Aneurysma

Aneurysma

AneurysmaUnter einem Aneurysma versteht man eine abnormale Ausbeulung oder Ballonisierung der Wand eines Blutgefäßes. Dieses kann anschwellen und schließlich reißen, was wiederum zu teil starken inneren Blutungen führen kann. Diese enden nicht selten mit dem Tod des Betroffenen.

Nichtsdestotrotz sorgen die meisten Aneurysmen für keinerlei Symptome, sondern existieren, ohne dabei auffällig zu sein. Dies führt nicht selten dazu, dass Personen nichts von ihre Erkrankung ahnen, selbst dann nicht, wenn es sich um vergleichsweise große Aneurysmen handelt.

Eine Behandlung ist nicht immer möglich, ebenso ist es schwierig effektiv vorzubeugen. Lediglich das Vermeiden einiger Risikofaktoren kann hierzu dienen. Darunter fällt u.a. mit dem Rauchen aufzuhören.

Unser Krankheiten Ratgeber soll Sie nun über das Aneurysma aufklären und Sie umfassend darüber informieren.

Steckbrief: Aneurysma

  • Name(n): Aneurysma; Arterienerweiterung
  • Art der Krankheit: Gefäßerkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 19. Jahrhundert
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Nicht feststellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Internist
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – I00-I99 – I70-I79 – I71

Was ist ein Aneurysma?

Aneurysma ist die Bezeichnung für eine sack- oder spindelartige Erweiterung eines Blutgefäßes, insbesondere an der Hauptschlagader. Zwar tritt es dort am häufigsten auf, jedoch kann sich dieses an jeder Arterie im Körper bilden und ebenfalls angeboren sein. Nicht selten entsteht ein Aneurysma auch im Kopf (Gehirn), an der Bauchschlagader sowie in manchen Fällen im Herz (Herzwand).

Die Gefäßwandveränderung wird je nach Lage differenziert betitelt. So gibt es die Bezeichnungen Aneurysma

  • verum,
  • dissecans,
  • spurium.

Ersteres wird gleichfalls als „echtes Aneurysma“ betitelt. Dabei stellt sich die Gefäßwand als beutelartig erweitert heraus, die Blutgefäßwand ist jedoch nicht beschädigt. Bei dissecans findet sich ein Riss in der Wandschicht eines Blutgefäßes, was ein Eindringen von Blut in die Gefäßwandschichten nach sich zieht. Letzteres besitzt den Zweitnamen „falsches Aneurysma“, da es nur im weiteren Sinne zu den zuvor bezeichneten Begriffen dazu gezählt wird.

In diesem Fall weist die Gefäßwand ein Loch auf und es erfolgt beispielsweise eine Abdichtung durch das Gewebe. Dies sorgt wiederum für ein Hämatom (Bluterguss), im weiteren Verlauf baut es sich nach und nach zu Bindegewebe um.

Aber was ist eigentlich die Aufgabe von Arterien?

Sie dienen dem Transport des sauerstoffreichen Blutes (Farbe Hell- bis Knallrot) vom Herz durch den Körper. Im Gegensatz dazu sind für die Rückführung vom sauerstoffarmen Blut (Farbe Dunkelrot) die Venen zuständig. Schaut man sich ein Bild des Gefäßnetzes eines Menschen an, ähnelt dieses sehr mit einem Baum. Die kleinsten Gefäße – auch Kapillaren oder Haargefäße genannt – erinnern an die äußersten Zweige.

Diese befinden sich an etwas größeren Blutgefäßen (Arteriolen), welche wiederum von den „Hauptästen, die von dem „Stamm“ (der Aorta) abzweigen, ausgehen. Durch all diese winzigen Wege pumpt das Herz Schlag für Schlag den Sauerstoff in das Gewebe und die Zellen. Arterien sind aufgrund des vorherrschenden hohen Blutdrucks stärker belastet als Venen. Erstere besitzen deshalb eine weitaus kräftigere Gefäßwand als letztere. Besteht jedoch eine Schwachstelle im weitläufigen Netz, kann dies zu einem Aneurysma führen.


Welche Ursachen führen zu einem Aneurysma?

Zu den Risikofaktoren für die Entstehung eines Aneurysmas zählt die Hypertonie (Bluthochdruck). Man kann sich das in etwa so vorstellen, dass jeder Herzschlag eine Blutwelle durch den Körper befördert. Diese gleitet in der Regel locker durch Arterien und Venen. Leidet man unter zu hohem Blutdruck, fällt diese wesentlich kräftiger aus und belastet dadurch die Gefäßwände. Oftmals entsteht dadurch eine Schwachstelle, welche der Entwicklung eines Aneurysmas den Weg ebnet.

Ein erhöhtes Risiko besteht ebenfalls für Menschen, bei welchen eine Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) festgestellt wurde. Diese sorgt für den Verlust der Elastizität aufgrund der vermehrten Ablagerungen an den Gefäßwänden, wodurch diese ihre notwendige Fähigkeit der Abfederung verlieren. Aufgrund der Tatsache, dass Tabakkonsum sowohl einen erhöhten Blutdruck, als auch eine Arteriosklerose begünstigen kann, gehört das Rauchen zu den indirekten Risiken.

Ab und an kommt es auch vor, dass eine bakterielle Infektion die Entstehung von Aneurysma hervorruft. Diese kann für eine Entzündung in der Gefäßwand verantwortlich sein, möglicherweise zu einer Schädigung derselben führen, hernach bildet sich ein Aneurysma.

Was ist ein falsches Aneurysma?

Als „falsches Aneurysma“ ist der Typ spurium bekannt. Darunter fallen die Verletzungen der Gefäßwand, welche als häufigste Ursache für eine derartige Erkrankung bekannt sind. Eine solche Beschädigung kann beispielsweise bei einer Herzkatheteruntersuchung unabsichtlich entstehen. Dabei muss ein dünner Schlauch seinen Weg über die Arterie im Bein bis hin zum Herzen nehmen. So flexibel dieser auch ist und mit noch so viel Vorsicht er durchgeschoben wird, lässt sich das Risiko einer Gefäßwandverletzung nicht zu 100 Prozent ausschließen.

Im Zusammenhang mit der Entstehung eines Aneurysmas sollen gleichfalls auch die Erbanlagen stehen. Hierzu zählen einige Erbkrankheiten wie beispielsweise das Ehlers-Danlos- sowie das Marfan-Syndrom. In diesen wird ein erhöhtes – wenn auch seltenes – Risiko für ein Aneurysma gesehen. Aber auch wenn keiner der vorgenannten Faktoren vorliegen, sollten typische Symptome dieser Erkrankung durchaus ernst genommen werden, denn letztendlich kann diese einen jeden Menschen treffen.

Symptome & Anzeichen

In vielen Fällen gibt sich ein kleines Aneurysma überhaupt nicht zu erkennen, sein Vorhandensein löst meist keinerlei Beschwerden aus. Daher wird es häufig nur bei zufälligen Untersuchungen in dessen Bereich entdeckt. Je nach Platzierung und Größe treten unterschiedliche Symptome auf:

Übersicht

  1. Bauchaortenaneurysma

Schmerzen im Unterbauch mit möglicher Ausstrahlung in den unteren Teil des Rückens sowie in die Beine

  1. Aortenaneurysma im Brustbereich

Atemnot, Heiserkeit, Husten, krankhafte Atemgeräusche, Atemnot, Schluckprobleme, Schmerzen in der Brust

  1. Aneurysma Poplitea

Kälte- und Taubheitsgefühle, Kribbeln sowie Schmerzen in der Wade

Ein Bauchaortenaneurysma bleibt oftmals sehr lange unentdeckt. Beginnen die Schmerzen, sind diese meist dauerhaft und stechend. Sie können auch von Verdauungsproblemen begleitet werden, was aber selten vorkommt. Kommt das Bauchaortenaneurysma zum Platzen oder Reißen, äußert sich dies in einem schlagartig auftretenden sehr starken Schmerzgefühl. Der Blutdruck sinkt stark und schnell durch den Blutverlust ab, ein Kreislaufschock folgt.

Bei extrem starken inneren Blutungen besteht die Möglichkeit der Todesfolge. Ein Aortenaneurysma im Brustbereich kann sich neben den oben genannten Symptomen ebenfalls durch wiederholt auftretende Entzündungen der Atemwege (z.B. der Lunge) bemerkbar machen. Dies kommt vor, wenn sie durch ein Aneurysma stark eingeengt werden. Ein Aneurysma der Kniekehlenarterie äußert sich nicht immer in Beschwerden. Die Gefahr hierbei ist jedoch, dass es sich stetig vergrößert und daher in der Folge ein Blutgerinnsel bilden kann. Ist dies der Fall, kommen erst die unter 3. aufgeführten Symptome zum Vorschein. Manchmal kommt es vor, dass der Thrombus vom Blut weitertransportiert wird, bis dieser hängenbleibt und dadurch ein Gefäß verschließt. In der Fachwelt wird ein derartiger Gefäßverschluss als Embolie bezeichnet. Verschiedene Wissenschaftler und Ärzte legen die Vermutung dar, dass eine erbliche Veranlagung bei der Entstehung des Aneurysmas möglicherweise eine Rolle spielen kann. Sollte dieses Problem bereits in der eigenen Familie aufgetaucht sein, empfiehlt es sich unbedingt, vermehrt auf ein Erscheinen von diesbezüglichen Symptomen zu achten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Sollten sich plötzliche und starke Blutungen einhergehend mit starkem Kopfschmerz einstellen, kann dies möglicherweise auf ein Aneurysma zurückzuführen sein. Darum Ist es es in einem solchen Falle unabdingbar, dass klinische Tests zum Zwecke einer Diagnose durchzuführen sind.

Die hierfür zur Diagnose zur Verfügung stehenden klinischen Tests sind unter anderem:

Computertomographie (CT)

Unter einem CT versteht man eine Art spezialisiertes Röntgen. Zumeist ist dieser Test der as erstes durchgeführte, wenn ein Patient mit einem verdacht auf ein Aneurysma ins Krankenhaus kommt. Das CT produziert sehr feine Schichtaufnahme des Gehirns, anhand derer man klar determinieren kann, ob eine Blutung vorliegt oder nicht. Bisweilen ist es darüber hinaus notwendig, dass man dem zu Behandelnden ein Kontrastmittel verabreicht, um den Fluss des Blutes besser zu verdeutlichen. Hierdurch entstehen dem Patienten jedoch in der Regel keinerlei zusätzliche Unannehmlichkeiten.

Liquor cerebrospinalis Test

Bei dem sog. „Liquor cerebrospinalis“ handelt es sich um die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit. Bei speziellen Formen des Aneurysmas kann es vorkommen, dass sich Blut oder Blutpartikel in dieser Flüssigkeit ansammeln. Ist dies der Fall, kann es schwer sein, das mittels eines CTs zu beweisen. Daher ist es unumgänglich, dass man zwecks einer Diagnose etwas dieser Flüssigkeit entnimmt und sie auf Rückstände von Blut untersucht. Zur Gewinnung der Flüssigkeit bedient man sich einer Lumbarpunktion. Hierbei handelt es sich um eine Technik, bei der man eine Nadel direkt in das Rückenmark einführt und dort eine Probe entnimmt.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Bei dieser Methode bedient man sich magnetischer Wellen, die in Paarung mit Radiowellen dazu in der Lage sind, sehr feine und detaillierte Bilder vom Inneren der Körpers zu erzeugen. Diese Bilder sind darüber hinaus sowohl in 2D als auch 3D herzustellen, was eine Diagnose im Zweifel sehr stark erleichtern kann. Aufgrund des gerade erwähnten Detailreichtums ist es möglich, etwaig geplatzte Arterien zu entdecken und somit für die auftretenden Symptome verantwortlich zu machen, also die Diagnose „Aneurysma“ stellen zu können.

Zerebrale Angiographie

Bei einer Angiographie handelt es sich um eine Sichtbarmachung der der Blutgefäße des Patienten. Bei der zerebralen Angiographie wiederum handelt es sich speziell um die Sichtbarmachung der Blutgefäße im Gehirn der zu behandelnden Person. Zur Durchführung dieser Untersuchung bedarf es jedoch eines relativ komplizierten Vorgehens. Zunächst muss der behandelnde Arzt einen flexiblen Tubus, bzw. einen Katheter in eine große Arterie einführen. Hierzu benutzt man zumeist eine solche in der Leistengegend. Der Mediziner schiebt besagten Katheter dann am Herzen vorbei Richtung Gehirn. Hierbei sonder der flexible Tubus ein spezielles Färbemittel, dass es erleichtert, die Gefäße im Rahmen eines bildgebenden Verfahrens darzustellen.

Aufgrund der relativen Kompliziertheit und Schwere dieses diagnostischen Mittels kommt es nur sehr selten zum Einsatz und dient mehr als die Ultima Ratio der Diagnose, anstatt als allzu gängiges Mittel. Nichtsdestoweniger sind die hieraus gewonnenen Ergebnisse zumeist sehr aufschlussreich.

Verlauf der Krankheit

Der Verlauf der Krankheit ist mitunter sehr kurz. Aneurysmen sind mitunter sofort tödlich. Hierbei kommt es allerdings sehr stark auf die Größe desselben an. Nichtsdestoweniger kann man durchaus davon ausgehen, dass einem Betroffenen im Zweifelsfalle nur einige wenige Sekunden bleiben, so zumindest in sehr extremen Fällen. Bei milderen Verläufen kann man den Patienten oftmals noch gut behandeln.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Es ist aufgrund der teilweise schweren Erkennbarkeit der Erkrankung nur vergleichsweise kompliziert möglich, genaue statistische Daten zu erheben. Darum schwanken die Daten zur Prävalenz der Krankheit unter anderem sehr stark. Allgemein geht man davon aus, dass zwischen 0,4 und 3,6 der Weltbevölkerung an einem Aneurysma leiden. Hierbei gilt jedoch zu erwähnen, dass die vermutete Häufigkeit bei Risikogruppen wesentlich höher liegt. Hier kann man von bis zu 6% ausgehen.

Das Geschlecht scheint darüber hinaus auch ein determinierender Faktor dahingehend zu sein wie häufig ein Aneurysma entsteht. So konnte man in den letzten Jahren beobachten, dass Frauen im Durchschnitt häufiger betroffen sind als Männer. Insbesondere gilt dies für Frauen zwischen dem 35. und 60 Lebensjahr. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass auch Männer imstande sind Aneurysmen auszubilden, ebenso wie Kinder. Gleichwohl sind selbige bei Kindern vergleichsweise selten. Man geht davon aus, dass maximal 5% aller Erkrankten Kinder sind. Die restlichen 95% sind achtzehn Jahre oder älter. Tatsächlich scheint das Alter überhaupt eine übergeordnete Rolle zu spielen, wenn es um Aneurysmen geht. So treten dieselben vornehmlich bei Personen auf, die das 50. Lebensjahr erreicht haben. Tragischerweise jedoch gehen der Entwicklung einer solchen Erkrankung zumeist keine Warnsignale voraus. Hierdurch erschwert sich die Diagnose und die etwaig daraus resultierende Behandlung natürlich immens.

Alles in allem kann man also sagen, dass ein Aneurysma zwar jeden treffen kann, die Wahrscheinlichkeit dafür jedoch stark von den Faktoren Alter, Geschlecht und Umwelt abhängt.

Darüber hinaus sollte man ebenso anmerken, dass es keine örtliche Häufungen dieses Leidens gibt oder man zumindest nicht imstande war, solche zu beobachten. Man kann also durchaus behaupten, dass das vorliegende Gebrechen weltweit gleich häufig vorkommt und kein spezielles Volk stärker betroffen ist als ein anderes.

Diagnosedaten

Die aus einer Diagnose hervorgehenden Daten sind von äußerster Wichtigkeit für den Patienten sowie für den Arzt. Beide profitieren gleichermaßen davon, wenn die Daten übersichtlich und gut verwertbar sind und ausfallen. Da gerade bei der Diagnose von Aneurysmen primär bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen, ist es sicherlich nicht schlecht, wenn der behandelnde Arzt über ein gutes Auge verfügt. Erfahrung ist hier das absolute A und O. Gerade jungen Ärzten fällt es bisweilen etwas schwer, dahingehende Aufnahmen korrekt auszuwerten. Deswegen ist es nicht selten der Fall, dass sie einen älteren und / oder erfahreneren Arzt um Hilfe bitten. Dies ist jedoch seitens des Patienten nicht als Unfähigkeit misszuinterpretieren. Es handelt sich hierbei lediglich um einen natürlichen Lernprozess des Arztes.

Ansonsten kann die Stellung einer Diagnose im Falle des Aneurysmas bisweilen etwas kompliziert sein. Nicht jedes bildgebende Verfahren ist dazu in der Lage, ein solches korrekt anzuzeigen. Dadurch sind meist mehrere Tests nötig, um Gewissheit über die vorliegende Erkrankung erlangen zu können. Das macht den diagnostischen Prozess oftmals sehr langwierig und Anstrengend für den Patienten sowie den zuständigen Mediziner. Es gilt an dieser Stelle jedoch Durchhaltevermögen zu zeigen. Schließlich ist es besser, sich einige Zeit lang zu quälen und dann schlussendlich Gewissheit zu erlangen, als nach nur einem Test bereits aufzugeben und dafür ewig in der Schwebe zu darüber zu hängen, ob man nun erkrankt ist oder nicht.

Besonders die mittels einer Angiographie erhobenen Daten sind in der Regel sehr aussagekräftig. Dennoch ist dieses diagnostische Mittel oftmals unverhältnismäßig aggressiv und kommt darum nur selten zum Einsatz. Die Prozedur an sich ist sehr unangenehm und erfordert viel Geschick seitens des Arztes.

Alles in allem also sind die zur Verfügung stehenden Diagnosedaten nicht immer einfach zu interpretieren. Dennoch sollte es erfahrenen Ärzten gelingen, anhand besagter Daten eine gute, fundierte und solide Diagnose zu stellen.

Komplikationen bei der Krankheit

Je nach Art des vorliegenden Aneurysmas können die etwaig zu erwartenden Komplikationen teilweise horrender Natur sein. Dies hängt aber, wie bereits mehrfach erwähnt, sehr stark davon ab, mit welcher Ausprägung man zu tun hat. Es ist tatsächliche keine Seltenheit, dass weder die Patienten selbst noch die Ärzte bemerken, dass ein Aneurysma vorliegt. Dennoch sollte man den Umstand nicht aus den Augen verlieren, dass es ebenso gut möglich ist, dass ein Aneurysma plötzlich aufplatzt und es zu massiven inneren Blutungen kommt, die mit dem Tode des Opfers enden.

In dieser Hinsicht ist die vorliegende Krankheit sehr ambivalent und vielseitig. Es ist darum vergleichsweise schwer, Aussagen über die potentiellen Komplikationen zu treffen, die möglicherweise im laufe dieser Erkrankung entstehen könnten oder auch nicht. Allgemeine Warnungen jedoch sollten stets und steig zu beachten sein.

Darüber hinaus sollte man nicht außer Acht lassen, dass ein Aneurysma, je nachdem wo es sitzt, im korrespondierenden Areal massive Schäden anrichten kann. Selbst bei einer frühen Erkennung und einer damit einhergehenden Behandlung desselben kann es vorkommen, dass Langzeitschäden entstehen oder zurückbleiben. Insbesondere Aneurysmen im Gehirn sorgen nicht selten für dauerhafte Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen.

Alles in Allem also beleibt lediglich festzustellen, dass das zu erwartende Spektrum etwaiger Komplikationen und Konsequenzen, die sich direkt oder indirekt mit einem Aneurysma in Verbindung bringen lassen, überaus ambivalent und facettenreich ist. Dies gilt überdies für jedwede Art, mit der sich ein Aneurysma zu äußern in der Lage ist.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Gang zum Arzt ist grundsätzlich immer dann empfehlenswert, wenn man negative oder auch symptomfreie Veränderungen an sich selbst, seinem Körper oder seinen Sinnen feststellt. Oftmals mag nichts allzu gravierendes dahinter stecken, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht, wenn es um die eigene Gesundheit geht.

Von besonderer Dringlichkeit ist jedoch dann zu sprechen, wenn es zu plötzlichen und sehr starken Schmerzen kommt. Besonders extremer und spontaner Kopfschmerz sollte hierbei als ein Warnsignal für jedermann gelten. Bisweilen ist es auch notwendig, einen Rettungswagen zu alarmieren. Es kommt bei einem aufgeplatzten Aneurysma manchmal auf die Sekunde an.

Dennoch sollte man sich nicht allzu viele Sorgen machen. Wenn man nicht zu einer Risikogruppe gehört, stehen die Chancen relativ gut, dass man nicht an einem Aneurysma leidet. Fürchtet man jedoch das Gegenteil, kann man sich auf Nachfrage sicherlich dahingehend untersuchen lassen, um auch noch die letzten Zweifel auszuräumen. Darüber hinaus sollte man stets darauf achten, alle direkt vom zuständigen Mediziner angeordneten Vorsorgetermine sowie Nachsorgetermine wahrzunehmen und sich ggf. ebenso Spezialisten zuzuwenden, wenn dies nötig ist. Beherzigt man diese Regeln, sollte das Aneurysma gut im Zaum zu halten oder entsprechend früh zu erkennen sein. Hierdurch reduziert sich das Risiko des Patienten erheblich.

Behandlung & Therapie

Wird von einem Arzt das Vorhandensein eines Aneurysmas festgestellt, werden – je nach Größe desselben – unterschiedliche Therapie-Verfahren angewendet. Geht es zum Beispiel um ein Bauchaortenaneurysma von einem Durchmesser unter vier Zentimeter wird oftmals erst abgewartet. Regelmäßige Kontrollen in Form von Ultraschall, jährlich stattfindend, verstehen sich dabei von selbst.

Liegt die Größe darüber, erfolgen häufigere Untersuchungen, bestenfalls im Abstand von einem halben Jahr. Auch durch eine Operation ist es in zahlreichen Fällen möglich, die vom Aneurysma ausgehende Gefahr zu bannen. Der betroffene Abschnitt wird dabei entfernt, zur Stabilisierung des Blutgefäßes kommt eine Prothese oder auch ein Stent (Metallröhrchen) zum Einsatz. Eine Operation ist ebenfalls im Kopf durchführbar. Hierfür stehen zwei Verfahren zur Verfügung. Zum einen das sogenannte Clipping, bei welchem die Gefäßaussackung mit einem Clip verschlossen wird. Zum anderen das Coiling, wobei anstatt des Clips ein Coil (Platinspirale) für den Verschluss herangezogen wird.

Eine weitere Möglichkeit der Behandlung eines Aneurysmas besteht durch eine Bypass-Operation. Hierfür wird von einer Stelle des Körpers ein gesundes Stück eines Blutgefäßes entnommen und als „Umgehungsstraße“ transplantiert. Eine jede Verfahrensweise hat das Ziel, die Gefäßaussackung am Reißen zu hindern. Dies gelingt am besten durch eine umfangreiche Stabilisierung der Gefäßwand.

Insbesondere für Risikopatienten ist es unabdinglich, nicht erst ein Aneurysma abzuwarten, sondern bereits zuvor etwaige Ursachen zu therapieren. Bei einem erhöhten Blutdruck zum Beispiel wird ein Arzt blutdrucksenkende Medikamente wie ACE-Hemmer oder Beta-Blocker verschreiben. Gleichzeitig können eine veränderte Lebensweise sowie Umstellung der Ernährung hilfreich sein. Ebenso besitzt das Verhindern einer Gefäßverkalkung größte Wichtigkeit, die ein relativ großes Risiko in Bezug auf Aneurysma darstellt. Dazu beitragen können

  • die Vermeidung von Übergewicht
  • eine ausgewogene und fettarme Ernährung
  • sportliche Aktivität
  • regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sowie
  • eine Beendigung des Nikotinkonsums.

Dies gilt selbstverständlich nicht ausschließlich für Risikopatienten, sondern gleichfalls für alle Menschen, welche sich vor jedweden Krankheiten schützen möchten.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es ist de facto unmöglich, gegen ein Aneurysma vorzubeugen. Dies liegt daran, dass es relativ spontan entstehen und darüber hinaus einen jeden ohne Ausnahmen betreffen kann. Nichtsdestotrotz gibt es einige Risikofaktoren, die die Entstehung eines solches begünstigen können. Vermeidet man diese jedoch gezielt, minimiert man damit auch gleichzeitig das Risiko, diesem Leiden zu verfallen. Dazu im Folgenden eine Aufzählungen derselben:

  • Alter (vorallem Personen ab dem 50 lebensjahr gelten als gefährdet)
  • Rauchen
  • Hoher Blutdruck
  • Arteriosklerose (Verhärtung der Arterien)
  • Missbrauch von Rauschgiften (insbesondere Kokain)
  • Allgemeine Verletzungen
  • Missbrauch von Alkohol
  • Diverse Erkrankungen des Blutes
  • Geringe Östrogenwerte nach der Menopause

Prognose zur Heilung

Die Prognose in Bezug auf Aneurysmen ist durchaus gemischt. Manchen Personen ist relativ gut und effizient zu helfen, während andere Personen diesem Leiden einfach erliegen. Es kommt hier sehr stark auf den korrespondierenden Fall an.

Allgemeine Aussagen sind damit eher schwer zu treffen. Ein Fallbeispiel wäre jedoch, dass etwa 15% aller Fälle von Gehirn-Aneurysmen bereits auf dem Weg ins Krankenhaus versterben, während anderen Fälle eine weitaus bessere Chance auf Überleben und Heilung aufweisen. Im Falle der vorliegenden Krankheit beleibt also nur zu sagen, dass der Betroffene und sein Umfeld mit allem rechnen sollten. Dies bezieht ebenso das Versterben des Opfers mit ein.

Alternative Medizin & Hausmittel

Welche Hausmittel können helfen?

Da es sich hierbei um ein innerliches Problem handelt und Hausmittel meist nur äußerlich Anwendung finden können, ist die Effektivität derselben in dem vorliegenden Fall stark limitiert und darüber hinaus auch aus medizinischer Sicht eher ineffektiv. Wenngleich viele Hausmittel bei anderen Krankheiten merkliche Abhilfe zu leisten imstande sind, so sollte man sich im Falle eines Aneurysmas keine allzu große Hoffnung machen.

Dennoch gibt es einige Mittel, die dabei helfen können das allgemeine Risiko zu senken. Hierzu gehören u.a.:

  • Rauchen aufgeben – Jede gerauchte Zigarette, Zigarre, Pfeife, Wasserpfeife usw. erhöht das Risiko eines Aneurysmas
  • Auf Koffein verzichten
  • Gesunde Ernährung
  • Entspannung
  • Ruhe gönnen
  • gesunde Ernährung und mäßige sportliche Aktivität

Alternative Behandlungsmethoden

Welche alternativen Heilmittel sind zu empfehlen?

Bei den alternativen Heilmitteln verhält es sich im Falle des Aneurysmas ähnlich, wie bei den Hausmitteln. Sie sind mehr oder weniger ineffektiv, wenn es darum geht, die Krankheit selbst zu bekämpfen. Dennoch gibt es auch hier einige Ansätze, die recht gut dafür sorgen können, etwas Abhilfe zu leisten. Dazu zählen unter anderem:

  • Akkupressieren
  • Bewegungstherapie
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
  • Massagen

Behandlungen

Folgende alternative Ansätze können eine Hilfe sein, gegen einige Symptome vorzugehen:


Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Elder
  • Brennessel
  • Löwenzahn
  • Zitrone
  • Sarsaparilla
  • Ysop

Die gerade aufgezählten Heilpflanzen oder Heilkräuter sind besonders in Form eines Tees oder Aufgusses einzunehmen. Hierzu trockne man diese oder gebe diese frisch in ein Glas oder eine Kanne und überbrühe sie mit heißem Wasser. Anschließend filtere man sie heraus und trinke den daraus entstandenen Tee oder Aufguss. Des Weiteren kann man sie aber auch in Form anderer Präparate anwenden. Es empfiehlt sich hierbei jedoch eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, um etwaige Allergien bereits im Vorfeld ausschließen zu können.

Bezugsquellen und Dosierung erfragt man bei seinem Heilpraktiker oder Händler.


Ätherische Öle

Folgende ätherische Öle können angewendet werden:

  • Basilikum
  • Salbei
  • Wacholder
  • Lavendel
  • Pfefferminz
  • Rosmarin

Ätherische Öle sind entweder im Rahmen einer Aromatherapie oder äußerlich sowie seltener auch innerlich anwendbar. Im Falle eines Aneurysmas sollte man jedoch lediglich von ersterer Form Gebrauch machen, also der Aromatherapie. Hierzu gebe man die Öle in eine Duftlampe, entzünde eine Wärmequelle, am besten ein Teelicht und lasse die Öle in die Raumluft verdampfen. Die ätherischen Öle setzen auf diese Weise ihre Wirkstoffe frei und dienen zur Beruhigung der Patienten und bauen somit Stress und folglich Schmerz ab.

Eine gute Bezugsquelle für ätherische Öle ist das Internet oder der Heilpraktiker des Vertrauens. Letzterer gibt auch Auskünfte über Anwendung und Dosierung.


Homöopathie

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.


Diät & Ernährung

Es gibt keine speziellen Diäten, die bei einem Aneurysma besonders hilfreich wären. Dennoch kann eine allgemeine gesunde Diät immer zur Stärkung des Immunsystems und des allgemeinen Wohlbefindens herangezogen werden.

Gerade stark eisenhaltige Lebensmittel sind bei Blutkrankheiten immer empfehlenswert. Dazu gehören Bohnen und weitere Hülsenfrüchte ebenso wie rotes Fleisch.


Alternative Behandlungen

Für einen genauen Überblick über alternative Behandlungen bietet es sich an, die oben schon angeführten abermals unter die Lupe zu nehmen.

FAQ – Fragen & Antworten

Ist ein operativer Eingriff unabwendbar?
– Ja und nein. Es kommt hierbei sehr stark auf die vorliegende Art des Aneurysmas sowie dessen Ausprägung und die potentiell davon ausgehende Gefahr an. Es liegt am behandelnden Arzt, diese Faktoren zu überschauen und in ein rechtes Licht zu rücken, woraufhin selbiger entscheiden kann, welches Vorgehen das beste ist. Allgemeine Aussagen hierzu lassen sich allerdings nicht treffen, da die Notwendigkeit einer Operation immer fallspezifisch zu verstehen ist.

Weise ich ein erhöhtes Risiko auf, ein Aneurysma auszubilden?
– Das kommt sowohl auf die Lebensumstände als auch auf weitere Faktoren an. Eine 70 Jahre alte Kettenraucherin mit Bluthochdruck weist beispielsweise ein wesentlich höheres Risiko auf, als ein eine gleichaltrige Frau, die weder raucht noch trinkt und sich zudem gezielt und regelmäßig körperlich ertüchtigt. Zur genaueren Determination des eigenen Risikos gilt es folgende Faktoren zur berücksichtigen:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Raucher / Trinker
  • Sportlichkeit
  • Gesunde Ernährung
  • Bluthochdruck

Gehen Schlaganfälle immer auf ein Aneurysma zurück?
– Nicht immer. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ein seltener Grund wären. Tatsächlich kann man Aneurysmen und Schlaganfälle sehr oft miteinander in Zusammenhang bringen. Es liegen jedoch auch häufig andere Ursachen für einen Schlaganfall vor.

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