Glioblastom

Steckbrief: Glioblastom

  • Name(n): Glioblastom; Glioblastoma Multiforme
  • Art der KrankheitAstrozytom; Gehirntumor
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1926
  • Behandelbar: ja aber nicht heilbar
  • Art des Auslösers: Tumorzellen
  • Wieviele Erkrankte: pro Jahr 2.9 bis 3.5 (pro 100.000) Neuerkrankungen
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologen
  • ICD-10 Code(s): C71 bösartige Neubildung des Gehirns

Glioblastom – Diagnose und Behandlung

Glioblastome sind Gehirntumore, sie sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten können. Nach der WHO-Klassifikation werden sie mit dem Faktor IV bezeichnet, und da sie rasch wachsen und sich in umliegende Hirnareale ausbreiten, hat die Erkrankung eine sehr schlechte Prognose.

Symptome können lang andauernde, starke Kopfschmerzen sein, aber auch Sehstörungen, Sprechstörungen, Lähmungen, oder Persönlichkeitsveränderungen. Es können ebenfalls epileptische Anfälle auftreten. Diagnostiziert werden Glioblastome zumeist mit bildgebenden Verfahren. Die Standardtherapie besteht dann aus einer Operation (falls der Tumor operabel ist), einer Bestrahlung und anschließenden Chemotherapie. Die Psychoonkologie und die Palliativmedizin können den Patienten ebenfalls unterstützen.


Definition Glioblastom

Ein Glioblastom ist einer der häufigsten bösartigen Gehirntumore bei Erwachsenen. Es gehört als Hirntumor zu den Gliomen, und hat nach der WHO-Klassifikation eine sehr schlechte Prognose. Daher wird es auch mit Faktor IV bezeichnet. Ein Glioblastom gehört zur Gruppe der Astrozytome. Von der Diagnose Glioblastom sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Meist wird bei ihnen der Tumor im mittleren oder höheren Lebensalter diagnostiziert. Der Tumor entwickelt sich häufig in einer Großhirnhälfte des Gehirns, und wächst rasch in die andere Gehirnhemisphäre hinein. Mediziner können feststellen, welchen Schweregrad der Hirntumor hat, indem sie das Tumorgewebe und das umliegende Gewebe miteinander vergleichen und die Ähnlichkeit feststellen.

Als Behandlungsmöglichkeiten für das Glioblastom gibt es die Möglichkeit einer Operation, einer Behandlung mit Bestrahlung und einer Chemotherapie. Die durchschnittliche Lebenserwartung nach der Diagnose liegt bei wenigen Monaten (ohne Behandlung) bis durchschnittlich 15 Monaten bei Anwendung der aktuellen Behandlungsmethoden. Allerdings gibt es auch Erkrankte, die einige Jahre mit einem Glioblastom leben können.


Was ist ein Glioblastom?

Ein Glioblastom ist ein schnell wachsender, bösartiger Gehirntumor. Der Name des Tumors kommt von den Gliazellen (Stützzellen) des Gehirns, aus denen er entsteht. Das Glioblastom hat den Faktor IV bei den Hirntumoren, das ist der höchste Schweregrad. Häufig entwickelt der Tumor sich innerhalb kurzer Zeit, meistens im mittleren oder höheren Lebensalter. Der Tumor entsteht meistens in der einen Großhirnhälfte des Patienten, und wächst von dort über den Balken in die andere Hälfte des Gehirns. Da seine Form so einem Schmetterling ähnlich sieht, wird er auch als „Schmetterlingsgliom“ bezeichnet. Da bei einem Glioblastom eine schnelle Zellteilung erfolgt, wächst der Tumor auch recht schnell.

Ein Glioblastom entsteht häufig im Großhirn, meist im Frontal- oder Temporrallappen. Im Bereich vom Kleinhirn, im Rückenmark oder vom Hirnstamm entsteht eher selten ein Glioblastom. Der Tumor verbreitet sich diffus im Gehirn, d. h. er infiltriert das umliegende Gewebe.
Von allen Krebserkrankungen machen Gehirntumore etwa 1,5 bis 2 % aus, und sind daher eine relativ seltene Krebserkrankung.

Das Tumorgewebe besteht aus kleinen Zysten, abgestorbenem Gewebe und Einblutungen. Wegen diesem variablen Erscheinungsbild sagt man auch Glioblastoma multiforme. Man nennt das Glioblastom auch Astrozytom IV, da die Tumorzellen von den Astrozyten (einem speziellem Zelltyp im Gehirn) abstammen.
Die Medizin unterscheidet ein primäres und ein sekundäres Glioblastom:
das primäre Glioblastom kommt häufiger vor als das sekundäre. Es entsteht direkt aus gesunden Astrozyten, und entwickelt sich innerhalb von wenigen Wochen. Sehr häufig betrifft es Personen zwischen dem 6. und 7 Lebensjahrzehnt.

Das sekundäre Glioblastom entwickelt sich aus einem bereits bestehenden Tumor aus Astrozyten. Ein Tumor aus Astrozyten ist weniger bösartig als ein Glioblastom. In diesem Fall handelt es sich um eine länger andauernde Tumorerkrankung. Sie tritt häufig bei 50 bis 60 Jahre alten Patienten auf.
Eine besondere Variante ist das Gliosarkom, das etwas andere Gewebeeigenschaften hat als ein Glioblastom.

Welche Ursachen gibt es?

Man kann nicht genau sagen, welche Ursachen zu einem Glioblastom führen. Radioaktive Strahlung kann ein Auslöser für die Entstehung bösartiger Tumore sein. Es wird auch überlegt, ob eine erhöhte Nutzung von Mobiltelefonen zur Entstehung eines Gehirntumores führen kann. Dies kann aber bis heute weder nachgewiesen noch wiederlegt werden. Es gibt auch keine Beweise, dass Schädelhirnverletzungen bei Unfällen, Magnetfelder, seelischen Belastungen, Stress oder chemische Substanzen die Ursache für ein Glioblastom sein könnten.

Auch die Behandlung mit einer Strahlentherapie kann das Risiko der Entstehung eines bösartigen Gehirntumors erhöhen. Betroffen sind z. B. Patienten, bei denen eine Leukämie im Kindesalter mit Bestrahlung behandelt wurde. Auch wenn bei einem Kind bestimmte bildgebende Verfahren verwendet werden, wie etwa eine Computertomographie, kann dies das Risiko für einen Gehirntumor leicht erhöhen. Von einer Röntenuntersuchung beim Zahnarzt geht hingegen kein nachweisliches Risiko aus. Auch Umweltgifte könnten eine Rolle spielen.

Ein Glioblastom ist normalerweise nicht erblich bedingt. Es gibt jedoch seltene erbliche Erkrankungen, wie das Li-Fraumeni-Syndrom, das Turot-Syndrom, das Hippel-Lindau-Syndro, oder auch die Neurofibromatose Typ I (Morbus Recklinghausen) und Typ II, bei denen Glioblastome mehrfach in einer Familie auftreten können. Bei den einzelnen seltenen Erkrankungen können an unterschiedlichen Stellen im Körper Tumore auftreten. Insgesamt ist es noch nicht nachgewiesen, ob es genetische Faktoren gibt, die zur Entstehung eines Hirntumores führen können. Es gibt aber Studien, die die DNA von Familien untersucht, in denen ein Hirntumor vermehrt auftritt.

Liste mit Ursachen für Glioblastome:

  • radioaktive Strahlung
  • Behandlung mit Strahlentherapie, z. B. bei Leukämie (kann das Risiko leicht erhöhen)
  • erhöhte Nutzung von Mobiltelefonen (nicht nachgewiesen)
  • Computertomographie im Kindesalter (kann evtl. das Risiko erhöhen)
  • Umweltgifte
  • seltene Erbkrankheiten, wie Li-Fraumeni-Syndrom, Turot-Syndrom, Hippel-Lindau-Syndrom, Neurofibromatose Typ I und II

Symptome & Anzeichen

Die Symptome eines Glioblastoms hängen von der Lokalisation des Tumors im Gehirn ab. Daher können verschiedene Symptome auftreten.
Bei einem Glioblastom entwickeln sich die Symptome meistens sehr schnell innerhalb weniger Wochen und Monate, da der Tumor rasch wächst. Zu Beginn kann der Patient länger andauernde und ungewöhnliche Kopfschmerzen haben. Die Kopfschmerzen treten häufig morgens oder am Abend auf und bessern sich während des Tages. Meist werden die Kopfschmerzen mit der Zeit stärker, und Medikamente zeigen keine Wirkung.

Weitere typische Symptome sind Lähmungen, Schwindel, Taubheitsgefühle, Gleichgewichtsstörungen oder Sprach- und Sehstörungen. Es können auch epileptische Anfälle auftreten. Weitere Merkmale für neurologische Ausfälle sind Sensibilitätsstörungen im Bereich Kälte, Hitze, Berührung oder Druck, und verschwommenes Sehen oder Gesichtsfeldausfälle. Ebenfalls sind Krampfanfälle typisch. Dies sind starke Anspannung der einzelnen Muskeln, bei denen der Betroffene auch Schmerzen hat.

Ein anderes Merkmal sind Persönlichkeitsveränderungen, wie Veränderungen in den Emotionen oder der Konzentration, leichte Reizbarkeit, erhöhte Ablenkbarkeit oder auch Apathie. Andere Veränderungen der Persönlichkeit wie Depressionen oder Angstzustände können ebenfalls auftreten. Auch die Leistung des Gedächtnisses kann sich verändern, es kann zu Desorientierung oder starker Vergesslichkeit kommen.

Bei einem Fortschreiten der Krankheit kann es zu Anzeichen von erhöhtem Hirndruck kommen, da ein größerer Tumor erhöhten Hirndruck verursacht. Es kann zu Schwellungen der Sehnervenpapillen, Übelkeit, Erbrechen, Störungen des Bewusstseins oder verlangsamtem Puls kommen oder auch ein komatöser Zustand auftreten. Wenn die Erkrankung schon so weit fortgeschritten ist, ist die Prognose eher ungünstig.

Symptome für ein Glioblastom

  • stärker werdende, länger andauernde Kopfschmerzen, besonders morgens und abends
  • Sehstörungen
  • Erbechen, Übelkeit
  • Lähmungen
  • Schwindel- und Taubheitsgefühle
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Sprachstörungen
  • Krampanfälle, epileptische Anfälle
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Störungen des Bewußtseins

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei der Diagnose nutzt die Medizin am Anfang bildgebende Verfahren, wie eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztherapie (MRT). Wenn ein CT gemacht wird, wird hierbei ein Kontrastmittel benutzt. Ein Glioblastom erscheint dann unregelmäßig geformt, mit starker Kontrastmittelaufnahme am Rand. Wenn der Tumor kleiner ist, ist der Umriss ringförmig, ist es größer, wird er eher girlandenförmig. Möglich ist auch eine Untersuchung mit SPECT (Single-Photon-Emissions-Computertomographie) oder PET (Positronen-Emissions-Tomographie). Rings um den Tumor entsteht meist eine Schwellung, ein sogenanntes Ödem. Hier wird Flüssigkeit angelagert, daher entsteht die Schwellung.

Auch im MRT kann man ein Glioblastom gut erkennen. In den festen Bestandteilen des Tumors reichert sich das Kontrastmittel stark an, an den Stellen, wo zystische Anteile oder Blutungen sind, sieht man dieses nicht. Der Tumor verteilt sich meist auf diffuse Art in das umliegende Hirngewebe. Um die Diagnose zu bestätigen, wird eine Biopsie des Tumors entnommen, und das Material wird neuropathologisch bestätigt. Häufig ist der Tumor bei einer Diagnose bereits größer als 2 cm. Es gibt auch andere Untersuchungen wie eine Elektroenzephalographie (Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns) oder eine Lumbal-Punktion (Punktion im Bereich der Lendenwirbel). Hierbei kann man herausfinden, ob der Patient zu Anfällen neigt, oder ob ein Hirnabzess oder Lymphone vorliegen.

Da der Tumor rasch wächst, entwickeln sich die Symptome meistens innerhalb von Wochen oder Monaten. Am Anfang haben die Patienten häufig Kopfschmerzen, besonders morgens oder in den Abendstunden.Oft bemerken sie Lähmungen, Sehstörungen oder Sprachstörungen, Übelkeit und Erbrechen oder auch Schwindelgefühle. Auch epileptische Anfälle können vorkommen. Die Symptome hängen stark davon ab, an welcher Stelle im Gehirn sich der Tumor befindet.

Oft verändert sich auch die Persönlichkeit des Patienten, er bekommt Konzentrationsprobleme, Aufmerksamkeitsstörungen, leidet an Depression oder Ängsten. Wenn der Tumor größer wird, wächst der Hirndruck. Jetzt kann es zu Stauungspapillen, Bewusstseinsstörungen oder Erbrechen kommen. Der Patient kann auch ins Koma fallen. Wenn der Tumor im Rückenmark sitzt, kann es zu Schmerzen oder Gefühlsstörungen kommen (meist Taubheit oder eine Kribbeln). Es können auch Lähmungen bis hin zu einer Querschnittslähmung auftreten.

Welche Verfahren werden für die Diagnose verwendet:

  • CT (Computertomographie)
  • MRT (Magnet-Resonanz-Therapie)
  • PET (Positronen-Emissions-Tomographie)
  • SPECT (Single-Photon-Emissions-Computertomographie)
  • Biopsie am Gehirn
  • Elektroenzephalographie (Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns)
  • Lumbal-Punktion (Punktion im Bereich der Lendenwirbel)

Häufigkeit & Diagnosedaten

Wenn ein Patient von einem Hirntumor betroffen ist, handelt es sich ungefähr bei einem Viertel der Fälle um ein Astrozytom. Astrozytome sind eine der häufigsten Krebsarten, die im Gehirn vorkommen kann. Das Glioblastom gehört zu den Astrozytomen. Primäre Hirntumore sind bei Erwachsenen eher selten. Bei Kinder kommen primäre Hirntumore im Vergleich häufiger vor als andere Krebsarten.

Ein Glioblastom tritt am häufigsten bei Erwachsenen zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr auf. Männer erkranken häufiger an einem Glioblastom als Frauen (Verhältnis 1,7:1). Viele der Patienten mit Glioblastom sind Männer im Alter zwischen 45 und 75 Jahren. Auch sind weißhäutige Patienten etwa doppelt so oft betroffen wie schwarzhäutige Patienten. Das durchschnittliche Alter der Patienten, wenn die Diagnose Glioblastom gestellt wird, liegt bei 64 Jahren. Auch Kinder und Jugendliche können von der Diagnose betroffen sein, jedoch erkranken Kinder nur sehr selten an einem Glioblastom.

In Europa und Nordamerika gibt es 2,9 bis 3,5 neue Erkrankungen auf 100.000 Einwohner pro Jahr. In Entwicklungsländern sind es hingegen weniger Erkrankungen.
Astrozytome entstehen am häufigsten in den beiden Großhirnhälften des Gehirns. Manchmal treten die Tumore auch in tieferliegenden Bereichen des Gehirns auf (in den Basalganglien), im Rückenmark oder auch im Stammhirn.


Komplikationen bei der Krankheit

Wenn man an einem Glioblastom erkrankt ist, kann man zu Beginn länger anhaltende, intensive Kopfschmerzen bekommen. Die Kopfschmerzen treten meistens morgens und abends auf. Oft sprechen die Kopfschmerzen auch nicht auf Schmerzmittel an. Ein weiteres Problem können epileptische Anfälle sein, die durch den Tumor auftreten können. Auch Lähmungen, Sprachstörungen und Sehstörungen können den Patienten beeinträchtigen. Diese Symptome können sehr plötzlich auftreten, da der Tumor schnell wachsen kann. Dann kann es auch zu der Fehldiagnose Schlaganfall kommen.

Es kann auch zu Persönlichkeitsveränderungen kommen, wie apathisches Verhalten, emotionale Veränderungen, Störungen der Konzentration oder erhöhte Reizbarkeit. Dies kann für den Patienten schwierig sein, aber auch für seine Angehörigen. Wenn der Hirndruck durch das Wachstum des Tumors größer wird, können andere Komplikationen hinzukommen, wie Übelkeit und Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder ein komatöser Zustand. Wenn der Hirndruck schnell ansteigt, werden Nervenbahnen oder Hirnzentren zusammengedrückt. Ohne entsprechende ärztliche Behandlung kann dieser Vorgang zum Tod führen. Der Tumor kann auch zu zeitweisen oder bleibenden Hirnschäden führen. Welche Symptome und Komplikationen auftreten, ist auch davon abhängig, an welcher Stelle im Gehirn der Tumor sich befindet.

Durch eine Operation des Tumors kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden, es lässt sich aber nicht komplett aufhalten, da gewöhnlich schon einzelne Tumorzellen in das gesunde Gewebe des Gehirns hinein gewandert sind, und man diese nicht mehr vollständig entfernen kann. Ein Glioblastom wird häufig mit einer Operation, einer Bestrahlung und einer Chemotherapie behandelt. Da die Tumorzellen aber in das Gehirngewebe infiltrieren, bekommt der Patient häufig ein Rezidiv, dass dann erneut behandelt werden muss.

Da die Patienten häufig mit einer Chemotherapie behandelt werden, können auch die Nebenwirkungen zu Problemen führen: hier muss im Einzelfall abgewogen werden, ob und wie intensiv eine Chemotherapie weitergeführt werden soll. Bei dieser Frage geht es auch darum, die Lebensqualität für den Patienten möglichst zu erhalten.

mögliche Komplikationen bei einem Glioblastom:

  • länger andauernde, starke Kopfschmerzen
  • epileptische Anfälle
  • Lähmungen, Sprech- und Sehstörungen
  • Psychische Probleme
  • Bewußtseinstörungen, Koma
  • Nebenwirkungen der Chemotherapie

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn man einen Hirntumor erkrankt, kann es manchmal einige Zeit dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Bei Glioblastomen entstehen die ersten Anzeichen allerdings meist schon nach wenigen Tagen oder Wochen.
Falls man unter folgenden Symptome leidet: Krampfanfälle, Übelkeit oder Erbrechen, epileptische Anfälle, Schwindelgefühle, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Der Patient kann auch Taubheitsgefühle an einzelnen Gliedmaßen haben, oder auch Schluckbeschwerden oder Schwerhörigkeit. In diesem Fall sollte man sich an einen Neurologen wenden.

Wenn man Kopfschmerzen oder Übelkeit hat, kann dies auch auf viele andere Erkrankungen hindeuten, wie etwa eine Erkältung, eine Grippe oder eine Migräne. Wenn die Kopfschmerzen jedoch heftig und lange andauernd sind und stärker werden, sollte man sich an einen Arzt wenden. Häufig sprechen die Kopfschmerzen auf übliche Schmerzmittel wenig bis gar nicht an. Auch wenn nach dem 20. Lebensjahr erstmalig ein epileptischer Anfall auftritt, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Wenn ein Glioblastom diagnostiziert wird, muss der Arzt feststellen, ob eine Operation für die Behandlung in Frage kommt. Der Tumor sollte soweit es möglich ist, operativ entfernt werden. Es gibt allerdings auch Tumore, die aufgrund ihrer Lage oder ihrer Diffusität im Gehirn inoperabel sind. Bei einem Glioblastom wächst der Tumor sehr schnell in das Nachbargewebe ein. Deswegen wird bei einer OP häufig versucht, den Tumor zu verkleinern. Dieses Vorgehen soll den Hirndruck niedrig halten, und die Bedingungen für weitere Behandlungen verbessern.

Nach einer Operation wird eine Gewebeprüfung durchgeführt, um festzustellen, welchen WHO-Grad das Gliom hat. Wenn eine Operation nicht möglich ist, kann man auch eine Biopsie des Tumors durchführen, um den WHO-Grad zu ermitteln. Wenn ein Tumor sich gut vom gesunden Gewebe abgrenzt, kann man ihn auch besser operieren.

Falls man den Tumor nicht komplett entfernen kann, wird zumindest versucht, Teile des Tumors zu entfernen. Nach einer Operation erfolgt eine Behandlung mit Bestrahlung (Radiotherapie), und eine Behandlung mit einer Chemotherapie. Wenn Teile des Tumors nicht entfernt werden konnten, können diese Zellen weiterwachsen. Eine Verkleinerung des Tumors bewirkt ein geringeres Wachstum und eine Verbesserung der Symptome, und auch die Lebenszeit kann sich verlängern.

Bei einer Chemotherapie ist es wichtig, dass das Blutbild des Patienten in Ordnung ist, und keine Erkrankungen der Nieren, der Leber, der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems vorliegen. Mit Hilfe der modernen Chemotherapie hat sich die Lebenserwartung für viele Patienten mit einem Glioblastom erhöht. Als weitere Möglichkeit kann man als Patient auch an einer klinischen Studie teilnehmen.

Häufig entsteht um das Astrozytom eine Schwellung des Hirngewebes, daher muss man vor einer Operation häufig Kortisonpräparate verabreichen. Dadurch schwillt das Gewebe ab. Wenn die Möglichkeit eines epileptischen Anfalles besteht, müssen auch Epileptika gegeben werden. Kortison kann auch während einer Strahlentherapie verabreicht werden.
Wenn nach der Behandlung ein Rezidiv entsteht, d. h. der Tumor bildet sich neu, wird darüber entschieden, ob man erneut operiert, oder eine Strahlen- oder Chemotherapie anwendet.

mögliche Behandlungsmethoden und Therapien:

  • Operation, möglichst komplette Entfernung des Tumors, ansonsten Verkleinerung der Tumormasse
  • Gewebeprüfung, Biopsie am Tumor
  • Bestrahlung (Radiotherapie)
  • Chemotherapie
  • Teilnahme an klinischer Studie
  • Kortisonpräparate gegen Hirnödeme
  • Neuroleptika gegen epileptische Anfälle

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es gibt keine besonderen Maßnahmen, wie man einem Glioblastom vorbeugen kann. Man sollte allgemein versuchen, unnötige Belastung mit Strahlung zu vermeiden, insbesonders bei Kindern. Auch sollte man probieren, nicht in Kontakt mit Umweltgiften oder krebserregenden Chemikalien zu kommen. Generell ist eine gesunde Lebensweise zur Vermeidung von Krankheiten empfehlenswert, mit fettarmer Ernährung, regelmäßigem Sport und dem weitgehenden Verzicht auf Alkohol und Zigaretten.


Prognose zur Heilung

Ein Glioblastom ist ein bösartiger Gehirntumor, den man nicht endgültig heilen kann. Wird die Erkrankung nicht medizinisch behandelt, liegt die durchschnittliche Überlebenszeit bei wenigen Monaten. Wenn man die aktuellen Therapiemethoden, d. h. Operation, Bestrahlung und Chemotherapie nutzt, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei ca. 15 Monaten. Es gibt Betroffene, die mit der Krankheit länger leben, und einige Patienten überleben mehrere Jahre mit relativ guter Gesundheit. Etwa 20 % der Erkrankten leben noch mindestens 3 Jahre. Es gibt allerdings auch Patienten, die mit einem Glioblastom noch länger als 20 Jahre gelebt haben. Wissenschaftler untersuchen die Fälle der Langzeitüberlebenden, um so neue Möglichkeiten im Kampf gegen die Krankheit zu gewinnen.

Wie die Lebenserwartung und Lebensqualität aussieht, ist auch abhängig von individuellen Faktoren. Das Alter des Patienten und schon vorhandene andere Erkrankungen können ein Rolle spielen. Je älter und kränker ein Patient ist, desto schlechter ist auch seine Prognose. Die Tumorzellen der einzelnen Patienten haben nicht immer dieselben Eigenschaften, und einige lassen sich besser behandeln als andere. Die Prognose bei einem Glioblastom ist besser, wenn der Tumor unter der Therapie schnell zusammenschrumpft. Außerdem vertragen die einzelnen Patienten die Strahlentherapie und Chemotherapie unterschiedlich gut.


Wo findet man Unterstützung?

Eine wichtige Hilfe bei der Erkrankung an einem Glioblastom ist die Begleitung durch einen Psychoonkologen. Er kann den Patienten selbst und auch seine Angehörigen unterstützen. Hier kann man lernen, mit Verlusten umzugehen und mit ihnen leben zu lernen, aber gleichzeitig auch die Möglichkeiten, die man hat, auch zu nutzen und zu gestalten. Die Psychoonkologie kann helfen, die Belastungen durch die Krankheit zu lindern, zu verhindern, dass Probleme wie eine chronische Überlastung entstehen, und auch nach neuen Perspektiven zu suchen. Der Psychoonkologe kann auch weiterführende Hilfen vermitteln. Für jeden Patienten verläuft die Beratung individuell, da auch jede Erkrankung individuell verläuft.

Wer betreut die Patienten?

In der Betreuung können auch verschiedene Personen zusammenarbeiten, wie Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger, Kunst- und Musiktherapeuten, Physiotherapeuten, Palliativmediziner, Pflegedienste oder Logopäden.

Wo findet man einen Psychoonkologen?

Psychoonkologische Unterstützung gibt es in Kliniken und Hospizen, in Beratungsstellen oder psychotherapeutischen Praxen, in regionalen Selbsthilfegruppen oder beim Sorgentelefon der deutschen Hirntumorhilfe. Auch der behandelnde Arzt vor Ort kann den Patienten geeignete Psychoonkologen vermitteln.

Palliativmedizin

Palliativmedizin soll Menschen helfen, die eine schwere und weit fortgeschrittene Krankheit haben, und bei denen es keine Aussichten auf eine Heilung mehr gibt. Hierbei geht es vor allem darum, die vorhandene Lebensqualität noch möglichst zu erhalten oder auch zu verbessern. Man kann dem Patienten z. B. helfen, Schmerzen, Atemnot oder Verwirrtheit zu reduzieren oder zu erleichtern. Auch seelische und psychische Fragen werden angesprochen. Man berät die Patienten auch zu rechtlichen und sozialmedizinischen Fragen (Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht). Auch die Angehörigen werden in der Palliativmedizin unterstützt und betreut.

In der Palliativmedizin sind auch viele Berufsgruppen beteiligt. Ärzte, Pfleger, Fachkrankenschwestern, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten, Seelsorger, Psychologen, ehrenamtliche Begleiter). Der Patient kann in ein Hospiz einziehen und sich palliativmedizinisch begleiten lassen, oder ein ambulanter Hospizdienst kommt zu den Patienten nach Hause. Wenn es absehbar ist, dass man eine palliative Begleitung benötigt, ist es sinnvoll, schon frühzeitig den Kontakt aufzubauen. So ist in einer akuten Situation dann ein tragfähiges Netzwerk vorhanden. Auch mit eventuellen Krisensituationen können so alle Beteiligten besser umgehen.

Wenn man eine schwierige Diagnose wie eine unheilbare Krankheit bekommt, sollte man sich in jedem Fall Unterstützung suchen und diese auch annehmen.
Auch wenn eine palliativmedizinische Betreuung erfolgt, kann trotzdem noch eine Tumorbehandlung stattfinden. Das wichtigste Ziel in der Palliativmedizin ist es jedoch, die Beschwerden zu erleichtern und eine möglichst gute Lebensqualität zu erschaffen.

Wenn man durch ein ambulantes Palliativteam betreut wird, hat man die Möglichkeit, rund um die Uhr Kontakt zu einem betreuenden Arzt und zu Pflegern aufzunehmen. Auch einen Notarzt kann man so jederzeit rufen. Häufig ist es der Wunsch des Patienten, möglichst lange in seiner vertraten Umgebung zu bleiben. Mit Hilfe eines ambulanten Palliativdienstes können auch die Krankenhauseinweisungen verringert werden.

Welche Rechte hat der Patient?

Wenn man die Diagnose Hirntumor erhält, steht man vor vielen neuen Situationen. Hierzu sollte jeder Patient seine Rechte und Pflichten kennen. Die Patienten haben ein Recht auf freie Arztwahl, das Einholen einer Zweitmeinung, Hausbesuche des behandelnden Arztes, die Aufklärungs- und Dokumentationspflicht, Einsicht in Patientenunterlagen, die Einhaltung der ärztlichen Schweigepflicht, eine gewisse Qualität der medizinischen Behandlung und auf Selbstbestimmung am Lebensende.

Bei einer Teilnahme an klinischen Studien müssen die Patienten über die Risiken, den Nutzen und vorhandene Behandlungsalternativen aufgeklärt werden. Allerdings muss der Patient auch bestimmte Pflichten einhalten, wie etwa die regelmäßige Teilnahme, Teilnahme an Nachbehandlungen, Einnahme von Medikamenten nach bestimmten Regeln, usw..


Alternative Behandlungsmethoden

Grundsätzlich kann man Naturheilkunde, pflanzliche Medikament oder, Homöopathie als Begleitung oder Ergänzung zur Standardtherapie verwenden. Häufig fehlt hier aber der wissenschaftliche Nachweis, auch im Bezug auf einen Hirntumor. Daher sollte man so ein Vorgehen immer mit dem behandelnden Arzt absprechen, auch, damit es keine Wechselwirkungen zur schulmedizinischen Behandlungsweise gibt.

Die deutsche Hirntumorhilfe erwähnt folgende alternative Behandlungsmethoden: Weihrauch, Selen, Mistel, Vitaminpräparate, Kräuterpräparate, Homöopathie, Ernährungsumstellung, Chinesische Medizin, QiGong, Akupunkutr, Akupressur und Hyperthermie.

Häufig muss der Patient die Kosten für alternative Heilmittel selbst übernehmen. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, muss man mit der Krankenkasse absprechen.

Welche Hausmittel können helfen?

Das Opoid Methadon kann möglicherweise die Wirkung von Chemotherapien bei einem Glioblastom unterstützen. Die Krebszelle wird durch das Methadon durchlässiger für die Chemotherapie, und die verabreichten Giftstoffe können die entarteten Zellen besser bekämpfen. Auch die Nebenwirkungen sind nicht so gravierend, wie von den Ärzten befürchtet. Der Haus- oder Palliativarzt kann Methadon als Schmerzmittel verschreiben.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Man kann versuchen, Weihrauchkapseln einzunehmen. Weihrauch wirkt entzündungshemmend, und es kann dazu beitragen, dass man die Einnahme des Cortisons reduzieren kann. Kortison wird verschrieben, um die entstehenden Ödeme bei einem Gehirntumor zu behandeln. Es gibt klinische Studien zur Verwendung von Weihrauch bei Hirnödemen von Universitätskliniken. Medizinisch wirksam sind die im Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren. Hierzu müssen die Weihrauchextrakte in hoher Dosierung eingenommen werden. Weihrauch kann auch während einer Bestrahlung oder gemeinsam mit anderen Präparaten eingenommen werden.

Ätherische Öle

Ätherische Öle kann man in der palliativen Begleitung gut verwenden. Man kann mit den Ölen positiv auf die Psyche des Patienten einwirken. Hierbei kann man seine Duftmischung auch selbst kreieren. Es gibt hier Mischungen um Schmerzen zu lindern, Ängste zu reduzieren, zu beruhigen oder das Einschlafen zu fördern. Auch zur Mundpflege kann z. B. Zitronenöl verwendet werden. Öle kann man in der Palliativmedizin in der Duftlampe und als Körperöl nutzen, man kann Waschungen, Bäder, Wickel und Auflagen machen.

Homöopathie & Globuli

Homöopathie lässt sich als Unterstützung bei einer Krebsbehandlung hinzuziehen, Hierzu sollte man einen gut ausgebildeten Homöopathen um Rat fragen. Homöopathie kann dazu beitragen, die Nebenwirkungen von Chemotherapie und Bestrahlung zu lindern.

Diät & Ernährung

Bei einer Ernährung, die dem Patienten bei einer Krebserkrankung unterstützen soll, wird häufig die ketogene Ernährung angeführt. Zu dieser Ernährung gibt es auch eine klinische Studie. Eine ketogene Ernährung ist streng kohlehydratarm. Dazu sollte die Zufuhr von gesunden Fetten erhöht werden, und man sollte eine ausgeglichene Eiweißbilanz anstreben. Der Körper bezieht seinen Energiebedarf nicht mehr aus Fett und Glukose, sondern nur noch aus Fett und aus Glukoseersatz, der im Körper aufgebaut wird, den sogenannten Ketonkörpern.


FAQ – Fragen & Antworten

Was ist ein Glioblastom?

Ein Glioblastom ist einer der häufigsten bösartigen Gehirntumore bei Erwachsenen. Er gehört zu den Gliomen, und hat nach der WHO-Klassifikation eine sehr schlechte Prognose. Männer sind von der Diagnose Glioblasom häufiger betroffen als Frauen.

Wie verläuft die Diagnose bei einem Glioblastom?

Bei der Diagnose werden bildgebende Verfahren verwendet, wie MRT (Magnet-Resonanz-Therapie) oder CT (Computertomographie). es kann auch eine Biopsie des Tumors gemacht werden.

Wie läuft die Behandlung ab?

Bei der Behandlung muss festgestellt werden, ob der Tumor operiert werden kann. Anschließend folgen Chemotherapie und Bestrahlung. Es gibt auch die Möglichkeit, an klinischen Studien teilzunehmen.

Wo findet man weitere Unterstützung?

Eine gute Hilfsmöglichkeit bietet die Psychoonkologie. Diese findet man in Kliniken, oder auch in privaten therapeutischen Praxen. In der Betreuung können auch verschiedene Personen zusammenarbeiten, wie Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger, Kunst- und Musiktherapeuten, Physiotherapeuten, Palliativmediziner, Pflegedienste oder Logopäden.

Welche Möglichkeiten bietet die Komplementärmedizin?

Komplementärmedizin kann zur Unterstützung hinzugezogen werden. Das Vorgehen sollte aber immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Weihrauch (Boswelliasäuren), Methadon, ätherische Öle, Homöopathie oder ketogene Ernährung sind hier Beispiele.

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