Chorea Huntington

Steckbrief:Chorea Huntington

  • Name(n): Chorea Huntington; Veitstanz; Morbus Huntington; Chorea major
  • Art der Krankheit: Erbkrankheit
  • Verbreitung: Weltweit (Schwerpunkt Europa und Nordamerika)
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Nein
  • Art des Auslösers: Genetische Faktoren
  • Wieviele Erkrankte: Nicht feststellbar
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Hausarzt; Neurologe; Orthopäde
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – g00-g99 – g10-g14 – G10

CHOREA HUNTINGTON

Bei der Chorea Huntington handelt es sich um eine erblich erworbene Erkrankung, die das übermäßige Absterben von Gehirnzellen zur Folge hat. Frühe Symptome sind oftmals kaum merklich und nicht besonders spezifisch für die vorliegende Erkrankung. Insbesondere psychologische Veränderungen, wie plötzliche Depressionen oder Bipolare Störungen sind hierbei zu beobachten.

Im Weiteren Verlauf der Krankheit kommt es jedoch zu immer gravierenderen Einschränkungen der Motorik und der kognitiven Fähigkeiten. Diese Missstände können so weit gehen, dass der Patient außer Stande ist, sein Leben alleine zu meistern und eine dauerhafte Betreuung in Anspruch nehmen muss. Des Weiteren ist dieses Leiden nicht behandelbar. Nach dem Ausbrechen desselben, hat der Patient noch etwa zwischen 15 und 30 Jahre verbleibende Lebenszeit, in der sich der allgemeine gesundheitliche Zustand jedoch immer mehr verschlechtert.

Der Tod ist die unweigerliche Folge dieses Leidens. Bislang sind keinerlei effektive Heilmittel bekannt.

Definition Chorea Huntington?

Chorea Huntingten gehört zu den seltenen degenerativen Erbkrankheiten, die das Gehirn nach und nach zerstören. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung, die nur sehr langsam voranschreitet und sich erst ab dem 35. Bis 50. Lebensjahr in diversen Symptomen manifestiert.

Ausschlaggebend für die Entwicklung von Chorea Huntington ist ein fehlerhaftes Gen, dass eine Überzahl an Nukleinsäuren bildet (sogenannte CAG-Wiederholung) und von den Eltern an die Nachkommen weitergegeben werden. Beispielsweise besteht eine 50 % ige Chance, dass ein Kind an Chorea Huntington erkrankt, wenn die Mutter bereits unter dieser Krankheit leidet. Nur in weniger als 5 % der Fälle ist eine spontane Neumutation, also das von den Eltern unabhängige Auftreten der Erkrankung zu beobachten.

Infolge der Genmutation entstehen sowohl körperliche als auch psychische Einschränkungen. Betroffene verlieren im Verlaufe der Erkrankung die Kontrolle über ihre Bewegungsfähigkeit. Darüber hinaus entwickeln sie psychische Auffälligkeiten und bauen intellektuell entsprechend ab. Depressionen, Angstgefühle, erhöhte Reizbarkeit bis hin zur Aggression und Demenz sind zwangsläufige Folgen der Krankheit. Abhängig vom jeweiligen Betroffenen können außerdem noch eine Reihe weiterer Symptome hinzukommen.

Generell sprechen die Symptome nicht zwangsläufig für die D/iagnose “Chorea Huntington”. Denn es existieren durchaus noch weitere Krankheiten, die ähnliche Merkmale aufweisen. Dazu gehören unter anderem Demenz, Alzheimer, aber auch Parkinson. Eine gesicherte Diagnose kann folglich nur über einen Gentest durch einen Arzt vorgenommen werden.

Zum heutigen Zeitpunkt liegt noch keine Heilmöglichkeit für Chorea Huntington vor, obgleich intensiv nach einem solchen geforscht wird. Eine Behandlung ist abgesehen hiervon nur im Hinblick auf sehr spezielle Symptome möglich. So werden beispielsweise körperliche Einschränkungen in einer Bewegungstherapie, Depressionen mit Antidepressiva und unkontrollierte Aggressionen mit Neuroleptika behandelt,


Was ist Chorea Huntington?

Unter dem Begriff Veitstanz ist die Krankheit seit dem 16. Jahrhundert bekannt, doch seine heute Bezeichnung Chorea Huntington verwendet man seit dem 19. Jahrhundert, als der Arzt George Huntington erstmals die Symptome und das Krankheitsbild ausführlich beschrieb.
Chorea Huntington ist eine sehr selten auftretende Erbkrankheit des Gehirns und des Nervensystems aufgrund einer Genmutation. Meist tritt sie im Alter zwischen 35 und 45 Jahren auf, in seltenen Fällen sind auch Kinder oder ältere Menschen betroffen. Bei jedem Betroffenen äußert sich die Krankheit anders, und da im Frühstadium Symptome wie psychische Veränderungen und leichte Bewegungsstörungen auftreten, die auch andere Ursachen haben können, wird sie oft nicht sofort erkannt.
Die Krankheit ist fortschreitend, d. h., mit zunehmender Dauer verschlechtert sich der Zustand der Betroffenen bis zu Einschränkungen der Intelligenz und Merkfähigkeit hin zu Demenz. Auch körperlich schreitet der Verfall immer weiter voran.  Betroffene haben zunächst Schwierigkeiten mit ihrer Muskulatur, können nur noch schwankend gehen, sind unsicher, und auch die Gesichtsmuskeln arbeiten nicht mehr richtig. Schließlich kommt es zu sogenannten choreatischen Bewegungen, unwillkürlichen Zuckungen.
Chorea Huntington ist nicht heilbar und immer tödlich. In Deutschland leiden etwa 8000 Menschen an dieser Krankheit, und sie trifft sowohl Männer als auch Frauen. Es gibt zwar Medikamente und Therapien, aber aufhalten oder heilen lässt sich Chorea Huntington nicht, weshalb viele Betroffene auch unter Depressionen leiden.

Welche Ursachen gibt es?

Chorea Huntington ist eine Erbkrankheit. Sie entsteht durch eine Genmutation und ist autosomal dominant, was bedeutet, dass sie sowohl Männer als auch Frauen treffen kann, weil sie zu Mutationen sowohl bei X- als auch bei Y-Chromosomen führen kann. Nicht nur ein bestimmtes Geschlechtschromosom ist also betroffen.
Chorea Huntington wird vererbt, und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind erkrankt, wenn ein Elternteil betroffen ist, liegt bei 50%. Bei anderen Erkrankungen muss die Veranlagung dazu in beiden Chromosomen von Mutter und Vater vorhanden sein, damit die Krankheit ausbricht. Bei Huntington genügt es, wenn ein Elternteil diese Veranlagung vererbt.
Die Krankheit entsteht durch eine Mutation eines Gens des Chromosoms 4. In diesem Chromosom werden Nukleinsäuren gebildet und wiederholt, nämlich das Nukleinsäuren Cytosin-Adenin-Guanin (CAG). Im Normalfall gibt es 10 bis 30 Wiederholungen des CAG in diesem Chromosom. Treten mehr als 36 Wiederholungen auf, bildet sich Chorea Huntington. Bei 30-35 Wiederholungen sprechen manche Ärzte von einer Mutation und einer Vorstufe von Huntington.
In seltenen Fällen, nämlich in 2-5% aller Fälle, kann Chorea Huntington auch ohne eine erbliche Vorbelastung auftreten. Es kann auch vorkommen, dass der Vater eine Vorstufe von Huntington hat, also 35 Wiederholungen des CAG, und die Krankheit bricht nicht bei ihm aus. Bei seinen Kindern allerdings steigt die Zahl der Wiederholungen auf 36, und Huntington tritt auf. Je höher die Zahl der Wiederholungen ist, desto früher kann die Krankheit ausbrechen. 60 und mehr Wiederholungen bedeuten, dass Betroffene noch vor dem 20. Lebensjahr erkranken. Wird das Huntington-Gen von der Mutter vererbt, ändern sich die Wiederholungen nicht, es bleibt bei 36.
Durch diese Genmutation entsteht im Körper ein veränderter Eiweißbaustein, das sogenannte Polyglutamin. Dieser Baustein ist sehr groß und bildet Klumpen in Nervenzellen, die dann nicht mehr richtig funktionieren und schließlich absterben. Deshalb verändert sich das Gehirn und die typischen psychischen Veränderungen treten auf.


Symptome & Anzeichen

Die Symptome einer Chorea Huntington Erkrankung sind vielfältig und variieren von Patient zu Patient. Grundsätzlich kann man zwischen drei Gruppen unterscheiden: Es gibt Betroffene mit neurologischen, körperlichen Beeinträchtigungen und Symptomen. Die zweite Gruppe leidet unter psychischen Symptomen mit Verhaltensauffälligkeiten, und die dritte Gruppe kämpft mit Einschränkungen intellektueller Fähigkeiten bis zur Demenz. Bei jedem Patienten können andere Symptome auftreten.
Körperliche Anzeichen von Chorea Huntington sind beispielsweise Muskelzuckungen, die vor allem zu Beginn der Erkrankung nur leicht auftreten. Typisch sind die sogenannten Tics, unwillkürliche Bewegungen von Fingern und Zehen sowie das Verziehen der Mundwinkel oder ein ruckartiges Bewegen des Kopfes. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto stärker treten diese Zuckungen auf, der gesamte Bewegungsapparat ist betroffen. Erkrankte haben Probleme beim Gehen, vor allem beim geradeaus laufen, können Gegenstände nicht mehr festhalten. Auch die Muskulatur im Gesicht lässt sich nicht mehr kontrollieren, es kommt zu massiven Problemen beim Schlucken und Sprechen, Essen wird geradezu herunter geschlungen, häufig verschlucken sich Patienten.
Betroffene, die Symptome der Gruppe zwei zeigen, leiden unter Wesensveränderungen und werden sozial auffällig. Sie sind plötzlich unfreundlich, unhöflich, bekommen grundlos Wutanfälle und können sich psychisch so verändern, dass selbst ihr nahes Umfeld sie nicht wieder erkennt. Auch Depressionen, Wahnvorstellungen und übersteigertes Misstrauen anderen gegenüber treten oft auf.
Betroffene der dritten Gruppe kämpfen mit dem Verlust intellektueller Fähigkeiten. Die Denk- und Merkfähigkeiten nehmen ab, Erkrankte können sich nicht mehr Konzentrieren und verlieren das Interesse an ihrer Umgebung. Diese Folgen können so schlimm werden, dass Patienten am Ende unter Demenz ähnlich wie Alzheimer leiden.

Übersicht über die Symptome

Motorische Symptome
Die Arten, auf die sich Chorea Huntington bezüglich der Motorik auswirken kann, sind zweierlei Natur. Zunächst ist es möglich, dass es zu ungewollten Bewegungen kommt und andererseits ist es ebenso möglich, dass gewollte Bewegungen nur noch minder gut oder unvollständig ausgeführt werden können. Beides trägt zu einer immensen Minderung der Lebensqualität bei und kann darüber hinaus auch zu einer Abschottung des betroffenen Individuums von der Außenwelt führen. Hier eine kurze Zusammenfassung der etwaig auftretenden motorische Missstände:

  • Spastische Bewegungen und / oder plötzliches und unkontrolliertes Zucken
  • Allgemeine Probleme mit der Muskulatur, insbesondere Versteifung und Verhärtung derselben
  • Langsame und / oder abnormale Zuckungen und Bewegungen der Augen
  • Eingeschränktes Gleichgewicht
  • Veränderung der Haltung zum Negativen hin
  • Probleme damit physisch Sprache zu erzeugen und zu kauen, bzw. zu schlucken

Alles in allem lässt sich hierbei jedoch klar sagen, dass die Einschränkung der Bewegungsfähigkeit zumeist wesentlich gravierender ist, als plötzliche und unkontrollierte Zuckungen. Dies gilt besonders in Bezug auf eine selbstbestimmte Lebensweise. Betroffene Personen sind oftmals nicht mehr in der Lage dazu, ihren Alltag selbstständig zu meistern und bedürfen daher einer besonderen Pflege. Diese kann ggf. so weit reichen, dass eine Unterbringung in einem dementsprechenden Heim nicht ausgeschlossen werden kann.

Bei jüngeren Patienten kommt es oftmals dazu, dass sie ihrer Arbeit nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt nachgehen können. Darum kann es ratsam sein, sich bereits früh, um eine Umschulung zu bemühen.

Kognitive Symptome
Es kann zu einer ganzen Reihe kognitiver Einschränkungen im Rahmen der vorliegenden Erkrankung kommen. Diese sind unter anderem:

  • Schwierigkeiten Prioritäten zu setzen, insbesondere in Bezug auf Arbeit
  • Allgemeine Störungen der Konzentration und damit einhergehende Einschränkungen
  • Verminderung der geistigen Flexibilität, d.h. dass Betroffene oftmals nicht mehr dazu imstande sind, ihre Gedanken problemorientiert zu sammeln und sich auf einen einzelnen Gedankengang versteifen
  • Impulskontrollstörungen – diese zeichnen sich dadurch aus, dass der Patient nicht mehr dazu in der Lage ist, sein Verhalten gesellschaftskonform zu steuern. Er verhält sich sehr impulsiv und ungeachtet der etwaigen Folgen. Oftmals stellen sich hierdurch besonders Obszönitäten dar. Der Betroffene selbst aber, nimmt sein Verhalten oftmals gar nicht als fehlerhaft wahr oder es mangelt ihm allgemein an Einsicht. Dies führt nicht selten zu unangenehmen Situationen
  • Wortfindungsstörungen
  • Betroffenen fällt es nicht selten sehr schwer, neue Dinge zu erlernen und vorallem zu behalten

Psychologische Symptome

Das wohl am häufigsten in Verbindung mit Chorea Huntington auftretende psychologische Gebrechen ist die Depression. Hierbei handelt es sich allerdings nicht lediglich um eine natürliche negative Reaktion darauf, dass man mit Chorea Huntington diagnostiziert wurde, sondern vielmehr scheint nämliche dadurch aufzutreten, da das Gehirn des Patienten mehr oder minder stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Hieraus resultierende Symptome sind oftmals:

  • Starke Gereiztheit sowie allgemeine Traurigkeit und Apathie
  • Rückzug aus dem sozialen Umfeld
  • Schlafprobleme
  • Müdigkeit und Verlust der Antriebskraft
  • Gedanken an den Tod oder über Suizid
  • Missbrauch von Drogen oder anderen Stimulanzien

Darüber hinaus ist es durchaus möglich, dass im Rahmen der vorliegenden Erkrankung auch noch andere psychologische Probleme auftreten können. Diese sind u.a.:

  • Ordnungswahn – Betroffene Personen entwickeln sehr häufig einen Ordnungswahn. Dieser muss sich aber nicht ausschließlich durch eine gesteigerte Reinlichkeit oder den Zwang dazu ausdrücken, alles sortieren zu müssen, sondern kann durchaus auch im Kopf stattfinden. Ist dies der Fall, so sind Betroffene oftmals nicht mehr dazu in der Lage, ihre Gedanken selbstständig zu steuern, sondern müssen zwanghaft an eine bestimmte Sache denken, gleichwohl wie sehr sie sich dagegen zu wehren versuchen.
  • Manie – Eine Manie zeichnet sich in aller Regel dadurch aus, dass der daran Leidende über die Maßen euphorisch und energetisch ist. Das mag zunächst als kein negativer Zustand erscheinen, hält selbiger aber zu lange an, so ist dies nicht selten eine Belastung für den den Betroffenen selbst sowie für das ganze Umfeld. Zudem ist auch mit einem übersteigerten Selbstbewusstsein und etwaigem unkontrollierten Verhalten in der Öffentlichkeit zu rechnen.
  • Bipolare Störung – Hierbei handelt es sich um den krankhaften Wechsel depressiver und manischer Phasen, die je nach Fall unterschiedlich lange anhalten können.

Zusätzlich zu den oben genannten Symptomen kommt es häufig auch noch zu einem starken Gewichtsverlust. Dieser ist zumeist auf die im Rahmen einer Depression auftretende Appetitlosigkeit zurückzuführen.

Symptome bei Jugendlichen und Kindern
Bisweilen können die Symptome bei Kindern und Jugendlichen, die an der Chorea Huntington leiden sich mehr oder weniger stark von denen von Erwachsenen unterscheiden. Hierzu gehören sowohl Veränderungen im Verhalten, als auch in der Psyche des Erkrankten. Unter anderem können diese sein:

  • Sofortiges Vergessen bereits beherrschter akademische und / oder physischert Fertigkeiten
  • Plötzliche und sehr rasante Verschlechterung der allgemeinen schulischen Leistungen
  • Allgemeine zumeist negative Auffälligkeiten im Verhalten
  • Schwierigkeiten beim Erlernen feinmotorischer Fähigkeiten, wie bspw. schreiben, malen und basteln
  • Zittern und / oder spastische Zuckungen
  • Krampfanfälle und / oder epileptische Anfälle

Diagnose & Krankheitsverlauf

Bei der vorliegenden Erkrankung gibt es mehrere Verfahren, die dazu dienen können, eine geeignete Diagnose zu erstellen. Zunächst führt der behandelnde Arzt eine sog Anamnese durch, ergo ein Patientengespräch das primär dazu dient, den medizinischen Hintergrund der zu behandelnden Person in Erfahrung zu bringen. Hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der individuellen Familiengeschichte.

Darüber hinaus ist es von allergrößter Wichtigkeit, die verschiedenen etwaigen Symptome der korrekten Krankheit zuzuordnen. Dies kann bisweilen relativ schwierig sein, da es sich nicht immer um besonders eindeutige Symptomatiken handelt. Eine genaue und sorgfältige prüfung ist daher unablässig.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den folgenden potentiell mit der Krankheit in Verbindung stehenden Symptomen:
Kognitive Diagnose
Hierbei stellt der Arzt dem Patienten eine Reihe von vergleichsweise simplen Fragen. Ist der Patient nicht oder nur eingeschränkt in der Lage dazu, selbige zu beantworten, kann dies ein möglicher Indikator für das Vorliegen der Chorea Huntington sein. Nichtsdestominder kann diese kognitive Beeinträchtigung auch vielerlei andere Ursachen haben. Somit ist dieses diagnostische Mittel nur eingeschränkt wirkungsvoll. Lediglich in der Kombination mit anderen diagnostischen Verfahren kann es eine gewisse Substanz aufweisen.

Motorische Diagnose
Wie bereits mehrfach erwähnt, schlägt die vorliegende Erkrankung sich insbesondere auf die Motorik des Betroffenen nieder. Dies kann im Umkehrschluss dazu führen, dass es infolgedessen zu teils gravierenden Einschränkungen in der Bewegung des Leidenden kommt.

Stellt der behandelnde Arzt also ein Fehlen von Muskelreflexen fest, ist dies nicht selten ein Indikator für Chorea Huntington, darüber hinaus sind auch allgemeine Schwächungen der Muskulatur sowie der Balance und der Standfeste potentielle Hinweise, die im Rahmen einer Diagnose nützlich sein können.

Sensatorische Diagnose
Oftmals sind bei der vorliegenden Erkrankung auch die Sinne des Patienten (stark) beeinträchtigt. Hierbei sind insbesondere der Sehsinn, der Tastsinn und das Hören betroffen. Es gilt jedoch zu beachten, dass nicht immer alle drei Sinne gleichermaßen eingeschränkt sein müssen. Bisweilen kommt es auch vor, dass lediglich einer dieser Sinne nicht mehr voll funktioniert. Ein Umstand, der die Diagnose weiterhin erschwert.

Ist der Sehsinn betroffen, kommt es nicht bloß zu Einschränkungen die visuellen Fähigkeiten betreffend, sondern darüber hinaus auch noch zu nervösen und unkontrollierten Zuckungen der Augen. Selbige führen nicht selten dazu, dass es dem Erkrankten unmöglich ist, Objekte mit seinen Augen zu fixieren oder sich durch den Verkehr zu navigieren. Die hieraus entstehenden Einschränkungen sind nicht selten dafür verantwortlich zu machen, dass der Patient permanenter Unterstützung bedarf.

Der Tastsinn ist vergleichsweise selten betroffen. Zudem ist der Verlust desselben nicht als allzu gravierend einzustufen. Sicherlich fällt es Personen ohne Tastsinn ungleich schwerer, Dinge aufzunehmen, Festzuhalten und haptisch zu erkennen, dennoch aber kann man auch ohne diese Fähigkeit relativ gut durch den Alltag kommen und stößt nur auf vergleichsweise kleine Hindernisse.

Der Verlust des Gehörs ist wesentlich dramatischer. Zwar ist es evidenterweise für gehörlose Personen nicht unmöglich, sich erfolgreich durch den Alltag zu navigieren, dennoch erfordert das viel Übung. Insbesondere Menschen, die plötzlich taub werden fehlt es oftmals an dem nötigen Willen, sich der neuen Situation anzupassen. Sie sind deshalb konstant überfordert und tun sich mit allem sehr schwer. Aber das Erlernen von Gebärdensprache und / oder Lippenlesen stellt an Chorea Huntington erkrankte Personen, aufgrund der anderen Erscheinungen der Krankheit, oftmals vor nicht zu bewältigende Hindernisse.

Psychologische Diagnose
Da die vorliegenden Erkrankung nicht selten mit sehr spezifischen psychologischen Konditionen einhergeht, kann der Arzt sich dieses Umstand zu nutze machen. Er untersucht den Patienten gezielt auf Depressionen, Bipolare Störungen und / oder einen sog. Ordnungswahn. Besonders dann, wenn eines dieser psychologischen Leiden spontan und plötzlich aufgetreten ist, sollte man dies als Indikator dafür sehen, dass eventuell eine Chorea Huntington vorliegt.

Hierzu ist jedoch zumeist die Expertise eines Psychologen oder eines Psychiaters gefragt. Hausärzte und dergleichen sind in vielen Fällen nicht dahingehend geschult, Erkrankungen der Psyche als solche auszumachen und zu diagnostizieren.

Neurologische Diagnose
Da sich Chorea Huntington sehr häufig auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns niederschlägt, bietet sich ein Test der neurologischen Kapazitäten des potentiell betroffenen Individuums an. Hierzu bedient der behandelnde Arzt sich einer Reihe von Tests, die dazu dienen sollen zu determinieren, ob und wie stark das Gehirn des Patienten bereits beschädigt ist. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf folgenden Punkten:

  • Erinnerungsvermögen (besonders Kurzeitgedächtnis)
  • Fähigkeit rationale Entscheidungen zu treffen
  • “Mentale Agilität“ (inwieweit ist der Patient dazu in der Lage, sich auf neue Dinge einzustellen und sich Problemen gezielt und zeitnahe anzunehmen)
  • Sprachvermögen

Bildgebende Verfahren

Aufgrund der Tatsache, dass bei Chorea Huntington besonders oft das Gehirn der Patienten betroffen ist, ist es ein oftmals verfolgter Ansatz, selbiges genauer unter die Lupe zu nehmen. Besonders häufig zum Einsatz kommen hierbei:
Computertomographie (CT)
Unter einem CT versteht man eine Art spezialisiertes Röntgen. Zumeist ist dieser Test der als erstes durchgeführte, wenn ein Patient mit einem Verdacht auf Chorea Huntington ins Krankenhaus kommt. Das CT produziert sehr feine Schichtaufnahme des Gehirns, anhand derer man klar determinieren kann, ob eine Störung vorliegt oder nicht. Bisweilen ist es darüber hinaus notwendig, dass man dem zu Behandelnden ein Kontrastmittel verabreicht, um den Fluss des Blutes besser zu verdeutlichen. Hierdurch entstehen dem Patienten jedoch in der Regel keinerlei zusätzliche Unannehmlichkeiten.
Magnetresonanztomographie (MRT)
Bei dieser Methode bedient man sich magnetischer Wellen, die in Paarung mit Radiowellen dazu in der Lage sind, sehr feine und detaillierte Bilder vom Inneren der Körpers zu erzeugen. Diese Bilder sind darüber hinaus sowohl in 2D als auch 3D herzustellen, was eine Diagnose im Zweifel sehr stark erleichtern kann. Aufgrund des gerade erwähnten Detailreichtums ist es möglich, etwaig verantwortlich zu machende Faktoren zu entdecken und somit für die auftretenden Symptome verantwortlich zu machen.

Gentest
Um auf Nummer sicher zu gehen kann es sehr hilfreich sein, bei dem Patienten einen Gentest durchzuführen. Dieser bringt oftmals Licht ins dunkle und liefert darüber hinaus eine zumeist nicht umzuschmeißende Diagnose. Diese Methode ist insbesondere dann von größter Wichtigkeit, wenn es keine familiären Vorbelastungen gibt. Diese dienen nicht selten als ausschlaggebendes Element für eine Identifikation der vorliegenden Erkrankungen. Sind solche allerdings nicht festzustellen, sollte man darauf achten, dass der Arzt einen Gentest durchführt.

Verlauf der Krankheit

Die Krankheit bricht zumeist vergleichsweise spät aus. Zwar können auch Kinder und Jugendliche betroffen sein, alles in allem aber sollte man vor dem Erreichen der dritten Lebensdekade nicht mit einem Ausbruch dieses Leidens rechnen. In extremen Fällen können aber bereits Kleinkinder und sogar Säuglinge betroffen sein. Und auch vor Greisen macht diese Erkrankungen nicht halt. So sind der Forschung durchaus Fälle von Personen jenseits der 70 bekannt, bei denen die Krankheit ausbrach.

Als Faustregel kann man sich merken: „Je früher die Krankheit ausbricht, desto intensiver verläuft sie.“ – Sicherlich gibt es auch hier ausnahmen, die bestätigen aber eher die Regel und sollten nicht als der Norm entsprechen wahrgenommen werden. Des Weiteren lässt sich in aller Regel beobachten, dass die psychologischen Beschwerden nicht selten wesentlich früher auftreten als die physischen. Dies ist auf eine direkte organische Beschädigung des Gehirns zurückzuführen, die eine Vielzahl etwaiger psychologischer Leiden auszulösen imstande ist.

Nach und nach stellen sich jedoch auch die bereits mehrfach erwähnten nervösen Muskelzuckungen und motorischen Missstände ein. Diese flachen im Verlauf der Erkrankung jedoch zumeist immer mehr ab und werden schließlich und endlich von einer vollkommenen Bewegungsarmut abgelöst. Diese sorgt dafür, dass sich die ohnehin schon stark geschwächten Muskeln des Patienten nun vollkommen zurückbilden und in direkter Folge nutzlos werden.

Zudem sei erwähnt, dass es sich bei Chorea Huntington um eine sehr lange und qualvolle Krankheit handelt. Nach Ausbruch des Leidens bleiben dem Patienten zumeist noch etwa 15 bis 25 Jahre. In dieser Zeit verschlimmert sich die allgemeine gesundheitliche Situation des Betroffenen zusehends, bis sein Körper nicht mehr dazu in der Lage ist, selbst die geringfügigsten Prozesse zu steuern und schließlich erliegt.

Somit lässt sich zusammenfassend erwähnen, dass es sich bei der Chorea Huntington um eine stets tödlich endende und darüber hinaus auch noch sehr schmerzvolle und quälende Krankheit handelt.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Häufigkeit mit der Chorea Huntington auftritt kann zwar statistisch gesehen grob erfasst werden, alles in allem aber bleibt es aber sehr schwer, genaue und vorallem verlässliche Zahlen zu nennen. Man kann jedoch in etwa davon ausgehen, dass etwa zwischen 5 und 10 von 100.000 betroffen sind. Nichtsdestoweniger sollte man stets im Hinterkopfe behalten, dass diese Zahlen örtlich sehr stark schwanken können. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen anfälliger für dieses Leiden zu sein scheinen als andere. Das Geschlecht allerdings spielt bei der Häufigkeit keine Rolle. Männer und Frauen sind gleichermaßen stark betroffen.

Die am häufigsten von diesem Leiden geplagten Menschen sind Personen europäischer Abstammung, somit also auch weiße Nordamerikaner und Australier. Individuen afrikanischer Abstammung dagegen leiden nur selten an Chorea Huntington. Asiaten bewegen sich im Mittelfeld, was die Prävalenz angeht. Traurige Spitzenreiter sind Großbritannien und Venezuela. In diesen beiden Ländern lassen sich die größten Häufungen der vorliegenden Krankheit ermitteln. Dennoch sind auch Norddeutschland sowie Skandinavien vergleichsweise stark betroffen. Interessanterweise lassen sich viele dieser Häufungen auf historische Faktoren zurückführen. So ging die frühe Besiedlung Skandinaviens hauptsächlich von germanischen Stämmen aus. Diese Stämme stellen später die sog. Vikinger, die wiederum das heutige Großbritannien überfielen und dort siedelten. Somit lässt sich anhand dieser Migrationsbewegungen klar nachweisen, dass die ursprünglichen germanischen Stämme wohl bereits Träger der verantwortlichen Gene waren und diese im Laufe der Geschichte über Skandinavien nach England gelangten. Dies ist insbesondere für Medizinhistoriker sehr interessant.

Alles in allem lässt sich also sagen, dass Personen unserer Breitengrade wesentlich öfter an Chorea Huntington erkranken, als beispielsweise Afrikaner oder Asiaten. Es kann darum sehr förderlich sein, wenn man sich dahingehend testen lässt, um bereits im Vorfeld darüber informiert zu sein, dass man eventuell an dieser Krankheit leidet. Hierdurch fällt es vielen Betroffenen leichter, sich bereits a priori auf das Leiden vorzubereiten.

Diagnosedaten
Wie bereits erwähnt, ist eine Diagnose zumeist nicht sonderlich leicht zu stellen und stellt Ärzte regelmäßig vor eine Herausforderung. Dies gilt insbesondere dann, wenn es keine familiäre Vorbelastung gibt. Die Vielzahl der etwaig auftretenden Symptome können hierbei für Verwirrung seitens des Arztes sorgen und einen Diagnoseprozess ggf. verlangsamen. Sollte jedoch eine klare und und unmissverständlich als solche anzusprechende familiäre Vorbelastung vorliegen, so stellt die Diagnose zumeist keine allzu großen Probleme dar.

Des Weiteren gilt zu beachten, dass die Symptome oftmals nicht sonderlich eindeutig sind und relativ vielen Krankheiten zugeordnet werden können. Darum ist es nicht nur im Interesse des Arztes, sondern auch im Interesse des Patienten, dass eine möglichst genaue und tiefgehende Diagnose erfolgt. Alles andere führt meist nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis und somit zur einer fehlerhaften Diagnose, die wiederum eine nicht effektive Therapie bedingt.

Somit lässt sich also abschließend zusammenfassen, dass es sich bei Chorea Huntington zwar nicht um eine unmöglich zu diagnostizierende, aber dennoch um eine recht aufwendig festzustellende Erkrankung handelt. Dessen sollte man sich als Patient bewusst sein.


Komplikationen bei der Krankheit

Komplikationen bleiben bei der vorliegenden Krankheit niemals aus. Insbesondere zeigen sich Komplikationen dadurch, dass die Lebensfunktion der betroffenen Person im Laufe der Krankheit immer schlechter werden und relativ stark abnehmen. Somit kommt es nach einer gewissen Zeit zu derart starken Einschränkungen, dass der Patient nicht mehr dazu in der Lage ist, sich selbstständig zu versorgen und als dauerhaft auf Pflege angewiesen ist. Die Geschwindigkeit dieses Verfalls jedoch ist sehr unterschiedlich. In aller Regel kann man davon ausgehen, dass einer Person zwischen einem und drei Jahrzehnten Lebenszeit verbleiben, sobald die Krankheit ausgebrochen ist. Bei einem besonders frühen Ausbruch jedoch, sprich vor dem 15. Lebensjahr, sollte man nicht damit rechnen, dass der Betroffene viel länger als maximal sieben oder acht Jahre überleben wird. Somit könnte man den Tod als eine Komplikation dieser Krankheit ansehen. Gerade auch deswegen, weil dieser unausweichlich ist. Zwar kann niemand dem Sterben entgehen, dennoch trifft dieses Schicksal an Chorea Huntington erkrankte Menschen oftmals weitaus früher, als gesunde Personen.

Weitere negative Auswirkungen dieses Leidens sind unter anderem die bereits mehrfach erwähnten psychologischen Einschränkungen. Diese zeigen sich nicht selten in einer Depression und ergo in einem Rückzug aus dem sozialen Umfeld. Hieraus ergeben nicht nicht selten auch Suizidversuche. Vielen Erkrankten erscheint der Freitod als ein gnädigeres Urteil als der sich sonst über Jahre hinwegziehende langsame und qualvolle Prozess des Dahinsiechens. Sicherlich kann man Menschen, die zu diesem Mittel greifen kaum einen Vorwurf machen.

Eine weitere Komplikation ist die imminente Pflegebedürftigkeit der Betroffenen. Diese wird zumeist als sehr unangenehm empfunden und verstärkt somit die ohnehin schon existenten Depressionen noch mehr. Wie man sehen kann, sind Komplikationen nicht vermeidbar und schlicht ein Bestandteil dieser Krankheit. Darum sollten Betroffene lernen, sich bereits frühzeitig damit abzufinden, oder sie werden während ihrer verbleibenden Restlebenszeit größte Probleme haben und sich unnötig noch zusätzlich quälen. Dadurch ist keinem geholfen. Eine Psychotherapie kann darum ein gutes Mittel sein, um zumindest mit einigen der Symptome umzugehen zu lernen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Man sollte sofort dann einen Arzt konsultieren, wenn sich auch nur die geringsten Symptome einstellen, die eventuell auf eine Chorea Huntington hinweisen könnten. Besonders für familiär vorbelastete Menschen gilt ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit.

Des Weiteren gibt nur wenige spezifische Indikatoren, die darauf hinweisen, dass ein Arztbesuch absolut notwendig ist. Das gilt selbstverständlich nicht, wenn man bereits unter der Erkrankung leidet. In solchen Fällen sollte stets ein behandelnder Arzt zur Verfügung stehen.

Behandlungsmethoden & Therapie

Da Chorea Huntington nicht heilbar ist, gibt es keine Therapie, die die Krankheit aufhalten und besiegen kann. Auch die Ursachen können nicht beseitigt werden. Man kann nur einzelne Symptome bekämpfen und behandeln.
Mit drei Wegen versuchen Ärzte, Patienten zu helfen, die an Chorea Huntington erkrankt sind: medikamentös, mit verschiedenen Therapien wie Krankengymnastik und Ergotherapie und mit psychologischer Betreuung und Hilfe in Huntington Zentren.
Ganz wichtig ist hier: Jeder Patient leidet unter anderen Symptomen und benötigt deshalb individuelle Medikamente und Betreuung.
Gegen Störungen des Bewegungsapparates helfen Neuroleptika, die die Muskulatur beruhigen. Allerdings versucht man, Medikamente erst dann einzusetzen, wenn die Störungen den Patienten massiv beeinträchtigen. Zunächst wird mit Krankengymnastik, Bewegungstherapie und Ergotherapie gearbeitet.
Auch Logopädie ist ein wichtiger Baustein der Therapie bei Huntington. Die Patienten, deren Sprachvermögen durch unkontrollierbare Zungenmuskulatur und oft auch durch eine Abnahme der intellektuellen Fähigkeiten beeinträchtigt ist, lernen hier, mit ihren Problemen umzugehen und Sprechen und Schlucken zu trainieren.
Bei Depressionen und psychischen Problemen werden sowohl Antidepressiva als auch psychologische Betreuung eingesetzt, um Patienten zu helfen. Benzodiazepine, Beruhigungsmittel, werden ebenfalls oft verschrieben. Sie werden auch gegen Schlaflosigkeit eingenommen. Bei Wahnvorstellungen und unkontrolliertem Sozialverhalten arbeitet man als Therapie mit Neuroleptika wie Sulpirid.
Chorea Huntington tritt sehr selten auf, weshalb viele Ärzte wenig bis keine Erfahrung mit dieser Krankheit haben. Viele Neurologen sind auf diesem Gebiet mangels Kontakt mit der Krankheit unerfahren. Deshalb ist es sicher sinnvoll, bei Verdacht oder einer unklaren Diagnose ein Huntington Zentrum aufzusuchen. In den Huntington Zentren in Deutschland kümmern sich erfahrene Ärzte mit viel Fachwissen um Betroffene. Die drei deutschen Zentren sind in Heiligenhafen (Norddeutschland), Bochum (Mitteldeutschland) und Taufkirchen (Süddeutschland). Dort bekommen Patienten genaue Diagnosen und eine individuelle Betreuung, und auch Familienangehörigen werden informiert, was sie im Umgang mit Chorea Huntington beachten müssen.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Es gibt keine Möglichkeit, eine Erkrankung mit Chorea Huntington zu verhindern. Nichtsdestoweniger kann man sich vor der Empfängnis einige Dinge bewusst machen und somit determinieren, ob und inwieweit man gefährdet ist, ein Kind mit Chorea Huntington auszutragen. Sollte das Risiko hierfür sehr hoch sein, so besteht immer die Möglichkeit, vollkommen auf Nachwuchs zu verzichten und beispielsweise ein Kind zu adoptieren oder eines in Pflege zu nehmen oder mit den Konsequenzen zu leben und ein erkranktes Kind großzuziehen.

Hierfür gilt es einige Risikofaktoren zu beachten. Diese können unter anderem sein:

  • Alter der Mutter
  • Alter des Vaters
  • Familiäre Vorbelastung
  • Hat bereits ein Kind mit Chorea Huntington
  • Fehlerhafte DNA

Darüber hinaus ist es ebenso möglich, ein genetisches Gutachten erstellen zu lassen. Aus einem solchen geht zumeist mit relativer Klarheit hervor, ob das potentielle zukünftige Kind Gefahr läuft, an Chorea Huntington zu leiden oder nicht. Diese mehr oder weniger feststehende Gewissheit sehen viele Personen als große Erleichterung an und sie hilft ihnen zudem dabei, ihre parentale Planung zielführend zu gestalten.


Prognose zur Heilung

Die Prognose von Betroffenen ist alles in allem nicht schlecht. Zumindest nicht so schlecht, wie noch vor einigen Jahren und Jahrzehnten. Während noch vor zweihundert Jahren kaum ein Betroffener länger als 5 Jahre mit der Krankheit leben konnte, so können Erkrankte heutzutage mühelos zwischen 15 und 30 Jahre nach Ausbruch der Krankheit weiterleben. Das ist sicherlich zunächst erfreulich, dennoch sollte man anmerken, dass sich mit dem Voranschreiten des Alters von Chorea Huntington Erkrankten jedoch auch die Symptome der Krankheit selbst immer mehr verschlimmern und verschlechtern. Häufig kann man diesen Symptomen und Folgeerkrankungen jedoch sehr probat mithilfe der Schulmedizin oder der alternativen Medizin zuleibe rücken. In manchen Fällen allerdings ist dies nicht möglich. Insbesondere bei spastischen Zuckungen und Schluckbeschwerden.

Auch sollte man im Hinterkopfe behalten, dass der Zustand der allgemeinen Gesundheit von Betroffenen schneller und massiver abnimmt als der von gesunden Menschen. Dies bedeutet des Weiteren auch, dass Erkrankte sehr viel anfälliger für leichte Krankheiten und Infekte sind, die ein normaler Bürger sehr leicht verwinden könnte. Dieser Umstand schränkt die ohnehin schon stark eingeschränkte Lebensqualität der Betroffenen weiterhin ein.

Es wäre jedoch vermessen anzunehmen, dass selbst nur vergleichsweise mild betroffenen Personen jemals ein vollständig unabhängiges und selbstbestimmtes Leben führen könnten. Das ist faktisch unmöglich. Chorea Huntington Patienten bedürfen oftmals einer mehr oder minder konstanten Betreuung bei allem was sie tun. Zwar ist es durchaus möglich, dass sie mithilfe von Therapien ein gewisses Maß an Eigenständigkeit zurückerlangen, aber alles in allem sind sie niemals mehr dazu imstande, vollends alleine zu existieren und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, wie vor Ausbruch der Erkrankung.


Umgang mit Huntington-Patienten

Chorea Huntington gehört zu jenen degenerativen Erkrankungen, die sowohl die Motorik als auch Psyche und den Intellekt eines Menschen betreffen. Für Angehörige ist das in mehrfacher Hinsicht eine Belastung. Zum einen müssen sie Sorge um das körperliche Wohlbefinden eines Betroffenen tragen, zum anderen wird sich dieser im Verlaufe der Erkrankung zunehmend verändern. Dies verängstigt beide Parteien schon im Vorfeld beziehungsweise den Anfangsstadien der Erkrankung. Aus diesem Grund sollen nachfolgend einige Hinweise zum Umgang mit Huntington-Patienten gegeben werden.

Da sich die Erkrankung in der Regel langsam ankündigt, bleibt den Betroffenen genügend Zeit, um gemeinsam mit den Angehörigen und im besten Falle einem erfahrenen Therapeuten eine Strategie zu entwickeln, die später Missverständnisse aus dem Weg räumt. Faktoren, die unbedingt abgesprochen werden müssen, sind zum einen die Psyche des Patienten im späteren Krankheitsverlauf, seine zunehmende Aggressivität, die Veränderung seines Tagesrhythmus sowie Einschränkungen der Kommunikationsfähigkeit.

Am auffälligsten zeichnen sich für Angehörige die gravierenden Veränderungen der Psyche des Betroffenen ab. Nicht nur die mentale Stabilität des Patienten leidet schließlich unter der Erkrankung, sondern auch die Denkleistung. Mit Zunahme der intellektuellen Defizite treten vermehrt Angst, Scham und unbändige Wut auf. Darüber hinaus leugnen sie immer wieder, überhaupt eine Krankheit zu haben. Dieses Phänomen kennt man auch von anderen Krankheiten, die sich negativ auf kognitive Fähigkeiten auswirken. Hier sind zum Beispiel Alzheimer und Alterdemenz zu nennen. Es handelt sich folglich um einen sehr natürlichen Prozess, der vor allem daher kommt, dass Patienten sich innerlich gegen den geistigen Verfall wehren. Es bringt ergo nichts, mit einem Betroffenen darüber zu streiten oder permanent mit den Auswirkungen von Chorea Huntington zu konfrontieren. Einsicht und Erkenntnis sollten vom Erkrankten selbst kommen. Auch permanente Schonung kann sich negativ auswirken, da der Betroffene schließlich das Gefühl erhält nur Ballast zu sein. Solange dies körperlich möglich ist, sollte er aktiv im Haushalt Mithelfen und sich selbst pflegen können.

Das Gewahrwerden des eigenen Verfalls führt in den meisten Fällen auch zu einer zunehmenden Aggressivität des Patienten. Oft liegt die Selbstwahrnehmung hinter dem Fortschritt der Erkrankung zurück. Betroffene trauen sich also wesentlich mehr zu, als sie tatsächlich in der Lage sind zu leisten. Aggressionen werden sich daher vor allem gegen jene Person richten, die helfen will oder muss. Hier gibt es eigentlich nur eine erfolgreiche Strategie: Den Zorn des Erkrankten schlicht zu ignorieren. Man sollte sich gewahr werden, dass nicht die eigene Person Ziel der Wut ist, sondern dass diese aus einem inneren Konflikt des Betroffenen heraus entsteht. Sich streiten, beleidigt sein oder dem Patienten Vorwürfe machen, ist hernach eher kontraproduktiv. Nicht selten ist es hilfreich, den Betroffenen schlicht abzulenken, etwa indem das Radio angestellt wird oder durch gemeinsames Singen. Darüber hinaus ist es manchmal angeraten, dass auch Angehörige einen therapeutischen Ansprechpartner haben, der ihnen hilft, Wutausbrüche und körperliche sowie verbale Aggressionen zu verarbeiten. In jenen Fällen, in denen das Aggressionspotential eines Huntington-Kranken über die Maßen gesteigert ist und er zur Gefahr für sich selbst und sein Umfeld wird, kann außerdem über eine medikamentöse Behandlung dieses Symptoms nachgedacht werden. Geeignet zur Behandlung sind dann vor allem Neuroleptika.

Für Angehörige kann auch die Veränderung des individuellen Tagesrhythmus bei Huntington-Patienten belastend werden. Durch ein Verkümmern des inneren Zeitgefühl ist es möglich, dass Betroffene nachts wach und tagsüber schläfrig sind. Sie verlangen hernach all die Pflege in den späten Nachtstunden. Da Angehörige diesen Rhythmus oftmals nicht teilen, können hier diverse Probleme entstehen. Eine Lösung hierfür ist, dass Schlafverhalten eines Betroffenen möglichst genau zu beachten. Er sollte beispielsweise nicht zu viel über den Tag verteilt schlafen. Darüber hinaus sollte der Tag mit genügend Aktivitäten angefüllt sein, die den Patienten fordern. Hierdurch wird er zur Ruhe kommen. Einige Experten raten außerdem dazu, feste Schlafzeiten und Schlafrituale einzuführen. Hierzu gehört beispielsweise der Gute Nacht Kuss, aber auch eine Tasse warmer Tee vor dem Zubettgehen. Sind diese Methoden erfolgreich kann möglichst lang ein stabiler Tag-Nacht-Rhythmus erreicht werden. In anderen Fällen und vor allem dann, wenn der Patient selbst unter seinen Schlafstörungen leidet, ist jedoch hin und wieder die Gabe von Schlafmitteln unumgänglich.

Einen wichtigen Einfluss auf das Verhältnis von Erkranktem und pflegendem Angehörigen ist die Zersplitterung der Kommunikation. Zum einen sind Betroffene nicht mehr in der Lage, Mimik und Gestik richtig auszuführen. Oftmals haben sie nur wenig Kontrolle über ihre Gesichtsmuskeln und Extremitäten. Aber auch das Sprechen an sich kann motorisch negativ beeinflusst sein. So lassen sich etwa die für den Sprechakt nötigen Muskelpartien des Mundes sowie des Gaumens nicht mehr kontrollieren. Unverständliche Sprache und grimassieren sind hernach die Folge. Selbstverständlich können an dieser Stelle logopädische Behandlungen eingreifen und den Prozess des Sprachverlustes möglichst hinauszögern. Dennoch gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die auch im direkten Umgang von Patient und Angehörigen ergriffen werden sollten, um das Zusammenleben unter den gegebenen Umständen komplikationsfrei zu halten. In erster Linie ist es notwendig, dem Betroffenen viel Raum zu bieten, sich selbst ausdrücken zu können. Er sollte nicht unterbrochen oder permanent verbessert werden. Geduld zu zeigen ist folglich das Wichtigste. Es kann darüber hinaus hilfreich sein, die Umgebung eher ruhig zu halten. Störende Hintergrundgeräusche wie durch Musik oder Fernsehen beeinflussen zum Beispiel nicht nur die Konzentration des Patienten, sondern bedingen auch, dass dieser schlechter verstanden wird.

Insgesamt gesehen, zeichnet sich bei allen Faktoren ab, dass ein Umgang mit Huntington-Patienten die Angehörigen vor eine gewaltige Herausforderung stellt. Sie sollten darauf achten, Wut nicht auf sich zu projizieren und müssen das eigene Ego hinter den Bedürfnissen des Patienten zurückstellen. Darüber hinaus sollte die Neigung unterdrückt werden, den Betroffenen wie ein Kleinkind zu behandeln. Man darf nicht vergessen, dass es sich um gereifte Menschen handelt, die sich ihrer ausweglosen Situation zum Teil durchaus bewusst sind. Beim Sprechen und körperlichen Aktivitäten gilt es daher, ihnen genügend Zeit zu lassen und nicht alles abzunehmen. Hierdurch kann beispielsweise einer Depression vorgebeugt werden. Der Betroffene wird sich selbst nämlich nicht in solch starken Maße als Belastung empfinden. Nicht zuletzt ist es zu empfehlen, sich frühzeitig nach geeigneten Therapeuten umzusehen, die bei Auftreten von Sprachstörungen, Aggressionen oder Schlafproblemen sofort eingreifen können beziehungsweise diese mit entsprechenden Maßnahmen hinauszögern. Als wichtigster Rat sei allen Angehörigen gegeben, den Menschen nicht nur als Kranken wahrzunehmen, sondern auch als die Person, die er im Grunde ohne Beeinträchtigungen darstellt.


Alternative Behandlungsmethoden

Als alternative Heilmittel bieten sich an:

  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen für Betroffene und deren Umfeld können ein sehr hilfreiches Instrument dafür sein, mit der Krankheit umgehen zu lernen.
  • Offen mit der Krankheit umgehen: Je mehr Leute wissen, dass man an Chorea Huntington leidet, desto besser. Dies ist zum einen der Fall, da hierdurch „Awareness“ geschaffen wird und zum anderen, weil das Umfeld, sollte es zu akuten Komplikationen kommen, dann weiß, was genau zu tun ist. Darum ist es nicht gut, mit seinem Leiden hinter dem Berg zu halten.
  • Stress reduzieren: Viele Symptome von Erkrankungen lassen sich durch gezielte Übungen zur Reduktion von Druck und Stress merklich abschwächen. Daher sollte man selbige in Erwägung ziehen.

Eine Zusammenfassung der möglichen und probaten alternativen Behandlungen sieht wie folgt aus:

Welche Hausmittel können helfen?

Natürlich gibt es keine Hausmittel, die Chorea Huntington heilen könnten. Diese Erkrankung ist nicht heilbar. Weder durch die moderne Schulmedizin, noch durch irgendewelche anderen Mittel der Behandlung. Es gibt lediglich einige bekannte Hausmittel, die dazu dienen eventuelle Symptome, die im Rahmen der vorliegenden Krankheit auftreten, zu lindern. Diese etwaig auftretenden Symptome sind allerdings sehr fallspezifisch, wodurch es extrem erschwert ist, darüber allgemeine Aussagen zu treffen. Nichtsdestoweniger hier einige Beispiele:
Verzicht auf Tabakwaren aller Arten
Der ist der absolute Verzicht auf alle Rauchwaren ist nicht nur empfohlen, sondern auch notwendig. Zudem verkleinern sich hierdurch auch die Chancen an vielen anderen Leiden zu erkranken. Dies gilt für sämtliche Rauchwaren, sprich Zigaretten, Zigarren, Zigarillos, Pfeifen, Vapes, Shishas usw. Wer darum nicht auf seine Sucht verzichten kann, gefährdet sich selbst und muss damit rechnen, früher oder später schwerwiegende Konsequenzen ertragen zu müssen.
Regelmäßige Ertüchtigung
Hierbei ist es gleich, ob die Krankheit bereits ausgebrochen ist oder nicht. Wer sich physisch fit hält, wirkt der Chorea Huntington effektiv und solide entgegen. Für einen geeigneten Sportplan konsultiert man am besten einen entsprechenden Fachmann. Darüber hinaus sollte man besonderes Augenmerk auf die Ertüchtigung des gesamten Körpers legen, um die korrespondierende Muskulatur zu stärken.
Das Immunsystem stark halten
Spaziergänge, eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und vieles mehr helfen dabei, dass das Immunsystem konstant auf hohem Niveau arbeitet. Hierdurch beugt man automatisch der vorliegenden und vielen anderen Krankheiten vor.
Ausreichende Hygiene
Eine ausreichende Hygiene kann in Bezug auf alle Erkrankungen sehr wichtig sein. Insbesondere die ausreichend gründliche Reinigung der Hände ist hierbei sehr wichtig.

Heilkräuter & Heilpflanzen

  • Apfel
  • Blutwurz
  • Eibisch
  • Heidelbeere
  • Nelkenwurz
  • Spitzwegerich

Die soeben angeführten Heilkräuter und Heilpflanzen sind entweder als Tee oder in Form eines Aufgusses, getrocknet oder frisch oder zu Pulver zerstoßen bzw. in Form einer Tablette oder Pille einzunehmen. Darüber hinaus kann man oftmals bereits fertige Präparate bei dem Heilpraktiker der Wahl beziehen und spart sich damit die Arbeit. Auch das Internet bietet so einige gute Quellen für den Bezug von Heilprodukten aus der Natur.

Es empfiehlt sich zudem, vor der Anwendung Rücksprache mit dem zuständigen Mediziner zu halten um etwaige allergische Reaktion schon im Vorfeld ausschließen zu können.

Ätherische Öle

Folgende Ätherische Öle können angewendet werden:

  • Ylan Ylan
  • Eiche
  • Lavendel
  • Eukalyptus
  • Majoran
  • Anis

Ätherische Öle sind entweder im Rahmen einer Aromatherapie oder äußerlich sowie seltener auch innerlich anwendbar. Im Falle von Chorea Huntington jedoch sollte man lediglich von ersterer Form Gebrauch machen, also der Aromatherapie. Hierzu gebe man die Öle in eine Duftlampe, entzünde eine Wärmequelle, am besten ein Teelicht und lasse die Öle in die Raumluft verdampfen. Die ätherischen Öle setzen auf diese Weise ihre Wirkstoffe frei und dienen zur Beruhigung der Patienten und bauen somit Stress und folglich Schmerz ab.

Eine gute Bezugsquelle für ätherische Öle ist das Internet oder der Heilpraktiker des Vertrauens. Letzterer gibt auch Auskünfte über Anwendung und Dosierung.

Homöopathie & Globuli

  • Apis mellifica
  • Thuja occidentalis
  • Rhus toxicodendron
  • Mercurius solubilis
  • Gelsemium
  • Echinacea

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Schüssler-Salze

Die genauen Daten zur Dosierung und zur Art der Anwendung sind der Packungsbeilage zu entnehmen oder mit dem zuständigen Heilpraktiker abzuklären.

Diät & Ernährung

Es gibt keine Diäten oder Ernährungspläne, die speziell für Chorea Huntington-Patienten erstellt worden wären. Nichtsdestotrotz kann eine allgemeine gesunde Ernährung diesbezüglich sehr förderlich sein und überdies noch vorbeugend wirken.
Allgemeine Tipps sind daher:
Bedenkenlos konsumieren kann man:

  • Obst und Gemüse (insofern keine Allergien vorliegen)
  • Meeresfrüchte
  • Milchprodukte (jedoch auf den Fettgehalt achten)
  • Hülsenfrüchte
  • Klares Wasser und Kräutertee (Limonaden usw. sind zu vermeiden)
  • Vollkornprodukte

Bei folgenden Lebensmitteln, sollte man eher aufpassen:

  • Rotes Fleisch
  • Tabakwaren
  • Raffinierter Zucker
  • Stark fetthaltige Speisen
  • Fertiggerichte
  • Alkoholika
  • Weißes Mehl
  • Fast Food

FAQ – Fragen & Antworten

Gibt es Arten der Früherkennung?

Da es sich bei der Chorea Huntington, wie bereits mehrfach erwähnt, um eine erbliche Krankheit handelt, gibt es inzwischen auch Tests, die eine mehr oder weniger große Klarheit darüber bieten können, inwieweit die Chance besteht, dass der Nachwuchs an der Krankheit leiden wird oder nicht. Darum kann es für werdende Eltern von großem Nutzen sein, wenn sie sich dahingehend testen lassen. Nichtsdestotrotz sind diese Art von Tests nicht immer 100%ig sicher. Bisweilen können sie auch fehlerhafte oder unzureichende Informationen liefern.

Dennoch ist es besser sich prophylaktisch testen zu lassen, als gar nichts zu tun und nur abzuwarten, ob die Krankheit eventuell ausbricht oder oder das Risiko einzugehen, dass das eigene Kind an diesem Leiden erkrankt.

Ist die vorliegende Krankheit immer tödlich?
Leider ja. Es führt kein Weg daran vorbei. Es gibt in der Geschichte der Medizin keine bekannten Fälle einer etwaigen spontanen oder schulmedizinischen Heilung. Selbst Geschichten über Wunderheilungen sind keine bekannt – was verwunderlich ist. Denn es gibt immer irgendwelche Kurpfuscher, die behaupten, die könnten einer unheilbaren Krankheit den Garaus machen. Nichts zu so aber bei Chorea Huntington.

Dennoch sollte man als Erkrankter nicht allzu sehr in Wehmut verfallen. Sicherlich ist es eine große Belastung zu wissen, dass man an einer unheilbaren Krankheit leidet und sich der eigene Gesundheitszustand fortan nur noch verschlechtern wird, dennoch macht Wehleidigkeit die Krankheit und die damit einhergehenden Symptome nicht besser. Man sollte darum versuchen, sich nicht auf die negativen Aspekte zu konzentrieren, sondern der Zukunft positiv entgegenzusehen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Eine Psychotherapie kann hierbei für viele Menschen eine sehr große Stütze sein.

Kann ich mit Chorea Huntington meinen Alltag weiterhin alleine meistern?
Vermutlich eher nicht. Zu Beginn der Krankheit ist es durchaus im Rahmen des Möglichen, dass ein Betroffener sich noch gut und solide alleine durch den Alltag manövrieren kann, diese Fähigkeit verliert sich aber zumeist mit einem Voranschreiten der Krankheit. Eine partielle oder permanente Pflege sind daher auf lange Sicht sehr wahrscheinlich.

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