Basische Ernährung

Basische Ernährung – innere Balance durch Nahrungsmittel

 

Ursprung & Entwicklung:

basen-ernaehrung behandlung diätDie basische Ernährung wurde bereits im 17. Jahrhundert beschrieben. Schon damals galt die Auffassung, dass ein Ungleichgewicht von Säuren und Basen den Körper durch Krankheiten schädigt. Seit ca. 1913 wird die basische Ernährung als gesundheitsfördernd und heilend empfohlen. Die Alternativmedizin bevorzugt dabei Nahrungsmittel, die als weniger „sauer“ gelten.

Zum Einsatz kommen heute auch Basenpulver, die als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden um den Körper mit Mineralstoffen und Spurenelementen zu versorgen.

Die basische Ernährung kann mit der vegetarischen Ernährungsform verglichen werden. Im speziellen die der Ovo-lakto-Vegetarier, die Fisch, Geflügel, Fleisch und die daraus hergestellten Lebensmittel meiden. In der basischen Ernährung wird ebenfalls vom Verzehr abgeraten bzw. empfohlen, diesen stark einzuschränken.

Durchführung & Wirkungsweise:

Um eine Übersäuerung des Körpers zu verhindern werden bei der basischen Ernährung säureproduzierende Lebensmittel gemieden.

Durch die Messung des pH-Wertes im Urin wird ermittelt wie basisch oder sauer der Körper ist. Der Wert kann auf einer Messskala (1-14) abgeglichen werden. Werte unter 7 gelten als sauer und Werte über 7 gelten als basisch. Der Wert 7 gilt als neutral. Ein Wert unter 7 deutet auf eine Übersäuerung und einen gestörten Säure-Basen-Haushalt hin. Der Körper besteht aus verschiedenen Milieus. Basisch sind Teile wie das Blut, das Bindegewebe und auch ein großer Teil des Dünndarms. Ein saures Milieu findet sich zum Beispiel im Magen, im Dickdarm und der Scheide. Eine gemessene Übersäuerung bedeutet somit, dass Körperbereiche die basisch sein sollten eher sauer sind und umgekehrt.

Eine Übersäuerung bringt den Körper in ein Ungleichgewicht und äußert sich in verschiedenen Krankheiten und chronischen Leiden. Die Auswirkungen werden damit begründet, dass überschüssige Säuren die basischen Mineralien an sich binden. Dadurch werden Salze gebildet, die in der Folge Knochengewebe demineralisieren und sich mit den Säuren zusammen in Zellen und dem Gewebe ablegen. Betroffen ist das gesamte Bindegewebe einschließlich dem der Organe. Diesem Zustand beugt eine basische Ernährung vor. Bereits vorhandene Schädigungen mit einhergehenden Krankheiten verspricht die basische Ernährung Heilung.

Verfechter der basischen Ernährung sind davon überzeugt, dass durch die Zivilisationskost eine latente Übersäuerung vorliegt, die sich chronisch manifestiert. Die industriell verarbeiteten Lebensmittel, Halb- und Fertigprodukte sind demnach als sauer einzustufen.

Eine basische Ernährung besteht zu zwei Dritteln aus basischen Lebensmitteln und zu einem Drittel aus mittel basisch bis sauren Lebensmitteln. Nicht alles was wir als sauer einstufen ist sauer im Sinn einer basischen Ernährung. Mandarinen zählen zum Beispiel zu den basischen Lebensmitteln. Kaffee wird häufig als sauer eingeordnet, da er im Magen Säure fördert und Sodbrennen verursacht. Tatsächlich ist er basendbildend im Blut, wo er nach der Verstoffwechselung hingelangt.

Als unbedenklich gelten Lebensmittel wie Kartoffeln, grüne und weiße Bohnen, rote Beete, Erbsen, Brokkoli, Blumenkohl, Spinat, Fenchel und Sellerie. Dunkle Blattsalate wie Lollo Rosso oder Feldsalat sind ebenso basisch wie Trockenfrüchte und Vollkornprodukte. Bei Früchten sind es zum Beispiel die Bananen, Mandarinen und Avocados.

Im Bereich der mittleren und stark Säure bildenden Lebensmittel finden sich Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, Getreide, weißer Zucker, Alkohol, Karotten, Äpfel, Birnen, Milch, Erdnüsse und Süßwaren.

Als Nahrungsergänzungsmittel werden Basenpulver und Säure-Basen-Pulver im Handel angeboten. Diese Pulver sollen nahrungsbedingte Übersäuerungen beheben und ausgleichend wirken. Meist enthalten sie Mineralsalze, Spurenelemente, Saccharose und/oder Lactose.

Hilft gegen:

Die Krankheiten und Leiden werden demnach durch Funktionsstörungen in den Zellen und Organen ausgelöst, die aufgrund des Entzugs der Mineralien durch überschüssige Säuren nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren können.

Die basische Ernährung soll jedoch nicht nur als Behandlungsmethode verstanden werden, sondern eignet sich nach eigenen Angaben auch zur Vorbeugung.

Fördert & stärkt:

  • Immunsystem
  • Bindegewebe
  • Muskelgewebe
  • Nervengewebe
  • Vermeidung lokaler Krankheiten (z.B. Blasenentzündung)

Risiken & Nebenwirkungen:

  • Mangelerscheinungen
  • Magenbeschwerden
  • Schwindelgefühl
  • Störung des Stoffwechsels
  • Energieverlust
  • Haarausfall
  • Brüchige Nägel
  • Verminderte Wundheilung
  • Beeinträchtigung des Immunsystems
  • Vorzeitige Alterung
  • Wachstumsstörungen
  • Gefäßerkrankungen

Die basische Ernährung geht davon aus, dass lebensnotwendige Mineralstoffe und Spurenelemente durch die Herstellungsverfahren der Nahrungsmittelindustrie verloren gehen. Daher wird immer wieder empfohlen, diese als Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen. Hauptsächlich werden Natrium, Kalium, Magnesium, Fluor, Jod, Lithium, Selen und Eisen als nicht ausreichend beschrieben. Ein Zuviel kann jedoch ebenso körperliche Beschwerden verursachen wie ein Zuwenig. Hohe Kalzium Gaben führen zum Beispiel zu vorzeitiger Hautalterung und Arterienverkalkung. Mit einer durchschnittlich ausgewogenen Ernährung werden dem Körper in der Regel ausreichend der aufgeführten Elemente zugeführt.

Eine stark basisch ausgeprägte Ernährung geht in der Regel mit einem Mangel an Vitamin B12, Calcium, Zink und Vitamin D einher.

Weitaus schwerer wirken die Auswirkungen der basischen Ernährung in Bezug auf einen Aminosäuremangel. Da fast alle Lebensmittel, die Aminosäuren enthalten als sauer eingestuft sind, werden als Langzeitfolgen schwere gesundheitliche Auswirkungen erwartet. Aminosäuren werden hauptsächlich über Eiweiß zugeführt. Dabei ist es gleich ob über pflanzliche (z.B. Tofu, Chia-Samen oder Nüsse) oder tierische Lebensmittel. Aminosäuren verstoffwechseln sich im Körper immer sauer. Ohne die essenziellen Bausteine drohen irreparable Gesundheitsgefahren, wie neben den oben aufgeführten Risiken, zum Beispiel auch ein Abfall der Knochenmasse.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

  • Schäden durch Überdosierung
  • Schäden durch Unterversorgung
  • Erhöhtes Krebsrisiko
  • Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

Insbesondere die Basenpulver sind mit Vorsicht zu behandeln. Neben den chemischen und synthetischen Zusammensetzungen, die zu einem erhöhten Krebsrisiko führen können, kann eine Überdosierung mit Eisen zu einer erhöhten Anfälligkeit für bakterielle Infektionen führen. Patienten, die harntreibende Medikamente einnehmen, laufen Gefahr Herzrhythmusstörungen zu bekommen. Grund dafür ist die hohe Kalium-Dosierung in den Präparaten.

Grundsätzlich hat jegliche Überdosierung und Unterversorgung Auswirkungen auf den Organismus. In den Anfängen äußern sich diese oft nur in Abgeschlagenheit, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen. Alle Anzeichen sollten jedoch ernsthaft hinterfragt werden und mit einer Ernährungsumstellung in Verbindung gebracht werden.

Wer behandelt?

  • Anwender
  • Ernährungsberater
  • Ärzte und Professoren

Die basische Ernährung wird vor allem von überzeugten Anwendern, Buchautoren und Firmen verbreitet und vermittelt. Auch Ernährungsberater und einige Ärzte und Professoren unterstützen die basische Ernährungsform.
Offiziell wird hierfür weder ein Studium, eine Ausbildung oder Fachlehrgang benötigt. Daher gibt es auch viele Anwender, die auf ihren Internetseiten für eine basische Ernährung eintreten.

Unser Fazit:

Es gibt aus zahlreichen Studien keine Beweise, dass die basische Ernährung therapeutisch wirksam ist. Auch bezüglich der Vermeidung von Krankheiten konnten keine Rückschlüsse auf eine bessere Gesundheit gezogen werden. Es existieren keine wissenschaftlichen Nachweise zur Übersäuerungstheorie. Offizielle Stellen halten die basische Ernährung und dazugehörige Nahrungsergänzungsmittel für überflüssig, da der Körper natürliche Puffersysteme hat und Schwankungen von selbst ausgleichen kann. Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, gemäßigtem Verzehr von tierischen Lebensmitteln, ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser und Bewegung schützen von selbst vor Übersäuerung. Überschüssige Säuren scheidet der Körper auch über die Atmung (Kohlendioxid) und den Schweiß aus.

Des Weiteren liefert nur der pH-Wert des Blutes einen sicheren Anhaltspunkt für eine Übersäuerung. Nur hier kann eine echte Übersäuerung (Azidose) festgestellt werden. Allerdings ist diese Erkrankung nicht auf eine saure Ernährung zurückzuführen sondern auf Niereninsuffizienz oder Diabetes. Der pH-Wert im Urin beweist lediglich, dass die Nieren gut arbeiten und überschüssige Säuren ausscheiden. Der pH-Wert im Urin liegt bei einem gesunden Menschen zwischen 5,5 und 7.

Basisch ist zum Beispiel auch Natronlauge, die unweigerlich zu Verätzungen führen würde und somit keinesfalls als gesund eingestuft werden kann. Eine rein basische Ernährung bedeutet, die natürlichen Säuren und damit das Gleichgewicht im Körper zu verändern. Die Folgen sind ebenso dramatisch wie ungesund.

Wir möchten keine Empfehlung für eine dauerhaft basische Ernährung geben. Jedoch spricht nichts gegen gelegentliche basische Tage oder Wochen. Generell kann eine Beschäftigung mit basischen und sauren Lebensmitteln zu einem ausgewogenerem Ernährungsverhalten führen.

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