Neuropathie

Steckbrief: Neuropathie

  • Name(n): Neurose (histor.); Neurasthenie (histor.); Neuritis (entzündl.)
  • Art der Krankheit: Sammelbegriff für Erkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems
  • Verbreitung: Je nach Art in der Bevölkerung selten oder häufig vertreten
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1886 durch Jean-Marie Charcot und Pierre Marie sowie Howard Tooth
  • Behandelbar: Abhängig von der Art der Neuropathie
  • Art des Auslösers: verschiedene
  • Wieviele Erkrankte: Durchschnittlich 1 von 2000 Menschen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologen
  • ICD-10 Code(s): G60 – G64

Neuropathie – Viele Gesichter

Wie viele Menschen auf dieser Welt tatsächlich an einer Neuropathie leiden, kann nicht sicher gesagt werden. Statistiken gehen davon aus, dass etwas 1 Person von 2.000 von einer solchen betroffen ist. Allerdings dürfte die Dunkelziffer noch weit höher ausfallen, denn die Vielzahl an Auslösern und Ursachen kann die unterschiedlichsten Erscheinungsformen hervorrufen.

Dabei wird sogar in Fachkreisen noch diskutiert, welche Art einer Erkrankung wirklich ALS Neuropathie bezeichnet werden kann. So ist es nicht verwunderlich, dass sich thematisch auch Abschnitte dieses Artikels überschneiden und ineinandergreifen werden. Neuropathie ist ein äußerst komplexes Konstrukt, welches nicht einfach in eine diagnostische Vorlage gepresst werden kann.

Definition der Neuropathie

Bei einer Neuropathie handelt es sich im Grunde um einen Oberbegriff. Unter diesem werden für gewöhnlich verschiedene Erkrankungen des peripheren Nervensystems zusammengefasst.

Einige Erkrankungen können dabei auch auf das zentrale Nervensystem zurückgeführt werden, wenngleich diese Formen aber zu den selteneren Erkrankungen gehören und hier auch nur am Rande betrachtet werden sollen. Sie fallen unter ein anderes Krankheitsmuster.

Typisch für eine Neuropathie ist, das für gewöhnlich kein Trauma vorliegt, durch welches diese verursacht wurde. Dabei können die Symptome äußerst differenziert auftreten. So sind bei manchen Betroffenen nur einzelne Nervenstränge in Mitleidenschaft gezogen, während andere Formen auf mehrere Nerven ausgedehnt sind.

Erstere Art wird dann als Mononeuropathie bezeichnet, während letztere mit dem Terminus Polyneuropathie versehen werden.

Eine Neuropathie kann auch durch entzündliche Prozesse ausgelöst werden, wobei dann der Begriff Neuritis verwendet wird. Mononeuropathien können sich zu Polyneuropathien auswachsen, sofern ein fortschreitender Prozess, infolge des zugrunde liegenden Krankheitsbildes vorhanden ist.


Was ist Neuropathie?

Die Definition der Neuropathie ist an sich aber unbefriedigend, denn erklärt sie nur oberflächlich die tatsächlichen Abläufe. Tatsächlich muss ein Blick auf die unterschiedlichen Einteilungen erfolgen, damit der Sachverhalt deutlich wird. Hierzu müssen die Unterteilungen der Neuropathien betrachtet werden.

Neuropathien werden in zwei Kategorien eingeteilt. Einmal die primären und einmal die sekundären Formen.

Primäre Neuropathien

In diesen Bereich fallen die sogenannten hereditären motorisch-sensiblen Neuropathien (HMSN). Bei diesen handelt es sich in der Regel um vererbte Krankheiten, die meist einen chronisch fortschreitenden Verlauf nehmen. Sie zeigen sich durch einen Befall der peripheren Nerven, wobei meist motorische Störungen auftreten. Fast immer beginnt die Erkrankung in den Extremitäten und schreitet dann – begleitet von Muskelschwund – in Richtung Rumpf fort.

Hereditäre sensorische Neuropathien haben keine motorische Komponente, allerdings geht langsam das Gefühlsempfinden in den verschiedenen Körperregionen verloren. Auch diese Form beginnt meist in den Extremitäten und breitet sich über den restlichen Körper aus.

Hereditäre sensorisch-autonome Neuropathien (HSAN) sind eine der seltensten Formen der primären Neuropathien. Der Betroffene verfügt über keinerlei Schmerzempfinden. Auch Fiber oder der Harndrang werden in der Regel nicht wahrgenommen. Im medizinischen Volksmund wird diese Erkrankung auch als CIPA bezeichnet, wobei weltweit nur rund 100 Fälle bekannt sind.

Hereditäre motorische Neuropathien treten in insgesamt zehn Formen auf. Dabei unterscheiden sich diese vor allem in der Lokalisation und der Stärke der Störung. Zudem können einige dieser Neuropathien mit Schmerzen einhergehen, die je nach Patient mehr oder weniger stark ausfallen.

Die hereditäre Neuropathie mit Neigung zu Druckläsionen ist eine der verbreitetsten Formen. Sie zeichnet sich dadurch aus, das schon bei einfachen körperlichen Aktivitäten Lähmungen oder Taubheitsempfindungen im Körper auftreten können. Diese bilden sich häufig nach wenigen Tagen – in einigen Fällen aber auch erst nach Monaten – wieder zurüCK.

Sekundäre Neuropathien

Sekundäre Neuropathien werden häufig durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst. Auch der Einfluss von Schadstoffen kann hier von Bedeutung sein.

  • Entzündliche Faktoren:
    Hierbei handelt es sich um entzündliche Prozesse im Bereich der Nervenbahnen, die durch eine Infektion mit Mikroorganismen ausgelöst werden kann. Die dabei stattfindende Immunrektion beschädigt auch das Nervengewebe und löst hierdurch einen entsprechenden Prozess aus.
  • Autoimmunbedingte Faktoren:
    Autoimmunerkrankungen sind eine Störung des Immunsystems, bei welchen die weißen Blutkörperchen körpereigene Zellen angreifen. Hiervon sind häufig die Nerven betroffen, sodass eine entsprechende Neuropathische Reaktion auftritt. Ein bekanntes Beispiel einer solchen Erkrankung ist das Guillain-Barré-Syndrom.
  • Metabolische Faktoren:
    Hierbei handelt es sich um eine Störung des Stoffwechsels der entsprechenden Neuronen. Durch dieses Ungleichgewicht können die Nervenimpulse nicht mehr korrekt weitergeleitet werden, was dann zur Neuropathie führt. Auslöser hierfür können Erkrankungen wie Diabetes sein.
  • Toxische Faktoren:
    Hierbei handelt es sich um Faktoren von außen. Darunter fallen zum Beispiel verschiedene Medikamente oder Schwermetalle, die das Nervensystem schädigen können. Diese müssen in der Regel wieder aus dem Körper ausgeschwemmt werden, wobei hierfür verschiedene Therapien zur Verfügung stehen.

Welche Ursachen gibt es?

Die bereits beschrieben Ursachen stellen allerdings nur einen kleinen Teil der möglichen Verantwortlichen für eine Neuropathie dar.

Während die primären Neuropathien in der Regel durch einen Gendefekt ausgelöst werden, gibt es gerade für die sekundären Arten noch unzählige weitere mögliche Faktoren.

So können auch Benzole und Phenole als potenzieller Auslöser in Frage kommen. Des Weiteren stellt Alkohol wie Ethanol einen Faktor dar, der in keinem Fall unterschätzt werden darf. Auch in Folge einer Chemotherapie können Neuropathien verursacht werden. Letztlich stehen auch verschiedene Mathanole im Verdacht, Nervenerkrankungen dieser Art auszulösen.

Bei den metabolischen Ursachen stehen zudem Darmerkrankungen und Vitaminmangel ganz oben auf der Liste der Auslöser. Auch Leber– und Nierenleiden sowie Erkrankungen der Schilddrüse können eine Neuropathie verursachen. Letztlich ist auch Unterernährung ein möglicher Grund, warum es zu Störungen der Nervenbahnen kommen kann.

Im Übrigen muss erwähnt werden, dass Autoimmunerkrankungen und entzündliche Vorgänge nur schwer von einander getrennt werden können. Häufig ist es selbst für Fach-Neurologen kaum möglich, eine Abgrenzung zu schaffen, sodass erst langwierige und genaue Diagnoseprozesse eine Klärung bringen können.


Symptome & Anzeichen

Welche Anzeichen gibt es aber nun, dass ein Mensch unter einer Neuropathie leidet? Die Symptome können vielfältig sein und lassen sich oft auch mit anderen Erkrankungen erklären. Daher kann nicht in jedem Fall eine Abgrenzung mit hundertprozentiger Sicherheit geschaffen werden.

Allerdings kann am häufigsten ein Taubheitsgefühl beobachtet werden. Dieses tritt für gewöhnlich in den Extremitäten auf und breitet sich, bei entsprechenden Formen, in den restlichen Körper aus. Somit ist eine Lähmung in vielen Fällen die schwerste Form, die im ungünstigsten Fall auch zum Tode führen kann.

Der Exitus tritt vor allem dann ein, wenn sich die Lähmungserscheinungen auf die inneren Organe ausweiten und letztlich den Herzmuskel oder das Zwerchfell erreichen. Hierdurch setzt das Herz oder die Atmung aus, sodass fast augenblicklich der Tod eintritt. Allerdings können häufig Maßnahmen ergriffen werden, die einem solchen extremen Verlauf vorbeugen, sofern die Erkrankung früh genug erkannt wird.

Eine Neuropathie kann aber auch mit Schmerzen einhergehen. Hierbei entsteht ein Brennen in den Gliedmaßen, dass sich für gewöhnlich steigert und zu nur schwer erträglichen Schmerzen führt. Ist der gesamte Körper von der Neuropathie betroffen, kann im schwersten Fall eine Hyperalgesie auftreten. Hierbei wird das Nervensystem von Schmerzen geflutet, wobei auch keine Schmerzmittel mehr eine Linderung verschaffen können.

Weitere Symptome können sein:

  • motorische Ausfälle oder Tremor
  • Sehbeschwerden
  • Sprachstörungen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • unkontrolliertes Wasserlassen
  • Hörprobleme
  • Ausschlag auf der Haut (in der Regel bei Schwermetallintoxikation)

Es ist zu beachten, dass all diese Symptome auch durch andere Krankheiten oder harmlose Prozesse ausgelöst werden können. Daher sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden, wenn in diesem Punkt eine Unsicherheit besteht. Auch ein bestehendes bekanntes Grundleiden, kann unter Umständen zu einer Neuropathie führen.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf kann je nach Art der Neuropathie völlig unterschiedlich ausfallen. Daher kann im Grunde auch keine genaue Angabe gemacht werden, wann ein bestimmtes Stadium erreicht wird. Bei unterschiedlichen Patienten, bei den die Neuropathie die gleiche Ursache hat, kann diese dennoch einen völlig abweichenden Verlauf nehmen.

So kann eine einsetzende Lähmung bei manchen Betroffen innerhalb von wenigen Monaten den ganzen Körper betreffen. Bei anderen dauert es mehrere Jahre, bis sich diese über den Organismus ausgebreitet hat, obwohl die Ursachen die gleichen sind. Auch kann anhand der Abfolge der Symptome kein genauer Verlauf festgestellt werden.

Lediglich bei den einzelnen Syndromen wie zum Beispiel Guillain-Barré-Syndrom, kann aufgrund von Erfahrungswerten eine Vorhersage über den Verlauf und eine zukünftige Prognose abgegeben werden. Bei anderen Ursachen ist dies nur schwer möglich, wenngleich bei einer Schwermetallintoxikation oder einer Vergiftung mit bestimmten Substanzen, eine durchaus genaue Aussage über den Verlauf getroffen werden kann.

In den Grundzügen entwickelt sich eine Neuropathie wie folgt:

  • beginnendes Taubheitsgefühl in den unteren Extremitäten (vornehmlich in den Zehen)
  • Kribbeln oder Brennen im Körper
  • Seh- und Hör-Störungen
  • Allgemeine Missempfindungen oder beginnendes Taubheitsgefühl
  • motorische Störungen (nur in bestimmten Fällen
  • aufsteigende Auswirkungen der Parese spürbar

Ab diesem Punkt können verschiedene Beschwerden auftreten, wobei die schwersten Formen in einer vollständigen Lähmung enden. Auch Schmerzen können auftreten, wobei diese in unterschiedlichem Maße als schlimm empfunden werden.

Allerdings kann eine Neuropathie auch einen völlig atypischen Verlauf nehmen, sodass der hier genannte Ablauf in keinem Fall als Fahrplan anzusehen ist, an den man sich uneingeschränkt halten kann. Die Ursache der Neuropathie ist dabei für den Verlauf der entscheidende Faktor.

Die Diagnose

Da eine Neuropathie keinem gesetzmäßigen Muster folgt, ist auch eine Diagnose in der Regel nicht leicht zu stellen. Gerade bei den erblich bedingten Ursachen können nur aufwendige Gentests häufig für eine Klarheit sorgen. Andere Formen werden auf unterschiedliche Weise festgestellt.

Entzündlich bedingte Neuropathien können in der Regel über das große Blutbild erkannt werden. Liegt hier eine Erhöhung der Mylase und Amylase vor, so kann in der Regel ein unspezifisches Entzündungsbild festgestellt werden. Dieses kann mit entzündungshemmenden Mittel recht leicht behandelt werden, sofern die Grundursache bereits auskuriert wurde.

Toxische Neuropathien sind in der Regel schwerer zu erkennen, denn die zugrundeliegende Substanz muss erst identifiziert werden. Dies muss zeitnah geschehen, denn gerade bei nicht alltäglichen Chemikalien können die Auswirkungen erheblich sein. Ist die Substanz bekannt, kann aber recht schnell eine effektive Therapie eingeleitet werden.

Metabolische Ursachen werden ebenfalls über ein Blutbild sowie unter Umständen über eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit identifiziert. Allerdings werden solche Eingriffe nur dann durchgeführt, wenn ein konkreter Verdacht auf eine entsprechende Grundursache im Raum steht. In der Regel kann dann durch die Zuführung der fehlenden Stoffwechselprodukte eine Besserung erzielt werden.

Gerade bei den genetisch bedingten Neuropathien ist aber die Findung der Ursache häufig schwierig. So können nur langwierige Untersuchungsreihen Klarheit schaffen. Häufig muss eine Genanalyse als letzte Möglichkeit herangezogen werden, was im Besonderen dann geschieht, wenn es entsprechende Vorbelastungen in der Familiengeschichte gibt.

Ein Großteil der Neuropathien wird ohnehin im Auschlussverfahren erkannt. Sind alle anderen Möglichkeiten beiseitegeschoben, so bleibt nur noch eine primäre oder sekundäre Nervenerkrankung übrig. Ein Neurologe ist bei einem solchen Verdacht die erste Anlaufstelle. Allerdings sollte im Vorfeld immer ein Hausarzt aufgesucht werden, denn augenscheinliche Symptome können auch eine völlig andere und leicht zu behandelnde Ursache haben.


Häufigkeit & Diagnosedaten

In der Statistik klingt alles sehr einfach. Hier wurde festgestellt, dass etwas eine von 2.000 Personen von einer Neuropathie betroffen ist. Doch ist diese Zahl mehr als Irreführend, denn Sie erfasst nur die Symptomatiken, die aufgrund einer genetischen Erkrankung vorhanden sind.

Die Dunkelziffer der Neuropathien liegt also viel höher, wenn man bedenkt, dass auch zeitweise auftretende Störungen, durchaus in den Bereich der Neuropathie fallen können. Ein etwaiger Empfindungsverlust durch die Einnahme von Medikamenten ist genauso als Neuropathie zu bezeichnen, nur dass diese in der Regel keinen permanenten Verlauf nimmt.

Allerdings zeigt sich in solchen Fällen meist eine Überempfindlichkeit gegen ein bestimmtes Präparat, sodass ein entsprechender Allergietest nicht schaden kann. Auch andere alltägliche Stoffe können zu zeitweisen Neuropathien führen, ohne das sich der Betroffen darüber wirklich im Klaren ist.

Dieser Umstand zeigt deutlich:

  • 1. Viele Symptome werden nicht als Neuropathie erkannt
  • 2. Es sind noch lange nicht alle Ursachen für Neuropathie geklärt
  • 3. Die ungeklärten Faktoren sind nicht in die Statistik einbezogen

Eine korrekte Statistik würde also wesentlich anders ausfallen, als die derzeit kursierenden Daten. Dabei kann davon ausgegangen das bis zu 60 Prozent der Weltbevölkerung zeitweise unter einer Neuropathie leiden, wenngleich diese auch nicht als solche diagnostiziert wird. Dieser Umstand klingt beängstigend, ist aber an sich betrachtet nicht wirklich schwerwiegend.

Die meisten zeitweisen Neuropathien klingen schon nach Minuten oder Stunden wieder ab und hinterlassen keinerlei Spätfolgen. Von daher ist auch eine Behandlung nicht erforderlich, denn Sie treten für gewöhnlich nicht mehr auf, wenn man sich den auslösenden Faktoren entzieht. Ab selbst bei den schwerwiegenden Formen sind die offiziellen Angaben nicht wirklich korrekt.

So bleiben viele Neuropathien unentdeckt, denn die behandelnden Ärzte stellen entweder eine falsche Diagnose oder die Krankheit wird mittels eine Präparates behandelt, ohne das die eigentliche Grundursache tatsächlich erkannt wurde. So kann davon ausgegangen werden, dass die wirkliche Anzahl an Neuropathien deutlich höher liegt und das auch unzählige Menschen, ohne weitere Beeinträchtigungen, mit einer solchen leben, da sie auf bestimmte Medikamente eingestellt wurden.


Komplikationen bei der Krankheit

Komplikationen bei dieser Krankheit sind vielfältig und können ungeahnte Formen annehmen. Es ist müßig alle zu beschreiben und diese genau aufzuführen, denn viel greifen ineinander über und bedingen sich sogar gegenseitig. Am häufigsten treten aber Schmerzen in Form eines Brennens auf.

Auch Sehstörungen sind eine offensichtliche Komplikation, von welcher sehr viele Menschen betroffen sind. Allerdings können nicht nur die Störungen durch die Krankheit selbst zu Schwierigkeiten im Alltag führen. Die darauf aufbauenden Auswirkungen auf das Leben sind meist viel beträchtlicher.

Aufgrund von Missempfindungen oder Sehstörungen kann auch der Führerschein entzogen werden. Dieser bedeutet für viele Menschen aber überhaupt die Berufsfähigkeit, sodass beim Entzug aufgrund der Erkrankung, wirtschaftliche Probleme keine Seltenheit sind. Auch die Behandlungsmethoden selbst können zu Komplikationen führen.

So sind die Nebenwirkungen mancher Medikamente häufig schwerwiegender als die eigentlichen Symptome. Erst im Laufe der Zeit stellt sich der Körper darauf ein, sodass diese dann meist wieder abklingen. Besonders bei toxischen Ursachen ist die Entgiftung häufig sehr hart und Spätfolgen für den Organismus können nicht ausgeschlossen werden.

Metabolische Behandlungen können den Stoffwechsel zusätzlich stören und zu Verdauungsproblemen, Nervosität und Schlaflosigkeit führen. Daher sollte immer eine umfassende Analyse im Raum stehen, bevor solche Mittel zur Linderung der Beschwerden verschrieben werden.

Bei genetischen Ursachen ist in der Regel eine Dauerbehandlung erforderlich. Diese kann je nach Art der Erkrankung sehr in den Alltag eingreifen und zu einer Belastung werden. So können Dialysen bei Nierenleiden mehrmals die Woche erforderlich werden, was dann ein Umstellen der Gewohnheiten auf diesen Rhythmus erfordert.

Auch können bestimmte Krankheiten nicht gestoppt aber unter Kontrolle gehalten werden. Die dafür erforderlichen Medikamente können zusätzliche Beschwerden auslösen, sodass hier nicht immer eine vollständige Linderung der Beschwerden im Raum steht.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Frage, wann genau ein Arzt aufgesucht werden sollte, ist nicht all zu leicht zu beantworten. In der Regel empfiehlt es sich, die Beschwerden abzuklären, wenn die bestehenden Symptome länger als drei Tage anhalten. Allerdings kann es sich selbst dann immer noch um eine Krankheit handeln, die sehr leicht zu behandeln ist.

Eine Abklärung ist in jedem Fall dann erforderlich, wenn ein Taubheitsgefühl in den Füßen besteht, welches sich nicht bessert und scheinbar sogar zunimmt und aufsteigt. Dies ist wohl das deutlichste Zeichen für eine Neuropathie und muss unbedingt medizinisch untersucht werden.

Auch bei einem anhaltenden Brennen und Kribbeln im Körper sollte eine neuropathische Ursache nicht ausgeschlossen werden. Häufig kann schon ein einfaches Blutbild eine Abklärung schaffen, denn viele Neuropathien werden durch entzündliche Prozesse und Infektionen hervorgerufen.

Ein Arztbesuch ist in jedem Fall bei den folgenden anhaltenden Symptomen erforderlich:

  • anhaltende Seh- und Hörstörungen
  • dauerhafte leichte mit mittelschwere Kopfschmerzen
  • sensorische und motorische Störungen
  • völlige Empfindungslosigkeit
  • Koordinationsprobleme der Extremitäten

Allerdings sollte auch in diesen Punkten nicht der schlimmste Fall angenommen werden. Eine medizinische Abklärung ist aber unumgänglich, denn diese Einschränkungen greifen bereits Extrem in das Leben ein und können auch für andere ungeahnte Folgen haben wie etwa im Straßenverkehr.


Behandlungsmethoden & Therapie

Es gibt, dies muss hier klar gesagt werden, keine standardisierte Therapie bei einer Neuropathie. Die Behandlungsmethode wird sich immer nach der Ursache richten, die es im Vorfeld abzuklären gilt. Allerdings kann ein grober Abriss der bekannten Behandlungsmöglichkeiten geboten werden, wobei die tatsächlichen Schritte häufig sehr viel detailreicher sind und ein gewisses medizinisches Fachwissen bedingen.

Sollte die Neuropathie durch eine Autoimmunerkrankung ausgelöst werden, so werden in der Regel Immunsuppressiva verschrieben. Hierbei ist oft Cortison die erste Wahl, wenngleich bei anderen Erkrankungen wie Guillain-Barré auch Immunglobulin und Plasmapherese zum Einsatz kommt. Hierbei handelt es sich um Alternativen zu immununterdrückenden Mitteln wie Azathioprin.

Sollte die neuropathische Ursache in einer Diabetes zu suchen sein, das steht an erster Stelle natürlich Insulin, wobei auch eine gesunde Lebensführung nicht außer Acht gelassen werden darf. Eine Gewichtsreduktion sowie eine ausgewogene Ernährung sind dabei Pflicht, um einem erneuten Auftreten der Neuropathie Einhalt zu gebieten.

Bei Vergiftungen mit Schwermetallen kommt in erster Linie die Chelattherapie zum Einsatz. Diese wirkt, indem sich ein anderes Element an das Schwermetall bindet und dieses aus dem Körper ausschwemmt. Bei alkoholbedingten Neuropathien stehen ein Entzug und eine strikte Abstinenz auf dem Plan. Zudem muss Vitamin B1 verabreicht werden, um den Stoffwechsel des Körpers wieder in Funktion zu bringen.

Genetische Erkrankungen werden häufig in dem Maße behandelt, dass nur die zugrundliegenden Symptome abgeschwächt oder beseitigt werden. Im Rahmen der experimentellen Gentherapie werden auch Methoden erforscht, Erbkrankheiten komplett zu kurieren. Derartige Verfahren können bisher aber noch nicht den entsprechenden Erfolg erzielen.

Entzündlich bedingte Neuropathien werden mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt. Ist die Entzündung beseitigt, so kann der Körper in der Regel auch die Grundursache selbst bekämpfen, was, wie bereits erwähnt, häufig eine Infektion ist. Nur in bestimmten Fällen, bei denen eine chronische Entzündung vorliegt, muss der Patient auf eine Dauermedikation eingestellt werden.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es ist klar zu sagen, dass es gegen eine Neuropathie keine Vorbeugung oder Impfung gibt.

Bei toxischen Ursachen kann lediglich der Giftstoff gemieden werden, der die Neuropathie auslöst. Sollte diese aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen eine bestimmte Chemikalie auftreten, dann sollte diese aus dem Haushalt entfern werden. Für die Arbeit kann von einem zugelassenen Arzt ein entsprechendes Attest ausgestellt werden.

Gegen die Infektionen helfen die üblichen Mittel wie ein gesunder Lebensstil, ausreichende Zufuhr von Vitaminen und bei grassierenden Krankheiten ein gesundes Maß an Hygiene.

Darüber hinaus kann es sinnvoll sein sich mittels diverser Hausmittel ein starkes Immunsystem zu verschaffen.

Sowohl gegen stoffwechselbedingte Neuropathien als auch gegen Autoimmunreaktionen gibt es weder eine Vorbeugung noch eine Impfung. Das Gleiche trifft auch auf alle Erbfaktoren zu. Hier kann stets nur die Hoffnung auf eine Heilung im Raum stehen, wenn etwa die medizinische Forschung entsprechende Mittel entwickelt. Es gibt schlicht keinen Weg, sich vor diesen Auslösern vorbeugend zu schützen. Die entsprechenden Maßnahmen zur Linderung können dann nur im Rahmen einer Therapie in die Wege geleitet werden.

Übrigens kann einer Diabetes sehr wohl vorgebeugt werden. Hier gilt es, massives Übergewicht zu vermeiden und den Körper ausgewogen mit Nährstoffen zu versorgen. Zudem sollte kein übermäßiger Verzehr von Zucker im Raum stehen. Viel gesundes Gemüse kann hier eine Prophylaxe schaffen, die einen vor solchen Beschwerden bewahrt.


Prognose zur Heilung

Eine wirkliche Heilungschance besteht bei einer Neuropathie nur in bestimmten Fällen.

Sollte diese eine toxische Indikation aufweisen, so kann der Körper von der Fremden Substanz gereinigt werden. Nach dem diese ausgeschwemmt wurde, sollten alle Symptome in der Regel verschwinden und bei leichten bis mittelschweren Vergiftungen bleibt auch kein langfristiger Schaden zurück.

Auch bei entzündlichen Neuropathien ist die Heilungschance als sehr gut zu betrachten. Hier muss lediglich die Grundursache beseitigt werden. Ist die Krankheit auskuriert, so kann ein entzündungshemmendes Mittel gegeben werden, welches die neuropathischen Ausfälle langsam wieder aufhebt. Allerdings kann dieser Prozess eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Auch können bei schweren Formen dauerhafte Schäden zurückbleiben.

Stoffwechselbedingte Neuropathien lassen sich durch die Gabe entsprechender Medikamente sehr gut in den Griff bekommen. Kann der Stoffwechsel gar vollständig wieder ausgeglichen werden, so verschwinden die Symptome in der Regel vollständig. Bei neuralen Stoffwechselproblemen sollte aber ein genau abgestimmtes Medikament herangezogen werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Bei Autoimmunerkrankungen sind die Erfolgsaussichten allerdings nicht ganz so gut. Bis auf einige wenige sehr gut behandelbare Ursachen können die notwendigen Immunsuppressiva durchaus zu weiteren Nebenwirkungen führen. Zudem sei bedacht, dass sich eine solche Erkrankung nur unter Kontrolle halten lässt. Eine wirkliche Heilmethode existiert für viele Autoimmun-Syndrome noch nicht.

Gleichwohl verhält es sich auch mit den genetischen Faktoren die zu einer Neuropathie führen nicht anders. Auch hier können nur die Symptome behandelt werden – der Prozess selbst ist für gewöhnlich nicht therapierbar. Dies bedeutet, dass der Verlauf einer solchen Krankheit nur verlangsamt werden kann. Eine Heilung wie etwa durch verschiedene noch experimentelle Gentherapien, ist noch nicht in Sicht.

Im Übrigen kann auch eine gesunde Lebensweise niemals abträglich sein. Hierdurch lassen sich die Auswirkungen so mancher Symptome deutlich reduzieren und auch das allgemeine Wohlbefinden stärken. Daher kann es nicht schaden, wenn bei einer diagnostizierten chronischen Neuropathie in Folge einer Krankheit, auch der gesamte Lebenswandel entsprechend umgestellt wird. Zudem sollte unbedingt das Rauchen aufgegeben werden.


Neuropathien im Alltag

Doch wie zeigt sich eine Neuropathie eigentlich im Alltag und sind alle Ausfälle gleich entsprechend zu behandeln?

Die meisten Neuropathien sind harmlos, was sich schon daran zeigt, dass viele Menschen darunter leiden, ohne es eigentlich zu merken. Denn Neuropathien kommen öfter vor, als so mancher es vermuten mag. Wer morgens nach dem Aufwachen unter tauben Gliedern leidet und erst eine gewisse Anlaufphase benötigt, um wieder alles richtig zu fühlen, hat ebenfalls eine kurzzeitige Neuropathie erfahren.

Diese wird nicht durch einen schwerwiegenden Defekt ausgelöst, sondern eher durch eine ungünstige Lage, bei welcher die Nerven gequetscht werden. Allerdings handelt es sich definitionsgemäß auch dann um einen neuropathischen Ausfall. Dieser muss aber nicht behandelt werden und bedingt auch nicht das Aufsuchen eines Arztes, eher den Kauf einer neuen Matratze.

Im Übrigen sind Neuropathien in der Gesellschaft eher ein kaum angesprochenes Thema. Es werden eher die zugrundliegenden Krankheiten beachtet, was an sich auch nicht verkehrt ist. Allerdings werden die mit ihnen einhergehenden neurologischen Ausfälle häufig tabuisiert, da viele Menschen diese immer noch als ein „gestört sein“ empfinden.

Der eigentliche dahinterstehende Aspekt der physischen Ursache wird dabei kaum betrachtet und erst nach umfangreichen Erklärungen können die Betroffen ihre Situation anderen verdeutlichen. Dies bedeutet wiederum, dass hier dringend eine gewisse Aufklärungsarbeit von Nöten ist, denn der mentale Leidensdruck darf in keinem Fall unterschätzt werden.

Mentale Auswirkungen

Die mentalen Auswirkungen einer Neuropathie können je nach Schweregrad erheblich sein. Besonders bei schmerzhaften Neuropathien sind die Betroffenen oft in einem Strudel gefangen, der vom Zurückziehen von der Umwelt bis hin zu Depressionen führen kann. In besonders schweren Fällen sind auch Suizidgedanken keine Seltenheit.

Gerade in diesen Fällen kann den Betroffenen nur durch eine Therapie geholfen werden. Psychologen können dabei die erste Anlaufstelle sein, um den Leidensdruck zu lindern und ein Umgehen mit der Erkrankung zu ermöglichen. Auch eine gezielte Schmerztherapie ist von maßgeblicher Bedeutung, denn nur so lassen sich die wesentlichen leiden Lindern, die auch schwere psychische Auswirkungen haben.

Selbsthilfegruppen

Eine weitere Möglichkeit ist das Aufsuchen von Selbsthilfegruppen. In diesen können sich Betroffene mit anderen Erkrankten austauschen und sich über ihre Situation besser im klaren werden. Dabei sollte beachtet werden, dass die meisten Gruppen nach Krankheiten eingeteilt sind, sodass sich diese im Besonderen mit den Auswirkungen von entsprechenden Syndromen befassen.

Wichtig ist es, ein tiefes Bewusstsein für die Leiden dieser schwer betroffenen Menschen zu schaffen. Unverständnis kann schnell zu weiteren mentalen Problemen führen, was dann nicht selten zu einer schweren persönlichen Krise führt. Besonders in der Familie muss dem Erkrankten Unterstützung zu Teil werden, ohne das diese aber in übermäßigem Mitleid ausartet.


Alternative Behandlungsmethoden

Auch die Alternative Medizin kennt eine Menge an Ansatzpunkten, wie man einer Neuropathie begegnen kann. Wenn gleich auch viele dieser Konzepte keine Indikationen besitzen, so können sie doch bei jedem Einzelnen unterschiedliche Auswirkungen und Besserungen bringen.

Im besonderen Maße ist an dieser Stelle die Akupunktur zu erwähnen. Sie kann die Schmerzen und das Brennen lindern und ein Taubheitsgefühl in den Gliedern beseitigen, wenn Sie denn richtig angewendet wird.

Besonders diverse Knotenpunkte am Ohr sollen eine sehr gute Wirkung bei Lähmungserscheinungen zeigen und die Energiemeridiane von Blockaden befreien. Allerdings gibt es auch viele Stellen am Oberkörper und im Bereich des Bauches, die eine ähnliche Wirkung erzielen und zugleich bestehende Schmerzen lindern.

Ein Geheimtipp ist dabei die koreanische Handakupunktur, welche sehr viel sensibler ist, als die chinesische Methode. Hierdurch können Blockaden noch besser gelöst werden. Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass der Prozess auch deutlich länger dauert, denn das Setzen der Nadeln erfordert weitaus mehr Geschick.

Auch Reflexzonentherapien und die Reinigung des Körpers von Schadstoffen können positive Auswirkungen haben. Allerdings sollten derartige Praktiken immer unter Kontrolle von versierten Heilpraktikern durchgeführt werden. Nur so kann eine Wirkung ohne Nebenwirkung gesichert werden.

Welche Hausmittel können helfen?

Als bisher einziges bekanntes Hausmittel gegen Neuropathie ist das Mutterkraut bekannt. Diese Pflanze schafft schon seit Jahrhunderten Abhilfe gegen Migräne und kann auch bei Neuropathien gute Dienste erweisen. Ihre besonderen Inhaltsstoffe können die Leiden lindern und bei manchen Formen sogar für eine Heilung sorgen, wenn man dem Volksmund vollständig glauben schenken will. Denn dieser spricht nicht von Neuropathien, sondern kennt andere Bezeichnungen für die entsprechenden Symptome.

Das Grundprinzip aller bisherigen konventionellen Heilmittel besteht darin, den Auslöser derselben zu beseitigen. Dieser Ansatz ist an sich natürlich richtig, birgt aber auch diverse Probleme. Denn letztlich ist nicht gesagt, dass bei einem Abheilen der eigentlichen Erkrankungen auch die Schädigung der Nerven wieder rückgängig gemacht werden kann.

Genau hier setzt das Mutterkraut an, denn ihre Inhaltsstoffe sollen die recht langsame Nervenheilung fördern und für eine schnellere Regeneration der betroffenen Areale sorgen. So ist es nicht verwunderlich, dass ihr Einsatz als Migränemittel, schon seit Jahrhunderten bekannt ist. Dabei zeigt das Mittel bereits gute Wirkung.

Mäuse, deren Gliedmaßen durch einen Schaden am Ischiasnerv gelähmt waren, konnten bereits nach einer Woche wieder ihre Zehen bewegen. Verantwortlich dafür zeichnen die Parthenolide. Allerdings handelt es sich bei diesen Testergebnissen um klinische Untersuchungen.

Das reine Kraut kann vermutlich etwas gegen die Beschwerden helfen, wird aber in keinem Maße jene Wirkung erzielen, wie das Konzentrat, welches die Wissenschaftler hergestellt haben. Dennoch kann Mutterkraut eine gute Möglichkeit sein, bei leichten Neuropathien Linderung zu verschaffen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Unter die Rubrik der Heilkräuter fällt der Goldmohn. Diese Pflanze wird schon seit vielen Jahrhunderten verwendet, um nervöse Unruhe und Schmerzen zu behandeln. Dabei soll das Kraut auch gegen Neuropathien helfen.

Durch die Beruhigung des Zentralen Nervensystems sollen auch etwaige Schmerzen gelindert werden können. Daher können leichte Neuropathien mit diesem Mittel durchaus bekämpft werden. Zur Behandlung werden lediglich das obere Grün und der Pflanzensaft genutzt.

Gerade letzterer birgt die höchsten Potenzen an heilenden Stoffen, sodass er in der volkstümlichen Medizin häufig ausgepresst und veredelt wird. Schon kleinste Mengen sollen dabei die Symptome der Neuropathien spürbar lindern. Auch gegen Schlafstörungen kann der Goldmohn Abhilfe schaffen, was zugleich eine zusätzliche Entspannung für den Organismus schafft.

Des Weiteren wird Goldmohn auch gegen depressive Verstimmungen angewendet – ein häufiger Umstand bei Menschen, die unter stark ausgeprägten Neuropathien leiden. Daher kann es sinnvoll sein, den Saft der Pflanze bei besonders schweren Schüben zu sich zu nehmen, um zumindest die Gemütsstimmung zu verbessern. Dies gibt dem Immunsystem die Kraft, das Nervensystem zu regenerieren.

Goldmohn-Stechbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Eschscholzia californica Cham
  • Familie: Mohngewächse = Papaveraceae
  • Verwendete Teile: blühendes Kraut und der Saft
  • Zeit für die Ernte: Juni-Oktober
  • Nicht anzuwenden bei/in: Schwangerschaft und Stillzeit

Ätherische Öle

Myrre-Öl

Ein bekanntes aus dem arabischen Ländern stammendes Öl gegen Neuropathien ist die Myrre. Das aus ihr gewonnene Öl wird auf die Haut aufgetragen und soll sowohl den Schmerz lindern als auch die Regeneration der Nervenbahnen fördern. Dabei werden der Myrre verschiedene Effekte auf den Organismus nachgesagt.

So soll das Öl in erster Linie beruhigend wirken und somit für einen geistig ausgeglichenen Zustand sorgen. Zudem entspannen die Öle das vegetative Nervensystem und somit genau den Bereich, der für innere Anspannung und häufige Darmprobleme verantwortlich ist. Letztere stellen in vielen Fällen auch eine Ursache für Neuropathien dar.

Das Öl wird am besten direkt auf die Haut aufgetragen. Um die Wirkung zu steigern kann auch eine Kompresse aus Baumwolle damit getränkt werden. Die von dieser langsam aufsteigenden Dämpfe geraten auch über die Atemwege in den Körper und können so auf zweierlei Wegen behilflich sein. Die Kompressen sollten allerdings vor dem Schlafen entfernt werden, denn trotz der beruhigenden Wirkung des Öls, wird der Geruch von vielen Menschen gerade in der Nacht störend empfunden.

Weihrauch-Öl

Weihrauch ist ebenfalls eine Pflanze, die gegen Neuropathien behilflich sein kann. Das ätherische Öl aus dem echten Weihrauch regt das Immunsystem an und erzeugt auf der Haut zudem eine angenehme Wärme. Diese entspannt die Muskulatur und löst für gewöhnlich auch Schmerzen.

Das Öl wird vor allem im Nahen und Fernen Osten genutzt. Es wird pur auf die Haut aufgetragen, bis es komplett eingezogen ist. Die Behandlung kann mehrfach am Tag wiederholt werden. Auch hier soll sich eine Wirkung auf das vegetative Nervensystem zeigen, was ebenfalls einen beruhigenden und entspannenden Effekt mit sich bringt.

Hierzulande ist das Öl nur schwer zu bekommen. Allerdings kann man es häufig in alternativen Apotheken und Reformhäusern finden. Dabei sollte man schon ein wenig mehr Geld einplanen, denn die Pflanze hat bis heute nicht von ihrem Wert verloren, sodass der Weihrauch und auch sein Öl in der Anschaffung recht kostspielig sein können.

Homöopathie & Globuli

In der Homöopathie werden vor allem drei Substanzen für die Behandlung von Neuropathien verwendet.

Cina

Cina wird vor allem bei Krämpfen und Nervosität eingesetzt, was bereits auf eine Wirkung auf das vegetative Nervensystem verweist. In der Umgangssprache kommt auch häufig der Ausspruch Zwitterblüte vor. Das Mittel wird selten eingesetzt, hat sich aber bei Neuropathien bewährt und wird in den Potenzen D3 bis D12 verabreicht.

Cypripedium pubescens

Cypripedium pubescens – der breiten Mehrheit eher als der Frauenschuh bekannt – ist ein Mittel welches bei Schlaflosigkeit, Zahnungsbeschwerden und Nervosität verabreicht wird. Es hat auch eine Wirkung auf das periphere Nervensystem, sodass sich besonders gut beginnende Neuropathien mit ihm behandeln lassen sollen. Auch dieses Präparat kommt eher selten im Alltag eines Homöopathen zum Einsatz. Wird es dennoch verordnet, so werden die Potenzen D2 bis D12 in der Mehrheit zum Einsatz gebracht.

Natrium carbonicum

Bei Natrium carbonicum handelt es sich eigentlich um Soda. In der Homöopathie kommt es ansonsten nur vereinzelt zum Einsatz. Dieses Mittel wirkt aber gezielt gegen Neuropathien und den dabei auftretenden Kopfschmerzen. Zudem kann es auch Menschen helfen, die unter starker Wetterfühligkeit leiden. Das Präparat ist sehr stark und wird meist nur in den Potenzen D3 bis D6 verabreicht.

Es muss unbedingt bedacht werden, dass all diese Präparate auch als eine Kombination verordnet werden können. Hierzu ist es zu empfehlen, einen ausgebildeten Homöopathen zu konsultieren. Nur dieser kann anhand der Beschwerden die korrekte Zusammenstellung finden. Da, wie in der Homöopathie üblich, alle Mittel ohne Indikation sind, kann für einen Erfolg nicht garantiert werden.

Schüssler-Salze

Auch unter den Schüssller-Salzen finden sich einige Präparate, die bei Neuropathien angewendet werden können.

Nr.5 Kalium phosphoricum & Nr.7 Magnesium phosphoricum

Die beiden Salze werden am häufigsten bei Neuropathie verwendet. So sollten am ersten Tag der Anwendung jeweils zwei Tabletten im Wechsel eingenommen werden. Diese müssen nicht geschluckt werden, sondern man lässt sie einfach auf der Zunge zergehen, denn die Schüssler-Salze werden sofort durch die Mundschleimhaut absorbiert.

Später können diese Tabletten bis zu 5 oder 6 Mal täglich eingenommen werden. Dabei kann es sich empfehlen, die Salze in einer Tasse heißem Wasser aufzulösen. Die Präparate können auch als Salbe zur äußerlichen Anwendung genutzt werden, wenngleich den Tabletten eine deutlich höhere Wirksamkeit zugeschrieben wird.

Das Schüssler-Salz Nr. 3 kann gegen sich verschlimmernde Schmerzen bei Bewegung genutzt werden. Hier empfiehlt es sich, die Tabletten 3 bis 5 Mal am Tag einzunehmen, wobei dieses Salz auch sehr gut als Salbe eingesetzt werden kann. Das Gleiche gilt auch für Schüssler-Salz Nr. 2, welches in der Regel bei einem Taubheitsgefühl Anwendung findet.

Sollten Lähmungen auftreten oder sich ein Schwindelgefühl zeigen, dann können die Salze Nr. 5; Nr. 8 und Nr. 11 verstärkt auftreten. Hier empfiehlt es sich immer, diese Präparate als Tablette im oben genannten Turnus einzunehmen.

Anders als bei anderen alternativen Konzepten sind die Schüssler-Salze weitgehend erprobt. Ihre Wirkung kann anhand von Studien belegt werden, wenngleich es auch auf den Organismus ankommt, in welchem Maße sich positive Effekte zeigen. Daher sollte man sich im Vorfeld unbedingt von einem ausgebildeten Heilpraktiker beraten lassen.

Diät & Ernährung

Diäten führen bei einer Neuropathie nicht zwangsläufig zum Erfolg. Allerdings kann eine Vegane Ernährung durchaus Vorteile bringen. So zeigte sich bereits, dass Veganer ein deutlich geringeres Risiko haben, an Neuropathien zu erkranken.

Der Grund hierfür liegt wahrscheinlich darin begründet, dass durch die rein pflanzliche Ernährung weniger freie Radikale im Organismus gebildet werden. Diese sind es, die die Zellen angreifen und für eine Zerstörung der schützenden Membranen sorgen. Somit kann eine vegane Lebensweise auch die Lebenserwartung allgemein deutlich erhöhen.

Wer bereits unter einer Neuropathie leidet, kann mit dieser Umstellung seinem Körper aber etwas gutes tun. Besonders bei Formen, die sich kurieren lassen, kann die Nervenregeneration deutlich gefördert werden. Zudem arbeitet der Stoffwechsel deutlich ausgewogener, was meist schon einer weiteren Neuropathie bedingt durch eine Stoffwechselerkrankung oder Diabetes vorbeugt.

Wer sich nicht sofort auf vegan umstellen kann, der sollte zuerst eine vegetarische Lebensweise anstreben. Bereits ein Verzicht auf viele Fleischprodukte kann das allgemeine Wohlbefinden deutlich verbessern und dem Körper mehr Kraft geben und das Immunsystem stärken. Allerdings sollte all dies nicht zu abrupt erfolgen.

Es kann durchaus empfehlenswert sein, sich vorher in die Hände eines Ernährungsberaters zu begeben, mit dem alle eventuellen Risiken abgesprochen werden können. Auf diese Weise kann auch im Raum stehenden Mangelerscheinungen konsequent vorgebeugt werden.


FAQ – Fragen & Antworten

Wie störend kann sich eine Neuropathie auf meinen Alltag auswirken?

Dies hängt einzig und allein von der Schwere der Neuropathie ab. Leichte Formen die eine chronische Ursache haben beeinträchtigen den Alltag kaum. Lediglich ein kribbelndes Gefühl kann im Laufe der Zeit sehr störend wirken.

Schwere Formen können allerdings das Leben durchaus massiv beeinflussen. Besonders dann wenn ständige Schmerzen wie ein brennen im Raum stehen, ist an einen normalen Alltag oft nicht zu denken. Hier müssen dann Abhilfen in Form von Schmerztherapien oder alternativen Heilkonzepten herangezogen werden.

Gibt es Anzeichen, an denen ich eine genetisch bedingte Neuropathie erkenne?

Leider muss diese Frage mit einem Nein beantwortet werden. Eine Neuropathie zeigt sich immer in den gleichen Formen, wenn auch nicht mit dem selben Ablauf. Anhand dieser Symptome auf die Art, der zugrundliegenden Erkrankung schließen zu können ist leider nicht möglich.

Nur entsprechende Tests können eine genaue Abklärung schaffen. Daher empfiehlt es sich, bei anhaltenden Beschwerden schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann die entsprechenden Überweisungen ausstellen, um die jeweilige Ursache genau zu ermitteln.

Wie erfahre ich, ob ich zu einer Risikogruppe gehöre?

Eine direkte Einteilung in Risikogruppen kann nicht vorgenommen werden. Wer allerdings an starkem Übergewicht leidet, kann durchaus auf eine Diabetes zusteuern, was ein häufiger Grund für Neuropathien ist. Auch Menschen die von Berufswegen mit Schwermetallen hantieren, haben ein deutliches erhöhtes Risiko, sich einer entsprechenden Vergiftung mit anschließender Neuropathie zuzuziehen.

Bei entzündlichen Prozessen gibt es in der Regel keine Vorwarnung, denn viele Krankheiten können zu einem Ausbruch der Neuropathie führen. Hier hängt es einfach davon ab, ob ein Nerv geschädigt wurde oder nicht. Meist klärt sich dies aber erst dann, wenn die entsprechenden Symptome auftreten.

Genetische Ursachen lassen sich dadurch eingrenzen, dass in der Familie eventuell bereits Fälle von entsprechenden Krankheiten aufgetreten sind. Hierzu kann es sinnvoll sein, die Verwandten und Eltern zu befragen.

Wann kann mit einer Heilung erblich bedingter Neuropathien gerechnet werden?

Diese Frage ist nicht genau zu beantworten. Es wird angenommen, dass durch experimentelle Gentherapien Erfolge in den nächsten Jahren erzielt werden können. Allerdings stecken viele der Projekte noch in den Kinderschuhen, sodass sich bei so mancher Krankheit, erst in Jahrzehnten echte Ergebnisse zeigen werden.

Welcher Facharzt ist für meine Neuropathie der richtige?

Auch diese Frage kann nicht grundsätzlich beantwortet werden. Der erste Weg führt aber immer zum Hausarzt, der eine entsprechende Überweisung zum Neurologen erteilt. Dieser kann wiederum an den Immunologen, den Nefrologen oder jeden anderen Facharzt überweisen, sofern die Ursache der Neuropathie näher eingegrenzt werden kann. Letztlich sollte man sich aber vor jeder Überweisung grundsätzlich ausführlich beraten lassen.

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