Gerste

Die Gerste ist vielen Menschen bekannt. Es ist ein Pflanze die aus der Süßgräser Familie stammt und natürlich auch eine Getreideart. Neben Hafer und Weizen ist die Gerste sehr wichtig für die Ernährung. Getreide wird für Backwaren eingesetzt und wir möchten Ihnen gerne etwas mehr über die Gerste erzählen.

 

Das sollten Sie über Gerste wissen

Die Gerste gehört zu den einjährigen Pflanzen. Sie ist leicht zu erkennen, denn immerhin wird sie zwischen 0,7 und 1,2 m hoch. Weder Blätter noch Stängel der Pflanze sind behaart. Der Halm steht immer gerade und es wachsen zweizeilige Laubblätter an diesem Getreide.

An den Blättern sind genau an der Blattscheide zwei Blattröhrchen zu finden. Hier ist der Gerstenhalm zu finden, der gut umhüllt wird. Die flache Blattspreite ist recht lang, die Maße betragen zwischen 10 und 25 cm. Breit hingegen sind sie meist nur 2 cm.

Die Ährchen stehen in Reihen und enthalten eine Blüte. Man redet hier oft auch von einem ährigen Blütenstand mit nur einer Blüte. Die Grannen sind reif leicht zu erkennen, denn dann hängen die Fruchstände der Grannen herab. Vorher sind sie gerade und jede Granne ist zwischen 8 und 15 cm lang. Die Gerstenkörner sind verwachsen mit den Gerstenspelzen und müssen für die Nahrung erst einmal vom Spelz befreit werden. Früher geschah dies bei dem Gerbgang, heute gibt es eine Schälmühle, die diese Arbeit hervorragend durchführt.

Die Heimat der Gerste

Früher fand sich die Gerste, bzw. das Süßgras vor allem im Vorderen Orient und auch im östlichen Balkangebiet. 15.000 vor Christus gab es die ersten Nachweise der Gerste und deren Nutzung. Die heutige Gerste wird auch gerne als Kulturgerste betitelt und soll von der Wildgerste (botanisch Hordeum vulgare) abstammen. Schon seit über 8000 Jahren zählt die Pflanze aber zu dem Kulturgetreide und wurde einst um den Nil herum angepflanzt. Die Gerste ist ein sehr altes Getreide, genauer gesagt, zählt sie zu den ältesten Sorten der Welt. Die Pflanze wurde schon ab dem Jahr 7000 ertragreich angepflanzt und das Jahr für Jahr. Die Weiterzucht der Gerste war entstanden!

Schon 5500 vor Christus gelangte die Gerste nach Mitteleuropa und wurde auch hier angebaut. Im Mittelalter nutzte man das Getreide vor allem als Viehfutter. Bei uns ist es derzeit auch immer noch so, dass oft die Winterpflanze an die Tiere verfüttert wird. Die Wintergerste wird gerne als Futtergerste betitelt und hat als Viehfutter den Vorteil sehr eiweißhaltig zu sein. Die Sommergerste hingegen wird für die Braugerste genutzt. Malz und Braumalz entsteht daraus. Oft aber wird die Sommergerste auch für Graupen und Grütze verwendet oder zu Gerstenmehl verarbeitet.

 

Bedeutung für die Gesundheit

Die Gerste bringt wie viele Nahrungsmittel einige Vorteile für die menschliche Gesundheit. Die ungeschliffenen Körner enthalten Ballaststoffe und recht viele B-Vitamine. Alleine die Ballaststoffe fördern die gute Verdauung und vermeiden Verstopfung und Blähungen. Die B-Vitamine stärken das Nervensystem, unterstützen die Zellbildung und stärken so auch nebenbei noch die Nägel und Haare. Diese können bei falscher Ernährung sehr schlecht aussehen und sich dank der Gerste wieder gut erholen. Wer es für sich ausprobiert, wird schnell begeistert sein.

Die Gerste bietet auch Mineralstoffe. Darunter Magnesium und Kalzium. Die komplexen Kohlenhydrate der Gerste sorgen dafür, dass man schneller satt ist und vor allem auch lange keinen Hunger mehr verspürt. Gerste ist ideal für den Start in den Tag oder aber auch als Mahlzeit am späten Nachmittag. So kommt man gut über die Nacht und auch den Morgen wird man ohne Hunger bis zur Pause überstehen können.

Hervorzuheben sind die Schleimstoffe der Gerste. Diese legen sich als Schutzschicht um den Magen und somit wird man deutlich weniger Magenprobleme haben. Sogar Sodbrennen soll mit der Gerste gebessert werden können.

Bei Magenschmerzen wird oft gekochte Gerste empfohlen, weil sie sehr beruhigend auf den Magen wirkt. Ähnlich wie Reisschleim oder noch bekannter, der gute alte Haferschleim. Senioren essen den Gerstenschleim sehr gerne, er schmeckt, macht satt und liegt nicht schwer im Magen.

Wird die Gerste von den Schalen befreit, gehten sehr viele Vitamine und Nährstoffe verloren. Anderseits sind in der Schale Phytine vorhanden, welche dafür sorgen, dass Nährstoffe und Vitamine nicht so gut vom Körper aufgenommen werden können. Die Gerste sollte deshalb auch vorab in Wasser quellen, am besten einen ganzen Tag oder über Nacht. So werden die Phytine an das Wasser abgegeben und können somit leicht entsorgt werden. Die Vitamine und Nährstoffe können so aber geschont werden.

Experten sind sich einig, dass gerade das Gerstengras aus dem Samen der Gerste sehr gut für die Gesundheit ist. Hier bietet sich eine recht hohe Vitalstoffdichte. Es gibt kaum andere Lebensmittel, die einen so hohen Gehalt von Vitaminen, Spurenelementen, Mineralien und Bioflavonoiden aufweisen können. Hier sei auch noch zu erwähnen, dass das Gerstengras Chlorophyll zu bieten hat, was sich ebenfalls positiv auf den Körper auswirkt.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Wir möchten Ihnen gerne auflisten, welche Nährstoffe und Inhaltsstoffe die Gerste mit sich bringt. Vorab wollen wir aber darauf hinweisen, dass die genaue Zusammensetzung stets schwankend ist. Die Gründe dafür finden sich in der Bodenqualität, bei dem Anbauklima, bei der Gerstensorte und nicht zuletzt auch bei der Anbauvariante. Fakt ist, die Gerste besteht immer aus 2/3 Kohlenhydraten und hat mit 2,1 Gramm Fett pro 100 Gramm, nicht ganz so hohe Werte zu bieten. Die Gerste ist auch für Sportler sehr empfehlenswert, denn 100 Gramm enthalten 10 Gramm Eiweiß und ebenso knappe 10 Gramm Ballaststoffe.

Die Gerste kann überzeugen und wird immer beliebter, was an den guten Mineraliengehalt liegt. 2,3 Gramm pro 100 Gramm Gerste sind an Mineralien in der Gerste zu finden. Dazu gehören Kalium, Kalzium, Mangan, Kupfer, Eisen, Zink, Phosphor, Selen und Natrium. Ebenso Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin B3, Pantothensäure, Folsäure und Vitamin B6. Somit ist die Gerste auch ein wahres Vitaminwunder.

Aminosäuren finden sich ebenfalls in den kleinen Körnern, darunter mehrere essenzielle und semi-essenzielle Aminosäuren, wie Arginin, Isoleucin, Leucin und Lysin. Ebenso wie Threonin, Tryptophan, Valin und Tyrosin. Auch Histidin und Methionin sind in der Gerste zu finden.

Schauen Sie bitte nun die folgenden Nährwertangaben an, die sich immer auf 100 Gramm Gerste beziehen:

Inhaltsstoffe

Broteinheiten 5,9
Kilokalorien 351
Kilojoule 1470
Eiweiß 10,40 g
Fett 1,36 g
Kohlenhydrate 70,96 g
Wasser 11,48 g
Ballaststoffe gesamt 4,60 g
Cholesterin 0,00 mg
Mineralstoffe 1,20 g

Vitamine

Vitamin E Aktiv. 0,08 mg
Folsäure 20,00 µg
Vitamin B1 0,09 mg
Vitamin B2 0,08 mg
Vitamin B6 0,22 mg
a-Tocopherol 0,08 mg
Vitamin K 1,00 µg
Pantothensäure 0,50 mg
Biotin 4,00 µg
Niacinäquivalent 5100,00 µg

Mineralstoffe/Spurenelemente

Natrium 5,00 mg
Kalium 270,00 mg
Magnesium 65,00 mg
Calcium 18,00 mg
Eisen 3,00 mg
Phosphor 210,00 mg
Kupfer 400,00 µg
Zink 2,10 mg
Chlorid 110,00 mg
Jodid 1,00 µg
Mangan 1300,00 µg
Schwefel 120000,00 µg

Unverträglichkeiten & Allergien

Grundsätzlich können Menschen auf alle Lebensmittel allergisch reagieren. Die gute Nachricht an dieser Stelle ist, dass gerade auf Gerste sehr selten reagiert wird. Wer jedoch an einer Glutenunverträglichkeit leidet, sollte auf die Gerste verzichten, denn sie ist wie auch Roggen und Weizen glutenhaltig. Bei Bier wird ebenfalls Gerste verwendet, weshalb bei einer Unverträglichkeit auch dieses gemieden werden sollte.

Die Zöliake ist auch eine Glutenunverträglichkeit, bei der Gerste auf keinen Fall gegessen werden darf. Denn hier kann es zu Darmschleimhautschäden kommen. Ebenso könnten betroffene Personen Durchfall bekommen, einen Nährstoffmangel, Gewichtsverlust, Erbrechen und Bauchkrämpfe.

Wer glaubt, gegen Gerste allergisch zu sein oder eine Unverträglichkeit vorzuweisen, sollte auf jeden Fall einen Allergologen aufsuchen. Dieser kann einen Nahrungsmitteltest durchführen und feststellen, ob es an der Gerste liegt oder ob der Patient nicht doch auf etwas anderes reagiert.

Einkaufs- & Küchentipps

Die Gerstenkörner können im Supermarkt gekauft werden. Ebenso sind sie in Bio- und Reformläden erhältlich. Die entspelzte Form schmeckt sehr aromatisch und wird oft auch für Mehl und Flocken verwendet. Wer dies zu Hause selbst machen möchte, braucht nicht nur entspelzte Gerstenkörner, sondern auch eine Getreidemühle. Auch eine Flockenquetsche kann verwendet werden.

Geschrotete Gerste ist länger haltbar. Sie kann bis zu zwei Jahren verwahrt werden, muss dann aber luftdicht verpackt sein. Außerdem muss die Gerste dunkel gelagert werden, wenn man sie so lange aufbewahren möchte. Die frische Gerste als Mehl oder Flocken verarbeitet, muss hingegen am besten sofort verbraucht werden. Denn sie kann an der frischen Luft oxidieren und das schmeckt man auch. Nicht zuletzt ist es hier wie mit Obst und Gemüse, bei Luftkontakt gehen wichtige Nährstoffe und Vitamine verloren. Daher wäre es gut, die luftdicht verpackte Gerste nur schnell und kurz zu öffnen, um eine gewisse Menge zu entnehmen. Noch besser wäre es, die Gerste in einzelnen Portionen zu verpacken, so dass alle Nährstoffe und Vitamine bis zum Verzehr garantiert erhalten bleiben.

Zubereitungstipps

Ist die Gerste gemahlen, kann man sie als Mehl einsetzen. Dies natürlich beim Backen von Brot oder anderen Teigwaren. Am besten schmeckt das Ergebnis, wenn man das Gerstenmehl mit Weizenmehl vermischt. Dies aber ist eine reine Geschmackssache und sollte für sich selbst ausprobiert werden.

Die Gerstenflocken hingegen können zu dem Müsli gegessen werden. Ebenso schmecken Sie zu verschiedensten Desserts.

Ganze Gerstenkörner und geschrotete Gerste nutzen viele Haushalte gerne für Suppen und Gemüsevarianten.

Sehr interessant zu wissen ist, dass man aus den keimfähigen Gerstenkörnern selbst Gerstengras anbauen kann. Die Samen müssen über Nacht in Wasser gegeben werden. Dort weichen sie ein und quellen auf. Am nächsten Morgen kann die Saat in eine Pflanzschale auf der feuchten Erde verteilt werden. Nun müssen die Samen gut befeuchtet werden und auch feucht gehalten werden. Sie dürfen dabei aber nicht aufeinanderliegen. Nach nur drei Tagen sieht man die ersten Gerstenkeimlinge, die für Salate perfekt sind. Das Gras selbst braucht ungefähr 12 Tage, bis es eine Höhe von 10 cm erreicht hat. Dieses kann dann abgeschnitten werden.

Das Gras kann klein geschnitten werden und ist ideal für den Frischkäse für den Frühlingsquark oder aber auch für leckere Saucen. Viele Menschen nutzen das Gerstengras auch für Suppen und Salate. Sogar für einen Saft kann es verwendet werden.

In einem Smoothie wird man schnell von der Gerste begeistert sein, aber auch ein Saft aus der Saftpresse mit Gerstengras ist einen Versuch wert. Im Handel ist Gerstengras auch getrocknet zu bekommen, dies in Form eines Pulvers. Dieses kann dann ebenfalls bei den verschiedensten Nahrungsmitteln eingesetzt werden.

Passende Rezepte gibt es in den verschiedensten Kochbüchern. Aber auch die Internet Kochforen können besucht werden. Hier finden sich ebenso viele und gute Rezepte, die schnell in die Tat umgesetzt werden können. Ob nun ein leckeres Brötchen, besondere Brötchen, ein deftiger Eintopf, viele verschiedene Smoothies oder mehr. Wer erst einmal alle Rezepte für Gerste vor sich sieht, wird schnell begeistert sein und kann es kaum erwarten, all diese Ideen in die Tat umzusetzen.

Häufige Fragen und Antworten

Kann man Gerste jeden Tag essen?
Ja, das kann und darf man. Es wird sogar empfohlen, denn Gerste ist gesund und wirkt positiv auf den Körper.

Macht Gerste nicht dick?
Mit 354 Kalorien pro 100 Gramm ist Gerste nicht gerade ein Schlankmacker. Da aber Gerste nicht in solchen Mengen gegessen wird, ist die Verwendung sehr zu empfehlen. Wer natürlich 500 Gramm Gerste am Tag zu sich nehmen würde, könnte auf Dauer dick werden. Aber das bisschen, was man für Salat, Sauce, Suppen, Säfte, Mehl und mehr einsetzt, ist durchaus vertretbar.

Dürfen auch Kleinkinder Gerste essen?
Ja, auch dies ist erlaubt. Natürlich muss man bei Unverträglichkeiten sofort zum Kinderarzt. Aber dies kann auch Erwachsenen passieren. Gerste ist in der Regel sehr gut verträglich und ein Brei mit Gerste wird Kleinkinder lange sättigen.

Wie gut sättigt Gerste?
So genau lässt sich dies nicht beantworten. Es gibt Menschen, die haben alle zwei Stunden Hunger. Es gibt aber auch Personen, die eine Scheibe Brot mit Gerstenmehl essen und bis zum Nachmittag satt sind. Hier gilt einfach, dass man die Gerste selbst probieren sollte und da man seinen Körper am besten kennt, wird man sehen können, wie lange man satt ist.

Ist Gerste teuer?
Nein, im Grunde ist sie es nicht. Gerstenmehl ist seltener und damit immer etwas teurer als Weizenmehl, aber arm wird man nicht, wenn man sich für Gerste entscheidet. Es kommt auch immer darauf an, wo man die Gerste kauft. In einem Biomarkt ist diese natürlich teurer als in einem Supermarkt. In einem Reformhaus kann der Preis des Biomarktes sogar noch übertroffen werden. Aber dies sieht man und jedem Käufer steht frei, dort oder dort zu kaufen.

Unser Fazit

Zusammenfassend sei gesagt, dass Gerste vielseitig einsetzbar ist. Dies macht das Getreide sehr interessant. Da es positiv auf die Gesundheit wirkt, sollte man es ruhig für sich einsetzen. Gerste ist lecker, in allen Varianten und es gibt zahlreiche tolle Rezepte. Dazu ist Gerste gar nicht teuer und gut verträglich. Gerste ist wertvoll und sollte in jedem Haushalt zu finden sein. Sogar Kinder werden Gerste gerne essen oder trinken, denn Eltern können so lange experimentieren, bis sie etwas gefunden haben, was Kinder lieben werden. Und wenn man Kinder selbst darüber nachdenken lässt, was sie wohl mit der Gerste zusammen mögen und dies ausprobieren dürfen, ist es sogar garantiert, dass Kinder sich auf das Getreide gerne einlassen.

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