Nackenschmerzen

Nackenschmerzen

Der Nacken nimmt rasch etwas übel: Einen gesamten Tag lang angespanntes Hocken vor dem Computer oder zu langes Autofahren und schon entstehen Nackenschmerzen. Nicht immer sind Ursachen für die Schmerzen im Nacken jedoch harmlos. Auch ernste Erkrankungen wie Fehlbildungen, Tumore oder Osteoporose können das Symptom auslösen.

Doch auch wenn eher harmlose Auslöser wie Fehlhaltungen oder Stress hinter den Schmerzen stecken, ist eine rasche Behandlung wichtig. Nackenschmerzen können sehr lästig sein und den Alltag stark einschränken. In einigen Fällen bleiben die Schmerzen nicht auf den Nacken beschränkt, sondern ziehen bis in die Schultern oder Arme. In folgendem Ratgeber informieren wir Sie ausführlich zu dem Symptom, dessen Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und vielem mehr.

Was sind Nackenschmerzen?

Anfangs kneift und zwickt es lediglich in der Schulter, anschließend kann Migräne hinzukommen. Schuld daran sind Nackenschmerzen. Fraglich ist, ob die Schmerzen tatsächlich harmlos sind.

Dabei sollten sie von Schulterschmerzen unterschieden werden. Nackenschmerzen zählen zu den häufigsten Schmerzen.

Bei Nackenschmerzen wird von Schmerzen in der HalsSchulter-Wirbel-Region gesprochen. Dort am hinteren Teil des Kopfes befinden sich unzählige Nerven– und Muskelstränge. Diese führen rasant zu Schmerzen im Nacken, die leicht bis stark sein können.

In der Regel sind die Schmerzen auf den Nacken begrenzt, allerdings strahlen sie in einigen Fällen in andere Gebiete aus. Selbst der Sehnerv kann in Mitleidenschaft gezogen werden.

Des Öfteren kommt es vor, dass erst der Arzt erkennt, das Nackenschmerzen ihren Anteil daran haben. Aus dem Grund sind Schmerzen im Nacken nicht immer von Laien erkennbar.


Ursachen der Schmerzen

Nackenschmerzen können zahlreiche Ursachen haben. Die meisten Menschen vermuten dahinter Abnutzungserscheinungen. Der Grund dafür ist, dass die Halswirbelsäule viel beweglicher ist als andere Abschnitte der Wirbelsäule. Dementsprechend führt die Beweglichkeit dazu, dass die Muskulatur stärker beansprucht wird und sich die Wirbelkörper außerordentlich abnutzen. Dadurch können wiederum neue Schmerzen entstehen.

Wenn bestimmte Nerven gleichermaßen gereizt oder geschädigt sind, können zusätzlich folgende Missempfindungen auftreten:

  • Kribbeln
  • Brennen
  • Taubheitsgefühle

Andererseits können Nackenschmerzen ebenfalls auftreten, wenn keine Abnutzung vorliegt. Zumeist entstehen die Schmerzen durch einseitige Belastung, was insbesondere bei schwerer körperlicher Arbeit der Fall ist.

Darüber hinaus können die Schmerzen infolge von Bewegungsmangel oder negativem Stress entstehen. In der Regel handelt es sich bei Nackenschmerzen um harmlose Verspannungen oder Verkrampfungen der Halsmuskulatur.

Folgendes kann dafür Auslöser sein:

Ausschlaggebende Ursachen für Nackenschmerzen reichen von akuten Ereignissen bis zu chronischen Schäden. Schmerzt der Nacken nach einem Unfall, ist das ein Anzeichen für ein Schleudertrauma oder einen Wirbelbruch. Nur in seltenen Fällen entstehen Nackenschmerzen durch Abnutzungsvorgänge oder Bandscheibenschäden.

Folgende Erkrankungen können hinter dem Symptom stecken:

Einen ausführlichen Ratgeber zur Anatomie des Nackens finden Sie hier.


Diagnose & Verlauf

Wer mit Nackenschmerzen einen Arzt aufsucht, erhält oftmals keine genaue Diagnose. Viele Menschen bekommen im Laufe ihres Lebens einmal akute Schmerzen im Nacken. In der Regel treten sie zusammen mit Kopfschmerzen auf.

Ferner treten Nackenschmerzen in Verbindung mit folgenden Symptomen auf:

Psychologe, Übelkeit

Nackenschmerzen können zusammen mit anderen Symptomen auftreten

Damit der Arzt eine korrekte Diagnose geben kann, stellt er den Betroffenen einige Fragen. Dazu gehört zum Beispiel, wann genau die Nackenschmerzen auftreten und wie lange der Nacken wehtut. Ferner wird der Arzt fragen, ob sich die Schmerzen in den letzten Tagen verschlimmert haben. Überdies werden nach Vorerkrankungen gefragt. Der Mediziner wird unter Umständen fragen, ob der Betroffene in letzter Zeit ungewollt Gewicht verloren hat.

Im Anschluss folgt grundsätzlich eine gründliche körperliche Untersuchung. Der Mediziner überprüft zunächst die Muskelfunktionen sowie die Beweglichkeit der Halswirbelsäule und Schultergelenke. Er vergewissert sich, ob eventuell ein Nerv eingeklemmt ist.

Um eine einwandfreie Diagnose zu stellen, gibt es weitere Verfahren, die zum Einsatz kommen können:

  • Blutuntersuchung
  • Röntgenuntersuchung
  • Computertomografie
  • Magnetresonanztomografie

Erfahrungsgemäß lassen Nackenschmerzen nach wenigen Tagen von selbst wieder nach. Zumindest dann, wenn sie auf eine harmlose Ursache zurückzuführen sind. Als Symptom einer schwerwiegenden Krankheit können sie sich unbehandelt jedoch verschlimmern, in einigen Fällen sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen.


Daten & Häufigkeit

Diagnosedaten und Statistiken zur Häufigkeit

Nackenschmerzen treten durchaus häufig auf. Schätzungsweise hat fast jeder Dritte einmal im Jahr damit zu tun. Dabei sind Frauen des Öfteren betroffen als Männer. Bei jedem Zehnten mit wiederkehrenden Nackenschmerzen werden sie chronisch.

Mit dem Alter steigt leider das Risiko, dass die Schmerzen im Nacken zu einem langfristigen Problem werden. Wenn Betroffene bereits mit Rückenschmerzen oder einem Bandscheibenvorfall zu tun hatten, sind die Nackenschmerzen hartnäckiger.


Komplikationen

Wenn Betroffene nicht frühzeitig einen Arzt aufsuchen, kann es zu einer ganzen Reihe an Komplikationen kommen. Diese lösen dann weit mehr aus als die üblichen Nackenschmerzen. Unbehandelte Schmerzen können zu den sogenannten Cervical Syndrom (die Halswirbelsäule betreffend) führen. Sie wird in drei verschiedene Segmente der Halswirbelsäule eingeteilt – oberes, mittleres und unteres CS.

Beim oberen CS klagt der Betroffene über starke Kopfschmerzen. Diese werden auch als Migräne (Cervicale Migräne) bezeichnet und können sich über das gesamte Hinterhaupt bis hin zum Auge ziehen. Die Beschwerden werden von Schwindel und Übelkeit begleitet.

Beim mittleren CS tritt neben starken Kopfschmerzen ebenso ein Ohrensausen auf, das von Schmerzen im Ohr begleitet wird. Die Hauptursache dafür sind unbehandelte Nackenschmerzen des mittleren Bereichs.

Im unteren CS kommt es neben den oben genannten Beschwerden zu weiteren starken Schmerzen im Bereich der Schulter und des Arms. Diese können sogar bis in die Hände strahlen. Darüber hinaus kann es obendrein zu Sensibilitätsstörungen und Kribbeln in der Hand kommen.


Wann zum Arzt?

Wann sollte man bei Nackenschmerzen zum Arzt gehen?

Auch wenn Nackenschmerzen oft harmlos sind und rasch von selbst zurückgehen, ist es trotzdem sinnvoll, einen Arzt zu kontaktieren. Insbesondere dann, wenn die Schmerzen seit längerer Zeit bestehen oder der Betroffene einen Unfall hatte. Bei Taubheitsgefühlen in der Schulter- und Nackenregion ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Doch selbst wenn eine eher harmlose Ursache hinter dem Symptom steckt, können die Schmerzen sich bei Nichtbehandlung verschlimmern oder gar chronisch werden. Auch Folgeschäden sind nicht ausgeschlossen.


Behandlung & Therapie

Bei Nackenschmerzen, die infolge von Verspannungen auftreten, ist in der Regel keine spezielle Therapie notwenig. Leichte angenehme Massagen oder Wärmeanwendungen können dabei helfen, die Verspannungen zu lösen und die Schmerzen zu lindern.

Am besten eignen sich folgende Maßnahmen:

  • Fango
  • Rotlicht
  • Wärmekissen für den Nacken

Wenn Betroffene unter starken Nackenschmerzen leiden, können Medikamente Abhilfe schaffen. Geeignet sind Schmerzmittel wie zum Beispiel Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac. Hierbei handelt es sich um durchblutungsfördernde, entzündungshemmende und muskelentspannende Arzneimittel.

Darüber hinaus gibt es sämtliche Aktivitäten, auf die Patienten mit Nackenschmerzen verzichten sollten. Dazu gehört unter anderem das Über-Kopf-Arbeiten oder arbeiten in starrer Haltung. Für Patienten ist es empfehlenswert, auf leichte körperliche Tätigkeiten umzusteigen, beispielsweise ruhige Spaziergänge, Walken oder Joggen. Das fördert die Beweglichkeit, wodurch die Schmerzen schneller nachlassen.

Neben bestimmten Ausdauersportarten können Betroffene mit regelmäßigen Übungen den Nackenschmerzen entgegenwirken. Nacken-Stretching oder gezieltes Muskeltraining helfen dabei, Nackenverspannungen zu lösen. Langfristige Erfolge erzielen Betroffene mit Krankengymnastik und der sogenannten Rückenschule. Wenn die Schmerzen infolge von Stress entstehen, können Entspannungstechniken zusätzlich hilfreich sein.

Ist eine schwerwiegende Erkrankung der Grund für Nackenschmerzen, müssen diese gezielt therapiert werden. Lassen sich die Schmerzen durch keine anderen Eingriffe verbessern, kann ein operativer Eingriff nötig sein. Gerade bei einem Bandscheibenvorfall ist das der Fall.


Vorbeugung & Prävention

Es gibt zahlreiche Punkte, auf die Patienten bereits im Alltag achten können, um den Nacken zu schonen. Es ist empfehlenswert, eine möglichst gerade Kopfhaltung einzunehmen. So kann das Gewicht des Schädels gleichmäßiger verteilt werden. Hierbei ist das Kinn zurückzunehmen und der Nacken lang zumachen.

Ebenfalls ratsam ist es, auf die Schulterstellung und die Wirbelsäulenhaltung zu achten. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich die Wirbelsäule immer wieder mal ausruhen kann. Betroffene dürfen sich gerne flach auf den Boden legen oder die Stuhllehne benutzen.

Grundsätzlich wird geraten, Bürostühle zu verwenden, die ausreichend Bewegung zulassen. So kann die Sitzposition häufiger gewechselt und Verspannungen vorgebeugt werden.

Hausmittel & Alternativen

Alternative Heilmittel, Naturheilkunde und Hausmittel gegen Nackenschmerzen

Für eine erfolgreiche Therapie gegen Nackenschmerzen ist Wärme für den Nackenbereich unerlässlich. Egal, ob ein heißes Bad, ein wärmender Schal oder ein schützender Rollkragenpullover – die Muskulatur lockert auf und die Schmerzen lassen nach.

Äußerst empfehlenswert sind ebenso Wärmepflaster, die über Stunden Wärme im gesamten Nackenbereich ausstrahlen.

Folgende Tipps helfen Betroffenen, Nackenschmerzen zu lindern:

Heizkissen warm

Wärme ist sehr hilfreich
pixabay/congerdesign

  • Erwerb einer rückenschonenden Matratze und Nackenkissen
  • Schmerzlindernde Quarkwickel
  • Verwendung eines Kirschkernkissens, das im Backofen erwärmt und auf die betroffene Stelle gelegt wird
  • Dehnübungen

Dehnübungen sind die besten Hausmittel gegen Verspannungen. Um Nackenschmerzen zu verhindern, sollten diese sorgfältig durchgeführt werden. Ratsam sind zwei Mal am Tag – morgens nach dem Aufstehen und abends.

Betroffene beginnen damit, ihre Schultern kreisförmig zu rollen. Erst ein paar Mal nach vorne rollen, anschließend das Gleiche in die entgegengesetzte Richtung. Dann lassen Betroffene ihre linke Schulter vorwärts kreisen und die rechte Schulter rückwärts.

Der Nacken wird gedehnt, indem Betroffene den Kopf nach vorne, nach hinten, nach links und nach rechts neigen. Diese Position sollte 20 bis 30 Sekunden gehalten werden und kann ein wenig schmerzen.

Weitere Hausmittel und Alternativheilverfahren:

Fragen & Antworten

Nachfolgend finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen (FAQ) zu Nackenschmerzen.

Mit Kopfschmerzen?

Ich habe Kopfschmerzen und Nackenschmerzen zugleich. Woran liegt das?

Nackenschmerzen gehen nicht selten auch mit Kopfschmerzen einher. In den meisten Fällen verursacht eine Verspannung im Nacken dann die Kopfschmerzen.

Es könnte sich aber auch um das sogenannte HWS-Syndrom handeln. Auch dieses verursacht Nackenschmerzen in Kombination mit Kopfschmerzen. Darüber hinaus kommen beim HWS-Syndrom jedoch auch Symptome wie Taubheitsgefühle und ein Kribbeln in den Armen hinzu.

Nach dem Schlafen?

Warum habe ich immer nach dem Schlafen Nackenschmerzen?

Viele Menschen leiden vor allem nach dem Schlafen an Nackenschmerzen. In erster Linie kommen hierbei ungeeignete Matratzen oder Kissen sowie Fehlhaltungen im Schlaf als Ursache in Frage. Doch auch ein falsches Raumklima oder das Knirschen der Zähne kann Verspannungen und Schmerzen verursachen.

Eine gute Matratze und spezielle Nackenkissen können hier Linderung verschaffen. Oft hilft auch Wärme, beispielsweise in Form einer Heizdecke, weiter. Betroffene sollten auch eine zu hohe Feuchtigkeit im Raum vermeiden, da diese Verspannungen fördert.

Zu welchem Arzt?

Welchen Arzt sollte ich bei Nackenschmerzen aufsuchen?

Da die Schmerzen im Nacken vielerlei Ursachen haben können, ist es ratsam, zunächst einmal zum eigenen Hausarzt zu gehen. Ist der Bewegungsapparat für die Schmerzen verantwortlich, so wird er Sie an einen Orthopäden weiterleiten.

Bei dem Symptom kommen jedoch auch noch zahlreiche andere Ursachen in Frage, für die Orthopäden nicht zuständig sind. Liegt den Schmerzen beispielsweise eine Infektion zu Grunde, so kann der Hausarzt Ihnen direkt helfen. Sind neurologische Erkrankungen schuld, so ist der Neurologe der richtige Ansprechpartner.

Welche Übungen?

Welche Übungen helfen bei Nackenschmerzen?

Es gibt zahlreiche Übrungen, die bei Schmerzen im Nacken schnelle Linderung verschaffen können und nahezu überall durchgeführt werden können.

  • Eine sehr einfache, doch auch wirklich effektive Übung ist zum Beispiel das Armkreisen. Die Kreisbewegungen sollten ohne große Anstrengung und locker durchgeführt werden. Es ist ausreichend, die Arme 20 Mal in jede Richtung zu bewegen. Wer möchte, kann seine Arme auch in entgegengesetzte Richtungen kreisen lassen.
  • Auch das Schulterkreisen ist sehr einfach und dennoch äußerst hilfreich. Die beiden Schultern sollten gleichzeitig zuerst nach vorne und dann rückwärts gekreist werden. Hierbei sind ebenfalls 20 Mal in jede Richtung optimal.
  • Ebenfalls hilfreich ist das Anheben der Schultern. Hierfür werden beide Schultern einfach gleichzeitig in Richtung Kopf gehoben, für etwa fünf Sekunden gehalten und anschließend wieder entspannt. Diese Übung kann fünf bis zehn Mal in Folge wiederholt werden.
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