Fibromyalgie

FibromyalgieTrotz hoch entwickelter, fortschrittlicher Behandlungsmöglichkeiten können gegenwärtig noch nicht alle Krankheiten geheilt werden.

Eine diese Erkrankungen ist die Fibromyalgie, die sich ALS sogenannte therapieresistente Erkrankungen einen Namen gemacht hat.

Die Fibromyalgie ist zu dem durch äußerst vielschichtige, teil spezifische, teils nicht eindeutige Symptome gekennzeichnet.

Was ist Fibromyalgie?

Aus den Wortteilen „fibra“, „mys“ und „algos“ besteht der Begriff Fibromyalgie oder Fibromyalgie-Syndrom, der für eine häufig vorkommende Erkrankung verwendet wird. Früher wurde die Fibromyalgie als Generalisierte Tendomyopathie definiert. „Faser“, „Muskel“ und „Schmerz“ ermöglichen bereits einen ersten Eindruck vom entsprechenden Krankheitsgeschehen. Involviert sind vor allen Dingen die Muskeln und die Gelenke sowie die Nerven. Hinzu kommen psychosomatische und psychische Einschränkungen.

Eine Fibromyalgie wird den Weichteilrheumatismen zugeordnet, weil weniger die Knochen, sondern eher die weichen Gewebestrukturen involviert sind. Die Fibromyalgie ist keine Rheumatoide Arthritis und keine entzündlich-rheumatische Krankheit.

Bei der Rheumatoiden Arthritis sind ausschließlich die Gelenke betroffen.

Ursachen von Fibromyalgie

Die eindeutigen Auslöser für eine Fibromyalgie sind heutzutage noch nicht erforscht. Vermutungen liegen jedoch dahingehend vor, dass das Fibromyalgie-Syndrom (bei einem Syndrom bestehen mehrere Symptome gleichzeitig) durch das Zusammentreffen verschiedener Aspekte zustande kommt.

Solche Einflüsse sind:

  • psychische und physische Faktoren
  • Veranlagung und genetische Disposition
  • Umwelt

Leiden die Betroffenen unter einer Grunderkrankung, die eine Fibromyalgie ausgelöst hat, wird von einer sekundären Fibromyalgie gesprochen. Sind die Auslöser jedoch nicht diagnostizierbar, dann handelt es sich um eine primäre Fibromyalgie.

Eine sekundäre Fibromyalgie kann durch

hervorgerufen werden.

Symptome und Anzeichen bei Fibromyalgie

Fibromyalgie schaubild nervendruckpunkte

Als Ausgangspunkt für die chronischen Schmerzen, die eine Fibromyalgie begleiten, kommt ein ständiger Schmerzreiz im Gehirn in Frage.

Daraus resultiert ein nicht richtig funktionierendes Schmerzgedächtnis, das die Sensitivität der Schmerzstellen aktiviert.

Daher stehen vor allen Dingen die quälenden chronischen Schmerzen im Vordergrund, die eine massive Einschränkung der Lebensqualität darstellen.
Darüber hinaus muss festgestellt werden, dass nicht alle Symptome der Fibromyalgie bei allen Betroffen in gleicher Art und in gleicher Stärke ausgeprägt sind.

Dieser Punkt ist die Voraussetzung für die Unterteilung der Beschwerden in mehrere Grade.

Die zentralen Symptome der Fibromyalgie sind:

An welchen Körperstellen tritt die Fibromyalgie auf?

Bei der Fibromyalgie ist es typisch, dass die Beschwerden am ganzen Körper wahrgenommen werden oder sich abwechselnd lokalisieren. Sie betreffen hauptsächlich die Extremitäten sowie den Rücken und den Kopf. Die Schmerzen können heute an der rechten Hand und im linken Fuß und morgen im rechten Bein und im rechten Arm auftreten.

Diagnose und Krankheitsverlauf von Fibromyalgie

Die Fibromyalgie ist im Gegensatz zu vielen anderen Erkrankungen mit einem schleichenden, häufig recht unauffälligen Verlauf verbunden. Die Diagnose durch den Facharzt erfordert ein relativ hohes Maß an Erfahrung. Nicht immer sind die diagnostischen Untersuchungen eindeutig, sodass eine gesicherte Diagnostik nicht immer realisiert werden kann.

Gerade bei der Differentialdiagnostik, die eine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen gewährleisten soll, wird daher mit einem sogenannten Punktesystem gearbeitet. In der Regel ist es so, dass die endgültige Diagnose erst nach etwa 8 Jahren erfolgen kann, weil die Krankheit dann komplett ausgeprägt ist.

Aktuell wird von mehreren Einzelkriterien ausgegangen, die folgendermaßen aussehen:
spontane Muskelschmerzen über mindestens 90 Tage hinweg auch an Sehnen und Sehnenansätzen
Druckschmerzen an bestimmten Körperpunkten oder „tender points“ vegetative und funktionelle Einschränkungen wie Herz-, Atem- und Kreislaufbeschwerden, trockener Mund, Schwindel.

Die ersten Hinweise beinhalten Schlafstörungen, Übelkeit, Abgeschlagenheit. Diese Symptome nehmen im Laufe der Zeit zu und werden durch schmerzhafte Beeinträchtigungen im Lenden- oder Halswirbelsäulenbereich erweitert.

Im weiteren Verlauf manifestieren sich die Schmerzen in den Beinen und in den Armen. Sie werden zudem häufiger.

Nunmehr treten in zunehmendem Umfang zu starke Schmerzattacken auf, denen wieder Zeiten ohne Schmerzen folgen. Diese werden allerdings immer kürzer.

Nach etwa sechs bis acht Jahren ist die Erkrankung voll ausgeprägt. Plötzlich auftretende Schübe und akute Krankheitsphasen wechseln sich unregelmäßig ab.

Mittlerweile kommen zu den körperlichen Leiden diverse psychische Beschwerden hinzu. Diese zeigen sich auch in Form von Versagensängsten, mangelndem Selbstvertrauen und Zukunftsangst.

An dieser Stelle noch ein Wort zu den „tender poinds“. Dahinter verbergen sich 18 auf dem Körper verteilte Druckpunkte. Diese befinden sich hauptsächlich auf den Sehnen und Sehnenansätzen sowie auf den Muskeln an verschiedenen Positionen. Durch das Tasten beziehungsweise Drücken dieser Punkte kann der Arzt Rückschlüsse auf die Schmerzempfindlichkeit ziehen.

Das Feststellen einer Fibromyalgie ist ohne eine Laboruntersuchung nicht gegeben.

In die klinisch-chemischen Tests sind eingeschlossen:

  • die Blutsenkungsgeschwindigkeit und die Kreatinkinase
  • das C-reaktive Protein
  • der Kalziumgehalt
  • das Schilddrüsenhormon TSH (Thyreoideal-stimulierendes Hormon)

sowie ein Blutbild mit Ermittlung des Hämoglobingehaltes, der Leukozyten– und Erythrozytenzahl sowie der Thrombozyten. Das sind die weißen und die roten Blutzellen sowie die Blutplättchen. Der Hämoglobingehalt beschreibt die Konzentration des roten Blutfarbstoffes, der für den Transport von Kohlendioxid und Sauerstoff zuständig ist.

Wie lange dauert die Krankheit Fibromyalgie?

Bei einer Fibromyalgie ist eine Krankheitsdauer von bis zu acht Jahren nicht auszuschließen. Die entsprechenden Symptome entwickeln sich sehr langsam, sodass die Krankheit erst nach mehreren Jahren ihre volle Ausprägung erreicht hat.

Vorbeugung einer Fibromyalgie

Einer Fibromyalgie kann nicht präventiv entgegen gewirkt werden. Da die Ursache der Fibromyalgie nicht hinlänglich bekannt sind, gibt es keine wirksame Prophylaxe. Positiv ist in diesem Zusammenhang aber, dass es trotz Verlaufs über mehrere Jahre hinweg keinerlei bleibende oder schwere Einschränkungen der Funktion von Organen zu befürchten ist. Diese können trotz fortgeschrittenen Erkrankungsbildes zusätzlich durch aktive Bewegung erhalten bleiben.

Dennoch ist es wichtig, sich auf eine gesunde Lebensweise zu konzentrieren. Ein normales Körpergewicht, kein Missbrauch von Nikotin und Alkohol sowie etwa zwei bis dreimal wöchentlich für eine halbe Stunde Ausdauersport dürfte die Symptome der Fibromyalgie in die Schranken weisen.

Impfungsmöglichkeit gegen Fibromyalgie

Eine generelle Impfung als Immunisierungsmöglichkeit gegen Fibromyalgie existiert nicht.

Behandlung der Fibromyalgie

Wer unter einer Fibromyalgie leidet, wendet sich mit Sicherheit erst einmal an den zuständigen Hausarzt, um eine diagnostische Erhebung einzuleiten und um die Beschwerden zu lindern. Danach werden die Patientinnen und Patienten in Abhängigkeit von ihren Beschwerden meist zu einem spezialisierten Facharzt überwiesen. Das kann ein Orthopäde oder Neurologe, ein Psychiater oder Kieferorthopäde sein. Aber auch Termine bei den Physiotherapeuten und den Psychologen sowie Schmerztherapeuten sind sinnvoll.

Für die Behandlung der Fibromyalgie stehen den Patienten unterschiedliche therapeutische Fachgebiete zur Verfügung. In erster Linie wird der chronische Verlauf beachtet, für den in der Regel geeignete Medikamente unabdinglich sind. Dabei wird nicht ausschließlich auf eine medikamentöse Behandlung geschaut, weil sich viele Arzneistoffe ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Die moderne Behandlung der Fibromyalgie beinhaltet beispielsweise:

  • Schulungsprogramme
  • verhaltenstherapeutische Schmerztherapie
  • Herz-Kreislauf-Training in Abhängigkeit von der individuellen Belastbarkeit
  • vorübergehende Verschreibung von Antidepressiva
  • Behandlung weiterer Einschränkungen
  • Tai-Chi und Qigong
  • Balneo- und Spatbehandlung

Oftmals benötigen Menschen, die unter einer Fibromyalgie leiden, eine weiterführende Behandlung als multimodale Therapie und eine Langzeitbetreuung.

Hausmittel bei Fibromyalgie

 

Fibromyalgie und Lebensumstellung

Mit einer Fibromyalgie leben, das heißt, seinen Alltag darauf abzustimmen. Nicht in jedem Fall sind nur Medikamente angebracht.

Außerdem heißt es: „Achte auf dich“:

  • sich jeden Tag entspannen, eigene Rituale und Entspannungstechniken finden
  • sich ausgewogen ernähren
  • ausreichend Schlafen
  • inneres Gleichgewicht herstellen
  • seine Erkrankung akzeptieren – niemand ist perfekt

Um diese Zielstellungen zu erreichen, sind nebenwirkungsfreie, sanfte pflanzliche Naturheilmittel eine perfekte Lösung. Sie belasten den Körper nicht zusätzlich und haben sich wegen ihrer ausgezeichneten Nebeneffekte bewährt.

Fibromyalgie und alternative Heilmittel

 

  • Mädesüß und Weidenrinde lindern Schmerzen und Entzündungen
  • Teufelskralle ist perfekt gegen Rückenschmerzen, Muskeln und Gelenken
  • Brennnessel löst Verkrampfungen und behebt Entzündungen
  • Johanniskraut beruhigt und ist schlaffördernd

Darüber hinaus hält die Homöopathie eine Fülle an Verfahren und Zubereitungen bereit, die den Alltag mit Fibromyalgie leichter machen:

Günstig sind außerdem Entspannungstechniken wie Yoga und die Akupunktur.

Heilung der Fibromyalgie

Die Heilungschancen bei der Fibromyalgie sind in der Gegenwart begrenzt. Die Mehrheit aller Erkrankten profitieren durch die therapeutischen Maßnahmen, in dem sie mehr Lebensqualität gewinnen. Da die Diagnosestellung sehr schwierig ist und eine komplette Arbeitsunfähigkeit verursacht wird, erhalten die Betroffenen keine Renten. Dieser Sachverhalt trifft ebenso auf Pflegegeld zu. Deshalb leiden die Patienten nicht nur unter ihrer Erkrankung, sondern auch unter finanziellen und sozialen Problemen.

Abgesehen davon gilt die Fibromyalgie nicht als tödlich. Sie ist aber beim jetzigen Stand der Medizin noch nicht heilbar.

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