Meningeom

Steckbrief: Meningeom

  • Name(n): Meningeom; Meningiom; Meningeoma
  • Art der Krankheit: Tumorerkrankung
  • Verbreitung: weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: 1881 im Zusammenhang mit der Erforschung von Neurofibromatose
  • Behandelbar: ja
  • Art des Auslösers: Körperzellentartung
  • Wieviele Erkrankte: rund 50000 jährlich in Deutschland
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Onkologe oder Radiologe
  • ICD-10 Code(s): D 32.0 (Meningeom der Hirnhäute); d32.1 (Rückenmarkshäute); d32.9 (Meningen nicht näher bezeichnet)

Wenn Nerven Tumoren ausbilden

 

Häufige Kopfschmerzen und die ein oder andere Sehstörung werden meistens auf viel Stress und die Augen geschoben. Im Resultat reichen Kopfschmerztabletten und eine neue Brille meistens aus.

Aber wenn die Kopfschmerzen nicht vergehen und auch die Sehstörungen sich nur unmerklich verbessern, dann kann es sich um ein Leiden handeln, dass vielleicht schon viele Jahre unbemerkt im Kopf war und nur langsam an Größe zugenommen hat.

Auch wenn das Meningeom keine unmittelbare Gefahr für den Körper darstellt, so kann eine zu späte Entdeckung Folgen nach sich ziehen, die hätten vermieden werden können.

Definition Meningeom

 

Vom einem Meningeom wird gesprochen, wenn es sich um einen benignen (gutartigen) Tumor des Hirns oder der Nervenzellen des zentralen Nervensystems handelt.

Neben seiner Gutartigkeit zeichnet es sich durch ein sehr langsames Wachstum aus und fällt darum mehrere Jahre meist nicht auf, weil es keinerlei Symptome verursacht. Meningeome sind einer Erkrankung, die sich vornehmlich ab dem 50. Lebensjahrzehnt ausprägt oder ab diesem Alter Symptome verursacht.

Dabei ist es nicht erwiesen, welche Ursachen dieser Ausbildung von Tumoren zu Grunde liegen. Das Meningeom kann als einzelne Raumforderung auftreten oder auch in einer Gruppe von Raumforderungen. Dabei ist es entscheidend, welche Grundlage dem Meningeom gegeben ist.

In den meisten Fällen tauchen diese Raumforderungen aber nur als einzelner Tumor auf. Im Rahmen der medizingeschichtlichen Entwicklung wurden die Meningeome mit der Erforschung diverser Erkrankungen entdeckt und daher ihre Gutartigkeit erkannt.

Was ist ein Meningeom?

 

Ein Meningeom hat seinen Namen durch den Ort erhalten, wo es wächst. Vornehmlich findet man sie als Hirntumor. Dort befinden sich die Meningen. Dies sind die Zellen der Spinnenhaut (Arachnoidea). Sie ist Bestandteil der weichen Hirnhaut und trennt somit das Hirn vom harten knöchernen Schädel. Diese weiche Haut dient als Polsterung und Stoßschutz, wenn das Gehirn Erschütterungen ausgesetzt wird. Zwischen dem Hirn und der weichen Hirnhaut befindet das Hirnwasser, dass das Hirn umspült und weiterhin einen zusätzlichen Schutz bietet.

Die Meningen der Hirnhaut können, wie alle anderen Körperzellen auch, entarten. Dabei sind bestimmte Voraussetzungen gegeben, die bewirken, dass die Zellstruktur sich verändert oder auflöst und neu aufbaut. Statt einem Ersatz der Zellen und der Abtragung der alten Zellen, können die Meningen nun unkontrolliert wachsen. Solang die Raumforderung nur gegen die Schädeldecke wächst oder auch nur Raum fordert, der ohnehin vorhanden ist, wird es meistens nicht bemerkt. Erst wenn anderen Teile des Schädels oder des Hirns beeinflusst werden, treten Symptome auf. Besonders in der Schwangerschaft kann durch den erhöhten Stoffwechsel ein schnelleres Wachstum auftreten. Alle entarteten Körperzellen besitzen Progesteronrezeptoren, die das Wachstum der entarteten Zellen anregen. Progesteron ist in jedem Körper vorhanden, wird aber während einer Schwangerschaft vermehrt ausgeschüttet, da es auch ein wichtiges Schwangerschaftshormon ist und die Entwicklung des Babys sicherstellt.

Das Meningeom kann sich aber auch an der Wirbelsäule und allen anderen Nervenzellen bilden. Dabei sind die Axone betroffen. Sie umschließen den Nerv und bilden eine schützende Hülle. Durch die Ausprägung eines Meningeoms kann dieser Schutz beeinflusst werden. Treten Meningeome in mehreren Herden aus und zeigen ein diffuses (verstreutes) Wachstum, dann kann dies durch einen Gendefekt bedingt sein.

Auch wenn Meningeome nicht als lebensbedrohliche Erkrankung gelten, können trotzdem Folgen der Erkrankung eintreten, die dann einer Behandlung bedürfen. Daher ist eine umfangreiche medizinische Kontrolle und Behandlung unabdingbar.

Welche Ursachen gibt es?

 

  • Strahlentherapie bei Kindern
  • genetische Disposition oder die Erberkrankung Neurofibromatose
  • häufige zahnärztliche Röntgendiagnose
  • Veränderung der Tumorsuppressorproteine

Eine konkrete Ursache für das Auftreten eines einzelnen Meningeoms ist bis heute nicht nachweisbar. Aber es ist bekannt, dass die Tumorsuppressorproteine der Körperzellen sich durch bestimmte äußere Einflüsse verändern. Jede Körperzelle ist mit diesen Proteinen ausgestattet. Im Rahmen der Zellteilung und der Vervielfältigung der dna der Zelle kann es zu Fehlern bei der Komplettierung des Erbgutes kommen. In diesem Fall sind die Proteine instabiler oder anfälliger. Daher ist der Körper anfälliger für die Entartung von Zellen und die Ausbreitung von Tumoren. Unter normalen Umständen sind die Suppressoren in der Lage eine bevorstehende Entartung zu kompensieren.

Besonders Kinder können im Wachstum sehr anfällig für die Beeinflussung der Suppressoren sein. Durch eine Strahlentherapie oder häufiges Röntgen kann der Zellstoffwechsel und die Zelleinteilung grundlegend beeinflusst werden. In Folge dessen ist die Ausprägung eines Meningeoms nicht unwahrscheinlich. Aber auch das häufige Röntgen des Gebisses im Rahmen einer zahnärztlichen Maßnahme kann entsprechende Auswirkung mit sich bringen. Daher sollte beachtet werden, dass nicht mehr als zwei Untersuchungen dieser Art pro Jahr durchgeführt werden. Besonders bei einer Schwangerschaft sollten ohnehin sämtliche Röntgenuntersuchungen unterlassen werden. Das MRT (Magnetresonanztomographie) verzichtet auf eine Verwendung von Röntgenstrahlen und kann entsprechend genutzt werden.

Wenn das Meningeom in mehreren Herden auftritt, dann ist es erwiesen, dass es sich um einen genetischen Defekt auf dem 22. Chromosom handelt. Diese Erkrankung kann auch als Erbkrankheit offensichtlich ausgeprägt sein und trägt die Bezeichnung Neurofibromatose. Bei diesem genetischen Defekt gibt es zwei Arten der Defekte, wobei das 17. oder 22. Chromosom betroffen ist. Liegt der genetische Defekt nur auf dem 22. Chromosom, so sind zwar die Voraussetzungen für eine Neurofibromatose gegeben, aber sie muss nicht zwingend ausbrechen. Nur die Disposition für die Ausprägung von Meningeomen ist erhöht.

Symptome & Anzeichen

 

  • Kopfschmerzen
  • Gefühlsstörungen
  • Lähmungen
  • Bewegungsstörungen und Gangunsicherheiten
  • Epilepsie
  • Sehstörungen
  • Sprachstörungen

Zu Beginn der Ausbildung eines Meningeoms treten zunächst keine Symptome auf. Da der Tumor sehr langsam wächst und nicht massiv ausgeprägt ist, können sie jahrelang unentdeckt bleiben. Sobald das Meningeom aber ausreichend groß ist und es beginnt Gewebe zu verdrängen oder auch gegen den Schädel zu drücken, treten die Symptome auf. Dabei ist es entscheidend, wo das Meningeom lokalisiert ist. Befindet es sich im Kopf, dann sind Kopfschmerzen, die sich nur medikamentös lindern lassen und dauerhaft anhalten, das erste Anzeichen. Je nach Lage des Meningeoms kommen nach und nach Sehstörungen und Sprachstörungen dazu.

Liegt das Menigneom im Rückenmark oder auch an einem anderen Nerv, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Einschränkungen in der Bewegung oder auch Taubheitsgefühle vermehrt oder anhaltend auftreten. Mit zunehmendem Wachstum der Raumforderung können diese Symptome nicht mehr zurückgebildet werden und Lähmungen sind die Folge. Auch Empfindungsstörungen in den Gliedmaßen oder eine auftretende Inkontinenz können die Folge sein.

Im Falle dessen, dass das Meningeom am oberen Teil des Rückenmarks im Bereich der Brustwirbelsäule oder der Halswirbelsäule ausgeprägt ist, können empfindliche Nervenbahnen behindert werden. In diesem Bereich, am Übergang von Hirn zu Rückenmark, befinden sich sensorische Zentren, die sich auch auf die Atmung und die nervliche Steuerung beziehen. Hat sich hier ein Meningeom gebildet, sind epileptische Anfälle mit zunehmender Häufung keine Seltenheit. Der Zustand solche Anfälle kann akut lebensbedrohlich werden und die Ursache sollte dringend abgeklärt werden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

 

Für die Entdeckung eines Meningeoms sind bildgebende Verfahren das Mittel der ersten Wahl. Zunächst werden Ärzte zunächst eine umfassende Anamnese (Krankengeschichte) erstellen. Dabei werden nicht nur akut bestehende Symptome erfragt, sondern auch bereits bekannte oder durchlebte Erkrankungen. Ebenso wichtig kann die Krankengeschichte des familiären Umfelds sein, da eine genetische Disposition die Diagnosestellung erleichtern kann. Nachdem diese Erhebung vorgenommen wurde, wird die weiterführende Diagnostik eingeleitet.

Dabei sind das CT (Computertomographie) oder das MRT (Magnetresonanztomographie) die besten Möglichkeiten ein Meningeom zu entdecken. In der heutigen Diagnostik wird vornehmlich auf das MRT zurückgegriffen, da hier die Strahlenbelastung ausgeschlossen werden kann. Hierbei werden ausschließlich Magnetwellen zum Einsatz gebracht, die keine Strahlenbelastung für den Körper darstellen.

Zusätzlich wird dem Patienten in der Diagnostik ein Kontrastmittel verabreicht, dass Stoffe enthält, die den Tumor zum „Leuchten“ bringen. Daher kann eine Diagnostik effektiver erfolgen und ein Tumor ist leichter zu erkennen. Im Bild zeigt sich dieser dann als eine Verdickung der Hirnhaut oder auch als Raumforderung mit klarer Begrenzung. Im Falle der Neurofibromatose sind mehrere Herde zu erkennen, die nicht klar abgegrenzt sind.

Krankheitsverlauf

 

Durch das langsame Wachstum des Tumors gibt es kein schnelles Fortschreiten oder Aufeinanderfolgen der Symptome. Daher kann es nur spät erkannt werden. Allerdings ist dies nach der Lage des Tumors abhängig und welches Gewebe es damit beeinflusst. Zumeist wird das Meningeom nur durch einen Zufall und im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung diagnostiziert und entdeckt.

Im Zuge des Krankheitsverlaufs bleibt das Wachstum und die Zellartigkeit des Tumors gutartig. Nur in 1,7 % der Fälle besteht die Gefahr, dass der Tumor und dessen Zellen weiter entarten und die Zellen maligne (bösartig) werden. In diesem Falle handelt es sich dann um einen Tumor, der in jedem Falle Metastasen ausbilden wird und auch der Krankheitsverlauf sich beschleunigt.

Bei 13% aller Meningeome handelt es sich nicht um eine klassische Erscheinung, sondern das Meningeome ist in seiner Ausprägung und seinem Wachstum atypisch. Das kann auch vom Auftreten oder der Lage des Tumors abhängig sein. In diesem Falle ist die Prognose etwas ungünstiger. Zumeist wird das Meningeom nur entfernt, wenn Störungen auftreten. Ansonsten wird es dauerhaft beobachtet. Viele Betroffene wissen ein Leben lang nicht, dass sie unter einem Meningeom leiden und hatten auch nie auffallende Symptome. Erst gegen Ende einer Erkrankung oder nach weiterführenden Untersuchungen für eine andere Krankheit wird dies durch Zufall entdeckt und kann schon Jahre existieren.

Häufigkeit & Diagnosedaten

 

Von Meningeomen sind etwa 50000 Menschen jährlich in Deutschland betroffen. Allerdings sind dies Zahlen nur Schätzungen, da die Zahl der Neuerkrankungen nicht gemessen werden kann. Ein Meningeom kann sich immer ausbilden und wird mitunter niemals entdeckt. Über die Häufigkeit von Menigeomen werden viele Studien angestellt, aber es fällt auch führenden Wissenschaftlern nicht leicht konkrete Zahlen zu definieren.

Allerdings ist bekannt, dass im Schnitt mehr Frauen als Männer von dieser Erkrankung betroffen sind. 60% der Betroffenen sind Frauen, nur 40% Männer. In diesem Zusammenhang wurde die Vermutung geschlussfolgert, dass Frauen eher davon betroffen sein können, da die Schwangerschaft und das damit verbundene Progesteron einen höheren Einfluss auf den Körper hat als bei Männern. Das bedeutet, dass Männer auch entartete Zellen haben können, diese aber nicht weiterwachsen oder sich entwickeln. Während einer Schwangerschaft werden aber die Progesteronrezeptoren der entarteten Zellen stimuliert und so kann ein Wachstum verstärkt einsetzen und sich eine Raumforderung ausbilden.

Das Meningeom stellt etwa 15% aller Hirntumore dar und 25% aller Tumore, die das Hirn oder das zentrale Nervensystem betreffen. Vornehmlich tritt die Erkrankung ab dem 50. Lebensjahr merklich in den Vordergrund, wobei der Ursprung schon viele Jahre zurückliegen kann. In 98% der Fälle handelt es sich um einen einzelnen Tumor, der genau lokalisiert werden kann. Bei den anderen 2% sind mehrere Herde vorhanden, wobei ein Großteil davon von Neurofibromatose betroffen ist. Einer genetischen Erkrankung, die die Ausbildung von gutartigen Tumoren im ganzen Körper begünstigt. Aber auch ein alleinstehender genetischer Defekt kann ausschlaggebend dafür sein, obwohl keine weitere Erkrankung besteht. Bei einem vermehrten Wachstum der Tumorherde werden auch weiterführende Untersuchungen vorgenommen, um den Grund für das hohe Vorkommen zu diagnostizieren.

Komplikationen bei Meningeom

 

  • maligne Entartung der Zellen
  • Komplikationen im Rahmen einer OP bei Menigeomentfernung

Wie bereits erwähnt, kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass ein gutartiges Meningeom entartet und maligne (bösartig) wird. In diesem Falle steigert sich das Tumorwachstum immens und die Ausbildung von Metastasen gilt als sehr wahrscheinlich. Im Zuge dessen ist eine umfassende Krebstherapie und eine langwierige Behandlung die Folge. Mitunter können daraus auch lebensbedrohende Zustände resultieren.

Im Grunde genommen kann die bloße Erkrankung am Meningeom nicht viele Folgeschäden hinterlassen, vorausgesetzt es wird entdeckt und behandelt. Durch eine lang andauernde Lähmung kann es zu Muskelschäden und damit einhergehenden Bewegungsstörungen kommen. Weiterhin können epileptische Anfälle Schäden in Bezug auf die Atemmuskulatur und das Hirn hinterlassen. Konzentrationsstörungen oder Veränderungen in der Merkfähigkeit sind die Folge.

Die meisten Komplikationen sind zu erwarten, wenn das Meningeom bereits zu schwerwiegenden Störungen führt und daher operativ entfernt werden muss. Allerdings handelt es sich hierbei um die klassischen Risiken, die jede Operation bürgen kann. Gerade bei diffizilen Eingriffen am Hirn oder auch am Rückenmark kann es unter der Operation zu Blutungen kommen, die dann Folgeschäden oder auch Behinderungen bedingen können. Nach der Operation besteht immer das Risiko einer Infektion der Wunde, die durch die Operateure gesetzt wurde. Deswegen sollte in der Zeit des Heilungsprozesses extrem auf Hygiene und den täglichen Verbandswechsel geachtet werden, damit das Risiko einer Infektion minimiert wird.

Eine Operation stellt immer einen Einschnitt in das Gewebe dar. Oftmals werden umliegende Gefäße nach der Entfernung des Meningeoms kauterisiert (verödet). Somit kann Blutungen zwar vorgebeugt werden, aber es ist möglich, dass die entstandene Kruste sich im Rahmen des Heilungsverlaufes lösen kann und in den Blutkreislauf gelangt. Verließt diese Kruste dann ein Gefäß kommt es zu einer Thrombose, die weiterführend behandelt und aufgelöst werden muss, damit weitere Komplikationen vermieden werden können.

Wann sollte man zum Arzt Gehen?

 

Wenn bereits eine genetische Disposition für Neurofibromatose in der Familie bekannt ist, dann bietet es sich an, dass ein Arzt bereits aufgesucht wird, bevor Symptome auftreten. In diesem Falle kann eine vorsorgliche Untersuchung aufgrund der Disposition erfolgen. Auch Kinder, die häufig geröntgt wurden oder einer Strahlentherapie ausgesetzt waren, können diese Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen.

Wenn keine genetische Veranlagung oder weitere Gründe bestehen, dann sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn Symptome, wie Sehstörungen oder Kopfschmerzen, dauerhaft anhalten oder aber sukzessiv stärker werden. Auch wenn man meist direkt zu einem Onkologen überwiesen wird, sollte das noch kein Anlass zur Sorge sein, denn eine Raumforderung oder auch der Verdacht einer Raumforderung gilt bis zum Beweis des Gegenteils immer als Krebs. Dies ist lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, damit keine medizinischen Möglichkeiten ausgelassen werden und eine Fehldiagnose gestellt wird. Daher gibt der Besuch des Onkologen noch keinen Anlass zur Beunruhigung.

Behandlungsmethoden & Therapie

 

  • Beobachtung der Entwicklung
  • operative Entfernung des Meningeoms
  • Angiographie der Hirngefäße
  • Bestrahlung

Zumeist werden Meningeome durch einen Zufall entdeckt und machen zu diesem Zeitpunkt noch keine weiteren Beschwerden. Sofern ihr Wachstum sehr langsam verläuft oder auch stagniert, gibt es keinen Anlass zu einer weiteren Behandlung. Es wird lediglich bei routinemäßigen Kontrollen im Auge behalten, wie sich das Wachstum entwickelt. Befindet sich das Meningeom im Hirn, dann wird vorsorglich eine Angiographie (Gefäßdarstellung) der Hirngefäße vorgenommen. Hierbei lässt sich erkennen, ob eines der wichtigen Hirngefäße betroffen ist und der Blutfluss dadurch verlangsamt oder unterbunden wird.

Erst wenn das Meningeom Symptome verursacht und auch weiterführend Ausfälle oder Missempfindungen die Folge sind, wird eine Behandlung eingeleitet. In den häufigsten Fällen ist eine Operation das Mittel der Wahl. Diese Eingriffe sind routiniert und erfordern meistens keinen großen Aufwand, sofern der Tumor günstig lokalisiert ist. Ein erfahrender Neurochirurg führt diesen Eingriff durch. Mit der Entfernung des Tumors sind die Symptome zumeist sofort verschwunden und auch Sinneseinschränkungen oder Bewegungsstörungen sind behoben.

Liegt das Meningeom nicht günstig, dass eine Operation ohne große Risiken durchgeführt werden kann oder ist der Allgemeinzustand des Patienten durch, z.b. mehrere epileptische Anfälle, nicht gut genug, dass eine Operation überstanden werden kann, dann erfolgt eine einmalige hochdosierte Strahlentherapie, die das Meningeom vernichtet.

Eine Operation wird immer unter dem Ziel durchgeführt, dass das Meningeom vollständig entfernt wird. Ist dies nicht der Fall, dann kommt im Nachgang eine leichte Strahlentherapie zum Einsatz. Nur wenn das Meningeom schon im Ansatz beginnt maligne zu entarten, wird der Operation eine Chemotherapie angeschlossen. Diese Entscheidung kann aber erst getroffen werden, wenn das entfernte Meningeom histologisch auf seine Gutartigkeit oder Bösartigkeit untersucht wurde.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

 

Da die konkreten Ursachen für ein Meningeom noch nicht ausreichend erforscht sind und bezüglich der anderen Ursachen nur Vermutungen angestellt werden können, ist vordergründig wichtig, dass man einige allgemeine Regeln befolgt, da diese auch zu einem gesunden Leben gehören.

Kleine Kinder und auch Erwachsene sollten nicht allzu häufig einer Strahlentherapie oder einer Röntgendiagnostik unterzogen werden, da es erwiesen ist, dass die Strahlung, die dabei aufgenommen wird einen negativen Einfluss auf die Funktionen der Körperzelle und ihre Bausteine hat. Dadurch können Zellen vermehrt entarten und zeigen auch eine höhere Neigung zu Mutationen.

Weiterhin sollte auf alle Einflüsse und Genussmittel verzichtet werden, die karzinogen, also krebsbegünstigend, wirken können. Dazu zählen unter anderem auch Alkohol und Zigaretten. In Kombination mit einer gesunden Lebensweise mit guter Ernährung, Bewegung und ausreichend Entspannung kann ein gesundes Immunsystem gefördert werden und die Wahrscheinlichkeit einer Zellentartung gesenkt werden. Ist allerdings eine genetische Vorgeschichte bezüglich des Meningeoms in der Familie bekannt, dann kann eine Genanalyse Aufschluss über die Erkrankungswahrscheinlichkeit unter den aktuellen Bedingungen bringen.

Prognose zur Heilung

 

Je zeitiger ein Meningeom erkannt wird, sobald es Symptome ausprägt, desto wahrscheinlicher ist auch die hundertprozentige Heilung. Wer sich nicht zum Arzt traut oder auch die beginnenden Symptome, wie Sehstörungen oder Kopfschmerzen ignoriert, riskiert, dass sich schlimmere Symptome und auch epileptische Anfälle ausprägen. In diesem Falle können solche Anfälle sehr große Schäden im Bereich des Hirns hinterlassen, die auch nach der Entfernung des Meningeoms nicht einfach verschwunden sind.

Ist ein Meningeom atypisch, dann ist die Behandlung sehr umfangreich und die Prognose nicht so günstig, wie bei einem normalen Verlauf. In diesem Falle können auch Folgeschäden bestehen bleiben. Entartet das Meningeom zur einer bösartigen Form der Raumforderung, dann verändert sich die Prognose je nach Lage und eventuellen Metastasen immer weiter nach unten. Aber auch diese Erkrankung kann nach langer und schwerer Behandlung ohne Folgeschäden überstanden werden, wenn die Diagnose günstig ist.

Neurofibromatose – Der Meningeomherd

 

Bei Neurofibromatose handelt es sich um eine genetische Erkrankung bei der sich auf dem 17. oder 22. Chromosom ein Defekt befinden kann, der zur dauerhaften Ausbildung von Meningeomen im ganzen Nervensystem führt. Dabei handelt es sich um einen Informationsverlust auf dem jeweiligen Chromosom, der den Körperzellen anzeigt, dass Tumorsuppressoren ausgebildet werden müssen. Hierbei sind aber nicht nur die Hauptnerven des Körpers betroffen, sondern alle Nerven können von diesem Gendefekt befallen werden. Lieft der Defekt auf dem 17. Chromosom, dann spricht man Neurofibromatose Typ I. In diesem Falle kommt es zu Meningeom in allen Bereichen des Körpers. Knötchen in der Iris, Milchkaffeeflecken auf der Haut (Pigmentstörung, bei der die Meningeome das fleckenweise Braunwerden der Haut bedingen) und Klingelknopfknötchen. Diese bilden sich an der Oberfläche der Haut und können eingedrückt werden. Dabei entsteht das Gefühl, dass sich hinter dem Knoten, wie bei einer Klingel, ein leerer Raum befindet.

Bei der Neurofibromatose TypII liegt der chromosomale Defekt auf dem 22. Chromosom. Hierbei ist die Erkrankung stärker ausgeprägt und die Meningeome können auch innerhalb des körperlichen Wachstums Deformationen der Wirbelsäule bewirken. Beide Formen der Erkrankung können nur über eine ständige Entfernung der Meningeome und einer Behandlung der Folgeschäden therapiert werden.

Alternative Behandlungsmethoden

 

Meningeome können auch mit alternativen Heilungsmethoden behandelt werden. Allerdings ist es wichtig, dass bereits bestehende gesundheitliche Probleme unbedingt unter ärztlicher Überwachung stehen und auch entsprechend behandelt werden. Denn auch wenn alternative Heilmethoden sehr viel versprechen, so können sie in keinem Fall ein Meningeom therapieren, dass bereits den Verlust der Sprache oder der Bewegung provoziert hat.

Alternative Heimmethoden erfordern einen gewissen Glauben des Betroffenen in die Behandlung. Denn sie können die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren und damit auch dafür sorgen, dass ein Meningeom nicht weiterwächst oder vielleicht auch wieder verschwindet. Dennoch muss man dafür von der Methode überzeugt sein. Das bedeutet, dass man sich gründlich mit der erzielbaren Wirkung und der Durchführung beschäftigen muss, denn nur so können auch alle Sinne auf die Behandlung gerichtet werden. Die Methode sollte einem persönlich zu sagen und auch in der Umsetzung keine Probleme bereiten. Ausführliche Aufklärungsgespräche und die Klärung aller bestehenden Fragen im Vorfeld sind daher sehr wichtig.

Alternative Methoden können kombiniert werden, aber nicht nur auf die Menge der Therapien kommt es an, sondern auch auf die Abstimmung mit der medizinischen Therapie. Daher sollte der behandelnde Arzt immer über die eigenen Vorhaben informiert werden und es sollte auch abgestimmt werden, ob die gewünschte Behandlung sich auch mit der medizinischen Behandlung verträgt und vereinbar ist.

Welche Hausmittel können helfen?

 

  • Ruhe
  • Entspannung
  • Bewegung

Ruhe

Schlaf und die Fähigkeit zur Ruhe in den heutigen Zeiten nicht mehr leicht beizubehalten. Immer wieder sind Termine zu erfüllen oder auch eine große Liste an Pflichten in den eigenen vier Wänden oder auch in Bezug auf die Familie, schränken die freie Zeit stark ein. Freie Zeit ist aber erforderlich und sollte auch nur für die eigenen Bedürfnisse genutzt werden, dass der Körper zur Ruhe kommt und vor allem ausreichend Kraft sammeln kann für die Behandlung und Bekämpfung des Meningeoms.

Entspannung

Wenn es nicht funktioniert, dass Ruhe einfach so in den Alltag integriert werden kann, dann können bestimmte Entspannungstechniken helfen, den Körper zu entspannen und Kraft zu sammeln. Dabei ist es wichtig, dass die Methode auch mit den eigenen Ansprüchen konform geht und man auf die Vorgehen innerhalb der Entspannungsmethode eingehen möchte. Am besten eigenen sich Methoden, die auch zu Hause ausgeführt werden können, wenn man sich nicht mit oder vor anderen Menschen fallen lassen möchte.

Bewegung

Ausreichend Sport und Bewegung können helfen, dass der Körper entspannen kann. Wenn man sich auspowert und auch mal an seine Grenzen geht, entsteht danach ein gewisses Hochgefühl, dass den Körper entspannen lässt. Weiterhin gehört Bewegung zu jeder gesunden Lebensweise und ist auch wichtig für die Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Körpers.

Heilkräuter & Heilpflanzen

 

  • Tees aus Zitrone, Ingwer und/oder Mareindistel

Zitrone, Ingwer und Mariendistel können nützliche Grundlagen für Tees sein, die das Immunsystem des Körpers stärken oder auch beleben. Besonders, wenn der Körper geschwächt ist oder auch einer hohen Belastung ausgesetzt wird, dann ist eine Unterstützung des Immunsystems sehr wichtig. In diesem Zusammenhang können diese drei Zutaten gemeinsam oder separat zu einem Tee verarbeitet werden.

Diese Maßnahme kann vorbeugend, aber auch im Rahmen der Behandlung erfolgen. Tees bieten nicht nur einen Anreiz für das Immunsystem sich zu regenerieren oder stark zu bleiben, sie bilden auch eine Grundlage für die tägliche Flüssigkeitsaufnahme, die bei einer gesunden Lebensweise sehr wichtig ist.

Ätherische Öle

 

  • Kokosöl

Kokosöl ist ein beliebter Trend geworden und wird in zahlreichen Kosmetika verwendet. Shampoos sind damit versetzt, weil die Fette eine gute Auswirkung auf die Geschmeidigkeit der Haare haben. Duschgele enthalten es, weil es gut für die Haut ist und rückfettend wirkt.

Aber auch bei einem Meningeom kann das Kokosöl gute Dienste leisten. Hierbei wird das Öl ziehen durchgeführt. Ein großer Esslöffel voll Kokosöl wird aufgenommen und dann im Mund durch die Zähne hindurch geschoben und gezogen. Zum Abschluss soll das Öl kurz gegurgelt und dann wieder ausgespuckt werden. Es kann aber auch getrunken werden. Grundlage für diese Anwendung ist die desinfizierende Wirkung des Kokosöls, was Infektionen vorbeugt und das Immunsystem etwas schützt.

Aber auch andere ätherische Öle können im Rahmen der Entspannung verwendet werden. Bei einem warmen Bad oder einer Massage wird nicht nur der Körper äußerlich, sondern auch innerlich stimuliert. Sinnesreisen und entspanntes Schlafen können so leichter umgesetzt werden.

Homöopathie & Globuli

 

Homöopathische Produkte können die Funktionen des Körpers unterstützen und das Wohlbefinden fördern. Unter anderem können sie aber auch die ein oder andere Behandlungsmaßnahme ersetzen.

Wer nicht sehr gern Tees trinken möchte oder auch den Geschmack von Ingwer oder Mariendistel nicht ansprechend findet, der kann auf homöopathische Mittel zurückgreifen. Meistens sind hier Extrakte in Kapseln erhältlich, die das Aufbrühen und Trinken des Tees ersparen. Auf diese Weise kann der Körper und das Immunsystem auch ausreichend unterstützt werden. Wichtig ist, dass man sich an die Einnahmeempfehlungen der Mittel hält und immer eine kurze Rücksprache mit dem Arzt hält, ob eventuelle Diskrepanzen entstehen könnten.

Schüssler-Salze

 

Schüssel-Salze können in unterschiedlichen Bereichen zur Anwendung kommen. Da sie mit unterschiedlichen Kombinationen Anwendung finden, können sie zu jeder Zeit verwendet werden. Bei der Vorbeugung von Meningeomen kann die Kombination der Salze Nr. 3, 4 und 5 eingenommen werden. Sie stabilisieren das Immunsystem und können die schnellere Regeneration des Immunsystems bewirken. Weiterhin können Medikamente, wie Säureblocker bei Sodbrennen, durch Bullrichsalz ersetzt werden. Die Einnahme von Medikamenten kann auch das Immunsystem schwächen und den menschlichen Kreislauf negativ beeinflussen.

Diät & Ernährung

 

  • Reinigungsdiät

Neben einer ausgewogenen und gesunden Ernährung ist es möglich eine sogenannte Reinigungsdiät in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Diese ist ähnlich dem Fasten und kann zur Vorbeugung von Meningeomen und der Stärkung des Immunsystems beitragen.

Bei dieser Diät wird auch alle zuckerhaltigen Nahrungsmittel, rotes Fleisch, Kuhmilch und Fast Food verzichtet. Die Ernährung ist rein biologisch und gesund. Mit dieser Strategie können auch die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden.

Die Diät beginnt zunächst mit dem vollkommenen Verzicht auf feste Nahrung. Am Morgen des ersten Tages wird ein Glas Wasser mit einer halben Knoblauchzehe und zwei Esslöffeln Olivenöl getrunken. Danach erfolgt eine Saft-Diät, die ausschließlich aus frischen Traubensaft, Ananassaft oder Orangensaft besteht.

Ab dem dritten Tag darf ein Kostaufbau beginnen, der vornehmlich aus Gemüse besteht. Obst in fester Form darf nach und nach mehr gegessen werden, aber für den Anfang sollte eine Apfelspalte am Tag ausreichend sein. Dazu muss immer viel getrunken werden. Tees in allen Formen, aber auch Kaffee sind erlaubt. Alle Getränke und auch das Wasser sollten pur und ungesüßt getrunken werden. Neben dem Verzicht auf Milchprodukte, kann pflanzliche Milch, wie Sojamilch, als Ersatz verwendet werden. Im Gesamten sollte die Diät etwa zwei Monate andauern und dann erst wieder langsam mit anderen Produkten begonnen werden, die während der Diät verboten waren.

FAQ – Fragen & Antworten

 

Kann man ein Meningeom auch nur alternativ behandeln?
Sollte die Erkrankung mit dem Meningeom zwar festgestellt wurden sein, aber es wird nur das Wachstum überwacht, weil andere Symptome fehlen, dann kann auch nur eine alternative Behandlung zum Einsatz kommen. Dabei sollte das Vertrauen in die Behandlung gegeben sein. Weiterhin sollte aber eine medizinische Behandlung in Anspruch genommen werden, sobald das Meningeom Störungen oder Ausfälle begüstigt.

Wie kann man ein Meningeom bei Kindern erkennen?
Bei Kindern wird die Diagnose meistens zufällig gestellt, aber es ist auch nicht einfach, dass man ein Kind diagnostizieren kann, Sie geben mitunter Schmerzen an, wenn sie keine haben, Sprechen aber auch nicht darüber, wenn das Sehen gestört sein sollte. Wenn auffällige Sprachstörungen oder Bewegungsstörungen vermehrt und ohne Grund auftreten, dann sollte spätestens ein Arzt aufgesucht werden.

Ist die Schwangerschaft gefährdet, wenn ein Meningeom diagnostiziert wurde?
In den meisten Fällen nein, weil nur das Wachstum beobachtet wird. Sollte eine Operation von Nöten sein, dann kann diese in der heutigen Medizin sehr schonend für Mutter und Kind durchgeführt werden und auch eine entsprechende Betreuung durch die Kinderärzte erfolgt. Sollten die Ausfallerscheinung allerdings sehr schnell fortschreiten und die epileptischen Anfälle sich mehreren, dann kann es zu einer vorzeitigen Beendigung der Schwangerschaft kommen.

Kann man sich prophylaktisch auf ein Meningeom untersuchen lassen?
Wenn eine genetische Disposition besteht, dann kann eine Vorsorgeuntersuchung mit dem Fokus der Suche eines Meningeoms durchgeführt werden. Allerdings wird bei einem gesunden Menschen ohne jegliches Symptom in der Regel keine Untersuchung vorgenommen.

Merkt man die Entartung eines Tumors von gutartig zu böse?
Leider nein. Dies kann sich nur bemerkbar machen in dem die Raumforderung sehr schnell zu wachsen beginnt und auch der allgemeine Zustand des Betroffenen sich stark verschlechtert. Manchmal haben Krebserkrankte keinen Appetit mehr auf Fleisch oder andere Lieblingsspeisen. Allerdings sind dies keine verlässlichen Anzeichen. Hier kann nur eine Blutuntersuchung auf Tumormarker oder eine Biopsie (Probenentnahme) des Tumors und die histologische Untersuchung Aufschluss geben.

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