Chinakohl

Der bereits im 5. Jahrhundert in China kultivierte Chinakohl stammt aus der Familie der Kreuzblütler. Im asiatischen Raum zählt der Chinakohl bereits seit Jahrhunderten zu den am meisten angebauten und verzehrten Gemüsesorten. Es wird vermutet, dass der Chinakohl ursprünglich aus einer Kreuzung der Speiserübe mit Senfkohl entstanden ist. Mittlerweile wird der Chinakohl auch in ganz Europa angebaut, in Deutschland seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Das sollten Sie über Chinakohl wissen

Der Chinakohl ist eine einjährige Gemüsepflanze mit einem festen ovalen Kopf und einem Gewicht zwischen 1 bis 2 kg. Das typische Kennzeichen von Chinakohl sind seine krausen länglich-ovalen Blätter, die im unteren Bereich weiß, im Inneren ein helles gelb und außen ein zartes bis mittleres grün aufweisen. Der Geschmack des Chinakohls ist mild, zart und leicht kohlartig.

Chinakohl ist sehr beliebt ALS Beilage zu Fisch oder Fleisch, ebenso wird er auch gerne in Suppen, Eintöpfen, Aufläufen, Gratins oder Gemüsepfannen verwendet. Nicht zu vergessen: Der Chinakohl macht sich besonders gut im Wok- sowie zu Asia-Gerichten. Ebenfalls eignen sich die zarten Blätter als Ummantelung für diverse köstliche Füllungen oder gemischt mit anderen Zutaten als Füllung selbst.
Auch lassen sich die knackig-zarten Blätter mit zahlreichen anderen Zutaten zu einem leckeren Salat zubereiten. Da Chinakohl auch roh verzehrt werden kann; wie wäre es mit einem grünen Smoothie? Auch hierfür gibt es viele Variationsmöglichkeiten, die einfach einmal ausprobiert werden sollten.

Bedeutung für die Gesundheit

Wie alle Kohlsorten enthält auch der Chinakohl Senföle. Die im Senföl antibakteriell wirkenden Inhaltsstoffe verhindert die Ausbreitung von Pilzen und krankheitserregenden Bakterien im Körper. Zudem regen Senföle die Ausschüttung von Magen- und Gallensaft an, so dass Speisen leichter vom Körper verwertet werden können und durch sie eine verdauungsfördernde Wirkung eintritt.

Der Chinakohl ist ein ausgewogenes Vitamin- ballaststoff- und nährstoffreiches Gemüse wie beispielsweise den B-Vitaminen, Vitamin A, Vitamin C und K, Kalzium und Folsäure. Diese Vitamine und Mineralstoffe sorgen für einen ausgewogenen Cholesterinspiegel, kämpfen gegen freie Radikale an und schützen vor Arteriosklerose und beugen Herzkrankheiten vor.

Die im Chinakohl enthaltenen Substanzen Brassinin und Sulforaphan haben die Eigenschaft,
die Produktion tumorhemmender Enzyme zu steigern, so dass auf Grund der antioxidativen Wirkung freie Radikale beseitigt und hierdurch Krebserkrankungen vorgebeugt wird.

Chinakohl ist für Menschen mit empfindlichem Magen, die sonst keinen Kohl vertragen eine gute Alternative. Dieses Gemüse besitzt im Gegensatz zu anderen Kohlsorten einen geringeren Anteil an Senfölen, weshalb er bekömmlicher, zarter im Geschmack und leichter verdaulich ist.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 12 Fettgehalt 0,2 g
Cholesterin 0 mg Natrium 11 mg
Kalium 87 mg Kohlenhydrate 2,2 g
Eiweiß 1,1 g Vitamin A 263 IU

– Vitamin A (Retinoläqiuivalent): 67 µg
– Vitamin A (Beta-Carotin): 404 µg
– Vitamin E (Alpha-Tocopheroläquivalent): 253 µg
– Vitamin E (Alpha-Tocopherol) 253 µg
– Vitamin B1 (Thiamin): 27 µg
– Vitamin B2 (Riboflavin): 32 µg
– Vitamin B3 (Niacin, Nicotinsäure) 337 µg
– Vitamin B3 (Niacinäquivaltent) 654 µg
– Vitamin B5 (Pantothensäure) 172 µg
– Vitamin B6 (Pyridoxin) 102 µg
– Folsäure: 41 µg
– Vitamin C (Ascorbinsäure) 26 mg
– Vitamin K 250 µg

Durch den hohen Gehalt an Vitamin C sorgt der Chinakohl bei einem Verzehr von 200 g für die hälftige Tagesdosis dieses Vitamins. Vitamin C sorgt einerseits dafür, dass Blut dünnflüssig zu halten, stärkt unser Immunsystem, so dass Erkältungskrankheiten kaum eine Chance haben und beugt gegen Bluthochdruck, Angina Pectoris sowie Herzinfarkten vor.

Das im Chinakohl hochdosiert vorhandene Vitamin K sorgt vor allem dafür, dass unser Blut gerinnen kann. Dies ist vor allem bei Verletzungen mit Blutaustritt lebensnotwendig sowie bei Operationen. Auch reguliert das Vitamin K den Calciumspiegel im Blut und senkt das Risiko an Arteriosklerose zu erkranken.

Besonders erwähnenswert ist beim Chinakohl wie auch bei allen anderen Kohlsorten der hohe Anteil an Folsäure. Viele Menschen sind mit Folsäure unterversorgt, weshalb der regelmäßige Verzehr von Kohl vielen Menschen zu einer Deckung des täglichen Bedarfs verhelfen könnte. Folsäure ist an der Bildung von Erbsubstanzen sowie an Wachstums- und Heilprozessen beteiligt.

Beta-Carotin ist als Vitamin vor allem wichtig, weil es gegen erhöhte Cholesterinwerte hilft und ebenso vor Herzerkrankungen, Schlaganfall, und Herzinfarkt schützt. Beta-Carotin neutralisiert freie Radikale und verhindert hierdurch, dass sich Arterien verengen, beugt somit also gegen Arteriosklerose vor.

Das im Chinakohl enthaltene Vitamin B3 (Niacin) sorgt für die Regeneration der Muskeln und Nerven sowie der Erholung unseres Körpers im Zusammenhang mit Stress und psychischen Belastungen. Die Einnahme von Niacin sorgt für mehr Ausgeglichenheit und Entspannung und ist wichtig für unser Wohlbefinden.

Das wasserlösliche Vitamin B6 (Pyridoxin) beteiligt sich im menschlichen Organismus entscheidend am Auf- und Umbau von Eiweißen; d. h. es stellt für den Stoffwechsel der Aminosäuren ein wichtiges Coenzym dar. Wichtige biochemische Reaktionen können durch diese Coenzyme schneller ablaufen.

Mineralstoffe

– Natrium: 19 mg
– Kalium: 144 mg
– Calcium: 40 mg
– Phosphor: 30 mg
– Magnesium: 11 mg

Der Mineralstoff Magnesium sorgt für einen reibungslosen Ablauf des Energiestoffwechsels und ist an der Aktivierung von über 300 Enzymen beteiligt. Magnesium unterstützt und reguliert wichtige Nerven- und Muskelfunktionen und ist für den Erhalt der körperlichen Widerstandskraft mitverantwortlich. Ebenfalls hilft Magnesium dabei, dass der Herzmuskel genügend Energie aufbringen kann, um die Zellen mit ausreichend Blut zu versorgen.

Das im Chinakohl vorkommende Kalium sorgt im menschlichen Körper für die Entstehung von Nervenimpulsen. Auch wird das Mineral für die Herstellung körpereigener Eiweiße sowie für die Aktivierung einiger Enzyme benötigt.
Darüber hinaus sorgt Kalium für einen geregelten Wasserhaushalt und ist für den Blutdruck im Körper verantwortlich. In Vebindung mit dem Mineralstoff Natrium sorgt Kalium ebenfalls für einen reibungslosen Ablauf der Herzmuskeltätigkeit.

Zusammen mit Phosphor ist Calcium für den menschlichen Körper ein wichtiger Bestandteil für Knochen und Zähne. Calcium ist für die Erregbarkeit der Nervenzellen sowie für die Blutgerinnung von besonderer Wichtigkeit. Eine Unterversorgung mit Calcium hat zur Folge, dass sich der Körper seine Notreserven aus den Knochen holt, was dann zu einem Verlust der Knochensubstanz führt.

Spurenelemente

– Eisen: 0,6 mg
– Fluor: 15 µg
– Jod: 0,30 µg
– Kupfer: 20 µg
– Mangan: 280 µg
– Zink: 340 µg

Das im Chinakohl vorkommende Spurenelement Eisen ist in erster Linie für den Sauerstofftransport zuständig. Hierbei ist Eisen u. a. für die Zellatmung, die Zellbildung und für die Muskeln unverzichtbar. Sauerstoff wird mit Hilfe des Eisens an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebunden, im gesamten Körper verteilt und in den Zellen für die Energiegewinnung genutzt.

Das Spurenelement Zink ist für unseren Körper lebensnotwendig und unentbehrlich, da unser Stoffwechsel ohne Zink nicht funktionieren würde. Besonders in den Haaren und in der Haut, sowie Knochen und Zähnen, als auch in der Leber und in der Muskulatur ist Zink vorhanden. Unser Körper benötigt Zink für die Zellteilung, es unterstützt die Wundheilung und beeinflusst das Wachstum von Zellen vor allem bei Kindern, Schwangeren und Leistungssportlern. Ebenfalls ist Zink sowohl für den Geruchs- und Geschmackssinn als auch für die Sehkraft verantwortlich.

Jod befindet sich hauptsächlich in der Schilddrüse und ist dort für die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin sehr wichtig. Ein Jodmangel macht sich äußerlich in Form eines Kropfes am Hals bemerkbar, so dass bei einem solchen Anzeichen unverzüglich auf eine ausreichende Jod-Zufuhr geachtet werden muss. Ein Jodmangel kann bei Kindern zu einer körperlichen und geistigen Unterentwicklung führen. Bei Erwachsenen macht sich ein Jodmangel durch Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, starke Kälteempfindlichkeit sowie Verstopfung bemerkbar.

Unverträglichkeiten & Allergien

Wie alle Kohlarten, enthält auch der Chinakohl viele Ballast- und sekundäre Pflanzenstoffe, die unseren Körper vor Krebskrankheiten schützen und sich äußerst positiv auf die Gesundheit auswirken.
Manche Faserstoffe können vom menschlichen Darm jedoch nicht verdaut werden. Stattdessen werden diese unverdaulichen Faserstoffe von den Darmbakterien zersetzt. Bei diesem Prozess entstehen Darmgase, die bei vielen Menschen Blähungen verursachen und oft mit unangenehmen Bauchschmerzen verbunden sind.

Um Blähungen zu vermeiden hilft es, während des Garprozesses Kümmel, Fenchel oder geriebenen Ingwer hinzuzufügen. Ebenfalls hat man festgestellt, dass, wenn der Kohl ein bis zwei Tage im Gefrierfach gelegen hat und man ihn anschließend gart, kaum Darmgase entstehen und man von Bauchschmerzen verschont bleibt.

Chinakohl enthält sehr viel Nitrat. Deshalb sollten Babys und Kinder möglichst keinen Chinakohl verzehren und lieber auf andere Gemüsesorten zurückgegriffen werden bei denen der Nitratgehalt möglichst gering ausfällt.

Einkaufs- & Küchentipps

Beim Kauf von Chinakohl sollten Sie darauf achten, dass die Blätter knackig frisch sind und keine dunklen oder feuchten Stellen aufweisen. Der Chinakohl sollte sich fest anfühlen und ein saftig grün-weißes Aussehen haben.

Frischer Chinakohl sollte nie bei Zimmertemperatur gelagert werden da sich bei diesen Temperaturen schnell braune Stellen auf den Blättern bilden können. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält er sich dagegen 5 – 7 Tage. Alternativ kann Chinakohl in Zeitungspapier eingewickelt aber auch über mehrere Wochen hervorragend in einem dunklen kühlen Kellerraum gelagert werden. Hier sollte jedoch regelmäßig nachgesehen werden, dass sich keine braunen Stellen an den Blättern bilden, die dann unverzüglich entfernt werden müssten.

Ebenfalls kann Chinakohl eingefroren werden. Hierbei wird das Gemüse in kleine Streifen geschnitten und roh in Gefriertüten verpackt ins Gefrierfach gelegt. Ein vorheriges Blanchieren oder Kochen entfällt. Jedoch sollte der Chinakohl nicht aufgetaut werden, sondern in gefrorenem Zustand gedämpft, gekocht oder blanchiert werden.

Zubereitungstipps

Chinakohl lässt sich vielseitig verwenden und ist einfach in der Zubereitung:

Zuerst werden die äußeren Blätter des Chinakohls entfernt, da diese meist verschmutzt oder auch etwas welk sein können. Anschließend empfiehlt es sich, die Blätter quer in zunächst große Streifen zu schneiden, die dann unter kaltem Wasser gewaschen werden. Je nach Verwendung, ob als Salat, für Suppen oder Gemüsepfannen, werden die Blätter in schmale Streifen geschnitten. Bei der Verwendung der Kohlblätter für Rouladen, werden die ganzen Blätter unten am Strunk des Kohls abgeschnitten.

Für das anschließende Garen wird nicht viel Zeit benötigt, da die Blätter des Wintergemüses sehr zart und innerhalb weniger Minuten gar sind.

Chinakohl braten:

In einer großen Pfanne Olivenöl erhitzen, anschließend 1/2 EL Butter hinzugeben und die in Streifen geschnittenen Blätter des Chinakohls hinzugeben. Den Chinakohl nun unter ständigem Rühren einige Minuten lang anbraten. Nach 5 Minuten gibt man etwas Gemüsebrühe hinzu und lässt das Ganze noch kurze Zeit bei gemäßigter Temperatur weiter köcheln. Anschließend mit Pfeffer und Salz würzen.

Chinakohl blanchieren:

Um die Vitamine des Chinakohls möglichst zu erhalten bietet sich bei der Zubereitung von Rouladen mit Chinakohl-Blättern als Gar-Verfahren das Blanchieren an.
Die ganzen Kohlblätter werden für 2 bis 4 Minuten in kochendes Salzwasser getaucht und direkt im Anschluss in Eiswasser abgeschreckt um den Garprozess zu stoppen. Anschließend lassen sich die Blätter hervorragend für die Rouladen wickeln.

Chinakohl dämpfen:

Die schonendste Art, Gemüse zuzubereiten, ist das Dämpfen. Für das Dampfverfahren gibt es Töpfe mit Siebeinsatz oder spezielle Dampfgarer. Das Gemüse wird hierbei in heißem Wasserdampf gegart, es besteht also kein direkter Kontakt mit dem Wasser. Dadurch bleiben Farbe, Geschmack sowie die meisten Vitamine und Nährstoffe erhalten.

Häufige Fragen und Antworten

In welcher Zeit ist Chinakohl erhältlich?

Die Hauptsaison für Chinakohl liegt in den Monaten Juni bis Oktober. Da er jedoch auch in großen Mengen in den Niederlanden in Gewächshäusern angebaut wird, ist er das ganze Jahr über erhältlich.

Kann Chinakohl eingefroren werden?

Ja, Chinakohl kann eingefroren werden, er sollte jedoch roh und nicht – wie sonst üblich – blanchiert eingefroren werden.

Ist Chinakohl auch für Babys und Kinder geeignet?

Auf Grund des hohen Nitratgehalts wird davon abgeraten, Babys und Kleinkindern mit Chinakohl zu bekochen.

Wie können Blähungen beim Verzehr von Chinakohl vermieden werden?

Zum einen gibt es die Möglichkeit des Würzens mit Kümmel, Fenchel oder geriebenem Ingwer, andererseits gibt es die Möglichkeit, den Chinakohl zunächst einzufrieren, und ihn anschließend zu garen.

Unser Fazit

Der Chinakohl ist ein gesundes Wintergemüse, in dem viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe enthalten sind. Ebenfalls besitzt der Chinakohl Senföle und Aminosäuren die vorbeugend gegen Krebs wirken und freie Radikale unschädlich machen. Nur eines sollte man berücksichtigen: Durch den hohen Nitrat-Anteil eignet sich das ansonsten sehr vitalreiche Lebensmittel nicht für Babys und Kinder.

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