Home » Wirkstoffe » ACE-Hemmer

ACE-Hemmer

by Danaae

Schmerztabletten, Nervenschmerzen medikamentösen Analgesie, ACE-Hemmer

Die meisten Menschen haben wohl schon einmal von den sogenannten ace-Hemmern gehört, denn diese zählen zu den umsatzstärksten Arzneimittelgruppen Deutschlands. Zu den Anwendungsgebieten von ace-hemmenden Medikamenten wie Ramipril, Captopril und Lisinopril zählen vor allem Bluthochdruck und Herzschwäche.

Wie ace-Hemmer genau wirken, wann sie eingesetzt werden, welche Risiken es gibt und was für Alternativen zur Verfügung stehen, erfahren Sie nachfolgen.

Was sind ace-Hemmer?

ace-Hemmer sind Medikamente, welche – meist in Form von Tabletten – bei Bluthochdruck oder Herzschwäche verabreicht werden. ace steht dabei für Angiotensin-Converting-Enzyme, ein Enzym, welches eine essenzielle Rolle bei der Regulation des Blutdrucks spielt.

Diese Medikamente hemmen die Freisetzung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin, welche blutdrucksteigernde Effekte haben. Dadurch kommt es zu einer Erweiterung der Gefäße und zu einer Verringerung des Blutvolumens. Das senkt wiederum den Widerstand in den Blutgefäßen und somit auch den Blutdruck.

Jararaca-Lanzenotter, Schlange, Gift, ACE-Hemmer, Angiotensin

Jararaca-Lanzenotter Giftschlange – Fernando Tatagiba, Jararaca, CC BY 3.0

Zu den wichtigsten Vertreten dieser Wirkstoffgruppe zählen Ramipril, Captopril, Lisinopril, Enalapril und Perindopril.

Mittel, welche das Angiotensin-konvertierende Enzym hemmen, wurden zu Beginn in Schlangengift gefunden. Bestimmte Schlangen wie die Jararaca-Lanzenotter setzen die Wirkstoffe ein, um den Blutdruck ihrer Beute so stark zu senken, bis diese bewusstlos werden.

Acht Jahre nach der Entdeckung des natürlichen ACEs im Schlangengift wurde der erste synthetische ace-Hemmer, das Präparat Captopril, hergestellt. Seither kamen viele weitere Hemmstoffe des Angiotensin-konvertierenden Enzyms auf den Markt, welche tagtäglich zahlreiche Menschen vor den Gefahren von kardiovaskulären Erkrankungen schützen.


Einsatzgebiete (Indikationen)

Wann werden ace-Hemmer eingesetzt?

Das Haupteinsatzgebiet von ace-Hemmern ist Bluthochdruck (arterielle Hypertonie). Hierbei gelten Wirkstoffe aus der Gruppe der ace-Hemmer zusammen mit Sartanen (AT1-Antagonisten) als Mittel der ersten Wahl. Hemmstoffe des Angiotensin-konvertierenden Enzyms können dafür alleine, also als Monotherapie, oder aber in Kombination mit anderen Medikamenten (z. B. Calciumantagonisten oder Diuretika) eingesetzt werden.

Eine ebenfalls wichtige Indikation ist die chronische Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt. Studien belegen, dass ace-Hemmer bei Herzschwäche lebensverlängernd wirken. Es wird vermutet, dass das Herz bei der Einnahme dieser Arzneimittel durch die Verminderung von Angiotensin II entlastet wird.

Darüber hinaus kommen die Medikamente auch bei Herzmuskelentzündungen (Myokarditis) sowie nach einem Herzinfarkt zum Einsatz.

Einen weiteren Grund für die Einnahme von ace-Hemmern stellt ferner die diabetische Nephropathie (Nierenerkrankung aufgrund von Diabetes) dar.

Indikationen (Einsatzgebiete) von ACE-Hemmern sind:

Krankheiten Arterielle Hypertonie Hausmittel gegen Bluthochdruck Blutdruckmessgerät Celebrex 200mg Mikroalbumin / Creatinin Quotient

Bluthochdruck zählt zu den wichtigsten Anwendungsgebieten von ACE-Hemmern

ACE-Hemmer bei Bluthochdruck

Unbehandelt kann Bluthochdruck das Herz, die Nieren und / oder die Blutgefäße schädigen und beispielsweise zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen. Bluthochdruck besteht, wenn Patienten regelmäßig einen Blutdruck von über 140/90 mmHg aufweisen.

Ursachen für einen Bluthochdruck sind z. B. eine ungesunde Ernährung und/oder Bewegungsmangel sowie genetische Faktoren. Eine arterielle Hypertonie wird typischerweise mit folgenden Medikamenten behandelt, welche sich teilweise auch miteinander kombinieren lassen:

Hemmstoffe des Angiotensin-konvertierenden Enzyms werden zur Behandlung von Blutdruck vor allem mit Calciumantagonisten oder Diuretika kombiniert.


Wirkung & Funktion

Wirkungsweise – Wie wirken ACE-Hemmer?

Wie ihr Name bereits nahe legt, hemmen ACE-Hemmer das Enzym ACE, also das Angiotensin-konvertierende Enzym (engl.: Angiotensin Converting Enzyme). Dieses ist sehr wichtig für den Wasser– und Elektrolythaushalt sowie für den Blutdruck.

Wirkstoffe dieser Arzneigruppe hemmen also die Aktivität vom Angiotensin-umwandelnden Enzym, einem wichtigen Bestandteil vom sogenannten Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), welches das inaktive Angiotensin I in aktives Angiotensin II umwandelt.

ACE-Hemmer, Renin, Angiotensin, Bradykinin, Blutdruck, Bluthochdruck, arterielle Hypertonie

Sven Jähnichen at German Wikipedia., ACE-Kaskade (de), CC BY-SA 3.0

ACE hat im Körper zwei Aufgaben:

  1. Es synthetisiert das aktive Angiotensin II (Decapeptid) aus dem inaktiven Angiotensin I (Octapeptid)
  2. Es katalisiert den Abbau vom blutgefäßerweiternden Bradykinin in inaktive Substanzen.

Das Hormon Angiotensin I ist weitestgehend inaktiv, es kann in dieser Form also nicht seine Wirkung im Körper entfalten. Erst durch das AC-Enzym wird es in seine aktive Form, also in Angiotensin II umgewandelt. In dieser Form führt es zu einer Verengung der Blutgefäße und lässt somit den Blutdruck steigen.

Wird also das Enzym gehemmt, welches Angiotensin I in Angiotensin II umwandelt, bleibt auch die blutdrucksteigende Wirkung des Hormons aus.

Darüber hinaus erhöhen ACE-Hemmer allerdings auch den sogenannten Bradykinin-Spiegel. Bradykinin ist ein Peptidhormon, das vasoaktiv wirkt, also die Blutgefäße und somit auch den Blutdruck beeinflusst.

Normalerweise wird Bradykinin nämlich durch das ACE abgebaut. Wird das ACE jedoch durch die Einnahme der entsprechenden Medikamente gehemmt, steigt auch der Anteil an Bradykinin im Körper. Dies ist wiederum der wichtigste Grund für die typischen Nebenwirkungen von ACE-Hemmern.

Wirkung von ACE-Hemmern:

  • Erweiterung der Blutgefäße
  • Reduktion des peripheren Widerstands
  • Reduktion der Vor- und Nachlast
  • Senkung des Blutdrucks
  • Verringerung des Sauerstoffverbrauchs vom Herzen
  • Leicht harntreibende Wirkung
  • Natriumausscheidung wird erhöht
  • Kaliumabsorption wird erhöht
  • Albuminurie (Ausscheidung von Albumin wird verringert)

Medikamente & Namen

Welche ACE-Hemmer gibt es?

ACE-Hemmer sind unter unterschiedlichen Handelsnamen auf dem Mark verfügbar. Die Einsatzgebiete der jeweiligen Medikamente können dabei unterschiedlich sein. Das bedeutet, dass nicht jeder ACE-hemmende Medikament für den selben Zweck indiziert ist.

Welche Medikamente gehören zu den ACE-Hemmern?

Zu den ACE-Hemmern zählen zum Beispiel:

  • Benazapril
  • Captopril
  • Cilazapril
  • Enalapril
  • Fosinopril
  • Imidapril
  • Lisinopril
  • Moexipril
  • Perindopril
  • Quinapril
  • Ramipril
  • Trandolapril

Welche ACE-Hemmer sind die besten?

Je nach Ursache bzw. Grund für die Einnahme kann ein anderer Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer besser geeignet sein. Welcher ACE-Hemmer der beste ist, hängt darüber hinaus auch von individuellen Faktoren ab, wie etwa weiteren Erkrankungen und Risikofaktoren des zu behandelnden Patienten.

In einer Studie aus dem Jahr 2016 konnte zwar Enalaprin die besten Ergebnisse erzielen, allerdings kam es bei der Einnahme dieses Medikaments auch vergleichsweise häufig zu Nebenwirkungen wie Husten, gastrointestinalen Beschwerden oder einer Verschlechterung der Nierenfunktion.

Der ACE-Hemmer Lisinopril schnitt indes am schlechtesten ab, da es sowohl die geringste Wirkung in Hinblick auf die Senkung des Blutdrucks zeigte als auch die höchste Mortalitätsrate aufwies.

Ramipril wurde mit der geringsten Todesrate assoziiert. Tandolapril zeigte die beste Wirkung in Bezug auf die Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks.

Die Autoren der Studie weisen allerdings selbst darauf hin, dass es größere und länger andauernde Studien benötigt, um die genannten Ergebnisse zu verifizieren.

Nebenwirkungen & Gefahren

ACE-Hemmer gelten allgemein als gut verträglich. Wie bei jedem Medikament kann es jedoch zu Nebenwirkungen kommen.

Häufige Nebenwirkungen von ACE-Hemmern sind:

Krankheiten trockener Husten, Reizhusten

Die häufigste Nebenwirkung von ACE-Hemmern ist Husten

Die häufigste Nebenwirkung von ACE-Hemmern ist trockener Husten bzw. Reizhusten. Dieser tritt bei etwa 5 bis 35 Prozent der Patienten innerhalb der ersten drei Monate der Einnahme auf. Kommt es zum trockenen Husten sollte das Medikament abgesetzt werden bzw. eine Alternative zum Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer gefunden werden.

Einige Bevölkerungsgruppen sind häufiger von bestimmten Nebenwirkungen betroffen. So kommt es etwa bei asiatischen Personen verstärkt zu trockenem Husten. Zwar führen ACE-Hemmer nur sehr selten zu einem lebensbedrohlichen Angioödem, allerdings sind dunkelhäutige Patienten deutlich häufiger hiervon betroffen.

Eine große Beobachtungsstudie legte nahe, dass ACE-Hemmer nach fünf Jahren Anwendung das Risiko für Lungenkrebs um 14 Prozent erhöhen. Patienten, welche über 10 Jahre lang Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer einnahmen, hatten sogar ein um 31 Prozent erhöhtes Risiko.

Nebenwirkungen und die Hemmung vom Bradykinin-Abbau

Die meisten Nebenwirkungen der ACE-Hemmer sind auf den verringerten Abbau des Gewebshormons Bradykinin zurückzuführen. Bradykinin ist ein Peptidhormon, welches unter anderem blutgefäßverändernd wirkt und Histamin in seiner Wirkung ähnelt. Es spielt also z. B. bei Verletzungen, Entzündungen und Schmerzen eine Rolle.

Die mit dem Bradykinin assoziierten Nebenwirkungen von ACE-Hemmern sind:

Nebenwirkungen, welche unabhängig vom Bradykinin auftreten können, sind:


Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Wann dürfen ACE-Hemmer nicht eingenommen werden?

Kontraindiziert sind ACE-Hemmer unter anderem während der Schwangerschaft, da es hierbei zu Störungen des Wachstums sowie der Knochenbildung beim ungeborenen Kind kommen kann und auch die Sterblichkeitsrate erhöht ist. Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer dürfen auch während der Stillzeit nicht eingenommen werden.

Weiterhin besteht in folgenden Fällen eine Gegenanzeige:

  • Aortenstenose (Herzklappenfehler)
  • Nierenarteriensklerose (beidseitig)
  • Idiopathisches oder hereditäres Angioödem (erblich oder ohne bekannte Ursache)
  • Niereninsuffizienz (Nierenversagen)
  • Hyperaldosteronismus (Aldosteronismus)
Gut zu Wissen: Bei dunkelhäutigen Personen ist es sinnvoll, eine Alternative zu wählen. Bei dieser Bevölkerungsgruppe kommt es nämlich einerseits deutlich häufiger zum lebensgefährlichen Angioödem. Andererseits ist hierbei auch die blutdrucksenkende Wirkung verringert. ACE-Hemmer wirken bei dunkelhäutigen Patienten also weniger gut.

Bei Bluthochdruck-Patienten mit einem verringerten Spiegel an Renin im Blutplasma, wie etwa beim Conn-Syndrom, sollten ebenfalls eine alternative Behandlung erhalten, da ACE-Hemmer in diese Fall keine ausreichende Wirkung zeigen.


Wechselwirkungen

Kann die Wirkung von ACE-Hemmern durch andere Medikamente beeinflusst werden?

Die gleichzeitige Einnahme von Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern und anderen Substanzen kann zu Wechselwirkungen führen. So kann die Wirkung von ACE-Hemmern beispielsweise durch die Einnahme von nsar (nicht-steroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen, Naproxen oder ASS vermindert werden, wenn diese regelmäßig und/oder in höheren Dosen eingenommen werden.

Nehmen Sie ab und an ein entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Gruppe der nsar ein, sollte dies kein Problem darstellen. Besprechen Sie dies jedoch mit Ihrem Arzt.

ACE-Hemmer verstärken außerdem bestimmte Nebenwirkungen von immunsuppressiv wirkenden Arzneimitteln (Immunsuppressiva, Glucocorticoide und Zytostatika) und sollten daher nicht mit ihnen kombiniert werden.

Des Weiteren kann es zu Interaktionen mit Diabetes-Medikamenten kommen. ACE-Hemmer verstärken bei gleichzeitiger Einnahme nämlich die Blutzucker-senkende Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetikern.

Werden ACE-Hemmer zusammen mit kaliumsparenden Diuretika eingenommen, kann der Anstieg des Kaliumspiegels erhöht werden. Außerdem können ACE-Hemmer die Ausscheidung von Lithium verlangsamen.

Darüber hinaus sind ACE-Hemmer auch nicht mit AT1-Antagonisten (Sartane) zu kombinieren, da es hierbei vermehrt zu Störungen der Nierenfunktion kommen kann.

Sowohl ACE-Hemmer als auch AT1-Antagonisten wirken bei einer Monotherapie zwar nierenschützend; werden die Medikamente jedoch miteinander kombiniert, kommt es Studien zu folge zu einer signifikanten Verschlechterung der Nierenfunktion. Patienten, welche beide Medikamente gleichzeitig erhielten, schienen auch öfter zur Dialyse zu müssen.

Werden ACE-Hemmer mit weiteren Antihypertensiva, also blutdrucksenkenden Medikamenten, kombiniert, ist darauf zu achten, dass der Blutdruck nicht zu stark abfällt. Interaktionen mit den ACE-Hemmern können vor allem bei Diuretikern und Calciumantagonistenauftreten und teilweise auch erwünscht sein.

Weiterhin konnte vereinzelt beobachtet werden, dass die Wirkung von ACE-Hemmern verringert wird, wenn betroffene Personen viel Salz mit der Nahrung aufnahmen.

ACE-Hemmer – Wechselwirkungen im Überblick: Malarone Musaril

  • nsar (Nicht-steroidale Antirheumatika)
  • Weitere Antihypertensiva (vor allem Diuretika und Calciumantagonisten)
  • AT1-Antagonisten
  • Immunsuppressive Medikamente
  • Orale Antidiabetika und Insulin
  • Lithium
  • Kaliumspendende Diuretika
  • Kochsalz

FAQ – Häufige Fragen & Antworten

Nachfolgend finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu ACE-Hemmern.


Alternativen zu ACE-Hemmern?

Welche Alternativen zu ACE-Hemmern gibt es?

ACE-Hemmer zählen zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten bei Bluthochdruck und Herzschwäche. Bei einigen Patienten kann es jedoch zu Nebenwirkungen kommen bzw. kann die Einnahme kontraindiziert sein. In diesem Fall stehen alternative Arzneimittel zur Verfügung.

In den allermeisten Fällen werden sogenannte Sartane, auch AT1-Antagonisten genannt, als Alternative zu ACE-Hemmern verschrieben.

Sartane gehören den Leitlinien zufolge neben den ACE-Hemmern ebenfalls zu den Mitteln der ersten Wahl. Sie werden jedoch vor allem bei Nebenwirkungen sowie bei einer ACE-Hemmer-Intoleranz verschrieben.

Sartane schnitten in Studien insgesamt ähnlich gut wie ACE-Hemmer ab. Dies betrifft sowohl die Gesamtmortalität der Probanden als auch das Auftreten von Begleiterkrankungen und Störungen wie einer chronischen Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, einem Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Grundsätzlich scheinen Sartane den Studien zufolge auch besser von den Patienten toleriert zu werden und weniger Nebenwirkungen zu haben. Eine Ausnahme stellen allerdings Patienten mit einer Herzinsuffizienz dar, bei denen ACE-Hemmer die bessere Wirkung zeigten.

Personen, welche an einer Niereninsuffizienz leiden und dennoch ein ACE-Hemmer erhalten sollen, können alternativ womöglich Fosinopril erhalten. Dieses Medikament wird nämlich im Gegensatz zu anderen ACE-Hemmern nicht von den Nieren sondern der Leber ausgeschieden.


ACE-Hemmer – Schwangerschaft?

Dürfen Frauen während der Schwangerschaft ACE-Hemmer einnehmen?Schwangerschaftsdiabetes

Nein. ACE-Hemmer sind während der gesamten Zeit der Schwangerschaft kontraindiziert, sie dürfen also nicht eingenommen werden. Werden ACE-Hemmer von schwangeren Frauen eingenommen, kann es nämlich zu schweren Fehlbildungen und Schäden der Föten kommen.

So kann die Einnahme etwa zu einem Mangel an Fruchtwasser, zu Hohlvenenthrombosen, Nierenfunktionsstörungen, Hypoplasien (Unterentwicklungen) des Schädels oder der Lunge sowie Gelenkkontrakturen (Bewegungseinschränkung von Gelenken) führen.

Auch Sartane bzw AT1-Antagonisten, welche oftmals als Alternative zu ACE-Hemmern eingesetzt werden, können zu den genannten Auswirkungen führen und dürfen von Schwangeren daher nicht eingenommen werden.

Eine mögliche Alternative zur Behandlung von Bluthochdruck bei schwangeren Frauen ist z. B. Methyldopa dar.


Nephroprotektiv (Nierenschützend)?

Sind ACE-Hemmer nephroprotektiv, also nierenschützend?

Ja, ACE-Hemmer wirken nephroprotektiv, sie können also die Nieren schützen und vor allem die Weiterentwicklung von bestehenden Nierenerkrankungen verlangsamen.

Bereits länger bekannt ist, dass ACE-Hemmer das Fortschreiten von Nierenleiden bei Diabetikern (diabetische Nephropathie) verzögern können. In neueren Studien und Metaanalysen konnte nun auch nachgewiesen werden, dass ACE-Hemmer auch bei Personen, die nicht unter Diabetes mellitus leiden, das Voranschreiten von Nierenerkrankungen eindämmen können.

Darüber hinaus konnte auch eine Verbesserung der Proteinurie (Ausscheidung von Eiweiß im Urin) durch die Einnahme von ACE-Hemmern festgestellt werden.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns: