Kokosnuss

Kokosnuss – Die tropische Powerfrucht 

Kokospalmen können bis zu 30 m hoch werden und liefern normalerweise zwischen 30 und 40, je nach Standort sogar bis zu 150 Kokosnüsse im Jahr. Der Name der Kokosnuss geht auf das Wort „Coco“ zurück, das übersetzt „Gespenst“ bedeutet.

Früher erinnerten die drei Löcher in der Schale der Frucht viele Menschen an ein gespenstisches Wesen.
Heute verbinden sie den Gedanken an Kokosnüsse viel mehr mit Sandstrand und Urlaub in der Karibik. Obwohl in Kokosnuss das Wort „Nuss“ enthalten ist, zählt die südtropische Frucht zur Gruppe der Steinfrüchte.

Das sollten Sie über Kokosnüsse wissen

Die Kokosnuss ist ein richtiges Allround-Talent. Nicht nur mit Strohhalm und Schirmchen am Strand dient sie als Erfrischung, sondern stellt ein vollwertiges Lebensmittel in der Ernährung dar und wird des Weiteren auch als Naturheilmittel und in der Kosmetik verwendet.

Das Aussehen der Kokosnuss und ihre einzelnen Schichten

Die innerste Schicht der Kokosnuss ist das weiße Fruchtfleisch, das das Kokoswasser umschließt. Um das Fruchtfleisch befindet sich das braune, harte Endokarp, der den Kern der Frucht bildet. Diesen Teil kennen die meisten als Kokosnuss. Auf diesem Kern liegen noch eine Faserschicht und eine grüne, ledrige Außenhaut. Die gesamte Steinfrucht kann bis zu 2 kg schwer sein.

Geschmack

Von der Kokosnuss werden nur das Kokoswasser und das Fruchtfleisch verzehrt. Besonders in den unreifen Früchten ist das meiste Kokoswasser enthalten. Es hat einen süß-sauren Geschmack und ist sehr erfrischend. Während des Reifeprozesses verfestigt sich das Kokoswasser zum Fruchtfleisch und wird holzig. Je reifer die Nuss, desto weniger Wasser befindet sich in der Frucht.

Die reife Kokosnuss hat nun eine zwei Zentimeter dicke Schicht aus Fruchtfleisch. Es schmeckt sehr aromatisch und kann sowohl roh, als auch getrocknet als Flocken oder gebraten gegessen werden.

Beim Mixen von Fruchtfleisch mit Kokoswasser entsteht die Kokosmilch. Sie schmeckt süßer als das Kokoswasser und wird deshalb auch gerne für Cocktails verwendet. Sie ist nicht zum Verwechseln mit der Kokossahne. Denn die Sahne entsteht, wie bei der Kuhmilch, wenn sich das Fett nach einer Weile oben absetzt. Dieser Rahm wird abgeschöpft und wird oft auch als Kokoscreme verkauft.

Anbaugebiete

In Deutschland ist nur der Kern der Kokosnuss im Supermarkt erhältlich, da bereits in den Anbauländern die äußere Schicht entfernt wird. Die größten Anbaugebiete sind Indonesien, Indien, Brasilien und Philippinen. In Indonesien beträgt die Jahresproduktion rund 20.000 t und ist somit der bedeutendste Kokosnuss-Lieferant.

Bedeutung für die Gesundheit

In Kokosnüsse stecken zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kupfer oder Magnesium. Eine Portion des schmackhaften Fruchtfleisches enthält 15 % des täglichen Bedarfs an Kupfer, das die Gehirnfunktion verbessert. Es aktiviert Enzyme, die die Bildung von Neurotransmittern fördern. Diese sind für die Übertragung von Informationen von einer Zelle zur anderen Zelle verantwortlich. Deshalb beugt Kokosnuss in der Ernährung auch Alzheimer vor.

So wie die Banane oder die Avocado zählt die Kokosnuss zu den Lebensmitteln, von denen sich ein Mensch wochenlang ernähren könnte, ohne Mangelerscheinungen zu bekommen. Obwohl die tropische Frucht viele gesättigte Fettsäuren (kurzkettige Fettsäuren) enthält und dadurch auch eine relativ hohe Anzahl an Kalorien besitzt, ist sie für den Körper sehr gesund.

Zwar erhöhen gesättigte Fettsäuren die Cholesterinwerte, jedoch darf man nicht Vergessen, dass das Kokosöl eines der natürlichsten Öle ist und schon früher ein Grundnahrungsmittel für Völker der Südsee darstellte. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die Volksbewohner kaum erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes, Herzinfarkte oder Schlaganfälle hatten.

Auch Wissenschaftler konnten mittlerweile beweisen, dass Kokosöl, trotz seiner kurzkettigen Fettsäuren, sehr gesunde Eigenschaften aufweist. Denn durch die Kokosnuss wird zwar das Cholesterin erhöht, es gibt jedoch neben dem risikoreichen Cholesterin (ldl) auch noch ein gesundes Cholesterin (hdl). Dieses hdl-Cholesterin ist für das Senken des ldl-Cholesterins verantwortlich und sollte deshalb auch einen hohen Wert im Körper haben.

Durch das Verspeisen einer Kokosnuss wird das hdl-Cholesterin erhöht, außerdem das Herz geschützt und gegen Arteriosklerose (Verkalkung der Arterien) vorgebeugt.
Neben den kurzkettigen Fettsäuren sind auch einige mittellange Fettsäuren enthalten. Vor allem Diabetiker profitieren davon, da sie die Insulinresistenz senken und die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse ankurbelt.

Knapp 50 % der Fettsäuren in der Kokosnuss sind Laurinsäuren. Sie haben eine extrem antibakterielle Wirkung und bekämpfen Viren und Pilze. Das einzige Nahrungsmittel, das auf natürliche Art einen ähnlich hohen Anteil an Laurinsäure enthält, ist die Muttermilch.

Ebenso wirkt sich die tropische Südfrucht positiv auf den Stoffwechsel und das Kreislaufsystem aus und hilft bei einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse.

Die Kokosnuss als Kosmetikprodukt

Das Kokosfett kann als Kosmetikprodukt verwendet werden. Es schmilzt bei Zimmertemperatur und kann deshalb einfach am Körper verteilt werden. Durch die antibakteriellen Inhaltstoffe kann das Kokosöl effektiv gegen Akne und Pickel eingesetzt werden.

Bei Sonnenbrand beruhigt es die Haut und spendet ihr intensive Feuchtigkeit. Durch regelmäßige Anwendung repariert es trockenes Haar und gibt ihm Glanz. Dafür ca. eine halbe Stunde vor dem Waschen etwas Kokosöl ins Haar und die Kopfhaut einmassieren und etwas wirken lassen. Dann die Haare wie gewöhnt mit Shampoo waschen.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 354 Fettgehalt 33 g
Cholesterin 0 mg Natrium 20 mg
Kalium 356 mg Kohlenhydrate 15 g
Eiweiß 3,3 g Ballaststoffe 9 g

100 g Kokosnuss enthalten unter anderem

  • Fett: 33 g
    • davon gesättigte Fettsäuren: 30g
    • davon einfach ungesättigte Fettsäuren: 1,4 g
    • davon mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 0,4 g
  • Vitamin B 1: 61 µg
  • Vitamin B 2: 8 µg
  • Vitamin B 3: 1.080 µg
  • Vitamin B 5: 200µg
  • Vitamin B 6: 60 µg
  • Vitamin B 7: 12 µg
  • Folsäure: 30 µg
  • Vitamin C: 2.000 µg
  • Vitamin E: 700 µg

In der Kokosnuss ist die Linolsäure enthalten, die der menschliche Körper nicht produzieren kann und deshalb über die Nahrung aufgenommen werden muss. Neben Fett, Kohlenhydrate, Eiweiß und Wasser sind zudem Ballaststoffe, Zucker (natürlicher Fruchtzucker), Kalzium, Kalium, Magnesium, Selen, Phosphor, Natrium, Vitamin C, E und der Vitamin B-Komplex enthalten.

Unverträglichkeiten und Allergien

Allergische Reaktionen

Selten, aber doch, reagieren Menschen allergisch auf die Kokosnuss. Meist tritt dies in Verbindung mit Kreuzallergien auf, die vorwiegend durch bestehende Allergien (häufig Walnuss, Haselnuss oder Linsen) ausgelöst werden. Symptome sind oft Juckreiz und Rötungen der Haut, Anschwellen der Schleimhäute im Mund oder Rachenbereich, Magenschmerzen oder Erbrechen.

Kokosnuss bei Fruktoseintoleranz

Da die Kokosnuss wenig Fruktose enthält, ist sie für Menschen mit Fruktoseintoleranz gut geeignet. Trotzdem sollte sie von Betroffenen vorsichtig getestet und auf etwaige Reaktionen abgewartet werden.

Verzehr bei Histaminintoleranz

Personen mit Histaminintoleranz können die Kokosnuss ungehemmt genießen, da sie nur einen sehr geringen Histaminanteil besitzt. Die darin enthaltenen Vitamine B 6 und C sollen sogar den Abbau von Histamin im Körper fördern.

Kokosnuss in der Schwangerschaft

Für Frauen ist die Kokosnuss während der Schwangerschaft, Karenz und auch der Zeit danach gut verträglich. Da gerade die Folsäure sehr wichtig für Schwangere und deren Baby ist, eignet sie sich gut als natürliche Ergänzung.

Einkaufs- und Küchentipps

Durch die langen Transport- und Lagerwege kann es passieren, dass die Kokosnuss im Supermarkt nicht mehr ganz frisch ist. Dies sollte vor dem Kauf mit einer einfachen Schüttelprobe getestet werden: Wird die frische Kokosnuss geschüttelt, sollte man das Kokoswasser im Inneren deutlich gluckern hören, da sie im frischen Zustand am meisten Flüssigkeit enthält.

Aufbewahrung

Im Gemüsefach aufbewahrt sollte sie spätestens nach 2-3 Wochen verzehrt werden. Denn wenn die Nuss austrocknet, wird das Fruchtfleisch ungenießbar und landet im Restmüll.
Um die übergebliebenen Reste ein oder zwei Tage später noch essen zu können, sollen diese in eine Schüssel gelegt, mit Wasser bedeckt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das Wasser muss jedoch einmal am Tag gewechselt werden.

Wie öffnet man eine Kokosnuss?

Eine etwas komplizierte Hürde ist beim ersten Mal das Knacken der Nuss. Mit ein wenig Übung fällt das Öffnen der steinharten Frucht gar nicht mehr schwer. Am besten eignen sich dafür harte, spitze Gegenstände wie beispielsweise ein Schraubenzieher und ein Hammer.

Mit dem Schraubenzieher wird so lange in zwei der drei Augen gebohrt, bis diese durchstochen sind. Aus einem der Löcher kann nun das Kokoswasser abgefüllt werden, das zweite Loch dient als Luftloch. Wenn die Kokosnuss kein Wasser mehr enthält, wird sie auf eine feste Unterlage gelegt. Dabei sollte das Grübchen auf eine Seite zeigen.

Nun wird mit dem Hammer fest auf den Bauch der Kokosnuss geschlagen und nach jedem Schlag ein Stück gedreht. Es erfordert meist 10 bis 15 Schläge, bis sich ein Riss bildet. Danach kann die Nuss mit der Hand aufgebrochen werden und mit einem Messer das köstliche Fruchtfleisch herausgeschnitten werden.

Zubereitungstipps

Die Kokosnuss bietet eine Vielfalt an daraus erzeugten Produkten und Zubereitungsarten. Das Fruchtfleisch kann roh verzehrt werden. Das Kokosfett hat einen hohen Rauchpunkt und eignet sich deshalb perfekt als Bratöl.

Das Aroma der Kokosnuss passt zu allen Süßspeisen wie Torten, Cremes, Puddings und Eis sowie zu herzhaften Speisen in Kombination mit Fleisch, Fisch, Cremesuppen oder Gemüse. Brot aus Kokosmehl wird von Zöliakiepatienten gut vertragen und Kokosmilch ist ein guter Ersatz bei Laktoseintoleranz.

Tipp:

 Für einen Popcorngeschmack wie in den früheren Kinos den Mais mit Kokosöl verfeinern.

Rezepte

Karotten-Kokos-CremesuppeZutaten:

  • 250 g Kartoffeln
  • 500 g Karotten
  • 2 Zwiebeln
  • 1 l Geflügelbrühe
  • 1 Dose Kokosmilch
  • Gewürze (Curry, Salz, Pfeffer, Chili)

Zubereitung:

Die Karotten und Kartoffeln in Würfel schneiden und mit den Zwiebeln in Öl anschwitzen. Mit der Geflügelbrühe aufgießen und etwas kochen lassen, bis die Karotten- und Kartoffelstücke weich sind. Anschließend das Ganze pürieren und die Kokosmilch einrühren. Mit den Gewürzen kann die Suppe je nach Geschmack verfeinert werden.

Häufige Fragen und Antworten

Wo kann ich Kokosöl kaufen?

Das Kokosöl ist in Supermärkten, Bio-Läden und Reformhäusern erhältlich. Immer mehr Kleinmärkte bieten Kokosöl in ihren Läden an. Beim Kauf sollte man zu hochwertigem Bio-Kokosöl greifen.

Wie verwende ich Kokosöl in der Kosmetik?
Es reicht, wenn Sie sich hochwertiges, unraffiniertes Kokosöl im Bioladen kaufen. Das harte Fett schmilzt auf Ihrer Hand und Sie können damit Körper und Gesicht eincremen.

Kann ich die Kokosnuss im Sportbereich verwenden?
Ja, denn auch hier bietet sie einige Vorteile. Das Kokosnusswasser wirkt rehydrierend, ist reichhaltig an Mineralstoffen und gilt als optimaler Durstlöscher. Das Öl wirkt sehr entspannend auf die eingeriebenen Muskelpartien.

Hilft die Kokosnuss beim Abnehmen?
Das Kokoswasser ist sehr kalorienarm. Bei einer Diät kann ohne Bedenken etwas mehr davon getrunken werden. Das Kokosfett hat zwar einen hohen Kalorienanteil, sollte aber auf jeden Fall statt Butter zum Braten verwendet werden. Die im Kokosfett enthaltenen mittellangen Fettsäuren werden schneller in Energie umgewandelt und werden deshalb vom Körper, im Gegensatz zu tierischem Fett, nicht als Fettpölsterchen eingelagert.

Unser Fazit

Die Kokosnuss ist ein echtes Superfood, dem noch viel mehr Beachtung geschenkt werden darf. Sie schmeckt nicht nur lecker, sondern sollte auch im Badezimmer einen fixen Platz einnehmen.

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