Schleudertrauma

Steckbrief: Schleudertrauma

  • Name(n): Schleudertrauma; HWS-Syndrom
  • Art der Krankheit: Verletzung der Halswirbelsäule
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: unbekannt
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: überwiegend Auffahrunfälle
  • Wieviele Erkrankte: etwa 5 % der Bevölkerung erlitt schon ein Schleudertrauma in Deutschland
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; bei Bedarf Neurologe; Orthopäde
  • ICD-10 Code(s): S13.4

Ein Schleudertrauma sollte nie unterschätzt werden
ALS ein Schleudertrauma wird die Kombination von unterschiedlichen Beschwerden bezeichnet, welche oftmals nach Autounfällen auftreten. Charakteristisch für ein Schleudertrauma sind starke Nacken- und auch Kopfschmerzen, welche innerhalb der ersten drei Tage nach dem Aufprallunfall entstehen. Es ist für gewöhnlich so, dass sich die Beschwerden nach einiger Zeit auch von alleine wieder besser. In anderen Fällen halten diese jedoch an und sind darüber hinaus nur äußerst schwer therapierbar.

Definition Schleudertrauma

Das Schleudertrauma fasst direkt mehrere Symptome zusammen. Diese entstehen dabei im typischen Maß durch ein sehr plötzliches Beschleunigen des Kopf gegenüber dem Körper, welches genauso schnell wieder abgebremst wird. Dabei spricht man auch von dem sogenannten Akzeleration-Dezelereration-Mechanismus.
Sobald der Kopf also auf solche Weise ruckartig überstreckt wird, dann strapaziert er damit vor allem auch die Muskeln und Bänder, die sich im Bereich der Halswirbelsäule befinden. Aus diesem Grund wird häufig auch vom medizinischen Fachbegriff „HWS-Distorsion“ gesprochen. Manchmal liest man dabei auch von einem HWS-Schleudertrauma oder einfach einem HWS-Trauma.
Bei einem Schleudertrauma führt eine äußere Krafteinwirkung zu Zerrungen, Überdehnungen und Stauchungen an Bändern und Muskeln. Selten dabei sind jedoch Verletzungen von Nerven oder Knochen.
Ein Schleudertrauma ist darüber hinaus keine seltene Diagnose und zählt somit auch zu den häufigsten Komplikationen nach einem Autounfall. Dabei klagen die Betroffenen meistens über Nacken- und Kopfschmerzen nach den Unfällen. Neben Verspannungen und Muskelschmerzen können jedoch noch weitere Symptome bestehen, auf welche später noch näher eingegangen wird.


Was ist ein Schleudertrauma?

Eine Delle in der Stoßstange kann schnell wieder repariert werden. Allerdings können Schmerzen im Nacken immer schlimmer werden. Vor allem, wenn man diese nicht rechtzeitig behandelt. Nach Auffahrunfällen ist das Schleudertrauma häufig die Folge davon. Doch was ist ein Schleudertrauma eigentlich genau?
Der Halswirbel-Bereich eines Menschen besteht aus insgesamt sieben Halswirbeln. Dieser gehört dabei zu den beweglichsten Teilen der Wirbelsäule und wird darüber hinaus bei jeder Kopfbewegung gebraucht. Dabei ist die anatomische Struktur des Nackens ziemlich komplex, was bedeutet, dass sie auch recht störanfällig ist.
Sobald es zum Aufprall bei einem Autounfall kommt, wird dabei der Kopf ruckartig zuerst nach vorne, dann nach hinten überstreckt. Genau daher stammt auch der Begriff Schleudertrauma. Dieser beschreibt eher den Unfallhergang und nicht die Verletzung. Im Englischen wird deshalb auch vom sogenannten „whisplash injury“, was zu deutsch so viel heißt wie Peitschenhieb-Verletzung.
Kommt es zu solch einer Überbiegung der Halswirbelsäule, dann können Muskeln und Bänder verletzt werden. Diverse Beschwerden aufgrund eines Schleudertraumas treten oftmals erst einige Stunden oder auch nach bis zu drei Tagen nach einem Unfall auf.
Oftmals sind die Symptome Kopfschmerzen, aber auch Schmerzen im Nacken oder Muskelsteifheit im Bereich des Nackens. Gelegentlich können auch Übelkeit, Schwindel, Ohrengeräusche oder Erbrechen einhergehen.
Laut der Techniker Krankenkasse ist die Ruhigstellung einer Halswirbelsäule bei einem Schleudertrauma meistens recht überflüssig. Handelt es sich um leichtere Fälle eines Schleudertraumas, ist diese häufig nach drei Wochen bereits wieder ausgeheilt.

Welche Ursachen gibt es ?

Die mit großem Abstand häufigste Ursache, die zu einem Schleudertrauma führt, ist ein Auffahrunfall. Dabei wird beim Auffahren mit einem Auto auf das Hindernis und wenn ein anderes Auto auch noch von hinten auffährt, der Kopf nach vorne bzw. wieder nach hinten geschleudert. Die Halswirbelsäule, kurz HWS, wird somit gewaltsam gebeugt oder auch überstreckt. Unmittelbar auf das Schleudertrauma folgt noch ein zweites Trauma, das in eine entgegengesetzte Richtung verläuft.
Aber für ein Schleudertrauma können noch ganz andere Ursachen infrage kommen. Somit zählen nicht nur Autounfälle dazu, sondern auch Sportunfälle. Die Sportarten, welche ein hohes Risiko für ein Schleudertrauma aufweisen, können beispielsweise sein:

  • Boxen
  • Judo
  • Karate
  • Ringen

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass auch sogenannte Vergnügungsunfälle zu einem Schleudertrauma führen können. Dazu zählen zum Beispiel Autoscooter- oder Achterbahnfahren.
Nichtsdestotrotz bleibt die häufigste Ursache immer noch ein Auffahrunfall. Denn die Beschleunigung nach vorne, die dadurch ausgelöst wird, kommt für den Vordermann so unerwartet und plötzlich, dass der Kopf nach hinten in die Kopfstütze praktisch geschleudert wird.
Ein typisches Beispiel dafür ist: Wenn ein Auto an einer roten Ampel steht und rechts abbiegen will. Sobald das Auto anfährt und nochmal kurz bei der Biegung anhalten muss, weil zum Beispiel Fußgänger über die Ampel wollen, dann kann es passieren, dass der Hintermann das erst zu spät bemerkt, sodass er hinten auffährt und keine Möglichkeit mehr sieht, abzubremsen. Damit bewirkt der Heckaufprall, dass das Fahrzeug und deren Rumpf mit einem kräftigen Ruck nach vorne beschleunigt werden.
Der Kopf reagiert dabei langsamer und wird somit nach hinten in die Kopfstütze gedrückt. Dieser Fall ist ein vollkommen physikalisches Gesetz, welches auch als Trägheit der Masse bezeichnet wird. So kommt es zu einer Überstreckung des Halswirbelsäule. Das führt dazu, dass sich alle beteiligten Muskeln reflektorisch zusammenziehen, was daher rührt, dass es ein Schutzmechanismus vor anderen Verletzungen ist.
Erst nachdem die Beschleunigung eines Fahrzeugs erneut abnimmt, dann bewegt sich auch der Kopf wieder nach vorne. Durch den Sicherheitsgurt wird bewirkt, dass die Vorwärtsbewegung eines Rumpfes abgebremst wird. Dabei schwingt allerdings der Kopf immer weiter nach vorne. Dadurch kommt es zu einer kräftigen Beugung der Halswirbelsäule. Allerdings gilt diese Phase auch als eher energiearm, sodass sie als eine Ursache für das Schleudertrauma eher nicht in Betracht gezogen wird.
Bei einem Schleudertrauma handelt es sich um nichts anderes als einen komplexen Verletzungsmechanismus. Hier wirken unterschiedliche Scher- und Biegekräfte. Selten können dabei ernstere, aber meistens doch noch minimale Verletzungen hervorgerufen werden, welche mit Nackenschmerzen und auch Muskelverspannungen einhergehen können.
Teils ist es auch möglich, dass die auftretenden Schmerzen psychosomatischer Natur sind. Das bedeutet also, dass die psychischen Komponenten sich auf die Schmerzen und den Körper auswirken. Bis heute ist nicht vollkommen entschlüsselt, inwiefern psychische Faktoren und körperliche Folgen ebenfalls eine Rolle spielen.


Symptome & Anzeichen

Meistens vergehen nach solch einem auslösenden Ereignis mehrere Stunden, bevor auch die ersten Beschwerden eintreten. Typisch dafür sind dann zunehmende Nacken- und Kopfschmerzen, aber auch starke Muskelverspannungen, welche einen steifen Nacken auslösen können. Besonders diese krampfhafte Kopfhaltung wird von den meisten Patienten als äußerst unangenehm empfunden. In einigen Fällen ist es auch so, dass die Beschwerden sich in den Mund-, Kiefer-, Schulter- oder Rückenbereich ausstrahlen.
All die Symptome des Schleudertraumas nehmen als erstes zu, erreichen daraufhin nach etwa ein bis drei Tagen ihren Höhepunkt. In der Regel ist es so, dass sie danach wieder abklingen.
Zudem können auch allgemeinen Beschwerden wie etwa Schwindelgefühl, Übelkeit oder Ohrpfeifen in Form eines Tinnitus entstehen, aber auch Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Aber auch diese Symptome treten eher nur vorübergehend auf.
Zu den typischen Symptomen zählen also:

  • Nackenschmerzen (ggf. auch mit einer Ausstrahlung in den Okzipitalbereich)
  • Kopfschmerzen
  • ein Steifheitsgefühl im Nacken
  • Schwindel

Dabei können die Stärke bzw. die Aussprägung der Symptome sehr variabel sein. Im Prinzip können zusätzlich zu diesen Symptomen noch weitere Symptome auftreten:

  • Schlafstörungen
  • Schluckstörungen
  • Seh- und Hörstörungen in Form von Tinnitus
  • Hypästhesie oder auch Oarästhesien im Bereich von oberen Extremitäten oder auch im Gesicht

In äußerst schweren Fällen können auch neurologische Symptome auftreten, etwa Desorientierung, Vigilanzstörungen oder Ganzunsicherheiten.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Sobald sich ein Patient mit typischen Symptomen eines Schleudertraumas bei einem Arzt vorstellt, dann wird dieser als erstes fragen, ob diesen Beschwerden ein möglicher Unfall vorausgegangen ist und wie der Unfallhergang vonstatten ging. In der Regel ist es so, dass sich aus dieser Antwort bereits eine gute Diagnose stellen lässt. Der Arzt befragt den Patienten danach, wie stark seine Schmerzen sind und ob es noch weitere Symptome gibt, die er vorweisen kann.
Im Grunde ist es wirklich wichtig, sicher zu stellen, dass hinter den Beschwerden nicht irgendwelche schwerwiegenden Verletzungen stecken. Daher überprüft der Arzt bei einer Untersuchung etwa, ob es mögliche Hinweise auf einen Nervenschaden geben könnte. Sollte der Patient ein Kribbeln an einer beliebigen Stelle verspüren oder gar ein Taubheitsgefühl oder strahlen diese Stelle Schmerzen aus?
Bei jeglichem Verdacht auf einen Nervenschaden wird oftmals noch ein Neurologe zu Rate gezogen. Denn dieser kann mit speziellen Untersuchungen möglich auftretende Nervenläsionen genau bestimmen und auch abschätzen, ob weitere Behandlungen vonnöten sind.
Der Arzt klopft bei der körperlichen Untersuchung die Wirbelsäule vorsichtig ab. Sobald Absprengungen oder Knochenfrakturen bestehen, kann es dabei zu vermehrten Schmerzen kommen. Sollte das allerdings nicht der Fall sein, dann bewegt der Arzt den Kopf in jegliche Richtungen. Dabei beobachtet er genau, ob es Bewegungen gibt, die schmerzhaft sind oder für Einschränkungen sorgen.
Sollten noch Unsicherheiten bestehen, ob eventuell auch eine knöcherne Verletzung vorliegt, dann kann ein Röntgenbild der Halswirbelsäule bei einer genauen Diagnose behilflich sein. Bislang stellen derlei Verletzungen jedoch nur die Ausnahme dar. Nur selten kommt es danach zu weiteren Untersuchungen.
Sollte es über Wochen hinweg nicht zu erkennbarer Besserung führen, dann kann auf eine sogenannte Magnetresonanztomographie, kurz MRT, zurückgegriffen werden, welche Bänder und Muskeln ganz detailliert darstellt.
Wichtig dabei ist auch, dass der Arzt in einem Gespräch gemeinsam mit dem Patienten gewisse Faktoren identifiziert, welche einer schnellen Genesung im Weg stehen könnten. Damit kann er unter Umständen der Angst vor einer negativen Erwartungshaltung oder auch vor schwereren Verletzungen entgegenwirken.
Sollte das Schleudertrauma einen chronischen Verlauf nehmen, dann können unterschiedliche Gründe denkbar sein:

  • Die Wirbelsäule war möglicherweise schon vor dem Verlauf geschädigt worden, zum Beispiel durch eine Arthrose (Gelenkverschleiß)
  • Es bildet sich ein „Schmerzgedächtnis“ aus; in solch einem Fall nimmt ein Betroffener die Schmerzen immer noch war, wenn urpsüngliche Ursachen schon länger zurückliegen
  • Die Betroffenen nehmen eine andauernde Schonhaltung ein, die schmerzhafte Verspannungen begünstigen kann, dadurch wird die Wirbelsäule einseitig belastet
  • Patienten können durch ein Schleudertrauma geschockt und auch verängstigt sein oder sie werden auch von anderen bestärkt, sich noch mehr zu schonen als es unbedingt nötig ist. Aufgrund dessen werden die Beschwerden, die durch ein Schleudertrauma entstehen, subjektiv stärker erlebt

Die Dauer eines Schleudertraumas

Was die genaue Dauer eines Schleudertraumas angeht, kann man in den Fachkreisen verschiedene Aussagen zu hören bekommen. Im Grunde lässt sich jedoch sagen, dass ein Großteil der Betroffenen schon nach einiger Zeit wieder vollkommen beschwerdefrei leben kann, denn die meisten Beschwerden verschwinden schon nach wenigen Tagen bis einigen Wochen wieder.
Nur schwer lässt sich dabei genau sagen, wie hoch der Anteil an den Betroffenen ist, die chronische Verläufe davontragen. Zu diesem Thema gelangen verschiedene Studien eben auch verschiedenen Ergebnissen. Somit reichen diese Angaben von unter zehn Prozent bis knapp über vierzig Prozent.
Dennoch sind sich die Experten darüber einig, dass es schon bestimmte Faktoren gibt, welche einen chronischen Verlauf von Schleudertrauma wahrscheinlicher gestalten. Dazu gehören also neben negativen psychosozialen Einflüssen auch starke Nacken- und Kopfschmerzen, welche schon unmittelbar nach dem Unfall eintreten. Auch die Einschränkung der Beweglichkeit im Nacken wirkt sich darauf äußerst ungünstig aus.
Aus diesen Gründen ist es also umso wichtiger, dass bei den Betroffenen ein Schleudertrauma schon so früh wie möglich festgestellt wird. Damit können die Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit gefördert werden.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Man geht davon aus, dass etwa 5 % der Bevölkerung bereits ein Schleudertrauma hinter sich gebracht haben. Darüber hinaus müssen etwa 43 % der Betroffenen mit chronischen Beschwerden leben, welche auch länger, zum Teil das ganze Leben über andauern können.
Etwa 65 % der Schleudertrauma-Patienten füllten einen Fragebogen aus über jegliche gesundheitliche Beschwerden unter denen sie litten, mit dem Ergebnis, dass von den Betroffenen ohne sichtbare Schäden im Röntgenbild, was 87,4 % betraf, nur etwa 1 % bereits berentet war. Allerdings klagte etwa ein Viertel bis ein Drittel darüber, dass sie auch noch Jahre nach dem Unfall Beschwerden hätten, obwohl sie nicht berentet wurden.
Etwa 12 % der Nichtberenteten und 57 % der Berenteten beschrieben unter anderem auch psychische Symptome.
Am häufigsten war es so, dass über das Nachlassen von allgemeinen beruflichen Leistungsfähigkeiten, über die Abnahme von Vitalität und Kontaktfreudigkeit und auch über eine traurige Stimmungslage, aber ebenso über eine erhöhte Reizbarkeit geklagt wurde.


Komplikationen bei der Krankheit

Ein Schleudertrauma kann zwar durchaus unangenehm sein, aber oftmals verläuft sie dennoch recht harmlos. In seltenen Fällen kann es allerdings auch zu Komplikationen führen. Dazu gehören vor allem:

  • Bewusstlosigkeit
  • Nervenverletzungen, welche zu Kribbeln, Lähmungen oder auch Empfindungsstörungen im Schulter-, Arm– oder Gesichtsbereich führen können
  • Starke Übelkeit mit zusätzlichem Erbrechen
  • Gedächtnisschwund für einen Zeitraum direkt vor oder nach dem Unfallereignis
  • Verletzungen des Rückenmarks, mit eventueller Querschnittslähmung
  • Schäden an einer knöchernen Halswirbelsäule, besonders Wirbelbrüche
  • Ein gleichzeitig auftretendes Schädel-Hirn-Trauma
  • Sehstörungen, sofern die Carotis interna, welches ein bestimmtes Gefäß ist, beschädigt wurde

Es lässt sich im Übrigen auch bei einigen der genannten Komplikationen darüber streiten, ob von einem Schleudertrauma überhaupt noch die Rede sein kann. Denn es ist so, dass Nerven-/Rückenmarksschädigungen, Wirbelbrüche, aber auch andere schwere Verletzungen eigens klassifiziert werden und daher auch nicht unbedingt zum Schleudertrauma gezählt werden können.
Trotzdem werden Schleudertraumata nach der gebräuchlichen internationalen Klassifikation, genannt Québec-Klassifikation, in vier Schweregrade eingeteilt. Grad vier betrifft dabei auch Knochenbrüche, welche die Halswirbelsäule mit einschließen. Allerdings fordern dabei einige Experten, dass dieser Grad wieder gestrichen wird.

Die Spätfolgen eines Schleudertraumas
Es ist in normalen Fällen so, dass ein Schleudertrauma nach kurzer Zeit wieder auskuriert ist. Doch es gibt durchaus auch Fälle, bei denen die Beschwerden noch über Monate oder gar Jahre anhalten können. Insbesondere kommen solche Chronifizierungen bei Menschen vor, die schon vor dem Schleudertrauma eine Vorschädigung an einer Halswirbelsäule hatten. Auch wenn Nerven oder Knochen im Zug eines Schleudertraumas geschädigt werden, kann das die Heilung verzögern oder es führt daher zu bleibenden Schäden.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Prinzip ist es besser, wenn die Betroffenen nach dem Unfall direkt einen Arzt aufsuchen, um sich untersuchen zu lassen. So schnell eine Behandlung beginnen kann, desto größer sind auch die Chancen auf eine schnelle Heilung.
Sollten sich die oben bereits erwähnten Symptome verzögert einstellen, dann sollte auch sofort eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Auch bei den folgenden Anzeichen ist möglichst schnell ein Arzt aufzusuchen:

  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Gedächtnisschwund
  • Starke anhaltende Kopf- oder Nackenschmerzen
  • Bewusstlosigkeit
  • Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen in den Armen

Des Weiteren muss auch in folgenden Punkten schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden:

  • Innerhalb der ersten Tage, sofern sich Gefühlsstörungen an Arm oder Schulter, Ohrgeräusche oder Schwindel einstellen
  • Nach ein bis zwei Wochen, sofern anhaltende Schmerzen ohne vorangegangenen Unfall der Grund sind
  • Innerhalb von einem Tag, sofern Sehstörunge, Lähmerscheinungen auftreten bzw. direkt nach einem Unfall

Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung richtet sich dabei im Prinzip nach dem Maß der Verletzungen. Ist es so, dass lediglich irgendwelche Weichteile gezerrt worden sind, werden die Beschwerden auch mithilfe von Medikamenten und einer Krankengymnastik gelindert.
Früher war es so, dass oftmals auch eine Halskrawatte umgelegt wurde, allerdings schwächt dieses Ruhigstellen die Halsmuskeln. Das sorgt damit eher für eine unzureichende Stabilisierung der Wirbelsäule. Eine Halskrause verstärkt vielmehr die Symptome, als diese zu lindern. Sollten die Zerrungen der Weichteile ernsterer Natur sein, dann wird das Tragen einer Halskrause dennoch notwendig.
Der Physiotherapeut, aber auch der behandelnde Arzt kann einem Betroffenen aber auch einige Nackenübungen zeigen, welche unter Umständen auch zuhause durchgeführt werden können. Des Weiteren können Wärmeanwendungen, aber auch Massagen durchaus hilfreich sein, um die Beschwerden zu lindern.
Bei möglichen länger anhaltenden Schmerzen oder auch bei stärkeren Beschwerden kann eine Behandlung aus einer Kombination von Physiotherapie, Antidepressiva und einer kognitiven Verhaltenstherapie bestehen. Bei einem Bruch der Halswirbelsäule wird der Bereich, der betroffen ist, eine ganze Zeit lang ruhig gestellt. Manchmal ist auch durchaus eine Operation vonnöten.
Anstelle einer Halskrause empfehlen Ärzte, besser die Alltagsaktivitäten nach einer kurzen Schonung wieder aufzunehmen, sofern es sich zumindest um ein leichtes Schleudertrauma handelt. Der Heilungsprozess kann in dieser Zeit noch mit krankengymnastischen Nackenübungen unterstützt werden. Im Prinzip können gegen die Schmerzen auch Schmerzmittel und Muskelrelaxanzien helfen.
Auch die Chiropraktik im Sinn einer manuellen Therapie kann durchaus bei einem Schleudertrauma angewendet werden. Bei der Behandlung von Schwindelgefühlen und Übelkeit weisen solche manuellen Therapien recht gute Erfolge auf.
Heutzutage, im Gegensatz zu früher, ist es üblich, ein Schleudertrauma mit einer Physiotherapie und auch Haltungsübungen zu behandeln. Vom ersten Tag an sollte der Hals bewegt werden. Zwar vorsichtig, aber doch möglichst viel. Gegen Schmerzen und Schwellungen können neben Schmerzmittel wie Paracetamol auch Kälteanwendungen helfen. Dazu kann ein Cool-Pack für etwa fünf bis sieben Minuten auf den Nacken gelegt werden. Dabei sollte das Eis jedoch nie direkt die Haut berühren und lieber in ein Küchentuch gewickelt werden.
In einigen Fällen kann auch eine Akupunktur schmerzlindernd wirken.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Im Grunde kann ein starker Halteapparat aus Muskeln und Bänden vor jeglichen Verletzungen schützen.Vor allem eine trainierte Kopfhalter- und Nackenmuskulatur kann ein Schleudertrauma sehr gut verhindern oder zumindest auch die Symptome reduzieren.
Sollte es sich aber darum drehen, eine Chronifizierung vorzubeugen, dann kann es oftmals hilfreich sein, wenn ein Arzt dem Betroffenen verständlich erklärt, was eigentlich genau bei einem Schleudertrauma passiert. Sofern der Patient all das verstanden hat, dass auch die Symptome meistens harmloser Natur sind und im Grunde bald wieder zurückgehen, dann wirkt das auch den Betroffenen auch heilungsfördernd und beruhigend.
Des Weiteren kann ein Schleudertrauma auch dann vorgebeugt werden, wenn die Kopfstütze richtig eingestellt wird. Das gehört wohl mit zu den wichtigsten Maßnahmen. Um einen effektiven Schutz der Halswirbelsäule zu gewährleisten, dann sollte sich die Oberkante des Kopfes zusammen mit der Oberkante der Kopfstütze auf einer Höhe befinden. Die Faustregel besagt, dass die Entfernung des Kopfes zur Entfernung der Kopfstütze mit knapp vier Zentimetern angegeben. Handelt es sich vor allem um fremde Fahrzeuge sollte dabei auch auf eine ordentliche Einstellung der Kopfstützen geachtet werden. Dies bleibt beim Einsteigen in den häufigsten Fällen eher unbeachtet.
Eine Kräftigungsübung kann zwar solche Unfallfolgen nicht unbedingt verhindern, aber eine kräftige Nackenmuskulatur kann durchaus im Zweifelsfall helfen, diese Symptome infolge eines solchen Unfalls wenigstens in Grenzen zu halten. Nach einem Schleudertrauma wird zu einer besseren Regeneration empfohlen, den Nacken schon bald wieder mit leichten Belastungen zu trainieren, um eine Schonhaltung zu vermeiden. Damit wird die Gefahr vermindert, dass die Beschwerden zu chronischen Beschwerden heranwachsen.


Prognose zur Heilung

In der Regel ist es so, dass das Schleudertrauma nach einiger Zeit wieder folgenlos abheilt. Etwa 90 bis 95 % aller Schleudertraumata werden im Prinzip leicht bis mäßig eingestuft.
Allerdings ist es auch eine Tatsache, dass die Anzahl von den Schleudertraumata zunimmt, welche noch nach knapp sechs Monaten nach einem Unfall Beschwerden verursachen.
Dabei kommt es bei ca. bei 15 bis 25 % aller Fälle zu einer chronischen Schleudertrauma-Krankheit. Doch das ist vor allem dann der Fall, sofern schon vor dem Unfall gewisse Vorerkrankungen der Wirbelsäule, wie etwa eine Arthrose, bestanden.
Es gibt jedoch auch nur wenige Patienten, welche wirklich unter den Spätfolgen eines Schleudertraumas leiden. Eine Studie, welche in der Schweiz durchgeführt wurde, hat ergeben, dass nur etwa drei Prozent aller Patienten auch noch nach zwei Jahren solch derartige Beschwerden aufweisen, dass diese ihre Berufstauglichkeit beeinträchtigen.
Eine andere Studie, welche im Jahr 1999 in einer Zeitschrift, die international anerkannt ist, in Litauen erschien, zeigte des Weiteren, dass Personen ein Jahr nach ihrem Schleudertrauma, genau die gleiche Berufstauglichkeit aufweisen wie auch schon zuvor.
Das Risiko, an irgendwelchen Spätfolgen zu leiden, ist somit also sehr gering. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, dass die Nackenschmerzen einige Monate andauernd, wie das auch bei anderen Verstauchungen der Fall sein kann.


Schmerzensgeld für Unfallopfer

Als eines der umstrittensten Krankheitsbilder gilt das Schleudertrauma. Denn es ist bei einem Schleudertrauma im Grunde so, dass diese nachweislich durch Autounfälle herbeigeführt werden. Sollte das der Fall sein, dann kann der Verletzte sogar Schmerzensgeld fordern.
Es kommt bei der Frage, wie viel Geld dem Betroffenen eigentlich zusteht, auch immer wieder zwischen Geschädigten und Versicherungen zu diversen Streitigkeiten.
Als allererstes ist es wichtig, dass der Unfall von dem Betroffenen nicht selbst verschuldet wurde. Wer also etwa für ein Kleintier, das auf die Straße läuft, also Kaninchen, Katzen oder Eichhörnchen, bremst, muss auch damit rechnen, dass dem dem Betroffenen also eine Teilschuld zukommt. Sollte es zu einer Teilschuld kommen, dann kann das Schmerzensgeld für ein Schleudertrauma sehr deutlich reduziert werden.
Die Höhe eines solchen Schmerzensgeldes hängt in allererster Linie von

  • der Dauer der Arbeitsunfähigkeit
  • und den genaueren Beschwerden ab

Daher fällt eine solche Schmerzensgeldhöhe auch vollkommen unterschiedlich aus. Sie kann von wenigen hundert bis zu mehreren tausend Euro reichen, wie etwa in dem Fall, dass dauerhafte Schäden der Halswirbelsäule auftreten.
Grundsätzlich gilt dabei allerdings, dass es nicht ausreicht, wenn Beeinträchtigungen und Schmerzen einfach nur behauptet werden. Der Betroffenen kann nur dann wirklich Schmerzensgeld erwarten, wenn auch der beteiligte Arzt das Vorhandensein eines Schleudertraumas schriftlich bestätigt.
Vor allem ist so ein ärztlicher Nachweis bei leichten Unfällen wichtig. Versicherungen argumentieren oftmals, dass die Geschwindigkeitsänderung von weniger als zehn bis fünfzehn Kilometer in der Stunde im normalen Sinn nicht ausreichen, um auch wirklich ein Schleudertrauma herbeizuführen.
Es gibt bislang jedoch auch noch keine wirklich allgemeingültige Harmlosigkeitsgrenze, um die Entstehung eines Schleudertraumas auch zu bestätigen. Zwar ist es recht unwahrscheinlich, dass ein Schleudertrauma bei einer Aufprallgeschwindigkeit von unter zehn Kilometer in der Stunde auch tatsächlich herbeigeführt wird, ist aber dennoch nicht gänzlich unmöglich.
Sofern das Schmerzensgeld gefordert wird, dann ist eben auch ein ärztliches, aber auch unfallanalytisches Gutachten vonnöten.
Wer also zum Opfer eines Autounfalls wurde, sollte auch direkt vom Anfang her auf engmaschige Untersuchungen achten und darüber hinaus noch am selben Tag einen Arzt aufsuchen. Da es in den meisten Fällen so ist, dass die Symptome eines Schleudertraumas erst einige Stunden oder auch erst Tage nach einem Unfall auftauchen, ist es daher ratsam, alle Beeinträchtigungen und Beschwerden in einer Art Schmerztagebuch festzuhalten. Gegebenenfalls sollten diese dann auch durch einen Arzt abgeklärt werden.


Alternative Behandlungsmethoden

Akupunktur

Vor allem die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, empfiehlt beim Schulter-Arm-Syndrom eine Behandlung mit der Akupunktur. Allerdings liegen dabei auch positive Erfahrungsberichte vor, welche auf alle anderen Beschwerdekomplexe des Schleudertraumas greifen.

Entspannungsverfahren
Es können Entspannungsübungen auch zum Abbau von permanenten Anspannungen sehr hilfreiche Dienste leisten. Vor allem die sogenannte Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson hilft dabei, einen Wechsel zwischen Entspannung und Anspannung ganz bewusst zu erleben und eben jenes Erlernte bei Bedarf in den von Stress belasteten Alltag einzubringen. Aber auch Yoga-Übungen oder ein Autogenes Training sind sehr empfehlenswert.

Kraninosakraltherapie
Das chronische Beschwerdebild, welches vom Halswirbelsäulen- bzw. Nackenbereich ausgeht, ist genau die Domäne der sogenannten Kraninosakraltherapie. Bislang ist war noch nicht endgültig geklärt, welcher dieser Wirkmechanismen hauptsächlich für die Linderung der Beschwerden verantwortlich ist, aber viele Betroffene profitieren ganz ohne Zweifel allein von dem tief greifenden entspannenden Effekten, welche diese feinen Manipulationen an Schädelknochen und Kopf im Prinzip bewirken.

Biofeedback
Dieses Verfahren ist besonders in chronischen Fällen sehr sinnvoll. Es visualisiert dabei Entspannungs- und Anspannungszustände. Damit versetzt er den Betroffenen in eine Lage, um mit schmerz- bzw. stressauslösenden Situationen besser umgehen zu können.

Magnet(feld)therapie
Es war lange Zeit so, dass Knochenbrüche, welche nur schlecht heilten, das Haupteinsatzgebiet einer Magnettherapie war. Doch viele Orthopäden setzen diese Therapie heutzutage auch für chronische Rückenschmerzen ein. Zwar ist dieser therapeutische Nutzen immer noch recht umstritten, aber dennoch wird immer wieder der schmerzlindernde und muskelentspannende Effekt befürwortet.
Dabei kommen zur Anwendung entweder ein Applikator oder eine Ganzkörpermatte. Damit können ganz gezielt lokal begrenzte Rückenschmerzen behandelt werden. Doch welche Vorgehensweise tatsächlich in einem Einzelfall geeignet ist bzw. wie viele Anwendungen eigentlich in welcher Dosierung zum Erfolg führen, sollte dabei vorher schon mit einem erfahrenen Therapeuten festgelegt werden. Anderenfalls kann sich dieses Verfahren auch für die Heimanwendung ganz gut eignen.

Welche Hausmittel können helfen?

 

  • warme Auflagen auf Rücken, Schulter und Nacken legen
  • Massagetherapie

Als Hausmittel können zum Beispiel warme Auflagen genommen werden, welche auf Nacken, Rücken und Schulter gelegt werden. Das wird von den Betroffenen häufig als Erleichterung empfunden.
Denn die Wärme ist dabei vor allem wirkungsvoll, um Muskeln schon vor dem Beginn der Übungen zu entspannen.
Auch eine Massagetherapie in der Nackenmuskulatur kann sehr wirkungsvoll werden, wenn seit bereits einer Woche Kontrakturen oder auch Muskelspasmen auftreten. Dabei sollten vor der Massage die Muskeln mit einer heißen Dusche oder auch mithilfe eines Handtuchs, das in der Mikrowelle aufgewärmt wird, gelockert werden.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Arnika
  • Angelika
  • Gänsefingerkraut
  • Beinwell
  • Lavendel
  • Johanniskraut
  • Mädesüss
  • Teufelskralle
  • Sternanis
  • Weide

Bei dieser unglaublich großen Auswahl an Heilpflanzen, doch vor allem auch bei Nackenschmerzen nach einem Schleudertrauma ist es sehr ratsam, sich vor der Auswahl über die unzähligen entsprechenden Wirkungen genau zu informieren. Krampflösende Naturheilmittel, wie etwa Arnika, sind dabei also eine wirkliche Wohltat für Verspannungen.
Schmerzlindernd kann darüber hinaus auch zum Beispiel die Teufelskralle wirken. Dabei können etwa Verletzungen der Halswirbelsäule, wie eben durch das Schleudertrauma ausgelöst, mit Umschlägen und Einreibungen mit Rosskastanie, Arnika oder auch Beinwell behandelt werden. Sollten dazu noch Depressionen kommen, vielleicht auch aufgrund des Schleudertraumas, welche die Heilung erschweren, hilft zum Beispiel das Johanniskraut (innerlich). Doch auch ein lockerndes Massageöl kann eine gute Unterstützung bieten.

Ätherische Öle

 

  • Eukalyptus
  • Cajeput
  • Kampfer
  • Fichte
  • Kiefer
  • Rosmarin
  • Minze
  • Zypresse
  • Wacholder

Ätherische Öle können dabei eingerieben werden, aber auch mithilfe von Salben, Duftlampen oder Dampfbädern eingesetzt werden.
Dabei gibt es zwei Anwendungsarten, wie ätherische Öle verwendet werden können.

Zum einen die naturbelassenen Anwendungsarten. Bei diesen Anwendungsarten ist es so, dass man die Pflanzenteile direkt nutzt und die ätherischen Öle müssen dafür nicht noch extra extrahiert werden. Dazu zählen vor allem:

  • Tee
  • Gewürze
  • Dampfbäder
  • Räuchern

Aber wiederum gibt es auch die rein ätherischen Öle. Bei diesen Anwendungsarten ist es so, dass man die ätherischen Öle benötigt, welche aus einer Pflanze durch Dampfdestillation herausgelöst worden sind. Diese wären:

  • Duftlampe
  • Reine ätherische Öle
  • Massage Öle
  • Saunaaufguss
  • Balsam

Homöopathie & Globuli

Die folgenden homöpathischen Mittel werden bei einem Schleudertrauma angewendet:

Im Prinzip ist es so, dass alle homöopathischen Arzneimittel ebenso auch als „Verletzungsmittel“ in Frage kommen. Dabei ist es in der Praxis so, dass bestimmte Arzneimittel, welche vorzugsweise pflanzlicher Natur sind, bei diversen Verletzungen ganz besonders oft zur Anwendung kommen. Allerdings kann dabei auch nicht jede Gelenk-, Sehnen- und Muskelverletzung selbständig behandelt werden. Bei allen schweren Verletzungen sollte man sich daher umgehend in ärztliche Behandlung begeben.
Schon nach etwa fünfzehn Minuten sollte in den akuten Fällen eine Verbesserung eintreten. Sollte nach einer anfänglichen Besserung kein weiterer Fortschritt auftreten, dann sollten die Mittel auch frühestens nach weiteren fünfzehn Minuten wiederholt werden. Beim dritten Mal dann erst nach 30 Minuten.
Bei Bedarf sollte das so bis zu viermal an einem Tag wiederholt werden. Dabei muss die Wirkung jeder einzelnen Gabe abgewartet werden. Die Globuli sollen im Mund zergehen. Es sollte fünfzehn Minuten vor und auch fünfzehn Minuten nach der Einnahme nichts gegessen und getrunken werden. Bei einer Selbstbehandlung empfiehlt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte für jegliche homöopathische Medikamente die Potenz C12. Dabei betreffen eine Gabe knapp 2 bis 3 Globuli. Dabei sind nur in Apotheken die homöopathischen Arzneimittel auch erhältlich.

Schüssler-Salze

 

Das Calcium Phosporicum gehört zu einem der bei einem Schleudertrauma angewendeten Schüssler-Salze. Denn dieses Salz besitzt eine entspannende Wirkung auf eine Nackenmuskulatur und stärkt darüber hinaus auch noch die Wirbelknochen. Bei einem Taubheitsgefühl sorgt es des Weiteren für Erleichterung.
Das Ferrum Phosphoricum zählen unter den Salzen, die schmerzlindernd wirken. Bestehen starke Schmerzen, dann sind etwa alle fünf Minuten zwei bis drei Salze einzunehmen. Diese sollten dann langsam im Mund zergehen gelassen werden oder sie auch in einem heißen Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken werden. Zusätzlich kann aber auch mit Wasser ein Brei angerührt werden. Dieser wird dann auf die schmerzenden Stellen aufgetragen.
Das Magnesium Phosphoricum hat prinzipiell eine schmerzlindernde, aber auch entspannende Wirkung. Diese Wirkung kann durch das vorsichtige Einmassieren als Salbe verstärkt werden.
Sollte ein Säureüberschuss in einem Organismus bestehen, dann kann das zu einer Demineralisierung der Knochensubstanz führen. Deshalb empfiehlt sich zu den anderen Schüssler-Salzen noch die Einnahme von Natrium Phosphoricum.
Zur Festigung und Stützung der Halswirbelsäule kann das Schüssler-Salz Silicea beitragen. Allerdings sollte dieses nur mit dem Natrium Phosphoricum eingenommen werden. Anderenfalls können diese freigesetzten Säuren nicht ordnungsgemäß wieder abgebaut werden. So kann es zu säurebedingten Krankheitssymptomen kommen.
Sollte es zu einschießenden Schmerzen kommen, welche ganz plötzlich und ohne Vorwarnung im Bereich der Halswirbelsäule auftreten, dann kann das Cuprum Arsenicosum Linderung versprechen. Des Weiteren stärkt dieses Schüssler-Salz die Nackenmuskulatur und unterstützt auch noch den Sauerstofftransport in die obere Wirbelsäule. Dabei sollten in einem Akutfall etwa alle fünf Minuten zwei bis drei Salze ganz langsam im Mund zergehen lassen.

Diät & Ernährung

 

  • Basenspendende Nahrungsmittel (Mandeln, Kresse, Sahne, Rucola, Kopfsalat, Buchweizen, Kürbiskerne, Rote Beete etc.)
  • Vitamin C (Paprika, Zitrusfrüchte, Brokkoli, Beeren)
  • Heilfastenkur und anschließende Ernährungsumstellung (basenorientierte Vollwertkost)

Es ist ratsam, auf den Verzehr von säurelastigen Lebensmitteln, wie etwa Eier oder Fleisch zu verzichten, sollte eine hohe Säurebelastung bestehen, da dieses sich negativ auf das Muskelgewebe auswirkt. Daher sollte es mit basenspendenden Nahrungsmitteln ausgeglichen werden.
Des Weiteren empfiehlt es sich, fettreichen Fisch zu sich zu nehmen, da die darin enthaltenen Omega-Fettsäuren die Verschleißerscheinungen vorbeugen können.
Vitamin C beugt außerdem noch die Abnutzungserscheinungen an Wirbelkörpern vor.
Auf säurebildenden Getränke, wie etwa Alkohol, Kaffee, Milch oder kohlensäurehaltige Getränke sollte ebenfalls verzichtet werden.
Mit einer sogenannten Heilfastenkur und einer anschließenden Ernährungsumstellung, etwa einer basenorientierten Vollwertkost können Beschwerden auch sehr schnell gelindert und darüber hinaus weitere Beschwerden vorgebeugt werden.


FAQ – Fragen & Antworten

Warum bekommt der Betroffene manchmal Kiefergelenkschmerzen nach einem Schleudertrauma?

Dabei können solche Zusammenhänge im Prinzip vielfältiger Natur sein. Auf der einen Seite gibt es neuronale Verschaltungen, welche eine Ursache für die Problematik darstellen können. Allerdings, und das kommt noch häufiger vor, ist es auch so, dass es gewisse Wechselwirkungen der Muskulatur des Nackens und des Kopfes gibt. Dabei sollte man also bedenken, dass beim Strecken und beim Beugen die Kau- und Mundbodenmuskulatur gegenläufig zu einer Nackenmuskulatur arbeitet. Sollte einer der beiden Bereiche also geschädigt werden, dann gelangen die Folgen meistens auch in einen anderen Bereich.
Aus diesem Grund kann eine Physiotherapie in diesem Fall als Begleitmaßnahme oft dringend erforderlich sein.

Ist das Tragen einer Halskrause nach einem Schleudertrauma auch wirklich sinnvoll?
Diese sogenannte Beschleunigungsverletzung in der Halswirbelsäule führt zu vermehrten Kopf- und Nackenschmerzen in Zusammenhang mit Nackensteife aufgrund von einer schmerzhaft verspannten Schulter-Nacken-Muskulatur. Für diesen Schmerz wird eine Zerrung, welcher schleuderungsbedingt ist, verantwortlich gemacht. Bislang war es so, dass eine Ruhigstellung der Halswirbelsäule durch eine Halskrause als ein normal therapeutisches Prinzip galt.
Doch neuere Untersuchungen belegen inzwischen, dass solch eine Ruhigstellung eine posttraumatische Dauer von Kopfschmerzen nicht gerade verkürzt. Das gleiche gilt dabei auch für den Nackenschmerz. Da kann sich die Ruhigstellung sogar recht negativ auswirken. Dabei konnte eine norwegische Arbeitsgruppe zeigen, dass Patienten, welche ein akutes Schleudertrauma erlitten und keine Halskrause trugen, ein Jahr nach ihrem Unfall weniger mit Schmerzen und Nackensteifigkeit zu kämpfen hatten.
Nur dann sollte die Ruhigstellung erfolgen, wenn eine funktionelle Instabilität der Halswirbelsäule vorliegt und dies sollte orthopädisch betreut werden. Somit sollten die Ruhigstellungen einer Halswirbelsäule von isometrischen, stabilisierenden und auch komplexen krankengymnastischen Übungen in Bezug auf die Schulter-Nacken-Muskulatur begleitet werden.

Wie und wann hilft eine Physiotherapie?
In eine physiotherapeutische Praxis kommen meistens Betroffene, welche ein Schleudertrauma erlitten haben. Allerdings ist Schleudertrauma an sich keine direkte Diagnose. Vielmehr ist es so, dass dieser Begriff verschiedene Symptome bezeichnet, welche überwiegend nach einem Auffahrunfall auftreten. Früher war es der Fall, bei diversen Beschwerden eine sofortige Ruhigstellung zu empfehlen. Heute raten Ärzte vielmehr zu einer aktiven Physiotherapie. Selbst bei den kleinsten Auffahrunfällen kann es schon zu schwerwiegenden Symptomen im Sinn eines solchen Schleudertraumas kommen.
Oftmals ist es so, dass die Beschwerden sogar längere Zeit über anhalten und bei einer entsprechenden Nichtbehandlung werden diese auf die Dauer chronisch.
Doch Physiotherapeuten können solchen Symptomen ziemlich gut entgegenwirken. Bei neueren Studien ist es zum Beispiel so, dass eine längere Schonung mit einer Halskrause die Heilung vielmehr verzögert als dieser wirklich hilfreich gegenüber zu treten.
Am effektivsten sind dabei krankengymnastische Übungen unter einer professionellen Anleitung. Diese können dabei schon recht zeitnah nach einem Verletzungsereignis begonnen werden, sobald dies auch mit dem Arzt abgesprochen wurde.

Wie findet man heraus, dass es sich um ein Schleudertrauma handelt?
Die ersten Beschwerden, wenn es sich um ein Schleudertrauma handelt, können dabei folgende sein:

  • Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • steifer Nacken
  • Muskelschmerzen
  • Muskelverspannungen

Des Weiteren können bei jeglichen Schweregraden auch noch folgende Symptome hinzukommen:

  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Hörstörungen, z.B. Tinnitus
  • Sehstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Schmerzen in Kiefergelenken
  • Schluckstörungen
  • Schmerzen, welche in Arme, Schultern oder auch in den Rücken ausstrahlen

Gerade diese Symptome sind es, denen die Ärzte eine ganz besondere Aufmerksamkeit schenken. Denn sie deuten möglicherweise auch auf ein chronisches Schleudertrauma hin.

Wann spricht man von einem chronischen Schleudertrauma?
Vor allem psychische Faktoren können oftmals noch eine zusätzliche Rolle dazu spielen, wenn gewisse Symptome eines Schleudertraumas auch chronisch werden. Denn die Betroffenen durchleben das Ereignis eines Unfalls immer wieder in der eigenen Erinnerung oder stellen sich dieses immer wieder neu vor.
In einer Studie simulierten Forscher einen fiktiven Heckaufprall. Gut 20 % der Studienteilnehmer berichteten daraufhin von diversen Beschwerden, auch wenn weder eine Verletzung noch ein Zusammenstoß tatsächlich stattgefunden hat.
Damit erklärt also ein Unfall nicht alleine und dieser ist auch nicht ausreichend, weshalb ein Schleudertrauma also auch chronisch werden kann, sodass ein Betroffener über einen längeren Zeitraum hinweg unter den erheblichen Folgen zu leiden hat.
Die Schmerzen, die anfänglich noch stark waren, also das subjektive Schmerzerleben, die Stress- und Schmerzverarbeitung, doch auch die sozialen Verstärkersysteme wie etwa die Erwartung von Schmerzensgeld schienen auch dabei eine gewisse Rolle zu spielen. Dabei kann auch versichert werden, dass schon bestehende Depressionen und Ängste die Wahrscheinlichkeit auf langfristige Beschwerden nach einer Verletzung auch erhöhen.

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