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Meloxicam

by Danaae

Meloxicam ist ein sogenanntes nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR). Schmerzmittel oder auch sogenannte Analgetika werden zur Behandlung von akuten und auch chronischen Schmerzen eingesetzt.

Bekannte Schmerzmedikamente sind zum Beispiel Paracetamol und Ibuprofen. Diese gehören ebenfalls zu den nicht-steroidalen Entzündungshemmern, kurz NSAR.

Neben diesen gibt es noch weitere Schmerzmittel, zum Beispiel Opioide bei sehr starken Schmerzen.

Analgetika werden vor allem wegen ihrer schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Ein Medikament aus der Reihe der NSAR ist auch Meloxicam.

Meloxicam , NSAR , NSAIDWas ist Meloxicam?

Meloxicam ist ein Schmerzmittel aus der Gruppe der schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamente, den sogenannten NSAR.

Es wird vorrangig als Mittel zur Anwendung bei Rheuma und anderen entzündlichen Erkrankungen eingesetzt.

Wie andere nicht-steroidale Entzündungshemmer verhindert Meloxicam im Körper die Produktion von Hormonen, die Entzündungen fördern. Es lindert Schmerzen, hemmt Entzündungen und senkt Fieber.

Im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln hat Meloxicam einen Vorteil. Es greift den Magen weniger stark an, wie zum Beispiel Ibuprofen und wirkt zielgenauer in Gelenken als andere Mittel. Es reichert sich vor allem in der Gelenkflüssigkeit an.

Daher soll Meloxicam auch weniger Nebenwirkungen haben. Aus diesem Grund wird es gerne bei Arthrose und rheumatoider Arthritis eingesetzt, da es auch über einen längeren Zeitraum weniger Folgeschäden auslösen kann.

Auch zur Schmerzbehandlung vor und nach Operationen wird der Wirkstoff oft eingesetzt. Die Wirkung von Meloxicam hält rund 20 Stunden an. Damit gehört der Wirkstoff zu den mittellangwirkenden NSAR.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Meloxicam wird allgemein zur Behandlung von akuten sowie chronischen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt, aber besonders bei:


Allgemeines

Allgemeines
NameMeloxicam
Andere Namen
  • 4-Hydroxy-2-methyl-N-(5-methyl-2-thiazolyl)-2H-1,2-benzothiazin-3-carboxamid-1,1-dioxid (IUPAC)
  • Meloxicamum (Latein)
SummenformelC14H13N3O4S2
Wirkstoffklassenichtsteroidales Antirheumatikum

Wirkungsweise

So wirkt Meloxicam

Meloxicam wirkt vor allem gegen Schmerzen und Entzündungen. Entzündungen entstehen durch ein Gewebshormon, nämlich Prostaglandin. Dieses erfüllt im Körper viele wichtige Funktionen.

Zum einen steuern diese zum Beispiel die Bildung von Magensäure, kümmern sich um die ordnungsgemäße Durchblutung der Nieren und anderer Organe. Diese Prostaglandinen werden durch Enzyme gebildet.

Diese Enzyme nennt man Cyclooxigenase, kurz COX. Eine Form des COX, COX-1, bildet die Prostalglandine, die sich um die Magensäure und andere Dinge im Körper kümmern. Sie steuern also körpereigene Prozesse.

Eine weitere Form des COX, COX-2, wird gezielt in verletztem Gewebe gebildet. So kann durch das Enzym an diesen Stellen verstärkt Prostaglandin entstehen, was wiederum das Gewebe gut durchblutet und das Immunsystem unterstützt dortige Erreger zu beseitigen.

Diese Entzündungsreaktion ist normalerweise gut für den Körper, bei einigen Krankheiten wie Gelenkerkrankungen bestehen dort aber dauerhafte Entzündungen, die der Körper nicht beseitigen kann. Meloxicam hemmt als NSAR die Bildung von COX, ganz besonders COX-2.

Damit ist es anderen Schmerzmitteln wie zum Beispiel mit Acetylsalicylsäure voraus, denn diese Medikamente hemmen beide COX Enzyme und haben so auch entsprechende Nebenwirkungen Meloxicam wirkt gezielt gegen COX-2 und hat somit weniger Nebenwirkungen.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Meloxicam

Meloxicam wird oral, also über den Mund, aufgenommen. So gelangt der Wirkstoff in den Darm. Von hier aus wird er ins Blut aufgenommen.

Abgebaut wird der Wirkstoff über die Leber und über Urin sowie Stuhl ausgeschieden. Nach rund zwei Stunden erreicht der Wirkstoff im Körper seine höchste Konzentration.

Nach rund 20 Stunden hört Meloxicam auf zu wirken. Die lange Wirkdauer macht es vor allem für Patienten nützlich, die morgens Probleme mit den Gelenken haben. Denn so kann der Wirkstoff abends eingenommen werden und wirkt am nächsten Morgen immer noch.


Anwendungsgebiete

Wann wird Meloxicam eingesetzt?

Meloxicam wird bei akuten sowie chronischen Schmerzen eingesetzt. Im Vordergrund steht dabei die Behandlung von Gelenkschmerzen und Gelenkgewebserkrankungen.

Dazu gehören unter anderem Arthrose und allgemein chronische Gelenkentzündungen wie Polyarthritis oder Morbus Bechterew. Auch wird der Wirkstoff vor und auch nach Operationen, vor allem am Gelenkapparat, gegeben.

Bei Arthrose kann Meloxicam helfen, Gelenkschmerzen zu lindern. Bei dieser Erkrankung kommt es zum Abbau des Knorpels zwischen den Gelenken. Dieser wirkt als Schutz zwischen den Gelenkknochen.

Wird dieser weniger, so reiben die Knochen aneinander und dies führt zu Schmerzen und Entzündungsreaktionen. Arthrose gehört zu den weltweit häufigsten Gelenkerkrankungen.

In akuten Phasen spricht man von einer aktivierten Arthrose oder auch Arthritis. Dann schmerzen die betroffenen Stellen, schwellen an, sind steif und fühlen sich warm an.

Eine spezielle Form der Arthritis ist die Polyarthritis. Hier sind mehr als vier Gelenke von Entzündungen betroffen, meistens an den Händen. Besonders in diesen akuten Phasen wird Meloxicam eingesetzt, um die Entzündung zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.

Des Weiteren wird der Wirkstoff auch bei Morbus Bechterew, einer entzündlichen Erkrankung der Wirbelsäule eingesetzt. Ähnlich wie bei der Arthritis in Fingergelenken kommt es zu einer Veränderung der Gelenke in der Wirbelsäule.

Dies verursacht zunächst Rückenschmerzen, im späteren Verlauf eine Versteifung der Wirbel. Besonders um Schmerzen zu lindern wird Meloxicam hier benutzt.


Richtige Anwendung

So wird Meloxicam angewendet

Meloxicam wird im Normalfall einmal täglich eingenommen, da das Medikament eine lange Wirkdauer hat.

Die Einnahme sollte dabei immer ungefähr zur gleichen Zeit erfolgen, damit der Wirkstoff im Blut konstant gehalten werden kann. Eingenommen wird der Wirkstoff als Tablette mit einem Glas Wasser.

Am besten wird das Medikament zu einer Mahlzeit eingenommen, dies schont den Magen und verhindert eventuelle Nebenwirkungen wie Übelkeit durch die Einnahme auf leeren Magen.

Generell gilt, dass Meloxicam so gering wie möglich dosiert werden sollte und so kurz wie möglich angewendet werden sollte.

Da sich Gelenkerkrankungen häufig verändern, sollte die Dosis regelmäßig mit einem Arzt besprochen werden. Bei einer Dauerbehandlung mit dem Wirkstoff sollte außerdem regelmäßig die Nierenfunktion überprüft werden.

Je nach Schwere der Erkrankung werden zwischen 7,5 und 15 mg Meloxicam als Einzeldosis verabreicht. Die maximale Tagesdosis beträgt dabei 15 mg und darf nicht überschritten werden.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Meloxicam?

Meloxicam ist in Form von Tabletten erhältlich. Folgende Medikamente enthalten den Wirkstoff:

  • Meloxicam, 1 A Pharma (Tabletten in den Dosierungen 7,5 mg und 15 mg)
  • Meloxicam, ALIUD PHARMA GmbH (Tabletten in den Dosierungen 7,5 mg und 15 mg)
  • Meloxicam-ratiopharm, ratiopharm GmbH (Tabletten in den Dosierungen 7,5 mg und 15 mg)
  • Meloxicam STADA, STADAPHARM GmbH (Tabletten in den Dosierungen 7,5 mg und 15 mg)
  • Mobec, Boehringer Ingelheim Pharma (Tabletten in den Dosierungen 7,5 mg und 15 mg)

Handelsnamen

Monopräparate (Humanmedizin)

  • Mobec (D)
  • Mobic (A)
  • Mobicox (CH)
  • Movalis (A)
  • Loxitan (GR)
  •  Generika (D, A)

Tiermedizin

Der Wirkstoff kommt auch in der Tiermedizin zum EInsatz. Entsprechende Handelsnamen sind:

  • Acticam
  • Animeloxan
  • Contacera
  • Emdocan
  • Inflacam
  • Loxicom
  • Melosolute
  • Melosus
  • Melovem
  • Meloxidolor
  • Meloxidyl
  • Meloxivet
  • Meloxoral
  • Metacam
  • Novem
  • Recocam
  • Rheumocam
  •  Vexxocam
  • Zeleris

Indikationen

Indikationen des Wirkstoffs sind chronische Gelenkserkrankungen wie etwa Arthrose und Arthritis. Darüber hinaus wird Meloxicam auch bei weiteren schmerzhaften eingesetzt. Hierzu zählen:


Gegenanzeigen

Wann darf Meloxicam nicht verwendet werden?

Meloxicam darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff selbst oder anderen Bestandteilen des Medikaments vorliegt. Wer schon einmal auf andere NSAR reagiert hat, der sollte von der Anwendung des Wirkstoffs absehen.

Weiterhin darf das Medikament nicht angewendet werden, wenn in der Vergangenheit oder aktuell Blutungen im Magen-Darm-Trakt vorliegen.

Meloxicam ist nicht geeignet für Personen mit Funktionsstörungen des Herzens, der Nieren oder der Leber.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Meloxicam kann die Entwicklung des Embryos negativ beeinflussen. Bei Einnahme des Wirkstoffs in der Schwangerschaft kann das Risiko für Fehlgeburten sowie Missbildungen des Herzens steigen.

Das Risiko für das Ungeborene steigt mit der Dosis des Wirkstoffes und der Dauer der Anwendung.

Im ersten und zweiten Trimester der Schwangerschaft kann das Medikament angewendet werden wenn unbedingt notwendig und nur unter ärztlicher Beobachtung.

Im letzten Trimester darf das Medikament nicht eingesetzt werden. NSAR wie Meloxicam gehen in die Muttermilch über. Daher darf das Arzneimittel in der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Meloxicam darf nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren angewendet werden.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Meloxicam?

Wie jedes Medikament kann auch Meloxicam Nebenwirkungen haben. Diese können mit Erhöhung der Dosis häufiger auftreten. Daher gilt, dass der Wirkstoff so gering wie möglich und so kurz wie nötig dosiert werden sollte.

Bei längerfristiger Anwendung sollte besonders auf Nebenwirkungen geachtet werden und eventuelle Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufigen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Meloxicam gehören:

Gelegentliche Nebenwirkungen

Zu den gelegentlichen Nebenwirkungen bei der Einnahme des Wirkstoffs gehören:

Seltene Nebenwirkungen

Zu den seltenen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Meloxicam gehören:

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen

Vereinzelt können folgende Nebenwirkungen bei der Einnahme des Arzneimittels auftreten:

Ohne Nennung der Häufigkeit

Zu den Nebenwirkungen ohne Nennung der Häufigkeit bei der Einnahme von Meloxicam gehören:


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Meloxicam?

Meloxicam kann verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen zeigen. Zu diesen gehören vor allem die folgenden Medikamente:

  • NSAR: Die gleichzeitige Einnahme anderer NSAR erhöht das Risiko für Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt.
  • Corticosteroide: Bei gleichzeitiger Einnahme mit Meloxicam erhöht sich das Risiko für Blutungen im Magen und Darm
  • Heparin, Thrombolytika: Die gleichzeitige Verwendung erhöht das Blutungsrisiko.
  • SSRI: Werden selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer und Meloxicam gleichzeitig verwendet, ist das Risiko für das Auftreten von gastrointestinalen Blutungen erhöht.
  • Blutdrucksenker: Gemeinsam mit Meloxicam eingenommen kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln verringert werden.
  • Calcineurin-Hemmer: Kann in Kombination mit Meloxicam die Nierenfunktion schädigen.
  • Lithium: Meloxicam kann verhindern, dass Lithium abgebaut wird. Dies führt dazu, dass sich Lithium im Körper anreichert, bis hin zu Vergiftungserscheinungen.
  • Methotrexat: Meloxicam verstärkt die Wirkung von Methotrexat, was eine toxische Wirkung auf den Körper haben kann.

Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Meloxicam zu beachten?

Generell gilt bei der Einnahme von Meloxicam dass dies so niedrig wie möglich und so kurz wie möglich gegeben werden sollte.

Die gleichzeitige Gabe von anderen NSAR Medikamenten sollte vermieden werden. Sollte dies nicht umgehbar sein, dann sollten alternative Wirkstoffe zu Meloxicam eingesetzt werden.

Bei der Einnahme des NSAR ist außerdem zu beachten, dass übermäßige Sonne beziehungsweise UV-Strahlung vermieden werden sollte.

Denn während der Anwendung von ist die Haut empfindlicher und es besteht die Gefahr schneller einen Sonnenbrand zu bekommen oder Verbrennungen.

Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln kann es paradoxerweise zu chronischen Kopfschmerzen durch Schmerzmittel kommen. Hier sollte Meloxicam nicht höher dosiert werden, um den Schmerzen entgegenzuwirken, sondern mit einem Arzt über das weitere Vorgehen gesprochen werden.

Während einer Dauerbehandlung mit diesem NSAR sollte kein Alkohol in großen Mengen zu sich genommen werden. Bei Unverträglichkeit gegenüber Lactose oder Diabetes sollte der Zuckergehalt und Lactose in den Tabletten beachtet werden.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Meloxicam

Meloxicam ist nur auf Rezept durch einen Arzt erhältlich. Das Medikament ist apothekenpflichtig.


Geschichte

Seit wann ist Meloxicam bekannt?

Die Entwicklung der Stoffgruppe, zu der auch Meloxicam gehört begann bereits 1962.

Ziel war es, einen neuen antirheumatischen Wirkstoff zu finden, der eine längere Wirkdauer als die vorherrschenden Medikamente hatte. Dabei sollte der Wirkstoff entzündungshemmend sein und auch bei chronischen Erkrankungen über einen längeren Zeitraum anwendbar sein.

1977 wurde dann eine klinische Studie zum ersten Medikament der Gruppe der Oxicame herausgebracht.

Das erste Mittel hatte den Namen Piroxicam. An diesem wurde weiter geforscht bis 1996 schließlich das COX-2 selektive Meloxicam auf den Markt kam.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

NSAR wie Meloxicam können bei längerer Anwendung einen Effekt auf den Elektrolythaushalt des Körpers haben.

Dazu gehört vor allem Kalium, Natrium und der Wasserhaushalt im Allgemeinen. Daher sollten diese Werte bei längerfristiger Anwendung regelmäßig kontrolliert werden.

Wichtig ist auch, dass Nebenwirkungen besonders häufig bei älteren Patienten auftreten, daher benötigen diese besondere Überwachung bei der Einnahme des Wirkstoffs.

Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung dürfen nicht mehr als 7,5 mg Meloxicam einnehmen.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, USA)
  • Ahmed M., Khanna D., Furst D.E. Meloxicam in rheumatoid arthritis. Expert Opin Drug Metab Toxicol, 2005, 1(4), 739-51 Pubmed
  • Moore R.A., Derry S., McQuay H.J. Single dose oral meloxicam for acute postoperative pain in adults. Cochrane Database Syst Rev, 2009, CD007552 Pubmed
  • Noble S., Balfour J.A. Meloxicam. Drugs, 1996, 51(3), 424-30 Pubmed

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