Korsakow-Syndrom

Steckbrief: Korsakow-Syndrom

  • Name(n): Korsakow-Snydrom; Morbus Korsakow
  • Art der Krankheit: Amnesie
  • Verbreitung: Eher selten
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1887; Sergei Korsakow
  • Behandelbar: Nicht heilbar; Verabreichung von Vitamin B
  • Art des Auslösers: Thiaminmangel; Alkoholmissbrauch;
  • Wieviele Erkrankte: Männer häufiger als Frauen; Zwölf-Einhalb % aller chronischen Alkoholiker
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologe; Psychiater
  • ICD-10 Code(s): F04

Wenn Alkohol das Gedächtnis zerstört

Alkohol ist ein Genussmittel, dass in großen Mengen ungesund ist. Doch Vielen ist gar nicht bewusst, welche Schäden Alkohol anrichten kann. Es ist ein Nervengift, das zu irreparablen Schäden führt. Die schlimmste Folge eines chronischen Alkoholmissbrauchs ist das Korsakow-Syndrom.

Es vereint mehrere Symptome, durch die Erkrankte massiv eingeschränkt sind. Sie verlieren zunehmend alle Erinnerungen und jegliches Bewusstsein für die Realität. Das Korsakow-Syndrom gilt im Allgemeinen als typische Alkoholiker-Krankheit. Doch es gibt auch noch andere Ursachen.


Definition Korsakow-Syndrom

Das Korsakow-Syndrom ist eine Erkrankung des Gehirns. Sie tritt in den meisten Fällen als Folgeerkrankung eines langjährigen Alkoholmissbrauchs auf. Deshalb wird sie im Allgemeinen auch als typische Krankheit von Alkoholikern bezeichnet

Die Entstehung des Syndroms ist bedingt durch einen chronischen Mangel an Vitamin B1 bzw. Thiamin. Betroffene erleiden dadurch Schäden im Nervensystem, mit denen sie ein Leben lang konfrontiert sind.

Zu den Symptomen zählen vor allem Gedächtnisverlust und Orientierungsstörungen.

Die Behandlung des Korsakow-Syndroms beinhaltet die Gabe von Vitamin B1 bzw. Thiamin. Außerdem verordnen Ärzte Alkoholverbot.

Andere Personen, die an dem Syndrom erkranken, hatten zuvor eine besondere Form der Gehirnentzündung. Diese trägt den Namen Enzephalopathie.


Was ist das Korsakow-Syndrom?

Der russische Psychiater und Neurologe Sergei Korsakow hat das Korsakow-Syndrom zum ersten Mal beschrieben – Ende des neunzehnten Jahrhunderts.

Personen, die über viele Jahre täglich große Mengen an Alkohol zu sich nehmen, besitzen ein hohes Risiko, am Korsakow-Syndrom zu erkranken. Ein weiterer Risikofaktor liegt in einer mangelhaften Ernährung, die typisch für Alkoholiker und auch für andere Personengruppen ist.

Diese nehmen kaum Vitamine und andere Nährstoffe zu sich. Ausschlaggebend für das Korsakov-Syndrom ist ein Mangel an Vitamin B1. Dieses hält vor allem das Nervensystem gesund.

Am Korsakow-Syndrom Erkrankte sind häufig nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Denn es handelt sich in erster Linie um neurologische Symptome. Über vierzigjährige Männer trifft es eher als Frauen.

Die meisten Betroffenen verlieren massiv an Gedächtnisleistung. Sie sind immer vergesslicher und kaum noch in der Lage, sich in Zeit und Raum zu orientieren. Im Rahmen der Erkrankung entwicklen sie eine Amnesie, die mit Gedächtnisverlust zu übersetzen ist.

Chronischer Alkoholismus ist aber nicht die einziger Ursache. Einige Patienten erleiden zuvor eine Wernicke-Enzephalopathie. Dabei handelt es sich um eine besondere Form einer Entzündung des Gehirns.

Das sich in der Folge entwickelnde Syndrom nennen Mediziner Wernicke-Korsakow-Syndrom.
Auch diese Erkrankung lässt sich durch einen langjährigen Mangel an B1 erklären. Typisch für eine Enzephalopathie sind Gleichgewichtsstörungen, Kopfschmerzen, Fieber sowie ein wackeliges Gangbild.

Trotz einer komplexen und langwierigen Behandlung bzw. therapeutischer Maßnahmen ist das Korsakow-Syndrom nicht heilbar. Mediziner und Therapeuten können bei aktiver Beteiligung des Erkrankten lediglich dessen Symptome behandeln und lindern. Dieser muss sein Leben komplett umstellen und ist lebenslang auf Unterstützung angewiesen.


Welche Ursachen gibt es?

Die häufigste Ursache für die Entstehung des Korsakow-Syndroms ist eine so genannte Hypovitaminose. Ärzte sprechen hier von einem erheblichen Mangel an bestimmten Vitaminen.

Im Falle des Korsakow-Syndroms betrifft dies insbesondere den Vitamin-B-Komplex. Bekommt der Körper zu wenig davon, sind nachlassende Belastbarkeit, Müdigkeit und Reizbarkeit die Folge.

Ausschlaggebend für das Korsakow-Syndrom ist das Vitamin B1. Besteht hiervon ein Mangel, treten Störungen des Stoffwechsels auf. Die Aufnahme lebenswichtiger Nährstoffe ist blockiert – vor allem von Zucker und Fett. Der Körper verliert zunehmend an Energie und Kraft.

Das Vitamin B1 ist außerdem dafür verantwortlich, dass Reize im Nervensystem weitergeleitet werden und im Gehirn ankommen. Passiert dies nicht, haben Betroffene häufig neurologische Ausfallerscheinungen, sodass Bewegung und Koordination schwer fallen.

Alkoholiker haben meist kein richtiges Hungergefühl, da sie die meiste Energie bereits über die vielen Mengen an Alkohol zu sich nehmen. Dieser jedoch entzieht dem Körper zusätzlich Nährstoffe und Wasser. Außerdem müssen sich Betroffene oft übergeben, wodurch sie aufgenommene Nahrung schnell wieder verlieren.

Gleichzeitig erhöht Alkohol den Bedarf an Thiamin im Körper. Thiamin ist ein wasserlösliches Vitamin, das der menschliche Organismus für ein funktionierendes Nervensystem braucht. Zudem nimmt das Vitamin Einfluss auf den psychischen Zustand eines Menschen. Besteht ein dauerhafter Mangel an Thiamin, leiden Betroffene unter anderem unter Gedächtnisverlust und Konzentrationsstörungen.

Doch nicht nur der Missbrauch von Alkohol führt zum Korsakow-Syndrom, sondern auch Essstörungen, wie etwa Magersucht, und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die die regelmäßige Aufnahme wichtiger Nährstoffe verhindern.

Andere Ursachen sind zum Beispiel schwere Kopfverletzungen und Schlaganfälle. Doch auch virale Entzündungen des Gehirns erhöhen das Risiko, am Korsakow-Syndrom zu erkranken.

Weitere Gründe sind Vergiftungen – zum Beispiel mit Kohlenstoffmonoxid – oder Sauerstoffmangel, der wichtige Gehirnfunktionen beeinträchtigt.

Ursachen zusammengefasst:

  • Mangel an Vitamin B1 (Thiamin)
  • Enzephalopathie
  • Alkoholmissbrauch
  • Essstörungen
  • Schlaganfall
  • Kopfverletzungen
  • Vergiftungen
  • Sauerstoffmangel

Symptome & Anzeichen

Bei der Erkrankung Korsakow handelt es sich um ein Syndrom, das heißt, es sind mehrere Symptome miteinander kombiniert. Zum Teil bedingen sie sich sogar einander.

Die Symptome im Bereich der Sinnesorgane sind bei vielen Erkrankten mit der Zeit gut erkennbar. Dazu zählen zum Beispiel Lähmungen der Augenmuskeln. Dadurch ist das Sichtfeld eingeschränkt und Betroffene weisen häufig einen starren Blick auf. Hinzu kommt das Sehen der Umwelt in Doppelbildern sowie Zittern von Augenliedern. Diese Erscheinungen führen Ärzte auf den Mangel an Thiamin zurück.

Im neurologischen Bereich ist die Rede von einem ausgeprägten Kurzzeitgedächtnis. Sie behalten Informationen lediglich für einen kurzen Zeitraum im Kopf. In manchen Fällen sind es lediglich wenige Minuten, innerhalb derer Betroffene neue Eindrücke in Erinnerung behalten. Das Langzeitgedächtnis hingegen schwindet immer mehr. Das kognitive Erlernen und Trainieren neuer Fähigkeiten ist kaum möglich.

In Verbindung dazu vergessen am Korsakow-Syndrom Erkrankte häufig ganze Lebensabschnitte und blenden vor allem jene aus, in denen der Alkoholkonsum besonders hoch war. Oft erinnern sie sich auch nicht an bekannte Personen oder verwechseln diese miteinander – dazu gehören im schlimmsten Fall auch Familienangehörige.

Betroffene leben quasi wie in einer anderen Zeit und bringen Erlebnisse durcheinander. Zum Teil erfinden sie auch neue Zusammenhänge. Häufig entwickeln sie eine Persönlichkeitsstörung, wodurch nahe stehende Personen stark irritiert sind.

Die eigene Krankheit reflektieren betroffene Personen kaum oder denken sich andere Gründe statt des Alkoholismus aus. Das Füllen von Gedächtnislücken mit erfundenen Inhalten bezeichnen Mediziner als Konfabulationen.

Auch das Sprachzentrum des Gehirns ist in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch haben Erkrankte häufig Probleme, Sachverhalte zu beschreiben. Manchen fällt es sogar schwer, einfache Sprachlaute zu formulieren oder sie haben massive Wortfindungsstörungen.

Im Bereich neurologischer Schäden nennen Ärzte außerdem Gleichgewichtsstörungen und Ausfallerscheinungen, sodass Betroffenen das Gehen zunehmend schwer fällt. Sie haben ein wackeliges Gangbild. Auf Außenstehende wirkt es wie zielloses Torkeln.

Viele leiden zusätzlich an Störungen des Magen-Darm-Trakts, wodurch es zu häufigem Erbrechen kommt.

Affektive Symptome sind ebenfalls wahrscheinlich. Das Stimmungsbild Betroffener schwankt meist zwischen mehreren Extremen. Mal sind sie hoch euphorisch und voller Tatendrang, im nächsten Moment jedoch fühlen sie sich antriebslos und können sich kaum zu Aktivitäten aufraffen. Auch Depressionen sind möglich.

Am Korsakow-Syndrom Erkrankte ändern zunehmend ihr Bewusstsein und ihre Persönlichkeit. Zum Teil sind sie nicht mehr dazu in der Lage, anderen Menschen zu vertrauen. Im Gegenteil, sie entwicklen Wahnerscheinungen, wie etwa krankhafte Eifersucht, und haben hin und wieder Wutausbrüche oder versinken in Trauer und Frust. Der Umgang mit ihnen fällt Außenstehenden zunehmend schwer.

Symptome zusammengefasst:

  • Gedächtnisverlust
  • Ausgeprägtes Kurzzeitgedächtnis und vermindertes Langzeitgedächtnis
  • Bewusstseinsveränderungen
  • Persönlichkeitsstörung
  • Sprachstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Störungen des Magen-Darm-Trakts
  • Augenzittern
  • Lähmungen der Augenmuskeln
  • Affektive Störungen
  • Depression
  • Erfinden falscher Tatsachen

Diagnose & Krankheitsverlauf

Für Laien ist das Korsakow-Syndrom oft nicht gleich zu erkennen. Ein Arzt allerdings bemerkt bereits in Gesprächen erste Anzeichen. Eindeutige Indizien sind zum Beispiel Wortfindungsstörungen, ein starrer Blick und das schnelle Vergessen von Fakten.

In Ergänzung dazu bieten sich ebenfalls Unterhaltungen mit Verwandten und Freunden an, bei Symptome aus eigener Erfahrung bestätigen.

Ein weiterer Inhalt eines Diagnosegesprächs sind Aussagen über das Trinkverhalten des Betroffenen. Hat dieser über viele Jahre regelmäßig große Mengen an Alkohol zu sich genommen, ist die Wahrscheinlichkeit für das Korsakow-Syndrom aufgrund von Alkoholmissbrauch sehr hoch.

Außerdem stellen Ärzte Fragen zur Lebensgeschichte des Erkrankten und zu aktuellen Geschehnissen, um herauszufinden, ob dieser sich örtlich und zeitlich orientieren kann.

Des Weiteren ist die Krankengeschichte von Relevanz. Liegt eine Vor-Erkrankung mit einer Wernicke-Enzephalopathie vor, ist dies ein weiterer Risiko-Faktor für das Korsakow-Syndrom. Für eine genaue Diagnose machen Ärzte eine Blutuntersuchung.

Nach erster Diagnose des Korsakow-Syndroms kommen die meisten Betroffenen in ein Krankenhaus. Dort erhalten sie Vitamin B1 in Tablettenform. Hierdurch gehen Symptome wie Schläfrigkeit, Konzentrationsstörungen und Augenbeschwerden zuerst zurück.

Bei der Lumpalpunktion untersuchen Mediziner die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit und gehen so anderen neurologischen Ursachen auf den Grund. Hinzu kommt meist ein EEG zur Messung der Hirnströme.

Vergangene Schlaganfälle und Kopfverletzung begünstigen ebenfalls die Entstehung der Krankheit. Die Bestätigung dieser Vor-Erkrankungen erfolgt meist über ein MRT oder CT.

Das Korsakow-Syndrom ist eine chronische Erkrankung, die sich nicht heilen lässt. Ärzte behandeln lediglich die Symptome. Betroffene Personen sind dauerhaft eingeschränkt und benötigen Unterstützung.

Erkrankte leiden entweder an einer anterograden Amnesie, bei der sie neu erlebte oder erlernte Dinge nicht im Gedächtnis behalten. Haben sie hingegen eine retrograde Amnesie, vergessen sie Informationen aus der Vergangenheit. Um welche Art von Amnesie es sich handelt, finden Ärzte durch so genannte Demenz- und Amnestietests heraus.

Manche Patienten sind so stark vom Syndrom betroffen, dass sie nie wieder vollkommen selbstständig leben können. Sie erhalten soziale Betreuung, um ihr Leben zu organisieren.

Ein unbehandeltes Korsakow-Syndrom kann zum Tod führen.

Diagnostische Methoden zusammengefasst:

  • Diagnosegespräche
  • Amnesietest
  • Blutuntersuchung
  • Lumbalpunktion
  • EEG
  • CT
  • MRT
  • Krankengeschichte

Häufigkeit & Diagnosedaten

Am häufigsten sind Personen vom Korsakow-Syndrom betroffen, die ihr Leben lang Alkohol in großen Mengen konsumiert haben. Bei den Betroffenen handelt es sich meist um über vierzigjährige Männer.

Alkoholismus gilt als eine der wichtigsten Ursachen für die Entstehung des Korsakow-Snydroms. Als alkoholkrank gelten Personen, die regelmäßig, also jeden Tag Alkohol zu sich nehmen. Die Betroffenen trinken pro Tag mehr als ein bis zwei alkoholische Getränke. Ihnen fällt es schwer, sich von dieser Gewohnheit zu lösen und entwickeln Entzugserscheinungen, wenn sie nicht trinken. In Deutschland sind statistisch gesehen bis zu vier Millionen Menschen alkoholkrank.

Natürlich gibt es auch Erkrankungen bei Frauen. Das Verhältnis zwischen erkrankten Männern und Frauen liegt bei 5:2.

Bei Alkoholikern liegt die Wahrscheinlichkeit für das Korsakow-Syndrom bei etwa 12,5 Prozent.

Die Wernicke-Enzephalopathie gilt als eine weitere Ursache für das Syndrom. Ungefähr 34 Prozent der Personen mit einer Entzündung des Gehirns erkranken in der Folgezeit am Korsakow-Syndrom.

Nicht alle für das Korsakow-Syndrom typischen Symptome treten bei Betroffenen auf. Lediglich 10 Prozent der Alkoholiker mit einer vorangehenden Wernicke-Enzephalopathie leiden zugleich an Problemen bei der räumlichen und zeitlichen Orientierung, an einer Augenmuskelparese sowie motorischen Bewegungsstörungen.

Die Anzahl der Personen mit Wernicke-Korsakow-Syndrom, die trotz einer Behandlung sterben, weicht nicht allzu stark von der Mortalitäts-Rate derjenigen Fälle ab, bei denen Betroffene keine Therapie erhalten. Etwa 17 Prozent der therapierten Personen sterben. Im Verhältnis dazu führt keine Behandlung des Syndroms in 12,5 Prozent aller Fälle zum Tod.

Genauere Angaben zu Diagnosen des Korsakow-Syndroms in Deutschland sowie zu speziellen Risiko-Faktoren, wie den Mangel des Vitamin B – Komplexes und Thiamin, macht die Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Deren Statistiken sind im Internet einsehbar.


Komplikationen bei der Krankheit

Alkohol schadet dem Nervensystem. Das ist allgemein bekannt. Doch die genauen Auswirkungen von Alkoholismus wissen Viele nicht.

Langjähriger Alkoholismus führt nicht nur zu Gedächtnisverlust, sondern auch zu massiven Einschränkungen der Beweglichkeit. Im Rahmen einer Polyneuroptahie zum Beispiel können Betroffene Gliedmaßen nur noch eingeschränkt bewegen.

Bei der Polyneuropathie handelt es sich um eine schwere Schädigung kleinster Blutgefäße, die im gesunden Zustand wichtige Nerven am Leben erhalten. Werden diese nicht ausreichend mit Sauerstoff und anderen Substanzen versorgt, sterben sie ab. Diese Schäden sind irreparabel.

Die Unterversorgung von Nerven betrifft vor allem Gliedmaßen, deren Funktionstüchtigkeit erheblich beeinträchtigt ist. Zunächst empfinden Betroffene ein Kribbeln, Stechen und Hitze in Beinen oder Armen. Hinzu kommen Schmerzen, wenn Druck auf Muskeln ausgeübt wird. Im weiteren Verlauf treten Lähmungserscheinungen auf, sodass sich Erkrankte nur noch mit Gehhilfen fortbewegen können.

Zudem verschlechtert sich die Sensibilität gegenüber Hitze und Kälte. Betroffene merken häufig nicht, dass ihr Körper auskühlt oder sie mit heißen Gegenständen in Berührung kommen. Die Folge sind Verbrennung, Unterkühlung oder im schlimmsten Falle Erfrierungen oder Hitzetod.

Die Polyneuropathie schreitet ohne Gegenmaßnahmen bis zur Körpermitte fort, sodass irgendwann auch der Herzmuskel betroffen ist. Betroffene leiden an Blutdruckbeschwerden und Herzproblemen.

Auch stark Hautirritationen bis hin zu trophischen Störungen sind im Verlauf einer Polyneuroptahie möglich.

Insgesamt ist das eigene Körperempfinden von chronischen Alkoholikern mit dem Korsakov-Syndrom stark eingeschränkt. Dazu kommen Einbußen bei kognitiven und motorischen Fähigkeiten. Dies führt leider oft auch zur Verwahrlosung der Betroffenen. Sie sind nicht mehr dazu in der Lage, ihre Lebenssituation zu reflektieren und dieser etwas entgegen zu setzen. So sind Todesfälle infolge von Erfrieren, Dehydrierung oder Unfällen möglich.

Komplikationen zusammengefasst:

  • Polyneuropathie
  • Lähmungen
  • Hauterkrankungen
  • Tod durch Erfrierung oder Hitze
  • Dehydrierung
  • Verwahrlosung
  • Verhungern
  • Unfälle

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Zunehmender Gedächtnisverlust in Kombination mit einem erhöhten Alkoholkonsum über viele Jahre ist ein Indiz für eine Erkrankung mit dem Korsakow-Syndrom. Bemerken Betroffene oder Angehörige diese Veränderung, ist der Gang zum Arzt unumgänglich. Wenn Betroffene ihre eigenen Familienmitglieder nicht mehr erkennen oder sie verwechseln, ist dies ebenfalls ein Alarmzeichen.

Viele Erkrankte verändern zudem ihre Persönlichkeit. Sie schwanken in ihrem Verhalten oft zwischen mehreren Extremen hin und her. So sind sie im einen Moment fröhlich und voller Tatendrang, im anderen hingen antriebslos und depressiv. Auch Wutausbrüche bis hin zur Anwendung von Gewalt sind möglich.

Für Angehörige ist es wichtig, eventuelle Wesensveränderungen beim Betroffenen zu beobachten, behutsam auf ihn einzuwirken und sich selbst zu schützen. Sie erhalten Unterstützung bei Beratungsstellen für Suchtkranke und deren Angehörige.

Weitere Hinweise auf das Korsakow-Syndrom sind Probleme beim Gehen, Sehbeeinträchtigungen und ein starker Gewichtsverlust.

Städtische Beratungsstellen helfen bei der Vermittlung von Therapieangeboten und Fachärzten. Auch Gespräche mit dem eigenen Hausarzt stellen einen Anfang dar. Dieser stellt meist eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten und Neurologen aus.


Behandlungsmethoden & Therapie

Handelt es sich bei einem vom Korsakow-Betroffenen um einen chronischen Alkoholiker, steht bei dessen Behandlung an erster Stelle das strikte Verbot von Alkohol. So ist es möglich, den Allgemeinzustand zu stabilisieren und weitere Langzeitschäden zu verhindern.

Oft erhalten Betroffene eine Überweisung ins Krankenhaus. Dort verabreichen Mediziner hochkonzentriertes Vitamin B1 – entweder in Tablettenform oder als Infusion.
Leiden Betroffenen an einer Wernicke-Enzephalopathie, erhalten sie Virostatika.

Viele Erkrankte, vor allem starke Alkoholiker, leiden aufgrund des Wasser- und Nahrungsmangels an Kreislaufproblemen. Dagegen verordnen Ärzte die Gabe von Elektrolyten und Flüssigkeit. Ebenfalls behandeln sie akute Hautprobleme und offene Wunden.

Parallel zur Therapie aller physischen Symptome erhalten Patienten eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung. Außerdem durchlaufen sie meist eine Ergotherapie, bei der sie alltägliche Handlungen trainieren.

In der neuropsychologischen Therapie setzen sie sich aktiv mit dem Gedächtnisverlust auseinander und trainieren kognitive Fähigkeiten.

Vom Korsakow-Syndrom Betroffene leben oft in ihrer eigenen Welt und vergessen ganze Lebensabschnitte. Um diesen Symptomen entgegenzuwirken, leisten Therapeuten Biografiearbeit, bei der sie Patienten mit ihrer eigenen Lebensgeschichte konfrontieren.

Da sich Betroffene meist räumlich und zeitlich nicht in ihrer Umwelt zurechtfinden, erhalten sie Orientierungshilfen, die sie bei der Gestaltung ihres Alltags unterstützen.
Viele nutzen auch Gehhilfen, um motorische Störungen auszugleichen und Bewegung zu ermöglichen.

Die Fähigkeit, das eigene Leben selbstständig zu organisieren und zu gestalten, ohne dabei sich oder andere Personen zu gefährden, ist bei vielen Personen mit dem Korsakow-Syndrom kaum bis gar nicht vorhanden. Aus diesem Grund sind sie dauerhaft auf Unterstützung durch soziale Betreuung angewiesen.

Behandlungsmethoden zusammengefasst:

  • Alkoholentzug
  • Verabreichung von Vitamin B1
  • Thiamingabe
  • Psychotherapie
  • Psychiatrie
  • Ergotherapie
  • Soziale Betreuung
  • Biografiearbeit
  • Orientierungshilfen
  • Gehhilfen
  • Soziale Betreuung

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Da Alkoholmissbrauch eine der häufigsten Ursachen für das Korsakow-Syndrom ist, gilt ein gesunder und reflektierter Umgang mit Alkohol als wichtige Methode zur Prävention.

Wer bereits alkoholkrank ist, sollte auf eine ausreichende Zufuhr des Vitamin B1 achten und seine Ernährung dementsprechend gestalten. Hülsenfrüchte, Meeresfrüchte und Ei zum Beispiel enthalten viel der wichtigen Nährstoffe.

Laut Medizinern und Wissenschaftlern besteht eine weitere Risikogruppe des Korsakow-Syndroms aus Personen mit einer psychischen Instabilität. Sind diese zusätzlich mit Schicksalsschlägen konfrontiert, erhöht sich die Gefahr, dass sie zu Alkohol als Trostmittel greifen. Sie geraten schnell in einen Teufelskreis aus Frust und Suchtverhalten.

Deshalb ist sie Sorge um die eigene psychische Gesundheit sehr wichtig. Personen, die von vielen persönlichen Problemen betroffen sind, sollten sich nicht davor scheuen, Hilfe und Unterstützung von außen in Anspruch zu nehmen. Wer einmal alkoholkrank ist, kommt von seiner Sucht allein nicht wieder los und benötigt therapeutische Maßnahmen.

Personen, die das Gefühl haben, die Kontrolle über ihr Trinkverhalten und ihr Leben zu verlieren, sei geraten, sich an Beratungsstellen für Suchtkranke zu wenden.

Wenn die Alkoholsucht und Entzugserscheinungen zu stark sind, erstellen Therapeuten oft gemeinsam mit Betroffenen einen täglichen Trinkplan. Dieser schreibt Alkoholikern feste Trinkzeiten und -mengen vor. Halten sie sich daran, verringert sich das Risiko regelmäßiger Vollräusche und die Entwicklung eines Korsakow-Syndroms als Folgeschaden.

Zudem erhalten Erkrankte einen Essensplan, der eine erhöhte Zufuhr von Vitamin B1 und Thiamin bezweckt, um die Entstehung bzw. das Voranschreiten eines bestehenden Korsakow-Syndroms zu vermeiden.

Sind Betroffene einmal in Behandlung, ist es außerdem wichtig, dass sie eine Beschäftigung oder ein Hobby finden. Bei milderen Formen des Korsakow-Syndroms ist es außerdem möglich, dass Erkrankte einer werksmäßigen Arbeit nachgehen. Diese Maßnahmen verfolgen das Ziel, noch vorhandene kognitive Fähigkeiten zu schulen und zu erhalten.

Als Gegenmaßnahme zu motorischen Problemen hilft Bewegung in Form von therapeutischen Angeboten. Dies beugt einer Verschlimmerung auftretender Lähmungserscheinungen vor.


Prognose zur Heilung

Eine Heilung des Korsakow-Syndroms ist ausgeschlossen. Es ist allerdings möglich, vorhandene Symptome zu lindern und Maßnahmen zu ergreifen, mit deren Hilfe Betroffene ein halbwegs normales und selbstständiges Leben führen.

Durch die konzentrierte Gabe von Vitamin B und Thiamin gehen einige Symptome wie Sehstörungen, Probleme beim Gehen und Sprachstörungen zurück.

Schwere Grade des Korsakow-Syndroms führen unter Umständen auch zum Tod, da das Nervensystem der Betroffenen zu stark geschädigt ist. Es gibt Fälle, bei denen sich Erkrankte regelrecht ,,tot trinken“.

Bei einem Wernicke-Korsakow-Syndrom liegt eine Vor-Erkrankung mit einer Wernicke-Enzephalopathie vor. Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Gehirns. Erfolgt hiergegen keinen Behandlung, führt sie zum Tod.

Ist das Gehirn entzündet, kommt es zur Schädigung von Nervenzellen. Außerdem schwillt das Gehirn an und der Druck im Kopf erhöht sich. Patienten befinden sich in Lebensgefahr. Eine Heilung der Wernicke-Enzephalopathie ist durch die Gabe von Virostatika möglich.


Was ist Thiamin?

Thiamin ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem Vitamin-B-Komplex. Eine andere Bezeichnung für Thiamin ist Vitamin B1. Der menschliche Körper kann es nur in geringen Mengen speichern. Daher ist eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung notwendig, um wichtige Prozesse im menschlichen Organismus am Laufen zu ermöglichen.

Das Vitamin B1 bzw. Thiamin findet sich vor allem in Hülsenfrüchten, wie Erbsen, Linsen und Bohnen. Wer einmal pro Woche ein Ei isst, tut ebenfalls etwas dafür, um seinen Thiamin-Spiegel im Körper aufrecht zu halten. Außerdem ist Thiamin in Vollkorkprodukten und Meeresfrüchten enthalten.

Vitamin B1 braucht der Körper besonders für ein funktionierendes Nervensystem. Es ist für die Reizübertragung von Nervenzelle zu Nervenzelle verantwortlich, ebenso zwischen Nervenzelle und Muskel. Dies ist zum Beispiel die Voraussetzung dafür, dass sich Arme und Beine bewegen.

Auch beim Stoffwechsel kommt Thiamin eine wichtige Aufgabe zu. So ermöglicht es unter anderem die Umwandung von Kohlenhydraten in Glukose. Erst daraus gewinnt der Körper Energie. Ist dieser Stoffwechselprozess durch einen Mangel an Vitamin B1 gestört, erhält der menschliche Organismus nicht ausreichend Nährstoffe, wodurch es zur Unterversorgung auch anderer Organe kommt.

Außerdem ist das menschliche Nervensystem ohne Vitamin B1 nicht dazu in der Lage, sich selbst zu regenerieren. Die Regeneration beinhaltet, dass sich Nerven erneuern. Kommt es zum Beispiel zu Verletzungen, bilden sich neue Nervenzellen, wodurch gleichzeitig eine Schmerzlinderung erfolgt.

Ein Mangel an Vitamin B1 im Körper besteht bereits nach ein paar Tagen. Bei Alkoholikern ist dieser aufgrund ihrer Lebensführung meist chronisch.


Alternative Behandlungsmethoden

 

Bei der Behandlung des Korsakov-Syndroms greifen viele Ärzte und Therapeuten auch zu alternative Handlungsmethoden. Diese sind allerdings nur zur Linderung von Symptomen bzw. zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens bestimmt. Heilung versprechen sie nicht.

Die Naturheilkunde bietet zum Beispiel allerhand Naturkräuter, Heilpflanzen sowie homöopathische Mittel, um Beschwerden wie etwa langanhaltende Müdigkeit, innere Unruhe und Magenbeschwerden zu reduzieren. Diese treten häufig bei Patienten mit dem Korsakow-Syndrim auf.

Zusätzlich wenden Therapeuten Akupunkturen an. Besonders beliebt ist die Ohr-Akupunktur. Die Methode dient dazu, inneres Gleichgewicht herzustellen und innere Unruhe zu bekämpfen.

Andere alternative Therapieformen sind zum Beispiel Qi-Gong zur Meditation sowie autogenes Training. Damit üben Betroffene, sich zu entspannen, ein besseres Körpergefühl zu entwickeln und ihre Alkoholsucht unter Kontrolle zu halten.

Im Bereich der Homöopathie gibt es einige Globulin-Arten, die ebenfalls zur physischen und psychischen Gesundheit beitragen.

Mithilfe von Hypnosen gehen Therapeuten und Betroffene den Ursprüngen und Ursachen einer bestehenden Alkoholsucht auf den Grund. Außerdem dienen Hypnosen der Entspannung.

Psychotherapeuten greifen gern zu einer so genannten Systematischen Familienaufstellung. Dadurch gewinnen sie Informationen über eventuelle Familienkonflikte, die das Suchtverhalten ihrer Patienten begünstigt.

Welche Hausmittel können helfen?

 

  • Gedächtnistraining im Alltag
  • Essensplan
  • Wochenplan
  • Erinnerungshilfen
  • Bittere Tee
  • Wermut
  • Pfefferminze
  • Saure Gurken
  • Sanfter Sport
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Wasser
  • Leinsamen
  • Kleine Mahlzeiten

Für eine leichtere Organisation und Gestaltung des Alltag eigenen sich für vom Korsakow-Syndrom Erkrankte Pläne zur Einnahme von regelmäßigen Mahlzeiten sowie Wochenpläne mit Aufgaben und Beschäftigungen.

Erkrankte erstellen gemeinsam mit Therapeuten Wochenpläne, auf denen für jeden Tag Mahlzeiten sowie Aktivitäten stehen. Außerdem sind kognitive Beschäftigungen und Aktivitäten wichtig, bei denen Patienten Freude empfinden und ihr Selbstwertgefühl stärken.

Um der Vergesslichkeit vieler Betroffener entgegen zu wirken, bieten sich kleine Kärtchen oder Klebezettel an, die in der Wohnung des Betroffenen verteilt sind. Auf diesen stehen beispielsweise Erinnerungen zu wichtigen Terminen, Namen nahestehender Personen oder das Datum des aktuellen Tages.

Ergänzend dazu gibt es die Möglichkeit, einfache Gedächtnisübungen in den Alltag zu integrieren. Sicher helfen dabei auch Rätsel.

Zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens empfehlen Ärzte und Therapeuten viel Bewegung an der frischen Luft und sanften Sport, soweit dies im Rahmen eventueller Lähmungen möglich ist. Sauerstoff und Sonnenlicht tragen zu einem positiven Stimmungsbild bei.

Chronische Alkoholiker leiden oft an Appetitlosigkeit und nehmen zu wenig Nahrung zu sich. Hier helfen saure Gurken und bittere Tees. Diese unterstützen außerdem den Stoffwechsel und die Verdauung. Besonders gut eignen sich Wermut und Pfefferminze.

Um Magen-Darm-Beschwerden entgegen zu wirken, ist die Einnahme kleiner und fettarmer Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Leinsamen zum Beispiel regen die Verdauung zusätzlich an.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Ingwer
  • Basilikum
  • Dill
  • Bohnenkraut
  • Zwiebeln
  • Arnica-Wurzel
  • Angelika-Wurzel
  • Johanniskraut

Die Natur biete einige Heilpflanzen und -kräuter an, mit denen Personen, die vom Korsakow-Syndrom betroffen sind, leichte Beschwerden lindern können. Die natürlichen Heilmittel sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich oder lassen sich frisch zubereiten. So gibt es Tees, Tabletten oder ätherische Öle, die Heilkräuter und -pflanzen enthalten.

Appetitlosigkeit betrifft viele Alkoholiker. Zur Anregung des Appetits eignen sich Kräuter, die leicht zu finden oder zu kaufen sind. Dazu zählen zum Beispiel Ingwer, Dill, Bohnenkraut. Doch auch Zwiebeln lassen sich gut in Mahlzeiten integrieren und machen sie schmackhaft.

Aufgrund von Störungen des Nervensystems leiden Alkoholkranke oft an Muskelschmerzen. Diese lassen sich mit Heilkräutern lindern. Die Arnica- und Angelikawurzel sind geeignete natürliche Mittel, um Stechen und Brennen in Muskeln zu reduzieren. Auch Johanniskraut hilft bei Bewegungsschmerzen. Außerdem beruhigt es und unterstützt das innere Gleichgewicht.

Ätherische Öle

 

  • Basilikum
  • Nelke
  • Rosmarin
  • Zitrone
  • Zimt
  • Schafgarbe
  • Melisse
  • Fenchel
  • Galbanum
  • Vanille

Im Rahmen einer Aromatherapie zum Beispiel nutzen Patienten die natürliche Wirkkraft ätherischer Öle. Diese leisten vor einen Beitrag zum seelischen Wohlbefinden und beeinflussen das Stimmungsbild von Betroffenen. Außerdem unterstützen sie die Gedächtnisleistung und steigern die Konzentration.

So gelten unter anderen ätherischen Ölen Basilikum, Nelke und Rosmarin als gedächtnisfördernd.

Zur Bekämpfung von nervösen Unruhezuständen nehmen Therapeuten oft Schafgarbe, Melisse oder Fenchel.

Vom Korsakow-Syndrom Betroffene sind meist leicht reizbar und gegen zu plötzlichen affektiven Reaktionen. Zur Milderung emotionaler Ausbrüche eignen sich ätherische Öle mit Galbanum und Vanille.

Ätherische Öle finden entweder als Massage-Mittel oder als Duftöl in speziellen Raumlampen Verwendung.

Homöopathie & Globuli

 

Bei der Behandlung von Sucherkrankungen wie dem Alkoholismus wenden Ärzte und Therapeuten auch alternative Methoden der Homöopathie an. Diese bietet Betroffenen verschiedene Globuli und Tabletten an. Diese nehmen Betroffen zum Einen, um physische Symptome in den Griff zu bekommen, zum anderen aber auch als natürliche Ergänzung einer Psychotherapie.

Homöopathie ist nicht dazu in der Lage, ein Korsakow-Syndrom zu heilen. Sie versteht sich eher als Unterstützung und Ergänzung der Schulmedizin. Sie verfolgt das Ziel, heilende Impulse bei Betroffenen zu setzen. Außerdem unterstützen sie im psychotherapeutischen Sinne bei der Suche nach möglichen Ursachen für eine bestehende Alkoholsucht.

Zudem helfen sie Patienten dabei, ihr seelisches Gleichgewicht wiederherzustellen. Dies ist Voraussetzung dafür, dass sie ihr Suchtverhalten reflektieren und damit verantwortungsbewusst umgehen.

Befinden sich am Korsakow-Syndrom erkrankte Alkoholiker am Anfang einer Behandlung, steht der Alkoholentzug an erster Stelle. Hierbei können Heilpflanzen wie Arsenicum, Belladonna und Ignatia unterstützen.

Zur Therapie Depressionen eignen sich zum Beispiel Arsenicum album und Lycopodium. Sie mildern außerdem innere Unruhe und einen vorhandenen Tremor und wirken körperlicher Schwäche entgegen.

Alkoholiker sollten von bestimmten homöopathischen Mittel Abstand nehmen, da diese Alkohol enthalten. Dies betrifft vor allem Tropfen, aber auch manche Tabletten. Bei der Herstellung dieser verdünnen Homöopathen natürliche Ursubstanzen entweder mit Wasser oder Alkohol. Dieser ist für Alkoholkranke in Behandlung absolut tabu – egal in welcher Menge.

Schüssler-Salze

 

Schüssler Salze sind Bestandteil vieler alternativer Behandlungsmethoden mit natürlichen Mitteln. Sie unterstützen sowohl die Therapie körperlicher Symptome als auch psychischer Probleme.

So eignet sich eine Vielzahl von Salzen, um depressive Zustände zu reduzieren. Dazu zählen zum Beispiel die Schüssler Salze Nummer Fünf, Sechs, Sieben und Elf. Doch auch die Salze Kalium bromatum, Kalium jodatum sowie Manganum sulfuricum und Calcium carbonicum.

Gegen Müdigkeit helfen die Schüssler Salze Nr. 2. Calcium phosphoricum, Nr. 3. Ferrum phosphoricum, Nr. 9. Natrium phosphoricum, aber auch Nr. 13. Kalium arsenicosum.

Auch zur Unterstützung von Gedächtnistraining eignen sich einige Schüssler Salze. Dazu zählen unter anderen die Salze Nr. 2. Calcium phosphoricum, Nr. 3. Ferrum phosphoricum und Nr. 5. Kalium phosphoricum.

Diät & Ernährung

 

  • Vollkost
  • Linsen
  • Erbsen
  • Bohnen
  • Vollkornbrot
  • Haferflocken
  • Leinsamen
  • Leinsamen
  • Wasser
  • Frisches Obst und Gemüse
  • Kein Alkohol

Ärzte verordnen Erkrankten auf keinen Fall eine Diät, da diese eh schon einer Mangelversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen leiden.

Bei der Behandlung des Korsakow-Syndroms steht die Verabreichung von konzentriertem Vitamin B1 an erster Stelle, um akute Symptome zu lindern.

Erkrankte müssen im Verlauf ihrer Therapie und für den Rest ihres Lebens auf eine ausgewogene Ernährung achten, die viele Lebensmittel mit Vitamin B1 enthält.

Um einem chronischen Mangel an Vitaminen und Mineralien entgegenzuwirken, eigenet sich vor allem frisches Obst und Gemüse.

Alkohol ist tabu. Für eine gesunde Verdauung und zur Steigerung der Gedächtnisleistung is viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee wichtig.

Im Rahmen einer Ergotherapie haben Betroffene die Möglichkeit, selbstständiges und gesundes Kochen erneut zu erlernen. Dies trägt auch zur Steigerung des Appetits bei.


FAQ – Fragen & Antworten

Sind am Korsakow-Syndrom erkrankte Personen dement?

Demenz ist eine altersbedingte Erkrankung des Gehirns, die mit einem Gedächtnisverlust einhergeht. Im Gegensatz zum Korsakow-Syndrom schreitet diese immer weiter voran.
Beim Korsakow-Syndrom ist es möglich, durch Alkoholentzug und die Gabe von Vitamin B1 einer Verschlimmerung vorzubeugen.

Da vom Korsakow-Syndrom Betroffen auch ihr Erinnerungsvermögen verlieren, ist hier häufig die Rede von der Alkoholiker-Demenz.

Ist das Korsakow-Syndrom vererbbar?

Wer Familienangehörige älterer Generationen hat, die am Korsakow-Syndrom erkrankt sind, trägt selbst auch häufig die erblichen Anlagen zur Krankheit in sich. Das Risiko des Krankheitsausbruchs ist wesentlich höher als bei anderen Personen ohne genetische Vorbelastung.

Wie hoch ist die Lebenserwartung bei Korsakow-Erkrankten?

Es gibt Fälle, bei denen Betroffene aufgrund ihrer schweren Symptome verstorben sind. Andere erreichen ein sehr hohes Lebensalter. Voraussetzung hierfür allerdings ist eine Therapie und ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Krankheit. Die Lebenserwartung hängt meist vom Schweregrad des Korsakow-Syndroms ab und davon, ob weitere Krankheiten hinzu kommen.

Müssen Betroffene in ein Pflegeheim?

Der Schweregrad eines Kosakow-Syndrom entscheidet über das Ausmaß der Symptomatik. Einige Betroffene sind so krank, dass ein selbstständiges Leben ohne pflegerische Maßnahmen von außen nicht mehr möglich ist und sie in ein Pflegeheim kommen. Doch es gibt auch erkrankte, aber behandelte Personen, die in anderen Wohnformen leben, wie zum Beispiel allein oder gemeinsam mit anderen Suchtkranken in einer Wohngruppe – allerdings unter der Aufsicht durch soziale Betreuer oder Sozialarbeiter.

Dürfen Korsakow-Erkrankte alle Medikamente einnehmen?

Für Personen, die aufgrund ihrer Alkoholsucht am Korsakow-Syndrom erkrankt sind und behandelt werden, gilt striktes Alkoholverbot. Selbst kleinste Menge führen zu Rückfällen und erneutem Suchtverhalten. Deshalb ist es wichtig, bei der Einnahme von Medikamenten auf deren Zusammensetzung zu achten. Denn viele Tropfen und Tabletten beispielsweise enthalten Alkohol.

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