffen verurteilt wurden.
Da auch Milzbrand in der westlichen Welt eher noch selten auftritt, gilt dabei eine ganz zufällige Häufung von Erkrankungsfällen eher als unwahrscheinlich. Bei solch einem Vorkommnis kann also eher davon ausgegangen werden, dass es sich um einen bioterroristischen Anschlag handelt. Solche geschahen im Jahr 2001 in den USA aufgrund von Versand von Briefen. Auch in Europa gab es dann einige Verdachtsfälle, welche sich jedoch nicht gerade bestätigen ließen.
Allerdings lässt sich sicher sagen, dass weltweit noch lange nicht alle Arsenale von biologischen Waffen vernichtet wurden. Im Gegenteil. Es ist vielmehr zu befürchten, dass in den unterschiedlichen Ländern weiterhin auch noch mit derartigen Krankheitserregern experimentiert wird.
Im Jahr 2004 erfolgte aufgrund einer Resolution des UN-Sicherheitsrates eine völkerrechtliche Ächtung von Aneignung biologischer Waffen zur Massenvernichtung. Dazu sind allerdings konkretere Staatsverträge und auch Konventionen nötig. Unterschiedliche Länder haben darüber hinaus auch noch Einsatzpläne aufgestellt, die für den Fall da sind, dass ein bioterroristischer Anschlag eventuell stattfinden könnte.

Umgang mit verdächtigen Paketen / Briefen

Besteht der mögliche Verdacht auf eine terroristische Verbreitung von Milzbrand aufgrund des Erhalts einer verdächtigen Sendung, empfiehlt sich das folgende Vorgehen, dabei sind auch Drohungen durchaus ernstzunehmen:

  • Das Paket bzw. den Umschlag nicht öffnen, daran riechen oder es gar schütteln, sondern mit einer Kiste, einem Eimer oder auch mit Tüchern abdecken
  • Sollte der Umschlag inzwischen offen sein und dabei irgendein Pulver austreten, dieses unberührt liegen lassen. Einatmen und jeglicher Hautkontakt von Staub sind zu vermeiden
  • Klimaanlage und Ventilatoren ausschalten
  • Die Türen und Fenster schließen, den Raum unverzüglich verlassen und mit einem Warnschild markieren
  • Das Gesicht und die Hände mit Wasser und Seife sorgfältig waschen
  • Den Arzt und die Polizei kontaktieren

Begründete Angst vor Bioterror?

Inzwischen ist es seit den 1990er Jahren so, dass auch Terrororganisationen die sogenannten nicht-konventionellen – biologischen oder auch chemischen – Kampfstoffe für ihre Ziele einsetzen. Am 20. März 1995 geschah ein U-Bahn-Attentat in Tokio, bei dem die japanische Aum-Sekte mit einem Nervengas namens Sarin knapp zwölf Menschen. 5000 weiteren wurden dabei verletzt. Bei derselben Sekte handelte es sich im Jahr 1990, als in Tokio von einem Gebäude aus Milzbrandbazillen ausgestreut wurden. Einige Monate vorher wurde beim japanischen Parlament das Bortulinus-Toxin verteilt. Doch zum Glück gab es dabei keinerlei Opfer.
Man könnte den sogenannten Baciluss anthracis als ein Urbild von bakteriologischer Kampfstoffe bezeichnen. Dabei ist ein behelfsmäßiges kleines Labor schon ausreichend, damit ohne größere Mittel in nur kurzer Zeit massenhaft Sporen und auch Bakterien gezüchtet werden können.
Seit knapp fünfzig Jahren ist es so, dass der Milzbrand in den Industriestaaten weitestgehend verschwunden war. Dieser trat dabei nur noch vereinzelt auf. Eine Epidemie, welche im Jahr 2000 in Rumänien stattfand, war wohl die einzige im gesamten Europa in den letzten zwanzig Jahren.
Auch ein Fall von Hautmilzbrand in Frankreich liegt schon viele Jahre zurück. Ende der 1970er Jahre infizierten sich in der Schweiz viele Arbeiter aufgrund von Tierhäuten, die aus Südostasien stammten. Seit dem Jahr 1900 wurden im Prinzip nur ganze 18 Fälle von Lungenmilzbrand registriert. Der Letzte davon fand ich im Jahr 1978.
Eine besonders heimtückische Bedrohung ist dieses Bakterium als Vernichtungswaffe. Wenn diese bemerkt wird, ist es meistens schon zu spät. Es gibt für die Zivilbevölkerung zwar Schutzmöglichkeiten, wie etwa die Produktion von Antibiotika, Impfstoffen, Schutzkleidung, Gasmasken, aber auch anderen Hilfsmitteln. Diese Produktionen laufen derzeit vermehrt auf Hochtouren.
Allerdings ist es auch gleichzeitig so, dass diese Ausstattung immer wieder auf den Stand der Biowaffen angepasst und auch dementsprechend nachgebessert werden muss. Von den zahlreichen Fortschritten in der Molekularbiologie und der Genetik profitieren dabei auch die Hersteller von unkonventionellen Waffen. Darüber hinaus haben russische Forscher in dem Institut von Obolenks, welches bei Moskau liegt, gentechnisch bereits einen Milzbrand-Stamm erzeugt, gegen den selbst eine Impfung oder Antibiotika nichts ausrichten können.

FAQ – Fragen & Antworten

Wie lässt sich der Bacillus anthracis abtöten?
Handelt es sich beim Erreger um eine vegetative Form, sterben diese aufgrund gängiger Desinfektionsmethoden und auch dem küchentechnischen Garverfahren ganz leicht ab. Allerdings sind Anthraxsporen wirklich resistent gegen Hitze, Tiefgefrieren, Trockenheit und auch die übliche Trinkwasserchlorierung.
Des Weiteren besitzen diese Erreger eine wirklich ausgeprägte Resistenz gegen Desinfektionsmittel. Erst bei knapp 100° C werden die Sporen für 15 Minuten inaktiv. Aufgrund von Säuren, die einen pH-Wert von unter 5 aufweisen, starker Sonneneinstrahlung oder auch einem stark konzentrierten Desinfektionsmittel und eine Einwirkzeit von knapp zwei Stunden sterben somit auch die Anthraxsporen ab.

Welche Bedingungen sind nötig, damit sich der Bacillus anthracis vermehren kann?
Sporen können bei einer nährstoffreichen Umgebung, wie etwa Lymphen oder in Blut eines infizierten Weidetieres bei 8 bis 45 ° C und einem pH-Wert zwischen 5 und 9 auskeimen. Die vegetative Form dieser Bakterien vermehrt sich in einem Temperaturbereich von 22 bis 42° C.
Bestehen bestimmte Bedingungen, wie ein optimaler Temperaturwert, kann auch eine Vermehrung in Lebensmitteln möglich sein.

Welche Personengruppen sind dabei ganz besonders gefährdet, eine Milzbrand-Erkrankung zu bekommen?
Personen, welche zum Beispiel in Schlachtbetrieben mit Tieren zusammenarbeiten, welche aus infizierten Beständen stammen, sind besonders gefährdet an Milzbrand zu erkranken als andere Personengruppen.
In den meisten Industrienationen ist das Risiko einer Infektion sehr gering. Durch den Kontakt zu Schlachttieren oder allein mit deren Fell kann eine Infektion über die Haut gut denkbar sein. Allerdings auch über das Blut, ihr Fleisch, die Knochen oder weitere Nebenprodukte infizierter Tiere.
Des Weiteren können Infektionen auch bei Personen auftreten, welche bei der Verarbeitung oder Zerlegung tätig sind, denn diese Arbeiten sind gleichzeitig mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden, wobei der Milzbrand sich an Hautverletzungen absetzt. Infektionen über Atemwege treten darüber hinaus seltener auf als der Hautmilzbrand, zum Beispiel etwa bei Verarbeitungen mit kontaminierten Fellen oder Wolle in geschlossenen Räumen.

Können auch Lebensmittel mit dem Erreger belastet sein?
Sobald Tiere geschlachtet werden, die mit dem Bacillus anthracis infiziert sind, können die Anthraxsporen auf ihr Fleisch und die daraus hergestellten Produkte eindringen. Bei gesunden Tieren, die geschlachtet werden, sind dabei die übertragbaren Mengen an Erregern erwartungsgemäß gering.
Größere Erregermengen verbreiten sich, sobald die Bakterien über das Kreislaufsystem von infizierten Tieren gelangen. Während einer akuten oder auch perakuten Erkrankungsphase werden diese Bakterien freigesetzt. Im Zug von Verarbeitungsschritten des Fleisches hin zu den Fleischerzeugnissen kann es dabei zu einer Reduzierung der vorhandenen Erreger kommen, wie durch Säuerung oder Erhitzung. Nach einer derzeitigen Kenntnis ist allerdings eine Übertragung auf den Menschen durch Lebensmittel sehr gering, da die notwendige Menge für eine Infektion doch sehr hoch ist.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam Darmmilzbrand in Deutschland nicht vor. Bei Wiederkäuern sind auch Milzbrandausbrüche sehr selten. Genau aus diesem Grund ist laut der BfR eine Infektion mit Darmmilzbrand über hergestellte Lebensmittel sehr gering.

Wie äußert sich die Milzbrand-Infektion?
Bei jeglichen Verlaufsformen können sehr schwere Allgemeinsymptome auftreten, wie etwa Benommenheit, hohes Fieber, Kreislauf- und Herzrhythmusstörungen, aber auch ein Schock.
Hautmilzbrand äußert sich dadurch, dass Papeln mit Schwellungen und Rötungen auftreten. Diesen folgen flüssigkeitsgefüllte Bläschen, welche in mit Schorf bedeckte nekrotische Geschwüre übergehen.
Beim Lungenmilzbrand kann es nach einem eher unspezifischen Anfangsstadium mit Kopf- und Gliederschmerzen, hohem Fieber von knapp ein bis drei Tagen zu einem sehr schweren Krankheitsbild kommen, welche mit Lungen- und Herz-Kreislauf-Versagen oder einer Blutvergiftung einhergehen kann.
Darmmilzbrand hingegen kann sich aufgrund von zwei Verlaufsformen bemerkbar machen. Zum einen die oropharyngeale Form, wobei Rachen und Mund betroffen sind, beginnt somit mit Schluckbeschwerden, Halsschmerzen, aber auch Geschwürbildungen in der Speiseröhre und im Mund. Daraufhin folgen ausgeprägte Erkrankungen der Ödeme, Lymphknoten und der Sepsis. Darüber hinaus gibt es noch die abdominale Form, welche sich durch Müdigkeit, Fieber und Unwohlsein bemerkbar macht. Später kommt es zu einem blutigen Durchfall, Bauchschmerzen, aber auch einer Sepsis, Bauchfellentzündung bis hin zu einem Herz-Kreislauf-Versagen.

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