Hirnblutungen

Inhaltsverzeichnis Hirnblutungen (Gehirnblutung)

Hirnblutungen

Symptome

Ursache

Behandlung

Hirnblutungen – lebensbedrohliche Erkrankung

Hirnblutungen

Blutungen im Gehirn gehören zu den gefährlichsten Erkrankungen, die plötzlich auftreten und lebensgefährlich sein können.

Man unterscheidet drei verschiedene Hirnblutungen je nachdem, wo im Schädel sie auftreten. Blutungen im Hirnschädel werden als intrakraniell bezeichnet. Treten sie im Gehirn auf, sind es intrazerebrale Blutungen, und außerhalb des Gehirns ist der medizinische Fachbegriff extrazerebrale Blutung. Als Hirnblutung im engeren Sinn gilt allerdings nur die intrazerebrale Blutung.

Bei einer intrazerebralen Hirnblutung platzen Hirngefäße, das Blut läuft in das Hirngewebe, und es kann zu einem Schlaganfall kommen. Fünf bis neun Prozent aller Schlaganfälle entstehen durch eine Subarachnoidalblutung, wenn zwischen den beiden Hirnhäuten Blutungen auftreten.

Bei Schädelbrüchen durch Gewalteinwirkung oder einem Unfall kommt es auf zu einer Epiduralblutung, wenn sich Blut zwischen dem Schädelknochen und der äußersten Hirnhaut ansammelt.

Außerdem kann eine Subduralblutung auftreten. Diese entsteht, wenn Blutgefäße aufgrund eines Traumas reißen und sich Blut zwischen der harten Hirnhaut und der Spinngewebshaut ansammelt. Eine Subduralblutung kann sich sowohl akut und sehr schnell entwickeln als auch chronisch werden und sich nur langsam aufbauen.

Bei jeder Hirnblutung steigt der Druck im Gehirn auf das Nervengewebe, Zellen und bestimmte Hirnpartien werden dadurch geschädigt. Es kann zu Ausfällen einzelner Hirnregionen und teilweise irreversiblen Folgen kommen.

In jedem Fall muss ein Patient sofort ins Krankenhaus und dort umfassend behandelt werden, um Folgeschäden und eventuell sogar einen tödlichen Ausgang zu vermeiden. Eine neurochirurgische Behandlung ist in den allermeisten Fällen unumgänglich.

In Deutschland erkranken 10-12 von 100000 Menschen jährlich an einer Hirnblutung.

Symptome ähnlich wie bei Schlaganfall – daran kann man Hirnblutungen erkennen

Oft lässt sich nicht eindeutig diagnostizieren, ob eine Hirnblutung oder ein Gefäßverschluss einen Schlaganfall oder ähnliche Beschwerden ausgelöst haben, da die Symptome sehr ähnlich sind. Auch kommt es darauf an, welche Hirnregion wie stark von einer Hirnblutung betroffen ist. Dementsprechend treten unterschiedliche Symptome auf. Man sollte auf jeden Fall einen Notarzt rufen, wenn Personen plötzlich sehr starke Kopfschmerzen haben, die ohne ersichtlichen Grund auftreten. Übelkeit und ein akutes Schwächegefühl sind ebenfalls Alarmzeichen für eine mögliche Hirnblutung.

Vor allem bei Lähmungserscheinungen nur auf einer Körperseite oder eines Armes/Beines und im Gesicht sollte man den Betroffenen sofort ins Krankenhaus bringen.

Auch Schwindelgefühle und ein unsicherer Gang mit Bewegungsstörungen können Anzeichen einer Hirnblutung sein. Schluckprobleme und ein plötzliches Unvermögen, deutlich zu Sprechen oder überhaupt sprechen zu können, sind ebenfalls typische Symptome einer Hirnblutung, genauso wie Sehstörungen, bei denen Doppelbilder auftreten und Patienten plötzlich nur noch verschwommen sehen oder ein eingeschränktes Gesichtsfeld haben.

Krampfanfälle bis zu Epilepsie und Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit können ebenfalls bei einer Hirnblutung. Manche Betroffene wirken plötzlich verwirrt, reden unzusammenhängend und ändern unvermittelt ihre Gefühlslage beispielsweise von fröhlich zu traurig oder wütend.

Oft treten Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen unmittelbar nach der Einblutung im Gehirn auf, während neurologische Auffälligkeiten wie Sehstörungen und Unsicherheit beim Laufen erst nach einigen Minuten oder sogar Stunden sichtbar werden. Diese Entwicklung wird als zweizeitiger Verlauf bezeichnet: akute Folgen, die sofort sichtbar sind, und spätere Folgen nach einer gewissen Zeit, in der die Betroffenen oft relativ wenig oder gar nichts bemerken.

Es gibt auch chronische Hirnblutungen, bei denen Symptome erst nach Wochen oder Monaten auftreten und oft nicht gleich als Hirnblutung erkannt werden. Vor allem, wenn ältere Menschen betroffen sind, verwechseln Patienten, Angehörige und oft auch Ärzte Symptome wie Bewusstseinseintrübungen, Verwirrtheit und Schläfrigkeit mit beginnender Demenz. Sollten aber ständige Kopfschmerzen, Schwindel und Lähmungen auftreten, ist es unbedingt notwendig, ein CT oder MRT vom Schädel zu machen, um eine Hirnblutung ausschließen bzw. feststellen zu können.

Bluthochdruck ist die Hauptursache für Hirnblutungen

Die meisten Hirnblutungen entstehen bei Menschen, die unter Bluthochdruck leiden. Da ein hoher Blutdruck lange keine Beschwerden verursacht, wissen viele gar nicht, dass ihr Blutdruck zu hoch ist. Dementsprechend Gehen sie nicht zum Arzt, und der Blutdruck wird nicht behandelt. Ein zu hoher Blutdruck führt dazu, dass Blutgefäße sozusagen überdehnt werden und geschädigt sind. Sie sind so anfällig für spontane Risse – eine Hirnblutung kann entstehen.

Auch Arterienverkalkung und Fehlbildungen der Gefäße, sogenannte Aneurysmen, können Hirnblutungen auslösen, genauso wie brüchige Gefäße, an denen sich Amyloide, Eiweiße mit gefährlichen Veränderungen ablagern. Sie begünstigen ein Reißen der Gefäße und somit eine Hirnblutung.

Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen, sind ebenfalls gefährdeter, eine Hirnblutung zu bekommen, und auch Menschen, die an der Bluterkrankheit leiden, an einem Hirntumor oder an Leukämie, kann eine Hirnblutung leichter treffen als andere.

Neben diesen Vorerkrankungen spielen auch Faktoren eine Rolle, die man dem Körper bewusst selbst zuführt. Dazu zählt vor allem das Rauchen, das zu Gefäßverengungen und Schädigungen der Gefäße führen kann. Drogen mit aufputschender Wirkung wie Amphetamine und Kokain können Hirnblutungen auslösen, und auch wer zum legalen Rauschmittel Alkohol greift und exzessiv und regelmäßig trinkt, ist gefährdet.

Wer Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte hat, erhöht sein Risiko einer Hirnblutung ebenfalls.

Auch durch Stürze, Schläge und andere Gewalteinwirkungen auf den Kopf können Gefäße platzen. Viele Radfahrer, die ohne Helm fahren und stürzen, tragen Schädelbrüche davon, die zu Hirnblutungen führen können, und auch bei Ski- und Snowboardfahrern kommen Schädelverletzungen mit Hirnblutungen öfter vor, wenn sie ohne Helm auf der Piste stürzen.

Je nach Art der Hirnblutung erfolgt eine andere Behandlung

Für alle Hirnblutungen gilt: Der Betroffene muss umgehend ins Krankenhaus und neurologisch untersucht werden. Je nachdem, welche Hirnregion betroffen ist und welche Blutung auftritt, behandelt man Patienten unterschiedlich.

Zunächst wird ein CT vom Kopf gemacht, um festzustellen, ob eine Hirnblutung vorliegt, wodurch sie ausgelöst wurde und wo im Schädel sie zu finden ist. Danach gehen die Ärzte unterschiedlich vor.

Bei einer Hirnblutung durch ein Aneurysma kann man es entweder mit einem Clip im Gehirn abklemmen oder mit kleinen Spiralen, sogenannten Coils, auskleiden. Beide Möglichkeiten müssen operativ durchgeführt werden.

Durch Bluthochdruck ausgelöste Hirnblutungen werden behandelt, indem man den Druck im Gehirn durch eine Operation senkt. Außerdem wird versucht, den zu hohen Blutdruck mit Medikamenten in den Griff zu bekommen. Auch bei Hirnblutungen durch ein Schädel-Hirn-Trauma aufgrund einer Verletzung muss operativ eingegriffen werden, um den Druck im Schädel zu senken. Es kann sonst zum Absterben von Gehirnzellen und somit zu starken Schäden und sogar zum Tod des Patienten kommen.

Eine Hirnblutung ist immer eine langwierige und sehr gefährliche Erkrankung. In jedem Fall ist es absolut notwendig, ins Krankenhaus zu gehen und sich mittels CT und oft auch MRT untersuchen zu lassen. Operative Eingriffe sind ebenfalls meist notwendig. Wird schnell gehandelt, kann man in vielen Fällen Folgeschäden vermeiden. Dennoch zählt eine Hirnblutung zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen und darf auf keinen Fall verschleppt werden.

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