Misophonie

Steckbrief: Misophonie

  • Name(n): Misophonie; „Der Hass auf Geräusche“
  • Art der Krankheit: Störung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Von Pawel sowie Margaret Jastreboff (Neuropsychologen)
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Unangenehme Geräusche wie beispielsweise Schmatzen
  • Wieviele Erkrankte: Unter 1 Prozent der Bevölkerung
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Verhaltenstherapeut; Akustiker; Psychologe
  • ICD-10 Code(s): Nicht vorhanden

Wenn Geräusche aggressiv machen!

Misophonie kann Betroffene zur Weißglut treiben. Dabei handelt es sich jedoch um keine Krankheit, sondern um eine Störung, bei der Menschen allergisch auf bestimmte Geräusche reagieren.

In unserem Ratgebertext befassen wir uns ausführlich mit der Thematik und versuchen, einen umfassenden Überblick zu gewährleisten, sodass im Anschluss keine Fragen mehr offen bleiben.

Unter anderem befassen wir uns mit den Ursachen der Störung, aber auch mit alternativen Behandlungsmethoden und weiteren wissenswerten Aspekten.

Definition Misophonie

Betrachtet man die Misophonie, so erfährt man, dass es sich dabei um eine Störung handelt, bei der einige spezielle Geräusche als sehr unangenehm empfunden werden.

Ist eine Person von solch einem Störverhalten betroffen, so kann das Auftreten der Töne zu Aggression und Gewalt führen, wenn die Quelle des Geräusches nicht beseitigt werden kann.

Eindeutige Ursachen für das Eintreten der Störung sind nicht bekannt, jedoch lässt sich sagen, dass die Behandlungsmöglichkeiten für die Betroffenen sehr gut stehen.

Somit kann man Schritt für Schritt gegen die Misophonie ankämpfen, um beispielsweise nicht mehr den Familientisch meiden zu müssen, weil man das Schmatzen nicht erträgt.

Was ist Misophonie?

Herleiten lässt sich die Störung aus dem griechischen „misos“ für Hass und „phone“ für Geräusch. Somit lässt sie sich wörtlich in „Hass auf Geräusche“ übersetzen. Hierbei handelt es sich um eine verminderte Geräuschtoleranz, welche nicht für alle Töne geht, sondern lediglich für bestimmte, wie beispielsweise dem Schmatzen. Jeder Betroffene hat hierbei allerdings seine eigenen Geräusche, die für ihn unangenehm klingen, welche nicht nur während des Essens stattfinden müssen. Niesen und Husten kann für einige Menschen ebenfalls sehr unangenehm klingen.

In dem Zusammenhang mit der Misophonie wird die selektive Geräuschintoleranz benannt. Die Vereinzelung darin besteht, dass nur wenige sowie bestimmte Geräusche als störend empfunden werden. Fachartikel und andere Medien vernachlässigen jedoch bisweilen folgenden Punkt, dass durchaus negative Reaktionen bishin zur Gewalt entstehen können, wenn das Geräusch von bestimmten Personen, wie beispielsweise vom Vater oder auch dem eigenen Partner erzeugt wird.

Man sollte die weniger vorhandene Toleranz gegenüber bestimmten Geräuschen sowie die damit verbundenen Wutanfälle keinesfalls mit der Phonophobie sowie der Hyperakusis verwechseln.

Die Phonophobie: Die Phonophobie lässt sich in Geräusch sowie Furcht übersetzen und bedeutet soviel wie die Angst vor Geräuschen. Handelt es sich um die Misophonie, so besteht keinerlei Furcht vor bestimmten Tönen. Geräusche, welche nicht toleriert werden, werden lediglich als unangenehm empfunden und machen einen aggressiv.

Die Hyperakusis: Bei der Hyperakusis handelt es sich nicht um eine Intoleranz gegenüber manchen Geräuschen, sondern um eine höhere Empfindlichkeit gegenüber allen Geräuschen. Somit nehmen betroffene alles lauter und störender wahr, was für andere wiederum ganz angenehm klingt.

Welche Ursachen gibt es?

Die genauen Ursachen der Misophonie sind noch recht unklar. Man vermutet jedoch, dass sie in den Kindheitserlebnissen versteckt liegen können. Beispielsweise kann eine negative Vater-Kind-Bindung ausschlaggebend dafür sein, dass der Betroffene eine Abneigung gegen Schlürfen entwickeln kann, sofern der Vater stets am Mittagstisch dieses Geräusch erzeugt hat. Somit kann es einen wütend werden lassen, sobald der aktuelle Partner ebenfalls schlürft.

Auch sexueller Missbrauch kann zu einer Misophonie führen. Somit wird ein starkes Atmen ebenfalls als unangenehm empfunden und lässt einen wütend werden. In diesem Fall ist es für den Betroffenen oftmals nicht mehr möglich, den Akt mit dem Partner auszuüben oder gar sportliche Aktivitäten auszuüben, bei denen anderen stärker atmen könnten.

Die Reaktion tritt quasi wie von selbst ein, sobald der Reiz oder besser gesagt, das Geräusch ertönt. Menschen, die an der Störung der Misophonie leiden, weisen oftmals im Vorfeld bereits eine Zwangsstörung auf. Vor allem Perfektionisten sind stark gefährdet. Das liegt daran, dass sie annehmen, dass das Essen sowie Trinken von allen in einer perfekten Art durchgeführt werden sollte. Schmatzen gehört dabei nicht hinein.

Achtung: Die Zwangsstörung von Perfektionisten kann sogar soweit gehen, dass die perfekte Art ebenfalls beim Husten, Niesen und bei anderen Dingen vorhanden sein sollte. Diesen Aspekt sollten alle befolgen, ist die Meinung dieser Gruppierung.

Viele denken, dass die Geräuschintoleranz in einer Störung des Gehörs verankert ist. Dem ist jedoch nicht so. Sie liegt hingegen in einer Gehirnstörung verankert, fand Sukhbinder Kumar, ein Hirnforscher von der Universität Newcastle, in einer Studie heraus. Jedoch ist auch diese Theorie noch sehr umstritten.

Fazit: Wie man also bereits merkt, gibt es mehrere Vermutungen, jedoch keine umfassend geklärte Antwort, welche als eindeutige Ursache dargelegt werden kann.


Symptome & Anzeichen

Betroffene, welche an Misophonie leiden, werden in erster Linie nicht ernst genommen. Sie werden als übersensibel wahrgenommen. Oftmals mit der Betroffene spaßhaft provoziert, sodass die Aggression geschürt wird.

Der Leidensdruck ist von Person zu Person unterschiedlich. Einige verspüren eine starke innerliche Unruhe, andere wiederum explodieren gänzlich. Es wird sogar von Fällen berichtet, bei denen Misophonie-Geplagte seit Jahren nicht mehr mit der Familie essen können, um die unerträglichen Geräusche meiden zu können.

Doch nicht jeder ist in der Lage, die Geräuschkulisse gänzlich vermeiden zu können. Andere möchten dies auch gar nicht. So kann es ebenfalls zu Szenen kommen, bei denen Misophonie-Betroffene ihren Partnern starke Vorwürfe machen, heftige Szenen bieten oder gar Gewalt antun, sobald jene Geräusche eintreten, bei denen die Intoleranz vorhanden ist und die Betroffenen wütend werden.

Das Leiden kann objektiv gemessen werden. Es tritt beim Betroffenen eine veränderte Hautleitfähigkeit ein, sobald das unerwünschte Geräusch ertönt. Zudem steigt der Puls an. Muskelverspannungen und Schweißausbrüche sind ebenfalls keine Seltenheit als Begleitsymptom der Misophonie. Im Endeffekt entstehen Panikattacken, Stress sowie Nervosität.

  • Stress
  • Panik
  • Nervosität
  • Schweißausbrüche
  • Muskelverspannungen
  • Erhöhter Puls
  • Veränderte Hautleitfähigkeit
  • Agression gegenüber dem Partner oder anderen nahestehenden Menschen
  • Versuchtes Meiden unangenehmer Geräusche
  • Agressionen

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose hängt davon ab, wie bestimmte Menschen auf bestimmte Geräusche reagieren. Wenn die Person eher mit Angst reagiert, als mit Wut, dann liegt eine Phonophobie deutlich näher als die Misophonie. Sind jedoch die bereits geschilderten Symptome erkennbar und die Betroffenen reagieren zusätzlich mit Wut, so lässt sich die Misophonie erkennen. Diese kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Wenn das Leben umfassend umgestaltet werden muss, so spricht man von einem pathologischen Zustand der Störung. Man vermeidet krampfhaft, unangenehmen Geräuschen über den Weg zu laufen. Dies kann soweit gehen, dass man nicht mehr die Schule besucht oder den Kontakt zur eigenen Familie meidet. Schwerwiegende Fälle besagen sogar, dass einige Menschen gänzlich den Kontakt zur Außenwelt meiden.

Achtung: Resultierende Folgen des pathologischen Zustands sind Beziehungsprobleme, berufliche Schwierigkeiten sowie der bereits genannte soziale Rückzug.

Diagnostiziert wird die Krankheit beziehungsweise die Störung nicht wie angenommen von einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt), sondern oftmals von einem Psychologen, einem Akustiker oder auch einem Verhaltenstherapeut. Nach etlichen Untersuchungen, die meist die Reaktionen auf bestimmte Geräusche prüfen, kann die Misophonie diagnostiziert und im Anschluss behandelt werden.

  • Prüfen der Reaktionen auf bestimmte Geräusche
  • Diagnose durch Psychologe, Verhaltenstherapeut oder auch Akustiker
  • Ausprägung der Misophonie recht unterschiedlich

Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Misophonie tritt häufiger auf, als man es im ersten Moment vielleicht vermutet. In einigen Fällen steht sie mit Tinnitus-Erkrankten in Verbindung. Vier bis fünf Prozent der Bevölkerung leiden an einem Tinnitus. Die Prävalenz für die Misophonie liegt bei etwa 60 Prozent.

Die Tendenz zur Störung steigt. Während die Prävalenz bei Tinnitus-Erkrankten 2010 noch bei ungefähr 10 Prozent lag, liegt sie inzwischen bei 60 Prozent.

Männer sind häufiger betroffen als weibliche Personen.

  • Männer häufiger als Frauen betroffen.
  • Vor allem Tinnitus-Betroffene haben ein hohes Risiko.
  • Tendenz steigt stark in den letzten Jahren.
  • Störung häufiger vorhanden als vermutet.

Komplikationen bei der Krankheit

Komplikationen bei der Misophonie sind keine Seltenheit. Zwar ist die Anzahl der psychischen Erkrankungen recht gering, zwanghafte Persönlichkeitsstörungen sind jedoch die Ausnahme, welche bei ungefähr 52,4 Prozent liegen. Somit müssen Misophonie-Leidende oftmals psychologisch behandelt werden.

Ein kurzer Behandlungszeitraum reicht allerdings nicht aus. In manchen Fällen ist es sogar notwendig, eine stationäre Behandlung einzuleiten, um den pathologischen Zustand der Misophonie sowie die einhergehende zwanghafte Persönlichkeitsstörungen behandeln zu können.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Natürlich ist es nicht einfach, sich selbst einzugestehen, dass eventuell eine Störung vorhanden sein kann. Dennoch sollte man, sobald man dieses Defizit bemerkt, einen Spezialisten aufsuchen. In erster Linie weiß man jedoch nicht so recht, an wen man sich wenden soll, da man selbst selten die Misophonie erkennt.

Irrtümlicherweise wird oftmals angenommen, dass es sich um eine Störung oder auch um eine Erkrankung des Gehörgangs handelt. Somit sucht man in vielen Fällen den Hals-Nasen-Ohren-Arzt auf. Dieser kann in der Hinsicht jedoch deutlich wenig tun, da auch keine Defizite erkannt werden können.

Ein häufiger Weg ist nach längeren Untersuchungen jener zu einem Psychologen. Viele meiden diese Art von Spezialisten, da sie sich keine Schwäche eingestehen möchten. Weiterhin wird oftmals fälschlicherweise angenommen, dass Menschen, die zu einem Psychologen gehen, einen Knacks hätten. Oftmals sind es jedoch einfach Erlebnisse, die mit Gesprächen gezielt verarbeitet werden können.

Wichtig: Um die Störung zu erkennen und sie gezielt behandeln zu können, ist der Weg zu einem Psychologen oder auch zu einem Verhaltenstherapeut, wenn mehrfach Aggressivität auftritt, unumgänglich.


Behandlungsmethoden & Therapie

In erster Linie bietet sich eine Verhaltenstherapie an, sofern die Misophonie vorliegt. Im Rahmen dieser Behandlungsmethode wird versucht, die Verknüpfung zwischen der negativen Emotion und dem Reiz beziehungsweise dem Geräusch zu durchbrechen. Eine Methode dafür ist die Gegenkonditionierung. Man bringt hierbei die an Misophonie-Leidenden dazu, die negativen Geräusche durch positive Assoziationen zu verdrängen. Hierzu werden sie stets mit positiven Assoziationen konfrontiert, um die Wut oder ähnliche negative Reaktionen durch gute Reaktionen zu ersetzen.

Ein Beispiel dafür bringt die deutsche Akustikerin Gabriele Lux, welche auf die Versorgung mit wohltuenden Geräuschen baut. Beispielsweise finden Meeresrauschen und andere Naturgeräusche einen festen Platz in ihrer Behandlungsmethode. Diese Sounds werden über Kopfhöhrer oder Geräuschgeneratoren, welche hinter dem Ohr getragen werden, dem Betroffenen näher gebracht.

Wissenswert: Durch diese Methode soll erzielt werden, dass die als belastend wahrgenommenen Geräusche abgemildert oder gar neu erlebt werden.

Es ist also in den meisten Fällen sinnvoll, eine Belastungstherapie mit dem zutreffenden Geräusch durchzuführen!

Die Behandlung kann einzeln oder auch im Rahmen einer Gruppe stattfinden. Auf die Thematik spezialisierte Psychologen führen diese Behandlungen durch und stellen immer wieder Untersuchungen an, ob die Symptome gemindert werden konnten.

Achtung: Trotz aller Behandlungsformen kann es immer möglich sein, dass die unangenehmen Reaktionen auf bestimmte Geräusche auch in Zukunft nicht ausbleiben. Die Betroffenen sind jedoch in Zukunft deutlich besser in der Lage, mit den Tönen umzugehen. Sie können es also deutlich gelassener nehmen.

Möchte man die Behandlungsmethoden ergänzen, so stellen Entspannungsübungen eine gute Alternative dar, auf die wir später noch genauer eingehen werden. Dazu zählen Yoga, die progressive Muskelentspannung nach Jacobson sowie ein autogenes Training.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Vorbeugung gestaltet sich als sehr schwierig, sobald die Misophonie in bestimmten Geräuschkulissen begraben liegt. Es ist beispielsweise sehr schwer, einem Niesen oder auch Husten aus dem Weg zu gehen. Somit stellt sich als beste Vorbeugung jener Aspekt heraus, die Ursache zu erkennen und zu behandeln.

Tipp: Es ist beispielsweise möglich, ein Gespräch mit jener Person zu suchen, welche das unangenehme Geräusch erzeugt. So kann gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.

Natürlich kann dies in erster Linie zu Unstimmigkeiten führen, jedoch ist das Gespräch unumgänglich, um Linderung zu schaffen.

Zwanghafter Perfektionismus kann oftmals auch die Ursache für die Störung sein. Hierbei gilt es, die Verhaltensweisen zu erkennen und zu behandeln, um der Misophonie ideal vorbeugen zu können.


Prognose zur Heilung

Oftmals ist eine vollständige Heilung der Misophonie nicht möglich. Die Behandlungschancen stehen jedoch sehr gut, die Störung und ihre einhergehenden Aggressionen gut in den Griff zu bekommen. So erhält man schnell Linderung und lernt, deutlich besser mit dem unerwünschten Geräusch umgehen zu können.

Mit Hilfe von Entspannungstherapien, psychologischer Betreuung und Verhaltenstherapien können negative Erinnerungen oder auch Reaktionen bei eintreten unangenehmer Geräusche in positive Reaktionen umgewandelt werden. Weiterhin lernt man, deutlich gelassener mit de Problematik umzugehen, sodass es auch wieder möglich wird, soziale Kontakte sowie Beziehungen pflegen zu können.


Die gesellschaftliche Sichtweise

Die Intoleranz auf verschiedene Geräusche wird von der Umwelt oftmals als übertriebene Empfindlichkeit abgetan. Menschen, welche unter Misophonie leiden, werden in einigen Fällen als sehr unangenehm empfunden und sogar gemieden.

Hoher Leidensdruck

Da die Geräusche starken Stress hervorrufen können, kann es nach einiger Zeit zu psychischen Leiden kommen. Diese setzen den Menschen im Umfeld noch mehr zu, als die ohnehin bereits negativen auftretenden Reaktionen auf bestimmte Geräusche. Ein Zusammenleben wird in einigen Fällen sogar unmöglich.

Bewusstsein schaffen

Man sollte sich mit der Thematik befassen und die Intoleranz nicht als Kleinigkeit abstufen. Es handelt sich um eine ernstzunehmende Störung, welche ausführlich behandelt werden muss, um weitere psychische Leiden vermeiden zu können. Ebenfalls gilt es, den Ausschluss aus der Sozialisation zu vermeiden, was ebenfalls eine gute und intensive Behandlung bedarf.


Alternative Behandlungsmethoden

Um während unangenehmen Geräuschen etwas entspannen zu können, gibt es einige Behandlungsmethoden aus der alternativen Medizin, welche sich als sehr hilfreich erweisen können. Hierbei kann weitestgehend auf alte Techniken zurückgegriffen werden, welche bereits vor hunderten von Jahren praktiziert wurden. Die Misophonie wurde zwar erst vor wenigen Jahrzehnten erkannt und betitelt, jedoch spielte der Punkt der Entspannung schon früher eine wichtige Rolle.

Alternative Heilmethoden in der Übersicht:

Massagen: Massagen sind eine der ältesten Methoden, um für Entspannung zu sorgen. Dabei werden nicht nur die Muskeln gelockert. Hinterher fühlt man sich wie neu geboren und deutlich entspannter. Somit sind Massagen eine gute Behandlungsmethode, um einfach abschalten zu können.

Akupunktur: Akupunktur soll mit Hilfe von Nadeln selbstheilende Wirkungen entfalten. Der Energiefluss im Körper wird angeregt, wodurch es möglich ist, mit der richtigen Anbringungen der Nadeln, eine optimale Entspannung zu erhalten.

Yoga: Yoga ist ein gutes Mittel, um sich selbst zu spüren und um gleichzeitig seinen Körper zu stählern. Man erlangt mit Hilfe von bestimmten Bewegungsabläufen eine tiefgehende Entspannung, welche gerade in der heutigen Zeit gern in Anspruch genommen wird.

Meditation: Meditationen müssen erst einmal richtig erlernt werden. Wer dann in der Lage ist, Meditationen richtig durchführen zu können, kann sich nicht nur optimal entspannen, sondern teilweise auch von innen heilen und neu entdecken.

Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel sind bereits aus Omas Zeiten bekannt, jedoch wurden sie auch weit vor ihrer Zeit praktiziert und entdeckt. Welche bewährten Hausmittel sich bei Stress eignen, zeigen wir in diesem Teil unseres Ratgebers.

Musik hören: Eine klassische aber doch entspannende Möglichkeit gegen Stress ist es, Musik zu hören. Musik ist quasi Balsam für die Seele. Hierbei kann man entscheiden, ob man dazu tanzen möchte, sich entspannen will oder einfach auf der Couch liegen und den Sounds lauschen möchte.

Ein warmes Bad nehmen: Ein warmes Bad kann Wunder bewirken in puncto Entspannung und gleichzeitig für neue Energie sorgen. Gleichzeitig ist es möglich, etwas Musik zu hören oder auch zu lesen. Somit ist die Chance zur Entspannung deutlich höher.

Sport treiben: Wer regelmäßig Sport betreibt, leidet laut Studien deutlich seltener unter Stress. Ideal ist es, mindestens drei Mal wöchentliche eine halbe Stunde Sport zu betreiben. Durch die Aktivität werden Endorphine freigesetzt, welche die Stimmung heben und Ängste beseitigen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Gegen Stress und Nervosität haben sich etliche Heilpflanzen sowie Heilkräuter bewährt, welche für eine beruhigende und gesunde Linderung sorgen können. Welche das sind, zeigen wir in diesem Part unseres Gesundheitsratgebers.

  • Kamille
  • Giseng
  • Baldrian
  • Lavendel
  • Melisse
  • Johanneskraut
  • Helmkraut
  • Passionsblume
  • Damiana
  • Hopfen
  • Jiaogulan
  • Taigawurzel

Hierbei wirken alle bereits aufgelisteten Kräuter und Heilpflanzen beruhigend auf den menschlichen Organismus, sodass Wutausbrüche und Unruhen schnell ausgetrieben werden können. Weiterhin bietet Kamille eine magenberuhigende Wirkung. Ginseng hingegen reguliert die Ausschüttung der Stresshormone. Durch die regelmäßige Einnahme von ungefähr 200 Gramm ist es möglich, den Stress täglich auf das Neue zu reduzieren.

Heilkräuter wie Baldrian und Lavendel machen sich gut in einem heißen Bad. Auch Kamille kann hier zu Einsatz kommen. Baldrian ist ebenfalls ideal in Form von Beruhigungstabletten erhältlich. Sie gilt als wohl wichtigste Heilpflanze in puncto Stressabbau. Der Gegenpart ist Hopfen, welcher ebenfalls in einige Präparaten und Teemischungen dieser Art zu finden ist.

Damiana stammt aus Zentral- sowie Südamerika und rückt immer mehr in den Fokus, wenn es um Ermüdung und Stress geht. Gehen Libidostörungen einher, so können auch diese mit der Heilpflanze behandelt werden.

Jiaogulan ist auch als Pflanze der Unsterblichkeit bekannt und gilt als asiatisches Heilmittel. In Asien wird sie zur Krebsprävention sowie als Anti-Aging-Mittel verwendet. Jedoch zeigen sie ebenfalls eine gute Wirkung auch körperliche Erschöpfungszustände, welche mit den Leiden einer Misophonie einhergehen können.

Johanniskraut gehört zu den Wildkräutern, zeigt jedoch unter anderem auch heilende Wirkungen auf. Beispielsweise wird die Produktion von Noradrenalin gehemmt, wodurch mehr Dopamin im Körper zur Verfügung stehen kann. Dies schafft der Stoff Hypericin, welcher im Johanniskraut enthalten ist. Alles in allem wirkt die Einnahme der Pflanze entspannend. Weiterhin können allgemeine nervöse Unruhen, Schlafstörungen, leichte Depressionen und Erschöpfungszustände mit dem Kraut gelindert werden.

Lavendel findet man in vielen öffentlichen Anlagen sowie Gärten. Sie ist ein ideales Heilmittel gegen Stress und Angststörungen. Jedoch sollte man beachten, dass Lavendel nur dann eingenommen wird, wenn kurzzeitige Stresssituationen eintreten. Andernfalls kann die Pflanze unter anderem zu Darm- sowie Magenreizungen führen.

Als Heilmittel gegen Stress darf die Melisse oder auch Zitronenmelisse keinesfalls fehlen. Die Blätter weisen etliche ätherische Öle auf, welche entspannende sowie beruhigende Wirkungen für den Nutzer bereithalten.

Die Passionsblume findet man vor allem in den USA. Erst in den letzten Jahren wurden ihre heilenden Kräfte immer populärer. Inzwischen findet man oft Passionsblumentees, welche bei nervösen Unruhen, Schlaflosigkeiten und Stress ideal helfen.

Zu guter Letzt gibt es noch die Taigawurzel, welche zwar in unseren Kreisen noch recht unbekannt ist, jedoch ebenfalls eine interessante Heilpflanze darstellt. Sie weist eine stimulierende sowie leicht leistungssteigernde Wirkung auf. Jedoch hilft sie ebenfalls bei Stress, Müdigkeit sowie allgemeinen Belastungszuständen. Alles in allem also ein gutes Mittel, wenn die Leiden der Misophonie die Überhand gewinnen.

Ätherische Öle

Ätherische Öle ersetzen zwar nicht den Weg zum Psychiater oder zum Hausarzt, jedoch können sie im Notfall für erste Linderungen sorgen. Die Anwendungen sollten jedoch mit einem Spezialisten besprochen worden sein.

  • Mandarine
  • Römische Kamille
  • Narde
  • Irsiwurzel
  • Melisse
  • Neroli
  • Bergamotte
  • Grapefruit
  • Zeder

Mandarine wirkt ideal bei Stress und Anspannung, die römische Kamille ebenfalls bei Stress, sowie Nervosität. Ebenfalls kann in puncto Stress Narde verwendet werden.

Weitere ideale ätherische Öle als Begleitmittel einer Misophonie sind die Melisse, Neroli, Bergamotte, Grapefruit sowie Zeder. All diese Öle wirken entspannend, senken depressive Verstimmungen und regulieren Schockzustände sowie Herzklopfen.

Tipp: Die Irsiwurzel ist ideal, um die Psyche zu stabilisieren. Da psychische Erkrankungen oftmals mit der Misophonie einhergehen, ist sie also ein gutes Heilmittel.

Homöopathie & Globuli

Homöopathie und Globuli haben sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt. Für die einen ist es eher ein Modeprodukt sowie Hexenwerk, jedoch können sie wahre Wundermittel sein, vor allem im Bezug auf Stress und innere Unruhen. Welche Produkte wir im Bezug auf die Misophonie finden konnten, zeigen wir in diesem Teil des Ratgebers.

Nux vomica: Ist man gereizt und Wutausbrüche sind die Folge, so ist Nux vomica ein gutes Beruhigungsmittel aus der Sparte Globuli. Auch Schlafstörungen sowie Ungeduld können mit diesem Produkt behandelt werden.

Pulsatilla: Sobald durch Nux vomica die gewünschte Wirkung eintritt, ist es möglich, auf Pulsatilla umzusteigen. Weiterhin hilft das Mittel ideal bei Stimmungsschwankungen.

Ambra: Sozialer Rückzug, eine ständige Überforderung sowie Nervosität sind keine angenehmen Zustände eines Menschens. Mit Ambra kann auch hier für Linderung gesorgt werden.

Staphisagria: Wer nervös ist oder stark reizbar, der greift zu Staphisagria. Hormonelle Störungen oder auch Überlastungen können bequem gelindert und bekämpft werden.

Cimicifuga: Auch Cimicifuga ist ideal bei Stress, Nervosität sowie Stimmungsschwankungen. Somit können auch hiermit die Begleitsymptome einer Misophonie gelindert werden.

Sepia: Reizbarkeit bishin zu Gleichgültigkeit behandelt man mit Sepia. Somit ist es möglich, den Betroffenen leichter zu einer Behandlung bei einem Spezialisten zu bringen, um vollends wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Schüssler – Salze

Für viele zählen Schüssler-Salze als ideale Hausapotheke. Welche Produkte sich bei Stress ideal eignen, stellen wir in diesem Abschnitt vor.

Kalium phosphoricum – Schüssler-Salz Nummer 5: Dieses Salz stellt den Spezialisten für die Nerven sowie die Psyche dar. Strapazierte Zellen im Gehirn sowie in den Nervenbahnen arbeiten deutlich ruhiger, sodass auch Stress gemindert oder vermieden werden kann. Erschöpfungszuständen wir also ideal vorgebeugt. Körper, Geist sowie die Seele erhalten neue Kraft. Alles in allem wird ein inneres Gleichgewicht hergestellt, welches Stress enorm mindert und bestenfalls gänzlich vermeidet.

Ferrum phosphoricum – Schüssler-Salz Nummer 3: Dieses Salz ist ein sehr wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen. Somit wird auch die Sauerstoffaufnahme verbessert. Vor allem in Stresssituationen müssen die Zellen härter arbeiten, wodurch eine verbesserte Sauerstoffaufnahme nur zu willkommen ist. Das reibungslose Funktionieren des Immunsystems sorgt dafür, dass Stress deutlich besser abgefedert werden kann.

Magnesium phosphoricum – Schüssler-Salz Nummer 7: Für ein deutlich besseres Stress-Management und deutlich mehr innere Ruhe sorgt das Salz Nummer 7. Es werden innere Verspannungen und Muskelverkrampfungen ideal gelöst, sodass ein deutlich angenehmeres und entspannteres Gefühl entsteht. Auch innere Blockaden und seelische Verspannungen werden ideal gelöst. Weiterhin wird die Regenerationsphase während des Schlafens vertieft, sodass die Zellen deutlich mehr Energie zur Verfügung haben, um für neue Belastungen gewappnet zu sein.

Um Stress ideal zu mindern, empfiehlt es sich, alle drei aufgelisteten Salze in Kombination zu verwenden. Auf diesem Weg entsteht eine Art Anti-Stress-Kur, welche für deutlich mehr Gelassenheit und Ausgeglichenheit sorgt. Die Anwendung sollte allerdings mit einem Arzt oder Fachmann abgesprochen werden, um richtige Dosierungen zu kennen. Weiterhin ist nicht jedes Produkt für jeden Verwendungszweck geeignet.

Diät & Ernährung

Wer häufiger in Stresssituationen durch die Leiden der Misophonie gerät, sollte in puncto Ernährung auf Koffeine, Zucker und Alkohole verzichten. Auch Nikotin ist eine Substanz, welche zu einem erhöhten Stressspiegel führt.

Weiterhin stellt das Vitamin C einen guten Helfer gegen Stress dar. Der Blutdruck steigt bei denjenigen Menschen in Stresssituationen deutlich weniger an, welche regelmäßig Vitamin C zu sich nehmen. Zudem kann entnommen werden, dass der Hormonspiegel der Stresshormone deutlich schneller wieder absink, sobald die Vitamin C Einnahme erfolgt.


FAQ – Fragen & Antworten

Führt die Misophonie zwangsweise zu psychischen Erkrankungen?

Das Leiden der Misophonie muss nicht zwangsweise zu einer psychischen Belastung führen. Die Anzahl der folgenden Depressionen sind zwar nicht gering, jedoch kommt es in den meisten Fällen auf den Schweregrad der Störung an. Sofern das Geräusch nur selten auftritt oder auch ideal gemieden werden kann, rechnet man im Normalfall mit keinem Folgeschaden. Andere wiederum zeigen nur geringe negative Reaktionen auf unangenehme Geräusche, sodass auch hier nicht immer davon ausgegangen werden muss, dass Depressionen und andere psychische Belastungen einhergehen müssen.

Wichtig ist, dass die Störung schnellstmöglich behandelt wird, um weiteren Störungen weitestgehend aus dem Weg gehen zu können. Zusätzlich ist es deutlich einfacher, die betroffene Person wieder in das soziale Umfeld zu integrieren. Je länger sie sich abgeschirmt hat, umso schwieriger gestaltet sich auch der Weg, vor allem in puncto Beruf und Beziehung.

Wird die Störung sowie der Leidensdruck größer, wenn sie unbehandelt bleibt?

An sich kommt es auf die Form der Störung an. Geringe Beschwerden können ein komplettes Leben lang ertragen werden, sofern man ihnen aus dem Weg gehen kann oder seine Wut im Saum hält. Doch in vielen Fällen ist die Misophonie unerträglich, wodurch eine Abschirmung sowie Gewalt gegenüber geliebten Personen oftmals nicht ausbleibt. Die gesellschaftlich Teilhabe ist oft nicht mehr vollständig möglich, einige meiden sogar die Öffentlichkeit.

In diesem Fall gehen Unzufriedenheiten sowie psychische Erkrankungen einher, welche sich stets weiter ausprägen können. Es ist also schon wichtig, eine professionelle Behandlung anzutreten, um die Störung zu lindern und wieder am aktiven sowie gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

Lässt sich das soziale Umfeld mit der Misophonie vereinen?

Spielen beispielsweise der Betroffene und dessen Partner oder auch Partnerin Hand in Hand, so kann es möglich sein, dass beides miteinander vereint werden kann. Unangenehme Geräusche beim Essen können beispielsweise vermieden werden. Wichtig ist es, mit dem Partner darüber zu reden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Schwerwiegendere Fälle sind natürlich Nieser und Huster, welche gerade an kalten Wintertagen stets gehört werden und auch nicht unterdrückt werden können. Um diesen Geräuschen aus dem Weg zu gehen, müsste man das soziale Umfeld gänzlich meiden. Hierbei lässt es sich nur vereinen, sofern eine Therapie angetreten wird, um Linderung zu verschaffen.

An sich ist es möglich, beides zu kombinieren. Jedoch kommt es immer auf die Art der Störung sowie auf das Umfeld an. Mit ausreichend Gesprächen und Vorsorge ist es sicher möglich, ideal damit leben zu können. Besser jedoch ist es, eine Therapie anzutreten, um der Störung auf den Grund zu gehen.

Kann sich eine Misophonie auch in hohen Lebensjahren noch ausprägen?

Die Ursachen der Misophonie sind zwar nicht gänzlich geklärt, jedoch heißt es oftmals, dass es etwas ist, was sich im Kindesalter ausprägt. Dennoch kann es in einigen Fällen vorkommen, dass sich auch im hohen Alter noch eine Misophonie entwickelt. Dafür kann beispielsweise eine verhasste Person stehen, welche stets einen komischen Laut gemacht hat. Dies kann beispielsweise das Schmatzen des Schwiegervaters sein.

Es lässt sich jedoch sagen, dass es deutlich schwerer ist, eine Misophonie im Alter zu entwickeln, da sich das Gehirn nicht mehr in der Entwicklungsphase befindet und weniger anfällig dafür ist. Ausgeschlossen ist es jedoch nicht.

Wieso ist die Anzahl der Betroffenen in den letzten Jahren stark angestiegen?

Die erhöhte Anzahl in den letzten Jahren kann mit dem erhöhten Stress zusammenhängen. Immer mehr Leistung wird gefragt, immer mehr Diskrepanzen treten in der Welt auf – man könnte sicher eine lange Liste anfertigen. Da es sich jedoch um eine Störung im Gehirn handelt, ist der Faktor mit dem Stress nicht ausgeschlossen. Um sein Kind dafür zu schützen, kann man beispielsweise versuchen, zu enormen Leistungsdruck zu vermeiden. Auch die Harmonie in der Familie sollte beibehalten werden, da der Stress mit dem Vater beispielsweise solch eine Störung hervorrufen kann. Weiterhin sorgt Sport für einen gesunden Ausgleich. Hierbei sollte allerdings nicht übertrieben werden, denn zu viel Sport ist gerade für Kinder nicht allzu gesund!

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