Doxazosin

Der Wirkstoff Doxazosin wird hauptsächlich bei der Behandlung von bestehenden gutartigen Prostatavergrößerungen angewendet. Ziel ist es, die Symptome einer sogenannten Harnabflussstörung zu lindern.

Die Hauptsymptome bei einer Harnabflussstörung sind entweder erschwertes oder auch häufiges Wasserlassen. Sollte die Prostata bereits deutlich vergrößert sein, so kann dies in seltenen Fällen auch zu einer Harninkontinenz kommen.

DoxazosinWas ist Doxazosin?

Doxazosin gehört zu der Gruppe der Alpha-1-Rezeptorenblocker. Er wird von Ärzten verschrieben, wenn einerseits Bluthochdruck besteht oder andererseits eine vergrößere Prostata vorliegt.

Da der Wirkstoff besonders langsam abgebaut wird und im weiteren Verlauf auch sehr langsam ausgeschieden wird, reicht eine Tagesdosis zur Behandlung aus.

Durch die Behandlung mit Doxazosin werden die Alpha-1-Rezeptoren blockiert was schlussendlich zu einer Erweiterung der Blutgefäße führt und im weiteren Verlauf den Blutdruck nachweislich senken kann.

Zu der Blutdrucksenkung kann auch Senkung des Serum-Cholesterin hinzukommen.

Welchen Zwecken dient der Wirkstoff?

  • Verbesserung des Harnflusses
  • Verringerung von bestehenden Harnröhrenverengungen
  • Normalisierung von Bluthochdruck

Allgemeines

Allgemeines
NameDoxazosin
Andere Namen
  • (RS)-1-(4-Amino-6,7-dimethoxychinazolin-2-yl)-4-(2,3-dihydro-1,4-benzodioxin-2-ylcarbonyl)piperazin
  • DL-1-(4-Amino-6,7-dimethoxy-2-chinazolinyl)-4-[(2,3-dihydro-1,4-benzodioxin-2-yl)carbonyl]-piperazin
SummenformelC23H25N5O5
WirkstoffklasseAlphablocker

Wirkungsweise

So wirkt Doxazosin

Die Hauptaufgabe von Doxazosin ist es, sich an sogenannten Alpha-1-Rezeptoren zu binden. Diese Alpha-1-Rezeptoren sind verankerte Bildungsstellen, welche sich direkt im Nervensystem, auf der Muskulatur, in den Speicheldrüsen sowie auch in vielen Organen befinden.

Sobald der Wirkstoff sich an diese Alpha-1-Rezeptoren bindet, ist deren Wirkungsweise blockiert und eine Informationsweiterleitung an die angrenzenden Botenstoffe ist nicht mehr möglich. Zu den bekanntesten Botenstoffen gehören zum Beispiel Noradrenalin und Adrenalin.

Diese Botenstoffe sind dazu da, um körpereigene Funktionen zu steuern. So wird durch diese Botenstoffe geregelt, dass sich der Herzschlag verschnellert oder dass sich die die glatte Muskulatur von Arterien oder Organen verändert.

Diese glatten Makulaturen findet man vor allem im Bereich der Prostata, der Harnröhre als auch direkt am Blasenhals. Sobald eine Verengung in einem der angeführten Bereiche besteht, dann der Wirkstoff diese Verengung aufheben.

Wurde die Verengung effektiv gelöst so können vor allem Menschen mit einer vergrößerten Prostata wieder leichter Wasser lassen.

Alpha-1-Rezeptoren sind zudem auch direkt in der Wand der Blutgefäße zu finden. Die körpereigenen Botenstoffe wie Noradrenalin können den Durchmesser Blutgefäße signifikant verengten und als Resultat daraus verengen sich die Arterien und ziehen sich schlussendlich zusammen.

Durch diesen Effekt steigt im weiteren Verlauf der Blutdruck. Sobald der Wirkstoff Doxazosin hier zum Einsatz kommt, so werden in diesem Bereich die Alpha-1-Rezeptoren blockiert und die Arterien können sich wieder ausdehnen was im Endergebnis zu einem Sinken des Blutdrucks führt.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Doxazosin

Der Wirkstoff Doxazosin wird direkt über den Darm in die Blutbahn aufgenommen. Sobald er den Weg ins Innere geschafft hat, bindet er sich an speziell ausgesuchte Eiweiße, welche sich direkt im Blutplasma befinden.

Nach der Verabreichung dauert es ungefähr sechs bis acht Stunden bis die vollständige Konzentration im Blut erreicht ist. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, wird der Wirkstoff im weiteren Verlauf wieder abgebaut und ausgeschieden.

Der Abbau-Prozess von Doxazosin findet in der Leber statt und schlussendlich werden dann sämtliche Stoffwechselprodukte im Endstadium über den Stuhl ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Doxazosin eingesetzt?

Der Wirkstoff Doxazosin wird vorwiegenden bei erwachsenen Menschen eingesetzt, die entweder an Bluthochdruck leider oder Beschwerden bei gutartigen Veränderungen der Prostata im Sinne einer Prostatavergrößerung haben.

Durch den Wirkstoff werden die Blutgefäße erweitert was schlussendlich zu einem Absinken des Blutdruckes führt.

Zudem wird die Prostatamuskulatur durch den Wirkstoff entspannt, was ein leichteres Wasser lassen möglich macht und die Prostatavergrößerung minimiert.


Richtige Anwendung

So wird Doxazosin angewendet

Den Wirkstoff Doxazosin findet man nur in Tabletten. Diese gibt es mit unterschiedlichen Dosierungen, welche vom behandelnden Arzt genau verschrieben werden.

Ist eine Therapie mit Doxazosin aufgrund von einer bestehenden gutartigen vergrößerten Prostata oder Bluthochdruck eingeleitet worden, so reicht in den meisten Fälle eine Tablette mit einer Dosierung von 4 Milligramm pro Tag aus, um eine Linderung herbeizuführen.

Sollte jedoch diese geringe Dosierung nicht ausreichen, um eine vollständige Heilung herbeizuführen so kann die Dosierung auf 8 Milligramm pro Tag gesteigert werden.

Da die Wirkung dieses Wirkstoffes besonders lange anhält und es mehrere Stunden benötigt bis sich der Wirkstoff im Körper ausgeweitet hat, wird Doxazosin nur einmal täglich eingenommen.

Sobald die Tablette eingenommen wird, geleitet der Wirkstoff direkt vom Darm aus über in die Blutbahn. Ist der Wirkstoff einmal angekommen so bindet es sich im Blutplasma an Eiweiße.

Die vollständige Konzentration des Wirkstoffes ist es in etwa sechs bis acht Stunden im Blut erreicht daher ist auch nur eine einmalige Einnahme pro Tag notwendig.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Doxazosin?

Es gibt eine Reihe an unterschiedlichen Medikamenten, welche den Wirkstoff Doxazosin beinhalten:

  • Cardular PP4mg/8mg
  • Cardular PP Uro 4mg/8mg
  • Diblocin PP 4mg
  • Doxacor 1mg/2mg/4mg/8mg
  • Doxazomerck 1mg/4mg
  • Doxazosin AL 1, 2, 4 und 8
  • Doxazosin STADA 1mg

Handelsnamen

Monopräparate mit Doxazosin

  • Cardular PP
  • Diblocin PP
  • Doxacor
  • Jutalar
  • Uriduct
  • Generika

Indikationen

Die Indikationen von Doxazosin sind Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) sowie eine Vergrößerung der Prostata (Prostataadenom). Der Arzneistoff wirkt blutdrucksenkend und gefäßerweiternd.


Gegenanzeigen

Wann darf Doxazosin nicht angewendet werden?

Der Wirkstoff Doxazosin darf nicht angewendet werden, wenn eine mögliche Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff oder ähnliche Substanzen wie etwa Terazosin oder Prazosin.

Wenn jedoch trotzdem eine Behandlung mit Doxazosin begonnen wird so ist diese unter strenger ärztlicher Überwachung durchzuführen und auf alle vorab eine ausführliche Nutzen-Risiko-Abwägung durchzuführen, um eventuell auf einen anderen Wirkstoff ausweichen zu können.

Zusätzlich darf Doxazosin nur unter sorgsamer ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden bei:

  • salzarmer Diät oder zusätzlicher gleichzeitiger Zusatzgabe von Diuretika
  • etwaigen Wasseransammlungen in der Lunge welche durch Veränderung der Herzklappen resultieren können
  • bekannter Herzschwäche welche durch eine Lungenembolie verursacht wurde
  • eingeschränkter Leberfunktion
  • Kindern

Wurde die Behandlung aufgrund von einer gutartigen Prostatavergrößerung eingeleitet so dass dieser Wirkstoff auch nur unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen, wenn:

  • Bluthochdruck bekannt ist
  • ein schnelles Absinken des Blutdruckes in der Anamnese bekannt ist
  • eine Anurie bekannt ist
  • man an fortgeschrittenem Nierenversagen leidet
  • nicht nur eine gutartige Prostatavergrößerung, sondern zudem auch eine Stauung der oberen Harnwege oder eine chronische Harnwegsentzündung mit Blasensteinen vorliegt

Zusätzlich darf der Wirkstoff nicht zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet werden, wenn eine Verengung des Darmtraktes, des Magens oder der Speiseröhre vorliegt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Wissenschaftlichen Studien zufolge sollte Doxazosin während der Schwangerschaft und auch während der Stillzeit nicht verwendet werden.

In jedem Fall soll vor einer Behandlung der zuständige Arzt aufgesucht werden da eine Aufnahme des Wirkstoffes nur in unbedingt dringenden Notfällen während einer Schwangerschaft erfolgen soll.

Der Wirkstoff kann in seltenen Fällen in die kleinen Mengen in die Muttermilch übergehen daher sollte das Thema Stillen unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da es bis dato noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, ob eine Therapie mit dem Wirkstoff Doxazosin bei Kindern einen speziellen Auslöser mit sich bringt ist es nicht ratsam die Therapie bei Kindern mit diesem Wirkstoff durchzuführen.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Doxazosin?

Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, doch wie bei jedem anderen Wirkstoff gibt es auch bei Doxazosin mögliche Nebenwirkungen.

Häufige Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen

Seltene Nebenwirkungen

Sehr seltene Nebenwirkungen

Nebenwirkungen ohne Angabe zur Häufigkeit


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Doxazosin?

Wechselwirkungen können je nach Arzneiform bei jedem Wirkstoff verschieden sin. Wird Doxazosin in Kombination mit einem PDE-5-Hemmer verabreicht wie Sildenafil oder Vardenafil so kann es in einzelnen Fällen zu einem raschen und massiven Absinken des Blutdruckes kommen.

Des Weiteren verstärkt der Wirkstoff Doxazosin die blutdrucksenkende Wirkung von anderer Alpha-Sympatholytika.

Es wurde zudem nachgewiesen, dass die gleichzeitige Einnahme von Doxazosin mit Ephedrin, Epinephrin, Methoxamin, Metaraminol, Dopamin und Phenyleprhin deren Wirkung auf die Blutdruckstabilisierung einschränkt und zudem auch Gefäße erweitern können.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Doxazosin zu beachten?

Wenn bereits eine Allergie auf den Wirkstoff besteht so darf Doxazosin auf keinen Fall eingenommen werden, um einen möglichen anaphylaktischen Schock zu vermeiden.

Patienten, die bereits an chronischen Harnwegsinfektionen oder einer eingeschränkten Lebefunktion leiden, dürfen den Wirkstoff nur unter besonders engmaschiger ärztlicher Überwachung einnehmen.

Während der Schwangerschaft und auch während der Stillzeit sollte der Wirkstoff nicht eingenommen werden die Wirkung von Doxazosin eventuell auf das Neugeborene oder auch auf die Muttermilch auswirken kann.

Sollte jedoch wirklich eine Therapie notwendig sein und kein anderer Wirkstoff für die Behandlung ausreichend sein ist dies mit der zuständigen Frauenärztin abzuklären.


Abgabevorschriften

So erhalten sie Medikamente mit Doxazosin

Da eine Therapie mit dem Wirkstoff Doxazosin nur über ärztliche Verordnung stattfinden sind Medikamente, welche den Wirkstoff beinhalten, vom zuständigen Arzt zu verordnet und somit auch nur gegen Vorlage eins ärztlichen Rezepts in der Apotheke erhältlich.


Geschichte

Der Wirkstoff Doxazosin wurde 1979 von Pfizer patentiert und dann im weiterer Verlauf 1989 in Deutschlang das erste Mal eingeführt. Mittlerweile gibt es im Handel schon Generika zu kaufen.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei der Behandlung mit diesem Wirkstoff ist es zwingend notwendig in regelmäßiger ärztlicher Kontrolle zu sein da der Blutdruck engmaschig kontrolliert werden muss.

Sollte eine Lebererkrankung in der Vorgeschichte bekannt sein, so muss die Dosierung vom zuständigen Arzt genau dosiert werden damit es zu keiner weiteren Leberschädigung kommen kann.

Zudem ist es möglich durch die Einnahme von Doxazosin im Straßenverkehr nicht mehr zu 100% aufmerksam zu sein, daher ist das Autofahren in Kombination mit der Behandlung von Doxazosin nicht ratsam.

Zusätzlich sollte auch während der Behandlungszeit vollständig auf Alkohol verzichtet werden, um keine Wechselwirkungen herbeizurufen.


Quellen

  • Herdegen, T. et al.: Kurzlehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie, 3. Auflage, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 2014
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, USA)
  • Mutschler, E. et al.: Arzneimittelwirkungen, 10. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013. S.321ff, S.660
  • Europäisches Arzneibuch PhEur
  • Babamoto K.S., Hirokawa W.T. Doxazosin: a new alpha 1-adrenergic antagonist. Clin Pharm, 1992, 11(5), 415-27 Pubmed

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Top