Ölziehen

Ursprung und Entwicklung des Ölziehens

 

ölziehen behandlungHinter einer sogenannten Ölspülung verbirgt sich eine Methode, die insbesondere in der Zahnpflege bedeutsam ist. Bis heute hat sich diese Variante nicht verändert. Sie wird genauso durchgeführt wie es einst der Fall war.

 

Das Ölziehen, das Ölsaugen, das Ölkauen oder die Ölkur ist eine relativ unkomplizierte, sehr alte Vorgehensweise, die sich zur täglichen Entgiftung des Körpers eignet. Diese in der alternativen Medizin angesiedelte Therapieform entspringt dem Ayurveda. Erstmals erwähnt wurde das Ölziehen in der Charaka Samhita, einem uralten ayurvedischen Schriftstück. Der geschichtliche Hintergrund des Ölziehens ist die Antike, in der diese Anwendung bereits praktiziert wurde.

 

Etabliert hat sich das Ölziehen vor allen Dingen in Russland in der weißrussischen und der ukrainischen Allgemeinmedizin. Der ukrainisch Arzt Dr. Feodor Karach hat die Ölziehkur erstmalig in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht. In den 80er Jahren erlebte das Ölziehen wieder eine neue Renaissance. Früher wurde unter dem Ölziehen wegen der zunächst zu beobachtenden Nebenwirkungen die sogenannte Erstverschlimmerungsmethode verstanden.

 

Durchführung und Wirkungsweise des Ölziehens

 

– Eine Ölziehkur oder das Ölziehen ist ein fester Bestandteil der Naturheilkunde. Durch das Spülen mit Öl werden die unterschiedlichsten Symptome geheilt und Erkrankungen gelindert. Oftmals bewahrt das Ölziehen sogar vor einem operativen Eingriff. Das hat damit zu tun, dass sich durch das Saugen und Schlürfen des Öls in der Mundhöhle ein gewisser Selbstheilungseffekt einstellt. Ein Vorteil des Ölziehens ist, dass die natürliche Flora des Mundes nicht angegriffen wird.

 

– Die positive Wirkung des Ölziehens beruht auf dem enormen Heilprozess, der durch die im Öl enthaltenen Substanzen hervorgerufen wird. Das Ölschlürfen beugt einer Zerstörung der Darmflora im Mund vor und trägt dazu bei, dass ein Gleichgewicht zwischen gesunden und krankmachenden Keimen erhalten bleibt. Das Ölziehen ist ebenfalls eine Entgiftung.

 

– Um das Ölziehen richtig umsetzen zu können, ist diese Prozedur morgendlich zu empfehlen. Die nach dem Aufstehen im Mundraum befindlichen Toxine und Krankheitskeime werden durch Sesamöl entfernt. Dazu wird das Öl kurz auf bis zu 110 °C erhitzt. Bevor das Öl zum Einsatz kommt, wird der Mund zwanzig Minuten lang mit lauwarmem Wasser gespült. Für zwei bis drei Minuten wird der Mund danach mit einem Esslöffel geröstetem Sesamöl behandelt. Vorteilhaft ist die Anwendung des Ölziehen über etwa zwei Wochen bis zu einem viertel Jahr.

 

– Wichtig ist es, dass das Öl durch die Zähne „gezogen“ wird, damit diese von allen Seiten kräftig umspült werden. Um zu gurgeln, kann das alte Öl ausgespuckt und durch neues Sesamöl ersetzt werden. Auf diese Weise werden alle Schlacken, Toxine und Bakterien wie Streptococcus mutans Karieserreger und Lactobacillus acidophilus aus dem Mund und den Zähnen beseitigt. Ist das Ölziehen beendet, erfolgt ein abschließendes Ausspülen des Mundes mit warmem Wasser. Anschließend werden die Zähne geputzt. Das Ölziehen kann durch eine abschließende Zungenreinigung ergänzt werden.

 

– Zum Ölziehen eignen sich verschiedene Arten von Ölen. Am besten sind kaltgepresste, biologisch einwandfreie Sorten wie Sonnenblumen-, Sesam-, Kokos-, Schwarzkümmel-, Weizenkeim- oder Olivenöl. Im Handel werden ebenfalls spezielle Mundziehöle angeboten. Es ist durchaus möglich, verschiedene Öle in bestimmten Mischungsverhältnissen miteinander zu kombinieren.

 

– Die Dauer des Vorgangs von mindestens 20 Minuten ist deshalb unumgänglich, weil das Öl in die Zahnfleischtaschen eindringen soll. Gerade dort siedeln sich die meisten Bakterien an. Durch den relativ langen Ziehvorgang ist der Effekt des Ölziehens wesentlich intensiver als bei einer normalen Mundspülung. Bei der Ölziehkur muss darauf geachtet werden, dass man nüchtern ist. Dann ist die Verträglichkeit am höchsten.

 

– Unterstützend für eine Ölkur empfehlen die Heilpraktiker die Aufnahme von Vitaminen, eine Kost, die reich an Ballaststoffen ist und eine ausgewogene Zufuhr von Mineralstoffen. Zur besseren Verträglichkeit und zur Unterdrückung des Würgereflexes kann das Öl ohne Weiteres mit einem Schuss  frisch gepresstem Zitronensaft angereichert werden. Damit alle Bereiche der Mundhöhle ausreichend gespült werden, ist es sinnvoll, den Kopf hin und her zu neigen.

 

Ölziehen hilft gegen:

 

In Anbetracht dieser erstaunlichen Wirkung gilt das Ölziehen als preiswerte, sanfte und leicht umzusetzende Behandlungsform gegen zahlreiche akute und chronische Leiden. Eine Ölkur wird sogar von vielen schulmedizinisch tätigen Zahnärzten begrüßt, weil auch vorbeugende Effekte zu verzeichnen sind. Durch das Ziehen und das Vermischen mit Speichel treten krankmachende Gift aus dem Blut heraus. Aus diesem Grund sollte das Öl nicht geschluckt werden.

 

Direkt in der Mundhöhle wird die Bildung von Zahnbelägen deutlich herab gesetzt. Das senkt wiederum das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches. Menschen, die hin und wieder zu einer Entstehung von Geschwüren in der Mundhöhle neigen, können diesem Prozess mit einer gut verträglichen Ölziehkur begegnen.

 

Ölziehen fördert und stärkt:

 

  • ästhetisch weiße , saubere Zähne
  • gesundes Zahnfleisch und kräftige Zähne
  • die Vermeidung von Mundgeruch
  • eine Reduzierung von Kopfschmerzen
  • das frei bleiben der Nasennebenhölen
  • den Rückgang von Überempfindlichkeiten
  • einen guten Schlaf
  • die Reduzierung von Hautbeschwerden
  • eine regelmäßige Menstruation
  • ein starkes Lymphsystem
  • das Ausbleiben von Mundtrockenheit

Viele dieser Resultate treten nach einer regelmäßigen Behandlung meist erst nach langer Zeit ein. Nicht selten kann ein Jahr vergehen, bis sich eine Linderung der Beschwerden einstellt. Empfohlen werden vor allen Dingen qualitativ hochwertige Öle, weil diese durch ihre reichhaltigen Inhaltsstoffe Heilungsvorgänge forcieren können. Das Ölziehen kräftigt die Immunabwehr und kann daher einen gewissen inneren Schutz gegen Krebs, Aids und Leukämie hervorrufen.

 

Risiken und Nebenwirkungen des Ölziehens:

 

  • Anschwellen der Lymphknoten im Halsbereich
  • leichte, grippeähnliche Beschwerden die Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Appetitlosigkeit
  • Gereiztheit
  • Schwankungen der Stimmung
  • Störungen der Verdauung
  • Reizungen der Mundschleimhaut
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Zahnschmerzen
  • erneutes Auftreten bereits vergangener Hauterkrankungen
  • vermehrte Sekretion von Nasen- und Rachenschleim
  • Entgiftungserscheinungen (Erstverschlimmerung)

Diese Beeinträchtigungen entstehen durch die Entgiftung, die den Organismus durchaus stark beanspruchen kann. Hinter den Entgiftungserscheinungen verstecken sich ganz natürliche Prozesse. Diese haben mit der Freisetzung von Schadstoffen und deren Ausschwemmung in die Blutbahn sowie mit deren Zirkulation im Darm- und Leber-Kreislauf zu tun.

 

Von ganzheitlich praktizierenden Medizinern werden die Anzeichen als vorteilhaft bewertet und als Begleitsymptome der körperlichen Reinigung angesehen.

 

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen des Ölziehens:

 

 

 

  • Amalgamfüllungen in den Zähnen
  • schneller Würgereiz
  • Abneigung gegen Öl im Mund

Das Ölziehen als relativ sichere, kostengünstige Anwendung kann sogar von Kindern ausgeführt werden, wenn diese das Öl nicht herunterschlucken. Die Ölziehkur kann auf Wunsch beim Heilfasten mit einbezogen werden., weil dabei die Entgiftung zusätzlich gefördert wird. Die einzige Gegenanzeige, die nicht für den Einsatz des Ölziehens spricht, ist das Vorhandensein von Füllungen aus Amalgam in den Zähnen.

 

Es wird angenommen, dass das im Amalgam enthaltene Quecksilber durch das Öl und durch die Bewegungen im Mundraum heraus gespült werden könnte. Dann würde das Nervengift in den Körper gelangen, was zu massiven gesundheitlichen Schäden beiträgt.

 

Wer behandelt mit Ölziehen?

 

  • Naturheilkundler
  • alternativmedizinisch behandelnde, ganzheitlich therapierende Ärzte
  • Heilpraktiker
  • Fastenärzte

An und für sich ist das Ölziehen eine Behandlung, die nicht unbedingt von einem Mediziner empfohlen oder verordnet werden muss. In der Regel kann jeder Patient wann er möchte und so lang er möchte diese Therapie an sich durchführen. Im Rahmen spezieller therapeutischer Anwendung wird die Ölziehkur nicht alleiniges Verfahren empfohlen. Üblich ist es, dass entsprechend der Symptomatik und der Laborresultate sowie der weiteren diagnostischen Ergebnisse die Ölkur zusätzlich verordnet wird. Die Mundspülung ist auch für homöopathische Therapien geeignet.

 

Unser Fazit

 

Immer mehr Menschen sind von der heilenden Kraft des Ölziehens überzeugt. Dazu haben zahlreiche positive Erfahrungswerte und Heilungserfolge beigetragen. In diesem Zusammenhang soll angemerkt werden, dass es sich bei der Ölkur um kein Allheilmittel handelt. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass eine fundierte medizinische Behandlung nicht durch das Ölziehen ersetzt werden kann.

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